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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
73
4,4 von 5 Sternen
Format: Taschenbuch|Ändern
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am 29. März 2013
Deutschland nach dem Krieg. Die Löcher der Bomben wurden gestopft, die Wirtschaft brummt wie ein geölter Motor,
sogar die gesellschaftliche Ordnung ist wiederhergestellt.

Die Schuld, sie ist allgegenwärtig. Wie kann es sein, dass alle einfach weitermachen,
dass die alten Nazis sich jetzt Katholiken und Philanthropen nennen?
Klafft nicht in ihrer Mitte ein gigantisches Loch der verlorenen Menschlichkeit?
Gibt es überhaupt ein weiter nach dem Ende? Ein Spiel - es ist alles ein Spiel,
alles Fassade und keinen stört's, außer Hans.
Hans ist Clown, Hans kann nicht so weitermachen, für Hans ist immer noch alles kaputt.

Er ist ein Opfer, ein Clown. Schlimmer noch, ein gescheiterter Clown, kann das Spiel nicht mitspielen, auf das sich
alle stillschweigend geeinigt haben und ist er nicht eigentlich der Gute, der einzig Vernünftige. Er lässt sich von
der Welt zerstören, vernichten, nur um ihr zu zeigen, dass sie immer noch genauso grausam ist wie früher.
Sein Gesicht, die Maske, sie ist ein Spiegel, in dem die Welt sich selber sehen soll.

Inmitten dieses Wahnsinns hat er seine Heimat verloren, irrt umher und hält es nicht aus, dass die Welt sich noch
dreht und das seine Gefährtin, seine Liebe, beschlossen hat, zurück zu den Heuchlern zu gehen und überhaupt:
Schulden sie ihm nicht alle noch etwas, zumindest Geld? Dafür, dass er das Leid der Welt ganz alleine trägt?
Das er als Einziger nicht so weitermachen kann, als wäre nichts passiert?

Ein Sammler auf verdorrtem Boden. Kein Grün in Sicht. Keine Hoffnung und nur eine dünne Maske aus Schminke, die ihm von
dem Wahnsinn der Welt trennt, in der er lebt.
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am 16. Februar 2014
Über Heinrich Böll und sein Werk scheint alles gesagt, ein Schriftsteller, dessen Schaffen stark an die längst abgeschlossene Nachkriegsepoche gebunden ist, heißt es häufig aus mehr oder weniger berufenem Munde. Böll stand in den 60ern auf jedem "Speiseplan" eines jeden Gymnasiums. Der Verfasser musste "Billard um halb zehn" oder "Ansichten eines Clowns" lesen. Letzteres hat er sich damals geschenkt, völlig zu Unrecht, wie nicht erst heute deutlich wird. Schriftstellerische Gesellschaftskritik, vor allem am selbstverlogenen Katholizismus ( etwa nicht aktuell ?) und subtil verarbeitetes Innenleben des selbst komplex strukturierten Protagonisten ist auch heute in der Literaturszene nicht selbstverständlich. Ist Bölls gesellschaftliche Kritik nicht unmittelbarer Vorläufer der 68er Epoche ? Bei ihm werden die Probleme deutlicher kenntlich als zum Beispiel bei dem hoch gelobten und wahrhaft auch famosen Wolfgang Koeppen. Auch die ( literarische) Abrechnung mit den Nazis ist, wie wir wissen, auch heute noch ein aktuelles Thema. Es gibt also gute Gründe, Böll mit seinem Hans Schnier nicht nur in das Nachkriegs-
Literaturkästchen zu verlegen. Auch das sei gesagt, weil es oft zu kurz kommt: der feine Humor Bölls, der sich wie ein roter Faden durch fast jede Zeile des Buches zieht, ist einfach köstlich! So, wenn er voller Unbehagen daran denkt, wie seine Ex-Geliebte "die Sache" mit seinem Nebenbuhler vollzieht, ja, die Sache...
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TOP 100 REZENSENTam 11. Mai 2016
In die Zeit meiner Jugend platzte dieser leise Roman und ließ mich verstört zurück. Waren das Wirtschaftswunder, der Katholizismus, die Überwindung des Krieges... war das alles vielleicht doch nicht so in Ordnung, wie stolz von oben, von sämtlichen Kanzeln verkündet? Wonach sollte man streben, wozu für die Elite-Karriere büffeln, wenn Bölls Welt die wahre Wirklichkeit war?
Als ich noch meine Gedanken zu ordnen versuchte, platzte die von Böll geahnte Realität wie eine Bombe: Studentenprotest, Vietnam-Demonstrationen, Chinas Kulturrevolution - da waren so viele, die den vom Clown entlarvten Schein nicht mehr hinnehmen wollten. Heinrich Böll erwies sich als Prophet der Zeiten, die da kommen mussten, wenn die Welt nicht noch einmal so katastrophal untergehen sollte, wie gerade eben geschehen.
Dr. Rüdiger Opelt, Autor von "Die Macht der schwarzen Magier. Das Jahrhundert der Diktatoren."
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am 18. Dezember 2016
Eine sehr gute Geschichte über einen Clown der in seinem Leben um vieles kämpfen muss.
Hab das Buch im Rahmen meiner Schulzeit lesen müssen und muss sagen ich würde es nochmal lesen .
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am 15. August 1999
Bölls Roman von den „Ansichten eines Clowns" erzählt in 25 monologische Kapiteln das Geschehen von zwei Stunden aus der Sicht einer einzelnen Person. In diesen zwei Stunden führt der Protagonist des Romans, der Clown Schnier, im wesentlichen Telefongespräche, um sich Geld zu borgen und zu erfahren, wo seine frühere Geliebte ist. (Diese hat ihn verlassen und einen anderen geheiratet.) In die Schilderungen fließen assoziativ verknüpfte Erinnerungen hinein, die bis in den Zweiten Weltkrieg reichen. Böll benutzt dabei in der Regel eine recht einfache Sprache und bedient sich umgangssprachlicher Ausdrücke. Mit oftmals auch sehr bissiger Ironie kritisiert er sowohl die gesellschaftlichen und politischen als auch die geistigen und religiösen Verhältnisse, die zum Zeitpunkt des Entstehens (1962) in der Bundesrepublik herrschen. Dabei kritisiert er besonders den Egoismus, die Oberflächichkeit und die Unaufrichtigkeit des Menschens. Da sich die Menschen in diesem Land aber auch nach Erscheinen des Buches nicht wesentlich geändert haben, ist die Kritik heute noch so aktuell wie damals und somit hat auch dieses Buch nichts an Aktualität verloren. Gut geschrieben ist es allemal und somit des Lesens wert. (Dies ist eine Amazon.de an der Uni-Studentenrezension.)
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am 14. Juni 1999
Hans Schnier, von Beruf Clown, tingelt als freischaffender Künstler durch die frühe Bundesrepublik. Das Buch setzt ein, als Marie, seine erste und letzte große Liebe, ihn verläßt. In der Hoffnung, sich selbst und Marie wiederzufinden, kehrt er mit dem letzten Geld, das er besitzt, in seine Heimatstadt Bonn zurück. Einsam, depremiert und sich nach Marie verzehrend, trifft er im katholischen Bonn unweigerlich auf die eigene Vergangenheit. Da sind jene Tage im reichen Elternhaus, an denen die Kinder hungrig zu der Köchin schleichen, um sich Kartoffeln kochen zu lassen. Die Luft ist von Geiz geschwängert, der Vater poussiert mit einer Geliebten.
Schnier telefoniert mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Ein rettendes Ufer ist nicht in Sicht, Geldbörsen und Herzen sind eng zugespannt. Die ein- und ausfahrenden Züge des Bonner Bahnhofs werden zum Symbol der Hoffnunglosigkeit,- der Clown sitzt mit der Gitarre auf der Straße und bettelt. Alles Züge, in die er nicht einsteigen kann...
Ein großartiges Buch. Die Geschichte einer Jugendliebe, die Geschichte gelebter Träume im konservativen Kleinstadtmilieu. Und das bringt den Künstler zu Fall. Der Augenblick wird zur Ewigkeit und der Protagonist mutiert zum Zyniker. Ist ein Mensch wie Schnier lebensunfähig?
Der schöne Schein der Wohlstandsrepublik ist angekratzt. Böll hat einen klaren Blick und viel Sympathie für den Individualisten, den Nichtangepaßten. Mutig, tolerant, einfühlsam. Ebenso wir andere Bücher Bölls.
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HALL OF FAMEam 18. Mai 2009
Der Clown Hans Schnier ist nicht besonders lustig: Für jedes Problem in seinem Leben findet er den Schuldigen ' und das ist niemals er selbst. Heinrich Böll hat mit ihm eine Figur geschaffen, die sich gegen ihre Umgebung wendet und dieser eine Menge böser Absichten unterstellt. In manchen Fällen scheint diese Unterstellung zuzutreffen, in anderen wirkt sie mutwillig. Was Schnier bleibt, sind Wut und Resignation: Wut auf die Umstände, die sein Leben zerstört haben; Resignation angesichts der scheinbaren Übermacht seiner Gegner. Bei aller Leidenschaftlichkeit findet sich in seinen Anklagen doch ein wahrer Kern: Sie zeichnen ein facettenreiches Bild einer Zeit, in der strenge Moralvorstellungen und der 'katholische Klüngel' das gesellschaftliche wie das private Leben entscheidend mitbestimmten. Bölls Kritik an der Vermischung von persönlichem Glauben und Politik ist in einer Zeit, in der christliche Werte als Gegenbild zur islamistischen Bedrohung bemüht werden, in der über Kopftücher und Kruzifixe gestritten wird und der Papst seinen Einfluss in der Weltpolitik geltend macht, genauso aktuell wie vor 50 Jahren.
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am 6. Juli 2011
Wäre die Zeit eine andere gewesen - nicht so nahe am zweiten Weltkrieg -, hätte Böll schon für dieses Werk den Nobelpreis verdient. Wie mit einem Skalpell seziert er die deutsche Nachkriegsgesellschaft, ihre doppelbödige Religiosität und das Nachschwingen des Nationalsozialismus.
Dabei wählt er als Protagonisten den Vertreter eines für mich ganz und gar untypischen Berufs im Deutschland der Sechziger: einen Clown. Wie dieser sein eigenes Leben, seine Familie und die schwierige Beziehung zu seiner Frau reflektiert, gehören für mich zu den ganz großen Werken der deutschen Literatur.
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VINE-PRODUKTTESTERam 6. September 2012
Im Sommerurlaub ist mir Heinrichs Bölls Roman in einer Buchhandlung wieder in die Hände gefallen ... erst beim Lesen war mir aufgefallen, dass er schon lange bei mir zuhause im Schrank steht - und ich ihn vor gut 25 Jahren als Student schon einmal gelesen hatte.

Über den Inhalt muss nicht mehr viel gesagt werden. Schon als jungen Menschen hatte mich dieser Roman beeindruckt.
Nun zur aktualisierten Meinung:

+ meisterhaft erzählt, immer noch fesselnd und lesenswert
+ natürlich muss dem Leser mit dem geschichtlichen Hintergrund was anzufangen wissen. Aber auch im Jahre 2012 beeindruckt die parabelhafte Geschichte als Spiegel der Gesellschaft und menschlicher Eigenheiten und Schwächen
+ schonungslos, bissig und entlarvend, auch wenn eigentlich eine wunderbare, wenn auch traurige Liebesgeschichte erzählt wird
+ in manchen Passagen erinnerte mich der Roman dieses Mal an J.D. Salinger "Fänger im Roggen", das 1951 erschienen war. Hans Schnier zuzusagen als älterer Bruder von Holden Caulfied, der mit der Gesellschaft und dem späten Erwachsenwerden eben nicht zurecht kommt. Auch in Bölls Roman wimmelt es nur so von "Phoney's"
+ etwas nebensächlich: ganz praktisch ist die Einteilung in 25 Kapitel zu je gut 10 Seiten im Urlaub. Kompakte Lesehappen für Zwischendurch, auch wenn der Böll wieder in wenigen Tagen gelesen war.

Alles in allem weiterhin einer DER Klassiker der deutschen Literatur. Sollte wirklich in keinem Bücherschrank, der etwas mehr Anspruch als einen Mallorca Reiseführer hat, fehlen!
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TOP 1000 REZENSENTam 27. Mai 2013
«Ich glaube, dass kein Buch so missverstanden worden ist wie die Ansichten eines Clowns. Es war eigentlich nur eine Liebesgeschichte, wirklich nicht mehr.» Darf man als Leser dem Autor widersprechen? Und dem Großkritiker Reich-Ranicki gleich mit, der vom «Alltag einer Liebe» sprach? Ich meine ja, denn für mich ist dieser berühmte Roman von Heinrich Böll keine Liebesgeschichte, es wäre nämlich eine lausig schlechte. Es geht um viel mehr in diesem Roman, die Liebe spielt keinesfalls die Hauptrolle, und wenn Böll das anders sieht, dann hat er das Grandiose in seinem Werk ungewollt und unbewusst geschaffen. - Was ja nicht weiter stört beim Lesegenuss!

Schon der Buchtitel spricht doch Bände: Es geht um Ansichten, also Subjektives, dem in der Regel andere Meinungen gegenüberstehen, was Streit bedeutet. Und es geht um einen Clown, eine komische Figur mithin, der immer auch Tragik anhängt, wo Lachen und Weinen zusammengehören, wie jeder weiß, der mal im Zirkus war. «Ich bin ein Clown», lässt Böll seinen Helden sagen, «und ich sammle Augenblicke». Und so ist es denn auch diese sehr spezielle Perspektive eines gesellschaftlichen Außenseiters, die entlarvend und anklagend zugleich ist und einem die Augen öffnet für die alltägliche Unmenschlichkeit, gestern wie heute, für das permanente Versagen Derjenigen, die Gottes Ebenbild sind, wie wir uns einreden lassen von der Bibel. Das ist Thema dieses Romans, nicht die Liebe zwischen Mann und Frau!

Fünfzig Jahre nach seinem Erscheinen ist Bölls Roman als hintersinnige Parabel auf die Gnadenlosigkeit der menschlichen Gesellschaft immer noch unvermindert gültig und nach wie vor ergreifend. Konformismus, Oberflächlichkeit, Scheinmoral, Heuchelei und Verlogenheit seiner Mitmenschen machen Bölls Protagonisten Hans Schnier, Clown von Beruf, wütend und angriffslustig, aber auch zutiefst melancholisch in einer Geschichte, die kein gutes Ende nehmen kann, das merkt der Leser schon am Anfang sehr deutlich. In der Ich-Perspektive, mit einfachen Worten und ohne komplizierte Syntax erzählt, in wenigen Stunden eines einzigen Nachmittags sich ereignend, zeigt uns der Roman in vielen Rückblenden, oft in Form ausgedehnter innerer Monologe, die Geschichte einer nur wenige Jahre andauernden Beziehung zwischen Hans und seiner Marie, eine von ihrer Umgebung argwöhnisch betrachtete, außereheliche Liaison, gemischt konfessionell obendrein.

Als Roman, was die Rezeption anbelangt, leicht verständlich also, schwer verdaulich allerdings, was die Thematik betrifft. Denn es gelingt dem begnadeten Erzähler Böll, dass der Leser sich, ungewollt und unbewusst zunächst, mit seinem Protagonisten identifiziert, die gleiche Ohnmacht spürt wie er, genau so leidet an der Lieblosigkeit und Gedankenlosigkeit vieler Mitmenschen, am damals wie heute fragwürdigen Zeitgeist, am Tanz ums Goldene Kalb. Getroffene Hunde bellen, und so war denn der Aufschrei der Katholiken im Erscheinungsjahr 1963 entsprechend laut, denn jede Form von Doppelmoral, die ganze verlogene Religiosität entlarvt Böll äußerst gekonnt aus einer ironisch-sarkastischen Perspektive. Als kleines Beispiel sei der ehrwürdige, hochangesehene Prälat genannt, in dessen Haus gleich mehrere gestohlene Madonnen stehen. Und dass der Hund am Wahlplakat der CDU sein Bein hebt und nicht nebenan bei der SPD, das kann doch auch kein Zufall sein. Trotz aller Tragik gibt es also öfter Grund zum Schmunzeln für den Leser dieses grandiosen Romans. Wenn am Ende der Clown als bettelnder Straßenmusikant am Bahnhof sitzt, ist er nicht gescheitert, sondern ist er selbst geblieben, hat sich nicht verbiegen lassen, allen Widrigkeiten zum Trotz. Respekt, das muss ihm erst mal einer nachmachen!
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