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Kundenrezensionen

3,5 von 5 Sternen
6
Bis nächstes Jahr im Frühling: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


TOP 500 REZENSENTam 8. Mai 2016
Die scheue, sehr introvertierte Noyuri, die seit sieben Jahren mit dem Softwareingenieur Takura verheiratet ist, entdeckt, dass ihr Mann eine Geliebte hat. Sie reagiert verstört, vermeidet die Aussprache und verhält sich eine Zeitlang so, als sei alles in ordnung. So vergehen die Monate, Takura und Noyuri leben weiter zusammen, reden kaum miteinander, aber auch die Affäre läuft weiter. Noyuri vertraut sich ihrem jugendlichen Onkel an, der ihr eine Stelle in einer Zahnarztpraxis, besorgt, dann lernt sie bei einer Fortbildung den jungen Enjii kennen, einen groben Mann, der sie begehrt, der ihr aber zu hässlich ist. Sie bleibt sogar sprachlos, als sie von Satomi, der der Geliebten ihres Mannes, angerufen und zum Essen eingeladen wird - alles läuft bei ihr verzögert ab, selbst die Gefühle und die körperlichen Symptome stellen sich verspätet ein. Nur eines wird ihr immer klarer: sie will sich nicht von ihrem Mann scheiden lassen. Dieser Ehemann kommt für den Leser wie eine Blackbox daher, seine Gesten und Gefühlsäußerungen sind so sparsam, dass es fast schon an Autismus grenzt, seine Brille, seine Wohnung, seine Kleidung alles ist auf das pedantischste geputzt. Nur im Hinblick auf die Geliebte Satomi scheint er Gefühle zu empfinden, er will sie heiraten, selbst nachdem diese das gemeinsame Kind hat abtreiben lassen. In dieser Situation reist Noyuri mit einer entfernten Freundin, der extravertierten Tomoko, in ein Luxusressort nach Okinawa, wo sie kräftig auf den Putz hauen, ohne dass das Noyuri wirklich gefällt. Danach wird der Ehemann nach Kobe versetzt, und Noyuro begleitet ihn in seine neue Bleibe, sie nimmt wieder eine Stelle als Arzthelferin an und tröstet ihren Onkel Makoto, den seine frau wegen einer Affäre herausgeworfen hat. Auf die Idee, es genauso zu halten kommt sie nur ganz kurz. Erst als Noyuri erfährt, dass Takura noch eine weitere Affäre mit einer Kolelgin hatte, erkundigt sie sich nach einem Scheidungsanwalt. Endlich zieht sie aus, wohnt nun in einem kleinen Apartment, grübelt vor sich hin und entdeckt, dass Alleinleben doch nicht so fuchtbar ist, wie sie dachte. Dann und wann taucht sogar ihr Mann bei ihr auf, denn offenbar läuft nach Noyuris Auszug nicht alels nach seinen Wünschen, doch je mehr sich Takura wieder Noyuri zuwendet, desto deutlicher wird ihr klar: ich will mich von meinem Mann scheiden lassen. Das wars.
Der Charakter der Protagonistin und der Erzählduktus des Buches passen sehr gut zusammen, wobei ich nicht weiß, ob das ein Vor- oder ein Nachteil ist. Kurz Sätze, Aneinanderreihung belangloser Einzelheiten, Figuren, die auftauchen und verschwinden, ohne eine ersichtliche formale Funktion zu erfüllen, schaffen eine Stimmung fast quälender Langeweile: eine Protagonistin und ein Buch, die gemeinsam auf der Handbremse stehen. Die Kritik nannte das „schnörkelloses Erzählen“. Ich empfinde den Erzählduktus regelrecht als „ausgebleicht“, ohne Farben, Stimmungen und Töne. Eine Episode folgt auf die nächste, ohne dass ihr Bezug zum Gesamtgeschehen deutlich würde. Was soll der Ausflug in ein Onsen am Beginn des Buches, oder der Trip nach Okinawa? Die Gespräche, die dabei geführt wurden, hätte man auch daheim darstellen können. Nur eines fällt mir als Ehrenrettung des vorliegenden Buches ein: es ist genauso banal wie die meisten Trennungen, die nicht in einem großen Crescendo zu Ende gehen sondern einfach vergammeln wie eine alte Banane, die niemand mehr schälen will.
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am 10. Februar 2016
Hiromi Kawakami erzählt lakonsich und auf ihre ganz eigene Art, wie eine brave betrogene Ehefrau ihr Leben wieder selbst in die Hand nimmt. Gerade, dass es am Buchende offen bliebt wie die Geschichte weitergeht macht es zu einem großartigen Buch.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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Japanische Literatur zu lesen, finde ich besonders schwer; vor allem, wenn man mit Japan nicht mehr am Hut hat. Vor 2 Jahren konnte mich Kawakami mit Am Meer ist es wärmer: Eine Liebesgeschichte wirklich beeindrucken; dieses mal stockt die Geschichte von Anfang an. Kawakamis Buch ist schon seit 2008 am Markt und gilt trotzdem noch als "Neu", weil es jetzt erst in Deutsch seine Veröffentlichung fand. Ob diese unbedingt von Nöten war, muss man selbst rausfinden. Mir war die Geschichte zu einseitig, langweilig, öde. Noyuri - die Hauptprotagonistin - ist blutleer, nicht vorstellbar, nicht greifbar und geht dem Leser mit ihrer jammernden, weinerlichen, ständig schüchternen nichts könnende Art schwer auf die Nerven. Zu dem könnte Kawakamis Buch als Restaurantführer durch halb Japan hergenommen werden, denn in jedem Kapitel gehen die Protagonisten mindestens 2 x essen, Essens- und Getränkebestellung-Auflistung inklusive. Kawakamis Grundidee wäre im Prinzip wirklich gut und auch ein interessanter Aspekt, aber leider tritt sie völlig auf der Stelle. Der literarische Erzählstil der Autorin kann so gar nicht mit der furchtbar anödeten Geschichte und Protagonistin mithalten.

Fazit: Kawakami kann leider überhaupt nicht an den Vorerfolg anschließen. Eine gute Idee und ein ansonsten schöner fließender Schreibstil verkommt hier in einer öden, blutleeren und langweiligen Geschichte. Die Protagonistin Noyuri ist blass, langweilig, fad und wirkt mit ihrer jammernden weinerlichen Art einfach nur nerv tötend; sämtliche weitere Protagonisten treten auf der Stelle, bleiben unnahbar und verständnislos zu wenig erzählt. Restaurantbesuche und seitenlange Essensbestellungen sind leider auch nicht interessant genug, um dieses Buch zu lesen. 2 Sterne für die Sprache, das Bemühen und das 3,5seitige Glossar, zu mehr reicht es allerdings wirklich nicht.
Schade!
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 14. Februar 2013
Hiromi Kawakami dürfte den meisten Lesern durch ihre Romane »Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß« sowie »Herr Nakano und die Frauen« bekannt sein: beides sehr still erzählte, unaufgeregte Bücher, die handlungsarm daherkommen und sich langsam entfalten. Während das darauf folgende »Am Meer ist es wärmer« leicht surreale Elemente in eine ansonsten ähnliche Geschichte integriert, mich aber nicht ganz so begeistern konnte wie die Vorgänger, so ist der Autorin mit »Bis nächstes Jahr im Frühling« wieder ein ganz wunderbarer, knapper und entschleunigter Roman gelungen.

Als Noyuri von einer Fremden erfährt, dass ihr Mann sie betrügt, zerbricht das Trugbild ihres geordneten, harmonischen Lebens. Wird Takuya, ihr Mann, bei seiner Geliebten Satomi bleiben? Wird er sich trennen - und wenn ja, von wem? Wird die Liebschaft einfach neben der Ehe herlaufen? Und was will und kann ich eigentlich? Auf einmal wird Noyuri nicht nur vor teilweise vollendete Tatsachen gestellt, sondern muss sich auch allerlei Fragen beantworten, bei denen es für sie gar nicht so leicht ist, darauf eine Antwort zu finden. Und so vergeht die Zeit; nicht selten leidet man ein bisschen mit und auch wegen der inaktiven, unentschlossenen, aber dennoch nicht unsympathischen Protagonistin ...

In einer flüssigen und dabei recht schlichten Sprache gelingt es Kawakami, den Leser in die Geschichte zu ziehen. Bildliche Vergleiche fehlen fast vollständig, auch sonst gibt es nur wenige Schnörkel in ihren klaren Schilderungen. Ebenso lässt sich das Set an Figuren nahezu an einer Hand abzählen. Dennoch weiß der Roman von Beginn an zu überzeugen, sofern man sich auf handlungsarme Geschichten einlassen möchte. »Bis nächstes Jahr im Frühling« ist aus der dritten Person im Präteritum erzählt; mir kam es beim Lesen aber häufig so vor, als handele es sich bei Noyuri um eine Ich-Erzählerin - man kommt dem Geschehen, gefühlt, also recht nah.

Für mich als Ledigen war es weniger der Komplex Ehe, der mich an dem Buch faszinierte, da er emotional facettenreich durch die Figuren beleuchtet wird, sondern vielmehr eben diese Gefühlsebene: Irgendwo kann man Noyuri verstehen, einerseits möchte man sie aber auch wachrütteln, dann wieder leidet man im Stillen mit ihr.

Ob es ein Buch für Betroffene ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Es ist aber auf jeden Fall ein Buch für alle, die schon ihre vorangehenden Romane mochten und für jene, die stille zwischenmenschliche Geschichten ohne große Aufregung schätzen, welche dazu eine japanische Grundstimmung erzeugen (Am Ende wird dazu ein dreiseitiges Glossar angefügt, in dem die wichtigsten Begriffe geklärt werden).

Zur optischen Aufmachung lässt sich noch sagen, dass es, wie die Vorgänger, in einer vergleichsweise kleinen Schriftgröße mit schmalem Zeilenabstand daherkommt, die Seiten dabei aber nicht überfrachtet sind. Absätze sind eingerückt, sehr löblich. Einziges Manko ist lediglich das Material des Schutzumschlages. Ich weiß nicht genau, woran es liegt, aber er fühlt sich unangenehm rau an, ein wenig erinnert die Berührung schon an Schleifpapier auf Fingernägeln - brrrrrr.

Viereinhalb Sternchen; macht mit der Autorin sympathisierende fünf ...
16 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 15. Juli 2013
Irgendwie ist mir diese Kultur und das Land Japans sehr fremd geblieben (außer die einzelnen Mahlzeiten und Gerichte, aber allein durch die Namen wurden sie mir auch nicht eingängiger und geläufiger). Den Text fand ich nicht besonders spannend und die Figuren haben weder einen interessanten Charakter noch sind sie in irgendeiner Hinsicht als Vorbild zu sehen. Selbst die Familienbeziehungen sind wenig beleuchtet und auch durch die Beschreibung der sehr spärlich beschriebenen Gefühle der einzelnen Personen haben wenig Ausdruckskraft. Selbst das Ende gibt wenig Perspektiven und zeigt eigentlich nur die Pespektivlosigkeit/Traurigkeit der Situation eines sich trennenden Paares. Warum sollte man/frau dieses Buch eigentlich lesen?
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 20. März 2013
Das Buch beschreibt sehr genau mit vielen Details den Alltag des Lebens in Japan. Auch die Schilderung der persönlichen Beziehungen ist gut gelungen.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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