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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
21
Der Schüler Gerber: Roman
Format: Sondereinband|Ändern
Preis:9,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 25. April 2016
Der Schüler Gerber ist ein Roman, den jeder mal gelesen haben muss. Er spiegelt nicht nur Aspekte der Schule wieder, die heute genauso gegenwärtig sind wie damals. sondern regt zum Nachdenken über das eigene Leben an
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am 19. März 2015
Alles bestens sehr zufrieden.Alles bestens sehr zufrieden.Alles bestens sehr zufrieden.Alles bestens sehrAllesAlles bestens sehr zufrieden. bestens sehr zufrieden. zufrieden.Alles bestens sehr zufrieden
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am 28. Januar 2016
Dass man einen Roman, den man einst in der Schule lesen musste, wenige Jahre später zu seinen Lieblingsbüchern zählt, kommt nicht alle Tage vor. Aber genau das ist mir mit "Der Schüler Gerber" von Friedrich Torberg passiert. Als damals bekannt wurde, dass wir uns einen Schulroman aus den frühen 1930er-Jahren kaufen und durchlesen müssen, hielt sich unsere Begeisterung in Grenzen. Kein Wunder, denn die knapp 300 Seiten lesen sich viel schwerer, wenn vor dem geistigen Auge eines Schülers Analysen, Interpretationen und Charakterisierungen auftauchen. Dementsprechend motivationslos ist man an diesen Roman herangegangen.

Aber als ich den Roman schließlich gelesen hatte, wurden meine anfänglichen Sorgen gänzlich zerstreut. Ganz im Gegenteil, sie schlugen irgendwann in Begeisterung um. Das liegt wahrscheinlich daran, dass Friedrich Torberg nicht nur die Institution Schule, sondern sämtliche Stationen des Lebens mit einer zeitlosen Lebendigkeit beschrieben hat. Wenn man sich Torbergs lebhafte Schilderungen zu Gemüte führt, vergisst man manchmal vollkommen, dass dieser Roman schon fast 100 Jahre alt ist. Die verschiedenen Schüler und Lehrer könnten auch aus der heutigen Zeit stammen: Es gibt die Lehrerlieblinge, die dem Klassenvorstand die Schuhe küssen würden, um eine schlechte Note zu vermeiden, es gibt die Zensurproleten, die sich auf ihre schlechten Prüfungen etwas einbilden und über ihre Resultate lachen, es gibt die stillen Heimlichtuer, die günstige Gegebenheiten ausnutzen, um für den Rest des Schuljahres Ruhe zu haben und es gibt die Spitzenschüler, die bei Klassenarbeiten jede Hilfe versagen. Auch die Palette der Lehrer lässt keine Lücken offen: Von streng bis inkonsequent, von rachsüchtig bis hilfsbereit, von nicht durchsetzungsfähig bis autoritär - alle Charaktereigenschaften sind vertreten und spitzen sich vor allem im Hinblick auf eine der Hauptfiguren zu.

Den Großteil des Schulalltags erleben wir durch die Augen zweier Kontrahenten: Auf der einen Seite haben wir den intelligenten und talentierten, aber auch sehr rebellischen und vorlauten Schüler Kurt Gerber, der sein letztes Schuljahr an einem Realgymnasium besucht. Auf der anderen Seite haben wir den Professor Arthur Kupfer, der die Vergehen seiner Schüler über Jahre hinweg bestraft, Früchtchen wie Kurt Gerber mit allen Mitteln ruinieren will und Schülern, die er nicht zur Matura zulassen möchte, gerne mal mit einem gewollten Nichtgenügend abstraft. Er lehrt Mathematik und Darstellende Geometrie, und damit ausgerechnet die beiden Gegenstände, in denen Kurt Gerber nicht vollständig bewandert ist. Von der ersten Stunde an stehen die Zeichen zwischen den beiden Fronten auf Sturm, und es dauert nicht lange, da wird aus dem angespannten Verhältnis zwischen Schüler und Lehrer ein Machtkampf, bei dem eine der beiden Parteien zu zerbrechen droht. Hinzu kommt eine unerfüllte Liebe Kurts zu seiner ehemaligen Mitschülerin, Lisa Berwald, die sich trotz aller Sehnsüchte als sinnlos erweist und den Druck auf den Schüler verstärkt.

Das Buch wurde 1930 unter dem Titel "Der Schüler Gerber hat absolviert" veröffentlicht und wurde vermutlich durch Friedrich Torbergs persönliche, teils negative Auseinandersetzung mit der Reifeprüfung, der Matura, inspiriert. Friedrich Torberg fiel 1927 durch die Matura und wurde erst im Jahr darauf für "reif" erklärt. Durch die leicht verständliche Sprache, die beide Parteien gleichermaßen kritisch beäugt, fällt es dem Leser leicht, dem Geschehen zu folgen. Oftmals hat der Autor sich an Wertungen und Schlussfolgerungen bedient, die man auch heute noch 1:1 auf das Leben und die Schule übertragen kann. Genau das macht diesen Roman so erfrischend: Er ist zeitlos und lässt sich auch in der heutigen Zeit noch voll und ganz genießen.
Der deutschsprachige Schriftsteller und Kritiker Max Brod sagte über den Roman einmal Folgendes: "Das ist kein Schulroman mehr, das ist ein hellsichtiger, überwacher, visionärer Durchblick ins Gesamtbild unseres Daseins. das Rätsel Schule wird nach allen Richtungen hin in das größere Rätsel Leben eingebaut." - Anfangs habe ich diese Aussage als die typisch distanzierte Kritik aufgefasst, wie sie auf jedem Buchrücken und in jedem Klappentext erscheint, aber mittlerweile würde ich diese Wertung voll und ganz bestätigen.
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TOP 500 REZENSENTam 8. Mai 2011
Der ganze Umfang der Kulturrevolution, der die westlichen Gesellschaften in den letzten beiden Generationen überrollt hat, wird mitunter dem Leser an Büchern deutlich, die die Verhältnisse vor siebzig, achtzig Jahren noch wie Selbstverständlichkeiten beschreiben, die niemals ins Wanken geraten können und die sich doch inzwischen gänzlich verändert haben. Ein solches Buch ist der Roman "Der Schüler Gerber" des österreichischen Autors Friedich Torberg.
Kurt Gerber, ein sensibler und etwas verschlunzter Schüler der gymnasialen Abschlussklasse geht in dem vorliegenden Buch zwischen den Mühlsteinen der Gnadenlosigkeit eines gewissenlosen Lehrers und der nicht minder brutalen Gnadenlosigkeit der ersten Liebe zugrunde. Mit Gerbers Lehrer "Gott Kupfer" ist Torberg die literarische Typisierung eines pädagogischen Sadisten gelungen - er ist es in der Hauptsache, der den Abiturienten unmittelbar nach der Abschlussprüfung in den Tod treibt.
So endet dieses Buch - nicht aber die Geschichte der Erziehungswirklichkeit. Denn 80 Jahre später hat der Schüler Gerber über "Gott Kupfer" gesiegt. Sadisten wie der Mathematiklehrer Kupfer würden heute (gottlob) innerhalb kürzester Zeit aus dem Schuldienst entfernt. Aber das Pendel ist noch viel weiter in das Gegenteil ausgeschlagen - heute beherrschen an manchen Schulen ( nicht an allen ) jene Nachfolger des Schülers Gerber die Klassenstufen, für die es zum Normalsten von der Welt gehört, die Sorge für ihr Wohlergehen und Weiterkomen an ihre Eltern und Lehrer und wenn es hart auf hart kommt, an die Schülbürokratie zu delegieren. So ist Torbergs frühes Meisterwerk inzwischen auch als Folie dafür zu lesen, wie es früher war und wie gewaltig das Pendel in die andere Richtung ausgeschlagen ist.
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HALL OF FAMETOP 500 REZENSENTam 20. Oktober 2011
Vor achtzig Jahren veröffentlichte der österreichische Schriftsteller Friedrich Torberg (1908-1979) seinen Erstlingsroman "Der Schüler Gerber". Der damals 21jährige hatte ihn noch ganz unter dem Eindruck des eigenen, nicht bestandenen Abiturs geschrieben. Sein Freund Max Brod las das Manuskript und war begeistert. Daraufhin übermittelte er es ohne Torbergs Wissen an den Zsolnay Verlag. Die erste Auflage des Romans trug den Namen "Der Schüler Gerber hat absolviert" und wurde ein großer Erfolg. 1954 erschien dann eine Neufassung mit dem Titel "Der Schüler Gerber".

Im letzten Jahr vor seiner Reifeprüfung sieht sich der begabte Schüler Kurt Gerber von dem tyrannischen Professor Kupfer drangsaliert. Dieser "Gott Kupfer" lebt hemmungslos seine sadistische Neigung aus und sein ganzer Ehrgeiz besteht darin, diesen jungen Gerber fertig zu machen. Gerbers schwache Seiten in der Schule sind Mathematik und Darstellende Geometrie, gerade jene Fächer, die von Kupfer unterrichtet werden.

Zusätzlich belasten Gerber seine unglückliche Liebe zu Lisa und die schwere Herzerkrankung seines Vaters, dem er die Schande eines schulischen Scheiterns ersparen möchte. Trotz aller Widrigkeiten besteht Kurt die schriftliche Matura, aber in der mündlichen Matura bei Kupfer stellt ihm dieser eine Prüfungsfalle. Als er anschließend von der Prüfungskommission aufgerufen wird, um sein Ergebnis zu erfahren, geht er in das Zimmer und stürzt sich aus dem Fenster auf die Straße. Er ist sofort tot. Ironie des Schicksal: Kurt war von der Prüfungskommission für reif erklärt worden.

"Der Schüler Gerber" ist jedoch kein Schulroman. Hier wird mehr als nur die Schule kritisiert, nämlich die Gesellschaft, die Welt der Erwachsenen. Nun ist dieser stets aktuelle Roman im Deutschen Taschenbuch Verlag in der Jubiläums-Edition "Wichtige Autoren und ihre Bücher aus fünf Jahrzehnten" erschienen.

Manfred Orlick
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am 12. Januar 2000
Der begabte Schüler Kurt Gerber hat nur noch ein Jahr Schule vor sich. Übermutig und voller Vorfreude auf das, was ihn nach der Matura erwarten wird, nämlich die Welt der Erwachsenen, geht er das letzte Schuljahr an. Aber schon am ersten Tag wird dem Schüler Gerber diese Vorfreude genommen, denn sein neuer Klassenlehrer ist Professor Kupfer, auch "Gott Kupfer" genannt, der Gerbers einzige Schwäche, die Mathematik, unterrichtet. Gott Kupfer ist aber nicht nur ein strenger Mathelehrer, sondern ein herrschsüchtiger Despot, der in der Klasse wie in seinem eigenem Reich waltet. Kurt ist ihm ausgeliefert und seine anfängliche Ahnung , daß dies nicht gut ausgehen wird, wird immer mehr zur Gewißheit. Aber nicht nur die andauernden Demütigungen in der Schule machen Kurt zu schaffen. Da ist noch die unerfüllte Liebe zu Lisa, die die Schule verlassen hat, und damit außerhalb seiner Reichweite ist. Schließlich noch Kurts todkranker Vater, der seine letzte Hoffnung auf seinen Sohn setzt. Kurt will ihn auf keinen Fall enttäuschen und kämpft einen scheinbar aussichstlosen Kampf an vielen Fronten. Kleine Erfolge geben Kurt Hoffnung und der Leser bangt mit ihm um seine Zukunft. Vor allem junge Leute, die selbst noch in der Schule sind oder sie gerade verlassen haben, kennen die Angst vor dem Versagen, die Torberg erschreckend realistisch darbringt. "Der Schüler Gerber" ist mehr als nur ein Schulbankroman. Das Verantwortung übernehmen, erste Liebe, erste Enttäuschungen, Angst, nun die ganze Bandbreite des Erwachsenwerdens offenbart uns Torberg auf einfühlsame Weise. "Der Schüler Gerber" eignet sich nicht nur sehr gut als Schullektüre, sondern auch für alle, die über ihre eigene Schulzeit nachdenken wollen, damalige Ängste vor der Zukunft mit der eingetretenen Gegenwart vergleichen wollen. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 1. Juli 2002
Das schlimmste, was diesem Buch wiederfahren kann, wäre es als Schulroman abzustempeln, in dem es vorallem um einen Schüler geht, der sich mit einem Lehrer herumzuquälen hat, nicht das ist der Kern der Handlung. Der hat vielmehr mit einem jungen Menschen zu tun, dem -unter anderen über diesen Lehrer- bewusst wird, dass die Welt nicht ideal ist, nicht auf Liebe oder Gerechtigkeit und schon gar nicht auf Wahrheit beruht. Und irgendwie bemerkt Gerber, nicht in diese Welt hineinzupassen, eine Welt voller Öberflächlichkeiten. Der Titel ist somit, nach dem Lesen, nur ein weiterer Punkt der harten Abrechnung mit dem Leben an sich: "Der Schüler Gerber", der Versuch, jemanden festzulegen über seine Tätigkeit. Ein weiterer Punkt, des oberflächlichen Betrachtens, ohne die Hintergründe zu sehen, die einen gar nicht interessieren, weil sie doch nur zu kompliziert sind.
Es ist ein Buch, das durchaus seine Längen hat, aber auf sehr leicht verständliche Weise die Unmöglichkeit aufzeigt, in einer Welt zu leben, ohne seine Ideale aufzugeben. Und bitte: es ist KEIN Roman über die Schule oder einen Schüler. Es ist ein Buch über das Leben an sich, verpackt in das Umfeld eines Schülers, vielleicht auch deshalb, weil man gerade in dem Alter sich entscheiden muss, ob man bereit ist, in diese Welt zu passen oder nicht.
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am 15. Juli 2011
Was mir an diesem Roman so gut gefallen hat, war die nicht beschönigte Darstellung der Welt, denn -ganz ehrlich- nichts ist perfekt und jeder hat schon einmal die Schattenseite in seinem Leben kennengelernt, das gehört dazu.
Ich -als Schülerin- weiß wie es ist, wenn man sehr viel Stress hat und auch wenn man den-vielleicht gar nicht beabsichtigten- Druck der Eltern und der Lehrer zu spüren bekommt. Ja, es stimmt, einige Lehrer sind oft nicht fair, und es kommt auch vor, dass sie womöglich den einen oder andern Schüler bevorzugen und dafür einen anderen härter ranneehmen, aber man muss sich im Kopf behalten, dass Lehrer auch nur Menschen sind, und auch sie sind, wie wir alle, nunmal nicht perfekt, und da ist es klar, dass Sympathie auch mitspielt!
Und das wurde -finde ich zumindest- etwas übertrieben dargestellt!
Sonst: Fantastisch formuliert und man kann sich sehr gut hineinversetzen!
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am 30. März 2005
Der Schüler Gerber von Friedrich Torberg ist wohl eines der eingängigsten, gefühlvollsten, aber gleichzeitig auch, erschütternsten Einblicke in das Seelenleben eines Schülers kurz vor der Matura. An mancher Stelle fühlt man sich dermaßen in die Situation hineinversetzt, dass einem die schlimmsten Erinnerungen wieder ins Gedächtnis kommen. Ängste werden wieder lebendig und die Anspannung nahezu greifbar. Eine wahre Achterbahn der Gefühle.
Doch zurück zum Werk. Torbergs Romanheld Kurt Gerber ist ein blitzgescheiter, aufstrebender junger Mann, der zu seinem Unglück an den falschen Lehrer zum falschen Zeitpunkt gerät. Gerber, der wegen seines aufbrausenden, ja geradezu an Frechheit grenzenden Auftretens von seinen Mitschülern und einem Großteil der Lehrer geachtet wenn nicht sogar verehrt wird, wird Zielscheibe des neuen Klassenvorstands Professor Kupfer, im Schülerjargon, wegen seiner Unbarmherzigkeit, Gott Kupfer genannt. Kupfer unterrichtet in Gerbers schwächsten Fächern Mathematik und Darstellende Geometrie und das weiß er auch. Gezielt jubelt er dem Ausnahmeschüler ein ums andere Mal ein Nicht Genügend unter, bis dieser an der eigenen Reife zu zweifeln beginnt. Zu allem Unglück stoßen zu Gerbers schulischen Problemen, noch andere hinzu. Lisa, die Liebe seines Lebens, lässt ihn im Unklaren über ihre Beziehung, für Gerber beginnt eine Berg- und Talfahrt der Gefühle. Zu guter Letzt scheitert er an der Hürde Leben.
Torbergs Werk, entzückt durch eine mitreißende Dramatik und eine einfühlsame Erzählung die ihres gleichen sucht. Nie zuvor war ein Schurke so real und derart hassenswert wie Gott Kupfer. Bis zuletzt lässt er den Leser an seiner Menschlichkeit zweifeln.
Stilistisch ist der Schüler Gerber gewöhnungsbedürftig, oft verschwimmen die Übergänge zwischen Gedanken und Gesprochenem, doch wer sich damit abfindet entdeckt eine herrlich grausame Seelenwanderung durch die Untiefen eines 18-jährigen Maturanten.
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am 16. Januar 2004
Der Schulbetrieb kann ja durchaus komödiantisch gelesen werden wie zum Beispiel im Roman "Feuerzangenbowle", der tatsächlich vor allem durch die Verfilmung mit Heinz Rühmann bekannt geworden ist. Naturgemäß aber war der Aufenthalt an den Lehranstalten für den so genannten Lehrkörper und die Schüler wohl niemals so witzig und sorglos wie im genannten Buch von Heinrich Spoerl. Ganz im Gegenteil: In den Kasernen der Bildung herrscht(e) Zucht und Ordnung. Mit dem Erwartungsdruck an Studierende und Schüler hat sich ja auch Hermann Hesse in seinem Roman „Unterm Rad" eindrucksvoll auseinandergesetzt. „Der Schüler Gerber" zeigt ein ähnliches Schicksal. Kurt gegen den Rest der Welt. Letztlich scheitert der traurige Romanheld an der Tyrannei seines Klassenvorstands und an der Verlogenheit des eigenen Lebens, welches in noch sehr jungen Jahren auch einer unerfüllten Liebe scheitern muss. Ein tödlicher Sprung kurz vor Bekanntgabe der Maturaleistung beendet alles. Terror also gegen sich selbst gerichtet. Der Stoff dieses literarisch ordentlichen Buches erscheint, unberücksichtigt einiger kleinerer Beschreibungen des Alltags und heute nicht mehr aktueller Bezeichnungen für den Schulbetrieb und dem dort tätigen Personal, zeitlos. Lehrer vs. Schüler. Tatsächlich richtet sich Gewalt und Amok aufgrund von Leistungsdruck und Lebensangst heute aber nicht mehr nur gegen die eigene Existenz, sondern vielfach und auf grauenhafte Art und Weise auch gegen das Lehrpersonal, welches immer häufiger durch verwirrte Schüler auch brutal ausgelöscht wird. „Der Schüler Gerber" liest sich als Warnung. Dürfen wir hoffen, dass die Lektüre dieses Buches, welches für Lehrer und Eltern und auch für Schüler zur Pflichtlektüre werden sollte, etwas ändert? Weniger aufgrund der handwerklichen Beschaffenheit, sondern vielmehr wegen der enthaltenen Botschaft verdient dieser Roman in jedem Falle also eine gute Bewertung. Und sind wir im Grunde genommen nicht unser ganzes Leben lang tatsächlich nichts anderes als Schüler?
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