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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
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am 1. Februar 2011
Wer weiß schon, was in einem Menschen vorgeht, der langsam sein Gedächtnis verliert? Arno Geiger hat es erfahren und in eine literarische Form gebracht, die anrührend, klar und feinfühlig an die Geschichte seines Vaters heranführt.

Zuerst noch unbemerkt, tastend und irritierend bemerkt der Sohn Veränderungen im Verhalten des Vaters, die er nicht deuten kann. Er verbessert Sätze, wenn sie wirr erscheinen und versucht dem Vater auf die Sprünge zu helfen bei Fehleinschätzungen und Erinnerungslücken. Doch eines Tages dämmert dem Sohn, dass der Vater die Realität nicht mit den gleichen Augen sieht wie er selber. Er muss sich mit dem Gedanken vertraut machen, dass sich der Geist des Vaters verändert, und er sein Leben aus dem Griff zu verlieren droht. Mit wachen Sinnen und einfühlsamem Bemühen lernt der Sohn, den Vater in seiner sich stetig verändernden Andersartigkeit zu akzeptieren. Die oft wiederholte Phrase"'ich will nach Hause"' bringt Arno Geiger zu der Erkenntnis, dass '"Zu Hause sein"' ein zutiefst menschliches Bedürfnis nach Geborgenheit und Vertrautheit ist, das sich nicht zuletzt in der Religion mit dem Begriff des Himmelreichs bezeichnen lässt.

Feinsinnig und nachdenklich folgt Arno Geiger den Veränderungen im Verhalten seines Vaters und lässt noch einmal dessen Herkunft Revue passieren. Das karge Dasein eines Buben aus einer kinderreichen aber armen Familie lassen nicht viele Hoffnungen und Illusionen auf kommendes Glück zu.
Als der siebenunddreißigjährige Vater eine viel jüngere Lehrerin heiratete, waren beider Erwartungen an die Ehe und das Familienglück so diametral gegensätzlich, dass das Ende dieser Ehe geradezu vorprogrammiert schien. Sie überdauert nur die Zeit des Heranwachsens der Kinder.
Gut erinnert sich Arno Geiger an die eigene Kinderzeit, die Großeltern und die Atmosphäre im Haus und an den fleißigen und arbeitsamen Vater in seiner Rolle als kleiner Beamter in dem Ort Wolfurt in Österreich. Die Natur und erhabene Landschaft mit Blick auf den fernen Bodensee sind wiederholt Anknüpfungspunkte für Arno Geigers eigene Heimatbetrachtungen. Wohltuend steht er in seinen Erinnerungen an den Vater hinter diesem zurück und spiegelt nur seine Gefühle im Wandel zu dem an Demenz erkrankten Vater. Ein anrührendes Stück Literatur zeigt eine Vater-Sohn - Beziehung, die den Sohn zurück zu seinen Wurzeln führt und zu einem Vater, dem er sich lange entfremdet sah. Versöhnlich und liebevoll begleitet er mit wachen Sinnen dessen langsames Verlöschen aus der Gegenwart und aus den Bezügen der Vergangenheit. Wie tröstlich ist das Wiedererkennen der Charakterstrukturen des Vaters auch in seinen trüben Stunden!

Arno Geiger zeigt ein hervorragendes Talent, sich den Gefühlen zu stellen und sie in Worte zu fassen, die ihn zurück zum Vater seiner Kindheit führen und zu dem aus der Welt verschwindenden alten Menschen, der ihm wieder so nahe gekommen ist.
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am 21. April 2011
Auch mich hat dieses Buch tief berührt, habe ich doch genau das, was der Autor hier so ungeschminkt und zugleich einfühlsam schildert, mit meiner Mutter erlebt. Nur daß ich selbst völlig hilflos war und mit der Situation nicht umgehen konnte.

Geblieben sind Schuldgefühle und die Angst, eines Tages das gleiche Schicksal zu erleiden.
Obwohl seither viele Jahre vergangen sind, ist dieses Buch für mich eine wunderbare Hilfe, das Leiden meiner Mutter im Nachhinein mit anderen Augen zu sehen und mein "Versagen" in diesen auch für mich schlimmen Jahren nun aufzuarbeiten.

Dafür bin ich dem Autor zutiefst dankbar und ich kann hier nur jedem, der im Familien-und Freundeskreis mit dieser oder ähnlich verlaufenden Alterserkrankungen konfrontiert ist empfehlen, dieses Buch zu lesen.
Besser noch, JEDER sollte es lesen, denn es regt zum Nachdenken über den eigenen Lebensweg an und über unsere Beziehungen untereinander, besonders zu den Menschen, die uns nahestehen. Und wer weiß schon, wie das eigene Leben im Alter aussieht...

Ein zutiefst humanistisches Buch, eine echte Lebenshilfe für jeden, der sich auf diese authentische Schicksalsgeschichte einläßt.
Ich schreibe nur selten etwas hier bei Amazon,
aber dieses Buch gehört zu den wirklichen Raritäten im Literaturmarkt, die es wert sind, sie möglichst vielen Menschen nahe zu bringen. Das zeigen auch die wertvollen Beiträge der anderen Rezensenten, die hier nach dem Lesen dieses Buches ihr Herz geöffnet haben und mich inspirierten, es ebenfalls zu kaufen. Deshalb auch mein Dank an Sie alle für ihre wunderschönen Beiträge auf dieser Seite.

Allen Lesern und Rezensenten die besten Wünsche H.Friedrich
33 Kommentare| 104 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. Februar 2011
Eine Krankheit hält schleichend Einzug in das öffentliche Bewusstsein, nachdem sie schon seit vielen Jahren immer mehr Menschen betroffen hat. Die Alzheimer-Krankheit und andere Formen der Demenz geraten immer mehr in den Blickpunkt auch der Gesundheitspolitik. Neben der Situation der von der Krankheit betroffenen Menschen sind die Rolle der meist pflegenden Angehörigen und die professionellen Anforderungen an die pflegenden Berufe Gegenstand einer intensiven gesellschaftlichen Debatte.

Auch in der Literatur hat dieses Thema Einzug gehalten. Man denke an Tilman Jens` breit diskutiertes, 2009 erschienenes Buch "Demenz. Abschied von meinem Vater", in dem er die Krankheit und seine Beziehung zu Walter Jens, den begnadeten Autor und Rhetoriker beschrieb. Die Debatte war so kontrovers, dass Tilman Jens sich genötigt sah, im Mai 2010 mit einem weiteren Buch zu antworten: "Vatermord. Wider einen Generalverdacht.'"

Ganz anders kam im letzten Jahr das Romandebüt der 1975 geborenen englischen Schriftstellerin Samantha Harvey daher, das unter dem Titel "Tage der Verwilderung" bei DVA erschien, und den verzweifelten
Kampf eines Mannes gegen seinen Gedächtnisverlust und das erbitterte Ringen um die Wiedergewinnung seiner Erinnerung beschrieb.

Das neue Buch des preisgekrönten österreichischen Schriftstellers Arno Geiger ("Es geht uns gut", "Alles über Sally") geht bei der Annäherung an Alzheimer und Demenz einen anderen, sehr persönlichen und intimen Weg. Er beschreibt seinen an Alzheimer erkrankten Vater als den "alten König im Exil" und sein Verhältnis zu ihm, das durch die Krankheit und die Pflege des Vaters eine völlig neue, all die Jahrzehnte vorher nie gekannte und erlebte menschliche Qualität erhält.

Es kommt allerdings nur zu dieser Entwicklung, weil Arno Geiger seinen Vater über Jahre intensiv begleitet, unterstützt von Menschen, die sich noch als eine Familie im alten Sinne verstehen und sich das Engagement um den schwächer und dementer werdenden Vater teilen.
Insofern muss Arno Geiger im Gegensatz etwa zu Peter Härtling ("Nachgetragene Liebe", 1980) nicht lange nach dem Tod des Vaters dessen Leben rekapitulieren und so würdigen und damit seine eigene Existenz und Identität quasi neu begründen, sondern er kann es zu Lebzeiten tun.

In vielen Gesprächen mit ihm versucht er, die oft eigenwilligen und fremden Sätze seines Vaters zu verstehen, lernt auch darüber zu schmunzeln und schließt eine ganz neue Freundschaft mit ihm. Doch das gelingt ihm erst nach längerer Zeit: "Ich stellte mich weiterhin ungeschickt an, weil ich nicht aufhören wollte zu glauben, dass ich die Verbindung des Vaters zur Realität durch Hartnäckigkeit wach halten könne."

Erst als er lernt, diese Haltung aufzugeben und die Realität von Alzheimer zu akzeptieren, gelangt er zu einem völlig neuen und teilweise beglückenden Verständnis seiner Vaters und damit auch seines eigenen Lebens. "Und irgendwann schlugen wir einen Weg ein, der von der nüchternen Wirklichkeit wegführte und über Umwege zur Wirklichkeit zurückkehrte."

"Der alte König in seinem Exil" ist eine bewegende Geschichte einer Liebe zwischen Vater und Sohn, die erst am Ende eines Lebens wirklich zum Tragen kommt. Aus dieser Liebe heraus beschreibt Arno Geiger das Leben eines Mannes, der nach jugendlichen ernüchternden Erfahrungen im Krieg und in der Gefangenschaft nie wieder weggehen wollte aus seinem Dorf.

Es ist ein Buch, das trotz seines Themas an viele Stellen leicht, ja heiter, manchmal komisch daher kommt, weil sein Autor davon überzeugt, ist, das auch das Leben eines Alzheimerkranken ein Leben ist, das es "zutiefst wert ist, gelebt zu werden, und das sich vielleicht nur wenig unterscheidet von dem Leben, was wir alle tagtäglich führen."

Wegen seiner hohen literarischen Qualität und seiner tiefen Menschlichkeit hat dieses neue Buch von Arno Geiger zumindest die Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2011 verdient.
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am 12. November 2011
Hätte ich dieses Buch nur früher gehabt! Es hätte mir sehr geholfen, mich von Anfang an in den zu betreuenden Angehörigen besser hineinzuversetzen. Bis man es begriffen hat, diese andere Wirklichkeit, in der sich der Kranke befindet, als für ihn wahr anzuerkennen und entsprechend zu reagieren, baut sich auf beiden Seiten sehr viel Widerstand auf, der unnötig Kräfte verzehrt.
Beim Lesen dieses Buches im Nachhinein gab es für mich eine Menge Parallelen und Aha-Erlebnisse.
Arno Geiger hat sicher nicht alle Facetten beschrieben, sondern sich gerade gegen Ende auf "schwierige Zeiten" beschränkt, ohne näher darauf einzugehen. Trotzdem ist dieses Buch seine 5 Sterne wert, weil es eindrucksvoll Situationen schildert, die die meisten Angehörigen von Demenzkranken so oder in ähnlicher Weise erleben - und vor allem die angemessene, respektvolle Reaktion gegenüber dem Kranken darauf nahebringt. Eine wertvolle Hilfe, deshalb: Lesen!
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am 9. Oktober 2011
Demenz zeigt sich bei jedem Betroffenen anders, und es ist schön zu lesen, dass es Menschen gibt, die scheinbar so gut zurecht kommen wie Arno Geigers Vater.
Mein Vater war selber dement und beim Lesen des Buches empfand ich dir Krankheit als zu einseitig beschrieben. Sicherlich, es soll ein Mutmach-Buch sein, eines, das zeigt, dass auch Demente noch Lebensfreude haben und nicht nur ihrer Familie und Umgebung zur Last fallen. Aber ich hätte mir gewünscht, dass mehr auf die dunkle Seite der Krankheit eingegangen wird.
Menschen, die keinen Kontakt zu Demenzkranken haben, erhalten einen viel zu unvollständigen Einblick in den Verlauf der Krankheit. Das unerträgliche Fortschreiten des Vergessens, das einem mehr und mehr den geliebten Menschen entreisst, ihn aber an guten Tagen noch einmal kurz herzeigt, damit man daran erinnert wird, wen und was man verloren hat. Das Schwinden von Charakter und Persönlichkeit, der lange Weg bis zu dem Punkt, an dem der Kranke so schwer dement ist, dass er seine eigene Veränderung nicht mehr wahrnimmt und sich tagtäglich darüber grämt und trauert. Das sind doch die wirklich schlimmen Zeiten. Den Zustand, den Arno Geigers Vater im Buch erreicht hat, ist wieder erträglicher.
Gegen Ende des Buches kamen mir viele Absätze nicht nachvollziehbar aneinander gereiht und nicht miteinander verbunden. Fast schien es mir so, als wolle Geiger hier noch ein paar weise Gedanken einfließen lassen, wisse aber nicht wie und wo.
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am 16. August 2015
Es ist ja keine Geschichte, die der Schreiber erzählt, sondern SEINE Geschichte, seine Erfahrungen, sein Leben. Ich finde es toll, daß dieser Mensch uns daran teilhaben lässt. Ich habe dieses Buch gelesen, obwohl ich keinen Fall von Demenz in meiner Umgebung habe. Ich fand es sehr interessant und glaube, diese Krankheit ein wenig besser verstanden zu haben. Der Umgang mit derart kranken Familienmitgliedern muss eine der härtesten Aufgaben sein, die uns alle erwarten kann.
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am 30. August 2011
Bisher kam ich ja an Arno Geiger nicht ran. Mehrmals hatte ich schon einen Anlauf gemacht, aber nie gelang es mir, mich wirklich einzulesen, mitreissen zu lassen. Aber wie das so ist im Leben, nichts ist feststehend... Von einer Freundin bekam ich das Buch "Der alte König in seinem Exil" an's Herz gelegt. Einiges sprach dagegen: Mein bisheriges "Unvermögen", sich seinen Texten zu widmen und das Thema Demenz. Beruflich habe ich viel damit zu tun, dann wollte ich mich nicht auch noch privat damit beschäftigen. Doch sie ließ nicht locker "Lies es, Du wirst begeistert sein". Also vertraute ich ihrem Urteil und suchte bei Amazon nach dem Buch, das ich natürlich schnell fand, aber auch als Hörbuch- gelesen von Matthias Brandt! Und das war der Auslöser - Matthias Brandt, den ich als Schauspieler begeistert sehe und seine Ausdrucksfähigkeit schätze. Was soll ich sagen? Audio CD gekauft, gehört und restlos begeistert. Arno Geigers Erzählung ist genau,traurig, ironisch, witzig, voller Selbstkritik und vor allen Dingen eines - ein liebevoller, resepktvoller Blick auf seinen Vater in dieser Krankheit. Der großartige Matthias Brandt liest diese Geschichte nicht - er lebt sie.In so wunderbarer Weise, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte, ihm zuzuhören, von der ersten Minute an mitgerissen wurde.
Es lohnt sich, seine Meinung zu ändern - jedenfalls hier. Meine Empfehlung: Kaufen, Kaufen, Kaufen!
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am 30. Juni 2012
Das Thema Alzheimer ist nicht einfach zu verstehen und schon gar nicht vorstellbar für jemanden wie mich, die bisher keinerlei Kontakt dazu hatte.
Dieses Buch vermittelt unaufgeregt und "ganz nah dran", dabei interessant und flüssig geschrieben, einen guten Einblick in ein Leben mit einem solchen Patienten. Es ist kein trauriges und kein deprimierendes Buch. Es macht auch Mut, sich dieser schwierigen Aufgabe, wenn sie einen denn erreicht, zu stellen.
Ich empfehle das Buch unbedingt allen, die Interesse an diesem Thema haben.

Zu Kindle: es liest sich gut damit. Ich genieße auf Reisen das Gerät, spart es doch so manche Bücherschlepperei im Koffer. Die Schrift ist klar und sehr gut lesbar. Das Gerät liegt leicht in der Hand.
Wer häufig Anmerkungen oder Notizen erstellen möchte: unbedingt nicht das einfachste Gerät kaufen sondern eines mit Touch Screen.
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am 5. März 2011
Dieses Buch ist so ergreifend und authentisch, daß man es in seinem Wert garnicht hoch genug einschätzen kann. Das zeigen auch die berührenden Rezensionen, bei denen man die persönliche Anteilnahme und Betroffenheit derjenigen spürt, die sich hier auch nicht scheuen,ihren Gefühlen Ausdruck zu geben und dem Werk einhellig die verdiente Wertschätzung zu geben
.
Wohl auch, wie in unserem Fall, aus Ehrfurcht und Dankbarkeit gegenüber dem Autor, der uns alle mit dieser Offenheit und Feinfühligkeit an seinem intimsten Erleben, seinem seelischen Leid, seiner eigenen Läuterung und seinem Wachstum teilhaben läßt - und uns natürlich auch minutiös die fortschreitende Erkrankung des Vaters miterleben läßt.

Das Besondere ist wohl aber, daß es sich um eine tief berührende, authentische Beziehungsgeschichte handelt, die nicht nur einen hohen humanistisch-moralischen Aspekt hat, sondern jedem von uns Denkanstöße für das eigene Leben gibt.
Dieses Buch berührt wohl in jedem von uns ganz tief diese verborgenen, individuell sehr verschiedenartigen Gefühle, Sorgen, Ängste und vielleicht auch Erinnerungen, die wir eigentlich lieber verdrängen, die uns aber helfen, uns wieder auf uns selbst zu besinnen und auf das, was für uns im Leben wirklich wichtig ist.
Darin liegt der größte Wert dieses Buches, gerade in der heutigen Zeit, wo man sich selbst immer wieder dabei ertappt, daß man im Streß der "Leistungsgesellschaft" die Maßstäbe für das verliert, wonach wir uns tief im Innern wirklich sehnen.
Deshalb ist es auch heilsam, daß die Geschichte uns so eindringlich mit der Vergänglichkeit unserer Existenz konfrontiert. Wenn wir im Leben, in unserer Lebenseinstellung, auch im Verhältnis zu den Menschen, die uns wichtig sind, etwas ändern wollen, dann sollten wir es sofort tun - morgen kann es schon zu spät sein....

Ein großartiges Buch, das auf eine ergreifende Art Lebensweisheit vermittelt und uns Anstöße zur Selbstbesinnung gibt.
Wir kennen nur eine authentische Schicksalsgeschichte, die wir mit diesem Werk auf eine Stufe stellen können - das mittlerweile zu recht auch durch die Medien bekanntgemachte, ergreifende Buch von Frau Pachl-Eberhard Vier minus drei: Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand, das wir all denen empfehlen, die wie wir aus dem hier zitierten Werk von Arno Geiger neue Kraft und Lebensweisheit schöpfen konnten.

Wir sind erst seit kurzem Kunden bei Amazon und haben bisher nur sehr vwenig Rezensionen geschrieben, denn wir möchten uns hier nur zu solchen Büchern äußern, die uns wirklich tief berühren und von denen wir überzeugt sind, daß sie uns allen wichtige Botschaften vermitteln für den eigenen Lebensweg, für den liebevollen Umgang miteinander und mit allen Geschöpfen, die diesen wunderschönen Planeten mit uns bewohnen.
Bei diesem beeindruckenden Werk fühlten wir beide, daß es gut ist, hier auch unseren Beitrag zu schreiben, denn es ist wünschenswert, daß möglichst viele Menschen dieses Buch lesen.

Danke,lieber Arno Geiger,für dieses Geschenk!

Pia und Ingo aus Zürich
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VINE-PRODUKTTESTERam 7. September 2011
Wie kann man die Alzheimerkrankheit seines Vaters besser verarbeiten, als literarisch?

Arno Geiger hat ein Buch über seinen demenzkranken Vater geschrieben - und wurde ganz nebenbei für die Shortlist der Leipziger Buchmesse nominiert.
Viele Autoren haben schon darüber geschrieben, die wenigstens aus Erfahrung. Gerade das macht das Buch über den alten König im Exil so authentisch.

Zum Anfang jedes Kapitels stellt Arno Geiger einen Dialog voran. Ein Dialog, den Vater und Sohn führen. Mal ist der Vater Stichwortgeber, mal der Sohn. Die Dialoge wechseln von tief traurigen Gedanken zu lustigen Erlebnissen.

Wir lesen hier auch keinen Erfahrungsbericht über Demenz, es geht nicht um die wissenschaftlichen Erkenntnisse. Noch viel weniger ist es eine Abrechnung, vielmehr ist es eine Auseinandersetzung mit dem Alter, Krankheit und Familie.
Geiger wirbt nicht um Verständnis, klagt nicht über die Betreuung, die sich die Geschwister teilen und auch nicht über die Kosten. Der Autor spricht über das Alltägliche, darüber jeden Tag aufs Neue seinen Vater ein Stück mehr kennenzulernen.

Ich habe einige Zeit gebraucht, um mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Anfangs beschlich mich das Gefühl, dass Arno Geiger seinen Vater als Material für ein weiteres Buch nutzt, was sich aber für mich nicht bestätigte. Demenz ist nun mal eine Krankheit, die man nicht verstehen oder begreifen kann, man kann einzig und allein versuchen die erkrankte Person in seinem Tun und Handeln zu verstehen.

Er beschreibt als Sohn und Schriftsteller den Rückzug seines Vaters. "Papa, weißt du überhaupt, wer ich bin?' - ,Als ob das so interessant wäre.'"
Die Familie entscheidet sich, ihn in das im Dorf gelegene Heim zu geben.
Dort blühte er wieder auf, so Arno Geiger: "Wir haben das eh nicht leichtfertig getan, aber wir hätten es wahrscheinlich früher tun sollen, und wir hätten uns ein schreckliches Jahr erspart."

Arno Geiger: "Heute sag ich: 'Ich geh mit.' Wenn er sagt: 'Ich gehe nach Hause', dann sag ich, 'Ich geh mit'. Dann sag ich: 'Jetzt regnet es noch und wir warten noch eine halbe Stunde.' Und dann gehen wir. Das bestätigt ihn in seiner Welt. OK, er will auch nach Hause. Das erzeugt Sicherheit, das erzeugt Ordnung."

Angst ist ein schlechter Ratgeber, denn sie behindert zu sehen was noch machbar ist.
Arno Geiger hat ein trauriges und heiteres Buch geschrieben, voller Achtung und Liebe. Es ist von hoher literarischer Qualität.
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