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TOP 500 REZENSENTam 21. Dezember 2016
Religion ist das Opium für das Volk predigten die Atheisten des realen Sozialismus. Die Argumente waren noch zu hören, als sie in ihrer Plakativität gefährlich lächerlich wirkten. Die Verballhornung in "Optimismus ist das Opium der Menschheit..." verknüpft mit einem Hochruf auf Trotzki war der Aufhänger der Geschichte Ludviks, dessen Leben an den Konsequenzen einer kleinlichen öffentlichen denunziatorischen Verfolgung zerschellte. Nach der Schilderung der brutalen Reaktion auf seinen Fehlgriff, die getragen wurde von den anbiederischen Bemühen der Handelnden die Neuesten der neuen Menschen zu sein und des Martyriums, dem Ludvik zur Besserung ausgesetzt wurde mündet der Roman in der Wandlung zu einer Rache, die nicht funktioniert. Sie funktioniert nicht, da die Personen nicht in der erwarteten Beziehung zueinander stehen und die so schön ausgemalte Rache nicht nur Sscheitert sondern noch mehr zerstört in und um Ludvik, als ohnehin schon zerbrochen war. Letztlich bricht noch das Herz des letzten verbliebenen Freundes aus der aus der Zeit gefallenen Folklorekapelle, der Ludvik bis zu seinem Fehltritt angehörte. Bei einen administrativ verfügten Auftritt vor lustlosem, saufendem desinteressierten Publikum bekommt der Leiter der Kapelle einen Herzinfarkt. Der scheinbar mögliche Neubeginn nach dem Rachedesaster macht noch ein Mal und um so mehr deutlich, dass verlorene Jahre, eine aufgeschobene Rache eine verwehrte Entwicklungschance im Leben unwiederbringlich sind. Das macht die Schuld derer, die verantwortlich sind für diese öffentliche ewig anhängende Stigmatisierung, die Ludvik erfuhr, um so größer. Bis in das Privateste, in die Unfähigkeit zu lieben, die verlorene Chance geliebt zu werden und dies zu erkennen, reichen die Folgen.

Kundera schrieb den Roman bis Dezember 1965. Die "Prozesse", der Stalinterror dem auch Lenka Reinerova, eine andere großartige tschechische Schriftstellerin ausgesetzt war, hatte das Land gerade überstanden. Die Jugend schaute allerdings weg. Was da passierte war tabu. Diese im Roman angesprochene Abneigung der Jugend ist eine deutlich erkennbare gefährliche Gleichgültigkeit eine innere Emigration, ein Kapitulieren vor den bestehenden Verhältnissen und damit die Basis für eine Wiederholung der Fehler der Geschichte, nicht nur ein tschechisches Phänomen. Die Mechanismen im Osten Deutschlands, in dem bis in den Kriegszustand hinein administrierten Polen Jaruzelskis, in der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken Breschnijews waren spiegelgleich. Die mit dem Buch vermittelten Werte, die bittere Kritik dieser Unfreiheit sind unverzichtbar. Daher verdient es eine ganz besondere Leseempfehlung.
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am 8. Januar 2003
Es gibt so Bücher, die einen so umhauen, dass man gradewegs sagen kann, es handle sich um "das beste Buch". Von solchen kann ich 5 (völlig unterschiedliche) aufzählen:
"Charly - flowers for Algernon"
"Der futurologische Kongress" (S. Lem)
"Picknick am Wegesrand" (Strugatzki)
"First and last man" (O. Stapledon)
und eben dieses Buch von Milan Kundera.
Ein kleiner Tropfen fällt ins Wasser und verursacht kreisförmige Wellen. Diese breiten sich weiter aus als mit menschlichem Auge erkennbar. Ein Netz an Konsequenzen wird ausgebreitet und vielleicht werden Fische auseinandergetrieben und dadurch Fisch-Liebschaften gewonnen oder zerstört.
Der Tropfen steht hier für einen Scherz. Einer, der in wenigen Sekunden erfunden, zu Papier gebracht und wieder vergessen wird. Bei mindestens 5 Menschen beeinflusst dies die Weiterentwicklung deren Werdegangs in vollem Umfang und das Leben eines jeden dieser Menschen hätte sich später vollkommen anderst entwickelt, wäre da nicht dieser Scherz gewesen.
So würde ich das Erzählgerüsts dieses Romans zusammenfassen - so stelle ich mir im weitesten Sinne auch die Grundidee des Authors vor. Der Scherz bildet den Mittelpunkt von Ereignissen ungeahnten Ausmasses. Des weiteren wird stets aus der Ich-Perspektive verschiedener Menschen erzählt, wobei die emotionalen Welten und Gedankengänge dermassen genau und nachvollziehbar geschildert werden, dass man immer in der Haut der jeweiligen Person zu stecken scheint, was unheimlich spannend ist und stark berührt, weil man "lernt", wie unglaublich verschiedenartig gewisse Aussagen/Reaktionen interpretiert werden können, wie sehr diese auch von der emotionalen Innenwelt abhängig sind.
Packt, interessiert und bewegt. Supermenschlich und brutal in seiner Konsequenz ist dieser Roman ein unvergessliches Erlebniss.
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Dieses Buch begleitet mich seit meinem 20 Lebensjahr, alle zehn Jahre muß ich es einfach nochmal lesen. Und nie hat es an Aussagekraft und Bedeutung verloren, wenn sich auch alles immer wieder ein wenig verschiebt.

Die Geschichte: in seiner Studentenzeit wurd Ludvik aufgrund eines zynischen Scherzes aus der Kommunistischen Partei ausgeschlossen und verliert damit alle Hoffnung auf seine bis dahin so gut beginnende Karriere. Die nächsten Jahre seines Lebens im Arbeitslager und - etwas undefinierbarer die Zeit danach - ist er sehr mit sich selbst beschäftigt, sucht verzweifelt nach Liebe und will sich an den Menschen, die ihm das angetan haben, rächen. Auf diesem Weg verkennt er immer und immer wieder was er für die Menschen, mit denen er zu tun hat, bedeutet und hinterläßt eine Spur der emotionalen Verwüstung. Erst sehr viel später - vielleicht ist er 30, vielleicht 40, das wird nicht klar - wird ihm bewußt, daß es keine Möglichkeit gibt, das Vergangene zu verändern und wiedergutzumachen. Der Leser wünscht Ludvik, daß er ab nun mit innerem Frieden den Rest seines Lebens verbringen darf.

Dabei wird die Geschichte anhand von vier Protagonisten erzählt, die jeder ein einzelnes komplettes Bild im Mosaik abgeben. Am poetischsten und literarisch am schönsten verfaßt empfinde ich die Geschichte von Jaroslaw, welcher der alten mährischen Musik verfallen ist und so viel archaische Weisheit in ihr sieht und der verzweifelt - und zum Schluß leider vergeblich - veruchst, diese Musik in die Moderne zu transportieren.

Der Schmerz, den jeder einzelne Protagonist erlebt, erlebt der Leser hautnah. Mit 20 war es das Leid der von Ihrem Liebsten verstoßenen Helena - das tat so sehr weh. Mit 30 Ludvik selbst, der den Boden unter den Füßen komplett verloren hat. Und nun, mit 40, hat mich besonderes Jaroslaw gepackt, der irgendwo in der Vergangenheit verhaftet bleibt und keinen Bezug zu seinem Sohn aufbauen kann.

Zum Schluß sei gesagt - daß Buch ist wunderschön und sehr tiefsinnig, aber es ist keine schwere Lektüre. Ich kann es jedem empfehlen, der sich mit einem "Kleinod" versehen und sich einem Mix aus Gefühlen, Gedanken und Genießen hingeben möchte.
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am 23. März 2005
Kunderas Buch Der Scherz ist ein richtig gutes Buch.
Seine Art zu schreiben ist überraschend einfach. Seine Gedanken sind oft verblüffend. Wirklich gelungen ist die Art und Weise, wie er die Geschichten erzählt. Jeder Ich-Erzähler hat seine eigene Geschichte, die dann an verschiedenen Stellen mit den anderen Geschichten verknüpft wird. So wird die Geschichte von verschiedenen Standpunkten aus erzählt.
Kunderas Buch zeigt aber auch sehr ernste Züge. Wie die Menschen erst voller Begeisterung für die neuen Ideen und die neuen Ideale eintreten, wie sie geblendet werden, wie sie alle voller Enthusiasmus sind. Und wie sie alle am Ende scheitern, wie ihre Ideale zerplatzen.
Ein wirklich gutes Buch, das zeigt, was für ein außergewöhnlicher Schriftsteller Kundera ist.
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am 12. Juni 2006
'Der Scherz' hat meiner Meinung nach in erster Linie eine philosophische und keine politische Aussage. Es klagt nicht an, sondern versucht viel eher die persöhnlicher Beweggründe verschiedener Akteure in der kommunistisch-diktatorischen CSSR der 50er, 60er und 70er zu erhellen. Es geht allerdings im wesentlichen um das Thema Wahrheit. In sprachlich und erzählerisch wunderbarer Weise wird dieser grundlegende menschliche Anspruch über die Themen 'Sünde' und 'Schuld', 'Liebe' und 'Haß' dargestellt, mit dem Fazit: Es gibt sie nicht, die Wahrheit.

Ludvik, Helena, Jaroslav, Kostka und einige weitere Charaktere zeigen völlig verschiedene Sichtweisen auf zum Teil ein und die selbe Begebenheit und zeigen damit, dass es weder einen objektiven, wahren Blick auf die Welt noch ein reines, ehrbares Verhalten gibt. Diese schmerzliche Einsicht bringt Sie alle auf den Boden der Tatsachen zurück, und trotzdem zeigt der Autor:

Es gibt ein Leben nach dem Verlust seiner Ideale, es geht irgendwie weiter, auch ohne Helden.

Diese sucht man auch in diesem Werk des Tschechen vergeblich; moralisch einwandfreie Charaktere tauchen nicht auf. Dafür bekommt man etwas anderes: echte Menschen.

Für mich ist 'Der Scherz' ein hervorragendes Buch, dass sicher nicht jedem gefällt. Vielleicht weil es ihm an manifesten Aussagen fehlt. Aber das macht seinen Reiz aus.

Ein trauriges, ernüchterndes, fesselndes und auch einfach schönes Buch.
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am 24. März 1999
Komischerweise ist "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins" Kunderas "Vorführstück", was ich allerdings nicht nachvollziehen kann. Der Meister des Erzählens beschreibt in "Der Scherz" anfangs die Geschichte aus der Sicht von Ludvik. Im weiteren Verlauf schildert er die Begebenheit allerdings aus anderen Perspektiven, was zu einem immer weiteren Einblick in die Zusammenhänge führt: eine Steigerung bis zur letzten Seite!
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am 20. Juni 2002
"Der Scherz" übertrifft "Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins". Das Buch ist in jeder Beziehung ein Meisterwerk. Besonders beeindruckend sind die autobiographischen Tendenzen, die auch einen Einblick in das Tschechien der 60/70er Jahre geben. Auch die Darstellung der Handlung durch die Augen der Hauptpersonen (abwechselnd in jedem Kapitel) macht das Buch noch spannender. Grandioses Finale!
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am 4. April 2006
Ein paar Zeilen gravieren sich irreversiebel in Ludviks Leben ein; seinem Scherz folgt eine Zesur von Aussen, die ihn an das unterste Ende der Gesellschafthierarchie katapultiert; Erwartungen an die Zukunft wenden sich in Überlebensfragen.
In "Der Scherz" hat Kundera mit der Gesellschaft als Hürde den ungleich härtesten Rahmen für seine ohnehin schon schwierigen existentiellen Fragen geschaffen. Kunderas Fingerzeig ist keiner der die damalige Weltbühne in Schwarz & Weiss oder in West & Ost teilt, er fokussiert sich im kleinsten einer Person und zeigt mit einer Deutlichkeit die ich so noch nie vernahm, wie glücklich man sich schätzen kann die Freiheiten einer ganzen Welt zu haben.
Der Roman ist das Umdrehen Kunderas auf der Schwelle von Prag in den Westen und Ludvik ist wohl ein Stück von ihm selbst, dass er im Osten ließ. Obwohl nicht mehr in seiner Sichtweite, entwickelt er dieses Stück an sich und seinen Erinnerungen zu etwas, dass man am Ende des Romans angekommen, als persönlich tief durchdrungenes Zeitdokument begreift.
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am 14. September 2012
Kundera schreibt mit einer Ausdrucksstärke und philosophischen Hingabe, die beeindruckt. Der Roman ist das Zeugnis eines Selbstfindungsprozesses von einem Menschen, der wegen einer Dummheit ins Arbeitslager gelangt und dieses Erlebnis, dieses Trauma, nicht verwinden kann. Er sinnt nach Rache und erkennt erst später, dass sein rückwärtsgerichtetes Handeln nichts von dem ungeschehen machen kann, was er erlebt hat. Wenn der Roman eine Botschaft trägt, dann die, dass traumatische Erlebnisse und unrechtsmässige diktatorische Staaten den Menschen so sehr verletzen können, dass sie für ihr Leben gezeichnet sind; dass man derartige Dinge verhindern muss, weil das Leid im schlimmsten Fall eine weitere Kette von Leid knüpft. Kundera bezieht sich in vielen Passagen auf die Volksmusik der Heimat, was im Kontext des Romans zwar stimmig ist, aber doch etwas ermüdet. "Der Scherz" ist kein leicht zu lesendes Buch, weil die Perspektiven der erzählenden Person öfter wechseln. Lohnend ist es aber allemal.
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am 28. Januar 2000
Die Zusammenfassung verweist zugleich auf die beiden Schwerpunkte in Kunderas Werk; wie man es gewohnt ist, spielt die Geschichte in Tschechien, zum Teil auf dem Land sowie in der Stadt. Anfänglich erfährt der Leser etwas über Ludvik, den Protagonisten und seine Universitätskarriere, im weiteren Verlauf jedoch wird jener uns an verschiedenen Stationen seines Lebens vorgeführt. Auch in diesem Buch kommt dabei die Zwischenmenschlichkeit nicht zu kurz, d.h. Ludvik hat diverse Liebesabenteuer aus unterschiedlichen Motivationen. Stilistisch verfeinert wird die ganze Geschichte, indem der Autor verschiedene Zeitsprünge sowie Perspektivwechsel vornimmt, so das beim Lesen keine Langeweile aufkommt ! Kunderas Debüt und vielleicht auch bestes Werk.
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