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ROT: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 3. Oktober 2017
Der Roman ist langweilig und inhaltslos. Müsste ich das Buch nicht für die schule lesen hätte ich schon nach der Hälfte aufgegeben.
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am 16. Juni 2010
Uwe Timm liefert einen sehr reflektierten Rückblick auf eine interessante Zeit und ihre Denkweise.Dass der fiktive Erzähler ein Begräbnisredner ist, schafft eine sehr spannende Erzählsituation: Der Erzähler vergleicht sein Leben und Handeln mit dem des Toten, für den er die Leichenrede halten soll, und macht bei seinen Nachforschungen interessante Entdeckungen. Genial angelegter Roman, der einem in mehrerlei Hinsicht zu denken gibt. Faszinierend von der ersten bis zur letzten Seite. Auch jeder bürgerlich-konservative Leser sollte sich einmal an dem Roman reiben. Schaden würde es keinem!
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am 3. Juni 2014
hat mir besser gefallen. Rot ist wie der beschriebene alte Porsche des betrogenen Ben. "... und dieses Modell sieht weit besser aus als all die anderen, die ihm folgten, es ist so einfach ohne Anstrengung elegant. kein Firlefanz." Übrig bleibt leider nur eine Angeberkarre und das liegt am Protagonisten. Der wirkt auf mich einfach zu gelackt. Junge Frau, Jazz, gekifft wird auf Seite 300 und nach New York muss ich auch mal wieder. Das nervt.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 30. Juni 2005
Thomas Linde spricht auf Beerdigungen, im Gegensatz zur „Konkurrenz" aber nie von Gott, sondern vom Leben der Verstorbenen. Linde ist ein Altlinker, eine echte „rote Socke" mit einschlägiger Vergangenheit: Endlose Diskussionen in muffigen Kneipenkellern, Agitprop an der Uni, kommunistische Weinlese nebst promisker Freizeit im französischen Süden.
Bei einem Begräbnis lernt er Iris kennen, im wahrsten Sinne des Wortes eine Lichtgestalt, über zwanzig Jahre jünger, verheiratet. Sie interessiert sich erstaunlicherweise sehr für den alternden Revolutionär, eine Affaire beginnt. Gleichzeitig bekommt der Grabredner einen neuen Auftrag: Sein lange vergessener Genosse Aschenberger ist gestorben und hat sich Linde für die Beisetzung gewünscht. Dieser taucht tief ein in die Welt seines ehemaligen Freundes, der seine Ideale bis zuletzt auch gelebt hat. Mit einer Ausnahme, der Verweigerung, aus politischen Motiven gewalttätig zu werden. Aschenberger plante, die Berliner Siegessäule zu sprengen, dieses anachronistische Zeichen militärischer Macht inmitten der Stadt. Und tatsächlich findet Linde zwischen dem Müll in Aschenbergers Souterrain-Wohnung ein Päckchen Sprengstoff ...
Timm ist ein wortmächtiger Erzähler, dessen Sprache rasch vereinnahmt, die von brillierender Schönheit ist. Sie geht einher mit origineller Dramaturgie, die die eigentlich eher tröpfelnde Geschichte mit einer Art Druck ausstattet, der sich auf den Leser überträgt. Auch viele Wiederholungen und deklamierend vorgetragene linke Allgemeinplätze langweilen deshalb nie, während sich das schillernde Mosaik nach und nach zusammenfügt, um schließlich in der titelgebenden Farbe zu leuchten. Großartige Literatur.
36 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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VINE-PRODUKTTESTERam 21. April 2016
Wie umgehen mit der eigenen legendären 68er Vergangenheit? Vielleicht so: Einsehen, was das für ein infantiler Unsinn war (höchstens historisch erklärbar) und im Laufe der Jahre Einpendeln auf die Lebensrealität, auf die jeweils eigene authentische Person? Einsehen, dass die radikale Weltverbesserung eine naive Menschheitsutopie war und sich lieber bescheiden einlassen auf die Mühen des wirklichen Lebens? Das tut der Protagonist in dem Roman durchaus. Er ist schon über 50, hat immer noch Erfolg bei jüngeren Frauen und kann als Beerdigungsredner auskömmlich leben. Er hat dies und jenes ausprobiert, ist wieder ungebunden, spielt Jazz und ist mit Jazzkritiken im Radio zu hören.

Aber nein, das ist dann doch zu wenig. Immer wieder bricht für ihn die Sinnlosigkeit des Lebens in unserer Konsumgesellschaft durch: "Alles Verklärungen, verbale Krücken, um das zuzudecken, was sich auftut, was tatsächlich ist: nichts. Ein schwarzes Loch, in das alles zusammenstürzt, eine Implosion des Sinns, nichts, nichts, nichts'" (153). Und als er die Beerdigungsrede bei einem ehemaligen Genossen halten soll, der keine Kompromisse machte und ein anspruchsloses, einsames Leben führte, um seine Ideale aufrechtzuerhalten, da überwältigt ihn die Nichtigkeit seiner eigenen Existenz, da ist er so gerührt von dem ehemaligen Weltverbesserungsethos, dass er sich gleich selbst von der Berliner Siegessäule stürzt, die sein alter Kumpel eigentlich in die Luft sprengen wollte. Man ist verblüfft: So schwer hat er am Leben getragen?

Es liegt also eine gewaltsame Aufprotzung seines Lebens mit Tiefsinn und Tragik vor, was man seinem real geschilderten Leben gar nicht abnimmt. Die Menschen, mit denen er zu tun hat, sind durchaus diskussionsbereit, liebenswert und zugänglich, obwohl es richtige Yuppies und Kapitalistenknechte sind, die Geld in Hülle und Fülle verdienen und einen alten Porsche mit kultigem Sitzpolsterleder fahren. Außerdem: Ist dieses Empfinden von totaler Sinnlosigkeit und Verzweiflung nicht einfach nur die Kehrseite von der jugendlichen Illusion der totalen Weltverbesserung? Jeder versucht sich halt die Welt zu erklären, wie er es gewohnt ist.

Timm erzählt deutsche Geschichte gekonnt und einfallsreich, wenngleich er auch immer wieder etwas angestrengt in Tiefsinn (über die Farbe Rot, wobei er sich anscheinend von Pamuks "Rot ist mein Name" von 1998 hat beeinflussen lassen) und Symbolik macht (Iris, das Licht, Jonas und der Walfisch). Er hätte es vielleicht bei der Darstellung belassen sollen, wie einer allmählich vom Leben belehrt wird und darin seinen Lebenssinn findet. Aber nein, der Mann will gleich tot sein, gleich vom ersten Kapitel an.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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VINE-PRODUKTTESTERam 10. Oktober 2006
In meiner letzten Rezension schrieb ich: 'Bleibt die Frage, warum es im deutschen Sprachraum nicht viele Erzähler des Formats eines Andrew Sean Greers gibt.'

Einer der wenigen lebenden deutschen Erzähler, die mit der Vielzahl der erstklassigen amerikanischen Romanciers konkurrieren können, wo es nicht direkt etwas zu konkurrieren gibt, ist Uwe Timm.

Nach 'Morenga' und 'Die Entdeckung der Currywurst' ist 'Rot' das dritte Buch, das ich von Timm gelesen habe. Und das dritte Buch, das ich im Nachhinein als lesenswert bezeichne.

Die Handlung an sich wäre schnell erzählt, wenn es darum ginge. 'Rot' ist jedoch kein Roman, der von der Handlung lebt. Vorsicht deshalb, wer in Filmen, Büchern und im Leben ständig nach Aktion sucht! 'Rot' besteht zu einem großen Teil aus dem Gedankenstrom des Erzählers, respektive des Protagonisten, einem professionellen Beerdigungsredner. Gedankenstrom? In der Tat erinnern die letzten circa 50 Seiten an Teile in James Joyces 'Ulysses', wenn auch in abgemilderter Form. Zwar immer gut lesbar, ist es jedoch nicht immer ganz leicht den Überblick zu behalten. Das wiederum ist aber geradezu typisierend für Texte dieser Art. Wenig beschreibende Passagen, viele Dialoge, noch mehr Gedanken.

Die Figuren im Roman, nicht nur der Protagonist Thomas, werden dennoch oder gerade dadurch plastisch und greifbar. Der Roman beginnt mit dem Ende und so schließt sich mit dem letzten Wort der Gedankenkreis. Nie langweilig gehört 'Rot' zu den Höhepunkten deutscher Erzählkunst der letzten Jahre.
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am 17. Juli 2016
Der Roman "Rot" von Uwe Timm ist ein blitzgescheites Buch und vor allem für die Generation, die das Ende der 60er-Jahre selbst miterlebt hat, ein intellektuelles Lesevergnügen.
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am 3. September 2007
Thomas Linde bringt Menschen unter die Erde. Genauer gesagt: Er hält Leichenreden. Früher, in den Siebziger Jahren wollte er die Welt verbessern, war Mitglied der DKP bis zur Ausbürgerung Biermanns. Heute hält er sich aus allem raus. Seine Habseligkeiten hält er klein, Beziehungen hat er keine, bis die zwanzig Jahre jüngere Lichtdesignerin Iris ihn aufreisst und sein sorgsam gehütetes Schneckenhaus in Unordnung bringt.

Unordnung bringt auch ein merkwürdiger Auftrag. Ein Mann hat ihn testamentarisch zu seinem Leichenredner bestellt. Doch den Namen kennt er nicht. Bis sich herausstellt, dass es sich um einen Genossen aus alten Zeiten handelt. Der hat bis heute seinen Kampf für eine bessere Welt und gegen die Reaktion nicht aufgegeben. Thomas entdeckt ein Sprengstoffpaket in seiner Wohnung. Damit wollte er die Berliner Siegessäule in die Luft sprengen.

Und damit sprengt er endgültig Thomas Schneckenhaus. Eine Reise in die Vergangenheit, durch vierzig Jahre deutscher Geschichte nimmt ihren Lauf.

Timm stellt sie uns vor, die Weltverbesserung wie das Glück im trauten Winkel, abgeschirmt von den Stürmen der Zeit. Und sein Beerdigungsredner versteht es, die Quintessenz aus den vergangenen Leben herauszuholen. In kurzen Szenen, wenigen Seiten kann er ganz unterschiedliche Lebensläufe lebendig werden lassen, überhaupt sind diese Szenen die Stärke des Buches. Da wird Geschichte lebendig, da fesselt das Buch.

Die Oma, die nach dem Tode ihres Mannes ihre ganze Wohnung bei Ikea neu einrichtet. Das Büffet mit gesprungener Marmorplatte, das zersprang, weil es als Schutz einer Jüdin im Keller stand. Der Kommunist, der zum Weinhändler wurde. Der Maler, der die Papierkörbe von Schriftstellern ausschlachtet.

Leider neigt der Autor auch zu essayistischen, ausuferndem Philosophieren und das kann er weit weniger gut. "Es sollte ein anderes Leben sein, selbstbestimmt, frei, eigensinnig, erfahrungsreich, nicht nur dem rechnenden, kalkulierenden Verstand unterworfen, der Mut sich zu öffnen, Stolz auf die Schwächen, auch auf das Leiden, das eigene, eine eigene Welt, keine laue, gleichgültige, nicht Leid und Glück nebeneinander dulden." Wer die Zeit erlebt hat, für den können solche Stellen Erinnerungen wecken, für alle anderen dürften sie eher wie Nostalgie eines 68ers erscheinen.

Und Timms Held besitzt ein schwarzes Loch. Das heißt DKP und darüber verbreitet er sich nur allgemein, genau dort fehlen die lebendigen Szenen, die das Buch sonst so lesenswert machen. Vielleicht ist das auch der Grund, warum der Beerdigungsredner sich in ein biedermeierliches Schneckenhaus zurückgezogen hat, sämtliche Außenkontakte auf ein Minimum beschränkt? Einmischen, auf der Seite des Fortschritts und der DKP, das ist gescheitert, aber beerdigt hat er diese Phase noch nicht, die Leichenrede steht noch aus, nur dann würde das Leben weitergehen. Doch davon ist im Buch leider keine Rede.

So ist ein wichtiger, spannender Roman über die letzten Jahrzehnte entstanden, leider aber auch einer mit viel nebulösem Gerede, das nur verständlich ist, wenn man die geschilderten Zeiten selbst erlebt hat.

(C) Hans Peter Roentgen
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am 19. Dezember 2006
Uwe Timm lädt ein zum Mitdenken. Nicht um die Gedanken derer, von denen dort die Rede ist, kritiklos abzunicken, er macht auf eine andere Art Menschen aufmerksam. Andere, als die, die wir gewohnt sind. Das verdeutlicht er schon durch den Beruf des Protagonisten: Grabredner (altertümlich Leichenredner, wie er selbst erklärt).

Das Buch ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig. Herr Timm verwendet nicht die direkte Rede. Ein Stilmittel, das schwieriger zu lesen ist. Und manchmal muss man genau verfolgen wer was sagt. Aber spannend ist das Buch. Und gut geschrieben. Auch hat er einen sehr angenehmen Sprachgebrauch. Einzig - und dafür habe ich einen Stern weggelassen - im letzten Viertel sind die Fragmente nicht mehr so gut zu überblicken; fragt man sich über wen und von wem er da erzählt. Auch hat der Schluss einen kleinen Logikfehler. Aber den verrate ich nicht. Dafür ist das Buch wirklich zu sehr lesenswert.
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am 11. November 2001
Eine geschickt gewählte Sicht: Ein hochgebildeter Mann, der als Leichenredner sein Auskommen hat, muss auf einen alten Bekannten, den er schon lange aus den Augen verloren hat, die Grabrede halten. Unter der Hand wird daraus ein breit und vielfarbig angelegtes Bild eines Teil der sogenannten 68-er-Generation und punktuell auch des Schicksals früherer Generationen. Gut komponiert, in einer schönen Sprache und mit Humor geschrieben. Manchmal etwas ausschweifend, aber der Situation eines, dessen Leben in Highlights noch einmal aufblitzt, wohl angemessen.
15 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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