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Kundenrezensionen

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am 10. Juli 2001
...durch die vermeindliche Einfachheit seiner Charaktere, wie der seiner Ausdruckskraft. Das ungleiche Brüderpaar Willy und Frank steckt gleichermaßen in der ureigensten Existenzkrise. Keiner von beiden kann aber die Krise des anderen verstehen, da ihre Leben unterschiedlicher nicht sein könnten. Willy, bekannter Teekoster, der seinen unfehlbaren Taste verloren hat, sinniert: "...; die Sinne sind ein Geschenk auf Zeit und vielleicht werden sie uns im Alter genommen, um uns den Abschied von der Welt zu erleichtern.", was bei Frank, der seine Fischbestände gegen Kormorane und den kleinen Halunken Bernie zu verteidigen sucht, auf wenig Verständnis trifft, denn schließlich hatte dieser nicht die Gelegenheit ein Vermögen und diverse Auslandserfahrungen anzuhäufen. Dennoch entwickelt sich bei aller Unterschiedlichkeit, die sich zu Anfang des Buches in deutlicher Kühle und Voreingenommenheit ausdrückt, ein Familienzusammenhalt, dessen zurückhaltende nordische Wärme nur Lenz derart zu beschreiben vermag. Es ist jetzt 24:00 Uhr und ich habe eben das Buch aus der Hand gelegt, das mich wahrlich nicht lange beschäftigt hat, und ohne eine rührseelige Tussi zu sein, hatte ich gläserne Augen, ob der Rührung, die mich bereits bei "Arnes Nachlaß" ergriff. Und die Moral von der Geschicht?! Glück im Unglück oder "Worin ist das Glück denn eigentlich wirklich zu suchen?" wird von Lenz in wunderbarerweise dargestellt. Einfach ein brillianter Geschichtenerzähler!
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am 3. Dezember 2015
Siegfried Lenz war 1926 in Lyck, Ostpreußen geboren, zahlreiche sehr lesenswerte Erzählungen wie z.B. "So zärtlich war Suleyken" und Romane, z.B. auch "Deutschstunde" haben zu inzwischen sehr vielen Ehrungen und Preisen geführt. Er starb am 7. Oktober 2014 in Hamburg.

Wiederum 4 Jahre nach der 'Klangprobe' erscheint 1994 mit 'Die Auflehnung' der 12. Roman von Siegfried Lenz. Angesiedelt ist die Handlung des Werks in der Schlei-Gegend Schleswig-Holsteins. Dort ernährt der Teichwirt Frank Wittmann in 3. Generation vom Verkauf der Fischzucht seine Familie im fiktiven Ort Barglund: die Rheuma-erkrankte Ehefrau Sophie, die Tochter Ute und der Sohn Kai. Die Kinder wollen eigentlich dem Betrieb entfliehen, werden aber immer wieder vom Vater zum Bleiben genötigt mit Verweis darauf, dass das Geschäft von den Alten allein nicht gehalten werden kann, zumal Kormorane die Fischzucht bedrohen. Deswegen will Frank die eigentlich unter Naturschutz stehenden Vögel abschießen und kommt dadurch in Konflikt mit dem Dorfgendarm. Er lehnt sich gegen den zunehmenden Verfall des übernommenen Betriebs auf, wie auch gegen die vermeintlichen Diebstähle von Fischgut seines früheren Mitarbeiters Bernie, der damit seine Nerzzucht aufrecht erhalten will und in den sich ausgerechnet Franks Tochter Ute verliebt hat. Ute lehnt sich damit gewissermaßen auch auf, gegen ihren Vater nämlich. Ein Nebenerwerb der Familie ist das neu errichtete Gästehaus für in der Idylle Ruhe suchende Urlauber.

Franks Bruder Willy ist vor vielen Jahren der Enge des Familienbetriebs nach Hamburg entflohen und dort zu einem berühmten Teekoster geworden. Alternd erkennt er neuerdings, dass er sich auf seine Geschmacksnerven nicht mehr 100prozentig verlassen kann. Um seinen Chef nicht wirtschaftlich zu ruinieren, kündigt er daher und nimmt eine wochenlange Auszeit, indem er sich bei seinem Bruder im Gästehaus einquartiert. Der sich verarmend wähnende Frank mutmaßt zunächst, dass Willy mit seinem Besuch sich seinen Erbteil am Familienbesitz auszahlen wolle. Willy jedoch ist das überhaupt nicht wichtig, er hat genug Geld und entschädigt seinen Bruder reichlich für Kost und Logis.

In dem Gästehaus quartiert sich auch Corinna ein, Utes Freundin, die zugleich aber auch in Willys Teefirma als Empfangsdame arbeitet. Willys Ehe ist nicht mehr die beste, und in der Abgeschiedenheit verguckt er sich in die 20-jährige Schönheit, die von allen am Ort angehimmelt wird. Dieses gefühlte Glück - das aber natürlich nicht von Corinna erwidert werden wird - führt kurzfristig zu einer scheinbaren Sensibilisierung seiner Geschmacksknospen, wenn er in dem Teelokal, das sein Onkel früher am Ort aufgebaut hatte, verschiedene Teesorten zu erschmecken versucht. Fast schon kann er sich eine Zukunft in seinem Beruf - wenn auch bei der Konkurrenz - vorstellen, als er mit dem Weggang von Corinna doch merkt, das diese Kunst ihm abhanden gekommen ist, seine Auflehnung also gescheitert ist. Dafür jedoch erkennt er, dass er hier bei seinem Bruder gebraucht werden kann, im Aufrechterhalten der Fischzucht.

Der Roman spielt in einer ziemlichen Idylle, so ganz ohne jeden Zeitbezug oder politische Erwägungen, ähnlich wie der Vorgängerroman 'Die Klangprobe' auch. Und auch die Darstellung der Zuneigung Willys zu der viel jüngeren Corinna hat etwas altmännisch-kitschiges, das bei aller Detailversessenheit etwa in der Darstellung der Fischzucht oder dem wunderbaren Schildern von Naturszenen doch bei jüngeren Lesern vermutlich schlecht ankommen mag, die sich wundern, wieso im Jahre 1994 so verklemmt über Verliebtheit geschrieben wird. Offenbar hatte der alternde Lenz doch inzwischen den Kontakt zur lebendigen Wirklichkeit ein wenig aus den Augen verloren. (03.12.15)
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am 30. Juni 2000
Obgleich ein sehr begeisterter Leser von Lenz bin, war ich von diesem Buch etwas enttaeuscht. Eigentlich sind alle typischen Elemente drin, die den Autor von so klasse Titeln wie "Deutschstunde" und "Arnes Nachlass" so faszinierend machen: Die norddeutsche Atmosphaere, die gelungenen Betrachtungen der Personen, die leicht traurige Stimmung (die ich eigentlich mag) sowie existenziellen lebensveraenderde Fragen, denen sich die Hauptpersonen stellen muessen. Aber trotzdem: Der rechte Funke vermag nicht ueberzuspringen. Die Personen bleiben fremd, alles wirkt (mir) leicht aufgesetzt. Das Buch liess mich etwas gespalten zurueck. Kein Topbuch, aber gesundes Mittelmaß.
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Siegfried Lenz lesen ist für mich immer so etwas wie Ankommen und Nachdenken über Geschichte und Gegenwart. Auch in diesem Roman schafft es der Autor wieder seinen Leser in den Bann zu ziehen. Wer mit dem Norden und dem Wasser verbunden ist, der wird besonders die wunderbaren sprachlichen Landschaftsbilder von Siegfried Lenz genießen.

Im Mittelpunkt des Romans steht allerdings Willy. Er ist ein sehr geachteter Teekoster. Doch eines Tages spielen seine Geschmacksnerven nicht mehr mit und Willy schmeißt alles hin.

Willy verlässt seine Stadt, er geht zu seinem Bruder dem Fischer. Der hat die Fischerei vom Vater übernommen, auch ihm geht es nicht gut. Die unter Naturschutz stehenden Kormorane fressen ihm einen Großteil seines Fangs weg.

Die Brüder sind sehr unterschiedlich. Da ist der welterfahrene Willy und da ist der bodenständige Frank. In der Not kommen sie sich näher. Ganz langsam macht Lenz diese Wende in der Beziehung der beiden Brüder zueinander sichtbar. Wieder einmal stellt Siegfried Lenz die Frage nach dem Glück im Leben eines Menschen. Er sucht dabei nicht die Stars im Rampenlicht, er sucht die Normalen, solche die seine Leser sind.

Der Autor geht stets gemeinsam mit seinem Leser auf Reise. Heraus kommt dabei immer ein Gewinn fürs Leben. Das ist das Geheimnis des Siegfried Lenz.
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am 17. Februar 2011
Ich finde, "Die Auflehnung" kommt nicht ganz an die großen Meisterwerke wie 'Deutschstunde' und 'Heimatmuseum' heran. Trotzdem hat mir das Buch ausnehmend gut gefallen.
Zwei Brüder, der eine Teekoster und der andere Fischzüchter, geraten zum Ende ihres Berufslebens in eine existentielle Krise. In der Auflehnung gegen diese Situation gehen beide eigene, nicht unbedingt erfolgreiche Wege. Sie finden aber auch auf anrührende Weise wieder zueinander.
Das alles ist meisterhaft erzählt, unspektakulär und nicht überladen, ohne Pathos und mit dem entscheidenden, hoch sensiblen Blick auf das Wesentliche.
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am 17. November 2013
Man taucht ein in die Arbeitswelt eines berühmten Teekosters einer großen Hamburger Tee-Importfirma.

Man lernt auch die Sorgen eines Fischers (Bruder des Teekosters), dessen Existenz von Kormoranen bedroht ist. (Kormorane sind geschützte Tiere, die sehr viel Fisch pro Tag vertilgen
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am 19. August 2013
Man taucht ein in die Arbeitswelt eines berühmten Teekosters einer großen Hamburger Tee-Importfirma.

Man lernt auch die Sorgen eines Fischers (Bruder des Teekosters), dessen Existenz von Kormoranen bedroht ist. (Kormorane sind geschützte Tiere, die sehr viel Fisch pro Tag vertilgen.
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am 2. Juni 2011
Eins von den Büchern, die mir in die Finger gekommen sind, ohne dass ich danach gesucht hätte. Als Hauptprotagonisten ein Teichwirt und ein Teekoster: das schien zwar apart aber auch ziemlich abseitig und ich machte mich zu Beginn auf eine gemächlich voranschreitende Lektüre gefasst. Habe das Buch dann aber für meine Verhältnisse eher verschlungen, da sich recht bald ein eher hintergründiger Spannungsbogen entwickelte, den die vermeintliche Idylle des Schauplatzes und das unspektakuläre Ensemble der Akteure erst einmal gar nicht herzugeben schienen. Teilweise lässt sich die Romanhandlung sicher als Krimi mit südschleswiger Lokalkolorit verfilmen, aber dann bliebe einiges von der inneren Geschichte des Teekosters auf der Strecke, der am Ende zu einem überraschenden aber durchaus nachvollziehbaren Entschluss kommt.
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am 10. März 2001
Man bekommt Appetit auf Räucherfisch, wenn man Lenz' Schilderungen der durch Kormorane bedrohten Fischzucht eines der Protagonisten liest, und man kann auch die Resignation des ausgedienten Teekosters nachvollziehen, der sich in dieses Refugium zurückzieht, zu seinen Wurzeln zurückkehrt. Was sich aber bei Lenz zunehmend bemerkbar macht, ist ein Verlust an Wirklichkeitsnähe: Der Sohn des Fischzüchters hat einen Führerschein und wird demnächst ein Studium beginnen, die Tochter fährt Rad und hat offenbar keinerlei berufliche Zukunftsperspektive; Corinna, eine Angestellte des Teehauses, kehrt in ihr Heimatdorf heim, als wäre das Telefon noch nicht erfunden... es ist ein schönes und lesenswertes Buch, aber es hat etwas von den Märchenbüchern oder den von den vorigen Generationen übernommenen Jugendbüchern, mit denen wir in die Welt der Literatur eingeführt wurden...
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am 6. Januar 2015
Ein spannende Geschichte über Familie, Zwischen- menschlichen Beziehungen, Ängsten, Gefühlen, feinsinnig erzählt. Es regt zum Nachdenken an. Man würde gerne weiterlesen.
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