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Kundenrezensionen

4,7 von 5 Sternen
18
4,7 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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Mitte des 19. Jahrhunderts spielt der Autor, William Makepeace Thackeray, ein Stück menschlicher Eitelkeiten auf dem Jahrmarkt des Lebens auf und hinterlässt der Nachwelt ein satirisches Original seiner damaligen Welt.
Hierzu hat er zwei der gegensätzlichsten Frauengestalten erfunden, die uns in der Literaturgeschichte begegnen. Die junge Becky Sharp ist fest entschlossen sich mit ihrem genialen Verstand und ihrer Skrupellosigkeit einen Platz in der Welt zu schaffen. Dagegen träumt die sanfte Amelia Sedley von einem Leben voller Liebe und Schönheit.
Ausgangspunkt der Geschichte ist die Begebenheit als die beiden jungen Damen eine ehrwürdige Schule für junge Mädchen verlassen. Amelia war dort die Lieblingsschülerin ihrer Lehrer gewesen und auch ihre Freundinnen lassen das liebe Mädchen nur ungern ziehen. Ganz andere Gefühle bringt man Becky entgegen, die dort nur unter der Bedingung, dass sie sich nützlich zu machen habe, überhaupt aufgenommen wurde und nun mit Freuden verabschiedet wird, um ihre neue Stellung als Gouvernante anzutreten. Becky hat aber eigentlich ganz andere Pläne. Schließlich kommt ihre Freundin Amelia aus einer reichen Kaufmannsfamilie und hat noch einen unverheirateten Bruder, der eben Karriere in Indien gemacht hat und nun in London weilt. Und auch Amelia, die ihre Liebe zu ihrem Verlobten, George Osborne, erneuert hat, wünscht sich nichts mehr, als dass auch Becky Glück im Leben zu teil wird. Doch einige sind wohl der Ansicht, dass sich die junge Dame nicht über ihren Stand erheben sollte. Doch nach ihrer ersten Niederlage ist Becky nur um so fester entschlossen, die menschliche Natur mit ihrer Eitelkeit genauer zu studieren, um zu schmeicheln und zu gefallen und sich so in die erlauchten Kreise zu erheben. Amelia dagegen muss feststellen, dass ihre bedingungslose Liebe nicht im gleichen Maß erwidert wird und hat düstere Vorahnungen, was ihre Zukunft betrifft. Schließlich treffen die zwei Frauen sich nach längerer Zeit in Europa wieder. Beide sind in der Zwischenzeit verheiratet und ihre Ehemänner stehen in der Schlacht von Waterloo, die nicht nur für England entscheidende Bedeutung hat...
Die Figuren auf dem Jahrmarkt der Eitelkeit sind mit spitzer Feder gezeichnet und so überzogen dargestellt, dass klar wird, dass es sich nur um Karikaturen handeln kann. Becky ist mit nüchternem Verstand, aber ohne jegliche Herzenswärme das Gegenbild der sentimentalen Amelia, die nur aus Gefühl besteht und beständig auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Die Männer werden in das Spiel der beiden Frauen beinahe willenlos hineingetrieben. Der eitle Mr. Sedley mit den vielen Komplexen, wird von der schmeichelnden Becky in Gefühlswirren gestürzt, genauso auch der nichtswürdige, aber charmante Rawdon Crawley, der auf großem Fuße lebt, ohne je einen Penny besessen zu haben. Dagegen empfindet George Osborne die Liebe seiner ergebenen Amelia bald als Bürde in seinem abenteuerlustigen Leben. Und sein treuer Freund, William Dobbin, ist Amelia schon nach der ersten Begegnung verfallen, findet aber selbst nach Osbornes Ableben keinen Weg in das ewige Witwenherz seiner Angebetenen.
William Thackeray hat hier ein zwar sehr lebhaftes, aber nicht eben schmeichelhaftes Bild der maroden mittleren und oberen Gesellschaftsschicht seiner Tage entworfen. Hierbei spielt er als Beobachter, kritischer Beurteiler und teilnahmsvoller Begleiter eine wichtige Rolle in diesem Drama. Er gleitet des öfteren ab, um fern der Handlung den ein oder anderen Hinweis oder Verweis anzubringen. Er rügt die Intrigen der kleinen Aufsteigerin und stellt gleichzeitig die moralische Verkommenheit der sogenannten feinen Gesellschaft heraus. Der Handlungsrahmen umfasst um die zwanzig Jahre und um doch immer noch eine gewisse Spannung beizubehalten, hat sich Mr. Thackeray eine geschickte Taktik einfallen lassen. Er erzählt eine Episode zunächst nicht zu Ende, sondern lässt diese an einer interessanten Stelle offen um später wieder auf das Ereignis zurück zu kommen. Oder eine Figur trifft auf eine weitere und wir erfahren erst nach und nach um wen es sich handelt.
Es bleibt am Ende der Verdacht, dass des Autors Sympathie doch mehr der intriganten Becky als der süßen Amelia gegolten hat. Und wir schließen uns den Schlussworten des Romans an: "Ach! Vanitas vanitum! Wer von uns ist auf dieser Welt glücklich? Wer von uns hat, was er wünscht, oder ist, wenn er es hat, zufrieden? -Kommt, Kinder, wir wollen die Puppen in den Kasten tun; denn unser Spiel ist aus."
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am 5. November 2005
Ein wenig skeptisch begann ich das Werk eines Zeitgenossen von C. Dickens, an den ich nicht so gute Erinnerungen hatte. Doch wollte ich unbedingt erst das Buch gelesen haben, bevor ich mir den Film ‚Vanity Fair' ansah. Und mal wieder wurde ich nicht enttäuscht. Der Roman stellte sich als so großartig heraus, dass ich gar nicht weiß, ob ich mir den Film überhaupt noch anschauen werde. Zu Beginn des Romans bedarf es einiger Konzentration, die verschiedenen Familien und Personen auseinander zu halten. Thackeray webt ein dichtes Netzt aus vorder- und hintergründigen Verbindungen, spinnt Intrigen und Ungerechtigkeiten. Er kann sich unglaublich gut in die Leiden und Bedürfnisse einer Frau - wie selten ein Mann -hineinversetzen. Er beschreibt rührende Szenen voller Sehnsucht und Liebe. Man leidet mit, obwohl die Geschichte schon so alt ist und sich seit dem so viel in der Gesellschaft verändert hat. Die Grundprobleme sind heute dieselben wie vor fast 200 Jahren. Auch stilistisch ist das Werk vollendet. Wer Bücher wegen seiner Sprache liest, kommt ebenso auf seine Kosten, wie diejenigen, die den Klatsch und Tratsch aus vergangenen Zeiten im alten London kennen lernen wollen.
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am 20. Juli 1999
Ich kann jedem, der ein wenig Ausdauer besitzt, diesen Roman wärmstens empfehlen! Gut, knapp 900 Seiten sind keine Kleinigkeit, aber dafür wird man reichlich belohnt. Die Frauenfiguren, vor allem Becky, ist eine "Powerfrau", die sich nicht von den strengen moralischen Konventionen des 19. Jahrhunderts unterdrücken läßt. Sie geht ihren eigenen Weg, ob es sich nun schickt oder nicht. Besonders gut hat mir Thackerays Stil gefallen. Er schafft es mühelos und mit einer unbeschreiblichen Leichtigkeit, das bunte Treiben des Lebens mit komischen und satirischen Mitteln zu karikieren. Auch Gesellschaftskritik bleibt dabei nicht aus. Besonders die Doppelmoral der damaligen Zeit nimmt der Autor aufs Korn. Manche Szenen sind so unglaublich witzig und zugleich bösartig, daß ich vor Lachen nicht mehr weiterlesen konnte. Mir gefiel besonders gut, daß die Lebensläufe zweier unterschiedlicher junger Frauen kunstvoll miteinander verwoben sind. Wie sich die schlaue, etwas amoralische Becky und die naive Amelia durchs Leben schlagen und versuchen, ihre Träume zu verwirklichen, ist ebenso amüsant wie spannend. Wer also auf satirische Schmöker mit starken Frauen und die Epoche der Viktorianismus steht - hier seid ihr richtig. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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HALL OF FAMEam 15. März 2005
William M. Thackeray mochte keine romantischen Heldengestalten. Deshalb untertitelte er seinen 1847/48 erschienenen Gesellschaftsroman "Jahrmarkt der Eitelkeit" auch konsequenterweise als "Roman ohne Held". Es geht darin nicht so sehr um eine durchkomponierte Geschichte mit klarem Aufbau und Happy End, sondern um ein bissig-ironisches Porträt der englischen Gesellschaft im frühen 19. Jahrhundert. Ganz ohne Helden geht es aber doch nicht: Zwei Frauengestalten stehen im Mittelpunkt des Romans. Die arme, aber gewitzte Becky Sharp, die nichts unversucht lässt, sich einen Platz in der besseren Gesellschaft zu erobern. Dafür scheut sie auch nicht vor allerlei Intrigen und Männergeschichten zurück. Am Ende stirbt ihr letzter Mann und hinterlässt ihr ein stattliches Vermögen, und der Leser ist versucht zu sagen: Genau das hat sie immer angestrebt. Die zweite ist Amelia Sedley, ein naives, anschmiegsames und treugläubiges Frauchen, das durch den frühen Tod ihres Mannes in der Schlacht von Waterloo aus dem früheren Wohlstand in die Mittellosigkeit abstürzt. Beide Frauen begegnen sich an mehreren Stellen des Romans, der in seinem ironischen Erzählstil einen bunten Reigen der gesellschaftlichen Eitelkeiten enthüllt. Thackeray wurde durch den Roman zu einem der beliebtesten englischen Schriftsteller neben Charles Dickens.
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VINE-PRODUKTTESTERam 11. November 2012
Becky Sharp und Amelia Sedley sind zwei völlig unterschiedliche Frauen, deren Lebenswege sich aber immer wieder auf dem gesellschaftlichen Parkett der Schönen und Reichen des 19. Jahrhunderts kreuzen.

Dieser Roman hält der Gesellschaft einen ironischen Spiegel vor die Augen und obwohl dieses Buch erstmals 1846/1847 erschienen ist, hat sich an dem Verhalten der Menschen nur wenig geändert. Becky strebt danach in der Gesellschaft anerkannt zu werden und Bewunderer zu ihren Füßen liegen zu sehen, ihre Freundin Amelia benötigt zu ihrem Glück nur den von ihr angebeteten George. Becky hat den denkbar schlechteren Start ins Leben und muss sich um eine Verheiratung selber kümmern. In ihrem Gatten findet sich nicht wirklich eine Stütze, denn der Spieler kümmert sich wenig darum, woher die benötigten Einnahmen kommen. Amelia besitzt zu Anfang alles, aber ihre bescheidene liebevolle Art hilft ihr nur wenig, als ihr Vater Pleite geht. Ich habe die beiden Damen gerne durch ihre Aufs und Abs begleitet und musste feststellen, dass genau wie damals das Glück und Ansehen oftmals mit einem prall gefüllten Geldbeutel eng verknüpft sind.

Bitte nicht abschrecken lassen von der stolzen Zahl von 950 Seiten, denn das Buch bietet beste intelligente Unterhaltung und ich habe mich nicht einmal gelangweilt.
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Vanity Fair ist Thackerays berühmtestes Buch, zweifellos ein Stück Weltliteratur, und die beiden Heldinnen Amelia und Rebecca sind ganz klar Glanzlichter des englischen bürgerlichen Romans. Trotzdem stellt sich bei mir keine ganz ungetrübte Freude an dem Buch ein.

Die Erzählung selbst spielt in der Zeit vom Beginn des 19. Jhd. bis 1830. Obwohl ein großes historisches Ereignis, die Schlacht bei Waterloo, einen markanten Wendepunkt der Erzählung bildet, handelt es sich nicht um einen „historischen Roman“.

In der ersten Hälfte fällt das Fehlen eines inneren Zusammenhalts auf. Das Buch wirkt wie ein Flickenteppich von Gesellschaftsskizzen, die man so oder so ähnlich aus dem „Buch der Snobs“ kennt, und die auf fast 500 Seiten gestreckt und durch die Schilderung der Lebenswege der zwei Heldinnen zusammengehalten, bald redundant wirken. In ähnlicher Weise nutzt sich auch die manchmal schematisch arbeitende Ironie ab, mit der sich Thackeray seinen Schauplätzen und Personen nähert. Man merkt dem Buch einfach an, dass es ursprünglich, wie auch das „Buch der Snobs“, als Fortsetzungsgeschichte für eine Zeitschrift begonnen worden war. Über eine ziemlich lange Strecke wirkt es als kompakter Roman zu zerstreut, das große Sittengemälde geht hier arg in die Breite und trägt Züge eines Wimmelbilds. Bis hierhin hält der Roman zwischen der fröhlichen Anarchie von Sterne’s „Tristram Shandy“ einerseits und der genialen Konstruktion und Zielstrebigkeit von Fielding’s „Tom Jones“ andererseits etwa die Waage – in dem Sinne, dass ihm beides in gleichem Maße fehlt.

Das ändert sich allerdings recht deutlich etwa ab der zweiten „Halbzeit“ – von dem Punkt an, in dem die Entwicklungen der konkurrierenden Heldinnen ihre Krisen an entgegengesetzten Enden der Schicksalsläufe erreichen und in den gesellschaftlichen Absturz einerseits sowie in die Konsolidierung andererseits einmünden. Jetzt bekommt der Roman Zusammenhalt, Richtung und einen Spannungsbogen, der bis zum Ende reicht.

Die bei dtv erschienene Ausgabe, inzwischen mehrfach neu aufgelegt, ist an sich lobenswert. Sie entspricht der von Th. Mutzenbecher übertragenen Edition für den damaligen Winkler-Verlag aus 1958 praktisch vollständig, mit Ausnahme des Paperback-Einbandes. Sie enthält die Original-Illustrationen des Autors selbst, hochwertiges Dünndruck-Papier lässt den Umfang von 1000 Seiten nicht unhandlich werden. Aber: der Text leidet leider auch an Ärgernissen der Übersetzung: hier und da findet man eigenartiges Deutsch, die Übernahme von Satz- oder Übertragungsfehlern (Bregnet statt Breguet) und eine unmotivierte und inkonsequente Eindeutschung von Eigennamen. Generell wäre wegen zahlloser zeithistorischer Bezüge auf Personen, Orte und Vorgänge eine Edition mit Anmerkungsapparat vorzuziehen.
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am 28. Oktober 2006
Thackeray behauptet implizit, die Eitelkeit sei die treibende Kraft in der Gesellschaft. Ein soziologischer Befund. Aber schon seine beiden Heroinen, Becky und Amelia, widerlegen den Befund insofern, als nur eine von ihnen durch die Eitelkeit getrieben ist, Rebekka, Becky Sharp nämlich. Eine wichtige Figur, Major Dobbin, ganz zuletzt noch Oberst Dobbin, ist ein ganz feine Persönlichkeit, Rawdon Crawley ist zumindest noch durch anderes getrieben und getragen, seine Kumpels nämlich, den Club, die Freunde und Joseph, Joe Sedley der Steuereinnehmer und der Bruder von Amelia, ist auch noch von der Kulinarik fasziniert, nicht nur vom gesellschaftlichen Aufstieg.

Der These entspricht ganz scharf nur Becky Sharp, verheiratete Crawley. Sie ist die flexible Zynikerin, die alle ihr zahlreichen Fähigkeiten skrupellos für den Aufstieg aus der Bohème-Herkunft in die adligen Zirkel einsetzt. Aber selbst sie hilft zuletzt bei gemeinnützigen Basaren mit.

Ganz nebenbei und wie es auch bei Dickens und der Austen zu finden ist, ist es ein Panoptikum der damaligen Gesellschaft, eine Geschichtsstunde, in der auch z.B. Napoleon vorkommt, das Bild der damaligen Engländer von Frankreich und Deutschland, denn als Aufführungsorte kommen auch Paris und das Rheinland in den Fokus und indirekt die englischen Kolonien, in deren Sumpfwinden Rawdon fern der Heimat stirbt. Die Exotik der distanten Zeit verbirgt aber nicht,inwiefern Thakeray auch zu uns redet und dass Vieles des "Jahrmarktes" weiterhin gilt.

Wie bei Henry James wird die Struktur z.B. mit den Gegenfiguren, die bei weitem nicht bei Becky und Amelia und ihren Söhnen endet und in der Heirat von Amelia mit Dobbin kulminiert, erst nach der Lektüre offensichtlich. Das ist ein Zeichen von guter Literatur.

Dazu zählt Thackeray wirklich und ich ziehe ihn Dickens vor, denn bei Thackeray fehlt es an diesen willkürlichen und kaum nachvollziehbaren Wendungen, die Dickens Geschichten durchsetzen. Bei Thackeray entwickelt sich alles langsam und authentisch, konsistent und nachvollziehbar.

Diese DTV-Ausgabe schliesst zahlreiche Zeichnungen des Autors ein, die die Geschichte neckisch illustrieren. Sehr reizvoll.

Aber reden wir noch davon, wie Thackeray zu lesen ist: Es ist eine exzellente Lektüre. Thackeray versteht es Witz und Ernst zu vermengen, nach einer fröhlichen eine traurige Bühne zu eröffnen und die Gesellschaftskritik läuft erhellend und locker nebenher. Er stellt trotz der Thesenhaftigkeit Menschen aus Fleisch und Blut vor uns, die er uns mit viel Ironie und Menschenkenntnis näher bringt. Der Auf- und Abstieg von Becky, die familiären Tragödien, der Auf- und Abstieg von Kaufleuten, das Schicksal aller Figuren hält die Erzählung auf Trab und uns bei der Stange, denn es ist 900 Seiten lang spannend und unterhaltsam, ohne Hänger whatsoever, was man z.B. vom ebenso grossen „Zauberberg“ nicht behaupten kann.

Prädikat: Sehr empfehlenswert
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am 12. September 2016
Die Freundinnen Amelia und Becky könnten mit dem konventionellen Frauenbild ihrer Zeit kaum unterschiedlicher umgehen. Während die eine versucht, ihr Glück durch Anpassung und das Befolgen der Regeln zu finden, ist die andere entschlossen, gegen das ihr zugedachte Schicksal zu rebellieren. Sie will hoch hinaus - und das mit allen Mitteln.

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Dieser Klassiker erschien 1849 aus der Feder des Autors William Makepeace Thackeray, der als einer der bedeutendsten Schriftsteller des viktorianischen Zeitalters gilt.
Trotzdem dieser Klassiker Anfang des 19. Jahrhunderts geschrieben wurde, lässt er sich gut und flüssig lesen. Dies ist dem frischem Schreib- und Erzählstil Thackerays zu verdanken. Vor allem den Erzählstil möchte ich hier hervorheben, denn dieser macht diesen alten Schinken zu einem besonderen Klassiker.
Thackeray ist hier quasi der Geschichtenerzähler, der seine eigene Meinung und Gedanken in diesen Roman fließen lässt und dies auf eine herrlich humorvolle und ironische Art und Weise und sehr spitzer Zunge, die den den Leser nicht nur einmal schmunzeln und hin und wieder sogar laut auflachen lässt.
Hier eröffnet sich dem Leser ein satirischer Gesellschaftsroman, der vor allem die hohe Londonder Gesellschaft auf's Korn nimmt. Ein Roman mit herrlich skurrilen Gestalten, die vom Autor präzise dargestellt wurden - so facettenreich wie sie das Leben eben ausspuckt.
Zudem richtet sich Thackeray zwischendurch immer wieder direkt an den Leser selbst. Dadurch bekommt man das Gefühl als würde man ihm bei einem Täschen Ceylon-Tea gegenüber sitzen und die "neuesten" Klatsch- und Tratschgeschichten der viktorianischen High Society erzählt bekommen.

Der Roman ist so facettenreich wie die Charaktere selbst. Er beinhaltet das Spiel um Macht, Geld und Ansehen, Intrigen und lasterhafte Vergnügungen, Liebe und Enttäuschung.
Aber auch historische Begebenheiten werden miteingeflochten wie die Befreiungskriege und die Schlacht um Waterloo, wobei diese jedoch nur gestreift werden, bzw. im Hintergrund verlaufen.
Das Hauptaugenmerk des Autors liegt auf der Durchleuchtung der Gesellschaftsklassen.

Hin und wieder schweift Thackeray jedoch ab in Nebensächlichkeiten, wo die ein oder andere Länge entsteht. Bei einem Wälzer von knapp 920 Seiten sind solch kleinen Längen jedoch leicht zu verschmerzen.
Ebenso waren der Stammbaum von so manchem Adelsgeschlecht oft verwirrend und undurchschaubar, wobei man nicht mit Sicherheit sagen kann, ob diese Undurchsichtigkeit und Ausuferung von wer mit wem bekannt und verwandt ist und weshalb gerade mit diesem und jenem verbandelt wurde, von Thackeray absichtlich so übertrieben dargestellt wurde. Man darf hier so Manches nicht zu ernst nehmen und muss vieles mit einem ironischen Augenzwinkern lesen. Und trotzdem dieses satirischen Schauspiels enthält dieser Klassiker zusätzlich auch noch Tiefe.

Fazit:
Dieser Klassiker hat mich köstlichst amüsiert und konnte mich zusätzlich auch noch fesseln.
Man bedenke, daß in jedem Scherz immer ein Fünkchen Wahrheit steckt und daher so Manches, möge es noch so satirisch dargestellt sein, die traurige Wahrheit enthält, welche man auch sehr gut auf die heutige Gesellschaft übertragen kann. Daher ist dieser Roman zu Recht ein Klassiker.
Ich habe damit jedenfalls einen neuen Lieblingsautor der klassischen Literatur entdeckt (wieder einmal ein Engländer *g*) und kann diesen nur weiterempfehlen.
Vor allem an diejenigen die nichts gegen schwarzen Humor und bissige Satire haben. In dieser Hinsicht ist dieser Roman nämlich very british *g*.
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am 27. Oktober 2013
Ein sehr schönes Buch. Ruhige Erzählweise und sonderbarerweise immer noch auf unser Leben im 21. Jahrhundert übertragbar. Daran sieht man, dass die Menschen sich kaum verändert haben. Der Schein ist auch heute noch wichtiger als das Sein. Humorvoll geschrieben und in der Tat: "Ein Roman ohne Helden!"
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am 11. Januar 2000
Thackerays "Jahrmarkt der Eitelkeiten" ist ein ganz phantastisches Buch! Es ist unglaublich, wie sich dieser Mann mit den Befindlichkeiten der Menschen auskennt und versteht, ein überaus detailliertes Bild der victorianischen Epoche zu zeichnen, das aber durchaus auch für unsere Gesellschaft heute noch ganz schön zutreffend ist. Die Menschen ändern sich halt nicht. Es macht einfach Spaß, dieses Buch zu lesen, sehr bissig, sehr ironisch. Thackeray, der Zeitgenosse Dickens', der immer darunter zu leiden hat, daß Dickens einen solch riesigen Schatten wirft, hat es verdient, von uns gelesen zu werden, denn er hat seinen eigenen Wert. Das Buch mag zwar recht dick sein, und die Sprache ist nun mal eben auch aus dem 19. Jahrhundert, aber es lohnt sich. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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