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am 25. November 2014
Siegfried Lenz ist einfach ein genialer Schriftsteller.
Er hat das Schicksal eines Menschen mit einem Schlaganfall sehr einfühlsam, nachvollziehbar, und aus meiner Sicht sehr realistisch beschrieben - ebenso die Reaktion seiner Umwelt auf seine Erkrankung. Es ist allerdings nicht ganz leichte Kost.
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am 8. Dezember 2015
Es wurde zu wenig auf die Nöte und Ängste der Hauptfigur eingegangen. Außerdem: zu viele andere Personen mit deren Schicksal man zu wenig bekannt gemacht wurde.
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am 8. Dezember 2011
Dieses Buch hat mir sehr gefallen,da es einen medizinischen Hintergrund hat.Der Protagonist in diesem Buch erleidet einen Schlaganfall und es wird sehr detalliert beschrieben wie er sich mit dieser Situation zurechtfinden muß.

Dieses Buch ist vielleicht auch was für Neurologie interessierte....
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am 5. Juni 2015
Siegfried Lenz war 1926 in Lyck, Ostpreußen geboren, zahlreiche sehr lesenswerte Erzählungen wie z.B. "So zärtlich war Suleyken" und Romane, z.B. auch "Deutschstunde" haben zu inzwischen sehr vielen Ehrungen und Preisen geführt. Er starb am 7. Oktober 2014 in Hamburg.

Drei Jahre nach dem umfangreichen Roman 'Heimatmuseum' erscheint 1981 mit 'Der Verlust' Lenz' 9., und mal wieder sehr wahrscheinlich in Hamburg spielendes Epos. Darin geht es um das Liebespaar Ulrich Martens, seines Zeichens Fremdenführer aus Leidenschaft, der aber schon jede Menge andere Berufe ausgefüllt hat und nie lange bei einer Sache verweilen mag, und seiner übertrieben schüchtern gezeichneten Freundin Nora Fechner, die Bibliothekarin ist und zur Untermiete bei der einfühlsamen Schuldirektorin Frau Grant wohnt. Als Martens bei einer Stadtrundfahrt schwächelt und sich in die Wohnung Noras rettet, erleidet er dort einen Schlaganfall, der ihm ausgerechnet die Sprache raubt, mit der er vorher so wunderbar jonglieren konnte. Nora ist mit dieser Situation völlig überfordert, weil es sie an den qualvoll langsamen Tod ihres vormaligen Liebhabers Robert erinnert, den sie mehr als elf Monate in seinem Sterbelager begleitet hatte. Und deswegen kann sie lange Zeit nicht auf den kranken Ulli zugehen, der sich natürlich in seiner sprachlosen Isolation nichts sehnlicher wünscht, als gerade von ihr im Krankenhaus besucht zu werden. Ein gegenseitiges Suchen und Finden entspinnt sich daran, bis Nora endlich zum Ende des Romans die Kraft findet, nicht aus Mitleid, sondern aus Liebe mit ihm zusammenleben zu wollen.

Das Frauenbild Noras, das Lenz hier aufwirft, hat sicherlich deutliche Schwächen: sie himmelt an, ist völlig schüchtern und wirkt unselbständig. Wenn man bedenkt, dass dieselbe Nora 11 Monate einen Sterbenskranken gepflegt hat, verwundert ihre Schwäche umso mehr. Und was aus diesem ungleichen Paar, wenn sie dann tatsächlich zusammenziehen, mal werden wird, läßt Lenz leider offen. Der Roman endet, wie beide gemeinsam zur Tür im Krankenzimmer sehen, als es dort klopft.

Für mich ist dieser Roman vor allem wegen der Figur der Nora ein eher schwacher aus der Feder von Lenz. Die Schilderung von Ulli's Aphasie mit all der Hilflosigkeit bei ihm selbst wie auch seiner Umgebung im Umgang damit hingegen finde ich aus medizinischer Sicht sehr gut gelungen. Aber was aus dieser Aphasie und aus Ulli und Nora dabei wird, gerade diese interessante Frage wird nicht mehr entwickelt, und das ist sehr schade. (05.06.15)
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am 18. November 2015
Wunderbarer Roman, ich könnte mich zum Siegfried Lenz Fan entwickeln.

Erzählt wird, wie Ulrich Martens durch einen Schlaganfall seine Sprache verliert und auch in seinen Bewegungen eingeschränkt ist, so dass er nur sehr schwer schreiben kann.
Wie geht seine Freundin damit um?
Wie wird der weitere Krankheitsverlauf?
Und die Hauptfrage, wie wichtig ist Sprache?

Hilflosigkeit, Umwege ... Siegfried Lenz nimmt den Leser an die Hand und führt mit seiner Stimme durch den Roman.

Besonders interessant, es ist eine handylose Zeit. Viele junge Menschen fragen sich wahrscheinlich, wieso tippt er nicht einfach in sein Handy.

Seite 150 "Wer nichts erreichen will, kann nicht Verlierer sein."
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am 27. August 2012
Das markante Motiv dieses eher unprätentiösen Romans ist natürlich der plötzliche Sprachverlust eines Mannes, der sich (zuletzt als Reiseführer) gerade durch seine Rhetorik auszeichnete, und sein mühsamer Weg zurück zu einer gelingenden Kommunikation mit der Umwelt. Während diese Thematik im Mittelpunkt der bisherigen Rezensionen steht und der Klappentext des Buches um nichts anderes kreist, finde ich den Hinweis wichtig, dass es doch auch um die durch den Schicksalsschlag geforderte Neuaufstellung einer Zweierbeziehung geht. Denn bestimmt die Hälfte der Romanhandlung wird aus der Perspektive der mitbetroffenen Partnerin Nora erzählt. Diese scheint sich lange Zeit ihren vermeintlichen Verpflichtungen zu entziehen, begleitet Ulrich nicht ins Krankenhaus, besucht ihn dort nicht, möchte sein letztes Geschenk an sie wieder loswerden und scheint dankbar jede Gelegenheit aufzugreifen, sich mit anderen Problemen zu beschäftigen. Sie wirkt zurückgezogen, antriebsarm und wenig entschlussfreudig - man fürchtet fast schon, dass Lenz das Klischee der weltfremden, wenig alltagstauglichen Bibliothekarin bedient - doch einige Textsignale deuten an, dass sie bereits einen Partner durch eine langwierige und schließlich tödlich verlaufende Krankheit verloren hat und nun fürchtet, dass ihr etwas ähnliches erneut bevorstehen könnte. Und mir scheint, dass es erst zu einer Konstellation kommen muss, in der alle nahestehenden Personen Schwächen zeigen: nicht nur der vom Schlag getroffene Ulrich sondern auch ihre mütterliche Vermieterin, die der Tod eines ihrer Schüler aus der Fassung bringt, ihre Eltern, deren Welt durch die Kündigung ihrer Wohnung ins Wanken gerät und der Bruder ihres Freundes, der darunter leidet, dass er den abgebrochenen Kontakt zwischen den Geschwistern in dieser Krisensituation nicht wiederbeleben kann. Nun erkennt Nora, dass ihr Wunsch »ohne Erschütterungen zu leben ... in Verhältnissen, die nicht fortgesetzt Entscheidungen nahelegten« kein Selbstläufer ist und beginnt, selbst Entscheidungen zu treffen und zu handeln - wo es fast schon zu spät ist, weil Ulrichs erster eigenmächtiger »Ausflug« in die Außenwelt gerade kläglich scheitert...
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am 19. Juni 2007
Das Wiederlesen dieses Buches hat sich gelohnt. Fast ohne Pause habe ich noch einmal den Sprachverlust des Ulrich Martens durch einen Schlaganfall und die anfängliche Hilflosigkeit seiner Freundin Nora und die Reaktionen einer weitgehend verständnislosen Umwelt gelesen und nicht mehr verstanden, warum ich beim Erscheinen des Buches eher zurückhaltend reagiert habe, wahrscheinlich durch die damaligen Buchkritiken beeinflusst. Nach über 20 Jahren begreife ich das Buch als ein kleines Meisterwerk, mit dem Lenz die Leser förmlich gefangen nimmt und für mich das Phänomen einer plötzlichen Erkrankung nachdrücklich begreifbar macht.
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am 13. Februar 2003
Wie wichtig die Sprache, besser gesagt die Artikulationsfähigkeit für den Menschen ist wird in diesem Roman auf einducksvolle, unsentimentale, für die Lenzsche Diktion bekannte, Art und Weise geschildert.
Lenz greift, wie so oft in seinem Romanen, den ganz normalen Alltag auf und durchleuchtet ihn tiefgehend und authentisch.
Der Stadtführer Uli, sympatisch, redseelig und bei allen Touristen allzeit beliebt, erfährt am eigenen Leibe welch fundamentaler Verlust es für ihn bedeutet seine Sprache zu verlieren.
Ein Schlaganfall raubt ihm die Fähigkeit sich sprachlich und motorisch zu koordinieren, zu einem Zeitpunkt, wo er sich verliebt und kurz vor dem Abschluss seines seelischen Selbstfindungsprozess steht.
Uli war immer eine von den Personen, die eine eingefahrene Lebenssituation nicht lange ertragen und aus dieser ausbrechen müssen, sei es durch einen Umzug, eine neue Liebe oder einen Berufswechsel.
Aber wie kann er seine Gefühle und Absichten mitteilen in einer Welt, die sich nur über die Sprache zu artikulieren Weis.
Auf Grund einiger schicksalträchtiger Gegebenheiten ist die Liebe zu seiner Freundin in Gefahr. Es beginnt ein Wettlauf mit der Zeit und gegen sich selbst.
Siegfried Lenz führt dem Leser intensiv und ohne Sentimentalität vor Augen, wie schnell das Leben einen anderen, nicht vorauszusehenden, Verlauf nehmen kann. Wir können von dieser Welt verschwinden ohne tot zu sein. Es genügt offenbar der plötzliche Verlust der eigenen Sprache.
Es bleibt abschliessend nur eins zu sagen: "Carpe Diem (geniesse den Tag - mach das beste draus)" !!!
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am 23. April 2005
Siegfried Lenz begeistert wieder einmal mit der glänzenden Schilderung eines Schicksals mitten aus dem Leben - es könnte ebenso jedem anderen passieren.Wie gewohnt trifft man auf eine bezaubernde, gekonnte und vor allem ausdrucksstarke Sprache und fühlt sich sofort in die Handlung integriert, gerade weil das Thema - der Verlust der Ausrucksfähigkeit - so aktuell für uns werden kann, von jetzt auf gleich könnten wir, die wir glauben gesund und zufrieden zu sein, zu dieser vom Schicksal getroffenen Person werden.Anders als in seinen Werken "Das Vorbild" und "Deutschstunde" fühlt sich der Leser unmittelbarer angesprochen, denn hier geht es nicht um das Werk im Werk, sondern um eine Liebe und das Leben. Unglaublich wie Lenz es schafft, die Welt des Sich-nicht-Ausdrücken-Könnens in Sprache zu verwandeln. Absolut lohnenswert..
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am 30. März 2001
Was kann einem Menschen Schlimmeres passieren, als dass er die wichtigste Fähigkeit verliert, von einer Stunde auf die andere, seinen Beruf auszuüben und sich im persönlichen Bereich artikulieren zu können? Die Hauptperson des Romans ist Fremdenführer, eloquent und mit einem guten Schuss Humor versteht er es, seine Gäste unterhaltsam durch seine Heimatstadt zu führen. Doch er erleidet einen Gehirnschlag und findet sich in einem Krankenhaus wieder, halbseitig gelähmt und mit schwer gestörtem Sprachzentrum. Diese Hilflosigkeit, dieses Ausgeliefertsein ist fast schrecklicher als die Symptome der Krankheit selbst. Seine Leben zieht an ihm vorüber, besonders all die ungelösten Probleme, sein gestörtes Verhältnis zu seinem Bruder und die Unentschiedenheit in seiner Beziehung zu einer Frau bedrängen ihn, jetzt, wo er sich kaum noch artikulieren kann. Selbst das Schreiben kurzer Mitteilungen ist mühsam und nicht immer folgreich. Und warum erhält er keinen Besuch, nicht einmal ein Zeichen von seiner Geliebten? Er hält es nicht mehr aus, und in einer gewaltigen Willensanstrengung flieht er aus dem Krankenhaus und sucht sie an all den Orten, wo sie sein könnte, erfolglos. Er bricht auf der Strasse zusammen und wird nur über die Vermisstenliste bei der Polizei identifiziert und ins Krankenhaus zurückgebracht. Er konnte weder seine Identität noch die Umstände erklären, die ihn in diese verzweifelte Lage gebracht hatten. Als sie erfährt, dass er sich auf dem Weg gemacht hatte, um ihr etwas Wichtiges zu sagen, weiß sie, dass er das Provisorium seiner bisherigen Einstellung zu ihr beenden wollte, und entscheidet sich: sie besucht ihn endlich im Krankenhaus und lässt keinen Zweifel daran, dass sie gekommen ist, um zu bleiben.
Siegfried Lenz schildert all die grotesken Situationen mit der Schärfe eines unbestechlichen Beobachters, das Unehrliche, das Verlogene, das Halbherzige. Damit hält er dem Leser den Spiegel vor, und man erkennt sich selbst darin, in dem gekünstelten "Na, es wird schon wieder!" seiner Kollegen am Krankenbett oder der nur schwer versteckten Ablehnung der Menschen gegenüber dem Kranksein. Bedurfte es erst eines solchen Schicksalsschlages, damit er sein Leben endlich ordnete?
46 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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