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Kundenrezensionen

4,1 von 5 Sternen
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4,1 von 5 Sternen
Der Duft von Schokolade
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:4,00 €+ 3,00 € Versandkosten


Zitat:" "Hör zu", sagte sie leise, "man gehört sich nicht, nur weil man sich liebt. Nimm die Tage, wie sie sind, August" Er zog sie an sich, vielleicht, weil er nicht sagen konnte, was er eigentlich sagen wollte. Es kam ihm auf einmal alles sehr groß und zugleich lächerlich vor. Was hatte er denn erwartet? Er atmete den Duft ein, der sich in ihren Haaren wie ein schönes Gespinst hielt. Dann nahm er sich zusammen. Es war, wie wenn man sich innerlich wieder anzog, eine Uniform über seine Seele zog. War das nicht genau das, was sie von ihm erwartete? " S. 123

Inhalt:
Wien Ende des 19. Jahrhunderts. Leutnant August Liebeskind hat ausgedient und beginnt in der Schokoladenfabrik seines Onkels seine Laufbahn als Einkäufer. Schon seit seiner Kindheit hat er ein besonderes Gespür für die Gerüche und Düfte um ihn herum und mit seiner sensiblen Nase hat er schon so manches Unglück vorausahnen können. Dann tritt Elena Palffy in sein Leben. Eine bereits verheiratete Dame, die mit Eleganz und Kühnheit zu verführen vermag. Beide wollten es nicht und doch hüllt sie der zarte Duft von Liebe ein, während sich Wien in sensationslüstigen Gerüchen und brennenden Ereignissen verliert.

Meine Meinung:
"Der Duft von Schokolade"ist eine exquisite Geschichte, die mich total aus den Socken haute. Von Anfang hat schafft der Autor eine sensible Atmosphäre und hochfeine Spannung. Wie die beschriebenen Pralinen und Konfekte aus der Geschichte, besitzt auch dieser Roman unterschiedliche Geschmäcker und farbenfrohe Facetten. So geschieht beispielsweise nichts so, wie ich es erwartete. Der Roman nimmt viele unbekannte Wendungen und doch erscheint nichts unlogisch oder unbedacht. Es ist gerade so, als hätte Ewald Arenz die Geschichte zwischen August und Elena genauso gestrickt, wie sie hatte kommen müssen.
Der Schreibstil setzt keine besonderen Akzente oder beeinflusst in bestimmte Richtung, er läuft einfach so vor sich hin und erzählt eine Geschichte, wie es sie wirklich geben könnte. Hier findet keine unterbewusste Manipulation statt, sondern eine Erzählung über eine besondere Liebe, die zwischen der Wirklichkeit und der beinahe schon flüchtigen Welt der Gerüche steht.
Die beschriebenen Charaktere in diesem Roman haben mich von Anfang an berührt. Sie schienen zu atmen, zu leben, zu sprechen und Schokoladen zu kreieren. Ich bin zu hundert Prozent von Ewald Arenzs Roman bezaubert und gefangen genommen.
August Liebeskind ist beinahe schon ein olfaktorisches Genie. Ähnlich wie Grenouille, der Zeck, aus "Das Parfum". Doch im Gegensatz zu Grenouille, der vollkommen anders, als die Menschen ist und an dem Versuch sie zu verstehen scheitert, verwendet August seine Fertigkeiten, um süße Sünden zu schaffen, die die tiefsten Sehnsüchte in den Menschen hervorrufen, von denen sie nicht einmal wussten, dass sie diese besitzen.
Mir hat gefallen, wie der Autor die Beziehungen zwischen den Personen gestaltet hat. So ergaben sich beinahe unverfängliche Verwicklungen, die noch ein übles Nachspiel mit sich ziehen sollten. So taucht eine sehr wichtige Person, namens Louise auf, die ich ebenfalls sofort in mein Herz einschließen musste und die zu neuen Entwicklungen und vielen Spannungen beiträgt.

Mein Fazit:
"Der Duft von Schokolade" zieht sich wie ein herrliches Aroma in die Nase, um sich dort festzusetzen, einzuziehen und dort seinen vollen Geruch zu entfalten. Er bleibt dort haften und teilt seine Freude, wie auch seine Trauer mit dir. Dieser Geruch oder auch Duft hängt dir noch lange nach und du kannst ihn nicht vergessen. Nach einiger Zeit hast du den Geruch noch immer in der Nase, erinnerst dich aber nicht mehr daran, woher er kommt. Und so sehr du auch danach suchst, du findest den Ursprung nicht. Wenn du dann irgendwann mal in dein Bücherregal schaust und "Der Duft von Schokolade" siehst, trifft dich ein Blitzschlag und du weißt, warum dieser Geruch da ist. Er steht für dieses Buch, was so einmalig, wie unvergesslich und schön ist. Nicht zu beschreiben und ohne Worte.
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Januar 2012
Im Frühjahr des Jahres 1881 verlässt der Leutnant August Liebeskind die österreichische Armee um bei seinem Onkel, einem Schokoladenfabrikanten, als Einkäufer zu arbeiten. Er ist regelmäßiger Gast in den vielen Kaffeehäusern Wiens und eines Tages trifft er dort auf Elena Palffy und die leidenschaftlichste Liebe seines Lebens beginnt.

Elena Palffy ist eine geheimnisvolle Frau, die gerne die braven Wiener mit ihrem Hochrad schockiert und die ein Gespräch gerne wie einen verbalen Krieg führt. August ist vom ersten Moment von dieser Frau verzaubert, besonders ihr Duft will ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen und setzt seine Waffen in Form von Schokoladenkreationen geschickt ein. Nicht nur Elena hat ein Geheimnis zu wahren, auch August hält sein ganz spezielles Verhältnis zu Gerüchen fest unter Verschluss.
Ein Roman über eine sehr leidenschaftliche, sinnliche Liebe, die Magie der Düfte und was geschehen kann, wenn man seine Berufung zum Beruf macht.
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am 4. April 2011
Dieser Roman hat mich in der zweiten Hälfte einige Male sehr überrascht.
Am Anfang wird in einem schönen Sprachstil erzählt, wie der Protagonist August seine Geliebte Elena kennenlernt und erobert. August nimmt Düfte besonders intensiv wahr und kreiert durch seine Gabe die außergewöhnlichsten Pralinen, die man förmlich aus den Seiten riechen und schmecken kann. Alle Stellen, an denen Düfte und Leckereien beschrieben werden, haben mir in diesem Buch besonders gut gefallen, und davon gibt es auch reichlich!
Elena hingegen ist ein Charakter, der es einem manchmal schwer macht, Augusts Gefühle für sie zu verstehen, denn sie ist zwar auf ihre Art faszinierend, aber richtig liebenswert fand ich sie nicht. Dennoch fühlt man mit August mit, denn er ist jemand, in den man sich recht leicht einfühlen kann, und seine Sehnsucht nach ihr wird eingängig geschildert.
Als Elena ungefähr in der Mitte der Geschichte spurlos verschwindet, hatte ich bestimmte Erwartungen, wie sie wieder auftauchen könnte, aber diese wurden alle enttäuscht... Zum Glück! Die folgenden Ereignisse waren für mich in dieser Form nicht vorhersehbar und haben die Geschichte wesentlich besser abgerundet als das, was ich mir vorgestellt hatte. Einige Szenen sind eher etwas verstörend als schokoladig-lieblich, aber für einen klischeehaften Liebesroman wäre der Charakter Elena auch wirklich nicht "romantisch" genug gewesen ;)

Auf der Rückseite wird das Buch mit "Der Schatten des Windes", "Das Parfüm" und "Chocolat" verglichen. Die ersten dieser beiden Bücher habe ich gelesen, bei dem letzten weiß ich zumindest, worum es geht... Ja, Schokolade spielt eine wichtige Rolle, ja, die Hauptfigur hat einen besonders ausgeprägten Geruchssinn, aber das war auch schon alles. Ich finde nicht, wie einige Rezensenten meinen, dass "Der Duft von Schokolade" vom "Parfüm" abgekupfert wird, denn August und Grennouile haben außer ihrem gesteigerten Geruchssinn (der sich auch nicht komplett gleicht!) keine Ähnlichkeiten und die Story ist auch eine ganz andere. Vom "Schatten des Windes" konnte ich nicht viel erkennen, charakteristisch für diesen wäre für mich wiederum die geheimen Winkel einer Stadt in einer mystischen bis dezent schaurigen Stimmung darzustellen, und das ist beim "Duft von Schokolade" eigentlich kein auffälliges Merkmal.
Man sollte sich also nicht so sehr auf diese Vergleiche verlassen.

Mir hat das Buch insgesamt sehr gut gefallen, aber ich gebe dennoch 4 Sterne, nicht 5, denn mir hat noch das "gewisse Etwas" gefehlt. Vielleicht hätte es dem Roman gut getan, wenn er ein paar Seiten mehr gehabt hätte, um die Liebe zwischen August und Elena noch lebendiger zu machen.
Auf jeden Fall ist "Der Duft von Schokolade" ein empfehlenswerter Roman und kein Parfüm-Abklatsch!
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TOP 500 REZENSENTam 28. Dezember 2011
Inhalt:
Wien gegen Ende des 19. Jahrhunderts: nach 10 Jahren quittiert Leutnant August Liebeskind seinen Dienst bei der kaiserlichen und königlichen Armee Österreich-Ungarns. Im Herbst möchte er bei seinem Onkel Josef arbeiten, welcher die erste Schokoladenfabrik Wiens besitzt. Da begegnet er der selbstbewussten und unkonventionellen Elena Palffy, verliebt sich, verführt sie mit Schokoladengeschenken und muss erfahren, dass sie bereits verheiratet ist.

Mein Eindruck:
Der Roman kommt meiner Meinung nach nur gemächlich in Fahrt und hat mich zu keiner Zeit ins Wien bzw. ins Berlin des 19. Jahrhundert versetzt. Auch ergab die besondere Fähigkeit Augusts für mich wenig Sinn - anscheinend soll er z.B. Blut riechen können, noch bevor ein Unfall passiert ist. Dieser versuchte magische Realismus war für mich weder magisch noch realistisch, hat mich nicht überzeugt, hat mich nicht verzaubert. Auch die Protagonisten haben mich wenig begeistert, allen voran die hochmütige, gefühlskalte, unverschämte und unfreundliche Elena, wobei auch die plötzlich und heftig aufkeimende Liebe zwischen August und Elena wenig nachvollziehbar und kaum authentisch war.

Mein Resümee:
Alles in allem ein zu vorhersehbarer Roman, der sich zwar recht unterhaltsam liest, aber wenig Nachhall hat.
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am 19. November 2009
Im Frühjahr 1881 hat August Liebeskind gerade seinen Dienst beim österreichisch-ungarischen Militär quittiert und genießt die neu gewonnene Freiheit in einem Kaffeehaus, als eine Frau eintritt, die er zuvor bereits auf der Straße mit ihrem Hochrad beobachten konnte. Elena Palffy heißt sie, betont, keine Wienerin zu sein, und fasziniert den jungen Mann sehr.

August verfügt über eine besondere Begabung, er nimmt Gerüche sehr deutlich wahr, riecht sämtliche Nuancen eines Duftes und kann damit manchmal sogar tief in die Seelen anderer Menschen blicken, in ihre Sehnsüchte und Träume. Und so ist es auch vor allem Elenas Duft, der ihn so für sie einnimmt.

Schon bald beginnt er, ganz besondere Leckereien für Elena zu kreieren, die Schokolade über alles liebt, zunächst nur durch eigenwillige Kombinationen gekaufter Pralinen mit außergewöhnlichem, duftendem Verpackungsmaterial wie Gräsern, Heu und Blumen, später, als er begonnen hat, in der Schokoladenfabrik seines Onkels zu arbeiten, auch durch eigene Herstellung.

Es ist eine sehr glückliche Zeit für ihn, doch gleichzeitig muss er häufig auf schmerzhafte Weise feststellen, dass Elena sich nicht fassen lässt, sich ihm immer wieder entzieht und einen unentrinnbaren Schatten aus der Vergangenheit mit sich herumträgt.

Dieses Buch erzählt zum einen die Geschichte einer leidenschaftlichen, aber auch schwierige Liebe auf romantische, aber unkitschige Weise. Das Wien des ausgehenden 19. Jahrhunderts erwacht zum Leben mit all seinen Stimmungen und Gerüchen, die Sprache ist immer wieder ein wenig österreichisch gefärbt. August, der die schöne, spröde Elena mit jeder Faser seines Herzens liebt, ist ein nachdenklicher Mensch, der immer wieder mit Selbstzweifeln zu kämpfen hat und ein sympathischer Hauptdarsteller.

Aber der Roman ist mehr als nur Lovestory durch die eindringliche Schilderung von Augusts Wahrnehmungen, man glaubt häufig selbst die Gewürze zu riechen oder den Duft einer köstlichen, liebevoll geschaffenen Praline. Es ist auch keine lockerleichte Romanze, sondern überrascht mehrfach mit unvorhergesehenen Wendungen und Einblicken in menschliche Abgründe.

Man könnte das Buch mit einer guten, außergewöhnlichen Schokolade vergleichen mit komplexen Aromen, feinen Nuancen in Duft und Geschmack und einer angenehmen, zartbitteren Süße.
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am 11. November 2007
Himmlisch leichte und doch sinnlich berührende Lektüre. Ein Genuß von der ersten bis zur letzten Seite. Der Leser verspürt Lust auf feine, ausgewählte Schokolade umhüllt von den verschiedensten Düften. Gleichzeitig aber auch die Freude daran, Seite für Seite weiterzulesen. Romantisch, leidenschaftlich und sinnlich. Ein Buch für Genießer, die es sich einfach mal gut gehen lassen wollen. Und der "Duft von Schokolade" hält eine schöne Zeit lang an...
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am 11. April 2010
Auf dem Buchrücken wurden Kritiken wie "ein Festmahl für die Seele" abgedruckt, und ich kann mich dem nur anschließen. Selten habe ich eine so schön erzählte, tiefgehende Geschichte gelesen. Ich wurde anfangs so wie andere auch an "Das Parfüm" erinnert, aber die Fähigkeit, Düfte zu erkennen, ist schon alles, was den Leutnant August Liebeskind mit Grenouille verbindet. Hier erzählen Düfte eine ganze Welt, sprechen von den Träumen der Menschen, der Vergangenheit, der Zukunft, auch wenn niemand außer August das erkennen kann und er sich seit seiner Kindheit hütet, dieses Geheimnis laut auszusprechen.
Aus seiner Fähigkeit, diese Träume und Erinnerungen, Erlebnisse an den Düften der Menschen zu erkennen, als würde er in ihr Leben blicken können, schafft August wunderbare Pralinen, in die diese Träume und Erinnerungen verwoben werden. Sein Onkel Josef, der Schokoladenbaron hat in seinem Haus Märchen an die Wände malen lassen und August kreiert eine andere Art von Märchen mit seinen Schokoladen. Die Kochkunst hat ihn schon als kleinen Jungen fasziniert, aber erst, nachdem er die schöne Elena Palffy kennenlernt, wird er zum Schaffenden - er wird Confiseur, um sie zu verführen und sie in seinen Erinnerungen zu halten.
Wäre es nicht schon die Geschichte, die beim Lesen fesselt, so wäre es der Stil. Ein wunderbarer Roman und wunderschön erzählt, mit aus Worten gemalten Bildern und verführerischen Düften.
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am 23. Januar 2011
Der Duft von Schokolade: Roman

Klappen/Innentext:
Wien, 1881: Leutnant August Liebeskind quittiert seinen Militärdienst und blickt einem ruhigen Sommer ohne Verpflichtungen entgegen.
Erst im Herbst wird er bei seinem Onkel, einem reichen Schokoladenfabrikanten, eine Stelle im Kontor antreten. Dann jedoch begegnet er der unkonventionellen Elena Palffy. August verliebt sich Hals über Kopf in die geheimnisvolle Dame, die mitten in der Stadt Hochrad fährt, Mazagran trinkt und sich nicht um die öffentliche Meinung schert. Um Elenas Herz zu gewinnen, greift er zu einer ungewöhnlichen Verführungstaktik. Aus exotischen Gewürzen, edler Schokolade und viel Liebe kreiert er himmlische Pralinés, um nicht zu sagen: die absolute Versuchung. Seine Strategie geht auf, Elena erliegt den Reizen ihres Pralinesoldaten. Doch ihre Liebe hat keine Zukunft - denn Elena ist verheirat - und ihr Mann auf mysteriöse Weise verschwunden ...

Meine Rezension:
Waren Sie schon einmal auf einem orientalischen Gewürzbasar? Haben Sie schon einmal ganz bewußt den Duft der nassen Wiesen gerochen? Wenn nicht, das brauchen Sie auch nicht. Geben Sie sich ganz dem Buch hin, wenn die Seiten sich öffnen und aus den Zeilen der Geruch der vielen Aromen und Düfte auf Sie wirkt. Wenn man auf dem Markt an dem Stand einer Kräuterfrau vorbeigeht und noch nachhaltig der Duft von Thymian, Waldmeister oder Melisse hinterherweht. Dann sind Sie in diesem Buch gut aufgehoben.
Schon als Kind hatte August Liebeskind die ersten Erlebnisse mit seiner außergewöhnlichen Geruchswahrnehmung, seiner besonderen Begabung, die sich in Bildern vor ihm auftaten. Doch nach einem Erlebnis hütet er sich, sein Geheimnis laut auszusprechen.
Als er nach zehn Jahren seinen Dienst in der kaiserlich-könglichen Armee beendet, hat er eine gute Zukunft vor sich. Sein Onkel will, dass er als Einkäufer für seine Schokoladenfabrik ab dem Herbst tätig wird. Den Sommer soll er noch genießen und gibt sich dem hin. Während eines Besuchs im Kaffeehaus sieht er das erste Mal Elena Palffy, die mit dem Hochrad durch Wien radelt, jedes Konventionelle von sich weisend. Elena Palffy ist eine sehr modern denkende Frau für die damalige Zeit und beugt sich nur ungern dem Traditionellen.
August Liebeskind ist von ihrer Person, von ihrem Duft, den sie verbreitet, fasziniert und Elena Palffy nimmt Besitz in seinen Gedanken. Sie inspiriert ihn und lassen die Gerüche für ihn so intensiv werden, dass sie immer sichtbarer fast greifbar sind.
Es vergeht kein Tag, an dem er nicht eine neue Kreation für Elena Palffy bereit hat.
Die Liebesgeschichte von August und Elena, die doch keine Romanze ist, führt uns das traditionelle Denken und Leben der damaligen Zeit vor Augen. Aber auch, dass es schon zur damaligen Zeit Frauen gab, die sich nicht daran hielten. Doch Elena läßt August immer wieder ihre unnahbare Art spüren. Die Schatten ihrer Vergangenheit schweben wie eine dunkle Wolke über sie.
Allein die wunderbare Art des Autors, uns das Haus des Onkels, dem Schokoladenbaron, in warmen, phantasievollen Worten nahe zu bringen, zeigen den einzigartigen Stil, die besondere Schreibweise. Mit dem beschriebenen Zimmer geht man ein in die Welt der Märchen, die wir aus unserer Kinderzeit, aus unseren Märchenbüchern her kennen.

Ewald Arenz hat mit diesem Buch, mit seiner flüssigen, nicht stockenden Schreibweise, dem Leser eine Verführung zu etwas Außergewöhnlichem veröffentlicht, man mag es eigentlich nicht aus der Hand legen. Aus Worten werden Bilder, aus Worten kann aber auch ein guter Lesestoff entstehen. Wie schon zuvor geschrieben: Es bleibt die Sehnsucht nach mehr. Und das ist bei diesem Buch so: Eine Verführung und ein Genuß für die Seele.
Wenn man offen ist für Träume, Wünsche, Gefühle und sich dem Ganzen hingibt, dann vergleicht man das Buch mit einer ganz speziellen Schokolade, die nur für den Leser kreiert wurde.
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am 30. Dezember 2009
auf der rückseite des buches wurde der inhalt als mischung aus "das parfum" (mag ich nicht), chocolat (bisher nur den genialen film gesehen) und "schatten des windes" (weltklasse) beschrieben. hat mich neugierig gemacht!

die geschichte spielt im 19. jhdt, woran die dialoge und umgangsformen angepasst sind, was das buch teilweise irrsinnig charmant macht.
die liebesgeschichte -verträumt, leidenschaftlich, tragisch, verspielt- steht im mittelpunkt, hat mich berührt, aber nicht zur gänze fasziniert, so richtig verloren hab ich mich in dem buch nie.

die beschriebenen düfte und pralinèkreationen passen wunderbar zu der geschichte und sind quasi eine zauberhaft deko, ist aber nicht unbedingt die neueste idee und wurde von anderen autoren schon bei weiten besser umgesetzt.

ist ein wirklich nettes buch, nichts herausragendes, aber ok!
vermutlich am besten als reiselektüre, oder als "buch zwischendurch" geeignet.
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am 30. Oktober 2011
Diese poetische Geschichte schmeckt mal sinnlich-süß, mal sanft-bitter, genau wie Schokolade. Seite für Seite entfalten sich hier zwei Liebesgeschichten, die sich gegenseitig mit Aromen versehen: die des Hauptdarstellers zu einer geheimnisvollen Fremden - und gleichzeitig seine neu entdeckte Leidenschaft für Konfekt. Und so, wie August Liebeskind immer tiefer in die Geheimnisse der Schokoladen-Herstellung eintaucht, dringt er Kapitel für Kapitel immer tiefer in die Geheimnisse jener Frau vor, die in einem Wiener Kaffeehaus zum ersten Mal seinen Weg kreuzt und ihm dann zufällig wiederbegegnet.
Der Leser wird nicht nur in eine faszinierende Welt der Gerüche entführt, denn die Spezialität des Progagonisten ist die Kombination aus Duft und Geschmack, und so findet er wunderschöne Wege, einzelne Konfektstückchen in Duft-Aromen wie die von Kastanienschalen oder Heu zu betten und seiner Angebeteten zu schicken, um sie mit solcherlei Kunstwerken zu betören.
Ob ihm dies gelingen wird und welche Geheimnisse sich hinter der scheinbar kühlen Fassade der Frau verbergen, soll hier natürlich nicht verraten werden - und auch die ersten bissig-scharfen Dialoge zwischen beiden, in denen der Autor gekonnt so viel Unausgesprochenes mitschwingen lässt, lassen zunächst offen, wohin die Reise geht.

Dieses Buch macht nicht nur Appetit auf mehr Bücher des Autors: Beim Lesen unbedingt eine Schale mit Schokolade in Reichweite stellen!
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