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am 17. September 2003
Dies ist das erste Buch das ich von Casanova las und sicher nicht das letzte. Es ist leicht zu verstehen und höchstens die italienischen Sätze, die ab und zu auftauchen, sind vielleicht etwas problematisch, aber das ist eigentlich nicht von Bedeutung. Casanova nennt in dem Buch nicht ein einziges Mal seinen Namen, so dass man an manchen Stellen fast vergißt, mit wem man es zu tun hat. Langweilig oder altmodisch ist das Buch überhaupt nicht, sondern an vielen Stellen ist es super lustig.
Das Buch ist auf eine gewisse Art sympathisch, und ich hatte beim Lesen immer das Gefühl, dass mir ein guter Freund erzählt. Sogar das Vorwort ist schön zu lesen und ich dachte, wenn man es kürzen würde, käme einfach "Hi!" heraus. Ich kann es jedem nur bestens emphelen. Viel Spaß beim Lesen, eure Sonja (13 Jahre)
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am 21. August 2010
Ein wunderbares Buch. Eine kleine Kostprobe für den Genuß, der denen gewährt wird, die sich an seine Memoiren Giacomo Casanova. Aus der Geschichte meines Lebens heranwagen.

Um gleich mit einem weit verbreiteten Vorurteil aufzuräumen: das Buch ist vollkommen jugendfrei. Casanova war weit mehr als nur der Frauenheld, auf den ihn unzählige Filmregisseure, Kritiker und Ignoranten reduziert haben oder reduzieren wollen.

Casanova demonstriert hier auf höchst eindrückliche Weise nicht nur sein außerordentliches Talent, den Leser mit seinem lebendigen Erzählstil hautnah an diesen so entscheidenden Ereignissen in seinem Leben teilnehmen zu lassen. Er legt gleichzeitig auch ein schonungslos offenes Bekenntnis ab für seinen außergewöhnlichen Charakter. Casanova vermochte es, einerseits intellektuell anspruchsvoll philosophische Betrachtungen auf höchstem Niveau anzustellen, andererseits '- fast im gleichen Atemzug - aufgrund großer Menschenkenntnis und scharfer Beobachtungsgabe charakterliche Stärken und Schwächen der Leute blitzschnell zu erfassen, um daraus unverzüglich einen praktischen Vorteil zu ziehen.

Die Faszination seiner Kunst geht dabei von der einem guten Champagner gleichenden Eleganz und Leichtigkeit aus, das Schwierigste scheinbar einfach aussehen zu lassen. Das Prickelnde in seinen Schilderungen ergibt sich aus den Gradwanderung, bei der er selbst sich nicht sicher ist, ob es gut gehen wird, das Wagnis aber dennoch immer wieder eingeht. Er versteht es als intimer Kenner der gesellschaftlichen Konventionen, sich souverän mit den herrschenden Machtverhältnissen zu arrangieren, andererseits eben diese Konventionen mit der Selbstverständlichkeit eines Aufklärers in Frage oder bloßzustellen. Das macht ihn zum sprichwörtlichen Inbegriff des opportunistischen Lebenskünstlers, der nahtlos von einem zum anderen Lebensstil übergeht, je nachdem was die Umstände erfordern, wonach ihm der Sinn steht oder was seine Inspiration ihm einflüstert. So gelingt es ihm, sich seine Freiheit zurückzuerobern und zu bewahren und seine Kreativität dabei zur vollsten Entfaltung zu bringen.

Das Kunstwerk, das dabei entstand: sein eigenes Leben. Die Bücher, die er uns hinterlassen hat: nur ein matter Abglanz des ursprünglichen Kunstwerkes, so vergänglich wie ein brillantes Musikkonzert, dessen Atmosphäre man vergeblich versucht, mit technischen Mitteln zu einfangen. Nun ja, besser als nichts. Ich beklage mich nicht über das wenige, das von diesem Genie auf uns gekommen ist.

Natürlich reflektiert hier auch ein gereifter Abenteurer zu einem Zeitpunkt, als die Ereignisse bereits 30 Jahre zurückliegen, die französische Revolution schon schwer in der Luft liegt, und er bereits zum zweiten Mal und diesmal endgültig seiner geliebten Heimatstadt den Rücken gekehrt hat, nachdem sich die Herrscher als zu starrköpfig erwiesen hatten, um die Feudalgesellschaft vor dem Untergang zu bewahren.

Den Übersetzern gelingt es, den jeweils richtigen Ton für dieses aus so unterschiedlichen Passagen wie packendem Tatsachenbericht, philosophischer Reflexion und amüsantem Dialog bestehenden Werkes zu treffen.
Die Anmerkungen sind angenehm kurz gehalten und dezent am Ende des Buches zusammengefaßt.
Ein kurzes Nachwort bietet auf kleinem Raum einige Erläuterungen, die für das bessere Verständnis mit einigen biographischen Zusammenhängen aufwarten.

Im Grund handelt es sich hier auch um eines der ersten Selbsthilfebücher, in dem der Autor sich nicht in theoretischen Betrachtungen verliert, sondern am eigenen Beispiel schildert, WIE man sein Schicksal in die Hand nimmt, anstatt sich dem Schicksal zu ergeben.
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