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Kundenrezensionen

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am 27. Juli 2011
An "Die toten Seelen" bin ich ohne große Erwartungshaltung herangegangen. Ich hatte mir das Buch aus einer Laune heraus zu Weihnachten schenken lassen. Aber was ich dann bereits auf den ersten Seiten lesen durfte, war einfach zu witzig und grotesk zugleich, um es adäquat in Worte fassen zu können.

Die Geschichte vom prestigehungrigen Tschitschikow, einem ehemaligen Zollbeamten, der durch Russland zieht und Großgrundbesitzern zungenfertig ihre Pfandgüter abschwatzt, um dadurch zu Reichtum und Ruhm zu kommen, ist so ulkig, dass ich bei der Lektüre teilweise, selbst in der Straßenbahn, laut auflachen musste.

Zwar handelt es sich bei den "toten Seelen", die Tschitschikow bei diesen Großgrundbesitzern einheimst, um die Namen und Daten verstorbener Bauern, die zur Bemessung der Bonität des jeweiligen Großgrundbesitzers noch in den Akten auftauchen und aufgrund einer Lücke in der russischen Finanzverwaltung, was außer Tschitschikow kaum jemand weiß, makabrerweise als gültige Pfandobjekte gelten. Doch schöpft die Geschichte trotz dieses eigentlich ernsten Hintergrundes ihre sehr humoristische Färbung gerade aus der satirischen Art und Weise, mit der die Skrupellosigkeit Tschitschikows dargestellt wird. Tschitschikow begegnet auf seiner Reise durch Russland den unterschiedlichsten und schillerndsten Charakteren, denen man augenscheinlich schon aufgrund ihrer Physiognomie wohl nur in Russland begegnen kann, und biedert sich ihnen auf das widerlichste an. Auf diese Weise gelingt Gogol einerseits ein farbenprächtiges Gesellschaftspanorama, andererseits schafft er es, die Niedertracht und den Opportunismus Tschitschikows als Repräsentant einer stetig ums Aufstreben bemühten, im Grunde jedoch gewissenlosen Gesellschaft darzustellen. Der satirische Duktus des Romans lässt dabei auch zu keinem Zeitpunkt den Eindruck aufkommen, dass Gogol hier mit dem erhobenen Zeigefinger zu Werke ging. Ein absolut faszinierendes Buch, das man unbedingt einmal gelesen haben sollte!
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am 12. Juni 2008
Obwohl der Roman ein Fragment ist, weil Gogol den dritten Teil vernichtet hat, erscheint er äußerst vollendet zu sein. Tschitschikow reist darin von Gut zu Gut, um mit den Großgrundbesitzern zu verhandeln, und diejenigen Leibeigenen aufzukaufen, die seit der letzten Erhebung verstorben sind. Er hofft die toten Seelen, für die die Großgrundbesitzer weiterhin steuerlich aufkommen müssen, billig, wenn nicht gar kostenlos zu erwerben, um sie dann an den Staat mit einem erheblichen Mehrgewinn zu verpfänden. Nur stehen die finanziellen Interessen der rechtmäßigen Besitzer seinem Vorhaben entgegen. Sie wittern selber ein Geschäft. Auf seiner Reise begegnet er einer illustren Gesellschaft aus Adligen, Beamten und einer Landbevölkerung die Gogol allesamt mit einer spöttisch Neigung zur Bloßstellung betrachtet. Das es dabei zu makabren, absurden, witzigen Szenen kommt, liegt an den Störungen menschlichen Verhaltens, die ihm überall begegnen. Tschitschikow erhofft sich aus der Sammlung toter Seelen das große Geschäft. Er ist hartnäckig, verschlagen, scheut nicht vor großen Anstrengungen zurück und trifft nicht selten auf noch mehr Verschlagenheit, Habgier. Leidenschaft und Laster vermengen sich zu einem großen Gemälde. Es gibt die Oblomows und die umtriebigen Geschäftsleute. Das vorrevolutionäre Rußland ist bei Gogol korrupt, auf den eigenen Vorteil bedacht, leidet unter Verfolgungswahn. Ein meisterhafter Roman, auch als Fragment, über jemanden, der auf zu großem Fuße lebt, glaubt, eine phantastische Idee zu besitzen, um an Geld zu kommen, und doch nichts als seine Mittelmäßigkeit vor sich herträgt. Zu gerne hätten wir gewusst wie die Geschichte endet.
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am 21. Dezember 1999
"Die toten Seelen" handelt von einem skrupellosen Geschäftemacher, der einem Aasgeier gleich durch Rußland fährt und die Papiere verstorbener Leibeigener aufkauft, um damit Geschäfte zu tätigen, und Profit daraus zu schlagen. Gogol schuf ein bedrückendes und erschreckendes Zeitdokument. Als er 1842 nach Rußland zurückkehrte und "Die Toten Seelen" publizierte, kam es zu einem Eklat. Das Poem erschütterte das Land, denn es zeigte auf die offenen Wunden und inneren Geschwüre. Einige Kritiker rieten Gogol, doch erst einmal die Grammatik zu lernen, und dann erst zu schreiben. Andere schätzten, daß der Autor dem Land den Spiegel vorgehalten hatte, und die Leibeigenschaft wagte anzuprangern. Den zweiten Teil des Poems vernichtete Gogol kurz vor seinem Tod. "Die Toten Seelen" enden mit den vielsagenden Worten:"Rußland, wohin gehst du nur?" - Worte, die auch am Ende dieses harten und ereignisreichen Jahrhunderts symbolisch und modern bleiben. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 29. April 2001
Zu Beginn des Buches fragt man sich, was ein Mensch mit dem Kauf toter Seelen bezweckt. Doch der Sinn dieser Handlung lässt sich schnell erahnen. Hier geht es um die betrügerische Beschaffung von Geld, die durch das politische System und derer, die es verkörpern, erst möglich wird. Korruption und das Blenden der Mitmenschen durch Äußerlichkeiten zeigen deutlich den moralischen Verfall der Gesellschaft auf. Durch die detaillierte und in sich konsistente Ausarbeitung der Charaktere und den Aufbau der Spannung bis zum Ende des Buches werden das Streben nach Macht und die Gewinnsucht perfekt in komödienhafter Weise dargestellt. Ein Thema, das auch heute nichts an Aktualität eingebußt hat.
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am 12. Dezember 2000
Der Betrüger Tschitschikow reist durch die russische Provinz um den Grundeigentümern ihre toten Seelen, d.h. Leibeigene die schon verstorben sind, aber für die russische Verwaltung noch auf dem Papier leben, abzukaufen. Das dient Tschitschikow dazu Sicherheiten für Kredite vorzutäuschen. Die meisten verstehen zwar nicht, wozu diese Verträge dienen, versuchen aber ihrerseits Profit aus dem Geschäft zu machen. Als sich in der Gouvernementsstadt das Gerücht ausbreitet, Tschitschikow kommme möglicherweise von der Regierung, wird vielen bange im Herzen. Da zeigt sich, dass im Grunde keiner der Bürger ein reines Herz hat. Die toten Seelen, das sind eigentlich alle, jeder ist Tschitschikow. Gogol beschreibt die sozialen und menschlichen Schäden, zu der rücksichtlose Habgier und skrupelloses Erwerbswirtschaften führt. Als allgemein menschliches Problem ist die Frage heute noch genau so bedeutend wie im 19.Jahrhundert. Gogols angedeutete Lösung, mehr Orientierung am Jenseits als am Diesseits, ist jedoch antiquiert und nicht überzeugend. Das Ziel, den Leser zum Nachdenken zu bringen, ist ihm jedoch gelungen. Deshalb ist der Klassiker als lesenswert zu empfehlen.
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am 31. Oktober 2002
Ein Fremder steigt in einer Kleinstadt im Gasthof ab. Er weíß sich schnell bei der örtlichen Gesellschaft beliebt zu machen und verbringt die Zeit auf allen Einladungen des Ortes. Dann beginnt er, seine Bekanntschaften allein zu besuchen. Er tritt mit einem überraschenden Anliegen an sie heran: Er will ihnen die Leibeigenen abkaufen, die seit der letzten Revision gestorben sind. Für die Gutsbesitzer ist das ein Vorteil, denn so müssen sie die Steuern für die Verstorbenen nicht zahlen.
Wie er die Verhandlungen führt, aus welchen Gründen er manche billiger, manche teurer kauft - das zu lesen ist ein Genuß. Die oberen Zehntausend dieses Ortes sind derartig lebensecht dargestellt, daß man meint, den eigenen Stadtrat zu treffen. Selten liest man eine so treffende Beschreibung der verkommenen Grundhaltung der "guten Gesellschaft", die dennoch den Anschein der Wohlanständigkeit wahren will und die jeden verfolgt, der das Mäntelchen des Anstands, unter dem sie sich versteckt, zu lüften wagt.
Die Auflösung, die dann auch über die Beweggründe des Käufers Auskunft gibt, erscheint gegenüber den oft langwierigen Darstellungen der "Seelenverkäufer" etwas kurz, ist aber nicht weniger treffend.
Am Ende der Lektüre weiß der Leser jedenfalls, was eine tote Seele ausmacht - Habgier, Stolz, Neid, Haß, Selbstsucht - und in welchen weltlichen Gewändern diese abgründigen Leidenschaften auftreten.
Das Buch ist in den ca. einhundertfünfzig Jahren seiner Geschichte nicht um einen Tag gealtert; dieselben Menschentypen sind bis heute die Honoratioren kleinbürgerlicher Städte. Das macht den besonderen Reiz des Buches aus, das alle Illusionen über die Motive menschlichen Handelns aufdeckt.
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am 17. Dezember 2004
Auch wenn ich mit einigem Unbehagen mich dem Buch näherte (Die klassichen Werke der Literatur sind oft leider langwierig und -weilig) so habe ich mit einer umso größeren Begeisterung das Buch am Ende beiseite gelegt.
Gogol schildert nicht nur sehr unterhaltsam - geradezu grotesk - wie ein Mann mit toten Seelen handelt. Bis auf kleinste Detail verliert sich Gogol dabei oft in Landschaftsbeschreibungen, selbst in Selbstreflexionen schweift er ab (was aber allemal sehr unterhaltsam, auflockernd und leicht wirkt), um dann mit aller Knappheit, Sachlichkeit und Genauigkeit die Dinge des Geschäftes zu besprechen.
Gogol beschreibt jeden einzelnen Charakter genau, und jeder Charakter hat etwas sehr eigentümliches. Vor allem ist das Interessante, was auch Gogol wohl so wollte, wie jeder dieser kennzeichnenden Charakter auf das merkwürdigste aller Angebote im Handel reagieren: Nämlich ob und für welchen Preis sie die toten Menschen (als Liste auf Papier) verkaufen.
Ein Klassiker, den es zu lesen gilt. Es macht Spaß, Freude und Lust am Lesen. Und natürlich mit viel Sinn und kritischem Gedanke.
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Gogol wollte seinen Lesern "den ganzen erschreckenden und erschütternden Schlamm der Kleinlichkeiten" präsentieren: den Schurken Tschitschikow, der den Adligen ihre "toten Seelen" abkauft, d.h. die gestorbenen Leibeigenen, für die aber bis zur Erstellung neuer Steuerlisten noch Steuern bezahlt werden mussten. Diese Toten möchte Tschitschikow als Lebendige ausgeben und mit ihnen als Gutsbesitzer spekulieren, was in dem Städtchen, in dem er seine dunklen Geschäfte betreibt, schließlich so viel Unruhe hervorruft, dass er das Weite suchen muss...
Das klingt nach einem geradezu naturalistischen Programm. In Wirklichkeit musste sich Gogol nur gegen bestimmte idealistische und romantische literarische Konventionen seiner Zeit verwahren, um überhaupt realistisch über die Gesellschaft seiner Zeit schreiben zu können. Heute liest sich sein satirischer Roman ausgesprochen genussvoll: eine ganze Reihe von unvergesslichen grotesk-fabelhaften Gestalten und der verrottete Bürokratenklüngel werden mit lebendiger Anschaulichkeit und feinem Humor geschildert, wobei es ausgesprochene satirische Kabinettstückchen gibt, etwa als eine "angenehme Dame" eine andere "in allen Beziehungen angenehme Dame" besucht, um mit ihr den neuesten Klatsch über Tschitschikow durchzuhecheln, oder wenn Tschitschikow und der verlotterte, rüpelhafte Gutsherr Nosdrjow wie zwei echte Gauner um den Preis der toten Seelen feilschen und sich dabei selbst als solche entlarven.
Aber das Werk will nicht nur satirisch-komisch sein, sondern es ging Gogol um mehr. Immer wieder fließen Betrachtungen über die Schönheit Russlands und den unverfälschten russischen Charakter und über Gogols Auffassungen von Literatur mit ein - sie zeigen, dass er den Plan hatte, ein großes repräsentatives "Poem" zu schreiben. Das wird im zweiten Buch des Romans, das nur in Bruchstücken erhalten ist, ganz deutlich. Hier will Gogol belehren, seine Vorstellungen von einem richtigen Leben als Gegenbild zur allgemeinen moralischen Degeneration und Korruption entwickeln. Dabei bleibt Tschitschikow zwar letztlich ungebessert, wirkt aber jetzt streckenweise wie Goethes Wilhelm Meister auf seiner Lebensreise, der sich Belehrungen und Bildungseinflüssen zugänglich zeigt - was dann wieder gar nicht zu seinem sehr üblen Abgang passt. Auch Gogol war mit dem zweiten Teil so unzufrieden, dass er ihn kurz vor seinem Tod verbrannte. Das erste Buch bleibt indessen ein unvergessliches Leseerlebnis.
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am 18. August 2010
Die toten Seelen ist eigentlich als kleine Satiere gedacht über das Russland zur Zeit des 19 Jahrhunderts. Leibeigenschaft bestimmt das ländlich / bäuerliche Leben. Das Buch zeigt teils auf ausführliche ungeschminkte Art das zaristische Russland und durch reichlich Beischmückungen des Autors wird der Leser gut mitgenommen in diese Zeit. In der zaristischen Steuerrevision, die alle paar Jahre stattfand und nach der die Steuern für den Gutsbesitzer festgesetzt wurde, wurden alle "Seelen" gezählt, die, bis zur nächsten Revision die Abgaben festsetzten, die der Gutsherr dem Zaren zu zahlen hat. Nun sterben in der Zwischenzeit natürlich auch einige Seelen, teils durch Krankheit und Alter. Der findige GeschäftsmannTschitschikow kommt nun auf die Idee den Gutsbesitzern die "toten Seelen" für einige wenige Rubel abzukaufen, eine Unerhörtheit im damaligen Verständnis. So wird der Held in Kürze ein angesehener und gern gesehener Geschäftsmann in einer kleinen Stadt, dessen Name nie genannt wird, steht aber als Beispiel für viele vergleichbare kleinen Städte, die durch das ländliche Leben geprägt sind. Eigentlich begeht der Geschäftsmann Tschitschikow dadurch einen massiven Steuerbetrug. Allerdings lassen sich die Seelen verpfänden oder verkaufen, ja sogar verspielen, so dass der einfache Geschäftsmann bald zu großem Reichtum zu kommen scheint. Leider fliegen auf den Bällen im städtischen Leben seine Machenschaften auf und die Geschichte endet in einer Katastrophe......
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am 27. März 2005
...Gogol seine "toten Seelen" beendet oder einen großen Teil nicht vernichtet hätte, wie ihm gesagt wurde. Wahrscheinlich wäre ein episches Meisterwerk daraus hervorgegangen! Dass dieses Buch religiösen Charakter hat (..."das weiß Gott allein"), ist unbetreitbar zu erkennen; es hat aber auch, wie der Untertitel ("Poem") zeigt einen starken Hang zur Poesie, in die Prosa Beschreibung eingefügt, und zu einem geradezu romantischen Patriotismus, da dem Helden auf seiner Reise vieles typisch Russische begegnet, was vom Autor mehr oder auch weniger kritisch beurteilt wird.
Ich habe die "toten Seelen" wirklich gerne gelesen, kann dieses Buch jedoch nur den Liebhabern von Belletristik oder dieser literarischen Kunst speziell empfehlen, weil es ja durch seine Unvollständigkeit keine Abgeschlossenheit bietet und somit Missvertsändnisse aufwerfen könnte!
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