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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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am 19. Juli 2017
Wer hat die Boulevardpresse in Aktion gesetzt und warum? Und warum schafft es keiner diese Ungeheuerlichkeiten dieses Journalisten zu stoppen? War die Justiz wahrhaftig derart naiv damals?

Es dünkt einem keine lange Zeitspanne in der sich alles verändert haben soll. Aber ist es tatsächlich so? Mir scheint, es sei eher eine Ära angebrochen, in der grade Stammtischpsychologie und -politik (nennt sich Polemik) Aufschwung hat, die beide resp. alle Seiten aufwiegelt. Und plötzlich zerstören ebensolche barbarische Aussagen das Leben vieler. Kein Versäumnis der Justiz, es ist eher so, dass die sog. Bevölkerung diese Form der Konstrukte aufgenommen hat und breitflächig anwendet.

Ein Roman der fast ein wenig harmlos wirkt in Anbetracht der aktuellen Realität; der aber nicht desto trotz an Aussagekraft nichts verloren hat. Eine anschauliche Schilderung wie man Bauernopfer dazu bringt eines Tages tatsächtlich zu tun, was man ihm glaubte zutrauen zu können. Und das mit der Aufrichtigkeit ist heute noch ein fast verschwindend kleiner Faktor, wenns drum geht das eigene Gesicht - oder die eigenen Güter - um jeden Preis zu wahren. Wie war das schon mit dem Gewissen? Gibt es sowas denn überhaupt.

M.E. nach wie vor lesenswert.
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am 11. Juni 2017
„Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ ist eines der bekanntesten Werke von Heinrich Böll (1917-1985), Nobelpreisträger für Literatur 1972. Böll schrieb die 1974 erschienene Erzählung vor dem Hintergrund seiner Auseinandersetzungen mit der Springer-Presse - im Nachgang zu den Studentenunruhen und Gewaltdebatten der 1960er und 1970er Jahre.

Aus heutiger Sicht erscheint „Katharina Blum“ wie aus einer Anfänger-Epoche der hässlichen Desinformationskultur. Zielgerichtete und Menschen verachtende Desinformation und Verleumdungen bis hin zu physischer Vernichtung politischer Gegner und sonstiger Andersdenkender haben sich vor allem zu einer Angelegenheit autoritär geführter Staaten und der von ihnen kontrollierten Medien, Polizeiapparate und Geheimdienste entwickelt - in ihrer Wirkung durch Globalisierung verstärkt.
In allen diesen Fällen aber passt Bölls Feststellung wie die Faust aufs Auge: "Wer tausendmal lügt, dem glaub ich nicht, auch wenn er EINMAL die Wahrheit sagt."

Die Boulevard-Presse nimmt einige Jahrzehnte nach Bölls Erzählung (jedenfalls vordergründig) wohl eine weniger prominente Rolle in der politischen Diskussion als in den 1970er Jahren ein. Das Vorspiegeln vermeintlich einfacher Lösungen für immer komplexere Probleme, eine undifferenzierte Realitätsdarstellung und das Verzerren der Wirklichkeit fördert – jedenfalls mittelbar und langfristig – die Nährboden eines abscheulichen Populismus, der ebenso wie Boulevard-Presse und willfährige Staatsmedien vom Glauben an Einfach-Lösungen und von „alternativen Fakten“ lebt.

Böll sagt in seinem Nachwort: "Vorzuwerfen habe ich mir nur eins: daß dieses Buch zu harmlos ist." Ja, für unsere Zeit... viel zu harmlos.
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am 22. Mai 2017
Wer hätte gedacht, daß diese Erzählung noch heute genauso aktuell ist wie damals. Begriffe wie Lügenpresse oder Terrorverdacht führen auch in unseren Tagen zu hitzigen Diskussionen. Wie schnell man doch seinen guten Ruf durch falsche Anschuldigungen verlieren kann. Böll verteilt gekonnt Seitenhiebe auf die Presse, die Polizei und die sogenannte bessere Gesellschaft.
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am 26. November 2007
Ob dieses Thema je an Aktualität verliert?
Eher nimmt es an Brisanz noch zu:
die öffentliche Meinungsmache gegen Personen, die Yellow Press , die Paparazzi , private Verleumdungen machen Menschen kaputt, und keiner kann sich wirklich ausreichend genug dagegen schützen. Sollten Dementis erfolgen, sind sie so klein und unauffällig irgenswo abgedruckt, daß sie sowieso keiner liest.
In diesem Fall gerät eine hübsche, ehrliche, zuverlässige junge Frau durch derlei Machenschaften erst ins Zwielicht und dann in den Abgrund : sie wird zur Mörderin an einem Journalisten, der selbst das Krankenbett ihrer schwer kranken Mutter nicht als Barriere respektierte für seine zudringliche Berufsausübung. Sensationspresse, die über Leichen geht - um jeden Preis.
Das Gefängnis wird ihr (vielleicht ?) erst die Ruhe geben, die sie nach der Hetzjagd nun braucht, folgert man automatisch als Leser, obwohl es expressis verbis so nicht geschrieben steht.
Meisterlich gemacht von Heinrich Böll - unprätentiös, schnörkellos. Man kann das sicher noch in 100 Jahren lesen, ohne daß der Inhalt dieses kleines Büchlein an Aktualität eingebüßt haben dürfte.
Mit dem Erscheinen dieser Erzählung geriet Böll selbst in Fadenkreuz, weil man seine Anspielungen "natürlich " verstanden hatte.
Unbedingt lesen, wer es bis dato noch nicht zur Hand genommen hat.
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TOP 100 REZENSENTam 12. Mai 2016
In Bölls bestem Buch wird die Gewalttätigkeit fehlverstandener Pressefreiheit angeprangert und das völlig zu recht. Mit einer Pressekampagne kann man jeden fertig machen, das weiß doch jedes Kind. Es gibt auch keine rechtlichen Mittel dagegen, denn jede Klage gießt nur Öl ins Feuer der Diffamierung, wird von der Presse aufs Neue ausgeschlachtet: Wenn der Beschuldigte sich so wehrt, ja dann muss doch etwas an den Gerüchten dran sein....
Ich habe als Psychologe oft mit der Presse zusammengearbeitet und dennoch allein in meinem bescheidenen Wirkungskreis jede Menge Falschmeldungen, Wortverdrehungen, unautorisierte Interviews und Aufbauschungen erlebt. Einmal stand ich mit den Worten "Psychotherapeut klagt an..." in der Lokalpresse, obwohl nie ein diesbezügliches Interview stattgefunden hatte. Ein bereits chronisch kranker Kollege wurde aufs schlimmste in den Zeitungen diffamiert, weil er als Bauernopfer im Kampf zwischen Politik und Lehrerschaft herhalten musste.
Von einer sogenannten Selbstkontrolle der Presse war da nichts zu merken.
Wie viele Katharina Blums muss es noch geben, bevor die Presse, die selbst so gerne kontrolliert, selbst einer Kontrolle zugeführt wird?
R Opelt, Autor von "Amors vergiftete Pfeile"
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am 22. Februar 2014
Packendes Buch, das einen sehr gut in die politische Stimmungslage Anfang der 70er Jahre versetzt. Etwas Vorwissen über die Konflikte der 68er-Zeit ist aber nötig.

Was vorausging, sind die berchtigten Studentenproteste z.B. gegen die Tatsache, dass alte Nazis im Nachkriegsdeutschland unbehelligt weiter Karriere machten. Auf der anderen Seite stand die Springerpresse, die jegliche Kritik als Werk von Kommunisten und Chaoten diffarmierte und damit erheblichen Einfluss auf ihre Leserschaft hatte. Heinrich Böll als Experte für katholische und sonstige Dopelmoral sowie Seilschaften aller Art muss sich kräftig geärgert haben über eine BILD-Zeitung, die Zusammenhänge kalkuliert verdrehte und sich dann dem "kleinen Mann" als Bewahrer der bürgerlichen, womöglich christlichen Werte präsentierte. Ganz klar: Er wollte die Mauern der Springerpresse ins Wanken bringen.

Kurz nach den ersten RAF-Morden nun eine Sympathieträgerin zu präsentieren, die abdrückt - das ist schon heikel. Böll geht dabei aber einen interessanten Weg. Protagonistin Katharina ist völlig unpolitisch und in jeglicher Hinsicht vorbildlich, ordnungsliebend, sie hat sich aus bescheidenen Verhältnissen eine kleine Existenz aufgebaut, geradezu heldenhaft im Sinne konservativer Ideale.

Und doch wird Katharina von der "ZEITUNG" sofort in die linke, kommunistische Ecke gestellt, nachdem sie sich in einen ebenso unpolitischen Straftäter verliebt, und ihm naiv einen Fluchtweg zeigt. Sie wird als kalt und berechnend dargestellt, eine größere Verschwörung wird vermutet. Man wird rasend, wenn man die Artikel der "ZEITUNG" in dem Buch liest, mit verfälschten Zitaten. Katharina wird auch als nuttig beschimpft, dabei wehrt sie gerade mühsam allerlei Zudringlichkeiten ab. Man kann nachvollziehen, wie sich in der sonst so besonnenen, verletzlichen Katharina Hass aufbaut. Böll treibt die Dramatik fast schon plump auf die Spitze. Bölls Gesellschaftskritik an Polizei und Justiz bewegt sich dabei übrigens auf einem differenzierten Niveau.

Die Erzählweise aus der Sicht eines analytischen Betrachters, der Ereignisse und Protokolle im Nachhinein auswertet, mag etwas gestelzt wirken. Verwirrend, wie hier einige Kommentatoren schreiben, ist das Buch aber überhaupt nicht. Da ist jeder Durchschnittskrimi komplexer.
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Zog Böll in "Ansichten eines Clowns" noch vor allem gegen die katholische Kirche zu Felde, so polemisiert er nun gegen die Methoden einer großen Boulevardzeitung. Diese wird im Verlauf der Novelle nur als ZEITUNG bezeichnet, doch um ganz deutlich zu machen, gegen wen sich sein Panphlet richtet, schreibt Böll in einer Vorbemerkung, dass "Ähnlichkeiten mit den Praktiken der 'Bild'-Zeitung [...] weder beabsichtigt noch zufällig, sondern unvermeidlich [sind]".
Katharina Blum, als anständige, ambitionierte, konfessionslose junge Frau beschrieben, hat den ZEITUNGsjournalisten Tötges erschossen. Dies erfahren wir bereits auf Seite drei. Die Novelle rekonstruirt nun die Tage vor der Tat. Wieso wird eine unbescholtene Bürgerin zu einer kaltblütigen Mörderin? Böll erzählt wie Blum zum Spielball der Medien wird, da sie einem Desserteur, aus naiver Liebe, zur Flucht verholfen hat und daher zur einem Flittchen und einer gewissenlosen Kommunistin stilisiert wird, bis es zum tragischen Ende kommt.
Rechtfertigt die Novell den Mord an Tötges? Ich denke ja. Die Rollen von Gut und Böse sind eindeutig verteilt. Katharina ("die Reine") gegen die skrupellosen Zyniker von der ZEITUNG. Lässt man sich auf diesen Erzählstil ein, so erfindet man am Ende Genugtuung über den Tod Tötges und hofft auf ein mildes Urteil für Blum. Aus heutiger Sicht erscheint die Novelle daher zu drastisch.
Um ihr gerecht zu werden, muss sie aber unbedingt als Dokument ihrer Zeit verstanden werden. In den siebzigern zog die Springerpressen gegen tatsächliche und vermeindliche Unterstützer der RAF zu Felde. Des öfteren kam es damals zu "Kollateralschäden", wie Katharina Blum einer ist. Böll hat deshalb mit den Methoden der Boulevardpresse zurückgeschlagen: er polemisiert, emotionalisiert und macht eindeutig klar, was gut und was böse ist.
Fazit: "Die verlorene Ehre der Katharina Blum" ist ein wertvolles Zeitdokument der Bundesrepublik in den siebzigern. Seine impliziete Rechtfertigung des Mordes ist jedoch unter keinen Umständen zu akzeptieren.
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am 25. Juni 2013
Rezension - Heinrich Böll " Die verlorene Ehre der Katharina Blum" Zu Beginn ist die Erzählung gut und strukturiert,ich verstehe die Handlung und kann ihr gut folgen.Leider wird sie immer wieder von Erklärungen des Autors unterbrochen was mich etwas verwirrt, besser gesagt mich völlig planlos weiter lesen lässt. Wirklich sympatisch ist mir Katherina Blum nicht.Ich finde sie eiskalt. Es gibt natürlich auch sympatische Figuren z.B. Beizmenne. Warum sich die Freunde am Schluß so überwerfen ist mir ein Rätsel.Wahrscheinlich wäre es für mich ratsam das Buch nochmal zu lesen,damit auch ich hinter der Geschichte den Sinn entdecke.
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am 30. November 2015
Wir mussten dieses Buch in der 13. Klasse als Lektüre lesen und ich muss ehrlich sein, mir hat die Geschichte nicht gefallen. Literatur hin oder her, aber mein Geschmack ist es nicht.
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am 8. Februar 2007
Katharina Blum, eine bescheidene junge Frau, aus einfachen, aber stark zerrütteten familiären Verhältnissen stammend, führt ein einfaches Leben als Haushälterin. Als sie sich in einen von der Polizei gesuchten Mann verliebt, gerät sie ins Visier der Polizei. Aber nicht nur in ihr Visier, sondern auch in das DER ZEITUNG, zu deren Hauptopfer einer sensationslüsternen Hetzjagd sie wird. Als sie zudem der Polizei zu Protokoll gibt, einen Mann ermordet zu haben, ist der Verlust ihrer Ehre nicht mehr aufzuhalten.

Heinrich Böll inszeniert Katharina Blums Geschichte als eine Jagd durch den blühenden Sensationsjournalismus seiner Zeit, in der Menschen öffentlich zur Schau gestellt werden. DIE ZEITUNG entstellt und verfremdet ihre Aussagen und Handlungen derart, dass sie nicht wieder zu erkennen sind. Gerade heute, in einer Zeit, in der globale Kommunikation total gegeben ist, nimmt dieses Lehr- und Mahnstück Bölls einen unvergleichlich wichtigen Stellenwert ein. Er stellt boulevardjournalistische Arbeitsweisen anhand des Journalismus der frühen 1970er Jahre völlig bloß, so dass man sich nur fragen kann, wie Menschen bewusst verfälschen und eigentlich ohne mit der Wimper zu zucken lügen und somit die Leben ihrer Mitmenschen zerstören können.

In Herman Nabers Hörspieladaption kommen die Verzweiflung, die Ohnmacht und das Entsetzen aller Beteiligten sehr schön zur Geltung. Man spürt förmlich, wie für sie die journalistischen Machenschaften völlig unfassbar sind, wie sie nicht wissen, wie sie mit ihren verfälschten Aussagen und den ihnen gemachten Unterstellungen umgehen sollen. Aber auch die polizeilichen Verhöre scheinen aus heutiger Sicht völlig unbegreiflich: man hat den Eindruck, dass die Verhörten, allen voran Katharina Blum, einer schon fast willkürlich handelnden Polizei ausgesetzt sind, die scheinbar Hand in Hand mit DER ZEITUNG arbeiten und deren entwürdigende Arbeitsweise auch noch billigen und für ihre Zwecke nutzen. Es ist wirklich erschreckend, wie Katharina Blum einem völlig emotionslosen Kommissar erklären muss, was für sie der Unterschied zwischen zärtlich und zudringlich sei, den es für ihn scheinbar gar nicht gibt. Dieses Hörbuch ist absolut hörens- und empfehlenswert!
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