flip flip Hier klicken Jetzt informieren PR Evergreen Cloud Drive Photos Mehr dazu Hier klicken HI_PROJECT Mehr dazu Mehr dazu Shop Kindle AmazonMusicUnlimited BundesligaLive

Kundenrezensionen

3,6 von 5 Sternen
13
Die Elixiere des Teufels: Roman
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:11,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 13. März 2008
"Die Elixiere des Teufels" erzählt die Geschichte eines Mannes, der zunächst im Kloster der Weltlichkeit entsagen will, dann aber ausziehen muss, weil der mysteriöse Trank, der seine Rednergabe fördert, ihn auch neidisch, jähzornig, gierig und nicht zuletzt liebestoll/lüstern macht. Auf dem Weg begeht er teils "gezwungen", teils gewollt einen Mord nach dem anderen, schlüpft in andere Identitäten und wird schließlich doch gefangen genommen. Mit dem Schrecken davon gekommen, tut er - sein Körper schnell verfallend, sein Geist vom Teufel manipuliert - in seinem ehemaligen Kapuzinerkloster Buße, stirbt aber verfrüht.
Hoffmann ist zu Beginn des 19.Jh. der herausragende Erzähler der deutschen, prosaischen Romantik. Die Wortgewandtheit überrascht auf jeder Seite aufs Neue den sprachinteressierten Leser und die Idee, einen Menschen zu beschreiben, der scheinbar durch teuflischen Einfluss sowohl "menschlicher", als auch "tierischer" wird, ist aufregend zu erforschen. Wer sich an die riesige Prosa der Familie Mann nicht herantraut und für wen Goethe zu "langweilig" ist, der sollte Hoffmanns "Elixiere" oder den "Kater Murr" unbedingt lesen!
4 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 17. Juli 2012
An alle Kommentatoren hier: Ihr macht den Roman unlesbar. Wie kann man in einem Werk wie diesem alles Wichtige, Entscheidende vorweg nehmen? Mein dringender Appell an alle:

LESEN!!! aber OHNE sich irgendwelche halbherzigen Zusammenfassungen und zusammen raffende Rezensionen hier anzuschauen. Das macht alles zunichte!!!

Was nützt der Zauber wenn man gähnend die Formel studiert statt dass er einen mit seinem Effekt kindlich verblüfft?

Ihr müsst nur die ersten 100 Seiten "schaffen" ... ab da entpuppen sich die Elixiere als wahrer "Pageturner". Der Anfang ist wahrlich ein bisschen zäh aber man wird in höchstem Maße entlohnt.
21 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 21. April 2018
"Die Elixiere des Teufels" ist zweifellos eines der bekanntesten Werke von E. T. A. Hoffmann, dem deutschen Altmeister der Schwarzen Romantik. Im Mittelpunkt der komplexen Geschichte steht der Mönch Medardus, der in seinem Kloster zum Mitwisser eines alten Geheimnisses wird: Unter den Reliquien befindet sich eines der berüchtigten "Elixiere des Teufels" - und Medardus, dem das Predigen nicht mehr gelingt, kann nicht widerstehen, davon zu kosten. Fortan bestimmt ein dunkler Fluch sein Leben. Auf der wenig später folgenden Reise nach Rom stürzt durch sein Verschulden ein ihm erstaunlich ähnlich sehender Graf in einen Abgrund, woraufhin Medardus zeitweilig dessen Identität anzunehmen gezwungen ist. Nicht nur tötet er wenig später zwei Mitglieder der Grafenfamilie, auch verliebt er sich schließlich unsterblich in die schöne Aurelie. Die Flucht vor Mensch und Fluch geht weiter, schließlich sieht sich Medardus noch dazu von einem rätselhaften Doppelgänger verfolgt. Nach und nach erst entwirrt sich das Beziehungsgeflecht, das nicht zuletzt seine Vergangenheit bestimmt - doch entkommen vermag Medardus dem ihm auf dem Fuße folgenden Übel nicht ...
An sich eine interessante Handlung, gerade durch die unerwarteten, wenn auch von langer Hand vorbereiteten Offenbarungen zum Ende hin. Dem Autor ist wahrlich ein gewisser Respekt zu sollen für die Konzeption des gesamten Plots. Doch leider - wie bei allem, was ich bislang von ihm gelesen habe - schreibt E. T. A. Hoffmann schrecklich zäh und langweilig. Gerade die langen, eingeschobenen Exkurse in die Vergangenheit, deren Sinn sich erst viel später offenbart, sind beim Lesen schrecklich öde und unübersichtlich, da zu fehlender Konzentration führend. Auch der Rest bleibt viel zu lang und blumig ausgeschmückt, sodass die Handlung unter dem Wulst aus zähen Dialogen, Beschreibungen und Berichten schier untergeht. Es gibt kein Eintauchen in diese Geschichte, die man stets nur oberflächlich miterlebt und die daher nie zu fesseln weiß. Das hat keinesfalls mit dem bloßen Alter des Textes und Autors zu tun, kommt dies doch bei anderen Werken dieses oder eines früheren Zeitalters nicht in dem Maße vor.
Letztlich hätte "Die Elixiere des Teufels" ein großartiger Roman werden können, hätte ihn ein Autor mit Sinn für Spannung und Unterhaltung geschrieben. Auch die abnorme Psychologie des Medardus hätte einen grandiosen Thriller tragen können, wäre sie nicht viel zu willkürlich inszeniert worden. Doch so, leider, hat der hochberühmte Herr Hoffmann nur ein schrecklich zähes Werk hinterlassen, das mehr Arbeit als Vergnügen für seine Leser bereithält.
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 27. Dezember 2006
Im 18. Jahrhundert wurde in England ein neues Genre geboren, die "gothic novel" - im Deutschen meist als Schauerroman, Phantastik, oder mit dem eingrenzenden Epochenbegriff Schauerromantik bezeichnet. Als die Welle aus England schließlich Deutschland erreichte, war E.T.A. Hoffmann - durch seine Erzählungen, aber insbesondere durch seinen Roman "Die Elixiere des Teufels" - der einflussreichste und fruchtbarste Vertreter dieses Genres. Die Welle gelangte, durch den starken Einfluss der deutschen Literatur, nach England und in den Rest der Welt zurück und Hoffmann wurde zu einem der international meistgelesenen deutschsprachigen Autoren.

Der Roman um den Mönch Medardus, dessen Geschlecht verflucht ist und ihn zu Leidenschaft und Grausamkeit treibt, ist nicht nur ein kanonisierter Klassiker, sondern eine Collage der Scheußlichkeiten menschlichen Handelns und Empfindens. Neben einer dezenten Hommage an M. G. Lewis' genialen "The Monk" enthält Hoffmanns Meisterwerk Anleihen damals äußerst moderner psychologischer Ideen und stellt ein wahres Sammelsurium an Motiven des Unheimlichen dar.

Der Roman gliedert sich in zwei Teile mit je vier bzw. drei Abschnitten. Zunächst erfährt der Leser in einem "Vorwort des Herausgebers" von den nachgelassenen Papieren des Bruders Medardus, die eigentlich hätten verbrannt werden sollen. Anschließend beginnt die Entwicklungsgeschichte des Mönchs, seine Jahre der Kindheit und dem Klosterleben. Dort werden von Hoffmann die wesentlichen Motive eingeführt: Die Versuchung Satans, das verbotene Teufelselixier, fleischliche Begierden und dergleichen.

Als Medardus vom verbotenen Elixier kostet und schließlich seinen "Eintritt in die Welt" nimmt, beginnt sich das dunkle Gemüt des Mönchen erst richtig zu entfalten. Das Doppelgängermotiv, das den Roman durchzieht, ist schlicht genial eingesetzt und garantiert ein Höchstmaß an Unheimlichkeit - gerade dann, wenn man sie am wenigsten erwartet. Zahlreiche Verstrickungen und Grausamkeiten machen den Roman zu einem anspruchsvollen Lesevergnügen, dem es an Effekten der Unterhaltungsliteratur wahrlich nicht mangelt.

Aber was macht E.T.A. Hoffmann zu einem derart faszinierenden Schriftsteller? Neben dem Talent zur Inszenierung des Unheimlichen wird bei ihm sehr häufig ein Schema erkennbar, das die Psyche in Es, Ich und Über-Ich aufteilt. Heute kennen wir diese Begriffe dank Freud, aber dieser widmete sich seinerzeit gewiss nicht wahllos dem Werk Hoffmanns in besonders starkem Maße und baute seine Theorie des Unheimlichen komplett auf Hoffmanns "Sandmann" auf. Hoffmann gewährt uns also Einblicke in die Nachtseiten der menschlichen Seele, die uns gleichermaßen faszinieren wie sie uns abstoßen.
34 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 20. August 1999
"Lichter schweiften hin und her, und die Tritte der Herbeieilenden schallten durch die langen Gänge, die Angst verwirrte mich..." Nicht umsonst ist dieser Roman der berühmteste und erfolgreichste Gruselklassiker der deutschen Literatur. Er ist dabei so angelegt, daß von Anfang an der Eindruck beim Leser entsteht, es handele sich um eine wahre Geschichte, und zwar aus dem mittelalterlichen Klosterleben heraus - was den Schauereffekt noch zu verstärken vermag, und an den Roman "Der Name der Rose" erinnert. Der Mönch Medardus kann demgemäß dem im Kloster aufbewahrten Teufelselixir nicht widerstehen und wird von finsteren Mächten in Liebeswahn, Hurerei und Mord getrieben. Seine wahnhaften Zustände wechseln sich dabei ab, was der ganzen Geschichte einen verstärkt dramatischen Effekt verleiht und zudem begegnet er auf seiner Flucht - denn fliehen glaubt er ja zu müssen, nach seinen Schandtaten - seinem Doppelgänger, der ihn auf seinen fluchbeladenen und blutigen Irrwegen verfolgt. Mit einem wahrhaft erstaunlichen Reichtum an schaurigen Ideen, Motiven und Requisiten eröffnen sich dem Leser die Abgründe eines Lebens, die Abgründe von Leidenschaft, Wahnsinn und Verbrechen. Und tatsächlich: Hoffmann versteht es geradezu einzigartig, den Leser mithineinzureißen in seine Welt des Grauens, ein inszeniertes Grauen zwar, und doch merken wir, woher es rührt - nämlich aus dem bedrohlichen Aufbegehren des Unbewußten, aus den verborgenen Schattenseiten unserer Seele. So vermag es dieser einzigartige Roman, der 1815 erstmals erschienen ist, auch heute noch selbst dem "hartgesottenen" Leser kalte Gruselschauer über den Rücken zu jagen. [Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.] (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 16. März 2008
"In wessen Leben ging nicht einmal das wunderbare, in tiefster Brust bewahrte, Geheimnis der Liebe auf!" So wendet sich der Erzähler in Hoffmanns Debütroman zu Beginn des zweiten Teils an den Leser; womit auch gleich der Triebmotor des Konflikts genannt wäre: Der junge Mönch Medardus hat allen Lüsten des irdischen Lebens entsagt, um sich dem transzendentalen Wesen Gottes hinzugeben. Medardus, ein talentierter Redner und uneheliches Kind, betreibt im Kloster zu B. seine Studien emsig, um das niedere (irdische) Prinzip hinter sich zu lassen und mittels des höheren (überirdischen) Prinzips die Welt vom Olymp aus in allen ihren Einzelheiten zu überschauen. Doch das leidenschaftliche Streben macht Medardus anfällig für die Kehrseite der Medaille. Den Pfad der Tugend immer mehr verlassend, nippt er vom "Elixier des Teufels" - eine sagenumwobene Reliquie des Klosters zu B. - und kommt vom Weg ab, hinein in die verlassene Welt der Sünde. Medardus wird tatsächlich aus dem Kloster entlassen, um eine Mission zu erfüllen. Was er nicht weiß: Er soll den Frevel seiner Ahnen sühnen. Das Grauen nimmt seinen Anfang ...

Kurz nach seiner Reise begegnet er Aurelie, einer fürstlichen Jungfrau, in der Medardus eine Heilige zu erkennen glaubt. Er scheitert an dem Unterfangen, ihre Liebe zu gewinnen, indem er ihr mit ungebändigter Begierde entgegenkommt und somit teuflisch frevelt. Das Gefühl, dass ihm die Eroberung Aurelies versagt wird, treibt Medardus zu untröstlicher Rage, die ihn zu einer Reihe von Morden antreibt. Medardus verschwindet, doch das Spiel nimmt an anderen Orten seinen Lauf, an denen er Aurelie erneut begegnet.

"Aber, hatte nicht eine unwiderstehliche Macht mich gewaltsam herausgerissen aus allem, [...] nur damit der mir inwohnende Geist in ungehemmter Kraft seine Schwingen rüstig entfalte [...]?" Obwohl Medardus erkennt, dass der Preis für sein Streben hoch ist, verliert er den Kampf mit dem ihm innewohnenden Teufel aufs Neue, der ihn mit seinen schmeichlerischen Worten verführt: "'Siehst du es nun wohl, Medardus, [...] wie du dem Geschick gebietest, wie der Zufall, dir untergeordnet, nur die Faden geschickt verschlingt, die du selbst gesponnen?'"
Zu spät erst gelangt Medardus zu der Einsicht, dass es falsch war, mit den Waffen des Sündigers zu kämpfen - nämlich lügen und morden -, um sich selbigen auszutreiben. Er erkennt schließlich, dass Tugend der Sieg des guten über das böse Prinzip ist; und dass bereits der Wille den Kampf entscheidet.

Hoffmann verstand es vor bereits 200 Jahren, die modernen Techniken des Spannungsaufbaus anzuwenden (Verwirrung stiften, retardieren etc.). Jede Seite ist ein Lesegenuss, der atmosphärischer nicht sein kann. Allein die reflektierenden Monologe des verzweifelten Mönchs sind in jeder Hinsicht glaubhaft und helfen, sich mit den Motiven seines Handelns und Denkens zu identifizieren. Doch auch die hin und wieder auftretenden Gespräche/Gedanken über Psychologie und Philosophie wirken bei Hoffmann keineswegs trocken oder lückenfüllend. Sie unterfüttern vielmehr das Verständnis des Sujets und beweisen Feingefühl für die Darstellung modernster Erkenntnisse über Paranoia sowie das Geschick, den Konflikt des Religiösen und des Profanen in all seinen Einzelheiten aufzuspalten und zu beleuchten, um ein vielfältiges Spektrum an Vermutungen zu hinterlassen.
Zweifellos ein gelungener Versuch, Verfremdungstechniken des modernen Kriminalromans in einen schaurigen Stoff einzubetten und dennoch die Prämisse auf einem hohen Niveau aufzuzeigen. E. T. A. Hoffmann, das deutsche Erbe der Gothic Novel!
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 25. August 2003
Harmlos beginnt die Geschichte, braut sich grollend immer düsterer und düsterer zu einem Unwetter zusammen, bis sie den ganzen menschlichen Horizont füllt wie das schwarze Verderben persönlich. Abgründe, alle Todsünden zusammen, Liebe, Mord, Lust, Vorsehung, Fluch und Verdammnis, Leid und Erlösung - Hoffmann beschreibt in einem einzigen gewaltigen Ausholen das gesamte Menschendasein in einer Dichte, die seinen Lesern von den ersten Seiten an den Atem nimmt. Die permanente, nach heutigem Empfinden stark übertriebene Gottgewandheit seiner Romanfiguren stört zudem nicht, sondern schafft eine fremd gewordene Nähe zum Übersinnlichen. Als das Werk ausgerechnet zu Ostern 1816 erschien, muss es auf die Menschen gewirkt haben wie ein Gottesgericht. "Die Elixiere des Teufels" ist ein grandioses erzählerisches Meisterwerk und war für mich eine echte literarische Offenbarung. Bedankt, Herr Reich-Ranicki, für dieses Vergnügen!
25 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
TOP 500 REZENSENTam 23. Februar 2011
"Ich bin das, was ich scheine, und scheine das nicht, was ich bin, mir selbst ein unerklärliches Rätsel, bin ich entzweit mit meinem Ich!" (67)

Ein wundersamer Kauz muss er gewesen sein, dieser Ernst Theodor Amadeus Hoffmann. Mit einem Glas Rotwein in der Hand pflegte er über die blutgetränkten Schlachtfelder der Befreiungskriege gegen Napoleon zu schlendern, um sich von dem wohligen Schrecken des Ungeheuerlichen inspirieren zu lassen. Und das Ungeheuerliche steht auch im Zentrum seines Romans "Die Elixiere des Teufels". Der Mönch Medardus legt einen steilen Aufstieg in einem Kloster hin. Sein Redetalent, mit welchem er die Massen zu begeistern weiß, beruht auf einem mysteriösen Getränk, das Teil der Reliquiensammlung des Klosters ist. Doch seinen Mitbrüdern wird sein selbstgefälliges Charisma schon bald unheimlich und Medardus muss das Kloster verlassen. Es beginnt eine lange Wanderschaft, auf der er immer wieder mit seinen bösen Dämonen konfrontiert wird. Vor allem die Versuchungen des weiblichen Geschlechts treiben ihn mehr und mehr dem Wahnsinn entgegen.

"Die Elixiere des Teufels" ist ein klassischer Schauerroman mit den bekannten genretypischen Elementen: Doppelgängermotiv, Übersinnliches sowie die holde weibliche Unschuld. Neu bei Hoffmann sind die für diese Zeit durchaus erstaunlichen Ausflüge ins Reich der Psychologie nahezu 100 Jahre bevor die Freudsche Psychoanalyse das Licht der Welt erblickte: "Existiere ich überhaupt nur durch mein eignes Bewusstsein, so kommt es nur darauf an, dass dies Bewusstsein dem Bewussten die Hanstwurstjacke ausziehe, und ich selbst stehe da als solider Gentleman" (247) psychologisiert Medardus.

Fazit: Als Werk seiner Zeit ist der Roman durchaus bemerkenswert. Aus heutiger Sicht, so unfair das auch sein mag, wird "Die Elixiere des Teufels" schnell langweilig. Ein Schockeffekt jagt den nächsten, Mord reiht sich an Mord und die Handlung wird durch eine Reihe zufälliger Entwicklungen in Gang gehalten. All das mindert das Lesevergnügen doch erheblich.
8 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|11 Kommentar|Missbrauch melden
am 11. Oktober 2008
Für mich ist das kein Horrorkrimi, sondern ein Genuß der deutschen Sprache, die ich gern auch so benutzen würde.
Besonders die bildhafte Beschreibung von Situationen und Personen haben es mir angetan.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|0Kommentar|Missbrauch melden
am 12. Juli 2009
Der Mönch Medardus wird in seinem Kloster aufgrund seiner vorbildhaften Haltung zum Verwalter der Reliquienkammer auserkoren. Dort befindet sich eine Flasche mit ominösem Inhalt. Angeblich handelt es sich dabei um ein Elixier, das der hl. Antonius vom Teufel persönlich entwendet hat. Nachdem Medardus davon getrunken hat erscheint ihm eine Frau, die er unbedingt wiedersehen will und so verlässt er das Kloster. Nun beginnt der eigentliche "Grusel" (zumindest sollte das wohl so sein), denn sein Weg ist gepflastert mit unwiderstehlicher fleischlicher Lust, Ehebruch, Mord und Wahnsinn. Und immer wieder trifft er auf einen Doppelgänger, der ihm überall hin zu folgen scheint.
Hoffmann hängt alles an dem Doppelgängermotiv auf, spielt damit, so dass man irgendwann selbst nicht mehr zu wissen scheint, wer denn nun wer ist und wann und wo war. Die Idee, die dunkle Seite eines jeden auf diese Art zu zeigen, ist auch verlockend, seit Jahren schon wollte ich diesen Gruselklassiker lesen, jetzt habe ich es getan und bin enttäuscht. Es beginnt schon mit dem 200 Jahre alten Sprachstil der Romantik, der ohnehin schon nicht meinem Geschmack entspricht, aber noch durch den veworrenen und oftmals holprigen Erzählstil von Hoffmann runtergezogen wird. Innerhalb eines Absatzes vergehen teilweise völlig übergangslos Stunden oder gar Tage, das ist nicht gut und wirkt irgendwie einfallslos. Überhaupt kam bei mir nie Spannung oder gar Grusel auf. Zum größten Teil ist das Buch langweilig. Selbst auf den letzten 100 Seiten, als ich schon dachte, dass nun eine Wendung stattfinden würde, die nochmal etwas Schwung bringen könnte. Nichts. Es hat mich so ermüdet, dass mich auch das Aufdecken und Erklären der verwandtschaftlichen Verhältnisse usw. usf. nicht mehr groß vom Stuhl gehauen hat. Nicht mal an den Charakterzeichnungen konnte ich Gefallen finden, da diese oftmals sehr erzwungen daherkommen und nicht wirklich eindringlich beschrieben werden (Medardus natürlich ausgenommen). Einziger Lichtblick für mich: Die Begegnungen des Medadardus mit seinem Doppelgänger. Die haben mir ganz gut gefallen, da sie recht atmosphärisch erzählt wurden. Das ist mir einen zusätzlichen Stern wert. Auch wenn ich mir anschaue was für Bücher in letzter Zeit 3 oder mehr Sterne bekommen haben, kann und will ich für "Die Elixiere des Teufels" höchstens 2 vergeben. Tut mir ja leid, aber ich habe diesem Klassiker zu keinem Zeitpunkt etwas abgewinnen können. Für mich bleibt also auch weiterhin Edgar Allan Poe der unangefochtene König des Gruselklassiker.
6 Personen fanden diese Informationen hilfreich
|11 Kommentar|Missbrauch melden