Hier klicken Sale Salew Salem Hier klicken Sonderangebote Book Spring Store 2017 Cloud Drive Photos Learn More TDZ HI_PROJECT Hier klicken Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited longss17



Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 7. Mai 2001
Die Schriftstellerin George Sand reiste Mitte des 19.Jhdts. zusammen mit ihrem Freund Frederic Chopin aufs damals touristisch unerforschte Mallorca, ums sich als Fremde in einem damals ungehobelten, rauhen und gastunfreundlichen Landstrich wiederzufinden. Mit Witz, Esprit und der typischen Arroganz der damaligen Oberklasse erzählt sie über die Geschichte, Kultur, Verhaltensweisen und sozialen Riten der armen Bauern und reichen Edelleute auf der Insel, bis sie nach einem harten Winter überstürzt das Land verlassen musste. Im typischen Sprachstil des vorletzten Jahrhunderts und mit zu vielen Abschweifungen in intellektuelle Gefilde versehen, ist des Reisebuch dennoch unterhaltsam, lesbar und vor allem für Mallorca-Fans mit dem einen oder anderen Deja-vu versehen, die auch nach knapp zweihundert Jahren immer noch den Reiz der Urlaubsinsel ausmachen. Lohnt sich!
0Kommentar| 40 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Juni 2009
Eine amüsant geschriebene, von französischen Esprit sprudelnde Darstellung des Winters 1838, als George Sand mit ihren beiden Kindern Solange und Maurice sowie dem damaligen Geliebten Chopin aus Gesundheitsgründen eine Reise auf die Mittelmeerinsel unternehmen. Nach anfänglichen Schwierigkeiten eine Unterkunft in Palma zu finden (vor allem, weil der kranke Chopin als angeblicher Schwindsüchtiger die Bevölkerung in Unruhe versetzt), findet die kleine Patchwork-Familie Platz in einem verlassenen Karthäuserkloster. Dort leben sie zwei Monate unter widrigsten Umständen (schlechtes Wetter, ablehnende Bevölkerung, primitive Unterbringung), um dann wieder ins heimische Paris aufzubrechen. Ein Winter auf Mallorca ist ein klassischer Reisebericht, der Beobachtungen über Sitten und Gebräuche der Mallorchiner mit kleinen Abhandlungen zu Geschichte der Insel sowie zu Flora und Fauna der Insel verbindet. Wer allerdings genauere Informationen zu Fréderic Chopin erwartet, wird enttäuscht sein, nur an wenigen Stellen wird auf die Krankheit des stets mit "unser Kranker" betitelten Chopin eingegangen. Dennoch sei das Buch Kulturreisenden der Insel wärmstens empfohlen.
0Kommentar| 7 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. November 2007
Ein Reisetagebuch aus dem November 1838. Die Autorin schreibt über ihre Reiseerlebnisse auf der Balearen-Insel aus der Sicht einer Französin. Dabei kommen die Mallorquiner nicht allzu gut weg. Plumpe, stumpfsinnige und fremden- abweisende Bauern (Schweinezüchter), die bauernschlau überwiegend auf ihr eigenes Wohl bedacht sind. In detailverliebter, fast redundanter Sprache des frühen 19. Jahrhunderts, mit belustigenden, uns oft fremdartigen Vokabeln erfährt man einiges über Gegend, Baustil, Infrastruktur, spanische Kriege auf dem Festland, Essen, Schweinezucht und Schweineknappheit (aufgrund der Kriege), Karnevalsbräuche, Klima und klösterliches Leben, speziell in der Kartause Valdemossa. Die Reisebegleitung, Frédéric Chopin, mit dem Sie unverheiratet, in wilder Partnerschaft dort lebt, wird quasi gar nicht erwähnt. Kein spannendes Buch aber amüsant und lehrreich.
0Kommentar| 5 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Dezember 2003
Da der Inhalt ja schon weitestgehend zusammengefasst ist, möchte ich anmerken, dass die CD-Lesung eine wirklich schöne Stunde verspricht. Nicht nur, dass die Ausführungen von George Sand interessant sind, in Bezug auf die Art ihrer Reise (Solche bescheidenen Unterkünfte, wie ihre Familie sie bewohnt, waren für Reisende ihrer Zeit nicht allzu üblich), sondern viel mehr noch ist ihr Bericht eine sprachliche Freude, ein wundervolles Dahinschweben in George Sands Gedanken und Eindrücken.
Julia Stemberger liesst sehr angenehm, vor allem nicht zu sprecherzieherisch oder schauspielerhaft. Zudem ist die Lesung wirkungsvoll mit Chopin unterlegt - was wäre auch passender gewesen, ihre Aufzeichnungen zu begleiten wo Sand ihn doch als ihren Seelenverwandten begriff.
Ein wirklich liebevoll gemachtes und sehr empfehlenswertes Hörbuch.
0Kommentar| 12 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. Januar 2010
Die Gemeinde,die es sich heute noch antut,dieses Buch zu lesen,rekrutiert sich wohl vor allem aus Musikliebhabern,die Chopins Reise nach Mallorca nacherleben wollen.Sie werden bekanntlich etwas enttäuscht,sein Name wird von Sand nie genannt,sehr wohl aber der Gesundheitszustand "eines der unseren".

Um zum ersten bei Chopin zu bleiben,er war bereits Jahre vor dieser Reise mit typischen Symptomen einer Lungentuberkulose erkrankt,auf Mallorca kam es jedoch zur ersten massiven Verschlechterung,sowohl die Bevölkerung als auch die mallorquinischen Ärzte stellten sofort die korrekte Diagnose,auch das erste Auftreten einer Kehlkopftuberkulose dürfte also richtig diagnostiziert worden sein;interessant ist,das Sand die Krankheit so vehement in Abrede stellt und als Unpässlichkeit,wenn auch eine lebensbedrohliche Unpässlichkeit(!) darstellt und die berechtigte Diagnose und Angst der Ärzte und der Bevölkerung nur als neuerlichen Anlaß für Schimpftiraden gegen die Bewohner der Insel nimmt."Ihr Begleiter habe ebensowenig Schwindsucht wie sie selbst"...Chopin starb nach qualvollem Verlauf 11 Jahre später an Lungen-,Kehlkopf- und Darmtuberkulose.

Das Positive trotz allem zuerst:

Zum einen finden sich in dem Werk doch einige Seiten wundervoller Naturschilderung voller Poesie und in romantischer Epik die Schönheit der Insel widergebend.

Auch die typisch frühromantisch verklärten Fantasie-Bilder der alten Kartause zur Zeit des Mittelalters,das Bild des alten Mönches der hier vor vielen hundert Jahren sein Leben noch im Einklang mit Natur,Schöpfung und Menschheit in stimmiger Meditation verbrachte,noch vor dem, "Sündenfall" des 19.Jahrhunderts,vor dem Bruch mit der "alten Zeit",das romatische Weltgefühl der zerbrochenen Einheit des Menschen,die Eichendorfsche Sehsucht nach der Vergangenheit,nach dem ewig verlorenen Glück spricht hier aus Sands Erzählung.
Sands Zitat von Chamissos "Schloß von Boncourt" paßt wunderbar in dieses romatische Ambiente.

Schade daß der Rest des Buches so enttäuschend ist.

Ein weiterer sehr interessanter Punkt ist,die heute touristisch ausgeschlachtete Baleareninsel in ihrem "Urzustand" beschrieben zu sehen.
Sand beschreibt eine einsame,unzugängliche,kaum erschlossene Insel mit noch fehlender Infrastruktur,bewohnt von Schweinen,ärmlichen,fest in ihrer Lebensart verwurzelten und malerisch gekleideten Bauern und einem verarmten stolzen Landadel,der -Parallelen zu Frankreich werden gezogen- seinen Besitz,Grund und Boden,längst an seine jüdischen Gläubiger verloren hat(Sand macht hier aus ihren antisemitischen Meinungen keinen Hehl).
Immer wieder gelingt es der Autorin so,ein indigenes Bild Mallorcas des frühen 19 Jahrhunderts zu zeichnen,wie wir es -nach Eroberung der Insel durch den Massentourismus- nie wieder erleben werden können.

Nun zu den Schattenseiten des Buches:

Sand mit ihren Kindern und Chopin(mit dem sie kurz zuvor eine Beziehung begonnen hatte) brachen also im Winter 1838 an Bord eines Schweine-Transportschiffes auf,um Mallorca im Winter kennen zu lernen.Dieses Vorhaben könnte man ungefähr damit vergleichen,als ob man heute in Ermangelung anderer Transportmöglichkeiten ein Containerschiff besteigt,um die Lebensweise der Ureinwohner einer Insel in PapaNeuguinea zu erkunden.Einzige "Expeditionsvorbereitung" war das Lesen eines Reiseberichtes eines Zeitgenossen.

Chopins Tuberkulose exazerbierte bereits am Schiff und versetzte die Besatzung in Furcht und Schrecken.Schwindsucht war eine nicht zu unrecht gefürchtete sehr ansteckende unheilbare "Killerkrankheit" des 19.Jahrhunderts, um die sich(Erreger und Therapie waren noch unbekannt) viele Gerüchte rankten.

Wie klug es ist,mit einem Schwerkranken(Chopin litt wie erwähnt seit Jahren an Tuberkulose mit Blut-Husten)und zwei halbwüchsigen Kindern nach PapNeuguinea,um bei dem Vergleich zu bleiben,noch dazu in einer denkbar ungünstigen Jahreszeit zu fahren, sei dahingestellt.Die Abenteuerlust scheint jedenfalls stärker gewesen zu sein.

Doch hier beginnt das Fiasko dieser unsinnigen Reise.
Wenn man tatsächlich nach PapNeuguinea reist,eine fremde Kultur in einer vielleicht malerischen ,aber eventuell auch gefährlichen,jedenfalls unerschlossenen Wildnis zu erforschen,sollte man sich wohl darauf einstellen,keinen deutschsprachigen-in diesem Falle französischsprachigen- Führer jederzeit zur Seite zu haben,noch dazu wenn die Reise nicht gebucht wurde,man sollte auch nicht mit luxuriösen Hotelanlagen rechnen und die gewohnte Kost von Wienerschnitzel oder Sauerkraut wird man wohl auch nicht erwarten dürfen.

Nicht so George Sand.
Die Französin kommt auf einem Frachtschiff(!!)nach Mallorca(Sand beklagt sich ebenso wortreich wie langatmig über die Inkommodation durch die Geräusche und Umstände,die diese Tiere eben zu machen pflegen) und wurde dort vermutlich nicht auf französisch begrüßt,ein Skandal für jeden Franzosen vermutlich,dort sprach das "ungebildete" Landvolk nämlich ebensowenig französisch wie ein Franzose spanisch.Hotels waren zu jener Zeit auf Mallorca unbekannt,Tourismus existierte nicht,was Sand zu einer nächsten wütenden Schimpftirade gegen das unfähige Volk auf Mallorca veranlaßt.
Schließlich bekommen sie von einem Landadeligen eine zauberhafte,aber etwas in die Jahre gekommene Villa als Unterkunft.Grund genug die nächste Tirade loszulassen,es fehlt nämlich an Möbeln.Damit hatten sie nicht gerechnet,noch weniger damit,daß auf einer einsamen Insel kein florierender Möbelmarkt mit Einrichtungshäusern existiert,ein einziger Skandal also.
Die Möbel müssen vom Tischler maßangefertigt werden,nicht gerade die billigste Art,sich für einige Monate einzurichten... Sand versäumt es auch nicht,darüber bittere Klage zu führen,daß Tische und Sesseln in Pariser Einrichtungshäusen wesentlich billiger zu haben sind.
Die Infrastruktur war damals auf Mallorca noch nicht entwickelt,alte Saumpfade mußten als Wege für Reisekutschen dienen,in denen der französische Touristentrupp und ein Klavier transportiert werden sollten.Die logistische Herausforderung für die armen mallorquinischen Bauern war also enorm und wurde ihnen von Sand mit wütenden Beschimpfungen über die Zumutung einer so unbequemen Reise bedankt.

Das Essen schließlich war für unsere netten Franzosen ebenfalls eine einzige Zumutung,zu würzig,zu salzig,zu scharf,zuviel Schweine-Fleisch usw.nichts paßte,dazu stahl das Diebsgesindel von Einwohnern ständig alle Vorräte.

Wie beliebt sich Sand unter der ländlichen Bevölkerung,die sie schließlich nur mehr charmant als "AFFEN" bezeichet,machte,kann man sich leicht vorstellen.Es nimmt daher nicht Wunder,daß die Bauern sich an den arroganten Franzosen mit überzogenen "Touristenpreisen" für ihre Lebensmittel rächten.

Sand versucht witzig zu sein,was ihr manchmal gelingt,meist aber in arrogantem Sarkasmus endet,von der "politischen Korrektheit" ,ein Volk als "Affen" zu bezeichnen, einmal ganz abgesehen.Langatmige Zitate aus anderen Reiseberichten machen die Lektüre zudem über große Strecken sehr mühsam.

lesenswert mit erheblichen Einschränkungen
33 Kommentare| 15 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. November 2015
Mallorca – Sonne, Strand, Meer, Ballermann, Jürgen Drews, Sangria aus Eimern...STOP! Zurück auf Anfang.

Mallorca – romantische Täler, Klosterruinen, die berühmte Autorinnen zu lesenswerter Prosa animieren…So gefällt mir das schon besser *g*

Denn lange bevor Mallorca zum selbsternannten 17. deutschen Bundesland wurde und der Verfasser dieser Zeilen vor zig Jahren zu Millionen von Urlaubern gehörte, die von der Schönheit der Insel kaum etwas mitbekommen haben, hat die französische Schriftstellerin George Sand mit ihrem Geliebten Frederic Chopin und ihren Kindern Maurice und Solange eine in weiten Teilen unangenehme Reise nach Mallorca unternommen. Die größtenteils leidvollen persönlichen Erinnerungen von George Sand daran sind der Nachwelt unter dem Titel „Ein Winter auf Mallorca“ bekannt geworden und auch fast zweihundert Jahre später hat dieser Reisebericht bzw. einzelne Passagen daraus nichts von seiner „Aktualität“ verloren, wie nachfolgendes Zitat eindrücklich unter Beweis stellt:
„So notwendig die Presse für die Gesamtheit unseres Denkens und Handelns ist, so abstoßend ist es, den Hader der Parteien im einzelnen zu verfolgen und zu beobachten, wie Wochen und Monate mit Beleidigungen und Drohungen vertan werden, ohne daß eine einzige Frage geklärt oder ein merklicher Fortschritt verzeichnet wäre. Und dieses Warten kommt uns um so länger vor, je eingehender man uns über alle Phasen der Debatte berichtet.“ (S. 65)

Mit spitzer Zunge schildert George Sand ihre Begegnungen mit der mallorquinischen überwiegend ländlichen Bevölkerung, die ihr und ihrer Begleitung kritisch und teilweise überaus feindlich gegenüberstanden, weil weder George Sand, noch Frederic Chopin, noch ihre Kinder in das Weltbild der tiefgläubigen Einwohner Mallorcas passten.

Gleichzeitig aber schreibt sie mit einer solchen Intensität von phantastischen Sonnenuntergängen, unberührter Natur, von alten Klosterruinen, die sie zu nachdenklicher, aber wunderschöner Prosa inspirieren, lässt durch ausführlichen Bericht die Kartause von Valldemossa, in der sie nach einem kurzen Aufenthalt in Palma für den Rest ihres Aufenthaltes gelebt hat, vor unserem inneren Auge entstehen und stellt sich mitunter auch augenzwinkernd selbstkritisch in Frage.

„…und ich frage mich jetzt, warum ich nicht mit zwanzig Zeilen ausdrücken konnte, was ich auf zwanzig Seiten gesagt habe.“ (S. 197)

Das alles und noch viel mehr – nein, hier folgt jetzt keine weitere Textzeile aus „König von Deutschland“ von Rio Reiser *g* - machen dieses Buch, welches in meiner Ausgabe (dtv) mit zusätzlichen, phantastischen Lithographien von Joseph-Bonaventura Laurens und einem Abschnitt aus George Sand's Biographie über die Reise nach Mallorca ergänzt wurde, zu einer lesens- und sehenswerten Lektüre, aus der ich bestimmt öfter einzelne Passagen, die mich besonders berührt haben, lesen werde.

Das Schlusswort überlasse ich noch einmal Frau Sand; dem folgenden Abschnitt ist nämlich nichts mehr hinzuzufügen.

„Ich habe stets vom Leben auf einer einsamen Insel geträumt, und jeder aufrichtige Mensch wird bekennen, daß er die gleiche Sehnsucht gehabt hat. Aber glaubt mir, meine Freunde, unsere Herzen sind zu liebebedürftig, als daß wir ohne einander auskommen könnten, und das Beste, was wir tun können, ist, uns gegenseitig beizustehen, denn wir sind wie Kinder von einer Brust, die sich miteinander anlegen und zanken, sich sogar verprügeln und doch untrennbar sind.“ (S. 248f)
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 18. Juli 2010
Es ist besonders schade, wenn an sich weit bekannte und gute fremdsprachliche Literatur unter der Qualität der Übersetzung leiden muß. Das könnte zwar dazu verführen, den Text mit großem Vergnügen im Original zu lesen, ist aber eigentlich nicht der vordergründige Sinn einer gelungenen Übertragung.
Zu diesem Bild kommen noch die meiner Ansicht nach überflüssigen Schnitzer und Holprigkeiten im Sprachfluß und endlich auch noch ärgerliche Druckfehler.

Schade, denn das Buch ist hübsch und passend gebunden und die Schrift gut lesbar. Wenn man jedoch auf ein spürbareres Lektorat Wert legt, sollte sich vielleicht doch der Blick auch auf andere Ausgaben richten.
0Kommentar| 8 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 27. August 2016
Dieses Buch sollte jeder Mallorca-Fan gelesen haben. Die Seele des Spaniers und insbesondere der Mallorquiner wird sehr gut dargestellt und hat heute noch aktuelle Bedeutung. Man kann Bezüge zur heutigen Zeit finden und versteht so die Andersartigkeit der südländischen Kultur. Seltsam erscheint jedoch, dass die Mallorquiner selber einen Kult um dieses Buch und deren Protagonisten geschaffen haben, obwohl sie ja eigentlich in dem Buch nicht so gut wegkommen. Haben sie wohlmöglich das Buch gar nicht gelesen? Oder ist ihnen einfach das Geschäft damit wichtiger als der eigene Ruf? Das würde dann auch wieder zu den in dem Buch beschriebenen Charaktereigenschaften passen.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juli 2001
Wer durch den Untertitel glaubt, er würde in diesem Buch mehr über die gemeinsamen Tage von Sand und Chopin auf Mallorca erfahren, der wird leider enttäuscht. Denn Chopin wird nie namentlich, sondern nur vereinzelt als "unser Kranker" nebenbei erwähnt. Wer allerdings Mallorca auf eine andere Art gesehen kennenlernen will und auch gegen ein paar Gemeinheiten gegen die Einwohner der spanischen Insel nichts einzuwenden hat, der wird in diesem Buch genau das Richtige finden. Die 3 Sterne sollen einen Mittelwert darstellen: 1 Stern für alle, die Infos über Chopins erwartet haben - 5 Sterne für alle, die Infos über das Mallorca des 19. Jahrhundert wollten.
22 Kommentare| 30 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 8. April 2010
"George Sands Erzählung ist eigentlich alles in einem: eine der faszinierendsten Reisebeschreibungen der Weltliteratur, eine der berührendsten Liebesgeschichten des Lebens und irgendwie auch - der erste Aussteigerroman.

So wird hier dieses Buch beschrieben. Und das ist, was überhaupt nicht stimmt. Weder ist es eine faszinierende Reisebeschreibung und schon gar nichts hat es mit der Liebesgeschichte zwischen Chopin und Sand zu tun, die wird nicht mal erwähnt und auch Aussteigerroman trifft nicht den Inhalt. Chopin hat auf dem Umschlag nichts verloren, das ist nur irreführend.

So viel Negatives schon am Anfang und trotzdem ist es lohnend das Buch zu lesen. Denn es hat schon was zu bieten. Neben herrlichen Naturbeschreibungen der Insel, eine wunderbare, facettenreiche Sparache und nicht zuletzt erhält man Erkenntnis über die Denkweise der (französischen) Oberschicht Anfang des 19. Jahrhunderts und ist erstaunt-amüsiert über eine doch eigentlich als so modern und Ihrer Zeit voraus geltende George Sand. Ich habe oft lachen können.
Interessant ist auch, dass Valldemoss, wo Sand zwei Monate während ihres Mallorca-Aufenthalts - lebte die Schriftstellerin heute aufwendig vermarktet und das, obwohl Sand an den Mallorquinern kein gutes Haar lässt, um es mal sanft auszudrücken. Was Sand wohl dazu gesagt hätte...?
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

18,00 €
4,99 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken