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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
29
Tess: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern


am 5. April 2011
Ich wusste durch den Film (die Version mit Gemma Arterton) auf was ich mich einlasse aber es ist immer wieder schockierend sowohl in Film als auch in Romanversion.

Was Tess alles so wiederfährt, erscheint mir zwar an manchen Stellen überspitzt aber der Autor hat sich ja was gedacht bei der Gesichte. Um die gesellschaftlichen Missstände der damaligen Zeit aufzudecken, ist Übertreibung ein gutes Mittel. Durch die detaillierten Beschreibungen wird man förmlich reingezogen in die Gesichte und an vielen Stellen würde man gern eingreifen. Sämtliche Figuren handeln nur der Gesellschaft und den Konventionen entsprechnd und sind nicht fähig über ihre Schatten zu springen oder Fehler einzusehen. Das dramatische Ende für Tess scheint unausweichlich. Kurzgefasst kann man sagen das Tess ein Spielball ihrer Umwelt ist und sich davon auch nicht befreien kann.

Dabei lebt die Gesichte von dem Schreibstil. Die Landschaften und bestimmte Tätigkeiten wie z.B. Getreide ernten werden detailliert beschrieben. Andere wichtige Sachen werden aber nicht exakt beschrieben. Obwohl hier in der Kurzzusammenfassung was von einer Vergewaltigung steht, ist das eben nicht exakt klar weil diese Stelle nie ausführlich beschrieben wird. Auch im weiteren Handlungsverlauf wird nicht klar was in jener Nacht wirklich passiert ist und so bleibt es dem Leser überlassen.

Trotz der Dramatik fesselt die Geschichte bis zum Schluss und es ist eines der Bücher, über die man auch Tage später noch nachdenkt.
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am 6. November 2017
Das Buch ist aus meiner Sicht sehr lesenswert.
Die Geschichte von Tess ist bewegend, besonders wenn man bedenkt, in welcher Zeit das Buch veröffentlicht wurde. Lesenswerte englische Literatur!
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am 22. Oktober 2016
Super Buch! Auch wenn Hardys bekannter Schreibstil, die Gegend haargenau zu beschreiben, mir zwischenzeitlich sehr auf die Nerven ging. Sehr klasse, konnte es irgendwann nicht mehr beiseite legen!
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am 6. Februar 2016
Eigentlich haben die Bücher, die ich üblicherweise lese, einen ganz anderen Stil, Dieser Roman hat mich jedoch sehr gefesselt. Es lohnt sich doch mal eine andere Richtung auszuprobieren.
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am 8. Oktober 2010
Mein erster Thomas-Hardy-Roman; sicherlich nicht mein letzter. Was Hardy von anderen Erzählern der viktorianischen Zeit, wie z.B. George Eliot, unterscheidet, ist seine Eigenart, Mensch und Landschaft in einer Art Innenleben gleichsam einhergehend, in ausladenden Metaphern, beschreiben zu können. Die Zeit des Verliebtseins im frühlingshaften, blühenden, grünen Tal mit glücklichen Menschen; die Zeit des Ausgestoßenseins auf der mit Schneegestöber versehenen kargen Hochebene, -- einer grausamen und menschenfeindlichen Natur.
Hardy versteht es, der damaligen prüden viktorianischen Gesellschaft den Spiegel vorzuhalten. Der Roman war ein Skandalroman, gerade deshalb, weil er mit einer Außenseiterin und Ausgestoßenen als Protagonistin sympathisiert. Die Figur der Tess ist in seinen Schilderungen so kunstvoll von Beschreibungen umwoben, dass man um sie bangt und ringt; gleichzeitig versteht es der Autor aber, den letzten kleinen Abstand zu ihr offenzuhalten, sodass beim Leser wie auch beim zurückkehrenden reuigen Gatten eine letzte Umarmung nicht so recht gelingen mag. So setzt Hardy kunstvoll die Kritik an der Bigotterie der damaligen gottesfrommen Gesellschaft, der offenbar die Mitmenschlichkeit verloren ging. Nicht nur streifen uns seine Vorboten einer unmenschlichen Industrialisierung (Landmaschinen, Dampflok); die Unmenschlichkeit zeigt sich auch im Hin- und Hergerissensein seiner Protagonisten, die an einer überkommenen Gesellschaftsordnung festhalten, obwohl die Morgendämmerung einer neuen Zeit sich bereits angekündigt hat. Fazit: Weltliteratur vom Feinsten.
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am 27. April 2012
Thomas Hardys 1891 veröffentlichter Wessex-Roman "Tess" erzählt die Lebensgeschichte des naiv-grundanständigen Landmädchens Tess Durbeyfield, ihr Lieben und Leiden im Bannkreise zweier Männer, von denen der eine gehasst und der andere geliebt wird, und ihr letztlich tragisches Verhängnis.
Dabei deutet Hardy gleich zu Beginn seines Werks Tess Lebensweg an: Zum einen wird ihrem einfältigen und trunksüchtigen Vater die Abkunft seiner Familie von dem alten normannischen Rittergeschlecht d'Urberville offenbart, was zur verhängnisvollen Bekanntschaft mit dem jungen Wüstling Alec d'Urberville führt, und zum anderen begegnet Tess auf einem Dorftanz am gleichen Abend dem jungen Pastorensohn Angel Clare, der zwar keine Notiz von ihr nimmt, aber später sehr wichtig werden soll.
In der Folge entwickelt sich die recht interessante, freilich nicht zu originelle Geschichte, die ein Abbild der, vom Autor in Frage gestellten, viktorianischen Wertvorstellungen, des, im Spannungsfeld uralter Tradition und drohend hereinbrechender Moderne (Maschinisierung der Landwirtschaft und Landflucht der überflüssig gewordenen Arbeitskräfte in die städtischen Ballungszentren oder gleich nach Übersee) stehenden, englischen Landlebens der 1880er Jahre und schließlich der Grafschaft Wessex und ihrer Land- und Ortschaften selbst entwirft.

Einen Stern für dieses an sich gute, romantisch-tragische Buch möchte ich jedoch für den doch etwas langatmigen und nicht mehr ganz zeitgemäßen Erzählstil des Autors abziehen, der sich vor allem im Mittelteil die Handlung doch sehr langsam und sperrig entwickelt und es mit Landschaftsbeschreibungen ab und an allzu übertreibt.
Ausserdem bleiben die Hauptakteure sonderbar blaß und scheinen in höheren moralischen Sphären zu schweben während ihre zentralen, im Grunde ja noch verständlichen, Beweggründe nur unzureichend erläutert werden.

Daher ist dieses, etwas schwer (weil demotivierend) zu lesende, Buch für mich auch weniger zeitloser Klassiker, als vielmehr ein interessantes Dokument seiner Zeit, bei der vor allem die Beschreibung des damaligen Landlebens und der Lebensumstände und Wertvorstellungen einen hohen Nutzen für die nachgeborenen Leser darstellen.

Neben dem eigentlichen Roman ist zudem noch ein mehrseitiges Nachwort zum Leben des Autors und seinem schriftstellerischen Schaffen vorhanden.
Das Buch ist schön handlich und das Druckbild ist insgesamt sehr sauber gehalten und weist nur sehr wenige Schreib- bzw. Satzfehler auf.

Zu empfehlen ist auch die weitgehend werkgetreue, fast schon perfekte Verfilmung des Buches die unter der Regie von Roman Polanski im Jahre 1978 mit der sehr jungen und anmutigen Nastassja Kinski entstanden ist und die mich zum Kauf des Buches veranlasst hat (wenngleich die Psychologie der Hauptfiguren auch hier eher im Dunkeln bleibt).
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am 15. September 2008
das ist kein buch, was man mal so eben im vorbeigehen konsumiert. es geht um eine menschliche tragödie im england des 19. jahrhunderts, verbunden mit den hardy- üblichen bechreibungen der südenglischen landschaft und ihrer bewohner. und darin das mädchen tess mit ihrer familie und dem zusammenbruch ihrer kleinen welt durch die verkündigung, aus einem bessern hause, von edlen leuten abzustammen. damit beginnt die tragödie, und beim lesen bangt man mit, hofft auf die eine oder andere positive wendung, die sich dann erst langsam anzubahnen scheint, als alles schon zu spät ist. interessantes kann man erfahren über konventionen und denkweisen zur damaligen zeit, und man kann auch parallenlen finden zur gegenwart. ist es doch oft noch und in allen gegenden der welt so, dass dem manne gewisse dinge nachsieht, für die eine frau an den pranger gestellt wird. dem autor gelingt es, seine realitäten sehr plastisch darzustellen; die landschaft, die harte arbeit, das leiden, das ringen um ein wenig glück, aber auch das hinterhältige, feindliche. am ende wünscht man der armen tess, doch auch endlich wieder glücklich sein zu können, und vielleicht ist sie es doch noch geworden, indem sie die kraft findet, sich vom menschlichen dämon zu befreien, der ihr leben stahl. eine wunderbare, eigentlich erstaunlich starke frauengestalt, trotz des ganzen unglücks. herzergreifend, aber nie schnulzig dargestellt. ein buch, dass mich gefesselt hat.
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am 26. Juli 2017
Habe den Roman gekauft, da eine der hier aufgeführten Rezensionen begeistert beginnt mit "Wer Jane Austen liebt, wird auch diesen Roman lieben". Ich bin leidenschaftlicher Jane-Austen-Fan, aber ich kann dem keinesfalls zustimmen!
Die Sprache und die Naturbeschreibungen sind sicherlich höchst kunstvoll, auch der ganze Aufbau des Romans, ohne Frage! Dem Roman fehlt jedoch jegliche Heiterkeit und vielschichtige Ironie, wie man sie bei Jane Austen findet. Die Personen sind nicht liebenswert, sondern - ganz Realismus - wehrlose Opfer der gesellschaftlichen Zwänge. Der ganze Roman ist düster und schicksalshaft, von vorne bis zum äußerst tragischen Ende stets von Hinweisen auf das unausweichliche Schicksal der Protagonistin durchzogen.
Ganz schlimm für mein Gefühl auch das Frauenbild: nur stets dieses sprachlich treffliche, aber höchst männliche Gesülze von den weiblichen Formen und den berauschend weich geschürzten Lippen, unerträglich. Die Frau als Objekt und Opfer, nicht als agierende, vernunftbegabte Person.
Wer aufbauende Lektüre liebt, ist hier ganz falsch. Mir hat der Roman übelste Laune beschert, so künstlerisch wertvoll er sein mag.
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VINE-PRODUKTTESTERam 29. Oktober 2009
Ich bin noch ganz benommen vom Lesen und wirklich sehr beeindruckt. "Tess Of The D'Urbervilles", die bittere Story "of a pure woman", hat der englische Dichter Thomas Hardy 1891 veröffentlicht und wurde damals teils erbittert angegriffen und auch von vielen als schockierend abgelehnt. Das Buch hat sich auf für damalige Verhältnisse drastische Art mit der viktorianischen Moral und deren Fallstricken auseinandergesetzt. Heute gilt "Tess" als Hardys berühmtester Roman und als einer der wichtigsten der viktorianischen Epoche.
Es ist für mich das reinste Vergnügen gewesen dieses Buch zu lesen, wobei Vergnügen vielleicht ein etwas irritierender Ausdruck ist, denn die Geschichte ist von einer tiefen Tragik und Traurigkeit, wie man sie wirklich selten findet. Vergnügen bereitete mir das Buch trotzdem, denn die Geschichte von dem armen Landmädchen Tess, ihrem Elend und ihren kleinen Freuden, nimmt einen sehr gefangen, berührt und verzaubert. Aber vor allem ist es die wunderbare Sprache Hardys, die das Lesen zu einem wahren Genuss macht.
Die liebevollen und treffenden Charakterzeichnungen ließen mich immer wieder schmunzeln und die wunderschönen Landschaftsbeschreibungen bringen ebenfalls Linderung.

Alles spielt sich im ländlichen Bauernmilieu des ausgehenden 19 JH, im Südwesten von England ab. Dörfer, Gehöfte, Meiereien, die kleinen Straßen über Hügel und durch Täler, sind die Handlungsorte der Geschichte.
Als die arme Händlerfamilie John Durbeyfields erfährt, dass sie von einem alten normannischen Rittergeschlecht den "D'Urbervilles" abstammen, wollen sie u.a. mit Hilfe der schönen 16-jährigen Tochter Tess daraus Kapital schlagen und schicken diese zur reichen Mrs. Stoke D'Urberville, die sie für einen erfolgreichen Abkömmling des alten Adelsgeschlechts halten und auf deren Unterstützung sie hoffen. Dort wartet der lüsterne junge Alec, der das Mädchen bedrängt und schließlich skrupellos vergewaltigt. Gedemütigt kehrt sie nach Hause zurück. Jahre später begegnet Tess dem jungen Angel Clare, einem Pfarrerssohn, und nach schweren Gewissenskonflikten wendet Tess sich ihm zu.

Wie sich im weiteren Verlauf sogar ein angeblich vorurteilsloser Mensch, der dem Klassendenken und der strengen Religion eigentlich gar nicht abgewinnen kann, als Sklave der Moral und der Konvention erweist, war für mich teilweise fast unverständlich und nur schwer zu ertragen. Hier wird aber die Sinnlosigkeit und das Hohle dieser Konventionen entlarvt und man erkennt, wie tief sogar schon längst überholte Moralbegriffe in der Seele haften und wie schädlich sie sind. So gerät Tess unausweichlich ins Räderwerk eines unerbittlich waltenden Schicksals.
Wenn schließlich sogar der pharisäerhafte und prüde Pfarrer gegenüber seinem modernen Sohn charakterlich gewinnt, ist das echt hartes Brot.
Aber: Es sind nicht wirklich die strengen Regeln dieser Zeit, die das Unheil bringen. So löst sich Hardy auch von der viktorianischen Epoche, denn wenn man genau hinsieht sind es allein die charakterlichen Eigenschaften zweier Männer, beide selbstgerechte Egoisten (der eine offensichtlich, der andere verdeckt), die alles zu Fall bringen. Und der Zufall. So hätte sich eine ähnliche Geschichte wie diese, zu allen Zeiten abspielen können, auch heute.

Eine sehr starke Wirkung hatten auf mich die Landschafts- und Naturbeschreibungen. Sie waren manchmal so schön, dass ich diese Passagen öfter lesen musste. Sie haben auch symbolische Ausdruckskraft, genauso wie die Jahreszeiten und die Farben des Romans.
Das grüne saftige Tal in der Meierei im Sommer umrahmt die aufkeimende Liebe zwischen Tess und Angel. Der beginnende Herbst begleitet die schon von tiefen Schatten und Sorgen geprägte Verlobungszeit. Dann der Winter auf dem brauen Hungeracker in Flintcomb-Ash, wo in Schürze und Flügelhaube gekleidete hart arbeitende Landarbeiterinnen wie Fliegen über die braune gefrorene Ackerfläche kriechen, darunter Tess, von ihrem Ehemann verlassen. Dies alles sind Spiegelbilder der seelischen Verfassung der Heldin. Schrecklich-schön.
Mich erinnerte Tess an diesen Stellen an Gottfried Kellers Romeo und Julia auf dem Dorfe, wo auch die Natur und deren Ausdruck, den tragischen Werdegang des Paares begleitetet. (Lesetipp!)
Jedenfalls wird auch ein interessierter Landwirt oder Agrarökonom ;-) seine Freude mit der Geschichte haben, denn Hardy beschreibt durchaus detailliert das bäuerliche Leben und die Arbeit auf dem Feld, im Kuhstall und der Scheune. Das Bild, wie sich die Melkerinnen mit der Wange an die Kühe schmiegen, den Blick traumverloren in unbestimmte Ferne gerichtet, behalte ich klar vor meinem inneren Auge. (Jetzt aber nicht abschrecken lassen von Melkschemelromantik, Landarbeiterinnenmode und antiquierter Dreschmaschine! ;-))
Hardy schreibt wohl mir Vorliebe Romane, die im ländlichen Raum, fern der Zivilisation spielen, beschreibt bäuerliche Schönheit und wirft literarisch einen wehmütigen Blick zurück, denn zu seinen Lebzeiten hat die industrielle Revolution das ländliche Idyll schon längst eingeholt und seine Schatten darauf geworfen. Verklärung kann man seinen Büchern jedoch dennoch nicht vorwerfen, im Gegenteil.

Falls ich eine Kritik an den Buch nennen sollte, würde ich die etlichen schicksalhaften Zufälle nennen, die natürlich immer gerade zur rechten Zeit, Tess Geschick noch hoffnungsloser machen. Das wirkte gelegentlich etwas konstruiert auf mich. Auch das Frauenbild machte mich manchmal stutzig, aber da bin ich nicht die einzige, dafür ist Hardy ja schon fast berühmt. Womöglich ist ER das große Vorbild von Lars von Trier. ;-) Der hat auch mit marienhaften Leidensgeschichten, mit von Schuld und Schande geprägten einfachen Mädchenfrauen seine sämtlichen Filme gemacht. ;-)

Persönlicher Schlusspunkt: Desillusionierende und tragische Begebenheiten vor dem Hintergrund stimmungsvoller Naturschilderungen. Wie Hardy die tiefe Hoffnungslosigkeit der Geschichte ausbreitet, macht es einem schwer den eigenen Alltag davon nicht überschatten zu lassen, aber es ist erstaunlich wie viel Schönheit sich hierin verbirgt.
Ich bin mitnichten eine Hardy-Kennerin, dies ist mein erstes Buch von ihm, ich kenne lediglich einige Verfilmungen. Dass man an ihm aber nicht vorbei kommt, wenn man sich für Film und Literatur des 19 JH interessiert, habe ich natürlich irgendwann gemerkt und nun wurde es für mich höchste Zeit mit einem seiner Romane zu starten.
Ich finde selten ein solches in jeder Hinsicht lesenswertes Buch und dies ist nach "Abbitte" endlich mal wieder ein richtiges Highlight für mich. Dies war nicht mein letzter Roman von Hardy und es erleichtert mich, dass er, neben 1000 Gedichten und etlichen Kurzgeschichten, ganze 14 Romane auf seinem Konto verbucht, auf die ich mich nun schon freue. :-)

Verfilmungen:
Roman Polanskis Tess 1979 Mit Nastasia Kinski
ITV Tess Of The D'Urbervilles [UK Import] 1998 mit Justine Waddell
BBC Thomas Hardy`s Tess Of The D'Urbervilles  2008 mit Gemma Arterton
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am 27. Juli 2011
Ein besonders schönes menschliches weibliches Wesen aus einfachen ärmlichen Verhältnissen wird von ihrer Mutter genötigt, sich bei einem reicheren Gut, das von jemandem mit ähnlichem Namen geführt wird vorzustellen, um dort Arbeit anzunehmen mit der Aussicht auf eine reiche Heirat. Denn angeblich sei das schöne Kind Nachkomme eines früher reichen Adligen und könne damit eine gute Partie machen. Wegen ihrer Unerfahrenheit und ihrer ausfallenden Schönheit wird sie von dem Sohn der Gutsbesitzerin verführt und geschwängert, woraufhin sie wieder nach hause zurückkehrt und ihr Kind bekommt. Das Kind wird krank und bekommt von der schönen Mutter eine eigens heimlich inszenierte Taufe und wird nach dem Tod beerdigt.
Die Schöne verdingt sich zwei Tageswanderungen weiter in einer großen Meierei, wo sie auf den Sohn eines strengen altapostolischen Pastors trifft, der das Leben eines Landmannes führen will. Die allmähliche Annäherung der beiden füllt viele Seiten. Dem Drängen des jungen Mannes will sie aus einem sich auferlegten Schuldgefühl heraus nicht nachgeben, denn nach der Vorstellung im 19. Jhd. "gehört" sie dem ersten Mann, dem Verführer. Doch schließlich gibt sie nach und statt die Hochzeitsnacht zu erleben, beichtet sie ihr Problem. Der Ehemann wendet sich von ihr ab und geht nach Brasilien, wo er erfolglos ist und erkrankt. Inzwischen irrt die Schöne als Wanderarbeiterin umher und schafft es nicht, zum Schwiegervater zu gehen und um Hilfe zu bitten, obwohl sie das hätte tun können.
Der ursprüngliche Verführer kreuzt als bekehrter Priester erneut ihren Weg und bedrängt sie, bis sie schließlich einwilligt und mit ihm geht, weil ihre Not so groß ist und ihr Mann nichts von sich hören lässt.
Als Thomas Hardy nichts mehr Vernünftiges einfällt, lässt er die Vermählten wieder zueinanderkommen, die schöne Frau zur Mörderin an ihrem Verführer werden und schließlich wird sie um der Gerechtigkeit willen hingerichtet.
Viele beschriebene Handlungen sind langatmig und aus heutiger Sicht, auch wenn man sich zurückversetzen möchte, unverständlich. Es bleiben viele Fragen offen und viele Lücken. An anderer Stelle scheint Hardy durch Griffe in Bibelstellen und in die Mythologie und andere Wissensgebiete ausdrücken zu wollen, dass er über ein Teilwissen verfügt, das über das des Romanschreibers hinausgeht.
Dieses Buch ist, auch wenn es wahrscheinlich als Frauenbuch gilt, durchaus lesenswert, schon wegen der Ausdrucksweise und der Satzstellungen.
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