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Kundenrezensionen

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am 14. Juli 2004
Einfühlsam wird die Geschichte des Arne Hellmer in diesem Roman von Siegfried Lenz erzählt. Arne, einziger Überlebender einer Familientragödie, wächst fortan bei einer fremden Familie auf und wird immer wieder mit Trauer und Einsamkeit konfrontiert. Schließlich sieht er, wie schon seine Familie, keinen Ausweg mehr und bringt sich um. Erst nach seinem Verschwinden wird der Familie, die ihn bei sich aufgenommen hatte, bewusst, wie wichtig ihnen Arne doch war.Hans, sein einziger wahrer Freund und ältester Sohn der Familie, ordnet seinen Nachlass und taucht dabei erneut in die Vergangenheit ein und lässt Arnes Leben Revue passieren.
Wir selbst haben dieses Buch für den Deutschunterricht lesen müssen und kaum eine andere Lektüre hat uns bisher so bewegt wie "Arnes Nachlass".
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am 5. September 2016
Die Geschichte eines Jungen, der dem Leben nicht standhält.

Eine berührende Geschichte über Arne, der nach dem Tod seines Vaters zu dessen Freund in die Familie kommt und dort ein neues Leben beginnt. Der Junge findet in dem ältesten Sohn Hans einen Freund, doch die jüngeren Kinder Wiebke und Lars akzeptieren ihn nicht wirklich und wollen ihn und Hans nicht dabeihaben.
Arne ist anders und manchmal etwas seltsam, aber herzensgut und zu weich im Innern, als dass er alle Dinge, die ihm widerfahren heil überstehen könnte. Er hatte Kraft und zeigte sie auch, aber für alles reichte sie nicht.
Arne ist mir während des Lesens sehr ans Herz gewachsen, aber auch Hans werde ich in guter Erinnerung behalten, da er diese Geschichte erzählt hat. Emotional, aber nicht kitschig, mit schöner Sprache, schönem Gefühl und einem Gleichklang, der nicht langweilig war, sondern anziehend. Es ging im gleichen Rhythmus immer weiter vorwärts und dabei schwebte man durch den Text, aber auf einer dunklen Wolke, aus der es immer wieder zu regnen drohte.

Insgesamt also ein stimmungsvoller Text, eine schöne, anrührende Geschichte, die ich den meisten empfehlen würde, weil sie einfach sehr lesenswert ist und sicher für jeden eine Aussage bereithält.

Eben ein Buch, das vom Leben erzählt. Von Hoffnungen und Wünschen, von Träumen und Ängsten, von Verlust und Gewinn, von Freundschaften und Verrat, von Liebe und Familie.

Von Herzen von mir empfohlen!!

Persönliche Anmerkungen:

Interessanter Stil. Der Autor erzählt aus der Ich-Perspektive von Hans, dem ältesten Sohn der Familie. Dieser spricht Hans ab und an persönlich an, erzählt aber ansonsten in der Er-Form von ihm. Zuerst war das für mich etwas irritierend, aber dann fand ich es recht angenehm und ein schöner Aspekt im Text, der auch ausdrückt, was Arne Hans bedeutet hat.

Was weniger gut für mich persönlich ist, dass das Buch keine Kapitel hat. Es fließt einfach so durch, diese 206 Seiten. Das ist beim Unterbrechen immer etwas schwierig. Es gibt keine gesetzten Pausen und somit vergesse ich häufig, was vorher war, wenn ich mitten im Absatz praktisch aufhören muss.
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am 15. Juni 2006
In diesem Buch erzählt Siegfried Lenz die Geschicht eines kleinen Jungen Namens Arne, der im Alter von 12 Jahren seine Familie verliert, weil sein Vater sie mit sich in den Tod reisst. Daraufhin kommt er zu einer neuen Familie, in der er sich um Liebe und Anerkennung bemüht. Dieses Buch besteht aus 2 Erzählebenen einmal die Gegenwart, in der Arnes neuer Bruder Hans Arnes Nachlass einpackt, weil der sich wie auch schon sein Vater umbringt, weil er von den neuen Menschen in seinem Leben nicht die Zuneigung bekommt die er sich erhofft und um dies zu erreichen die Menschen die ihn sehr lieb haben schwer entäuscht. Und die Vergangenheit, denn zu jedem Stück, dass Hans verstaut, fällt im eine Episode zu Arne ein. So erfährt man nach und nach, wie es zum tragischen Ende von Arne gekommen ist.

Das ganze buch ist von einer sehr finsteren und bedrückenden Stimmung umgeben. Siegfried Lenz versteht es perfekt dieses traurige und verlassene Gefühl von Arne zu transportieren. Er spielt mit Symbolen und der Landschaft die perfekt zur Gesamtstimmung des Buches passen.

Einziger Kritikpunt bei diesem Buch ist, dass man beim Lesen denkt die Geschicht würde sich irgendwann vor ein paar Jahrzenten abspielen. Aber diese Geschichte spielt kurz vor dem neuen Jahrtausend. Aber das ändert nichts an der tollen Erzählweise von Lenz und der wichtigen Bootschaft des Buches. Diese Geschichte von einem jungen der mit dem Leben nicht fertig geworden ist aus mehreren Gründen ist genau das richtige für einen verregneten Sonntagnachmittag.
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am 10. Mai 2004
Eigentlich wurde ich dazu gezwungen, dieses Buch zu lesen, da ich Mitte Mai 2004 die KDS (Kleines Deutsches Sprachdiplom) Prüfung ablegen sollte. Um diese Prüfung überhaupt zu bestehen, muss man mindestens zwei Bücher gelesen haben. Dieses Buch steht auf der Bücherliste, die insgesamt 4 Bücher umfasst. Nach der Empfehlung von einem deutschen Freund habe ich mich entschlossen, dieses Buch zu lesen. Beim ersten Lesen fiel es mir gar nicht leicht, den ganzen Inhalt zu verstehen. Einerseits gibt es so viele fremde Wörter, die für mich Hafenfachausdrücke sind, andererseits haben sich in dem Buch doch etliche Geschichten zugetragen.
Bisher habe ich dieses Buch schon viermal gelesen. Das ganze Buch behandelt einen kleinen Jungen Arne, der seine Familie zu früh verlor und deshalb unter unvorstellbaren Schmerzen litt. Arne wurde von einem guten Freund seines Vaters aufgenommen. Arne war ein super intelligenter Junge, aber zugleich auch übersensibel und gefühlvoll. Er tat alles, um von den anderen anerkannt zu werden. Er hatte zwar Liebe von seinen Pflegeeltern und wahre Freundschaft von dem älteren Bruder Hans gewonnen, hatte es jedoch schwer, mit der jüngeren Schwester Wiebke und dem jüngeren Bruder Lars umzugehen. Um in ihrem Kreis aufgenommen zu werden, hatte Arne sogar seine erstklassigen Schulleistungen und das Vertrauen von Kalluk, dem Nachwächter seines Pflegevaters, geopfert. Dennoch nutzten Wiebke und Lars Arnes Zuneigung zu ihnen aus, um ihren hinterlästigen Plan durchzuführen. Arne, der unschuldige Junge, ließ sich in diesen boshaften Plan einweihen, damit er in der Clique der anderen Altersgenossen aufgenommen werden könnte. Nach dem Aufdecken dieses Plans nahm Arne die ganze Schuld an sich, gegenüber der Abneigung von Wiebke und Lars, die sie die ganze Zeit für Arne empfanden, brach Arne tief im Innern zusammen. Er nahm sich ein boot, fuhr Richtung Elbe und ertränkte sich dort.
Eine traurige Geschichte. Ja, das ist die Geschichte. Manche haben rezensiert, dass Arne im Vergleich zu seinen Altersgenossen zu reif ist, jedoch ist er nicht reif genug um sich dazu zu bekennen, dass Freundschaft nicht kaufbar ist. Gegen dieses Argument möchte ich mich äußern. Arne hat zu der Reparatur des Bootes "Winnie" einen großen Betrag beigetragen. Er will damit die Zuneigung anderer Altersgenossen gewinnen. Das ist aber nur ein Teil dessen, was er versucht hat, sich den anderen anzuschließen. Er hat auch den anderen in der Familie Dinge geschenkt, hat sich mehrmals Wiebke und Lars geboten und hat in seinen Schulleistungen bewusst nachgelassen, nur um die Zuneigung anderer zu gewinnen. Er ist ein ganz normaler Junge, der auf Liebe und Zuneigung der anderen angewiesen ist. Er hat nicht bewusst versucht, die Freundschaft mit Geld zu kaufen, das gehört nun mal zu seiner Großzügigkeit, sowie Lenz in dem Buch angedeutet hat: Arne sagte Hans eines Tages, wenn Hans irgendwann mal Geld braucht, sollte er sich zuerst an Arne wenden. Arne ist einfach ein hilfsbereiter Junge, der sogar sein Sparbuch, welches für viele Menschen ihr eigenes Geheimnis ist, Hans anvertraut hat. In diesem Sinne können wir nicht sagen, dass Arne versucht, die Freundschaft mit Geld zu erkaufen. Er hat wirklich alle Wege ausprobiert, aber er ist nur mal anders, wie Wiebke und Lars selbst gesagt haben. Wenn wir uns überlegen, dann werden wir bemerken, dass solche Menschen auf unserer Welt tatsächlich existieren, Menschen, von denen sich die meisten fernhalten, weil sie ihnen entweder überlegen oder unterlegen sind. Arne gehört zu solchen Menschen.
Als ein Ausländer bin ich eigentlich nicht in der Lage, dieses Buch zu bewerten. Aber von dem, was ich in diesem Buch gelernt habe, musste ich einfach 5 Sterne abgeben. Obgleich ich dieses Buch viermal gelesen habe, konnte ich kein bisschen Gefühl für den Inhalt, die Erzählungstechnik des Autors, usw. entwickeln. Für einen Ausländer, der bereits seit 4 Jahren in Deutschland lebt, ist das freilich sehr traurig. Dennoch strebe ich an, weitere deutsche Literatur zu lesen, und ich vesuche eines Tages eine deutsche Literatur nicht nur oberflächlich, sondern vertieft zu rezensieren. Aber für alle Ausländer, die sich für deutsche Literatur interessieren, kann ich dieses Buch nur empfehlen.
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Der Autor Siegfried Lenz ist seit 1951 freier Schriftsteller. Durch seine Fischerurlaube in Finnland besteht dazu eine besondere Beziehung, die auch in seinem Buch Arne's Nachlass deutlich wird.
Das Hauptproblem des Buches ist die Gruppe/ Gemeinschaft und der Einzelne. Arne, ein 12-jähriger Waisenjunge wird nach dem Freitod seiner Familie von einem Freund seines Vaters aufgenommen. Das Buch erzählt aus der Perspektive des ältesten Sohnes Hans, der sich mit Arne ein Zimmer teilte. Während er Arne's Nachlass sortieren muss und ihm die einzelnen Besitztümer durch die Hände gleiten, lässt er seine Erinnerungen an Arne Revue passieren.
Arne, immer ein ausgeschlossener, stiller, aber intelligenter Junge, versuchte sich immer in die Clique der anderen beiden Geschwister, Lars und Wiebke, einzugliedern. Doch je mehr er um Anerkennung kämpfte, desto stärke musste er ihre Ablehnung erfahren. Am Ende opfert er sich selbst in dem Versuch sich, ohne seine Ideale zu ändern, der Clique zu unterwerfen.
Das Buch geht sehr intensiv auf die Problematik des Cliquendrucks und den Wunsches nach Gemeinschaft ein. Es regt an, über Außenseiter und Beziehungen in der Gesellschaft nachzudenken.
Wir als Klasse 10a des SJG haben das Buch sehr ausfühlich im Deutsch-Unterricht behandelt und einiges für unsere Klassengemeinschaft daraus gewinnen können.
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am 18. Februar 2015
Schon erfolgreich für den ARD-Film-Mittwoch verfilmt: Siegfried Lenz' tragische Geschichte des offenbar hochbegabten Schülers Arne, der von einem Freund seines verstorbenen Vaters aufgenommen wird, nachdem dieser sich und alle anderen Familienmitglieder in einer Verzweiflungstat ausgelöscht hat. Der Pflegevater betreibt eine Abwrackwerft an einem Elbe-Seitenarm. Sein ältester Sohn Hans, aus dessen Perspektive die Handlung geschildert wird, ist ein stiller Bewunderer des Jungen, für seine jüngeren Geschwister, die sprunghafte Wiebke und deren Bruder Lars, ist er eher ein »seltsamer Heiliger«, dem sie schließlich, da sie ihn nicht in ihren Freundeskreis aufnehmen, so sehr zusetzen, dass er sich zu einem drastischen Schritt entschließt: Er fährt auf die Elbe hinaus um nie wiederzukehren. In der Rückschau erinnert sich Hans, beim Ordnen von Arnes Hinterlassenschaft, an einzelne Episoden aus dem gemeinsamen Leben, etwa einen Ausflug auf die Elbe, einen Vorfall beim Schulsport, daran, wie Arne versehentlich den Stapellauf eines mit seinem eigenen Geld restaurierten Schiffs zum Desaster werden lässt oder von Wiebke und ihrem Bruder in einen nächtlichen Einbruch in eine Lagerhalle verwickelt wird.

Wie alle späten Romane des Autors lebt auch dieser vom Hamburger Lokalkolorit und wirkt, genau wie seine Hauptfigur, etwas aus der Zeit gefallen: kein Internet oder Mobilfunk weit und breit, dafür Hobbys wie Bleigießen oder die Erkundung eines Wracks. Die Geschichte, die ein melancholischer Grundton durchweht, könnte ebensogut in den fünfziger Jahren spielen, als Lenz selbst noch jung war. Spannung will sich wegen des episodenhaften Charakters der Erzählung nicht recht einstellen; der Roman lebt von der subtilen Charakterzeichnung der komplexen Hauptfigur und von der Stimmung, die Lenz durch kenntnisreiche Tableaus der Hamburger Hafenwelt erzeugt.
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am 14. Juli 2004
Arne Hellmer ist der einzige Überlebende eines Selbstmord-Dramas; der Zwölfjährige wird von einer befreundeten Familie aufgenommen, die sich für den plötzlich alleinstehenden Jungen verantwortlich fühlt. Arne ist schüchtern und still; der einzige unter den drei Kindern seiner neuen Familie, dessen Freundschaft er gewinnen kann, ist Hans, fünf Jahre älter als er. Hans erzählt die drei Jahre, in denen er mit Arne das Zimmer geteilt hat, bis zu dessen Verschwinden. Er erinnert sich, während er Arnes Nachlass ordnet und sortiert.
Arne war oft allein, er war ein Einzelgänger. Er träumte von einer Reise nach Finnland, wo er einen Freund besuchen wollte, und er lernte eifrig Sprachen, hätte wegen seiner schulischen Leistungen eine Klasse überspringen können- und doch suchte er immer wieder vergeblich bei anderen nach Kontakt und Freundschaft. Niemand aber wollte sich recht mit Arne abgeben. Auch für Hans blieb er letztlich ein Rätsel. Und dann verschwindet Arne. Allein lässt er sich in einem Boot den Fluss hinunter treiben; alles Suchen nützt nichts, Arne bleibt verschwunden.
Da Siegfried Lenz fließend erzählt und gute Übergänge zwischen Hans Erinnerungen an Arne und der Gegenwart, in der Hans Arnes Nachlass zusammen packt, schafft, ist das Buch leicht zu lesen. Ansonsten kommen viele Begriffe aus der Seefahrtssprache vor, unter denen man sich meist nichts vorstellen kann. Das lässt einen dann leicht den „Handlungsfaden" verlieren. Am besten nur kaufen, wenn man gerne genau ließt (um vielleicht einer der vielen Andeutungen von S. Lenz nachzugehen) oder ein gerne eine Phantasiereise zu Häfen und zum Meer macht.
Pia B. und Judith G. (10a des SJG-Rheinbach)
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am 14. November 2013
Siegfried Lenz ist 1926 in Ostpreußen geboren, zahlreiche sehr lesenswerte Erzählungen wie z.B. "So zärtlich war Suleyken" und Romane, z.B. "Deutschstunde" haben zu inzwischen sehr vielen Ehrungen und Preisen geführt.

In diesem 1999 erschienenen 12. Roman erzählt er aus der Sicht des Jungen Hans die Geschichte von Arne Hellmer, der als einziger Überlebender des Suizid seiner eigenen Familie in die des Freundes seines Vaters aufgenommen wird, dort von Hans trotz seiner schweigsamen und zartfühlenden, dabei aber im Umgang mit anderen schwierigen Art gemocht, von den anderen Geschwistern von Hans, Lars und Wiebke aber eher verachtet wird. Dass Wiebke ihn nicht ebenso mag, wie er sie, und daß er nicht von deren Clique aufgenommen wird, außer um ihn auszunützen, wird ihm schließlich zum Verhängnis.

Behutsam und in ruhigen Worten breitet Hans beim Ordnen von Arnes kleinem Nachlaß die Geschichte Arnes, seine Sprachbegabung und sein fotografisches Gedächtnis, seine Empfindsamkeit wie auch seine Neigung zu Halluzinationen vor dem Leser aus. Am Schluß bleibt unklar, ob der Nichtschwimmer Arne, wie seine Familie vor ihm, ebenfalls Selbstmord auf der Elbe verübt hat oder nur einfach verschwunden ist, der geheimnisvolle Mensch nimmt sein Geheimnis mit sich, der empfindsame Mensch geht in den Strudeln dieser Welt unter. (14.11.13)
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am 18. Juli 2004
Mit meiner Klasse haben wir Arnes Nachlass von Siegfried Lenz im Deutschunterricht gelesen. Anfangs war ich nicht von dem Buch angetan, da das Cover doch etwas langweilig aussieht. Doch beim Lesen gefiel es mir von anfang an, sodass mich die Aufmachung gar nicht mehr stört. Ich würde dieses Buch ohne schlechtes Gewissen jedem empfehlen zu lesen, da es in allen Hinsichten eine Bereicherung ist.
Sigfried Lenz lässt den Adoptivbruder Hans des verstorbenen Arne beim Einpacken dessen Nachlasses dessen Geschichte erzählen. Hans erzählt alles sehr gefühlvoll und einfühlsam. Für ihn ist es schwer mit Arners Tod umzugehen. Er braucht sehr lange um den Nachlass einzupacken und es fällt ihm sehr schwer Arne aus seinem Leben zu verbannen.
Der 14 jährige Arne Hellmer überlebt als einziger bei einem Familiendrama. Er kommt zu Hans in die Familie. Er wohnt mit Hans in einem Zimmer und die beiden verstehen sich auf Anhieb gut. Arne ist den Kindern in seinem Alteer weit voraus und hat deshalb viele Probleme. Er ist sehr still und zurückhaltend und findet deshalb nur schwer Kontakt zu anderen. Er interessiert sich sehr für Hans Schwester Wiebke und versucht viel, um ihre Anerkennung und die ihrer Clique zu gewinnen. Das geht so weit, dass er am Ende völlig gegen seine Prinzipien und Vorstellungen verstösst. Ews endet in einer Katastrophe: Arnes Tod.
Es scheint als seies Selbstmord gewesen, doch Sigfried Lenz lässt es bis zum Ende offen. Direkt am Anfang des Buches stekllt sich dem Leser die Frage von Arnes Tod, doch sie wird bis zum Schluss nicht geklärt.
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am 4. April 2012
Lenz zu lesen, ist unabhängig davon, ob es sich um einen seiner Romane oder um seine Erzählungen handelt, immer ein Erlebnis, ist der deutschen Sprache doch kaum ein Schriftsteller so mächtig wie er. Dabei sind seine Sätze immer geradlinig und klar formuliert, nichts ist überflüssig, nichts aufgesetzt.

Sprach vermag sogar zu trösten: Hinwegzutrösten über das so unglücklich verlaufene Leben Arnes, der von der Familie des Ich-Erzählers aufgenommen wird, nachdem sich dessen Eltern, durch Schulden hoffnungs- und perspektivlos geworden, das Leben nehmen und auch Arnes Schwestern mit in den Tod reißen. Arne überlebt als Einziger. Und hat an dieser Hypothek schwer zu tragen.

Hans, der jugendliche Ich-Erzähler, "Pflegebruder" und Freund Arnes, erinnert sich an die wenigen gemeinsamen Jahre. Arne lebt nicht mehr und Hans bekommt den Auftrag, Arnes Besitztümer einzusammeln und auf dem Dachboden zu verstauen. Doch jeder Gegenstand birgt Erinnerungen. Und mittels dieser Erinnerungen ergibt sich langsam ein Bild davon, was für ein Mensch Arne war, was ihn bewegte, freute, ängstigte.

Und so lebt Arne weiter, in den Erinnerungen der Menschen, die ihn ins Herz geschlossen haben. Beeindruckend und zeitlos.
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