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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
35
4,4 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 2. Februar 2005
Irgendwie ist mir dieses Buch immer entgangen und nun habe ich es auf einer längeren Zugreise in einem Rutsch gelesen. Wir tauchen ein in die Welt des längst vergangenen östlichen Landadels und befinden uns an der baltischen Ostseeküste. Dabei hat man das Rauschen der Wellen im Ohr, sieht Damen in züchtiger Kleidung am Strand promenieren und wird in dieser scheinbar heilen Welt Zeuge dramatischer Ereignisse. Doralice ist der Gesprächsstoff der Saison, denn sie hat für die Liebe zu einem Maler ihren sehr viel älteren adeligen Gatten verlassen. Die beiden verbringen nach einer überstürzten Heirat in London ihre Flitterwochen am Meer und sind natürlich eine Provokation für die anderen adeligen Gäste. Zugleich wird Doralice angehimmelt und unter der Oberfläche der Wohlanständigkeit entwickeln sich Gefühle mit gewaltiger Kraft, die die hermetisch abgeschlossene Gesellschaft sprengen werden...
Dieses Buch ist sowohl sprachlich als auch thematisch durchaus ein Kind des ausgehenden Fin de Siecle. Aber gerade das macht seinen besonderen Charme aus, da der Leser in eine Welt eintaucht, die es so nicht mehr gibt. Lesenswert!
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am 19. Mai 2012
"Wellen" ist eine lebendige Sommergeschichte, leicht zu lesen, aber dennoch vom Inhalt her keinesfalls oberflächlich.
Das Besondere: die unterschiedlichen Charaktere werden vom Autor derart perfekt dargestellt, dass man vom Wesen und Erscheinungsbild jeder einzelnen Person eine exakte Vorstellung im Kopf hat, so als hätte man das Stück als Vorführung oder als Film gesehen.
Erstaunlich vielfältig wird auch zur Untermalung der jeweiligen Stimmungen oder Emotionen immer wieder das Meer beschrieben, wie Momentaufnahmen, die uns Empfindungen wie Leichtigkeit und Frohsinn, aber auch Trägheit und Langeweile bis hin zur Bedrohlichkeit und Gefahr vermitteln.
Das Buch ist ein echtes Lesevergnügen, eine kleine, weniger bekannte Kostbarkeit!
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am 17. März 2005
Selten, dass mehrere Rezensenten zum gleiche Urteil kommen. Da muss also etwas dran sein an den fünf Sternen!
In der Tat ist von Keyserling wohl in Vergessenheit geraten. Der SZ gebührt die Anerkennung, mit der Reihe SZ-Bibliothek einige großartige Erzählungen und Romane aus der Versenkung wieder ans Tageslicht gebracht zu haben (siehe auch Lorenzen).
Eduard von Keyserlings Erzählstil und seine Motive erinnern mich ein wenig an Theodor Fontane, bzw. an die um eine Generation jüngere Fortsetzung dieses genialen norddeutschen Schriftstellers. Dort, wo Fontane zum Beispiel im "Stechlin" den Niedergang der alten politischen Ordnung beschreibt, führt von Keyserling diesen auf der gesellschaftlichen Ebene fort.
Von Keyserling arbeitet dabei das Thema einer "Amour fou" in anderer Weise auf als Arthur Schnitzler dies psychologisierend in der "Traumnovelle" (auch SZ-Bibliothek) tut.
Man bekommt Lust, sich auch mit den anderen erhaltenen Werken dieses Erzählers zu beschäftigen.
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am 18. September 2015
Zu den wenigen bedeutenden Schriftstellern des Impressionismus, der den bis dato in der Literatur dominierenden Realismus abgelöst hat, gehört Eduard von Keyserling, dessen 1911 erschienener Roman «Wellen» ein beredtes Beispiel ist für eine ausgesprochen subjektive, dem Jetzt verpflichtete Erzählweise, die eine sehr persönliche Erfahrung der Wirklichkeit wiedergibt. Dieser in Vergessenheit geratene Roman des estnischen Autors, 1998 neu publiziert, wurde, nicht zuletzt durch eine bemerkenswert enthusiastische Besprechung im «Literarischen Quartett», zu einem Überraschungserfolg. Zu Recht?

Der Roman des «baltischen Fontane» reiht sich ein in jene Literatur des Fin de Siècle, die dem Leser eine Welt des Adels nahebringt, dessen Ende damals bereits absehbar war, zu der man aber aus lesewütigen bürgerlichen Kreisen gerne gaffend aufgeblickt hat, Identifikationsfiguren suchend, in die man sich für einige Lesestunden hineinversetzen konnte. Und so bevölkern denn auch standesgemäß Grafen und Barone, ein Geheimrat und ein Leutnant jenen kleinen Badeort an der Ostsee, der ihnen allen für einige Zeit als Sommerfrische in der unmittelbaren Nachbarschaft bodenständiger Fischer dient. Die liebevoll beschriebene äußere Idylle wird geschickt konterkariert durch eine sich anbahnende Tragödie, die der Autor sehr behutsam in Szene setzt, ganz ohne Effekthascherei.

Nach einer unglücklichen Ehe mit dem deutlich älteren Grafen Köhne ist Doralice, eine bildschöne junge Frau, ganz unstandesgemäß mit ihrem Portraitmaler durchgebrannt, wird seither von der Gesellschaft geächtet und hat sich mit ihrem Maler, - man habe in London geheiratet, heißt es -, in diese Abgeschiedenheit geflüchtet. Nachbar ist der erzkonservative Baron Butlär mit Gattin, seiner als Generalin titulierten Schwiegermutter Gräfin Palikow, dem jüngeren Sohn und zwei erwachsenen Töchtern sowie einem Schwiegersohn in spe, dem schneidigen Leutnant Hilmar. Trotz gesellschaftlicher Ächtung kommt es allmählich doch zu Kontakten mit Doralice, nicht zuletzt auch durch Vermittlung des buckligen alten Geheimrats Knospelius, der ebenfalls dort wohnt. Der voraussehbare Eklat, – man erahnt ihn beim Lesen -, den zu beschreiben ich hier aber aus Fairness potentiellen Lesern gegenüber lieber unterlasse, dieser Skandal also führt am Ende zu einer geradezu grotesken Situation, die aber nicht unlogisch ist und als nachdenklich machende Katharsis zurückbleibt.

Im stimmig geschilderten, sympathischen Figurenensemble fallen zwei Protagonisten besonders auf, sie liefern nämlich durch ihre köstlichen Beiträge in den erfrischend lebhaften, ungekünstelten Dialogen jenen Lesespaß, der Literatur zum reinen Vergnügen werden lässt. Da ist zum einen die verwitwete Generalin, hier wie sie beispielsweise Doralice die Leviten liest: «Mich hat zwar noch nie jemand entführt, ich hatte es auch nicht nötig, ich war mit meinem Palikow immer recht zufrieden, […] Aber mit dem Herrn, der einen entführt, leben, dass ist die Kunst. Glauben sie mir, man kann sehr gut leben, auch ohne dass ein Mannsbild immer vor einem auf den Knien liegt.» Und der gnomenhafte Knospelius räsoniert bei der Einladung zu seinem Geburtstag: «Na ja, das Älterwerden mag ja seine guten Seiten haben, aber zum Feiern wäre ja schließlich keine Veranlassung. Diese Welt hier ist zwar recht fragwürdig, allein besondere Eile herauszukommen hat man nicht […] Sehen sie, eine Welt ohne Knospelius und eine Welt mit Knospelius, das ist für mich ein gewaltiger Unterschied.» Es steckt viel handfeste Lebensweisheit in diesem wunderbaren Roman, der eine Behaglichkeit erzeugt beim Lesen, welche in der Tat stark an Fontane erinnert. Sprachlich allerdings ist der hier aus wechselnder Perspektive mit feinem psychologischen Gespür erzählende Keyserling deutlich moderner, es geht aber auch dramatischer zu bei ihm als beim Großmeister des Plaudertons. Wie schön für uns Leser, dass ein so großartiger Schriftsteller glücklich wiederentdeckt wurde.
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am 8. März 2016
Eduard von Keyserlings "Wellen" zu lesen ist ein Genuss sondergleichen. Selten habe ich eine so elegante, rhythmische Sprache erlebt. Dass die Protagonisten sich an ihren langen Tagen an der See langweilen und die Handlung nicht recht vorankommen will, stört überhaupt nicht. Man will sich sogar mit ihnen langweilen! Und ja, die Handlung kommt irgendwann in Schwung ...
Florian Illies hatte das Buch mal empfohlen, und dafür bin ich ihm sehr dankbar.
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am 19. Januar 2016
Eduard von Keyserling, der glücklicherweise in den letzten Jahren hierzulande wiederentdeckt wird, hat ein Werk geschaffen, in dem er einfühlsam verschiedene Charaktere beschreibt, die sich zur Sommerfrische an der Ostsee erholen. Ein hervorragend komponiertes Werk mit einer anmutigen Sprache, das die Leser problemlos ins 19. Jahrhundert versetzt. Gleichzeitig wirkt es zeitlos und erfrischend.
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TOP 1000 REZENSENTam 23. Mai 2005
Keyserling verpackt eine dramatische Handlung in die schönsten Bilder. Er malt eine schöne frische Sommerstimmung, die selbst durch die tragischen Ereignisse nicht überdeckt werden kann.
Er schreibt über komplizierte psychologische Verhaltensweisen in herrlích einfacher Sprache und ohne schrecklich intellektuell klingende Schachtelsätze.
Es war eine Freude das Buch zu lesen.
Ohne die SZ hätte ich vermutlich nie zu diesem Buch gegriffen, so habe ich aber nun absolute Keyserling-Lese-Lust und werd mich mal umsehen, was er denn sonst noch so geschrieben hat.
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am 3. April 2005
Wer Schnitzlers Welt schon kennt und ahnt und immer noch zu begreifen sucht, wer sich mit Sandor Marais Büchern in deren Polarität von Leidenschaft und Vernunft und dem nie erlösten Ausweg unterhält, dem sei Eduard von Keyserling ans Herz gelegt. Habe ich bei Marai noch den Eindruck, er müsse im Nachvollzug des Schicksals seiner Protagonisten den Leser spiralförmig hingeleiten zu dem letzten Substrat des Lebens, wofür auch das Schicksal seine Zeit gebraucht hat, so verzichtet Keyserling noch mehr auf Umwege, wie sie ein Tagebuch enthüllen würde.
Seine Bücher sind schmal, sinnlich vollgesogen und reichhaltig, die Sprache zügig und auratisch dicht. Seine Protagonisten sind typologisch im Sinne C.G.Jungs weniger klar konturiert als die Marais, der allein aus dem Gegensatz der Typen eine nicht auflösbare Spannung bezieht. Die renommiertesten Stimmen auf den Covertexten reihen ihn unter die besten Psychologen der Jahrhundertwendeliteratur. "Wellen" war das erste Buch, das ich von ihm gelesen habe, und ich habe sie mittelweile alle gelesen. Eine bereichernde Entdeckung. Die Antworten arbeiten noch in mir.
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am 15. Juni 2015
Hat mir "Schwüle Tage" schon reizend gefallen, so fand ich die "Wellen" schlicht grandios! Die gesellschaftliche Tragik, in der sich die junge Gräfin - geschieden vom früheren Gemahl und somit nicht mehr gesellschaftsfähig -und ihr freigeistiger Ehemann befinden, wird vom Autor meisterlich beschrieben. Auf der anderen Seite befindet sich die Adelsfamilie, welche an der Ostsee die Sommerfrische verbringt, und deren männliche Mitglieder, ebenfalls gefangen im gesellschaftlichen Korsett, von der abtrünnigen Gräfin mehr als nur fasziniert sind. Wieder einmal glänzt von Keyserling durch detailreiche Naturbeschreibungen, schließlich nimmt das Meer als Symbol des Auf und Ab des Lebens in diesem Roman eine Hauptrolle ein. Ein wirklich wundervoller Roman mit beeindruckender sprachlicher Raffinesse!
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am 10. Oktober 2002
Es ist eine alte Geschichte: eine junge Frau verläßt mit einem mittellosen Maler ihren adligen, alten Ehemann; sie lassen sich dort nieder, wo eine Adelsfamilie ihren Urlaub verbringt. Das weibliche Oberhaupt dieser Familie hat nicht nur angebliche Sorgen mit ihren halbwüchsigen Töchtern, sondern ihr Mann ist auch noch ein Lebemann reinsten Wassers...
Außerdem ist die Sprache stellenweise etwas antiquiert und die Probleme der Hauptpersonen, ob es jetzt tatsächliche oder eingebildete Probleme sind, wären heutzutage kaum mehr erwähnenswerte Nebensächlichkeiten.
Doch Keyserling ist ein Mann der leisen Töne, und daher macht das "Wie" diese Erzählung aus: wie reich diese kurze, aber ereignisreiche Geschichte erzählt ist, wie nachvollziehbar die Menschen handeln, wie nach wie vor gültig doch einige tiefsinnige Aussprüche der Personen heute noch sind...
"Wellen" ist ein Buch für jemanden, der Sommerlektüre sucht, die nicht von der Stange kommt, vielleicht nicht immer leicht zu lesen ist, aber ein überschaubares Ausmaß hat und darüberhinaus mit einer sich völlig auf den Leser übertragenden Schwerelosigkeit erzählt wird... auch wenn es kein sehr heiteres Buch ist (allerdings enthält es eine gute Portion Ironie!), hat es in mir ein sehr angenehmes Gefühl der Leichtigkeit und Unbeschwertheit ausgelöst. Eine Momentaufnahme aus einer vergangenen Epoche... es wird eine wunderbare Einheit der Menschen zu der sie umgebenden Natur - und der Titel des Buches sagt, wo sich das Geschehen abspielt, nämlich am Meer - heraufbeschworen, der man sich schwerlich entziehen kann.
Zum Schluß möchte ich noch sagen, daß die Aufmachung des Buches sehr ansprechend ist; der Rücken ist verstärkt, die Schrift ist sehr schön und ein Lesezeichen-Bändchen ist auch drin.
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