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am 17. November 2004
Caspar Hauser stach mir an einem Tag ins Auge, an dem ich nicht recht wusste, was ich als nächstes lesen sollte. Eigentlich wollte ich mir nur einen kurzen Überblick über dieses Buch verschaffen und habe es nicht mehr aus den Händen gegeben. Es fesselt sowohl die Geschichte, als auch die altertümlich Sprache. Man fühlt sich in der Zeit zurückversetzt und hört beim Lesen das Klappern der Pferdekutschen. Ein wunderbares Buch, dass einen Platz in der ersten Reihe erobert hat.
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am 12. August 2004
Jakob Wassermann gelingt es ebenso fesselnd wie detailiert die Lebensgeschichte des berühmten Findlings Caspar Hauser und den folgenden Mord in Roman- wie Biographieform darzustellen. Der eigentliche Reiz des Werkes findet sich jedoch in der einfühlsamen sprachlichen Gestaltung die dem Buch auf jeder einzelnen Seite seinen einzigartigen Charakter verleiht. Golo Mann ist also voll und ganz zuzustimmen, wenn er meint: "Ein Krimi, der schönste der je geschrieben wurde".
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am 30. März 2017
Bei diesem Buch handelt es sich um einen 1908 erschienenen Roman in einer Sprache, die an die Romantik und Empfindsamkeit erinnert. Für den heutigen Leser ist es nicht ganz einfach, sich in diese Sprache einzulesen. Zuerst ist es ermüdend, dann aber gewöhnt man sich und es wird schöne Poesie.

Die Handlung spielt zwischen 1828 und 1835. Gleich zu Beginn taucht sehr plötzlich ein etwa 17jähriges Findelkind auf dem Stand eines 2jährigen mitten in Nürnberg auf. Dieser "Findling" wird Caspar Hauser genannt, ist Gesprächsgegenstand und Objekt des Interesses in der Stadt. Er soll große Teile seines Lebens in einem dunklen Raum festgehalten worden sein.

Anfangs verkörpert er für viele der Protagonisten in dem Roman Unschuld und Natürlichkeit, man kann sogar sagen, das Gute schlechthin. Die Stadt bis hin zum Bürgermeister nimmt sich seiner an. Er wird nacheinander in die Obhut des Lehrers Daumer, der Magistratsräte Behold und von Tucher genommen.

In diesem, dem ersten Teil des Buches geht es darum, seine Verhaltens- und Denkweisen zu studieren und zu verstehen, das Rätsel seiner Herkunft zu lösen und seine Bildung und Erziehung nachzuholen.

Schon recht bald tauchen Gerüchte auf, dass Caspar Hauser von adligem Geschlecht sein könnte und zwar ganz konkret ein vertauschter Prinz aus dem Hause Baden. Der Leser wird durch erste Störmomente aufgeschreckt, einen geworfenen Stein, dann durch einen "vermummten Kerl mit einem Beil" (S.254), der einen Mordanschlag auf Caspar Hauser unternimmt.

Der zweite Teil spielt in Ansbach, das damals wie heute zwar Sitz des mittelfränkischen Regierungspräsidiums ist, aber zugleich ein abgelegenes Provinznest. Die Akteure hier sind Kleinbürger und Philister, die sich von den "Nürnberger Zuständen" abheben wollen, besonders der Lehrer Quandt, bei dem Caspar Hauser untergebracht wird. Der Polizeileutnant Hickel wird an einer Stelle als "Ausgeburt rühmlicher Untertaneneigenschaften" charakterisiert, was an den "Untertanen" von Heinrich Mann denken lässt.

Caspar Hauser wird zwar vom Staatsrat und Präsidenten Feuerbach geschützt, ist aber Quandt und Hickel ausgesetzt, die ihn als Lügner und Betrüger ansehen und behandeln. Dann gibt es da noch einen reichen englischen Lord, Stanhope, der vorgibt, das Beste für Caspar Hauser zu wollen, in Wahrheit aber sich das Vertrauen Hausers erschleicht, um einen Auftrag geheimnisvoller Hintermänner auszuführen.

Es kommt, was kommen muss. Spätestens im zweiten Teil liest sich der Roman wie eine "Chronik eines angekündigten Todes". Feuerbach verfasst in dieser Zeit zwar eine aufrüttelnde "Kampfschrift" für Caspar Hauser - ein typisches Produkt des deutschen Vormärz -, aber er bleibt ein Einzelkämpfer in dieser Stadt. Sein Buch kommt auf den Index.

Stanhope zieht Strippen. Zwar kann er Feuerbach nicht täuschen, aber Quandt und Hickel führen bereitwillig seine Aufträge aus. Hauser, sexuell bis zum Ende unschuldig, findet Zuneigung bei der jungen Clara von Kannawurf, die im Kleinstadtmief von Ansbach als "Demagogin" verdächtigt wird.

Am Ende sticht ein schwarz Gekleideter (ein gedungener Mörder? ein Spion?) Caspar Hauser nieder, dessen Tod der Kleinstadtgesellschaft gleichsam einen Spiegel vorhält. Für Interpretationen gibt es einen breiten Raum, aber die Kritik am Kleinstadtphilister des 19. Jahrhunderts scheint mir der wesentliche Punkt zu sein, der im übrigen auch heute noch einen Nerv trifft. Über einige Unwahrscheinlichkeiten liest man gerne hinweg. Beispielsweise könnte man sich fragen, warum die Feinde des Caspar Hauser ihn nicht schon längst in seinem Kerker erledigt haben.

Der Roman ist, wie gesagt, auch heute noch interessant zu lesen, und das Buch ist in meiner Ausgabe mit einem lesenswerten Nachwort von Golo Mann versehen. Darin erfährt man, dass die Handlung keineswegs frei erfunden ist, vielmehr hat Wassermann historische Quellen, darunter Protokolle und Gerichtsakten, sehr gründlich recherchiert und verarbeitet. Ich bewerte es mit 5 Sternen.
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am 2. August 1999
Caspar Hauser ist eine Figur, die einem spätestens im Biologieunterricht begegnete - die Geschichte des siebzehnjährigen Findlings, der plötzlich in der Nürnberger Gesellschaft von 1828 auftauchte und Rätsel ob seiner Herkunft aufgab. Jakob Wassermann ging diesem Phänomen weiter nach und arbeitete sich durch zahlreiche Quellentexte und Urkunden über Caspar und seinen Niederschlag in behördlichen Urkunden und Schriftwechseln. Er verknüpft sein so erworbenes Hintergrundwissen mit spannenden Schlußfolgerungen und entwirft so seine eigene Fassung des mysteriösen Geheimnisses um Caspars Herkunft. Ein Krimi ensteht mit dem Namen "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens", dessen Ausgang hier nicht verraten werden soll. Die Charaktere sind sehr liebevoll geschildert: nicht ohne subjektive Beteiligung des Autors! Caspars Schicksal ist das eines Mannes, der anders ist, als die Gesellschaft es von ihm erwartet. Von Jakob Wassermann wird er als sehr sympathisch und gutgläubig-naiv dargestellt, der sich in die Gemeinschaft zwar integrieren möchte, sie auf der anderen Seite jedoch gar nicht begreift. Peter Handkes Drama "Kaspar" widmet sich der Problematik auf spezielle Weise, indem er Caspars Eingliederung in die Gesellschaft als Folter beschreibt. Eine Gesellschaft, die Andersartigkeiten und Regelverstöße nicht akzeptiert, soll hier am Beispiel von Kapsars Schicksal angeprangert werden. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 30. Juli 2003
Dieser Roman ist einer der wenigen, bei dem ich weinen mußte. Obwohl das traurige Schicksal Kaspar Hausers bekannt ist, wird gerade im letzten Kapitel doch jede empfindsame Seele gerührt sein. Denn der Roman beinhaltet eine stete Erwartung auf die nächsten Zeilen, so dass es fast unmöglich scheint, diese einmal angefangene Lektüre wieder aus der Hand zu legen.
Die Tatsache, dass dieser Roman auf wahren Begebenheiten beruht, ist erschütterlich, da es unbegreiflich scheint, wie "Menschen" so verstockt und grausam Kaspar Hauser bis zum bitteren Ende hin begegnen können. Dieser Roman hat mich sehr betroffen gemacht über dieses Schicksal und sehr zum nachdenken bewegt. Dies ist kein Roman, den man einmal nur lesen wird und der gewiss des Lesers Gedächnis nicht mehr loslassen wird.
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am 5. Juni 2005
Dieses Buch íst in einer sehr schönen, gehobenen Sprache verfasst. Es beschreibt das Leben des berühmten Findlings Caspar Hauser in einer objektiven Weise. Der Leser fühlt sich automatisch zum Portagonisten hingezogen.
Caspar Hauser wurde in Nürnberg 1828 aufgegriffen. Er sprach zwei Sätze, hatte aber scheinbar keine Ahnung von deren Bedeutung. Mit sich trug er nur ein Holzpferdchen und er war geimpft, was zu der damaligen Zeit ein Zeichen von Reichtum war. Keiner wusste woher er gekommen war. Es verbreiteten sich Gerüchte über eine adelige Abstammung und seinen Anspruch auf den Thron. Anscheinend wurde jemanden diese Aufmerksamkeit auf Caspars Person zu viel und so wurde er am 17. Dezember 1833 erstochen. Noch bis heute stellt sich die Frage: Wer war Caspar Hauser?
Jakob Wassserman schuf eine Welt um Caspar Hauser wie sie sehr wahrscheinlich hätte ausschauen können. Der Text ist kein nur auf Fakten berufender, und damit leichter zu lesen.
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am 6. Juli 2006
Eine Art historischer Krimi, in dem es um die ungklärte Identität eines jungen Mannes im Nürnberg des frühen 19. Jahrhunderts geht, der aus einem dunklen Kellerverschlag ans Licht der Öffentlichkeit drängt und ab der ersten Minute Neugier, Neid und Mißgunst, der in Konventionen gefangenen Öffentlichkeit auf sich zieht. Als sich die Hinweise, dass er von königlicher Abstammung ist, immer mehr verdichten, treten Verschwörer auf, die verhindern wollen, dass dem Ausgestossenen zu seinem Recht verholfen wird, was schließlich auch sein Schicksal besiegelt. Die Botschaft des Romans (Umgang mit Menschen, die nicht dem üblichen Muster entsprechen) ist so aktuell wie damals. Die Sprache lehnt sich an die damalige an und wirkt natürlich heute etwas antiquiert. Mit heutigen Romanen verglichen, ist der Erzählstil aber etwas zäh und weist gewisse Längen auf.
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am 23. April 2010
Als im Jahre 1828 eine junger Mann aufgegriffen wird, der weder richtig sprechen noch, bis auf seinen Namen, schreiben kann und der auch nichts über seine Herkunft weiß, gerät man in Aufruhr. Der Junge durchläuft erst Kerkerhaft, dann diverse Haushalte, in denen man ihm mal freundlich, zumeist aber skeptisch gegenübertritt. Er lernt sich zu verständigen, Konversation zu treiben, hat Zugang zu den besten Gesellschaftskreisen und könnte eigentlich ein den Umständen entsprechendes "normales" Leben führen. Wie die Geschichte allerdings endet, dürfte jedem bekannt sein.
Die Geschichte hat es Jakob Wassermann nicht schwer gemacht, denn sie alleine ist schon interessant, aufregend und zuweilen sogar spannend. So hat er auch gar nicht viel verändert, einige wenige Namen nur und erzählt hier sehr ausführlich und, natürlich der damaligen Zeit ( 1830) angepasst, sehr langsam und etwas behäbig die Geschichte des Caspar Hauser. Es ist dies eine Geschichte der Vorverurteilung, der Skepsis, aber auch der Nächstenliebe. Die meisten Menschen halten Caspar für einen Betrüger, allen voran der hochgradig unsympathische Lehrer Quandt, der alles was Caspar macht für verdächtig hält. Mal schläft er ihm zu lange, dann ist es plötzlich viel zu früh auf den Beinen, dann ist er zu freundlich, dann ist er unfreundlich. Caspar kann es ihm einfach nicht recht machen. Ich habe Quandt geradezu gehasst! Aber was bleibt einem auch übrig, als ganz deutlich Partei für den armen Hauser zu ergreifen? Wassermann ist ganz klar auf seiner Seite und hält auch an der Erbprinztheorie fest. Natürlich entsteht dadurch ein bisschen schwarz-weiß-Malerei, da die Guten hier meistens unantastbar gut bleiben und die bösen Charaktere dementsprechend durchweg böse sind und bleiben. Ich denke auch, dass es besser gewesen wäre, wenn Jakob Wassermann neutral geblieben wäre und dem Leser überlassen hätte sich seine eigene Meinung über Caspar Hauser zu bilden, denn so ist es ein leichtes die Theorie vom verstoßenem Prinzen und vom unverstandenen Findling zu übernehmen. Allerdings wird man gerade durch die Sichtweise von Wassermann zutiefst von Caspars Schicksal berührt und Golo Mann, dessen Beitrag über dieses Buch als Nachwort benutzt wird, hat sogar Tränen vergossen. Verständlich, wenn man sich drauf einlässt. Des Weiteren finde ich, dass die Passagen, die sich zu weit von Caspar Hauser selbst weg bewegen teilweise etwas zu lang geworden sind. Lord Stanhope ist dafür ein gutes Beispiel. Er mag ja durchaus eine interessante Figur seinAls im Jahre 1828 eine junger Mann aufgegriffen wird, der weder richtig sprechen noch, bis auf seinen Namen, schreiben kann und der auch nichts über seine Herkunft weiß, gerät man in Aufruhr. Der Junge durchläuft erst Kerkerhaft, dann diverse Haushalte, in denen man ihm mal freundlich, zumeist aber , kommt faktisch aus dem Nichts und verschwindet mehr oder weniger auch wieder in selbiges, aber dennoch wird mir seine Geschichte etwas zu ausführlich erzählt. Insgesamt denke ich, dass man gut auf 100 Seiten hätte verzichten können.
Aber gut, es ist ein lesenswertes, bisweilen sogar lehrreiches Buch, Krimi würde ich es nicht nennen, schon alleine, weil es hier ja nicht um die Aufklärung einer Straftat geht, mit einigen Längen, in einer schönen Sprache verfasst. Es bringt dem Leser natürlich die Geschichte von dem berühmten Unbekannten näher, allerdings von einem bestimmten Standpunkt aus, aber wenn man sich nebenbei noch näher informiert, sollte schon ein etwas differenzierter Blick auf Caspar Hauser möglich sein. 4 Sterne ist es mir aber dennoch wert, denn zu Großteil hat das Lesen Spaß gemacht. Wenn man es so nennen darf bei einem Buch, dass einem die Wut und die Trauer in die Glieder fahren lässt. Es war halt schon immer so: Was der Mensch nicht kennt muss gefährlich sein und sollte erst einmal weggesperrt, zumindest aber klein gehalten werden. Das war vor 200 Jahren so und wird auch in Zukunft so sein.
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am 4. März 2004
Die Geschichte Casper Hausers hat mich schon lange interessiert und eigentlich wollte ich ein Buch, das seine Geschichte erzählt, als auch seine Herkunft aufdeckt. Es gab nämlich DNA Analysen, wobei eine Probe von ihm und Nachkommen des Konigshauses Baden genommen wurden. Ich musste leider feststellen, dass es zwar einige Bücher über ihn gab, jedoch nur ältere. Ich entschied mich dann für dieses von Jakob Wassermann und war Anfangs wirklich enttäuscht. Es war recht trocken und das lag nicht an dem Alter des Romans, denn ich lese unter anderem gerne Schiller. Ich quälte mich also etwas durch, doch dann fesselte es mich plötzlich. Man sah mich nur noch mit diesem Buch in der Hand. Jakob Wassermann versteht es wirklich die unterschiedlichen Charakteren zu zeigen, auch wenn viel davon nur subjektiv ist. Dennoch bekommt man einen guten Eindruck wie Caspar gelitten haben muss. Man versuchte ihn zu durchschauen, zu analysieren und anzupassen. Im Verlauf erkennt man so, wie er sich verändert hat oder verändert wurde. Und dennoch hält er immmer an einem Traum fest, ganz gleich wie oft man ihn auch betrügt.
Ich kann jedem nur empfehlen dieses Buch zu lesen. Es zeigt wirklich wie Menschen mit dem "Andersein" umgehen.
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am 26. Oktober 2009
Obwohl schon ältere Literatur, gefällt mir das Buch sehr... eindrücklich und wunderbar beschrieben, aber eine tragische Geschichte, die einem sehr fesselt!
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