flip flip Öle & Betriebsstoffe für Ihr Auto Jetzt informieren Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle PrimeMusic BundesligaLive

Kundenrezensionen

3,7 von 5 Sternen
8
Der Schlangenbaum: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 22. Dezember 2013
Im Grunde ist der Roman eine Fortschreibung von Max Frischs „Homo faber“ in das Ende des 20. Jahrhunderts. Die Auseinandersetzung des westeuropäischen Technikers Wagner (einen Vornamen erfährt man nicht) mit einer fremden, mythischen Welt, mit der politisch-sozialen Umbruchsituation Südamerikas und mit einer grundsätzlichen privaten Lebenskrise, die eventuell in den Untergang mündet, erinnert stark an die Erlebnisse des Walter Faber in den 50er Jahren.
Wagner lässt sich von seiner Firma als Bauleiter zu einem problematischen Projekt (Bau einer Papierfabrik) nach Südamerika schicken. Gleichzeitig erfährt man im Rückblick von den privaten Problemen zu Hause mit Frau und Familie. Wagner lernt die örtliche Prominenz und die abgeschottete deutsche Kolonie kennen, aber auch die Arbeitsbedingungen der Indios aus Bolivien. Dabei gerät er - weil er sich einmischen will - zunehmend in das Spannungsverhältnis zwischen autoritärer Diktatur und den psychologischen Empfindlichkeiten der Einheimischen. Seine Beziehung zu der jungen Luisa, die eventuell eine Gruppe von Freiheitskämpfern unterstützt, führt zu weiteren Schwierigkeiten - vor allem als Luisa spurlos verschwindet. Die Suche nach ihr wird zu einem spektakulären Roadmovie. Der Roman endet mit Wagners Rückkehr auf der Baustelle sowie einer fiebrigen Phantasie von Revolution und/oder Weltuntergang durch Starkregen.
22 Kommentare| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 22. Januar 2013
In diesem Roman, von Uwe Timm, geht es um einen deutschen Bauingenieur namens Wagner, der als Bauleiter nach Südamerika geschickt wird. Dort soll er den Bau einer Papierfabrik beenden, welcher schon zwei seiner Vorgänger zum Verhängnis wurde. Wagner nimmt den Auftrag an um schließlich seinem müden Familienalltag zu entfliehen. Denn durch den Auftrag in Südamerika erhofft er sich eine Art Neuanfang und Selbstfindung, was letztendlich Klarheit in seinem Leben schaffen soll.
Was jedoch nicht in die Kalkulation Wagners miteingeht, sind die Arbeitsverhältnisse in einem anderen Land. Auch sonst sind die Gewohnheiten, der in diesem Kontinent lebenden Menschen, alles andere als „Deutsch“. Wagners Alltag erfüllt sich nach und nach mehr mit Korruption, Gewalt und Aberglaube. Nach mehreren Versuchen den Bau mit deutscher Gründlichkeit zu Ende zu bringen, resigniert Wagner schließlich und stellt sich der ausweglosen Situation, der Erkenntnis, dass jegliche Anstrengungen gegen das einheimische System sinnlos sind. Bis er jedoch an diesen Punkt gelangt, muss er mehrere Feuertaufen durchlaufen die sogar seine Existenz bedrohen.
Uwe Timms Roman ist sehr authentisch auf Grund seiner detailgetreuen Recherchen über das Land und dessen Entwicklung. Die Geschichte lässt den Leser glauben selbst an Ort und Stelle zu sein, was er besonders gut durch seinen Wechsel zwischen Präteritum und Präsens akzentuiert, womit der Leser „gezwungen“ wird das Buch nicht eher aus der Hand zu geben, bis er dieses fertig gelesen hat. Es handelt sich bei dieser Lektüre keines Wegs nur um einen „einfachen Roman“ mit fiktiven Ereignissen, sondern um einen Roman der ein Teil europäischer Geschichte widerspiegelt.
Durchaus kann man dieses Buch auch kritisch bewerten, denn es zeigt, dass europäisches Selbstbewusstsein und Naivität kombiniert mit einem gewissen Grad an Intellektualität nicht alle Probleme automatisch zu lösen Vermag.

Wie man an meiner Rezension erkennen kann , war ich sehr zufrieden mit diesem Buch und kann es deshalb nur weiterempfehlen!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 7. Oktober 2015
Eins vorab, spannend ist das Buch, ich habe es in zwei Zügen durchgelesen. Dafür auch drei Sterne. Ansonsten hinterlässt es einen recht ambivalenten Eindruck. Als Vielleser kommt einem recht schnell "Null Uhr Managua" von Detlev Blettenberg in den Sinn. Die Tiefe, Vielschichtigkeit, Dichte und in jeglicher Hinsicht solide Ortskenntnis jenes Werkes erreicht Timm in Schlangenbaum jedoch nicht ansatzweise.

Nicht gefallen haben mir die inneren Widersprüche und die etwas plumpe ans Klischee grenzende Schwarz-Weiß Malerei.
Zu breit die sich wiederholenden Probleme auf der Baustelle. Die ständigen ebenfalls viel zu breit ausgeführten Rückblenden auf eine sich tot gelaufene Ehe. Die Person des Hauptprotagonisten und seine Handlungen völlig unglaubwürdig. Da verlässt einer über Nacht Ehefrau und -hilfsbedürftigen- Sohn um völlig unüberlegt und unrecherchiert ein Himmelfahrtskommando zu übernehmen. In einem Land dessen Sprache er nicht ansatzweise beherrscht. Absurd auch die Naivität und, ja man muss es so sagen, Blödheit, mit der er nicht zu erkennen vermag was mit der Spanischlehrerin geschieht. Von den sonstigen Tolpatschigkeiten auf Baustelle und Dschungeltour ganz abgesehen. Nur beispielhaft, jeder Zehnjährige weiß, dass man in einem rechtsfreien Raum nicht mit Geldbündeln wedelt oder sein -offenes- Auto verlässt und lebenswichtige Papiere darin zurücklässt. Man fragt sich, wie es dieser Mann geschafft haben soll, ein Bauingenieursstudium zu bewältigen. Im Anklang an das gefühlt fünfzigmal im Buch ausgewalzte Betonproblem, die intellektuellen Fähigkeiten dieses Mannes reichen allenfalls dazu -unter Anleitung- einen halbwegs brauchbaren Beton anzurühren.
Wie gesagt, es gelingt dem Autor jedoch den Spannungsbogen des Buches stets aufrecht zuhalten. Man möchte halt wissen wie es letztlich ausgeht. Insofern noch lesenswert.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 5. Juli 2016
„Irgendwie, auf eine kaum merkliche Weise, waren ihm die Wünsche abhanden gekommen. Sie waren durch die vielen kleinen Gewohnheiten und die vielen kleinen Notwendigkeiten aufgerieben worden.“ (S. 268)

Dieses Jahr ziehen sich drei rote Fäden durch meine literarischen Vorlieben:
1. Französische Krimis
2. Biografien
3. (Sinn-)Suche nach den Inhalten des Lebens

In letztere Kategorie fällt auch „Der Schlangenbaum“ von Uwe Timm. Es ist ein für meine Begriffe sogenanntes „Kann, muss man aber nicht lesen“-Buch. Es lässt mich etwas ratlos zurück, was ich auch daran merke, dass es mir schwerfällt, eine geeignete Rezension zu verfassen. Anders als in meinen sonstigen Rezensionen gebe ich an dieser Stelle einen (kurzen) Einblick in die Handlung – vielleicht fällt mir die Formulierung dann etwas leichter.

Ein deutscher Ingenieur (Wagner) bekommt die Möglichkeit in einem von Korruption und Militär regiertem südamerikanischem Land als Bauleiter eine Papierfabrik zu bauen. Kurzerhand nimmt er die Herausforderung an, lässt Frau und Kind in Deutschland (in Rückblicken erfährt der Leser, dass die Ehe (wie so viele) in der Routine oder in einer Sackgasse steckt) und muss sich irgendwann eingestehen, dass er wie schon seine zwei Vorgänger grandios gescheitert ist.
Auch die Arbeit vor Ort steht unter keinem guten Stern: der gelieferte Beton ist von miserabler Qualität und wird selbst nach einem Bestechungsversuch nicht besser, die Arbeiter streiken und auch die Regenzeit sorgt dafür, dass der Bau nicht wirklich voran kommt.
Ein weiteres Ereignis zieht sich wie ein roter Faden durch den Roman: Wagner überfährt kurz nach seiner Ankunft eine von den Einwohnern als heilig bezeichnete grüne Schlange. Dieses Ereignis wird als Anzeichen der Apokalypse und wie ein böses Omen angenommen und fortan läuft nichts mehr rund für Wagner: seine Spanischlehrerin und kurzzeitig Geliebte verschwindet von einen auf den anderen Tag spurlos, Wagner selbst wird verhaftet und gequält, seine tiefgläubige Haushälterin beschwört die nahende Apokalypse hervor…

Es ist also bei weitem kein einfacher Stoff, den uns Uwe Timm in seinem 1986 erschienenen Roman hier präsentiert. Und trotzdem ist er noch aktuell, beinhaltet er doch die immer noch kritische Hinterfragung des Eindringens des weißen Mannes in die Territorien der Ureinwohner und die Vernichtung des Regenwaldes.

Trotzdem hat mich das Buch nicht vollends überzeugen können. Es mag zum einen an dem etwas antiquiert anmutenden Schreibstil liegen. So verzichtet Uwe Timm gänzlich auf Anführungszeichen in der wörtlichen Rede, was das lesen schon ziemlich erschwert, weil man an manchen Stellen überlegen muss, ob es „nur“ Gedanken sind oder ob es wirklich gesprochen wird.
Zum anderen: Ich bin eigentlich ein Freund offener (Roman-)Enden, um meine Fantasie spielen zu lassen oder zu trainieren (je nach Stand- bzw. Gesichtspunkt). Aber hier muss ich sagen, fühlt sich das Ende an wie gewollt, aber nicht gekonnt. Ich finde leider keine anderen Worte dafür.

Für mich das zweitschlechteste Buch in der ersten Jahreshälfte 2016. Schade…
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 31. Januar 2016
Uwe Timm schreibt sehr gut. Ich habe mich sehr gut unterhalten gefühlt. Auch wenn ich sagen muss, dass es doch schon sehr banal war. Man denkt immer, da muss doch noch was kommen. Dann kommt ein bisschen Spannung auf und huh, dann ist das Buch auch schon zu Ende. In 5 Stunden ist man durch. Da hätte man sicherlich mehr draus machen können.

Beim Stöbern habe ich dann noch gesehen, dass Uwe Timm auch in der Schule gelesen wird. Das hat mich dann doch schon sehr gewundert. Bei zeitgenössischer Literatur denkt meine Generation noch an Max Frisch, Hermann Hesse oder Stefan Zweig. Das kommt heute wohl nicht mehr so gut an. Wie man dann allerdings auf einen Uwe Timm kommt, inhaltlich und sprachlich doch wirklich sehr trivial, will mir nicht in den Kopf. Wie will der Lehrer da einsteigen, worüber soll man da sprechen? Man kann ja von einer Juli Zeh, Kehlmann oder meinetwegen auch Glavinic halten, was man will - man kann sie mögen, oder nicht. Die Leute haben aber wenigstens was zu sagen. Na ja, vielleicht denkt man, dass bei einem Kinderbuchautor schon nichts schiefgehen kann. Bisschen traurig ist das schon
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 10. Juni 2014
Ich finde den Roman sehr spannend.Von der ersten Seite bis zur letzten Seite will man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen.Süper!!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
Im 1986 ersterschienenen »Schlangenbaum« nimmt der Hamburger Ingenieur Wagner spontan das Angebot seiner Firma wahr, als Bauleiter einer Papierfabrik nach Südamerika zu gehen. Doch bald nach der Aufnahme seiner Arbeit gerät er in einen verhängnisvollen Strudel aus Korruption, Streik und Gewalt. Trotz Timms gleichmäßig ruhigen, lakonischen Erzählstils ist hinter jeder Seite die aufkeimende Katastrophe fast greifbar zu spüren. Der Aberglaube der Einheimischen, das mysteriöse Verschwinden einer jungen Spanischlehrerin, gefälschte Unterlagen und undurchsichtige Auskünfte weben ein ständig dichter werdendes Netz des Unheils, ohne dass Ursachen und Triebkräfte bekannt würden. Mit Wagners zunehmender Verunsicherung wächst auch sein Wunsch, einen Schlussstrich unter sein bisheriges Leben in Deutschland zu setzen. Fatalerweise ist es gerade der nicht abgeschickte, sich noch in seiner Jackentasche befindliche Abschiedsbrief an die Ehefrau Susann, der ihn aus den Fängen des Militärs zu befreien vermag. Doch die Rettung ist nur eine kurze, oberflächliche. Ein ungewöhnlich spannendes Buch, konzentriert und glasklar erzählt, mit feinen, apokalyptischen Untertönen, die nie ganz ausgereizt werden.
0Kommentar| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden
am 12. Februar 2013
Der Hamburger Bauingenieur Wagner, verheiratet, ein Kind, unausgefüllt und unzufrieden, lässt sich als Bauleiter auf die Baustelle einer südamerikanischen Papierfabrik versetzen. Für ein Jahr, heißt es. Seiner Frau ist das scheinbar egal, aus der Ehe ist die Luft raus. Was sich Wagner erhofft, bleibt weitgehend unklar - eine allgemeine Unruhe treibt ihn an, das Verlangen nach Veränderung, das Elend auf hohem Niveau. Um Geld geht es ihm nicht, auch nicht wirklich ums Abenteuer. Denn eigentlich ist Wagner ein ziemlich langweiliger und emotionsloser Typ, er mag es nur gerne richtig ordentlich, und deswegen will er auf dieser Baustelle mit Schieflage aufräumen.

Schon bevor er die Baustelle überhaupt betritt, begeht Wagner den fatalen Fehler, eine bestimmte Schlange zu überfahren, die den Einheimischen heilig ist. Dieses Motiv eines Omens, eines gebrochenen Tabus zieht sich durch das ganze Buch und baut eine Erwartung auf, die nie erfüllt wird. Immer dräut die Katastrophe, doch sie kommt nicht. Auch als Wagners Ziellosigkeit in einer an sich unnützen und hirnlosen Fahrt in die Hauptstadt gipfelt, in der er haarscharf dem Untergang entkommt, verbessert sich nicht viel. Er lernt ein kleines bisschen, aber es ergibt sich weder die kathartische Lösung noch die erwartete Katastrophe. Das Ende ist so lau wie der Charakter des Hauptdarstellers, der dem Leser fremd und unsympathisch bleibt.

Die Figuren sind ansonsten weitgehend so, wie sich der Mitteleuropäer die inzestuöse, rassistisch gefärbte, narzisstische Kolonialgesellschaft vorstellt. Möglicherweise war der Roman vor 25 Jahren hochaktuell, heute ist er es nicht mehr.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich? Missbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

ROT: Roman
9,90 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken