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Kundenrezensionen

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am 20. Mai 2008
Mangelnde Vorsicht führt dazu, dass Dana Halter hinter den Diebstahl ihrer eigenen Identität kommt. Als ausgefuchster Exsträfling sollten Peck Wilson (alias Dana Halter 2) diese marginalen Fehler nicht unterlaufen, die schließlich zur Verhaftung der echten Dana Halter führen. Nicht nur, dass er sich die Identität einer Frau geklaut hat, sie ist auch noch taubstumm und sinnt auf Rache nachdem sie ein Wochenende in einer Gemeinschaftszelle in Untersuchungshaft verbringt, ihren Termin beim Zahnarzt verpasst und in weiterer Folge ihren Job als Literaturdozentin für Taubstumme verliert. Gemeinsam mit ihrem Freund Bridger Martin begibt sie sich zuerst auf die Suche nach, dann auf die Fersen des Peck Wilson.

Der Roman beschreibt in fünf Teilen und einem Epilog ein Szenario, wie in einem zielgerichteten Roadmovie. Während im ersten Teil die Verhaftung, die Inhaftierung und der Freispruch im Zentrum des Lesers Interesse stehen, taucht bereits zu Beginn des zweiten Teils Peck Wilson mit der Geschichte seines Lebens aus dem Hintergrund. Ob beabsichtigt oder nicht, ist jener skrupellose Gauner und Betrüger der wesentlich deutlichere Charakter in diesem Roman. Er zeigt Ecken und Kanten in der Hülle eines smarten Dandys und Liebhabers der Frauen und gewinnt er auch nicht an Sympathie, so pokert er doch sehr hoch auf der Verständnisebene. (Sehr gut gelungen!) Dana Halter als zähe Mittdreißigerin, die auf Grund ihres Handykaps zu kämpfen versteht, wirkt daneben mitunter blass - oder zumindest nicht neu erfunden!

Die wechselnden Perspektiven sind an sich nichts Neues, für den Boyle- Fan und Bewunderer allerdings - wenn kein "Must have" so doch eine "Nice to have"! In der Namensgebung seiner Charaktere wirkt er leider diesmal etwas erschöpft.
Der Schwung in den gelungenen Start gelingt spielend, mit der Entdeckung des Peck Wilson tritt wahre Spannung zu tage. Der Wechsel der Perspektiven hinterlässt jedes Mal eine Lücke, die sich nur durch unmittelbares "Weiterlesen" befriedigen lässt. Das kocht!

Und dann lässt sich Boyle hinreißen und serviert ein lauwarmes Ende par excellence.
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am 31. Juli 2009
Bei einer Verkehrskontrolle wird die gehörlose Dana Halter festgenommen und anschließend ins Bezirksgefängnis gebracht. Es stellt sich heraus, dass ein Betrüger ihre Identität für seine kriminellen Machenschaften nutzt. Halter muss ihre Unschuld beweisen und macht sich mit ihrem Freund auf die Jagd nach dem Identitätsdieb. Die Verfolgung führt schließlich von Kalifornien bis New York quer durch die Vereinigten Staaten.
T.C. Boyle kombiniert das hochaktuelle Thema Identitätsdiebstahl mit der Dramaturgie eines Roadmovies und versucht damit Spannung zu erzeugen, was ihm zumindest in der ersten Hälfte des Buches gelingt. Die Personen sind kontrastreich herausgearbeitet und man erfährt einiges über die Schwächen des amerikanischen Rechtssystems. Leider wird die Geschichte mit zunehmender Dauer relativ vorhersehbar. Besonders das Ende habe ich dann als wirklich enttäuschend empfunden. Was Handlungsaufbau, Charaktere und Dialoge betrifft, gefallen mir die älteren Werke von Boyle wesentlich besser.
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am 5. Dezember 2012
Thema/Ansatz:
Das vordergründige Thema des Romans (Identitätsdiebstahl) ist vor dem Hintergrund leicht zugänglicher kritischer Informationen über das Internet sowie der Möglichkeit der Täter, über dieses Medium unpersönlich wirtschaftlich aktiv zu werden, hochaktuell. Die Situation hat sich heute gegenüber dem Zeitpunkt, als der Roman erschien, noch deutlich verschärft. Die im Roman oberflächlich geschilderten Methoden wirken aus heutiger Sicht (2012) - ca. 7 Jahre später – und wenn man sich mit der Thematik etwas auskennt, fast harmlos. Viel wichtiger für das Buch ist jedoch die Frage, wie ein Mensch damit umgeht, dass seine Identität und damit auch sein psychisches Selbstkonzept angegriffen wird – und hierfür ist die verwendete Methode lediglich ein Katalysator. Im Fokus des Romans stehen vielmehr der Kampf zweier starker Charaktere gegeneinander und das Bewältigen der durch die extreme Situation freigesetzten inneren Konflikte der Figuren. Insbesondere letztere legt Boyle mit chirurgischer Präzision frei.

Sprache/Duktus:
Boyle haucht seinen Figuren und ihrem Innenleben mit einer kraftvollen metaphorischen Sprache Leben ein. Dennoch ist sein Ausdruck nicht barock überladen. Boyle gelingt es, die einstürzenden emotionalen Fassaden seiner Figuren sprachlich nahezu perfekt auszutarieren. Der körperliche Verfall der Hauptfiguren, der ihre psychische Belastung optisch permanent spiegelt‚ liefert eindrucksvolle Bilder für das sensorische Miterleben des Lesers. Der Roman ist insgesamt sprachlich am oberen Ende des Genres anzusiedeln.

Fazit:
‚Talk Talk’ ist ein hochspannender literarischer Thriller, der den Leser miterleben lässt, wie ein simpel zu realisierender Identitätsdiebstahl einen Betroffenen in den Augen der Behörden zum Täter macht – Umkehr der Beweispflicht gegenüber Banken und Versicherungen inklusive. Boyle nutzt das Thema jedoch nur als Aufhänger rsp. als Haifischbecken, in das er seine Protagonistin wirft, die durch ihre Gehörlosigkeit ohnehin schon besonderen Bewährungsproben ausgesetzt ist. Wer in der Folge eine tränenfeuchte Story voller Mitleid und sozialer Wohlfühlromantik erwartet, wird angenehm enttäuscht. Boyles taube Protagonistin ist alles andere als nur ein Opfer, und ihre Gehörlosigkeit ist alles andere als nur eine Behinderung. Ihr Gegner, der Identitätsdieb, kann zwar die bürgerlichen Existenzen seiner Opfer imitieren, sein Ziel, selbst dazuzugehören, bleibt ihm letztendlich verwehrt. ‚Talk Talk’ ist ein psychologisch fein ausgeloteter und sprachlich dichter Kampf zweier herausragender Figuren gegeneinander und gegen sich selbst. Lediglich das Finale wirkt seltsam uninspiriert.
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am 1. Oktober 2006
klasse Krimi, bei dem nicht gemordet und gemeuchelt wird.Wenn manch einer meint,daß es nur am Anfang spannend zugeht,dann hat er nicht aufmerksam gelesen. Der Roman ist vom Anfang bis zum Ende hochspannend, sensibel erzählt und ohne Ablenkungen bei der Sache geblieben. Jedes einzelne Kapitel,mal aus Sicht der Opfer, mal aus Sicht des Täters, endet so,daß man weiterlesen möchte. Den Roman könnte ich mir sehr gut als Film (Road-Movie-Krimi) vorstellen - quer durch die USA jagen die Opfer den Täter.... Sicherlich war T.C.Boyle schon mal besser (Wassermusik), aber als Krimiliebhaber bin ich auch von diesem Roman begeistert. Es muß ja nicht immer gleich Nobelpreisverdächtig sein....
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am 26. August 2006
Die Geschichte beginnt sehr spannend: Dana Halter, eine gehörlose, ausserordentlich selbstbewusste junge Frau, wird Opfer eines Identitätsdiebstahls - ein Krimineller benutzt ihre offiziellen Daten (Kreditkarte, Führerscheinnummer), sie wird an seiner Stelle verhaftet und muss beweisen, dass sie unschuldig ist. Die Polizei ist keine Hilfe, Dana greift zu Selbstjustiz und findet nach vielen Mühen ihren Identitätsdieb. Leider hat T.C.Boyle im Laufe seiner langen Schriftstellerkarriere verlernt, was ihn früher so unvergleichlich machte: Perfektes Timing, skurriles Personal, zündende Dialoge, aberwitzige Handlungskapriolen sorgten in seinen älteren Romanen für grossen Lesespass. Aber schon der "Talk Talk"-Vorgänger "Dr. Sex" war langatmig und zäh erzählt, "Talk Talk" tritt seitenlang auf der Stelle. Zudem sind die Figuren holzschnittartige Klischeegestalten (die herzensggute Dana und ihr herzensguter Freund; der oberböse Dieb und dessen mega-tussige Freundin, die Handlung entwickelt sich an keiner Stelle anders, als man es erwartet. Insgesamt eine herbe Enttäuschung für Boyle-Fans.
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am 6. April 2015
Dieses Buch hat mich anfangs total gefesselt, ich konnte es kaum aus der Hand legen. Dann folgte ein mäßig spannender Mittelteil mit vielen Durststrecken. Spannend wurde es immer dann, wenn eine neue Fährte ausfindig gemacht wurde und die Möglichkeit eines Zusammentreffens der Opfer mit dem Täter bevorstand. Leider wurden diese Gegebenheiten oft mit langweiligen Beschreibungen uninteressanter Dinge in die Länge gezogen. Und der Schluss war einfach saublöd, dieser Schluss hat mir die Geschichte im Nachhinein total vergällt.
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am 21. Mai 2008
Die Idee per se, also eine Geschichte über Identitätsdiebstahl, gewürzt mit einer Rache-Verfolgungsjagd (Dana und ihr Freund jagen den Identitätsdieb Peck Wilson), das könnte (noch dazu in Händen von T. C. Boyle) ein wirklich aufregendes und spannendes Buch werden. Ist es aber nicht geworden. Leider. Es ist sogar noch träger und langweiliger als "Dr. Sex" (wo es wenigstens immer wieder gute bis sehr gute Momente gab) geworden.
Müde (und kitschige) Metaphern, eine über-bemühte Konstruktion der Storyline und permanente Zeilenschinderei (man spürt förmlich, "Talk-Talk" wäre auf vielleicht 180-220 Seiten viel besser) machen die Lektüre eigentlich zur Qual. Wieso sich T. C. Boyle für eine gehörlose Dana entschieden hat, bleibt mir ein Rätsel, da Danas Gehörlosigkeit für das Buch nicht wirklich von Belang ist, bzw. da er bis auf klischeehafte Annäherungen keine wirklichen Einsichten in das Metier bietet und Dana eigentlich als Figur zwar sympathisch aber seltsam gesichtslos bleibt. Zusätzlich verleiht er dem "Dieb" Peck Wilson dandyhafte Züge und lässt ihn permanent um die Sympathie des Lesers werben, was mit Verlaub auch gelingt. So komisch sich das auch liest, aber die Figur des Peck Wilson (inklusive seiner russischen Nobel-Geliebten) ist die, die man noch am ehesten mit "gelungen" bewerten möchte. Ich hatte auch an einigen Stellen das Gefühl, daß der Plot (bzw. die Frage nach "wie funktioniert der Identitätsdiebstahl hier?", oder "Wie soll das gehen?") nicht genau recherchiert (oder durchdacht) ist. In diesen Situationen wird das Buch dann sehr geschwätzig (ergo- Nebelschwaden statt versuchter Aufklärung).
Fazit: T. C. Boyle (der mit "World's End", "Wassermusik" und vor allem vielen Erzählungen wirklich tolle Bücher abgeliefert hat) hat mit "Talk-Talk" einfach nur uninspirierte Routine abgeliefert, nicht mehr, nicht weniger. Da tut es mir dann um die vergeudete Zeit schon leid.
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VINE-PRODUKTTESTERam 2. Juli 2012
"Er sah ihr unverwandt in die Augen. Sein Mund war fest geschlossen - kein Mitgefühl. Da merkte sie, dass er es glaubte. Er glaubte, sie habe ein Doppelleben geführt, jede Regel des Anstands verletzt und die Gemeinschaft der Gehörlosen in Verruf gebracht. Wieder einmal war ein Vorurteil der Hörenden bestätigt worden. Ja, sagte sein Blick, die Gehörlosen leben nach Ihren eigenen Regeln, und die sind minderwertig und verwässert, sie leben von uns und auf unsere Kosten. Dieser Blick hatte sie ihr Leben lang begleitet."

Dana Halter überfährt auf dem Weg zum Zahnarzt ein Stoppschild. Was zunächst wie eine routinemäßige Verwarnung der Straßenpolizei beginnt, weitet sich zu einem Alptraum kafkaesker Dimensionen. Die junge Lehrerin wird ins Gefängnis gesteckt. Nach mehreren Tagen unter schlimmen Bedingungen in Haft, stellt sich der Irrtum heraus. Ein Unbekannter hat ihre Identität übernommen und unter ihrem Namen diverse Straftaten begangen. Dana wird zwar entlassen, aber die Justiz spricht sie nicht frei. Um sich von allen Vorwürfen reinzuwaschen, muss sie den Beweis führen unschuldig zu sein. Zunächst sieht sie von dieser Art der Selbstjustiz ab. Als Sie jedoch ihren Job verliert und ihr offenes Misstrauen entgegenschlägt beschließt sie ihren guten Ruf wieder her zu stellen und den wahren Täter zu finden.

Boyle erzählt die fesselnde Geschichte aus drei Perspektiven. Aus der Sicht von Dana, Bridge (ihrem Freund) und Peck Wilson, dem Betrüger. Bridger ist die Figur der man seine Sympathie vorbehaltlos schenkt. Er liebt die Andersartigkeit seiner Freundin. Unermüdlich tut er alles um sie aus dem Gefängnis zu holen. Verständnisvoll kümmert er sich nach der Entlassung um ihre seelische Verfassung. Beides wird ihm nicht wirklich gedankt. Geduldig begleitet er sie auf ihrer Verfolgungsjagd quer durch Amerika ohne zu ahnen, dass auch seine Identität schon benutzt wird. Dana ist in ihrer Sturheit rücksichtslos. Sie verurteilt die Welt aufgrund ihrer Vorurteile gegenüber Gehörlosen und oft muss ihr netter Freund für Wut und Enttäuschung herhalten. Das Mitleid mit Dana hielt sich bei mir in Grenzen. Manchmal war ich eher wütend über ihren Eigensinn ohne Rücksicht auf Verluste.

Was bei Dana allerdings der Egoismus einer von Klein auf antrainierten Selbständigkeit trotz Handicap ist, stellt sich bei Peck als krankhafte Selbstüberschätzung gepaart mit unbändiger Wut auf alles was sich seinen Wünschen entgegenstellt dar. Boyle skizziert einen selbstverliebten, eitlen Charakter, der vor Gewalt nicht zurückschreckt, wenn etwas nicht nach seinem Willen geht. Er weckt auch bei diesem Charakter keine falschen Sympathien. Egal wie elegant der Snob sich im edlen Umfeld seiner ergaunerten Existenz bewegt und wie faszinierend seine erlesenen Kochkünste und Weinkenntnisse bis ins kleinste Detail geschildert werden, man erkennt das schwarze Loch unter der glatten Oberfläche. Und fragt sich unwillkürlich, wie oft man sich schon täuschen ließ von einem bestechenden Äußeren, teurer Kleidung und nach außen guten Manieren.

Neben aller Spannung, Dramatik und Tragik geht es in seinem Roman "Talk, Talk" aber vor allem um eines: Sprache. Wie wir uns verständigen und wie wir mit denjenigen umgehen, mit denen wir uns nicht auf gewohnte Weise verständigen können. Dana nimmt ihr Schicksal nicht ergeben hin, sondern quält sich, ihr Umfeld und den Leser mit einer ganz eigenen Sturheit. Sie ist gehörlos, nicht hilflos. Und will auch nicht so behandelt werden. Sie richtet ihre Worte unermüdlich an eine Welt, die nicht zuhören will oder kann. Der Einblick den sie dem Leser in die Welt der Gehörlosen gewährt ist faszinierend. Die Gedanken, die Dana in der Mimik ihrer Gegenüber lesen kann, sind oft die eigenen, derer man sich schamhaft bewusst wird.

"Wir sind unsere Sprache, aber unsere wirkliche Sprache, unsere eigentliche Identität liegt in der inneren Sprache, die den individuellen Geist bestimmt". Dieses Zitat von L.S. Wygotski stellt Boyle seinem Roman voran. Es ist wohl der Leitspruch für die Figur Danas, die taub aber nicht stumm ist. Und die sowohl mit ihrer inneren Stimme als auch in hörbarer Sprache ein Plädoyer für Gleichheit und Toleranz formuliert. Ein glänzend geschriebener Roman über "unsere eigentliche Identität".
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am 12. Februar 2008
Identitätsdiebstahl ist ein hochaktuelles Thema. Es kann jeden von uns treffen, und wir sind rechtlich nicht geschützt vor den Folgen und es gibt keine Strafverfolgung. Den entstandenen Schaden kann man somit nicht mal einklagen. TC Boyles Opfer in dem spannenden Roman "Talk Talk" ist die taube Dana Halter aus Kalifornien. Sie wird eines Morgens so mir nichts Dir nichts verhaftet und kommt ins Gefängnis. Es dauert einige Zeit, bis die Polizei herausfindet, dass sie Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde, denn Identitätsdieb hat die Straftat begangen. Dana kommt erst nach mehreren Tagen wieder frei. Es gibt keine Entschädigung, nichts. Sie und ihr Freund Bridger sind so verärgert und frustriert, dass sie die Verfolgung des Identitätsdiebs selber in die Hand nehmen und ihn schliesslich aufspüren und quer durch Amerika jagen. Boyle beschreibt äusserst amüsant die Sicht des Diebs, einem Schmarotzer auf der Suche nach dem amerikanischen Traum mit Familie, Haus und grossem Auto, der die Schuld immer bei anderen sieht und sich sogar über die Frechheit ärgert, von Dana und Bridger verfolgt zu werden. Interessant auch die Beschreibung, wie man mit ein paar einfachen Tricks in kurzer Zeit den Identitätsdiebstahl durchführen kann. Das Ende ist enttäuschend und Augen öffnend zugleich. Der Dieb entkommt, denn man kann ihm nichts wirklich anlasten. Ein sehr gut geschriebenes Buch im Stile von Tom Wolfes "Bonfire of the Vanities" (Fegefeuer der Eitelkeiten).
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am 9. Februar 2012
Ich kann nicht nachvollziehen, dass man das Buch langweilig finden kann. Ob man wirklich so reich werden kann, sei dahingestellt. Ich wurde trotzdem auf jeden Fall bestens unterhalten, fand das Buch superspannend und eben wieder richtig T.C. Boyle-mäßig. Ein Happy-End gibts ja nie bei ihm, nie klappts und irgendwie loosen alle. Irre fand ich auch America und seine Aussteigerromane. Das einzig schlechte Buch von T.C. Boyle ist für mich Dr. Sex (langweilig und enttäuschend).
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