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am 11. Mai 2010
Nicht nur die Temperaturen sorgen für Hitze im August 1989, auch die erhitzten Gemüter lassen die Atmosphäre brodeln. Zu tausenden suchen die Bürger der DDR Möglichkeiten, ihr Land zu verlassen. Ungarn ist im August 1989 hier die erste Wahl. Geschichten machen die Runde, dass die Ungarn an den Grenzen öfter in die andere Richtung schauen, wenn einzelne oder eine kleine Gruppe von Ostdeutschen den Weg Richtung Österreich suchen.

Für Adam ist dies alles noch nicht von großer Bedeutung. Er wäre bereits zufrieden mit seinem Leben in seinem Land, wenn der neu bestellte Lada geliefert werden würde und ihm eine zweite Garage möglich wäre. Es kann ansonsten gerne so bleiben wie es ist.
Ansonsten liebt der Schneider Adam seinen Beruf und seine Kundinnen lieben ihn. Und er liebt Evelyn. Leider aber kann Adam den weiblichen Formen seinen Kundinnen, wenn Sie zur Anprobe seine geschneiderten Kleider tragen, nicht widerstehen.
Evelyn ahnt durchaus, dass es für Adam nicht immer nur beim Hantieren mit seinem Maßband bleibt. Als sie ihn aber in flagranti erwischt, sagt sie umgehend den gemeinsam geplanten Urlaub in Ungarn mit Adam ab und fährt mit Ihrer Freundin und deren Cousin aus dem Westen auf eigene Faust.
Adam aber liebt Evelyn, für sie würde er bis ans Ende der Welt fahren. So steigt er in seinen 1961er Wartburg, liebevoll "Heinrich" genannt, und folgt den dreien nach Ungarn. Mitten hinein in die Masse der Fluchtwilligen. Mehr und mehr verstrickt sich Adam ungewollt in die politischen Dimensionen jener Wochen, bringt eine Frau in seinem Kofferraum nach Ungarn, muss erleben, wie Evelyn sich dem Cousin aus dem Westen zuwendet und betrachtet betrübt sein auseinanderbrechendes, kleines Lebens-Paradies. Als ob das nicht ausreichen würde, diese Idylle und seine Liebe. Ob es doch ausreicht? Das wird erst am Ende des Buches deutlich.

Ingo Schulz, vielfach ausgezeichneter Autor, 1961 in Dresden geboren, erzählt eine, durch die vielen kurzen Kapitel und vielen kurzen Sätze temporeiche und doch tiefgehende Geschichte.

Unaufgeregt, ohne Pathos, beschreibt er (nicht nur) die Zeit kurz vor dem Zusammenbruch der DDR aus der Innensicht.
Seine Figuren sind lebendig und künden von der Spannung zwischen dem gemeinsamen, schönen Leben in einem überschaubaren, allerdings von außen eigeengtem Rahmen und den Versuchungen nach Freiheit und Abenteuer "da draußen".
Adam und Evelyn hätten, wie Adam und Eva, durchaus ihr kleines Paradies. Wenn nicht Adam die Weiblichkeit und Evelyn die Freiheit beständig locken würde. Und beide erliegen durchaus den Versuchungen hier und da. Auch dies ist ein "da draußen" im Buch, nicht nur die Gedanken an Flucht in ein anderes Land. Deutlich wird von Seite zu Seite mehr, dass, einmal von der Frucht der Freiheit gekostet, ein einfaches zurück nicht mehr möglich sein wird.
In den Figuren des Michael und Adam werden zudem die Unterschiede in der Mentalität des Lebens im Osten und im Westen jener Jahre deutlich und nachvollziehbar beschrieben.

Von besonderer Güte ist die Gestaltung der Dialoge. Ingo Schulz braucht seine Figuren gar nicht über Seiten hinweg erzählend zu beschreiben, in den wunderbar alltäglichen Dialogen treten die Figuren Satz für Satz mehr ins Leben: Sie werden fassbar, in ihren Facetten deutlich und kommen so dem Leser nahe. Nie wird die Konkurrenz zwischen Michael und Adam offen thematisiert, immer aber schwingt sie in den treffend lakonischen Gesprächen der beiden in bester Weise mit.

Eine Geschichte erzählt Ingo Schulz, die in ihren Protagonisten über die politische Tagesaktualität jener Zeit hinausgeht. Die Spannung zwischen überschaubarer Beschränkung einerseits und dem Wunsch nach Freiheit trotz unwägbarer Risiken ist ein Grundthema menschlichen Seins. Dieses Grundthema wird anhand der Geschichte von Adam und Evelyn entfaltet und in den Rahmenhandlungen vertieft. Ohne, das Ingo Schulz mit erhobenem Zeigefinger eine eindeutige Antwort geben würde, wo genau das eigentliche Paradies liegt und wie es zu bewahren wäre.
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am 11. Mai 2011
Auch mit seinem jüngsten Roman bleibt Ingo Schulze nach meinem Ermessen den Beweis schuldig, dass er die große Prosa-Form wirklich beherrscht. Nach dem Pseudo-Roman Simple Storys legt er nun zwar tatsächlich eine Erzählung mit epischem Atem vor, die von vier überzeugend entworfenen Gestalten geprägt ist. Außer dem treulosen Schneider Adam und seiner Handtuch werfenden Freundin Evelyn sind das der Republikflüchtling Katja und der Wessi Michael, dem sich Evelyn an den Hals wirft, nachdem sie der Treulosigkeit ihres Lebensgefährten gewahr geworden ist. Die Geschichte erstreckt sich über einen Zeitraum von drei bis vier Monaten. Sie beginnt im Wendesommer 1989 und endet im darauf folgenden Winter, als Deutschland bereits auf dem Weg zur Einheit ist.

Nachdem Evelyn ihren Adam, der es meisterhaft versteht, mittelmäßig aussehenden Frauen attraktiv machende Klamotten auf den Leib zu schneidern, in flagranti bei einem seiner zahllosen Seitensprünge mit Kundinnen erwischt hat, tritt sie den lang geplanten Urlaub am Plattensee einfach alleine an. Mit Mona, einer Freundin, und deren Wessi-Cousin Michael saust sie gen Süden. Adam heftet sich mit seinem Wartburg Baujahr 1961 an ihre Fersen, hilft Michael beim Grenzübertritt (die Frauen haben den Zug genommen) und liest die junge Katja auf, die gerade beim Versuch gescheitert ist, durch die Donau zu schwimmen. In dem Urlaubsort am Balaton becirct Adam die Mutter der gemeinsamen Freundin, bei der Evelyn, Michael und Mona untergebracht sind, mit seinen Künsten, während Evelyn demonstrativ mit Michael anbandelt und auch mit ihm schläft. Mona, die eigentlich mit Michael zusammen sein wollte, reist empört ab. Michael wird beraubt und die vier Schicksalsgenossen besorgen sich in Budapest neue Pässe. Schließlich ereilt alle die Nachricht der offenen Grenze. Katja entscheidet sich mit Michael zum sofortigen Grenzübertritt, Evelyn zögert. Es kommt zum Bruch mit Michael, der sofort zu seiner Arbeit in Hamburg zurückkehren muss. Schließlich fährt Evelyn mit Adam hinterher. Der rotte Wartburg zwingt Adam, wider Willen ebenfalls über die Grenze zu fahren. Im Schlussteil wird die Handlung dann merklich stärker gerafft. Adam tut sich schwer, im Westen heimisch zu werden und eine angemessene Stellung zu finden. Evelyn nimmt ihr Wunschstudium auf, das die "DDR" ihr versagt hatte. Katja hilft ihr, eine Wohnung zu finden. Nach dem Mauerfall fährt Adam in sein altes Haus zurück und findet es verwüstet vor.

Der Wind der Geschichte weht durch diese romanesken Aufbauten und durch die Parallelen zur biblischen Adam-und-Eva-Geschichte (in Deutschland stoßen die beiden in ihrer Unterkunft auf eine Bibel) stellt sich sogar so etwas wie Tiefsinn ein. Doch Schulzes Erzählung wirkt über weite Strecken mehr wie ein Stück episches Theater, in dem ein paar Regieanweisungen fehlen, als wie ein Roman. Oft reiht er nur banale Dialoge aneinander, die zwar lebensecht wirken, aber bei denen, da man hier ja nicht im Theater sitzt, man nach drei, vier Zeilen nicht mehr recht weiß, wer spricht. Wer so spartanisch schreibt, sollte der Sprechweise der Figuren auch ein so eigenes Gepräge zu geben wissen, dass Verwechslungen ausgeschlossen sind. Schulze gelingt das nicht. Trotz der Nominierung für den Buchpreis bleibt "Adam und Evelyn" hinter den Erwartungen zurück und bleibt für mich Handy Schulzes bisher gelungenstes Werk - eine Kurzgeschichtensammlung.
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am 21. März 2014
Der Titel sagt ja schon alles oder ?
Es hat eine gefühlte Ewigkeit gebraucht das Buch durchzukriegen. Es war langwierig und mühsam. Man kommt einfach nicht wieder.
Nicht zu empfehlen.
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am 2. Januar 2014
Das Buch sollte spätestens am 31.12.2013 eintreffen, bestellt habe ich es vor knapp 3 Wochen und heute ist der 02.01.2014 und es ist immer noch nicht eingetroffen.
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