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Kundenrezensionen

4,0 von 5 Sternen
22
4,0 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 15. März 2005
Die Geschichte von zwei Bankräubern und Mördern aus Nazideutschland wird von Alex Capus mit der Geschichte der Großeltern des Ich - Erzählers Max Waldner aus einem Schweizer Dorf verbunden. Trifft man auf der einen Seite auf die Gegensätzlichkeit eines Ehepaares, das immer füreinander bestimmt, aber nie füreinander geschaffen war, so wird dieses mit der verzweifelten Liebe und Zuneigung von zwei fatalistischen Verbrechern konterkariert.
Es ist fast minutiöse Genauigkeit, mit der Capus die Nachforschungen an diesem real geschehenen Fall in die Erzählung hineinfließen lässt. Neben zitierten Zeitungsberichten, Aussagen von Überlebenden, Polizeiprotokollen und Gerichtsakten, bekommt der Leser auch Kinoprogramme und Werbungen in die Geschichte eingebettet serviert. Die 30er Jahre in Basel werden mit der Hilfe eines fiktiven Erzählerpaares nachempfunden, direkt in ihrer Präsenz, aber augenzwinkernd in ihrem Inhalt.
So wirken die Bankräuber Kurt Sandweg und Waldemar Velte immer wie zwei Träumer, die verloren sind in einer Welt, die sie nicht verstehen und die sie nicht versteht, bis man wieder mit den blutigen Tatsachen ihrer Morde konfrontiert wird. Zwei liebenswerte Halbstarke, die nächtelang zu Tangoplatten tanzen und mit Verkäuferinnen am Rheinufer spazieren gehen, aber auch ohne Skrupel mehrere Menschenleben auf ihrem Gewissen haben. Capus lässt dem Leser in Bezug auf die Gefühle der beiden stets im Dunkeln. Sie zeigen nie Reue oder Einsicht, leben in einer Schizophrenie zwischen Schein und Sein und rechtfertigen sich noch mit einer pathetischen Weltanschauung, die aus purem Selbstmitleid und Pseudophilosophie besteht.
Alle Figuren bei Capus, so genau sie auch nachgezeichnet sind, lassen den Leser im Ungewissen ob ihrer tatsächlichen Motivationen. Nur das fiktive Großelternpaar des Erzählers glänzt durch Menschlichkeit und Nähe. Somit vollzieht Capus einen fabelhaften Umkehrschwung. Während die realen Figuren irreal werden, erwachen die fiktiven zum Leben, obwohl sie vorgaukeln bloß als Instrument des Erzählers für den Wahrheitsgehalt der Geschichte eingesetzt worden zu sein.
Mit „Das ist die wahre Geschichte von..." beginnt das Buch und endet mit den Lebensgeschichten der Beteiligten nach den Vorfällen in den 30ern. Und dazwischen eine feinfühlige Erzählung die Leser umschmiegt und begleitet und doch ihre dauernde Ironie nicht verbergen kann.
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am 28. Juni 2004
Alex Capus erzählt in seinem Roman "Fast ein bisschen Frühling" die wirklich interessante Geschichte der Bankräuber Kurt Sandberg und Waldemar Velte sowie der Verkäuferin Dorly Schupp aus den Jahren 1933/34, eine Art Bonnie-and-Clyde-Geschichte, worauf er auch Bezug nimmt. Capus hat wieder einmal eine spannende historische Fussnote der Geschichte aufgegriffen und erzählerisch und sprachlich blendend aufgearbeitet. Eine wirklich nette Lektüre für zwischendurch, auch wenn der Roman leider nicht wirklich gelungen ist.
Capus verfolgt das Konzept eines Faction-Romans, einer Mischung aus Fakten und Fiktion, was ihm bei "Munzinger Pascha" viel überzeugender gelungen ist. Capus klebt zu fest an der Realität und weiss mit dem Quellenmaterial (vgl. "Was seither geschah") nur bedingt etwas anzufangen bzw. vermag es nicht in einen Roman zu übersetzen. So verlässt der begnadete Geschichtenerzähler die Oberfläche kaum und beleuchtet viel zu wenig die Kehrseite der Medaille. Capus schreibt denn selbst, dass er Jahre und 22 Versionen brauchte, um den Roman zu vollenden. Eigentlich hätte er besser eine Reportage geschrieben.
Am Negativsten am Roman finde ich, dass die Figuren ziemlich blutleer bleiben. Die Psychologie von Sandberg und Velte bleibt im Dunkeln. Zunächst bringen sie bei einem Banküberfall in Stuttgart einen Bankangestellten um, danach hängen sie in Basel mit der Verkäuferin Dorly herum. Das widersprüchliche Verhalten der beiden wird nicht erklärt. Sie werden als durchaus sympathische Durchschnittsmenschen dargestellt, obwohl sie eigentlich kaltblütige Mörder sind bzw. dazu werden. Sind sie für ihr Schicksal selbst verantwortlich oder sind sie ein Produkt der Gesellschaft? So äussert sich z.B. Velte sehr gesellschaftskritisch und bemitleidet sich als tragischer Held, was allerdings nicht mehr als eine vorgeschobene Attitüde zu sein scheint. Auch die psychologische Entwicklung von Sandberg und Velte bleibt unklar. Wie entwickeln sich zwei ganz normale nette junge Männer zu skrupellosen Mördern, von Underdogs zu Outlaws sozusagen? Auch das Schlusskapitel zeigt, dass Capus viele interessante Geschichten zu erzählen hat, aber leider nicht die von Sandberg und Velte.
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am 29. März 2003
zwei bücher, die man nicht trennen kann. das erste ist der roman "fast ein bißchen frühling". er erzählt von zwei ingenieuren, die 1933 aus deutschland fliehen und zuvor eine bank überfallen und dabei den filialleiter getötet haben. die flucht endet allerdings bereits in basel. einer von beiden verliebt sich nämlich. beide mögen musik und kaufen immer wieder platten bei einer hübschen plattenverkäuferin namens dorly. bis das geld alle ist und ein nächster bankraub erforderlich wird. beide leben ohne jedes ziel vor sich hin, werden schließlich gefaßt. die vorlage für ein schönes "road-movie" der anderen art.
warum das zweite buch "was seither geschah"? weil die geschichte auf wahren begebenheiten beruht und sich die schallplattenverkäuferin dorly kurz nach erscheinen des romans mit dem autor in verbindung gesetzt hat, der offenbar nicht mehr damit gerechnet hat, diese "zeugin" noch am leben zu finden. sie weiß manches, was der autor bislang nicht wußte. außerdem legt uns der autor dokumente und fotos vor, die die ganze geschichte greifbarer werden lassen. und das schönste kommt am schluß des buches: dort steckt in einer tasche eine kleine feine cd mit musik aus der dreißigerjahren, die dorly den beiden bankräubern verkauft hat.
all das bekommen sie für faire 24,90 euro.
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am 14. Februar 2002
Bis ins kleinste Detail hat Alex Capus ein historisches Verbrechen aus den Dreíßiger Jahren recherchiert und schildert es kalt, distanziert und doch menschlich bewegend. Ein ungewöhnlich kunstvolles und doch schonungsloses Buch, eine Lektüre, die man nicht so schnell vergessen wird. Unbedingt lesen!
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am 9. Oktober 2011
Waldemar Velte und Kurt Sandweg wissen: daheim in Wuppertal wollen und können sie nicht bleiben. Also wollen sie nach Indien. Gar nicht so leicht 1933. Trotzdem machen sie sich auf den Weg. Das nötige Reisegeld beschaffen sie sich durch einen Banküberfall in Stuttgart. Bis Basel immerhin schaffen sie es, wo sie auf Dorly und Marie treffen. Gerne würden sie bleiben, aber das Geld wird knapp und damit der nächste Banküberfall fällig'

Selten ist mir eine Rezension so schwer gefallen wie diese. Was soll man auch schreiben, wenn man auch nach einer ganzen Woche nachdenken noch immer nicht weiß, was für ein Buch man da gelesen hat!? Eine halbfiktive Road-Movie Krimi-Dokumentation gepaart mit ein bisschen Romantik und ein bisschen Zeitgeiststudie vielleicht. Und das alles auf nur 160 Seiten. Denn den Kriminalfall 'Sandweg und Velte' hat es tatsächlich gegeben.

Viele Versuche (nach eigener Aussage von Alex Capus genau 22) und über zehn lange Jahre hat der Autor gebraucht um aus Realität und Fiktion eine Geschichte zu spinnen, die einerseits sehr nüchtern und dokumentarisch, andererseits aber auch eindringlich und unglaublich spannend daher kommt. Der schnelle Wechsel vieler verschiedener Erzählperspektiven tut sein Übriges. Keine der Personen in Capus Roman wirkt zufällig platziert, jede hat ihren eigenen Platz und ihre eigene Geschichte, die zumindest kurz angerissen wird. Nicht alle der Geschichten werden bis ins letzte Detail erzählt, aber das ist erstens auf 160 Seiten schlicht unmöglich und zweitens auch eigentlich gar nicht nötig.

'Fast ein bisschen Frühling' ist ein gegensätzliches Buch. Man spürt die Melancholie der beiden fern der Heimat von noch mehr Ferne träumenden jungenhaften Freunde Waldemar und Kurt. Man spürt aber genauso die kaltblütige Wut und den unbändigen Hass der beiden letztlich an ihrer eigenen Verzweiflung zu Grunde gehenden Bankräuber. Der Autor beschönigt nichts, vermeidet es Stellung zu beziehen zu den Verbrechen seiner Protagonisten. Das muss der Leser dann schon für sich selbst tun.

Eine uneingeschränkte Leseempfehlung und 5 Sterne für einen kleinen, aber sehr feinen Roman.

Leider offenbar im Moment vergriffen ist der bereits 2002 im Residenz Verlag erschienene Doppelband aus 'Fast ein bisschen Frühling' und einem 'Buch zum Buch', das zusätzlich eine CD mit den Original-Tango-Aufnahmen von Willi Kollo enthält, die Waldemar und Kurt bei Dorly erstanden haben.
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am 9. Mai 2013
Eine traurige Geschichte, in der die beiden Räuber bei Tanzmusik und Spaziergängen mit der Plattenverkäuferin etwas Glück erleben. Das Glück fehlt in der engen Welt, die fein beobachtet ist, bei den anderen. Wie eine hasserfüllte Ehe gut hält, nur einmal angesichts der höflichen Räuber gefährdet ist, weil die Frau kurz Möglichkeiten ahnt, die dann aber nicht wahr werden, ist brillant geschrieben. Der Schwerpunkt liegt aber auf den Bankräubern, die aus verschiedenen Sichten dargestellt werden.
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am 6. Februar 2013
Ich habe von Alex Capus im letzten Jahr "Leon und Louise" gelesen, was mich sehr begeistert hat. Insbesondere die lebendige, gefühlsbetonte Sprache hat dieses Buch einzigartig gemacht.

Vielleicht war meine Erwartungshaltung daher sehr groß. Fast ein bisschen Frühling war leider nicht mein Fall. Es war sehr dokumentarisch, viele Wechsel der Erzähler und sehr "flach" - man bekam nicht den Eindruck, die Personen kennenzulernen. Es war eher wie eine Strichzeichnung, als ein vollständiges Gemälde. Mit 150 Seiten war es nicht besonders dick und daher habe ich es auch beendet. Es ist kein ganz schlechtes Buch, aber gefallen hat es mir auch nicht.
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am 18. März 2007
Ich habe das Buch zufällig in einer Mangelware-Box entdeckt und war sehr überrascht auf welchen Schatz ich da gestoßen war. "Fast ein bißchen Frühling" mag seine literarischen Schwächen haben, ein wenig altmodisch wirken, doch unter die Haut geht die wahre Geschichte dieser zwei "Verlorenen", die in die falsche Epoche geboren wurden, allemal. Mir zumindest so sehr, dass ich am Ende Tränen in den Augen hatte.
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am 5. März 2003
Wer "Fast ein bisschen Frühling" geliebt hat, sollte dieses charmante kleine Buch unbedingt anschaffen. Endlich erfährt man mal, wie ein Roman entsteht, und was geschieht, nachdem das Buch erschienen ist. Der Autor gewährt hier wirklich einen tiefen und amüsanten Einblick in seine Werkstatt. Und die vielen Fotos von Tatorten, Tätern und Opfern sind wirklich sehenswert. Und die Schlusspointe: Die kleine CD mit Musik aus den 30ern! Grossartig! Eine feine Leistung auch vom Verlag. So etwas unkommerziell Hübsches leisten sich heute nur die wenigsten.
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am 20. Oktober 2012
Insgesamt hat mir das Buch ganz gut gefallen. Zum Inhalt wurde alles gesagt. Ein paar wenige Passagen habe ich nur überflogen, die fand ich etwas zäh und langatmig.

Wirklich gewundert habe ich mich allerdings darüber, dass man in Basel an der Lorelei spazieren gehen kann. Ich kenne nur die Loreley bei St. Goarshausen und konnte auch im Internet keine andere finden.
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