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am 8. Juli 2000
Der Lyrikband "Lärm im Spiegel" erschien 1929, ein Jahr nach "Herz auf Taille". Nach Erich Kästner sollen Gedichte nicht zum Träumen veranlassen oder die Wirklichkeit verfremdet und idealisiert darstellen, sie sollen vielmehr den Leser ansprechen und dessen Bewußtsein schärfen. Deshalb wählt er einen knappen ironischen Stil, denn "mit der Sprache seiltanzen, das gehört ins Variete". Der Inhalt hat vor der Form Vorrang. Neben so bekannten Gedichten wie "Sachliche Romanze", in der es um die einsame Gemeinsamkeit eines Paares geht und "Ganz besonders feine Damen", einen Seitenhieb auf diese "steifen Halbgefrorenen", die mit Hüten und Mänteln ins Bett gehen oder das "Plädoyer einer Frau", die nach der Jagd der Jahre nur noch skeptisch dem Zusammenleben mit einem Du entgegensieht, enthält dieser Band viele leise Gedichte, in denen sich der Autor mit den kleinen Leuten solidarisiert. Die lustigen Zeichnungen Rudolf Grossmanns unterstreichen Kästners ironischen und melancholischen Charme.
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TOP 500 REZENSENTam 6. April 2012
"War dein Plan nicht: irgendwie
alle Menschen gut zu machen?
Morgen wirst Du drüber lachen.
Aber, bessern kann man sie."

Unter diesem Motto hat Kästner sich lyrisch betätigt und das in einer Zeit, in der es bitter nötig war. Als Lärm im Spiegel 1929 herauskommt, kritteln bereits Wirtschaft und Haltung der Weimarer Republik und auch die politische Stabilität ist in Gefahr, die extremen politischen Gruppen haben großen Zulauf. Vielleicht deswegen kommt Kästners zweiter Lyrikband manchmal ein wenig überzynisch daher. Ein Jahr nach der erfolgreichen Publikation von Herz auf Taille, in dem Kästner noch klare Töne anschlug, ist er in seiner Lyrik etwas melancholischer geworden, viele seiner Charaktere wirken sehr verloren. Auch sein Bild von der Rolle des Dichters hat sich nach einem Jahr im Caféhausleben von Berlin gewandelt.

"Wir spielen Harfe auf den eigenen Nerven.
Und wenn wir stöhnen, reimt sich das auch schon.
Wir lassen gern mit Steinen nach uns werfen.
Das klingt so schön. Denn Dichter sind aus Ton."

Das Verlorensein, das Kästner zelebriert - trotz aller zynischen Heiterkeit und aller melancholischen Bedenklichkeit, wird es einem lyrisch einwandfrei serviert. Man kann den Reimen gut folgen, sie sind einfach, sachlich, aber doch immer wieder, meistens in der Endzeile, mit vielen kleinen Funken Genialität geladen.

"Vom Fenster aus konnte man Schiffe winken.
Er sagte, es wäre schon Viertel nach Vier
und Zeit, irgendwo Kaffee zu trinken.
Nebenan übte ein Mensch Klavier."

Da hier schon eine hervorragende Rezension steht, der ich mich bis auf die paar Ergänzungen, die ich gemacht habe, vollends anschließen kann, will ich auch gerne auf sie als Kaufanregung verweisen, sollte es mir nicht gelungen sein, ein klares Bild dessen, was einen erwartet, darzulegen. Gerne kann man auch meine Rezension zu Herz auf Taille zu Rate ziehn, um noch etwas Einblick in Kästners Lyrik zu bekommen.

Zum Schluss: Auch die Mutterpoesie kommt in diesem Band nicht zu kurz und eine der Schlusszeilen die mich doch sehr angerührt hat, soll hier am Ende stehen.

"Ich hab von ihm noch ein paar Kinderschuhe.
Nun ist er groß und lässt mich so allein.
Ich sitze still und habe keine Ruhe.
Am besten wär's, die Kinder blieben klein."
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