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Kundenrezensionen

4,8 von 5 Sternen
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am 28. Oktober 2004
Bukowski läßt sein Alter Ego Henry Chinaski die eigene Jugend
erzählen, von Armut, Alkohol, Mißbrauch, Gewalt, Sex, mehr Alkohol
und noch mehr Alkohol. Der wenig liebenswerte Protagonist bietet kaum
Identifikationspotential, von seiner Liebe zu Büchern und der haarigen
häuslichen Situation abgesehen. Aber das will Bukowski auch nicht - er
zwingt keinen Leser, zu verstehen oder zu tolerieren, er erzählt einfach,
geradeaus, packend, in einfacher Sprache, punktgenau und schnörkellos. Das
ist spannend, überraschend, glaubhaft, und vor allem aus dem
letztgenannten Grund hinterläßt es einen ganz seltsamen Nachgeschmack -
fast schon Bitterkeit, wüßte man nicht, wie es weitergegangen ist. Nicht
das beste Buch Bukowskis, aber ein sehr wichtiges, das man gelesen haben
sollte, wenn man sich mit den Werken des ruppigen Großmeisters befassen
will.
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am 16. Januar 2016
Wer sich für moderne Underground- Literatur interessiert, die weit weg ist von dem langweiligen, öden Quark, der heutzutage als "Literatur" verkauft wird, und bei dem einem nicht nur die Füße einschlafen, der kommt an Leuten wie Bukowski in dieser Welt ums Verrecken nicht vorbei. Und wer dann noch ein Gefühl dafür bekommen will, wie dieser Typ es auf die Reihe bringt, derart packende, authentische, witzige aber auch zutiefst berührende Romane und Kurzgeschichten vorzulegen ( mit seinen Gedichten kenne ich mich nicht besonders aus ), der kommt an seinen Kindheitserinnerungen nicht vorbei. Was für eine Jugend ! um so zu scheiben zu können muss man wohl so gelebt haben.
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am 24. Januar 2007
Mit Bukowski werden Sex, Schweinkram und Gossensprache in Verbindung gebracht. Buk hat nie ein Blatt vor den Mund genommen und mit seiner stilsicheren Beschreibung des Amerika von 1950 - 1985 war er immer am Puls der Zeit. Schon zu Lebzeiten Bukowskis zu erkennen, dass hier ein ganz Großer die Reiseschreibmaschine klappern lässt, das haben die wenigsten geschafft. Für viele Leser war Buk gleichbedeutend mit Pornografie und Gewalt. Auch wenn ich das nie so sah, so sind Bände wie Fuck-Machine oder Leben und Sterben in Uncle Sams Hotel nicht jedermanns Sache. Jedenfalls nicht zum Einstieg bei Bukowski. Dafür empfehle ich Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend. Hier zeigt Bukowski, dass er als Erzähler wirklich etwas taugt. In einer Sprache, die jeder versteht, auch ohne ein Philosophiestudium in der Tasche zu haben, berichtet der Außenseiter über die Schwierigkeiten seiner Kindheit. Vom versoffenen, autoritären Vater über eine schwache Mutter und die Anfeindungen in der Schule. Buk ist schonungslos und offen, wie immer, aber in diesem Band breitet er ein schriftstellerisches Spektrum vor uns aus, dass der Amerikanischen Erzählung in Romanform am Nähesten kommt. Fast eine Jugend fesselt den Leser, der Bukowski noch nicht kennt. Und seine Fans gehen mit ihm zurück zu den Wurzeln. Mit einem Augenzwinkern werden sie feststellen: Buk, du alter Hund, du warst schon als Kind ein seltsamer Typ.
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am 10. September 2006
Chinaskis Kindheit endete, kaum daß sie begann: in dem trostlosen Mief der Kehrseite des amerikanischen Traumes. Vom Vater verachtet, von den Mitschülern verstoßen, bei den Lehrern verpönt, entwickelt sich Hank Chinaski (das Alter Ego Bukowskis) zusehends zum verbitterten Haßklumpen, jedoch ohne den (späteren) Hollywood-Flair der Angry Young Men.

Bukowskis Stil in diesem Roman, wenn auch gewohnt schnoddrig und direkt, versteckt neben der gewohnten Verbitterung auch eine tiefe Traurigkeit, aus der sein Anti-Held Chinaski keinen Ausweg findet, und die er später nur betäubt durch Exzesse aller Art ertragen kann (davon berichten seine Folgeromane "Faktotum", bzw. "Der Mann mit der Ledertasche").

Ein Seelenzustand, den die Unterprivilegierten jeder Gesellschaft nur allzu gut kennen...
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am 6. Juli 2006
Das Schlimmste kommt noch war mein erster Roman von Bukowski. Es wurde mir von einem befreundeten Hobbyschriftsteller empfohlen, mit den Worten »Ich weiß aber nicht, ob Mädchen so etwas gefällt.«

Nun, es hat gefallen.

Was Bukowski ausmacht lässt sich nicht leicht in Worte fassen.

Zu Anfangs dachte ich, es läge an der wirklich gut gelungen Charakterisierung Henrys. Am Ende des Romans wurde mir jedoch klar: Es liegt daran, dass Bukowski vom Leben geschrieben wird. Seine Romane zeigen das, was wir so gut ignorieren können ' die schlechte Seite. Dass es immer etwas gibt, was noch schlimmer ist. Auch wenn man es in diesem Augenblick nicht glauben möchte.

Bukowski schreibt hart und unfair und kompromisslos 'und genau das ist es, was ihn von anderen Schriftstellern unterscheidet.

Das war mit Sicherheit nicht mein letztes Buch von Bukowski.
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am 22. Mai 2003
Viele kennen Bukowski nur als den obszönen, den vulgären, den ganz witzigen, versoffenen und nicht ernst zu nehmenden Schriftsteller, den kein Deutschlehrer leiden kann.
Ich bin kein Fan der Gedichte, Short Stories mag ich nicht sonderlich (obwohl einige von B. sehr gut sind) und auch die Romane haben mich nicht alle umgehauen. Aber dieser Roman gehört für mich zum Besten, was ich je gelesen habe! Wer in erster Linie an dreckigen und obszönen Textstellen interessiert ist, der sollte lieber zu Miller greifen. Bukowski treibt heute keinem mehr die Schamesröte ins Gesicht. Was mich immer an den Romanen gestört hat, war der Storyaufbau. "Der Mann mit der Ledertasche", "Faktotum" und "Das Liebesleben der Hyäne" wirken auf fast jeder Seite wie aneinander gereihte Short Stories. Dennoch sind sie sehr lesenswert, weil Bukowski einfach einen fantastischen Stil hat. Zwischen dem ganzen Dreck und Bier steckt so viel Gefühl, dass es fast schon weh tut. Man muss es nur lesen können.
In "Das Schlimmste kommt noch" nun vereinigt B. diesen großartigen Stil mit einer wirklich interessanten Geschichte: seiner eigenen. B. berichtet über seine Jugend bis etwa zum 20. Lebensjahr. Jeder Zeile ist viel Frust anzuspüren, gleichzeitig aber auch dieses erhabene Gefühl, es trotzdem zu was gebracht zu haben. Mit viel Charme, Tempo und Wortwitz schafft B. es, eine über lange Zeit furchtbare Jugend ohne Sentimentalitätskeule so rüber zu bringen, wie es ein guter Erzähler tun muss: mit viel Hingabe und dem Gespür für die wichtigen Details.
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am 27. Oktober 2002
Jeder, der dieses Buch liest, wird irgendeine Gemeinsamkeit mit dem jungen Hank entdecken, über unerträglichen Sonntagsausflüge, den ersten Suff, die erste Frau, die ersten melancholischen Anflüge, Hass, Neid, Neugier, Verzweiflung, Ohnmacht der Jugend, selten so detailliert erinnert erzählt, nie langweilig, ich jedenfalls fühlte mich ständig erinnert an Lebensabschnitte meines eigenen Lebens, konnte dieses Buch nicht einmal aus der Hand legen. Sehr zu empfehlen!!!
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TOP 1000 REZENSENTam 21. November 2006
Dieser Roman des großen Buk ist mein persönlicher Favorit unter seinen Büchern. Die größtenteils autobiographische Schilderung einer verkorksten Jugend gehört zu dem Tragisch-komischsten, was der Autor je geschrieben hat. Ein Highlight für Fans und dass wohl beste Buch, um in die literarische Welt des Charles Bukowski einzusteigen.
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am 3. Januar 2000
Das staerkste Buch eines starken Autors! Bukowski vermittelt den Horror seines Lebens - und das so klar und schonungslos, daß der Leser eine Gaensehaut bekommt. Dieses Buch legt man erst nach der letzten Zeile in das Regal zurueck. Ein Muss fuer Fans und der beste Grund mit Bukowskis Werk anzufangen.
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am 13. März 2006
Charles Bukowski ist für ´seinen vulgär-realistischen und selbstironischen Schreibstil bekannt.
Das imponiert mir besonders. Frei nach Bukowski Die Kunst ist es etwas Kompliziertes einfach auszudrücken.
Auch in diesem Buch bringt er wieder gnadenlos alles auf den Punkt, lässt weder ein gutes Haar´an seinen Eltern noch an Amerika (seinem Heimatland).
Zeitweise musste ich bei seinen ungeschönten Darstellungen von Arztbesuchen und Alkoholabstürzen meinen Ekel wirklich herunterschlucken, doch gerade das ist einer der Faktoren, der seine Bücher im Allgemeinen so spannend macht, man kann nachempfinden was er schreibt.
Dieses Buch ist aber gleichzeitig auch sehr tragikomisch , und der Junge Bukowski ist irgendwie liebenswert.
Ich meine sind wir nicht im Herzen alle ein bisschen Bukowski?
Eine trotz des garantierten Ekelfaktors und des Sarkasmus herzerwärmende Loser-story.
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