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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
25
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am 20. Juni 2010
Ich habe mich lange auf diese schön aufgemachte Ausgabe eines der wenigen Bücher von Steinbeck gefreut, die mir noch fehlten. Dementsprechend hatte ich auch ein wenig Bedenken, ob diese nicht-fiktionale Geschichte meinen Gesamteindruck des von mir hoch geschätzten Schriftstellers nicht schmälern würde.

Ganz das Gegenteil war der Fall: Wer das Werk Steinbecks kennt, wird viele Verweise auf seine Bücher finden, ob in den Beschreibungen seiner Heimatstadt Salinas (Jenseits von Eden) und den Tälern Kaliforniens (Der fremde Gott) oder in den Beschreibungen der harten Mentalität der Südstaatler (Von Mäusen und Menschen). Und auch der Autor selbst, wie er in seinem überladenen Wohnmobil endlos durch Hitze und Kälte zuckelt, erinnert stark an seine eigene Figur Tom Joad aus "Früchte des Zorns".

Steinbeck betrachtet sein Amerika sicher ein wenig naiv und verklärt oder verschweigt manches. Aber auf diese Weise gerät der Text zu einer Innensicht des Autors selbst. Man versteht seine Liebe zur Natur und sein Interesse am Menschlichen, aber auch seine für damals sehr fortschrittliche poiltische und gesellschaftskritische Haltung.
Dabei vergisst er aber auch den Humor nicht. Auch dieser wirkt heute keineswegs angestaubt. Szenen wie die, in der er seinem Hund Charley Pfannkuchen macht und einen etwas skurrilen Dialog mit ihm führt, machen das Buch weniger zur Reportage, sondern zu einem vergnüglichen literarischen Road-Movie. Manchen könnte allerdings der etwas hastige Abschluss der Geschichte missfallen, fand ich auch ein wenig schade, aber aufgrund des Vorangegangenen auch konsequent.

Die Übersetzung von Burkhart Kroeber besticht durch eine gewissenhafte Abwägung zwischen original belassenen Ausdrücken (die dann im Anhang erklärt werden) und dem durchaus gelungenen Bemühen, die Sprache des Amerikaners im Jahre 1960 für den deutschen Leser im Jahre 2010 aufzubereiten. Hier klingt nichts gestelzt oder lächerlich. Das Buch liest sich flüssig und war denn leider auch viel zu schnell fertig gelesen.
Fazit: Schon jetzt eines meiner Lieblingsbücher.
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am 3. Dezember 2010
Für mich gibt es drei gute Gründe, dieses Reisebuch von John Steinbeck zu lesen: 1. Es handelt sich um einen Reisejournal eines großen Schriftstellers, gar Nobelpreisträgers. Das hat dem Genre der Reiseliteratur noch nie geschadet - besonders nicht in diesem Fall. 2. Es ist das Buch eines alternden Menschen, der die Orte seiner Jugend, seines Lebens wieder aufsucht und dabei kluge Dinge über das Phänomen der Vergängnis sagen kann. Und 3. ist es ein historischer Reiseroman, der zu einem sehr spezifischen Zeitpunkt den Grundcharakter des amerikanischen Charakters herausdestilliert. Steinbeck zeichnet eine Gesellschaft, deren Charakteristikum das Transitorische ist. Eine Welt im permanenten Übergang, eine Welt im Aufbruch und im Fortschreiten. Dieser Grundzug hat sich so tief in diese Gesellschaft der Pioniere und frontier-men eingegraben, dass sie sich gar nicht mehr anders denken kann. Und Steinbeck sammelt die Partikel dieses Gesellschaftsportraits auf seiner Reise ein.
So beschreibt er ausführlich das aufkommende Phänomen der Mobile Homes. Wie die Amerikaner zu tausenden, die noch vor zwei Generationen in ihren Planwagen nach Westen fuhren, nunmehr ihre Häuser auf Trucks laden und mit diesen umherziehen. Zugleich stehen die USA Anfang der 60er Jahre, als Steinbeck seine Reise unternimmt, an der Schwelle zu technischen und medialen Moderne, die weitreichende Veränderungen mit sich bringt, welche Steinbeck alle beschreibt: Der Verlust der Dialekte durch die normativen Kräfte des Fernsehens. Der Verlust der Entfernungen durch das Telefon, das in jedem Haushalt vorhanden ist. Ein Zeitdiagnostisches Buch, das uns in eine ferne Welt führt, die gerade einmal 50 Jahre her ist, und ein Autor, der sich zum Ende seines Lebens über eine Welt wundert, die da kommen mag und die für uns längst schon wieder Vergangenheit ist.
Das Flüchtige und Transitorische sind der Kern Steinbecks Beschreibung: Sie gehören zum Wesen Amerikas, sie sind der Kern der technischen Moderne und sie sind das Wesen der Reise selbst.
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am 5. Februar 2008
Eine liebe Freundin schenkte mir DIE REISE MIT CHARLEY vor nicht allzu langer Zeit und ich las das Buch mit großem Vergnügen. Erinnerungen an frühere Zeiten wurden schnell wieder wach, und wie ich sah, gibt es diese grandiosen Bücher des Autoren wie DIE STRASSE DER ÖLSARDINEN / VON MÄUSCHEN UND MENSCHEN / FRÜCHTE DES ZORNS ODER JENSEITS VON EDEN Dank dieses Dtv-Verlages noch immer und wer sie nicht kennt, sollte sie lesen - egal in welchem Alter man gerade ist.

Mit dem vorliegenden Buch beglückte Steinbeck die Fernwehgepalgten aller Nationen. Er machte denjenigen Mut, diesem Drang auch in schon fortgeschrittenem Alter nachzugeben. Der Autor jedenfalls fuhr durch vierunddreißig Bundesstaaten der USA in elf Wochen und er berichtet über diese Zeit. Es ist sicherlich müßig, über diesen Spross einer deutsch-irischen Familie etwas zu sagen, der am 27. Februar 1902 in Pacific Grove/Kalifornien geboren wurde. Über diesen literaischen Spätzünder wie einmal einer sagte, denn der ehemalige Student der Naturwissenschaften schlug sich lange Zeit zunächst als Gelegenheitsarbeiter, dann als Reporter und Kriegsberichterstatter durchs Leben. Aber was dann kam war gewaltig. Pulitzer- und Nobelpreis sind wohl die hervorragendsten aus einer Vielzahl an Ehrungen.
1960, er war gerade achtundfünfzig Jahre alt, wollte er es noch einmal wissen und unerkannt und autark WIE EINE SCHILDKRÖTE reisen. Ein Auto namens Rosinante - eher ein Gefährt mit einer Bootskajüte auf der Ladefläche - wurde ihm für lange Zeit zum Heim bei seiner Reise durch Städte und Landschaften, auch zurück in seine Vergangenheit.
Begleitet hat ihn dabei sein reinrassiger Pudel Charley, der eigentlich auf den Namen CHARLES LE CHIEN hörte und dem manche Kommandos erst ins Französische übersetzt werden mussten, um ihn zu schnellem Handeln zu bewegen. ICH LASSE IHN FREI LAUFEN UND ER NÄHERT SICH DEM ZIELOBJEKT BEZEIHUNGSWEISE DEM, WAS DAS ZIELOBJEKT GERADE KOCHT, berichtet der Autor über seinen Begleiter. Natürlich wiederholt sich auf dieser Reise einiges und natürlich war sie vielleicht am Ende nicht mehr so spannend wie am Anfang. Das führt auch dazu, dass der Autor manches Mal etwas abschweift, um sich eher philosophischen Reminiszensen hinzugeben, als über die Geschehnisse auf seiner Reise zu berichten, die so aufregend letztendlich natürlich auch nicht sind, denn er bewegte sich weitgehend auf sicheren Pfaden.
Er erkennt, dass HEUTE, also 1960, doch alles so anders ist als in seiner Erinnerung es gewesen war, und auch der Leser versteht bald, dass in der Gegenwart gar nichts mehr so ist, wie es sich dem Autoren damals in den sechziger Jahren des vorigen Jahrhunderts in den Vereinigten Staaten darstellte.

Wer das Buch heute liest, wird das wissen und nichts anderes erwarten. Der Leser empfindet eine Mitfreude an dem klaren Blick des Autoren auf seinen Streifzügen quer durch die Staaten, an den ehrlichen Schilderungen all dieser kleinen Begebenheiten, die er nicht aufbauscht um sich oder die anderen wichtig zu machen. Wer allerdings ein Reisebuch im herkömmlichen Sinne erwartet, wird enttäuscht sein.
Steinbeck hat den Mut, seine individuelle Reise mit Charley so zu schildern, wie er sie erlebt hat und er ist groß genug, nicht all die Klischees zu bedienen, die eben jeder andere vielleicht bedient hätte, der nicht viel in seinem bisherigen Leben zu sagen hatte.
Ein unaufgeregtes Buch, sehr individuell aus dem Empfinden des Autors, dem man durchaus und zulässigerweise anmerkt, dass er auch froh war, als er wieder zu Hause war.
ZU BEGINN DIESES BERICHTS HABE ICH ... EIN WENIG VERWUNDERT BETRACHTUNGEN ÜBER DIE AUSGEPRÄGTE INDIVIDUALITÄT VON REISEN ANGESTELLT UND BIN ZU DER FESTSTELLUNG GELANGT, DASS WIR KEINE REISEN UNTERNEHMEN, SONDERN VON IHNEN UNTERNOMMEN WERDEN. HMcM
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am 28. Dezember 2013
Was andere an diesem Buch toll finden, erschließt sich mir nicht so ganz, aber ich schätze mal das liegt daran, dass sie es aus einer anderen Blickwinkel heraus gelesen haben als ich. Wer ein Fan dieses Schriftstellers ist und sich im Geiste vorstellt mit ihm, einem gütigen(?) alten Herrn durch die USA zu reisen und sich bei einem Kaffee oder einem Glas Whisky seine Lebensansichten anzuhören - nun, der mag hier gut bedient sein.
Dem Klappentext entnahm ich folgendes: "...darüber hinaus gibt Steinbeck eine scharfsichtige Darstellung der US-Staaten, die er durchfahen hat, und der Menschen, die er dabei kennengelernt hat..." und "Er bietet keine Patentrezepte für die Lösung aufgeworfener Probleme, sondern ist bemüht, bei strittigen Fragen beiden Seiten zu Wort kommen zu lassen, um es dem Leser zu ermöglichen, sich selbst eine Meinung zu bilden." DAS hätte mich eigentlich angesprochen und zum Kauf verleitet.

Da frag ich mich nun hinterher: welches Buch hat den der Verfasser des Klappentexts gelesen? Mein Eindruck ist, Steinbeck war bemüht die Reise so schnell wie möglich runterzuspulen. Hauptsache Meilen machen und wenn man einen Ort, wo man eigentlich hin will, nicht findet (was sehr oft vorkam) egal, dann fährt man einfach weiter und sucht sich ein ruhiges Plätzchen abseits. Begegnungen mit Menschen sind selten und eher zufälliger Natur, insgesamt scheinen ihm auch Betrachtungen über seinen Hund wichtiger zu sein. Außerdem scheint er nicht unbedingt die besten Ansicht über sein Heimatland zu haben, was mir dann aber wieder eher gefällt, denn Leute die "The american way of life" hochjubeln gibts ja eh schon viel zu viele.

Das was der Rezensent h.n., der offenbar ein besserer Kenner des Autors ist, zu diesem Buch schreibt ist sehr interessant und scheint meinen Eindruck zu bestätigen. Eine (für mich) wesentlich interessantere Reise scheint mir da William Least Heat-Moon in seinem Buch "Blue Highways" zu beschreiben, das ich Interessenten zu abenteuerlichen Fahrten durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten eher ans Herz lege wie Steinbecks Werk - einfach weil man mehr zu Land+Leuten erfährt - allerdings auch nicht zu "Durchschnittsamerikanern", aber die sind ja auch eher uninteressant...
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am 18. Januar 2004
Steinbeck beschreibt hier seine Reise durch ganz Amerika, die hier in der wunderbaren neuen Übersetzung von Burkhart Kroeber vorliegt und wirklich das reinste Lesevergnügen bietet.Man lernt sehr viel über die Menschen und Landschaften und das Buch ist auch heute noch so erstaunlich aktuell, daß es mich wundert, daß es so wenig Beachtungt findet, bei dem Leserpublikum, das sich um die heutigen amerikanischen Autoren wie Jonathan Franzen reißt, der ohne Steinbeck und auch den jetzt Gottseidank wieder neu erscheinenden Richard Brautigan gar nicht möglich gewesen wäre. Die Wurzeln der heutigen Erfolgsautoren liegen alle bei den Schriftstellern der 60 und 70er Jahre. Ein Buch, daß ich dringend empfehle.
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am 6. Februar 2009
Zahllos sind die Reisen, die Fotografen, Journalisten, Künstler und Schriftsteller durch Amerika unternommen haben. Zahllos die Versuche ein Land zu beschreiben, von dem wir immer dachten, dass wir es bereits kennen.

Aber selbst dann, wenn die Reiseroute dieselbe ist, bringt jeder Reisende andere Bilder zurück, erzählt er von anderen Begegnungen und erlebt seine eigene Wirklichkeit. Das macht das Reisen nicht nur für den Reisenden selbst so spannend und einzigartig. Auch für diejenigen, denen berichtet wird, vermittelt sich eine Welt von fragwürdigen Konstanten.

Der echte Tramp

John Steinbeck hat dies auf wunderbare lakonische Weise in seinem Buch "Die Reise mit Charley" beschrieben. 1960 machte sich der damals 58jährige Steinbeck auf "Die Suche nach Amerika". 11 Wochen durchreiste er mit seinem Pudel Charley in einem komfortablen, bis unter die Decke vollgestopften Campingwagen, dem er den Namen "Rosinante" gab, insgesamt 34 US-Bundesstaaten. Es ist der Versuch, wie er schreibt, "dieses monströse Land wiederzuentdecken."

"Zu lange hatte ich die Sprache Amerikas nicht mehr gehört, sein Gras, seine Bäume, seine Abwassergräben nicht mehr gerochen, seine Hügel und Gewässer nicht mehr gesehen, seine Farben und die Eigenart seines Lichts (...) Ich hatte das Land seit 25 Jahren nicht mehr gefühlt." - "Die Reise mit Charley" ist ein seltener Glücksfall. Steinbeck macht sich auf die Reise voller Neugier und Gelassenheit. Als echter Tramp weiß er, "dass wir eine Reise nicht unternehmen, sondern von ihr unternommen werden."

"Führer, Fahrpläne, Reservierungen, so ehern und unvermeidlich sie sind, zerschellen an der Eigenart des Reisens. (...) Nur wenn er dies erkannt hat, kann der wahre Tramp sich entspannt dem Lauf der Dinge hingeben. Nur dann ist er gegen alle Frustrationen gefeit. Darin gleicht eine Reise der Ehe: Die sicherste Art zu scheitern ist zu meinen, man habe sie fest im Griff."

Begegnungen mit Menschen, Beobachtungen des ganz gewöhnlichen amerikanischen Alltags, und immer wieder die Beschreibung der Erfahrung, dass die "Suche nach Amerika", wie vermutlich jede Reise, zugleich auch die Suche des Reisenden nach sich selbst ist, machen das Buch zu einer unterhaltsamen, anregenden Lektüre. Es gibt sicher geeignetere Bücher, um harte Fakten und handfeste Informationen über Amerika und seine Bewohner zu bekommen. Aber wohl keines, das auf so lebendige und anschauliche Art ins Innere Amerikas führt.

Zu viele Fragen im Gepäck

"Was ich hier niederschreibe", hatte Steinbeck gesagt, "ist solange wahr, bis ein anderer dieselbe Strecke fährt und die Welt nach seinen Vorstellungen neu arrangiert." - Nun hat die Berliner taz-Journalistin Bettina Gaus ein Buch über ihre "Suche nach Amerika" geschrieben. 2007 folgte sie der Route Steinbecks durch 34 US-Bundesstaaten.
Doch anders als Steinbeck hatte sie Fragen im Gepäck, die dem unverstellten Blick häufig im Weg standen. Fragen nach dem Irak-Krieg, nach illegaler Einwanderung, nach dem Leben ohne Sozialversicherung. Anders als Steinbeck, auf den sie sich in ihrer Road-Movie-Reportage immer wieder bezieht, fährt sie als Journalistin mehr kritisch als neugierig, mehr reflektierend als beobachtend durch die USA. Schade, dass in ihre oft interessanten Begegnungen, so viel Bildungs- und Informationsballast einfließen, dass der Leser sich nicht selten unangenehm belehrt fühlt. Nicht nur Charley, Steinbecks treuer französischer Pudel, der dem Reisenden bei zahlreichen Gelegenheiten ein anregender und einfühlsamer Gesprächspartner ist, fehlt in Gaus' Aufzeichnungen. Vielleicht ist es der europäische Blick auf die USA, der hier mehr von kritischer Distanz, als von der Neugier des Reisenden geprägt ist.

Wer neugierig auf Amerika ist oder gemacht werden möchte, wer sich auf die Suche nach einem immer noch fremden Land machen will, der sollte Steinbecks Original lesen. In der wunderbaren Neuübersetzung von Burkhart Kroeber ist die Lektüre ein reines Vergnügen. - Paul Schilling
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TOP 500 REZENSENTam 1. März 2013
Das Buch "Die Reise mit Charley" vom amerikanischen Schriftsteller John Steinbeck erzählt von einer USA-Reise des Schriftstellers. Bei dieser Reise hat ihn nur sein Pudel namens Charley begleitet. Die Geschicht beschreibt sehr exakt das Leben in den USA der 60er Jahre.

Im Jahr 1962 erhielt John Steinbeck den Literatur-Nobelpreis "für seine einmalige realistische und phantasievolle Erzählkunst, gekennzeichnet durch mitfühlenden Humor und sozialen Scharfsinn".

Das gebundene Buch ist wirklich sehr geschmackvoll gemacht. Es weist ein aufwendig gestaltetes Hardcover mit Goldprägung auf. Selbst das goldene Lesebändchen passt farblich zu dem Schriftzug des durchsichtigen Schutzumschlages.

Die ganze Reihe "Nobelpreis Bibliothek" umfasst 20 Werke von Nobelpreisträgern der Literatur. Es ist schön, dass gute Literatur in dieser hochwertigen, schmucken Reihe neu aufgelegt wurde.

Von allen zwanzig Büchern, die zu dieser Nobelpreisträger-Reihe gehören, ist "Die gute Erde" eines der drei besten.

Ich kann den Kauf empfehlen.
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am 26. Februar 2009
"Eine Reise mit Charly" ist vor allem Steinbeck-Liebhabern zu empfehlen. Die erste Hälfte ist wunderbar beschwingt und man erkennt den Autoren der "Straße der Ölsardinen" wieder. Der zweite Teil ist deutlich schwächer, man hat den Eindruck, Steinbeck hätte Angst, das Buch nicht mehr vollenden zu können. Wer Steinbeck mag, wird ihm das verzeihen, wer ihn nicht kennt, sollte nicht zu diesem Buch greifen, sonst würde es ihm vielleicht die Lektüre weiterer Bücher dieses Autors verleiden, was dann wirklich ein Verlust wäre.
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Dies war mein erstes Buch von dem Autor John Steinbeck und er konnte mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern. Ein Roadtrip durch das Amerika der frühen 60er Jahre auf dem John Steinbeck nur von seinem Könispudel Charley begleitet wird. Steinbeck hatte sich einen Kleinlaster umbauen lassen um den amerikanischen Geist einzufangen, über den er so gerne schrieb.
Es ist eine sehr schöne Mischung aus Landschaftsbeschreibungen, Begegnungen und Gedankengängen, die mir sehr viel Freude bereitete. Bei diesem Roadtrip wäre ich gerne Mitfahrer gewesen. Hätte mir von Charley ein ‚Fft‘ durch seine schiefen Zähne ins Ohr pusten lassen und mit John Steinbeck einen Kaffee mit ‚Schuss‘ getrunken und über das Leben philosophiert. Ich habe sehr den Respekt und die Liebe bewundert, den Steinbeck seinem Hund, Mitmenschen und der Natur entgegenbringt.
Habe ich bis vor Kurzem noch dem Traum von einer Reise auf der legendären ‚Route 66‘ gehegt, würde ich jetzt viel lieber den Spuren von Charley und Herrchen folgen. Dieses Buch werde ich wohl immer wieder einmal lesen.

Warum man dieses Buch lesen sollte:
1. Man Roadtrips liebt
2. Man ein Herz hat, das für Amerika schlägt
3. Man Geschichten über Hunde und ihre Herren mag
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TOP 500 REZENSENTam 4. Dezember 2010
Am 23. September 1960 brach der damals 58jährige Schriftsteller John Steinbeck von Sag Harbour in Connecticut auf, um mit seinem Wohnwagen "Rosinante", reichlich Proviant und Lesestoff die USA zu umrunden. Mit von der Partie war der Hund Charlie, ein Tier mit Charakter und schiefen Vorderzähnen, der seinem Herrn auf dieser Reise ein guter Geführte sein sollte (wobei offen bleibt, wer von beiden Don Quichote und wer Sancho Pansa ist). Von Connecticut und Vermont geht die Reise zunächst nach Westen, vorbei an Chicago, durch die Badlands, den Yellowstone Park bis zum Ozean, wo sich Steineck nach Süden wendet, die gesamte Pazifikküste abfährt, seinen Geburtsort Salinas in Kalifornien besucht, ehe er sich durch Texas und das Mississippi Gebiet wieder nach Osten wendet, um schließlich längs der Appalachen wieder nach Norden zu seinem Ausgangspunkt zurückzufahren.
Eine imponierende Umrundung der Vereinigten Staaten, fürwahr, aber ist es wirklich eine "Suche nach Amerika" wie es im Untertitel heißt? Ich meine nur sehr eingeschränkt, viel mehr ist es - wie alle Reisen - auch eine Suche nach sich selbst. Immer wieder erinnert sich Steinbeck an dieses und jenes aus seiner Vergangenheit, während seine Eindrücke von Land und Leuten merkwürdig oberflächlich bleiben. Da Steinbeck über weite Passagen dieser Reise einsam bis zum Steinerweichen ist lädt er immer wieder Leute zu Kaffee oder einem Drink in seinen Wohnwagen ein, um mit ihnen zu können. Doch bei diesen Gesprächen am Wegesrand, aus denen später Paul Theroux in seinen großen Büchern "Abenteuer Eisenbahn" oder "Die glücklichen Inseln Ozeaniens" eine eigene literarische Form geschaffen hat, blieben unergiebig, sie sagen dem Autor nichts, was er nicht ohnehin schon wüsste oder ahnte und werfen ihn am Ende immer wieder auf sich selbst zurück. Dieses Gefühl des Gefangenseins in sich selbst durchzieht das ganze Buch auf eine beklemmende Weise, man hat fast das Gefühl, der Autor bekäme die Augen nicht auf, um wirklich zu sehen und zu erzählen, was er sieht, er übertüncht alles mit Kommentaren, Reminiszenzen und Erinnerungen, die nur passagenweise interessant zu lesen sind und die das Buch als wirkliches Reisebuch scheitern lassen.
Dafür aber besitzt "die Reise mit Charlie" eine andere Stärke, die man nicht hoch genug einschätzen kann. Es ist ehrlich genug, eine Grundtatsache auszusprechen, die in Reisebüchern fast immer verschweigen wird, die aber zum Reisen dazugehört wie das Schwitzen zur Hitze: die Einsamkeit des Reisens, die Sehnsucht nach daheim, die Geworfenheit in der Fremde, derer man sich nur mit Räsonnieren und Reflektieren erwehren kann, "Ich fühlte mich so trübselig und elend, dass ich unter eine Plastikplane kriechen und sterben wollte", heißt es auf S. 53, und wenn er am Ende des Buches schreibt, dass er nachhause müsse, weil seine "Fotoplatte voll" sei, dann ist das nur ein anderes Wort für die ewige Sehnsucht nach Heimkehr. Amerika hat Steinbeck, der einsame Reisende, auf dieser Reise nicht gefunden, er hat es aber auch nicht wirklich gesucht. Stattdessen ist er wie so viele Reisenden nicht um der Fremde willen in die Fremde gefahren sondern nur, um nach seiner Rückkehr aus der Fremde in der Heimat noch heimischer zu werden.
NACHTRAG EIN PAAR JAHRE SPÄTER: wie gut Bücher sind, merkt man erst, wenn man den Impuls verspürt, sie noch einmal zu lesen.So ging es mir und zwar immer stärker, je öfter ich Amerika besuchte. Inzwischen schätze ich nicht nur die melancholiscche Grundstimmung sondern auch die wunderbare Ruhe, die das Buch atmet, die Atmosphäre der Entschleunigung, die den Leser bei der Lektüre erfüllt.
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