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am 28. August 1999
Der Schriftsteller Erich Kästner ist den deutschsprachigen Lesern wohl am ehesten durch seine Kinder- und Jugendbücher bekannt geworden, die zu einem großen Teil bereits mehrfach vertont und verfilmt wurden. Hierzu zählen etwa „Das fliegende Klassenzimmer", „Emil und die Detektive" und „Das doppelte Lottchen". Nicht weniger unterhaltsam, aber literarisch anspruchsvoller und daher für einen älteren Leserkreis gedacht, sind seine tollen Komödien.
„Drei Männer im Schnee" ist vielleicht seine beste. Durch die Verfilmung (hat da nicht sogar Heinz Rühmann mitgespielt?) ist diese Geschichte weltberühmt geworden. Im Grunde handelt es sich um eine Verwechslungskomödie, in der sich ein armer Schlucker auf einmal in der Rolle eines Millionärs wiederfindet. Der Konzernmagnat Tobler nimmt an einem Preisausschreiben seines eigenen Unternehmens teil und gewinnt - zu seinem Vergnügen und zum Entsetzen seiner Familie - den zweiten Preis, einen Winterurlaub in den Alpen. Den ersten Preis gewinnt ein netter, aber arbeitsloser Marketingfachmann, der noch bei seiner Mutter wohnt. Tobler entschließt sich, die Reise als armer Schlucker getarnt anzutreten, das Hotel wird jedoch gewarnt, daß der Millionär auftauchen würde. Der echte arme Schlucker wird nun wie ein Millionär empfangen und kann sich das ganze nicht erklären, ist also des Lobes voll über den Service im Hotel, der ihm anscheinend unabhängig von Herkunft und Sozialstatus zuteil wird. Der echte Millionär inkognito muß hingegen erfahren, wie sich das Hotelpersonal gegenüber einem vermeintlich armen Schlucker, der in einem Preisausschreiben gewonnen hat, benimmt. Natürlich lernen sich die beiden kennen (der Dritte im Bunde ist Toblers Diener, der als reicher Privatier getarnt reist), und die Verwechslung fliegt zum allgemeinen Vergnügen am Ende auf.
Auch wenn die Handlung streckenweise vorhersehbar ist, kann man bei diesem Buch von einer klassischen und sehr unterhaltsam zu lesenden Komödie sprechen. Ein Großteil des Lesevergnügens stammt nicht aus der Handlung selbst, sondern aus dem unnachahmlichen Schreibstil Kästners. Ein äußerst vergnügliches Buch!!! (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 8. März 2011
Passend zur Wetterlage habe ich um Weihnachten herum nach Jahren endlich diese kleine Perle aus meinem Regal gefischt. Viel zu spät!

Der Plot ist eine klassische Verwechslungskomödie. Der reiche Fabrikant Tobler hat einen Wettbewerb für Werbetexter ausgeschrieben und unter Pseudonym selber daran teilgenommen. Es kommt, wie es kommen muss, "Herr Schulze" macht den zweiten Platz und gewinnt wie auch der junge Doktor Hagedorn, der den ersten Preis zuerkannt bekommt, eine Reise in ein schickes Alpenhotel. Um sich einen Spaß zu erlauben, reist Tobler in Verkleidung eines armen Schluckers, wofür er sich eine herrliche Sammlung scheußlichster Klamotten zulegt, und steckt seinen Diener Johann Kesselhuth in feinsten Zwirn, damit er sich im Hotel als Geschäftsmann ausgibt.

Es kommt jedoch zu erneuten Verwechslungen, woran Toblers vorwitzige Tochter Hilde nicht ganz unschuldig ist, so dass der Aufenthalt der drei Herren äußerst turbulent verläuft ...

Neben dem großartigen Retro-Flair, den Kästners Bücher mittlerweile haben, macht sein leicht anmutender, dabei aber ironisch-bissiger Humor beim Lesen einfach immer wieder einen Riesenspaß, und bei alledem gibt er Arroganz, Dünkel und Dummheit mit feinen Spitzen ordentlich eins aufs Dach.

Die Irrungen und Wirrungen der Handlung laufen wie ein herrlicher alter Film vorm inneren Auge ab, lustig, aber nicht übertrieben albern, und trotz des vielen Schnees wird einem beim Lesen irgendwie warm ums Herz. Könnte eine Alle-Jahre-wieder-Lektüretradition werden.
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am 24. September 2006
Spätestens bei den ersten Anzeichen von Grippe, grauem Herbstwetter oder Ungemach jedweder Art ist Erich Kästners Buch "Drei Männer im Schnee" eine Allzweckwaffe. Ein absolut tröstliches, zeitloses, herzerwärmendes Lesefutter, ein Buch, dass mich seit meiner Kindheit begleitet und dessen Lektüre mich jedes Mal wieder erfreut und die Laune, egal wie tief im Keller sie sein mag, schlagartig bessert.

Bei der Lektüre umweht einen fast so etwas wie großelterliche Geborgenheit, denn die Geschichte hat den Charme von längst Vergangenem, durchdrungen von Klischees und dem Kästner-typischen moralischen Zeigefinger, der jedoch nie störend wirkt!

Es ist eine heitere Geschichte voller markanter Typen, wie z.B. den Diener Johann - ein Faktotum, wie es heute wohl nirgends mehr zu finden ist, witziger Verwicklungen und Situationskomik, die sich aus einer Verwechslung ergeben.

Geheimrat Tobler gewinnt bei einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma ein paar Tage Skiurlaub in den Bergen. Er reist inkognito und will testen, wie es sich als armer Schlucker lebt. Die eiligst benachrichtigte Hoteldirektion verwechselt den Multimillionär jedoch mit dem tatsächlich mittellosen Dr. Hagedorn und so wird Tobler wirklich wie ein Habenichts behandelt, während Hagedorn in den unfreiwilligen Genuss einer Sonderbehandlung als Millionär kommt. Die beiden freunden sich an und das Unheil, dass sich schließlich als Glück erweist, nimmt seinen Lauf...

Kästners Geschichte, Anfang der Dreißiger Jahre entstanden, gehört zu seinen heiteren Romanen, die von der Literaturkritik nie ernstgenommen wurden und heute fast gänzlich vergessen sind. "Drei Männer im Schnee" wird jedoch bis heute verlegt und gelesen und das ist auch wirklich gut so, denn alle Talente des großen Kinderbuchschriftstellers und Lyrikers sind in diesem Buch zum Ausdruck gekommen. Es ist sanft ironisch und witzig, voller kluger - manchmal altkluger - Beobachtungen und zugleich voller Spitzen, die jedoch nicht wehtun, allerdings zum Nachdenken anregen! Sogar Kästners große Zuneigung zur Mutter spielt in diesem Buch eine nicht unwesentliche Rolle.

Fazit: Man kann dieses Buch wieder und wieder lesen, Langeweile kommt nicht auf. Bei der berühmten Frage nach den Büchern für die einsame Insel ist dieses in jedem Fall dabei!
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am 16. Juni 2007
Ich besitze das Hörbuch "Drei Männer im Schnee" bestimmt schon 5 Jahre und kann nur sagen: es ist klasse, einfach klasse.

Mittlerweile dürfte ich es ca. 15x angehört haben, und es ist immer wieder ein Hörgenuß.

Hans-Jürgen Schatz liest, erzählt, nein lebt in der Handlung und so werden die Personen zu unbeschreiblich lebendigen Gestalten.

Die Geschichte an sich ist schon sehr unterhaltsam, erhält durch die Lesart aber noch zusätzlich Drive.

Es beginnt mit einem Vorwort, und weil es so schön ist, kommt hinterher gleich noch ein zweites.
Dann startet die Geschichte mit den Preisträgern des Preisausschreibens der ,Putzblank-Werke', der Vorstellung der Personen, und schon geht die Post ab, ...äh, ach nein, der Zug nach Bruckbeuren......

An sich geht es in dem Roman natürlich um die Freundschaft der beiden Helden, Fritz und Eduard. Aber die Würze erhält er vor allem durch das Zusammenspiel folgender markanter Persönlichkeiten:

Fritz Hagedorn - der arbeitslose Doktor, der das Preisausschreiben gewonnen hat - "Die Putzblankwerke gehören dem Tobler - einem der reichsten Männer, die der Mond bescheint. - Wenn man den Onkel nur einmal zu fassen bekommen würde.",

Eduard Tobler - der Multimillionär, der seines Reichtums überdrüssig ist - "Schaut Euch einmal den bösen Onkel an: so was gibts wirklich!",

Johann Kesselhut - seines Zeichens Diener von Geheimrat Tobler und sozusagen ,Der Dritte im Bunde' - "Wenn ich nicht Alexander wäre, möchte ich Diogenes sein",

Hilde Tobler - die Tochter Eduards - "Das ist gewiß Ihr Freund Eduard, Herr Doktor. So hab ich ihn mir vorgestellt.",

Frau Kunkel - schusselige Hausdame des Toblerschen Domizils -
"Man kann postlagernd wohnen? Ja, geht denn das?",

Onkel Polter - der Portier des Grand Hotels, der ,vielleicht ein anderer
Mensch geworden wäre, wenn hinter seiner Theke kein Podest stünde' und

Direktor Kühne - der defensive Vorgesetzte von Onkel Polter.
"Einfach tierisch."

Haben Sie etwas für regnerische Tage, oder für einen gemütlichen Abend? - Greifen Sie zu: mit "Drei Männer im Schnee" liegen Sie richtig.
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am 27. September 2001
Drei Männer im Schnee, von Erich Kästner mitte der Dreißiger Jahre geschrieben, ist ein höchst amüsant-satirisch geschriebenes Märchen über drei grundverschiedene Männer, die aus verschiedenen Situationen heraus in einem Luxushotel die Ferien verbringen.
Es geht in dieser Geschichte weniger um ihre Glaubwürdigkeit, die der Autor trotz allem im Vorwort versichert. Es geht vielmehr um die Freundschaft dreier grundverschiedener Männer und darum, wie die gehobene Gesellschaft auf einen armen Schlucker reagiert, der eigentlich ein Millionär ist, sowie auf zwei reiche Leute, die in Wirklichkeit jedoch arbeitslos bzw. Buttler sind.
Mit einem Augenzwinkern schildert der Autor den Beginn einer rührenden Freundschaft jenseits Konkurrenzgedanken, und deren kindliche Freude an ihrer Aufgabe, die Gesellschaft an der Nase herumzuführen.
Gelesen von Hans-Jürgen Schatz kommen die Charaktere der Hauptpersonen glänzend herüber. Seine vergnügt-väterliche Stimme passt hervoragend zu einem Kästner-Meisterwerk wie diesem!
Auf fünf CDs verteilt bringt es die Lesung dieses Romans auf eine Spieldauer von fast sechs Stunden. Stunden, in denen mir alles andere als langweilig wurde. Ein großes Lob von mir an den (leider verstorbenen) Autor und an den Erzähler!
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am 10. Mai 2007
Kästner, neben Fontane, Hesse und Verne mein Lieblingsautor, zu loben, fällt mir nicht schwer.

Ein wunderbares Buch. Eine herrliche Geschichte aus der guten alten Zeit voller Witz und Humor. Ein Buch voller Leichtigkeit mit Charakteren, die den Leser mitreißen, mitleiden und fühlen lassen. Ein Buch, dessen Sprache den Leser einfängt. Und auch ein Buch als Kritik an alten verhärteten Gesellschaftsvorstellungen.

Tobler(Schulze), Hagedorn und Kesselhuth. Drei Männer, die man gern kennenlernen möchte.

Was mich immer wieder fasziniert an Kästerns Büchern ist die Tatsache, daß man von der ersten Seite an Spaß hat, von der ersten Seite an hat man Lust auf mehr, auf alles, auf das ganze Buch ohne es wegzulegen.
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am 20. Oktober 2015
Bei einem Preisausschreiben seiner eigenen Firma gewinnt Geheimrat Tobler den zweiten Preis, einen mehrtägigen Aufenthalt in einem Grandhotel Bruckbeuren. Da er die Menschen in ihrem natürlichen Verhalten studieren möchte, hat er unter falschem Namen an besagtem Gewinnspiel teilgenommen und gibt sich vor Ort als armer Schlucker aus. Zur Verwechslung kommt es, da das Hotelpersonal bereits durch Toblers Tochter im Vorfeld telefonisch auf das Schauspiel vorbereitet wurde, Toblers falschen Namen aber nicht erfahren konnte und nun den tatsächlich mittellosen Werbefachmann Hagedorn, der zeitgleich eincheckt und den 1. Preis im gleichen Gewinnspiel für sich verbuchen konnte, für den verkappten Millionär hält. Der dritte Mann im Bunde ist Toblers Diener Johann, der den reichen Reeder Kesselhuth verkörpern soll, aus seiner Haut aber nicht richtig rauskommt. Wirklich amüsant machen die Erlebnisse dieses Triumvirats, dass einzig und allein Hagedorn im Unwissen verbleibt und die für ihn doch tatsächlich unangenehme Situation aufklären will. Während er sich nun diverser Damen erwehren muss, die gesteigertes Interesse an der Bekanntschaft mit einem jungen Millionäre zu haben demonstrieren und ihn die 3 Perserkatzen in seinem Zimmer befremdlich erscheinen, lässt es sich Geheimrat Tobler nicht nehmen mit einem Augenzwinkern sämtliche Reparaturen am und im Hotel auf Drängen der Geschäftsführung zu übernehmen. Ziel ist es diesen „Schandfleck“ von der zahlenden und gut situierten Kundschaft fernzuhalten. Und unser lieber Reeder Kesselhuth ist mehreren Herzinfarkten nahe, wenn er sieht, wie mit seinem Boss Tobler umgesprungen wird. Diesem großen Durcheinander wird die Krone aufgesetzt, wenn im letzten Drittel des Buches des Geheimrats Tochter samt vermeintlicher Tante im Hotel auflaufen und dem Maskenball die Aufdeckung droht.
Drei Männer im Schnee ist ein herzerwärmendes Buch, das zu lesen wirklich Freude macht. Es ist eines der wenigen Bücher, die man sich schnappen kann und sollte, wenn einem der graue Alltag über die Ohren wächst. Die von Kästner geschaffenen Charaktere sind mit all ihren Marotten sehr liebevoll und lebendig gezeichnet und zeigen dem werten Leser, das mag nun abgegriffen klingen, dass wahre Freundschaft keine pekuniären Grenzen kennt und man trotz unterschiedlicher Lebensstandards gemeinsam so richtig die bekannte Sau raus lassen kann. Auch wenn man sich aus heutiger Sicht nicht mehr vor Lachen unter dem Tisch wiederfinden wird, so wirkt sich dieses Werk unglaublich positiv auf den Gemütszustand aus. Dennoch muss man bei aller literarischen Narretei festhalten, dass Erich Kästner auch ein wenig Sozialkritik oder besser „Moralische Grundsätze“ hat miteinfließen lassen. Der geheime Millionär Tobler wird permanent geächtet und zu niederen Arbeiten herangezogen nur weil er offensichtlich keine Reichtümer sein eigen nennen kann, während anderen Gästen die Wünsche von den Augen abgelesen werden. Das sie als Randnotiz vermerkt und gibt dem ganzen einen leichten, ganz leichten Beigeschmack, da man als Leser weiß, dass sich ein tatsächlich mittelloser Mensch mit weniger innerer Ruhe den Schikanen würde hingeben müssen. Leider, leider muss bzw. möchte ich aber einen Stern abziehen (ich sehe schon die negativen Bewertungen dieser Rezension vor mir ;-)), da „Drei Männer im Schnee“ in den letzten 80 Jahren ein wenig Staub angesetzt hat, an den Rändern etwas unscharf geworden ist. Man kann über vieles lachen, aber über einiges nur „hinwegsehen“. Die beiden Damen Mallebré und Casparius beispielsweise empfand ich beim Lesen nicht als so penetrant anzüglich, wie Hagedorn sie augenscheinlich wahrnahm. Dennoch empfehle ich dieses Buch, gerade jetzt zur kalten Jahreszeit, beinahe uneingeschränkt jedem, der ein paar vergnügliche Lesestunden verbringen möchte
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am 29. Dezember 2013
Eine Erzählung zum Abtauchen aus dem grauen Winterwetter, vergnüglich, unterhaltsam mit einer interessanten Sprache aus dem Jahre 1934. Immer wieder mag ich die kurzen, prägnanten Sätze mit denen Erich Kästner seine Erzählungen voran treibt. Eine leichte Lektüre für ein unbeschwertes kurzens Lesevergnügen, denn die Erzählung ist nicht sehr lang. Genau richtig für ein Wochenende. Und die Lehre? Letzten Endes kommt es auf den Charakter an.

Meine beliebtesten Sätze aus dem Buch:

"Das Weib gehöre and den Herd, meinter er streng. Elfriede sagte einiges über den Stilwandel in der Ehe und über die zyklische Polarität. Dann erklomm sie den Autobus. Un das war die Hauptsache. Wenn eine Frau gehorcht, darf sie sogar gebildet sein."

"Und das sächsische Ehepaar mokierte sich über die phonetische Impertinenz der holländischen Sprache."

"Männer neigen, ergreifenden Eindrücken gegenüber, zur Verlegenheit."

"Ich warne sie nur vor einem: Wagen Sie es nicht, mir unterwegs mitzuteilen, wie die einzelnen Berge heißen! Hagedorn lachte: Keine Bange, Schulze! Mir geht's wie Ihnen. Man soll die Schönheit nicht duzen!."

"Ich bin für Flirts zu schwerfällig. Und ich möchte so bleiben. Auf Erlebnisse, über die man sich hinterher ärgert, bin ich nicht mehr neugierig."

"Und laßt Euch von den feinen Leuten nichts vormachen. Viele können sowieso nichts dafür, dass sie reich sind. Viele haben, glaube ich, nur deswegen Geld, weil der liebe Gott ein weiches Herz hat. Besser als gar nichts, hat er bei ihrer Erschaffung gedacht."

"Sparsamkeit macht Helden."

Interessante Perspektiven über Reichtum, den Umgang damit und deren Konsequenzen. Außerdem mochte ich die Herzlichkeit zwischen Menschen und ihre Verrücktheit, auch als Millionäre einen Schneeman zu bauen. Leseempfehlung!

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Mehr Bücherezensionen: books.familienrock.de
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Warum "Emil und die Detektive" für mich das Buch aller Bücher war, konnte mein Vater auch deshalb verstehen, weil er ungeduldig auf jede Wiederholung des Films "Drei Männer im Schnee" wartete. Da ich dann ebenfalls vor dem Fernseher sitzen durfte, hat sich diese Verwechslungskomödie unauslöschlich in mein Gedächtnis eingebrannt. Obwohl ich das Buch nie gelesen hatte. Das hat sich nun mit dieser Neuausgabe geändert. Und seinen Charme hat es für mich trotz seines Erscheinungsdatums nicht verloren. Ich ersetze einfach die Requisiten und Kulissen durch zeitgemäßere.

Da den Zensoren der nationalsozialistischen Partei Deutschlands nicht entgangen ist, dass Erich Kästners Humor alles andere als harmlos ist und auf überzeitliche Verirrungen der Menschen aufmerksam macht, wurden seine Bücher verbrannt und er selber mehrmals von der Gestapo verhört, bis er für kurze Zeit emigrierte, aber dann doch nach Berlin zurückkehrte. "Drei Männer im Schnee" wurde jedenfalls 1934 in der Schweiz veröffentlicht. Dass von all dem und der Rezeptionsgeschichte dieses Buches in der Neuausgabe kaum etwas steht, finde ich schade. Entschädigt wird man dafür mit der Aufnahme der Erzählung "Inferno im Hotel", die zum ersten Mal in einem Buch erscheint und so etwas wie der Urtext des Romans ist. Die Erzählung zeigt auch, wie düster und pessimistisch die Geschichte vom gutmütigen Millionär Tobler und dem arbeitslosen Werbefachmann Fritz Hagedorn hätte ausfallen können.

Im Roman tritt das Dunkle jener schwierigen Jahre jedoch in den Hintergrund. Und obwohl er nach "Fabian. Die Geschichte eines Moralisten" erschien, wollte Kästner auch keine Geschichte mit hohen literarischen Ansprüchen schreiben. "Drei Männer im Schnee" ist eine gekonnt komponierte Komödie, die jeden Vergleich mit Hollywood-Varianten standhält, auf menschliche Schwächen aufmerksam macht, das uralte Thema "Sein und Schein" auf der Bühne eines Luxushotels vorführt und natürlich eine Liebesgeschichte enthält.

Mein Fazit: Schön, dass der Atrium Verlag mit dieser Neuausgabe eine Wiederbegegnung mit dieser Verwechslungskomödie von Erich Kästner ermöglicht. Vielleicht führt dies dazu, dass auch der Film wieder einmal erhältlich sein wird. In den Kollektionen der Universum Film GmbH fehlt er leider.
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am 23. November 2008
Entstanden 1934 in nicht allzu rosigen Zeiten, ist diese Geschichte immer noch - oder wieder - äußerst aktuell und, wie ich finde, äußerst trostspendend und aufrichtend. Das Buch wie auch der gleichnamige Film mit Paul Dahlke, Günther Lüders und Claus Biederstaedt (warum gibt's den noch nicht auf DVD, verflixt?) schaffen es immer wieder, mich mit der bösen Welt zu versöhnen, wenn mal wieder alles schiefgegangen ist, und bringen etwas Licht in trübe, regennasse Tage...

Ein junger, arbeitsloser, aber begabter Werbefachmann findet im Berlin der dreißiger Jahre trotz heftigster Bemühungen keine Anstellung, jedoch gewinnt er ein Preisausschreiben nach dem anderen. Der Gewinn im letzten davon führt ihn 14 Tage lang zum Winterurlaub in ein Luxushotel in den Bergen. Obwohl er sich nicht viel davon verspricht, läßt er sich von seiner Mutter überreden, hinzufahren. Gleichzeitig trifft dort aber auch der Inhaber der Firma ein, die das Preisausschreiben veranstaltet hat: der Millionär Tobler. Er ist, trotz seines vielen Geldes, ein Philantroph und übermütiger Entdecker, der die Menschen kennenlernen will. Er verkleidet sich also als armer Mann, um die Wirkung von Armut auf Reichtum zu testen. Zwar nimmt er seinen Diener Johann mit, verbietet ihm aber strikt, ihn zu "kennen". Seine Tochter macht sich Sorgen um ihren lebenslustigen Papa und alarmiert das Hotel: es würde ein vorgeblich armer Mann ankommen, der in Wirklichkeit aber sündhaft reich sei, man möge ihm doch bitte die Suppe versalzen und ihn verwöhnen... Kein Problem, verspricht das Hotel, um prompt den anreisenden armen Preisausschreibengewinner für den Millionär zu halten und zu hofieren... Aus dieser Verwechslung entwickelt sich eine wundervolle Geschichte, in der es nur vorrangig um "Arm" und "Reich" geht. Vielmehr ist es eine typische Kästner'sche Parabel auf menschlich allzumenschliches, eine köstliche Studie über Freundschaft, Unschuld, Liebe, Ehre, Neugier und Mut...
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