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Kundenrezensionen

4,6 von 5 Sternen
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am 28. Juni 1999
Eigentlich gibt es nur zwei Mankos, zum einen die Einbandrueckseite, auf welcher so tiefsinnige Gedanken wie "... der Boellsche Urfaust..." oder "... der neue Schluessel zum Romancier Boell..." und zum anderen das unlesbare Geleit von Max Frisch. Beide sehen wichtig aus sagen aber nix, und deshalb schnell zum eigentlichen Roman. "Der Engel schwieg" ist fuer mich das vielleicht beeindruckenste Buch, welches mir zum Thema Nachkriegszeit in die Finger kam. Hier gibt es keine Helden oder Antihelden, kaum gut oder boese und keine besserwisserische, politisch ach so korrekte Abrechnung mit wem auch immer. Es geht einfach um einen Heimkehrer, welcher ins zerstoerte Koeln kommt, seine ganz individuelle Erlebnisswelt und die Menschen, welche ihn dort erwarten. Der Wert einer Zigarette ist fuer diese Menschen einfach wesentlich groesser als die Politik, welche, da sie schrecklich versagt hat, von den, kriegsgestoerten aber nicht vernichteten, Menschen kaum wahr genommen wird. Ganz einfache Menschen und ebenso einfache wie ehrlich Geschichten, dies ist das Geheimnis dieses Ausnahmewerkes. Die erhobenen Zeigefinger ueberlaesst Boell anderen, obwohl nie Zweifel an der politischen Korrektheit aufkommt. Dieser Roman ist ein Stueck Zeitgeschichte, welches mir (ausgestattet mit der "Gnade der spaeten Geburt) weit mehr gezeigt hat als ein Grossteil der Kapitel ueber das 20ste Jahrhundert aus meinen Geschichtsbuechern. Trotz aller intelektueller Jubelschreie ist dieses Buch auch spannend und unterhaltsam. Bleibt nur die Ueberlegung es zur Pflichtlektuere an allen Schulen zu machen, warscheinlich wuerde es dann aber niemand mehr lesen wollen, und das waere Schade. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 13. August 1999
Ein posthum erschienener Roman, der mit großen Worten bedacht wird, eigentlich ein muß für jeden Freund der Böllschen Werke! Doch leider bleibt es dabei, denn bei einem breiten Publikum wird dieser Roman wohl kaum auf Gefallen stoßen. Zwar ist Bölls Sprache nach wie vor von außergewöhnlichem Charme, seine Wortwahl sehr bedacht und die Beschreibung der ersten Nachkriegstage sehr beeindruckend, aber gleich dem dort beschriebenen zertrümmerten Köln bleibt dieser Roman eher bruchstückhaft. Erzählt wird die Geschichte eines desertierten Soldaten, der mit falschen Papieren versucht, nach und nach wieder im normalen Leben Fuß zu fassen. Aber auch die Geschichte der zurückgelassenen, vereinsamten Frauen, der geizigen Reichen und der "neuen" Kirchenfunktionären wird erzählt.
Kenner des Böllschen Werkes fallen die vielen Paralellen zu anderen Romanen auf. Nahezu alle dieser Begebenheiten finden sich in anderen Büchern wieder ("Ende einer Dienstfahrt", "Ansichten eines Clowns", etc.)
Fazit: Schöne Worte, einrucksvolle Sprache, nachdenklich stimmende Anekdoten, aber: Im Westen nichts neues. Für Böll-Hungrige ein muß, Gelegenheitsleser sollten aber ein anderes Buch wählen.
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am 12. Februar 2003
Dieser Roman ist etwas ganz besonderes, nicht nur weil er aus dem Nachlass Bölls veröffentlich wurde, sondern auch weil er schriftstellerisch absolut großartig gelungen ist und mehr über Böll verrät als jeder andere Roman.Die Handlung ist traurig, es geht um Krieg, vermeindlichen Frieden, Liebe und Hunger. Bölls Protagonist hungert so sehr, dass ich Tage lang kaum mehr zu essen gewagt habe, weil ich so sehr in die Handlung eingebunden war. Sehr schön zu lesen...
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am 4. September 1999
Das Drama vom deutschen Soldaten, der nach dem verlorenen Krieg nach Hause kommt und dann doch nicht nach Hause kommt, weil es für ihn keine Heimat mehr geben kann, hatte bereits im Herbst 1946 der todkranke Wolfgang Borchert in "Draußen vor der Tür" durchexerziert. In den Jahren 1949 bis 1951 schrieb Böll seine eigenen Erfahrungen mit jenem Jahr 1945 nieder, in dem der Krieg endete und der Kampf ums Überleben in der Trümmerwüste Deutschland seine Fortsetzung fand. In diesem posthum erschienenen Roman" läßt Böll den Buchhändler Hans Schnitzler (!) in eine zerstörte Stadt zurückkehren, die unschwer als Köln zu erkennen ist. Den Krieg hat der Deserteur nur überlebt, weil ein anderer an seiner Stelle erschossen wurde. "Ihr Mann hat mir meinen Tod gestohlen", wird Schnitzler dessen kranker Witwe erklären, als er ihr das Testament ihres Mannes bringt. "Ich begreife jetzt, daß man jemand das Leben schenken kann, indem man ihm den Tod stiehlt." Im folgenden irrt Schnitzler als lebender Leichnam durch die Stadt und seine Beziehungen mit den Menschen. Böll erzählt episodenhaft und entwickelt in jedem Abschnitt in sich abgeschlossene Welten. Als "Böllscher Urfaust" und "Steinbruch und Humus" für spätere Werke müsse "Der Engel schwieg" fortan begriffen werden, postuliert der Verlag im Klappentext. Wer den Roman liest, ohne dabei den späteren Werdegang seines Autors als Qualitätsmaßstab anzulegen, wird vor allem einen Text entdecken, der in seiner Sprödigkeit und Hoffnungslosigkeit die gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Perspektiven des vergangenheitsverdrängenden Nachkriegsdeutschland voraussagt. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 30. Juni 2000
Für mich schuf Böll mit diesem Buch sein absolut bestes Werk. Die Gefühle der Hauptfiguren sind für jeden, der den Krieg nicht miterlebt hat schwer nachzuvollziehen, kommen hier aber so klar und nahezu greifbar heraus, daß sich böll schon allein dafür größte annerkennung verdient hat. eines der wenigen bücher, die zeigen, daß menschen immer menschen bleiben, auch wenn sie unaussprechliches durchgemacht haben
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am 3. Dezember 2007
Mai 1945: Der Deserteur Hans Schnitzler kehrt in seine in Trümmern liegende Heimatstadt zurück, die unschwer als Köln zu erkennen ist. Er trifft auf Regina Unger, die soeben ihr Kind verloren hat. Beide sind verzweifelt und laufen Gefahr, in das bodenlose Loch der Lebenssinnkrise abzustürzen. Sie entdecken, daß ihre scheue, von tiefer Trauer unterlegte Liebe zueinander Stärke verleiht, die auf ein mögliches Morgen hoffen läßt. Zugleich müssen sie jedoch erfahren, daß es auch nach dem Kriegsinferno keine Stunde Null geben wird. Die Opportunisten und Karrieristen haben ihre Fahnen bereits wieder in die "richtige" Windrichtung gehängt. Ein Dr. Dr. Fischer z.B., typischer Vertreter des von Böll stets bekämpften Verbandskatholizismus, entpuppt sich als mieser "Geldfischer", wo er "Menschenfischer" hätte sein sollen.

Neben der Liebe und dem basisorientierten Glauben verleiht die Wut Kraft zum Überleben. Wut auf diejenigen Menschen, die nichts verstanden haben, noch jemals verstehen werden. Wenn diese Wut in Haß umzuschlagen droht, greift Böll zum Mittel der Satire.

In seinem postum veröffentlichten Frühwerk ist bereits alles angelegt, was den Weltautor und Nobelpreisträger Heinrich Böll ausmacht. Viel gelernt hat er von Hemingway und Faulkner. In kühler, bis zur Lakonie reduzierter Sprache läßt er die kaputte Welt der unmittelbaren Nachkriegszeit vor dem Leser entstehen. Natürlich hat "Der Engel schwieg" noch Schwächen. Er ist kein abgerundeter Roman, sondern eher eine Sammlung von Skizzen, Episoden und Kurzgeschichten, die nur mühsam miteinander verzahnt werden. Auch verfällt Böll schon hier seiner später häufig monierten Schwarz-Weiß-Typisierung.

Dennoch ist die Lektüre sehr zu empfehlen, denn es handelt sich um ein Schlüsselwerk, mit dem Böll seine Auseinandersetzung mit Nachkriegsdeutschland einleitete.
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am 6. Dezember 2006
Der Engel der schwieg stammt aus dem Nachlass Bölls. Das Buch wurde zu Lebzeiten Bölls nicht ganz fertiggestellt, aber nach seinen Skizzen und vielen Aufzeichnungen verfasst.

Es unterscheidet sich daher meines Erachtens von seinen anderen Werken, zumal es auch einfach das letzte Buch war, an dem Böll gearbeitet hat und mir viel ausgereifter als die Vorgänger vorkommt.

Der Inhalt beginnt mit dem Ende des Krieges. Ein Heimkehrer namens Hans (zumindest hiess er ursprünglich einmal so) kehrt aus dem Krieg zurück, ohne Papiere und Ausweise und überbringt einer Frau die Nachricht des Todes ihres Mannes.
Hans hat keine Ahnung wo er bleiben soll, auch nicht wie er ohne Geld an neue Papiere kommt, geschweige denn an Essen.

In den insgesamt 19 Kapiteln wird die Geschichte von Hans, aber auch einigen anderen Personen erzählt - so lebendig, dass man glaubt man steckt mittendrin. Man fürchtet mit den Charakteren, man leidet, man hungert.
Der Erzählstil ist beeindruckend mitreissend.

Das Buch erzählt von Hunger, Kummer, Leid und Resignation der Nachkriegszeit. Von Menschen, die gar nicht einmal mehr wissen, ob sie leben oder sterben wollen - ob das Leben oder der Tod das geringere Übel sind. Menschen ohne Zukunft, die dennoch weitermachen, weiterleben, weiterkämpfen und immer wieder einen kleinen Schritt vor den anderen setzen (auch wenn sie die Hoffnung schon verloren haben).

Im Nachwort findet sich auf Seite 193 folgender Satz:
Vom Krieg wird nichts erzählt, kaum etwas vom äusseren Ablauf der Nachkriegszeit. Heinrich Böll zeigt nur die Menschen dieser Zeit. Mit diesen Menschen erfahren wir, dass es schon viel ist, wenn wir wenigstens noch den Atem der Seele spüren, wenn uns wenigstens ein Strahl der Liebe trifft, wenn wir aus dem verschütteten Grund des Glaubens das ewige Licht vor dem Erlöschen bewahren.

Und ich finde, das triffts einfach genau.

Das Buch sollte man wirklich gelesen haben!
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am 9. Januar 2003
Der Krieg ist zu Ende, aber wer jetzt denkt, dass eine Retrospektive folgt oder eine brutale Nachkriegsdokumentation geschildert wird, irrt sich gewaltig.
Heinrich Böll widmet sich vielmehr den frustrierten und desperaten Heimkehrern, die ihre Heimat völlig zerstört, ausgehungert, korrupt und vom Schwarzmarkt beherscht vorfinden.
Es beginnt ein erbitterter Kampf um das elementarste was der Mensch besitzt. Das Brot. Vom alimentären Imperativ getrieben versucht sich jeder von Tag zu Tag durchzuschlagen.
Die Schilderung dieser Situation ist aber keineswegs übertrieben und brutal, obwohl die Personen eine Ohnmacht durchleben ausgelöst von Verzweiflung und fehlendem Lebenswillen. Vielmehr greift Heinrich Böll die Liebe zwischen zwei desillusionierten Personen auf, die sich gemeinsam bemühen ihr zerstörtes Umfeld zu ertragen und sich Stück für Stück ihre Hoffnung zurückerobern.
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am 3. Juni 2010
Das vorliegende Buch wurde erst in den 90iger Jahren veröffentlicht und beschreibt die Zeit des Übergangs vom Krieg zum Frieden am 8.5.1945.
Sehr sensibel ist die Stimmung eingefangen - das wieder leben wollen, aber auch müssen. Beziehungen zu finden aus der Starrheit heraus, der Atemlosigkeit des ständigen Kampfes. Werte zu finden, wieder zu finden und Stellung zu beziehen nach der Verrohung durch den Krieg....all das ist Thema.
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am 13. März 2011
Das Lesen war beeindruckend von der ersten bis letzten Zeile.Erstaunt hat mich,daß keiner der Personen jemals gesagt hat:Ach,wie war es doch früher schön.Das würde ich doch im Angesicht dieses Elends erwarten.Auffallnd ist auch die sachliche doch etwas kühle Schilderung emotionsreicher Situationen.Sei es die Liebe oder die Rattenplage.Ein Buch daß den Trost gibt,daß es auch nach tiefem Fall immer weider eine Auferstehung gibt.
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