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3,6 von 5 Sternen
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am 7. Februar 2010
Der Roman "Tiefe" von Henning Mankell ist einer der dichtesten, grausamsten und depressivsten Bücher, die ich je gelesen habe. Von der Stimmung her zu vergleichen etwa mit Kafka.
Das sollte der Leser, der sich diesem Roman widmet, wissen und worauf er sich einlässt.

Der Roman beginnt recht unscheinbar. Lars Tobiasson-Svartman ist Seevermesser und arbeitet für die schwedische Marine. Während er eine neue Fahrrinne für mögliche Kriegsschiffe vermisst, entdeckt er eine Schäre. Dort beobachtet er eine Frau, Sara Frederika, von der er sich magisch angezogen fühlt. Heimlich setzt er über und beobachtet diese Frau. Sie geht ihm nicht mehr aus dem Sinn.
Nach Beendigung seines Auftrages kehrt er zurück zu seiner Frau Kristina Tacker und bewegt sich wie ein Fremdkörper durch sein altes Leben. Aus dem Mann mit einem Doppelnamen wir ein Mann mit einem Doppelleben. Er baut Lügenkonstrukte sowohl für seine Frau als auch seine Vorgesetzten, um sich seinem Leben und der damit Verbundenen Verantwortung entziehen zu können. Tobiassson-Svartman kehrt zur Schäre zurück in der Hoffnung, dort die vermeintliche Liebe leben zu können. Doch hier wird er mit der nackten Wahrheit konfrontiert.

Der Leser dieses Romans muss viel aushalten und auch aushalten können.
Der Protagonist ist ein kalter, aggressiver und gefühlloser Mensch, der in seinem eigenen Gedankentunnel lebt. Mankell zwingt den Leser durch einen Strudel von depressivem Gedankengut und ständige Todesnähe hindurch. Der leser verfolgt ihn wie ein Schatten und muss an dunklen Gedanken und grausamen Taten teilhaben.
Auf der anderen Seite schreibt Mankell den Frauen zunächst die Opferrolle zu. Die eine, Kristina, lebt in ihrer gutbürgerlichen Welt, ahnt vielleicht etwas von dem Doppelleben ihres Mannes, gehört aber nicht wirklich zu seinem Leben. Die ist für ihn neicht mehr existent als eine Porzellanfigur. Auch diese Distanz drückt sich darin aus, dass Tobiasson-Svartman sie immer bei vor und Zunamen nennt.
Die andere Frau, auch hier ein Doppelname, Sara Frederika, lebt gefangen auf einer einsamen Schäre. Froh um jeden Strohhalm, klammert sie sich an die Hoffnung, dass er sie von ihrem Inseldasein erlöst. Auch mit ihr treibt Lars ein doppeltes Spiel, dass er auf die Spitze treibt, in dem er seinen beiden Töchtern den gleichen Namen gibt. Hiermit treibt er das Doppelleben auf die Spitze.

Für mich gehört dieser Roman zu den besten, die Mankell veröffentlicht hat. Er ist schwere Kost, die Handlung bildet einen Sog, dem man sich nur schwer erziehen kann und sie löst beim Lesen starke Gefühle aus. Wenn man sich dem stellt, kann man eine sehr dichte Leseerfahrung machen.
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VINE-PRODUKTTESTERam 30. August 2007
Dieses Buch ist fesselnd, es hat mich sehr beeindruckt und fasziniert. Es ist sehr spannend, düster und depressiv, darin steht es den Wallander-Krimis in nichts nach. Das Besondere an diesem Buch ist, dass es weitgehend aus der Sicht eines zunehmend verabscheuungswürdigen Menschen erzählt wird, dessen abgrundtief schlechter Charakter kaum zu übertreffen ist. Dieser Mensch, ein Seevermesser, vermittelt von außen betrachtet den Eindruck, im Laufe der Handlung immer mehr seinen Realitätssinn zu verlieren, und gleichzeitig betreibt er sehenden Auges sein schlimmes, böses, falsches Spiel. Als Leser müsste man sich aufregen und wütend auf ihn sein, doch sein Verhalten macht so fassungslos, dass man wie paralysiert neben sich steht und permanent die Luft anhalten möchte. Er spielt ein grausames Spiel mit zwei Frauen, die er m. E. beide nicht liebt. Wenn er von seiner Ehefrau spricht, nennt er sie stets bei ihrem vollen Namen, Christina Tacker, was eine merkwürdige Distanz des Paares zueinander zeigt. Er bringt sie häufig mit den Porzellanfiguren, welche sie sammelt, in Verbindung. Fast scheint es, als ob er sie selbst wie einen ebensolchen toten Gegenstand betrachtet. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass er sie aus rein gesellschaftlichen Gründen geheiratet hat, um sein eigenes Ansehen zu steigern und sein berufliches Fortkommen positiv zu beeinflussen. Die andere Frau, Sara Frederika, lebt allein auf einer Schäre weit draußen in der Ostsee und wünscht sich sehnlichst weg von dort. Dabei könnte er ihr helfen. Das gibt ihm eine gewisse Macht über sie. Vielleicht ist es das, was ihn so an ihr fasziniert, dass er eifersüchtig über sie wacht. Auch den meisten anderen Menschen begegnet er mit innerer Kälte und Distanziertheit. Dabei gibt er sich nach außen anders, wohl wissend, dass er sein wahres Ich nicht zeigen kann.

Dies ist kein schönes Buch, aber eins, das sich zu Lesen lohnt, weil es herausragt aus dem Angebot. Gerade wenn man schon viel gelesen hat, erlebt man immer wieder einmal ein déjà vu des gleichen Themas in anderer Verpackung. Bei Tiefe ist das nicht so. Mir wurde häufig beinahe schlecht beim Lesen von so viel Skrupellosigkeit und einem Verhalten, von dem man sagen würde, dass es nur einem kranken Hirn entspringen kann. Gleichzeitig war ich so gefangen von diesem Buch, dass ich die Lektüre kaum unterbrechen mochte und wie besessen las. Es ist kafkaesk, aber aus der Person heraus, nicht von außen, und kein Buch für jeden Leser; man muss wissen, was man mag und was man sich zumuten kann.
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am 14. März 2005
Henning Mankell lässt seine Fangemeinde warten auf eine Fortsetzung seiner Krimiserie um Kurt Wallander, seine Tochter und deren neuen Freund. Statt dessen präsentiert er sich mit seinem neuen Roman „Tiefe" als ein Chronist der menschlichen Seele.
Lars Tobiasson-Svartmann ist Marineoffizier und Seevermessungsingenieur, ein Mann, der sich aufs Abstandmessen und aufs Abstandhalten versteht, auch in seinen Beziehungen zu anderen Menschen. Der Erste Weltkrieg hat gerade begonnen, in der Ostsee bekämpfen sich russische und deutsche Schiffe, während die schwedische Marine neutral bleibt. Lars Tobiasson-Svartmann hat den geheimen militärischen Auftrag, die Fahrwasser in den Schären neu auszuloten.
Er trifft eines Tages auf einer der äußersten Schären eine einsam lebende Frau. Von diesem Augenblick an gerät sein Leben aus den Fugen. Er, der sein Leben lang von einer Tiefe träumt, die nicht auszuloten ist, er, der jeden Abend mit seinem Lot schlafen geht, um nicht aus dem Lot zu geraten, entdeckt in sich eine Tiefe, die einem höllischen Abgrund gleicht, der ihn vor nichts, auch nicht vor Mord und Gewalt zurückschrecken lässt.
„ Ich suche nach etwas, nach einem Boden, den es nicht gibt, weder im Meer noch in mir selbst", lässt Mankell seine Hauptfigur gegen Ende des Buches nachsinnen.
Mankells Sprache ist noch dichter, noch ausdrucksvoller geworden, gut unterstützt durch seine Übersetzerin Verena Reichel. Die Aufteilung in 206 Kapitel auf insgesamt 380 Seiten gibt dem Buch eine ganz eigene Spannung und Dramatik.
Obwohl die Handlung an den Anfang des letzten Jahrhunderts gelegt wurde, hat der Roman eine aktuelle Botschaft: hinter äußerem Schein und allerlei „Messinstrumenten" und sogenannten objektiven Daten verbirgt sich in mancher menschlichen Seele ein tödlicher Abgrund.
Ein wunderbares Buch, das mich aber dennoch mit noch größerer Erwartung auf die nächste Fortsetzung seiner Wallander-Reihe erfüllt.
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am 20. März 2005
Vielen ist Hennig Mankell als Krimiautor der Kommissar-Wallander-Reihe bekannt, manche kennen seine afrikanischen Bücher, wenige seine Kinderbücher.
Nun legt Mankell noch eine vierte Variante obendrauf: Er erzählt die Geschicht des Seevermessers Lars Tobiasson-Svartman in der Zeit des Ersten Weltkrieges. Ein historischer Roman also, wenn man so will. Soweit zum Inhalt in aller Kürze.
Mankell spielt bewusst mit dem Titel. Der Leser erfährt nicht nur, wie es sich mit den Tiefen und Untiefen des schwedischen Schärengartens verhält, sondern bekommt vielmehr einen erschütternden Einblick in die ungeahnten dunklen Tiefen der menschlichen Seele - und in dieser Hinsicht ist "Tiefe" ein typisches Mankell-Buch.
Auch wenn man bei Mankells Werken gewiss nicht von "großer Literatur" sprechen kann, verdienen die meisten Bücher dennoch fünf Sterne. So auch dieses. Denn während zum Beispiel Autoren wie Theodor Fontane, Thomas Mann oder Heinrich Böll (um nur mal einige deutsche Auroen zu nennen) Werke von bleibendem literarischen Wert schrieben und auf diese Weise zu Recht Weltruhm erlangten, fehlt diesen - seien wir doch mal ehrlich - doch oftmals die "Spannung".
"Tiefe" möchte man nicht mehr aus der Hand legen und in einem Tag durchlesen. Nur wenige Autoren schaffen es, durch Erzählstil und Aufbau ihrer Bücher, den Leser vom ersten Moment an zu fesseln.
Warnung: So mancher wird bei der Lektüre dieses Buches mit Sicherheit um seinen (Tief-) Schlaf gebracht werden und sich nächtens unruhig im Bett wälzen. Also am besten am Wochenende damit anfangen!
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am 23. Juni 2005
Ich möchte mich nicht mehr mit einer Inhaltsangabe aufhalten. Besser als er von der amazon-Redaktion wiedergegeben wird, könnte ich es ohnehin nicht. Mir geht es nur darum alle Mankell-Fans vorzuwarnen. Dieses Buch ist kein Krimi und es liest sich auch nicht so gut wie seine Afrika-Romane. Hauptsächlich handelt es sich um das tiefenpsychologische Diagramm einer abrundtiefen Seele eines Menschens - daher wohl der Titel TIEFE? Aber leider liest man das Buch dauernd mit einer großen Abscheu vor diesem Menschen - was noch nicht das schlimmste wäre, wenn die Geschichte mehr Spannung hätte. Dieses Werk von Mankell - von dem ich persönlich gerne mal wieder etwas von Wallander und seiner Tochter lesen würde - ist nur jemandem zu empfehlen, der gerne menschliche Abgründe studiert. Spannung und Unterhaltung - wie gesagt - habe ich sehr vermißt. Für mich ist es der Versuch eines gesetzteren Autors, auch noch mal etwas literarisch Wertvolles hervorzubringen. Ähnlich gelangweilt hat mich bisher nur Martin Walser. Warum 2 Sterne? Weil die Idee für den Roman gut ist und es bestimmt genug Anhänger für dieses Genre gibt.
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am 18. April 2005
Lars Tobiasson-Svartman ist Seevermesser in den Tagen des ersten Weltkrieges. Mit dem Panzerschiff Svea bricht er auf, um das Fahrwasser der Küstenregion neu zu vermessen und so eventuelle Ausweichmöglichkeiten für die schwedischen Schiffe zu ermöglichen.
Schon bald zeigt sich, dass der eigentliche Routineauftrag für ihn eine Wendung des Lebens darstellt.
Spätestens als er auf einer als unbewohnt angesehenen kleinen Insel auf die Fischerin Sara Fredrika trifft, ist sein Leben auf den Kopf gestellt. Er verliebt sich in sie.
Nach Abschluss der Vermessungen hat er nur noch ein Zeil. Nicht seine inzwischen schwangere Frau in Stockholm sondern Sara Frederika wieder zu sehen. Hierfür ist er bereit über Leichen zu gehen....
Henning Mankell führt uns in diesem Buch in die abgründe der Seele eines verwirrten, gewaltbereiten, besessenen aber intelligenten Mannes.
Die Verwandlung im tiefsten Inneren von Lars Tobiasson-Svartman kann durch Mankells intensiven Schreibstil miterlebt werden.
Es entsteht ein spannendes "Psychogramm".
Wer hier Wallander-Maßstäbe ansetzt sei gewarnt. "Tiefe" unterscheidet sich in vielerlei Hinsicht von den Wallander-Werken. Der Schreibstil ist intensiver, "tiefer" und langsamer.
Die sozialkritische Betrachtung von Mankells Heimat feht total.
Auch der klassische Held, in den sich der Leser normalerweise versetzt, fehlt hier.
Insofern ist Tiefe ganz anders aber absolut empfehlenswert. Tauchen Sie ab in die menschliche Seele. Henning Mankell nimmt Sie mit !
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am 22. März 2005
Ich habe bisher alle Romane von Henning Mankell gelesen, und ich muss ehrlich sein - nach 60 Seiten wollte ich "Tiefe" weglegen. Nicht weil ich das Buch in der Erwartung eines wallanderähnlichen Krimis gekauft habe, sondern weil der Schreibstil - sonst der großen Pluspunkt eines "Mankells" - ZUNÄCHST schwach war. Es wäre jedoch ein großer Fehler von mir gewesen das Buch wegzulegen: DENN: plötzlich entwickelt das Buch einen Sog - von Seite zu Seite spürt man die subtile Spannung mehr.
Es ist völlig falsch, diesen Mankell mit Afrikaromanen oder der Wallanderreihe zu vergleichen. Das bedeutet aber keineswegs, dass dieser Roman schlechter ist. Im Gegenteil: Wer sich auf diesen "neuen" Mankell "einlässt" wird mit einem fesselnden und spannenden Roman belohnt, in dem sich das Böse nicht in Form von Dieben, korrupten Netzwerken oder bestialischen Mördern offenbart (wie man es ja durchaus von Mankell gewohnt ist), sondern in der finsteren Seele eines Menschen. Ich würde mich über mehr Bücher von diesem "neuen" Mankell freuen.
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am 25. Februar 2013
ich spare mir hier die Inhaltsangabe,davon machen viele andere Rezensenten ja reichlich Gebrauch. Ich hatte alle Wallander Romane gelesen und vornweg gesagt, ich mag den Stil von H. Mankell sehr. Bei den 11 Wallanderromanen gibt es sicherlich Höhen und Schwächen, aber sie sind alle äußerst lesenswert. Da in dieser Richtung nichts mehr kommt, wollte ich die andere Seite von H. Mankell kennen lernen und habe mir Kennedys Hirn gekauft. Die Handlung war allerdings sehr zäh, teilweise extrem konstruiert und ich war mehr oder weniger froh damit fertig zu sein. Das war also schon mal nix. Dann bekam ich den "Chinesen" geschenkt. Auch wenn es hier doch recht viele negative Bewertungen gibt, muß ich sagen daß ich das Buch im Urlaub in 2 Tagen durchgelesen hatte. Da hätten es gerne noch ein paar Seiten mehr sein können. Zugegeben nach einem Wallandermäßigem fullminanten Auftakt und einer nicht weniger spannenden Zeitreise in die amerikanische Geschichte, scheint der ganze Rest auch sehr an den Haaren herbeigezogen, aber eben sehr spannend.Und nun kaufte ich mir "Tiefe". Eine Bekannte sagte mir, daß sie das Buch nicht lesen konnte, es sei zu düster und ginge Ihr zu nah. Sie hatte recht. Zu depressiver Stimmung neigende Menschen sollten sich was anderes zum lesen suchen. Das Buch hat eine wirklich sehr düstere Grundstimmung und lotet die Tiefen der menschliche Seele bis auf den Grund aus. Ich war sehr fasziniert von dem Roman. Mich hat er regelrecht in seinen Bann gezogen wie so mancher Page Turner. Deshalb 5 Sterne !
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Keine Detektivstory, kein Wallander-Roman und dennoch eine Geschichte von Gewalt und Mord, kalt wie das Eis auf den Stockholmer Schären, düster und dumpf wie der Nebel, wenn er durch die Fjorde kriecht.
Was ist denn dran, an diesem Lars Tobiasson-Svartman, "dem Seevermesser", wie ihn Kommandant Jakobsson verächtlich nannte, dass ich bis zur letzten Seite von seiner Geschichte in den Bann gezogen wurde?
Zunächst war er ein Mann, der in der schwedischen Flotte Karriere gemacht hat, ein Marineoffizier, der von Ehrgeiz besessen war. Nun, im Jahre 1914, der erste Weltkrieg war erst zwei Monate alt, hatte er den Auftrag, vom Panzerschiff Svea aus in den Stockholmer Schären neue Fahrwasser auszuloten. Er war eine Person, die unentwegt Abstände und Tiefen vermaß. Meist war er verschlossen, aber er liebte seine Frau. Gut, manchmal sehnte er sich weg von ihr, doch immer roch er den Duft ihrer Haut in seiner engen Kajüte.
Ein geordnetes Leben, wenn es darum ging, Entfernungen zu schätzen, Abstände zu messen oder Meerestiefen auszuloten. Was aber, wenn es um die Tiefen seiner Seele ging? Lars Tobiasson-Svartman weiß nichts von Liebe, nur von Leidenschaft zu seinem Beruf. Ihm war Nähe unbehaglich, weil er sich für den Abstand entschieden hatte. Sich selbst auszuloten war ihm unmöglich, sein eigenes Ich kannte er nicht.
Zu welchen Taten er fähig war, erkannte er selbst erst mit Entsetzen, als er während der Vermessungsarbeiten im Schärengebiet auf eine Frau trifft, die einsam auf einer der äußeren Schären lebt.Er verliebt sich in sie und ist fortan bereit, mit allen Mitteln um sie zu kämpfen, selbst wenn Mord das letzte Mittel ist.
Wer war Lars Tobiasson-Svartman? Sein Kommandant auf der Blenda, Jakobsson, schrieb in sein Tagebuch über ihn:"Er ist nur widerlich, ein verdammter Schlammtaucher, eingebildet und einfältig." Seine Frau wird später zu ihm sagen:"Alle deine Lügen hinterlassen tiefe Spuren, denen ich folgen werde, wohin sie auch führen." Seine Geliebte beschuldigt ihn zum Schluss:"Denk mal an, wieviel Scheiße aus einem kleinen Mann wie dir kommen kann. Sie quillt nur so aus dir heraus."
Dieser Roman ist eine meisterliche Führung zu den Untiefen der menschlichen Seele.Mankell vom Allerfeinsten.
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am 12. März 2014
Die 'Tiefe' macht ihrem Namen alle Ehre... wenn man den Buchtitel überträgt auf die tiefen Abgründe der menschlichen Seele, so wie Mankell den Hauptdarsteller dieser Erzählung, den Vermessungs-Ingenieur Lars Tobiasson-Svartman, beschreibt. Anfangs kommt die Story ein wenig behäbig daher; bevor Svartman auf der Schäreninsel die einsam lebende Frau Sara Fredrika trifft. Doch dann steigt die Spannung der Erzählung mit jeder Seite... eine faszinierende Mischung aus Kriminalroman und menschlichem Sozialdrama vom feinsten! Svartman führt eine Doppel-Leben, welches auf einem perfekt konstruierten Lügen-Konstrukt basiert. Als sich Svartmann dann immer tiefer im Lügen-Dschungel verstrickt und ihn schließlich seine Ehefrau Kristina Tacker an seinem, vor seiner Ehefrau geheim gehaltenen Versteck aufspürt, ist die menschliche Katastrophe perfekt, die schließlich tödlich für ihn endet...
Faszinierend zu lesen ist diese Story, die zu Beginn des 1. Weltkrieges in Schweden spielt. Beklemmend, weil sie die Tiefen der menschlichen Seele offenbart; einen Menschen beschreibt, der buchstäblich über Leichen geht (Svartman bringt kaltblütig einen Menschen um, der ihm im Weg zu stehen scheint) um zu seinem vermeintlichen Glück zu gelangen...
Etwas schade fand ich, dass die Erzählung stellenweise etwas 'trocken' daherkommt, fast emotionslos... wenn z.B. ein Kind geboren wird, werden dem Leser die Gefühle, die man in einer solchen Situation hat, kaum vermittelt. 4 von 5 Sternen hat das Buch allemal verdient! Lesenswert vor allem für diejenigen, die den Flair nordischer Erzählungen / Schwedenkrimis mögen!
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