Shop now Shop now Shop now Shop now Shop now Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos Learn More Mehr dazu Mehr dazu Hier Klicken Jetzt bestellen AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited BundesligaLive longss17



am 12. Oktober 2017
Mein Mann (73) ist begeistert von den Bosetzky-Büchern, die seine Jugend und das ganze Drumherum so herrlich beschreiben. Ein interessantes Vorläuferbuch für die Kartoffelbücher-Reihe.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Mai 2003
Dieses Buch erzählt die Geschichte des Otto Matuschewski, von dem wir aus dem ersten Buch der Serie (Brennholz für Kartoffelschalen) wissen, dass er 1947 mit Hüftgelenks-Tbc aus russischer Gefangenschaft in die Ossastr. heimkehrt.
Atmospärisch dicht wird sein Aufwachsen in der Weimarer Republik erzählt, das Leben im Dritten Reich unter dem Schatten von Bücherverbrennung und Judenverfolgung. Mitgliedschaft im Reichsbanner, Boxerkarriere, Geigenunterricht, die legendären Ringervereine, erste Liebelei und große Liebe, Wasserwanderungen und Ahnenforschung.
Warum es nicht die Höchstwertung gibt?
Ottos Tagebücher über die Bootsfahrten haben mich doch ziemlich gelangweilt.
Seine Frau (Manfreds Mutter) Margot bleibt sehr blaß.
Die Verwandtschaft ist sehr unübersichtlich, zumal auch noch viele Vornamen doppelt vorkommen (Berthold, Friedel ...).
Ich hätte mir eine Übersichtskarte mit einem Stammbaum gewünscht, da ich zum Schluß kaum noch den Überblick hatte.
Bemerkungen aus heutiger Sicht wirken sehr deplaciert (..."wenn es damals schon Schulpsyhologen gegeben hätte, so hätte ein solcher [dies und das] erkannt" oder "später sollten Soziologen ein solches Verhalten kontraproduktiv nennen ..."
Das wirkt ein bißchen wie die Draufsicht eines Insektenforschers.
Für "Manfred-Fans" trotzdem lesenswert!
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 17. Februar 2005
Horst Bosetzky führt in dem Teil seiner Familiensaga an den Anfang zurück. Er beginnt mit der Jugend des Vaters und aus seiner Sicht das Kennenlernen von Manfreds Eltern. Leider bleibt aus meiner Sicht die Mutter ein wenig zu sehr im Hintergrund. Man erfährt sehr wenig von der Mutter außer, dass sie als "Vierteljündin" den Repressalien des Staates ausgesetzt ist.
Besonders gut hat mir gefallen, dass der Autor anhand von Alltagserlebnissen die Sorgen und Nöte der "einfachen" Leute zur Zeit des NS-Regimes deutlich und zugleich sehr spannend beschreibt.
Die Urlaubserlebnisse von Manfreds ELtern werden immer in Tagebuchfornm beschrieben, diese sind für mich vollkommen überflüssig, da sie für den Leser nicht interessant sind und keine neuen Begebenheiten aus dem Leben der Hauptpersonen mitgeteilt werden.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. August 2003
Die Geschichte des Otto Matuschewski ist der fünfte Roman innerhalb der "Manfred"-Reihe und erzählt die Geschichte von Manfreds Vater. Die Vielzahl der angeführten Verwandten auseinander zu halten, ist vermulich nur dann wirklich problemlos möglich, wenn man vorher zumindest einen der übrigen Manfred-Romane gelesen hat.
Dieser Roman ist als Prolog zu den "eigentlichen" Manfred-Büchern zu sehen und wie schon die bisherigen Bücher sehr unterhaltsam geschrieben. Lediglich das Boots- bzw. Urlaubstagebuch ist bisweilen etwas langatmig, dafür ist der Teil mit Ottos Kriegsgefangenschaft ziemlich knapp gehalten.
Insgesamt ein sehr unterhaltsamer Roman, bei dem auch die Zeitgeschichte nicht zu kurz kommt.
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Januar 2014
Horst Bosetzky schildert in diesem Teil der Bosetzky-Matuschewski-Familienchronik das Schicksal des Otto Matuschewski, Vater des Manfred Matuschewski (= Horst B. selbst) aus "Brennholz für Kartoffelschalen“ in der Zeit zwischen dem Ende des ersten Weltkriegs und seiner Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft. Man kann es nicht anders sagen: leicht tut er sich nicht damit, und leicht macht er es auch dem Leser in diesem Band (für andere Bände gilt das ausdrücklich nicht) nicht, das mit der Lektüre auch durchzuhalten.

Das Problem liegt in erster Linie in der Gewichtung: Bosetzky schildert, allerdings sehr knapp zusammengefasst, die Ereignisse der großen Politik, und stellt diesen die Ereignisse im Kreuzberger bzw. Neuköllner Kiez gegenüber, garniert mit Schmöckwitzer Gartenseligkeit. Die Verzahnung beider Komponenten ist, aufs Ganze gesehen, stark suboptimal. Die Wiedergabe der – inhaltlich eher nichtssagenden - väterlichen Tagebücher über diverse Fahrten auf Deutschlands Flüssen mit seiner Margot lähmt die Handlung ganz gewaltig, über manche Stellen, die für den Leser mehr von Interesse wären als die wiederholte Schilderung von Familienfeiern (zum Beispiel die Situation in Berlin vor 1939 und 1944/45, über die Bosetzky allzu knapp wegbügelt, obwohl er das Denken und Tun der Mitglieder und Freunde der weitverzweigten Familie auch hätte schildern und damit mehr in die Tiefe gehen könnte) geht er sehr knapp hinweg.

Dabei schimmert natürlich auch ein anderes Problem durch die Ritzen der Geschichte: Bosetzky ist Angehöriger der Generation, die ihrer Vätergeneration relativ deutlich vorgeworfen hat, nichts getan und geschwiegen zu haben. Otto M., bis zu einem gewissen Punkt sozialdemokratisch engagiert, hat nach 1933 auch nichts getan, wobei Horst B. die Erklärung&Entschuldigung, er habe sein Leben und seine Familie schützen wollen (wer wollte das nicht?) bedingungslos akzeptiert (ich bin weit entfernt, ihm das vorzuwerfen, es ist ja auch conditio sine qua non der eigenen horst-bosetzkyschen Existenz). - auch wenn man bei anderen da unduldsamer ist (was hat der Mann eigentlich gegen Theodor Heuss? Die Anmerkung S. 229 ist weder handlungsfördernd noch gerecht.)

Lesenswert ist das Buch in erster Linie deshalb, weil es vieles erklärt, was das Leben des Manfred Matuschewski in "Brennholz für Kartoffelschalen“ so schwer macht. Otto, das uneheliche Kind, fühlt sich im Leben zu kurz gekommen. Richtig, er ist in gewisser Weise benachteiligt (aber wie sagte meine Mutter – aus der Manfred-Generation stammend: was die damals alles schon gemacht haben, daran haben wir nicht einmal denken können), aber sein Problem ist, dass er darauf mit heftigem Selbstmitleid reagiert – ein Erbe der Bosetzky-Sippe. Manfred wird dieselben Charakterzüge zeigen, kommt aber mit diesem Teil im Wesen seines Vaters seinerseits ebensowenig klar wie es Margot tut: Zündstoff für die heftigen Reibereien der Folgebände…

Und ein Kuriosum am Rande (S. 218): da hat man wenig Geld für den Urlaub, spart sich das während des Restjahres vom Munde ab, geht dann Flußfahren und Campen, um dann diesen Lebensstil (ich glaub’s einfach nicht…) dringend unterbrechen zu müssen, weil man im nächsten Dorf den Friseur aufsuchen muß, um sich rasieren zu lassen… Merkwürdige Zeiten waren das…
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 29. April 2008
Wer große Geschichte anhand des kleinen Mannes kennenlernen will, ist mit der Reihe von Horst Bosetzky sehr gut bedient. Nach "Brennholz für Kartoffelschalen" ist dieses für mich das Zweitbeste der Reihe. Wir begleiten Otto Bosetzky / Matuschewski von seinem 14. Lebensjahr an (ab 1920) bis 1947 als er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrt. Zunächst scheint Ottos Leben eher traurig mit einem prügelnden Stiefvater, der gern trinkt und ihm den Besuch des Gymnasiums verwehrt - gefangen zwischen dem Kohlenkeller seiner Mutter und dem drögen Alltagsleben im Kreuzberger Kiez, immer die Sehnsucht nach der Oder im Herzen. Eins nach dem anderen scheint schiefzugehen in seinem Leben. Erst das Kennenlernen seiner großen Liebe Margot und die herzliche Aufnahme in ihre große Familie wertet seinen grauen Alltag um einiges auf. Doch dann übernimmt das braune Regime die Macht ...
Meinetwegen hätte das Buch dreimal so dick sein können - ich hätte Otto gern noch viel länger durch sein Leben begleitet. Geschichte nicht trocken anhand von irgendwelchen Daten präsentiert zu bekommen, sondern zu erfahren, wie das wahre Leben aussah - durch die Augen eines ganz normalen Durchschnittsmenschen - das ist es was mir an dieser Reihe so gut gefällt. Es ist erstaunlich, dass man sich gar nicht so wirklich bewusst ist, dass man Zeiten erlebt, die später mal in Geschichtsbüchern als große Umwälzungen dargestellt werden. Der kleine Mann hat in dem Moment ganz andere Sorgen. Solche Bücher sollten Pflichtlektüre werden im Schulunterricht, begleitend zu dem zu vermittelnden "großen" Wissen.
Der Autor erzählt voller Ironie und mit Berliner Charme, so dass man stundenlang lesen und alles um sich herum vergessen kann.
Ich gebe trotzdem nur 4 Sterne, weil ich ab und zu den Eindruck habe, dass gewisse Aspekte entweder zu sehr runtergespielt bzw. ins Lächerliche gezogen werden oder irgendwie zu kurz gekommen sind. Z. B. dass Margot eine Vierteljüdin ist im dritten Reich, oder die Erwähnung des großen, um sich fassenden Hungers während der Inflationsphasen bzw. des Krieges. Ein wenig wird der Eindruck erweckt, so schlimm wäre es ja gar nicht gewesen. Die Matuschewskis und Schattans scheinen offenbar immer genügend von allem gehabt zu haben, und dass ein Verwandter oder Bekannter abgeholt und ins KZ gesteckt wurde, wird erwähnt, aber ernsthaft Sorgen scheint sich keiner deswegen gemacht zu haben. Auch, dass Margot als Vierteljüdin "nur" ihre Arbeit verloren hat, ist kein Beinbruch. Dann scheint ja alles in Butter gewesen zu sein damals.
Das fand ich irgendwie ein bißchen weltfremd, aber es ist auch nur ein kleiner Aspekt. Ansonsten kann ich das Buch guten Gewissens weiter empfehlen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Mai 2011
Ich stuerzte mich voller Begeisterung auf diese Serie von Horst Bosetzky, nachdem ich Renate Fabels "Soeckchenzeit" und "Wir Wundertoechter" (nett und nostalgisch) und im Anschluss Dieter Zimmers "Fuer'n Groschen Brause" und "Alles in Butter" (grossartig, witzig, packend) gelesen hatte und erwartete einen aehnlichen Schreibstil, aber ich wurde enttaeuscht.
Der Nostalgieeffekt wollte sich partout nicht einstellen, mit den Fortsetzungen erging es mir genauso. Zuviel Fussball, zuwenig Lokalcolorit. Einfach farblos.
11 Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden