find Hier klicken Jetzt informieren PR CR0917 Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More TDZ HI_PROJECT Mehr dazu Hier Klicken Shop Kindle AmazonMusicUnlimited AmazonMusicUnlimited Fußball longss17

Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
9
4,2 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
Preis:9,90 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 12. März 2016
Der Band umfasst 25 frühe Erzählungen von Heinrich Böll aus den Jahren zwischen 1947 und 1950. Zwischen 2 und 10 Seiten lang, handelt etwa die Hälfe vom Zweiten Weltkrieg, die andere Hälfte von der Zeit unmittelbar nach dem Krieg. Die Kurzgeschichten gehören dem Genre der Kriegs- Trümmer- und Heimkehrerliteratur an.

Wie man es von einem Literaturnobelpreisträger erwarten kann, sind sie gut geschrieben, leicht zu lesen und eröffnen uns heute, da uns diese Zeit fremd geworden ist, einen interessanten Einblick in das Klima der damaligen Zeit. ("Befindlichkeiten", würde man heute vielleicht sagen)
Die Grundfarbe ist schwarz, nicht nur in den Geschichten, in denen über Tote getrauert wird und melancholische Seelenzustände beschrieben werden. Die Welt liegt in Trümmern, da wundert es nicht, wenn selbst die Clowns hinter den Kulissen ein griesgrämiges Gesicht machen. In der Erzählung "Mein trauriges Gesicht" wird der Ich-Erzähler verhaftet, weil er nicht, wie angeordnet, kein trauriges Gesicht gemacht hat. Wie in Orwells Roman "1984" wird in dieser Geschichte das Bild eines totalitären Systems gezeichnet, in dem der Einzelne nichts zählt.

Im Vergleich zu der Kurzgeschichtensammlung "Zuletzt kommt der Rabe" von Italo Calvino (1923-1985) sind die Kurzgeschichten von Heinrich Böll (1917-1985) nicht so lakonisch. Das liegt daran, dass auch eine Innenschau stattfindet, dass die Akteure, insbesondere wenn sie sterben müssen, auch in ihrer seelischen Not - und nicht nur von außen, wie bei Calvino - beschrieben werden. Der Deutsche Böll ist tatsächlich spiritueller und religiöser als der Italiener Calvino. Böll war gläubiger Katholik.

Ganz ergreifend sind die Geschichten, in denen Kinder oder sehr junge Soldaten sterben müssen, wie in "Der Tod des Lohengrin" und "Wanderer, kommst du nach Spa...". Die sinnlose Vernichtung von Leben und Zukunft durch den Krieg und die in die Nachkriegszeit wirkende Zerstörung der menschlichen Beziehungen geht hier besonders unter die Haut.

Diese Geschichten sind bis heute nicht nur eine häufige Schullektüre, sondern bieten auch Sozialpsychologen eine Menge interessanten Stoff, die sich, wie z.B. Alexander Mitscherlich in "Die Unfähigkeit zu trauern", mit der seelischen Verfasstheit der Deutschen befasst haben. Auch mit dem heutigen Abstand zur damaligen Zeit habe ich das Buch verschlungen. Irritiert hat mich eigentlich nur, wieviele Zigaretten in den Geschichten geraucht werden und dass auch recht viel Alkohol getrunken wird.
0Kommentar| 2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 28. Oktober 2013
Mit seinen 25 Erzählungen berichtet Heinrich Böll auf literarische Art und Weise über die "Stunde Null". Weniger wird über Trümmerfrauen oder die Alliierten geschrieben, sondern eher auf die Kriegsbeschädigten, die Verwundeten, die Heimkehrer und die noch stolzen Patrioten eingegangen. Szenen, die auf Minenfeldern, in Lazaretten oder Kneipen spielen sind hier sehr oft vorhanden und beschreiben eher die Nebensächlichkeiten des Krieges im ganz privaten Empfinden und den nicht weltbekannten Gedanken eines Menschen, der den Krieg miterlebt hat. Es wird nicht groß über den "Führer" oder die nationalsozialistische Ideologie berichtet, nicht angeklagt in direkter Weise: Der Krieg hat dies und das angestellt, zertrümmert, getötet; es wird ganz nebenbei erwähnt, so als ob man es eben hinnehmen muss, da der Tod und das Graue zu Selbstverständlichkeiten des Krieges zählt, die nicht pompös an die große Glocke gehängt werden müssen.

Bölls Erzählungen sind still, nur scheinbar ironisch, in Wirklichkeit aber erschütternd, den Staub, die Trümmer und die Hoffnungslosigkeit und den Verlust beschreibend nach den so großen Erwartungen seit 1933.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 25. Juni 2010
In das Leben der Soldaten und der einfachen Bevölkerung.4 Sterne deswegen,weil ich während des Lesens ab und zu ein wenig verwirrt war aufgrund einzelner Geschichten aber ein Werk das man eigentlich gelesen haben muss!
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. November 2003
"Wanderer kommst du nach Spa..." ist eine 1950 erschienene Sammlung von 25 Kurzgeschichten und somit eines der frühen Werke Bölls. Noch unter dem erschütternden Eindruck des zweiten Weltkriegs schildert Böll in den Erzählungen das ganze schreckliche Ausmaß des Krieges. Böll schrieb für eine Generation, die durch den Krieg um ihre Jugend betrogen worden war, sehr deutlich kommt dies in der Geschichte zum Ausdruck, die dem Band seinen Titel gab und die wohl zu Bölls bekanntesten Kurzgeschichten zählt: "Wanderer kommst du nach Spa..."
Es wird darin die Geschichte eines jungen, verwundeten Soldaten erzählt, der in eine als Lazarett umfunktionierte Schule getragen wird, an ihm gleiten griechische Heldenbüsten und Köpfe antiker Philosphen vorbei und allmählich bemerkt er, dass es sich bei der Schule um seine eigene handelt, die er noch vor kurzem besucht hat, bevor der Krieg ihn mit sich zog. Dass er keine Arme und nur noch ein Bein hat, fällt ihm erst später auf. Er wird in ein Klassenzimmer gelegt und erkennt an der Tafel seine eigene Handschrift, "Wanderer, kommst du nach Sparta, so sage, du habest uns liegen gesehen, wie das Gesetz es befahl." sollte er damals in verschiedenen Schriftarten an die Tafel schreiben, doch die Tafel war zu kurz und es reichte nur zu "Wanderer kommst du nach Spa...". Dieser Satz ist das Zitat des Leonidas, der damals mit 300 Spartanern gegen eine persische Übermacht bis zum Tod kämpfte. Man muss dazu wissen, dass unter den Nationalsozialisten humanistische Bildungsideale mit Nazi-Idelogie verknüpft wurden und so kommt es, dass eben dieses antike ("Helden"-)Zitat Eingang in die Schreibübungen der Nazi-Schulen fand, um die Kinder früh mit dem glorreichen Heldentod bekannt zu machen.
Der junge Soldat liegt schwerverwundet auf einer Trage vor diesem (zerstückeltem) Zitat, die Weisheiten seiner Schulzeit haben sich als Lügen entpuppt, er ist, genauso wie das Zitat, missbraucht und verstümmmelt worden.
Der Kauf des Erzählbandes lohnt sich gerade in unseren Zeiten, in denen etwa versucht wird, die Schrecken des Krieges z.B. mit dem Argument der "intelligenten Waffen" herunterzuspielen. Zudem gehören die 25 Geschichten sprachlich zum besten der deutschen Nachkiegsliteratur.
Lesen Sie den Nobelpreisträger von 1972, lesen Sie Böll!
11 Kommentar| 43 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Mit seinen 25 Erzählungen berichtet Heinrich Böll auf literarische Art und Weise über die "Stunde Null". Weniger wird über Trümmerfrauen oder die Alliierten geschrieben, sondern eher auf die Kriegsbeschädigten, die Verwundeten, die Heimkehrer und die noch stolzen Patrioten eingegangen. Szenen, die auf Minenfeldern, in Lazaretten oder Kneipen spielen sind hier sehr oft vorhanden und beschreiben eher die Nebensächlichkeiten des Krieges im ganz privaten Empfinden und den nicht weltbekannten Gedanken eines Menschen, der den Krieg miterlebt hat. Es wird nicht groß über den "Führer" oder die nationalsozialistische Ideologie berichtet, nicht angeklagt in direkter Weise: Der Krieg hat dies und das angestellt, zertrümmert, getötet; es wird ganz nebenbei erwähnt, so als ob man es eben hinnehmen muss, da der Tod und das Graue zu Selbstverständlichkeiten des Krieges zählt, die nicht pompös an die große Glocke gehängt werden müssen.

Bölls Erzählungen sind still, nur scheinbar ironisch, in Wirklichkeit aber erschütternd, den Staub, die Trümmer und die Hoffnungslosigkeit und den Verlust beschreibend nach den so großen Erwartungen seit 1933.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Mit seinen 25 Erzählungen berichtet Heinrich Böll auf literarische Art und Weise über die "Stunde Null". Weniger wird über Trümmerfrauen oder die Alliierten geschrieben, sondern eher auf die Kriegsbeschädigten, die Verwundeten, die Heimkehrer und die noch stolzen Patrioten eingegangen. Szenen, die auf Minenfeldern, in Lazaretten oder Kneipen spielen sind hier sehr oft vorhanden und beschreiben eher die Nebensächlichkeiten des Krieges im ganz privaten Empfinden und den nicht weltbekannten Gedanken eines Menschen, der den Krieg miterlebt hat. Es wird nicht groß über den "Führer" oder die nationalsozialistische Ideologie berichtet, nicht angeklagt in direkter Weise: Der Krieg hat dies und das angestellt, zertrümmert, getötet; es wird ganz nebenbei erwähnt, so als ob man es eben hinnehmen muss, da der Tod und das Graue zu Selbstverständlichkeiten des Krieges zählt, die nicht pompös an die große Glocke gehängt werden müssen.

Bölls Erzählungen sind still, nur scheinbar ironisch, in Wirklichkeit aber erschütternd, den Staub, die Trümmer und die Hoffnungslosigkeit und den Verlust beschreibend nach den so großen Erwartungen seit 1933.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
Mit seinen 25 Erzählungen berichtet Heinrich Böll auf literarische Art und Weise über die "Stunde Null". Weniger wird über Trümmerfrauen oder die Alliierten geschrieben, sondern eher auf die Kriegsbeschädigten, die Verwundeten, die Heimkehrer und die noch stolzen Patrioten eingegangen. Szenen, die auf Minenfeldern, in Lazaretten oder Kneipen spielen sind hier sehr oft vorhanden und beschreiben eher die Nebensächlichkeiten des Krieges im ganz privaten Empfinden und den nicht weltbekannten Gedanken eines Menschen, der den Krieg miterlebt hat. Es wird nicht groß über den "Führer" oder die nationalsozialistische Ideologie berichtet, nicht angeklagt in direkter Weise: Der Krieg hat dies und das angestellt, zertrümmert, getötet; es wird ganz nebenbei erwähnt, so als ob man es eben hinnehmen muss, da der Tod und das Graue zu Selbstverständlichkeiten des Krieges zählt, die nicht pompös an die große Glocke gehängt werden müssen.

Bölls Erzählungen sind still, nur scheinbar ironisch, in Wirklichkeit aber erschütternd, den Staub, die Trümmer und die Hoffnungslosigkeit und den Verlust beschreibend nach den so großen Erwartungen seit 1933.

~Bücher-Liebhaberin~
0Kommentar| Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 1. August 2005
Ich bin erst durch die hervorragenden Kriegsromane Bölls zu seinen Kurzgeschichten gekommen, und war im ersten Augenblick enttäuscht. Die besseren Geschichten liegen eindeutig in der zweiten Hälfte.
Es stimmt zwar, dass es Böll immer wieder schafft, Empfindungen und Gedanken auf wenige Seiten zu komprimieren, allerdings geschieht das bei den ersten Geschichten eindeutig zu stark. Sie sind vielmehr Momentaufnahmen ohne jede Entwicklung oder Höhepunkt, in der ein Erzähler nur eine Situation
beschreibt oder einen Gedanken hin und her wendet. Viele Geschichten enden abrupt, und man fragt sich „War das schon alles?". Zusätzlich bedient sich Böll zeitweilig einer schalen Soldatenromantik („Der Sherry war großartig! Ein süßes Feuer floss in mich hinein und ich vergaß diesen dreckigen Krieg."), die ich von einem Anti-Kriegs-Autor seines Format nicht erwartet hätte.
Nach der Hälfte des Buches geschieht jedoch ein enormer Aufschwung: Die Geschichten werden länger, die Situationen greifbarer, die Sprache reifer. Die intensive Titelgeschichte ist nur ein Beispiel.
Die zweite Hälfte hat eindeutig das Buch für mich gerettet und ich kann es guten Gewissens weiterempfehlen. Allerdings bleibe ich dabei, dass man Bölls Kurzgeschichten in keinem Fall auf eine Stufe mit seinen Kriegsromanen stellen kann.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 3. November 2004
60 Jahre nach Ende des 2. Weltkrieges erscheint die Depression der Kriegsheimkehrer kaum noch nachvollziehbar für einen heute 30-Jährigen. Ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass meine Eltern oder deren Bekannten je oder regelmäßig ein so düsteres, abstoßendes Bild der Kriegs- und Nachkriegszeit gemalt hätten. Ein verstörendes Buch, voll dunkler Farben, negativer Gefühle, Gleichgültigkeit und Verzweiflung.
Wenn das große Literatur ist, dann sollte die Frage gestattet sein: Für welche Generation ?
22 Kommentare| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden

Haben sich auch diese Artikel angesehen

10,00 €

Brauchen Sie weitere HilfeHier klicken