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Kundenrezensionen

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am 12. Dezember 2007
Dieses Romandebüt von Eshkol Nevo, einem 1971 in Jerusalem geborenen Israeli, hat nicht ohne Grund nach seinem Erscheinen in Israel bei der Kritik und bei einer großen Leserschar erhebliches Aufsehen erregt. Es erzählt die Geschichte und den Alltag einiger Menschen und es gelingt ihm, mit diesen wenigen, sicher nicht repräsentativen Figuren, ein Gesellschaftsbild en miniature zu malen; ein Bild einer zerrissenen Gesellschaft, die um ihr Überleben kämpft, die sich andauernd mit schweren, traumatischen und sich der Gegenwart permanent in den Weg stellenden Vergangenheiten konfrontiert sieht, und die dennoch von einer Sehnsucht durchzogen ist, die die Menschen am Leben hält und sie die Hoffnung nicht verlieren lässt.

Eshkol Nevo platziert die Geschichte um den für die israelische Gesellschaft traumatischen Attentatstod von Premierminister Rabin am 5. November 1995. Mit diesem Mann und mit seiner Politik verbanden sich für Juden und Palästinenser Hoffnungen, die nun nach seinem Tod jäh zerstoben scheinen.
Der Ort, wo Nevos Figuren leben, heißt Castel und ist ein Vorort von Jerusalem. Da ist das eine Haus, ein Haus mit Geschichte, wie wir später sehen werden; es wird bewohnt auf der einen Seite von Mosche und Sima, und auf der anderen Seite von dem Studentenpaar Noa und Amir. Beide Wohnungen sind akustisch miteinander verbunden, was manches Mal zu delikaten Situationen führt und die beiden Paare am Leben des jeweils anderen notgedrungen teilhaben lässt. Denn in einer Wand, die die beiden Wohnungen voneinander trennt, ist ein kleines Loch, damit man von beiden Seiten an den wichtigen Hebel für das warme Wasser heran kommt.

Über Mosche und Sima wohnen deren Eltern, aus Kurdistan stammende Juden, die noch sehr ihrer ehemaligen Heimat und den dortigen Sprach- und Lebensgewohnheiten verbunden sind.

Nevo beschreibt auf eine faszinierende und sehr einfühlsame Weise die Beziehungen dieser Paare: ihre innerpartnerschaftlichen Probleme und ihre unterschiedlichen Begegnungen miteinander. Sima und Noa freunden sich an und erzählen sich viel voneinander. Dabei erfahren wir, daß Mosche, dessen Bruder, ein orthodoxer Rabbiner, auch gelegentlich auftaucht, zu Simas Leidwesen immer frommer wird und die gemeinsame Tochter unbedingt in einen orthodoxen Kindergarten bringen will. War Noas und Amirs Beziehung zu Beginn noch geprägt von heftiger Leidenschaft, erlebt vor allem Noa das erste Zusammenleben mit einem Mann als beengend und will ausbrechen.

Im Nachbarhaus gegenüber wohnt eine Familie, deren Sohn Gidi im Libanon gefallen ist, und in der sich alles um dieses furchtbare Unglück dreht. Gidis kleiner Bruder Jotam freundet sich mit Amir an, der für den Jungen richtig väterliche Gefühle entwickelt.

Und das ist noch Ssadeq, ein älterer Palästinenser, der auf einer Baustelle im Viertel arbeitet und der einen Schlüssel zu Mosches und Simas Haus besitzt. Denn vor 1948 gehörte es seiner Familie, und er muß für seine alte Mutter unbedingt etwas aus dem Haus holen .....

Nevo schildert all diese Figuren, die abwechselnd in der Ich-Form sprechen, mit einer Sprache von eigentümlicher Schönheit, geprägt von großem Respekt vor seinen Figuren und ihren jeweiligen Leiden und ihren Sehnsüchten.
Eine Erzählerstimme, die er im Rhythmus fünfhebiger Trochäen sprechen lässt, führt uns durch wesentliche Teile dieses sehr empfehlenswerten Buches. Diese, von Anne Birkenhauer genial ins Deutsche übertragene Verse, sind ein wahrer Lesegenuß.

Und so lässt Nevo mit nur wenigen Stimmen ein Klangbild entstehen, das uns ein jüdisch-palästinensisches Universum zeigt, voller Leiden, Nöten, aber auch voller Leidenschaft und Sehnsucht.

Mit diesem Buch hat sich eine neue Stimme aus Israel gemeldet, von der man hoffentlich noch mehr hören wird.
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am 27. Oktober 2010
In Vorbereitung auf einen Israelurlaub habe ich dieses Buch bestellt und in Israel gelesen. Es war erstaunlich, wieviele Gegebenheiten ich plötzlich besser verstand oder überhaupt erst beachtet habe. So die Israelis, die nicht lächeln (jeder Deutsche denkt zunächst er ist persönlich gemeint), der Unterschied zwischen den Städten Jerusalem und Tel Aviv, der Baumüll um neue schöne Häuser, die Abfälligkeit Arabern gegenüber, israelische Essgewohnheiten, die kinderlieben jüdischen Männer und vieles mehr - einfach unglaublich, die Übereinstimmung zwischen Roman und Leben. Ich empfehle das Buch jedem, der sich für das moderne Israel interessiert.
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am 24. März 2007
Dieses Buch beschreibt Israel, so wie es heute ist aus dem Blickwinkel der dritten Generation, der Generation, für die es keine andere Heimat als Israel gibt. Es ist witzig, engagiert, melancholisch, zeigt, wie Menschen mit dem israelischen Alltag umgehen, lässt das Kind, die Liebenden, die Familie, den Palästinenser zu Wort kommen. Umrahmt wird die Geschichte von einer Erzählstimme, die die Übersetzerin Anne Birkenhauer, statt wie im Originalbuch gereimt, rhythmisiert hat. Dieses perfekt übersetzte Buch lässt die deutschen Leser an der Normalität Israels teilnehmen. Die Zeit ist reif für so ein Buch.
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am 11. September 2010
Dieses Buch kann man kaum weglegen... der Stil ist relativ ungewöhnlich - die Geschichte ist als Ich-Erzählung geschrieben, aber die Ich-Erzähler ändern sich ständig - aber man gewöhnt sich schnell daran. Und das macht dieses Buch im Endeffekt auch so außergewöhnlich und interessant: Man kann quasi allen Hauptcharakteren in den Kopf blicken und erfährt, wie unterschiedlich jeder von ihnen die Ereignisse wahrnimmt. Das Hauptaugenmerk des Buches liegt insofern auch auf den persönlichen Eindrücken und Empfindungen der Figuren, die sehr ausdrucksstark und bildreich beschrieben werden.

Inhaltlich geht es um die Beziehungen und Erlebnisse von Leuten, die in einem kleinen Ort etwas außerhalb von Jerusalem leben. Die Geschichte beginnt kurz vor der Ermordung Rabins und dreht sich um ein junges Studentenpaar, das gerade zusammengezogen ist und sich ans ständige Zusammensein gewöhnen muss; um deren Vermieter - einem auch noch recht jungen Paar mit Kindern, die immer öfter streiten, weil der Mann beginnt, in die Religiosität abzudriften; und um einen Jungen, der gerade seinen Bruder im Krieg verloren hat und darunter leidet, dass seine Eltern sich nun überhaupt nicht mehr mit ihm beschäftigen, sondern sich ganz in sich selbst zurückziehen. Außerdem ist da noch ein etwas älterer Araber, der im Ort als Bauarbeiter tätig ist und dessen Familie nach 1948 aus eben jenem Haus vertrieben wurde, in dem jetzt das Studentenpaar und die Vermieter wohnen, und der immer noch davon träumt, einmal dorthin zurückzukehren.

Dieses Buch saugt einen richtig ein; es ist gleichzeitig spannend und traurig, erschließt einem eine Kultur und lässt einem die handelnden Personen ans Herz wachsen. Es bringt einem einerseits die Atmosphäre der Auswegslosigkeit bezüglich des Konflikts in Israel näher (auf einer emotionalen Ebene), und zeichnet andererseits ein paar sehr unterschiedliche, liebenswerte und komplexe Figuren, deren Beziehungen zueinander sehr spannend, nachvollziehbar und auch herzzerreißend dargestellt werden.

Ein Buch, das unterhält, fesselt, und gleichzeitig (fast nebenher) die Atmosphäre und die Probleme eines ganzen Landes vermittelt. Der Nahostkonflikt, über den man so viel in der Zeitung liest, wird hier auch gefühlsmäßig nachvollziehbar macht, auf einer sehr persönlichen Ebene - und zwar ohne irgendwelche reißerischen Klischees oder billigen Tränendrüsen-Effekten. Sehr empfehlenswert.
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am 25. November 2012
Ein israelisches Buch, in dem alle vorkommen und alle Recht haben, die Israelis, die Orthodoxen, die Säkularen, die Araber, die Frauen, die Männer. Das ein bisschen märchenhaft ist bei allem Realismus. In dem man viel lernen kann: Über Israel, über Männer und Frauen, über den Schwachsinn des Kriegs. Vor allem berührend ist die Sicht eines kleinen Buben, der zu kurz kommt und sich die Lieb wo anders holt, bis seine Eltern ihr Herz wieder entdecken. Ein außergewöhnliches Buch.
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am 30. September 2014
Vorweg, ich habe das Buch gelesen, nachdem ich ein Theaterstück zu dem Buch gesehen habe, bei dem auch der Autor anwesend war. Der Autor berichtete, dass diese Buch in Israel sogar im Schulunterricht eingesetzt wird, eigentlich ja nicht gerade ein Grund für jüngere Leute ein Buch zu lesen, man erinnere sich an die eigene Bücher, die man in der Schule gelesen hat, nicht so der Renner. (Zumindest für mich) Da mich das Thema interessiert hat, habe ich mir das Buch trotzdem gekauft.

Ich finde das Buch inhaltlich sehr interessant, da es viele Aspekte aufzeigt. Es geht nicht nur um den Konflikt in der Region, sondern auch den Konflikt in Familien und Beziehungen usw. Es wird das ganze Leben dargestellt, mit allen Problemen und schönen Seiten, einfach alles.
Aber nicht nur, das was dargestellt wird, hat mich fasziniert auch die Art. Das Buch ist aus sehr vielen Perspektiven geschildert, alle als Ich-Erzähler, was zunächst ziemlich schwierig ist, da man erkennen muss, wer den gerade erzählt. Allerdings sorgt diese Technik dafür, das man in allen Personen Einblicke erhält. Zudem arbeitet der Autor damit manche Abschnitte in Blocksatz zu setzen und andere nicht, was ich finde auch ein sehr gelungenes Mittel ist.

Insgesamt ein super Buch, was sich zu lesen lohnt, nicht nur um mehr über den Konflikt der Region zu erfahren, sondern auch um die verschiedenen Seite des Lebens, die im Buch erzählt werden, kennen zu lernen.
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am 21. Dezember 2011
Vieles wird bis in die kleinste Kleinigkeit beschrieben. Das muss nicht sein, denn dadurch wirkt die Handlung oft überdehnt und verliert an Spannung.
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am 29. August 2011
Ich war mit dem Verkauf sehr zufrieden und habe das Buch sehr gerne gelesen! Interessant... Ich kann es nur weiter empfehlen!
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