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Kundenrezensionen

4,4 von 5 Sternen
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am 9. April 2016
Anfangs liest es sich ein bißchen trocken und sehr auf Daten und Zahlen gestützt.Wer die ersten 1-2 Kapitel durchhält, wird dafür umso mehr belohnt: Sarrazin zeigt kulturhistorische Zusammenhänge auf, setzt sich etwa kritisch mit Religionen und Heilsbringern auseinander - und das alles in zwar anspruchsvoller, aber auch witzig-ironischer Weise.

Seine feinen Anspielungen und sein immenses, breites Wissen haben mich beim Lesen immer wieder sowohl beeindruckt als auch schmunzeln lassen. Fazit: Ein richtig gutes Buch, das jeder lesen sollte, der eigenes unabhängiges Denken noch nicht aufgegeben hat!
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am 14. September 2014
Man muss den Autor nicht mögen, seine Ansichten teile auch ich nicht alle. Aber neben der Selbstbeweihräucherung in dem Buch hat er auch viele Fakten angeführt die einen zum Nachdenken anregen. Die Manipulationen durch die Presse sind nachvollziehbar und zeigen erschreckend auf wie manipulierbar wir sind wenn es um Tabuthemen geht. Politisch "unkorrekte" Wahrheitsberichte werden gerne plattgemacht oder die Schreiber diffamiert, nicht nur wenn man Sarrazin heißt. Schlimme Zustände in manchen Gegenden dann als "Vorurteile" zu verharmlosen ist ja heute schon allgemein üblich in der Presse wenn es um bestimmten Gruppen geht, halt Tabuthemen. Ein lesenswertes Buch was zum Nachdenken anregt, auch wenn man die Meinungen nicht teilt. Man sollte sich der Macht der politisch gesteuerten Presse hier bewusst werden.
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am 7. Februar 2015
Das Buch erschien vor der Ukraine Berichterstattung und vor der Pegida Berichterstattung. In beiden Fällen gab es ein eklatantes Auseinanderklaffen der Meinung der Medien / Politik auf der einen Seite und der Meinung sehr sehr großer Teile des Volkes auf der anderen Seite. Bei diesen beiden Medien Exzessen wurde vielen Menschen bewußt: Die Medien vertreten teils mit aller Macht Standpunkte gegen das Volk. Wieso? Dürfen die das? Was ist das für eine Welt? ... Dieses Buch von Sarrazin gibt Antwort.

Die Kernaussage des Buches:

Die Medien bestimmen das Meinungsbild. Die Meinungsfreiheit geht so weit wie die Medien es vorgeben. Es gibt medienbestimmte Tabus (z.B. ungeregelte Massenzuwanderung). Kein Politiker der etablierten Parteien besetzt diese Tabus, weil es das sicher Ende seiner Kariere bedeuten würde. Die Politiker haben deswegen auch keine Konzepte dafür und meiden das Thema aus Angst. Spricht jemand das Thema an, so ist er medial vogelfrei. Es gelten keine journalistischen Regeln mehr. Alles ist erlaubt. Verdrehen, Häme, Spott, persönliche Angriffe und Lüge. Sachliche Auseinandersetzung findet nicht statt und ist auch nicht nötig.

Wie man das Buch lesen sollte:

Eigentlich reicht es die erste Hälfte des Buches zu lesen. Dort beschreibt er sehr schön die Funktionsweise der Medien. Es gehen einem angesichts der aktuellen Berichterstattung viele Lichter auf und man versteht das dahinterstehende System. In der zweiten Hälfte stellt er dann die Denkweise der (mehrheitlich linken) Medien dar und setzt sich damit auseinander. Das ist dann schon sehr politisch. Aber auch interessant

Das fand ich beeindruckend :

Er sagt z.B. auch, dass selbst er, der jahrzehntelang in der Politik war, das Medienprinzip nicht voll durchschaut hat. Sehr schön seine Aussage: Noch 4 Monate nach der Buchveröffentlichung war ich der irrigen Meinung, es ginge um eine sachliche Auseinandersetzung mit den Inhalten des Buches (Deutschland schafft sich ab).

Fazit:

In Kombination mit seinem großartigen Buch "Deutschland schafft sich ab." eine klare Kaufempfehlung!
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"Wenn sich die Wirklichkeit dem eigenen Denkmuster nicht fügen will, werden auch in seriösen Zeitungen notfalls die Gesetze der Statistik auf den Kopf gestellt." (12) Thilo Sarrazin erläutert, was er damit meint. Das "eigene Denkmuster" in diesem Sinne ist die von den Medien verbreitete gesellschaftlich opportune Meinung, welche im Dienste einer höheren moralischen Wahrheit zu stehen scheint. Wer hiervon abweicht, gilt als Provokateur. Meinungsvielfalt, wie sie in der Medienlandschaft vor 30 Jahren noch üblich war, ist heute nicht mehr vorhanden.

Autor Sarrazin beschäftigt sich mit diesem Phänomen. Er untersucht den Begriff Meinungsfreiheit, berichtet über eigene Erfahrungen mit Meinungsherrschaft und analysiert Meinungsbildungsprozesse. Er resümiert, dass die meisten Menschen (auch gegen besseres Wissen) Mehrheitsmeinungen von Gruppen annehmen, zu denen sie selbst gehören. Dieses Phänomen wurde hinlänglich psychologisch untersucht und ist allgemein bekannt. Offensichtlich fehlt es an kritischer Selbstreflexion bzw. an Mut, eine eigene (individuelle) Meinung zu vertreten.

Sarrazin untersucht vierzehn Axiome des Tugendwahns im Deutschland der Gegenwart. Damit stößt er eine gesellschaftliche Debatte an, die von Politik und Medien gern ausgeblendet wird, jedoch überfällig ist. Die Axiome sollten gründlich gelesen und kritisch reflektiert werden. Es mangelt heute an sachlich geführten offenen Diskussionen, ohne dass gleich die moralische Keule geschwungen oder massiver Druck ausgeübt wird.

Das Buch ist ein Plädoyer für Meinungsfreiheit und gegen Gleichmacherei. "Urteilen soll dann der Leser ... welche Position ihn jeweils mehr überzeugt." (342) Der Autor verkündet nicht "die Wahrheit", denn "die Wahrheit" gibt es nicht. Wir konstruieren unsere eigenen Wirklichkeiten. Die Medien (i.V.m. der Politik) haben die Rolle übernommen, die Meinungen in eine bestimmte Richtung zu biegen. Auffallend ist, dass diese publizierten Meinungen, so einheitlich und einvernehmlich sie auch wirken, oftmals nicht mit den Meinungen der Bürgerinnen und Bürger des Landes übereinstimmen. Notwendig für einen ausgewogenen Meinungsbildungsprozess sind vielschichtige Informationen und offene Diskussionen. Nur so funktioniert Demokratie.
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am 1. Dezember 2016
Der Autor ist mir schon seit den 80er Jahren kein Unbekannter, als er - zusammen mit anderen - an drei Bänden mitwirkte "Kritischer Rationalismus und Sozialdemokratie" Kritischer Rationalismus und Sozialdemokratie I veröffentlicht zwischen 1975 und 1982. Der quasi dritte Band lautete: "Theorie und Politik aus kritisch-rationaler Sicht" (1978) Theorie und Politik aus kritisch-rationaler Sicht
In diesem Tugend-Terror Buch hat Sarrazin offenbar seine Lehren gezogen aus der Hetz-Kampagne, die gegen ihn geführt wurde, als er sein Buch veröffentlichte: Deutschland schafft sich ab.Deutschland schafft sich ab: Wie wir unser Land aufs Spiel setzen.
Ich finde das Tugend-Terror Buch in vielerlei Hinsicht lehrreich - vor allem, was die Grenzen der Meinungsfreiheit in 'unserer Demokratie' anbelangt und ich kann nix finden, was mich daran stört!
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am 27. April 2014
für jeden, der sich Gedanken über den zunehmenden Meinungsterror macht und darüber, wie diesem begegnet werden kann. Für jeden, der noch an eine freie Presse in Österreich und Deutschland glaubt, ebenfalls. Erst recht für jeden, dem Demokratie keine Begriffshülse, sondern ein Anliegen ist.
Ich nehme vorweg, dass ich bei der Rezension des Buchs Parteipolitik nicht ausklammern kann; es ist nicht möglich, jene nicht zu benennen, die für den Meinungsterror verantwortlich sind. Wobei für mich "Meinungsterror" und "Tugendterror" weitgehend synonym sind.
Sarrazin schreibt in sehr gutem Deutsch, zeigt sich hochgebildet und kann auch für ebenfalls gebildete Menschen Neues bringen.
Eigentlich war seine Aufgabe, nämlich die Dogmen der Tugendterroristen zu widerlegen, gar nicht so schwierig: diese Thesen, mathematisch würde man sie Axiome nennen, sind überwiegend derart unlogisch und jeder neutralen wissenschaftlichen Forschung widersprechend, dass sie eigentlich niemand, der seinen Verstand benutzt, einer Erwähnung wert finden sollte. Doch: diese mit geradezu religiöser Inbrunst verbreiteten Lehren finden sich in den Mainstream - Medien als "Wahrheiten", was wie bei allen religiösen oder quasireligiösen Behauptungen bedeutet, dass derjenige, der sie infrage stellt, ein Ketzer ist.
Wobei die Mainstream - Medien die Methode des unseligen Goebbels (auch anderer historischer Personen) verwenden: wenn man eine Unwahrheit hinreichend oft wiederholt, wird sie zur Wahrheit.
Früher verbrannte man Ketzer auf dem Scheiterhaufen. Würden Grüne vielleicht auch heute noch tun, doch klappt das nicht. Somit bleibt nur der mediale Scheiterhaufen, den Sarrazin nach Herausgabe von "Deutschland schafft sich ab" kennenlernen musste. Dabei taten sich nicht nur intellektuell Unterprivilegierte hervor, auch Frau Merkel, die immerhin Physik studiert hat, gab, ohne das Buch gelesen zu haben, ein Urteil ab, das sich nach ihrer eigenen Aussage auf einen Artikel in der "Bild Zeitung" (schrecklich, oder nicht ?) stützte, ab. No comment.
Ich finde, dass Sarrazin nicht so sehr Thesen, als vielmehr Fakten in seinem Buch präsentiert. Fakten, die überprüfbar sind und von den "politisch Korrekten" nur mit noch abenteuerlicheren Thesen als üblich angezweifelt werden können.
Etwa, dass es zwischen einzelnen Menschen und Gruppen von Menschen Unterschiede, oft sehr deutliche, gibt. Diese Tatsache festzustellen, bewirkt bei den Tugendterroristen einen "Rassismus" - Aufschrei. Nun, es gibt bei Menschen wie jeder anderen Spezies genetische Unterschiede. Wissenschaftlich klar, doch steht diese Tatsache im Gegensatz zur "Religion" der Meinungsterroristen und wird daher geleugnet.
In der neueren Geschichte gibt es gute Beispiele dafür, dass dort, wo der Glaube an eine Ideologie verpflichtend war, Fakten dieser Ideologie geopfert werden und dafür völlig unwissenschaftliche Thesen geglaubt werden mussten. Die Nazis und die Stalinisten sind ein historisches Beispiel, m.E. liefern die - meist grünen - Tugendterroristen ein aktuelles.
Die Tabuisierung von Worten gibt den Meinungsterroristen eine praktische Waffe in die Hand. Man sagt "Neger" oder "Zigeuner" ? Klarer Fall von Rassismus. Martin Luther King war offenbar Rassist: er sprach grundsätzlich von "negroes".
Das ist "Bedeutungswandel". Den haben, so er überhaupt existiert, die "politisch Korrekten" bewirkt. Klar, wenn man einer Gruppe von Menschen jahrelang einredet, dass die für sie vorherrschende Gruppenbezeichnung beleidigend ist, glauben es schließlich viele.
Der Hauptangriffspunkt für Sarrazin ist mit Recht das Dogma von der Gleichheit aller Menschen. Das ist so unwissenschaftlich und dumm, dass es wahrhaft leicht angreifbar ist. Leider bewirkt dieses Dogma , da es im Mainstream verkündet und von Politikern, nicht nur der Linken, akzeptiert wird, schwere Schäden: in Schulen werden die Intelligenteren und Fähigeren zugunsten der Minderbegabten diskriminiert, weil "nicht sein kann, was nicht sein darf". In der Gesellschaft werden die Intelligenten, Tüchtigen und Fleißigen zunehmend diskriminiert und ihr Steuergeld wandert zu den angeblich Gleichen, die nichts zustande bringen.
Ergebnis: bei internationalen Vergleichen fällt Europa dramatisch zurück, die Spitzenresultate bei Schultests finden sich in Hongkong, Singapur, Südkorea, Shanghai. Klar.
In Frankreich, wo der Gleichheitswahn besondere Ausmaße hat (und die Ergebnisse der Schüler besonders schlecht sind) hat dies beispielsweise dazu geführt, dass man in einer früheren Eliteschule für politische Bildung, nachdem man die Vorteile von Kandidaten, die begabter waren und aus gebildeten Familien stammten, nicht und nicht eliminieren konnte, die Aufnahmsprüfung einfach abgeschafft hat.
So geht es auch. Zum Schaden des Landes natürlich.
Übrigens Frankreich: ich habe einmal einen Französischaufsatz mit dem Titel "liberté, égalité, fraternité" (das steht am Kopf jedes Erlasses in Frankreich) geschrieben und logisch begründet, dass "liberté" und "égalité" einander ausschließen. Fein, dass Sarrazin dies ebenfalls aufzeigt, auch mit Hinweis auf andere Quellen.
Zurück zum Buch: Sarrazin argumentiert auf hohem Niveau, mit nachprüfbaren Fakten, er verletzt damit die Prinzipien der Ideologie der selbst ernannten "politisch Korrekten".
Die könnten natürlich diskutieren und argumentieren. Das tun sie nicht. Wenn Sarrazin auftritt, kommen die Linksfaschisten mit ihren grölenden gewaltbereiten Trupps und versuchen, oft erfolgreich, die Veranstaltung zu verhindern. Zuletzt geschehen in Berlin am von Claus Peymann geführten Theater. Der Bürgermeister des Bezirks hat sich nachher nicht über den Pöbel alteriert, sondern über Sarrazin.
Ein Auftritt Sarrazins bei "Menschen für Meischberger" im ARD und ein Interview mit dem Rundfunk Berlin-Brandenburg wurden abgesagt. Die Vertreter des grünversifften Mainstreams werden nervös und bestätigen Sarrazins Behauptungen.
Dass diese Leute Sarrazins Thesen beweisen, begreifen sie selbst in ihrer Beschränktheit nicht.
Dass Verrisse seines Buchs von Leuten, die es nicht gelesen haben, in dieselbe Richtung gehen, kapieren die organisierten "Rezensenten" wohl auch nicht.
Daher: lesen und sich darüber Gedanken machen, wie die Meinungsfreiheit vielleicht noch gerettet werden kann. Wird nicht leicht sein
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am 24. August 2014
Nachdem ich das Buch auf das Sarrazin sich hier bezieht (Deutschland schafft sich ab ) gelesen habe und ich seinen Thesen nur voll zustimmen konnte, war ich sehr gespannt auf dieses Buch.
Und ich wurde nicht enttäuscht !
Glasklare Analysen, natürlich mit persönlichem 'Touch', schließlich zieht der Autor seine neuen Aussagen unter anderem an seinem vorherigen Buch hoch.
Daß er die ganzen Kränkungen, Beleidigungen und Häme, die er erfahren hat, erwähnt, ist nicht nur verständlich, sondern auch sehr aufschlußreich, denn genau daran sind die Machenschaften der 'Meinungsindustrie' sehr gut zu erkennen.
Und daß wir eine 'Gutmenschen-Diktatur' haben, das sollte inzwischen den meisten aufgefallen sein.
Dennoch erschreckend, mit welchen Methoden immer noch (oder wieder ) gearbeitet wird. Fälschungen, Falschaussagen, persönliche Beleidigungen und Attacken ... den Meinungsmachern ist - immer noch - jedes Mittel recht.
Wer bestimmte Medien mit offenen Augen liest, kann das alles sehr gut nachvollziehen.
Jeder von uns kann ähnliche Erfahrungen machen wie Sarrazin mit seinem Buch, wenn er seine nicht konforme Meinung laut äußert. Und das weiß auch jeder.
Nur sagen will es dann schon wieder keiner ... die Diktatur funktioniert ...
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am 25. April 2014
In meiner Kindheit wurden Kritiker schnell zu Volksfeinden erklärt und grausam vernichtet. Auch in der DDR konnte man als Klassenfeind abgestempelt und verfolgt werden. Herr Sarrazin zeigt sehr anschaulich, dass es auch jetzt mit der Freiheit nicht so weit her ist. Zwar werden Menschen nicht mehr mit Gewalt ausgeschaltet, aber durch geschickte Diffamierung gelingt es doch unangenehme Kritiker ruhig zu stellen. Dies ist zwar nicht mehr so brutal, aber mit Freiheit hat das auch nichts zu tun! Kritische Stimmen zu Europa, zum Euro , zum Klimawahnsinn, zur US-Außenpolitik werden sie in unserer Presse und im Fernsehfunk nicht finden.Hier ist alles alternativlos!
Auch zum Thema Gleichmacherei stimme ich Herrn Zarrazin zu. Menschen sind nicht gleich! Jeder hat unterschiedliche Fähigkeiten, unterschiedliche Begabungen, unterschiedlich Interessen, unterschiedliche Kenntnisse und so weiter. Man sollte nicht versuchen die Menschen gleich zu machen, sondern sollte jedem Menschen die Möglichkeit bieten sich zu entwickeln wie er es will und kann. Nicht stimme ich der Aussage zu, dass Reichtum vorrangig durch Leistung entsteht. Ich achte jeden Menschen der besondere Leistungen vollbringt. Selbstverständlich verdient er dadurch auch besondere Bezahlungen. Jeder kennt jedoch aus dem Geschichtsunterricht wie früher die Herrschenden zu ihrem Besitz kamen und jeder erlebt heute wie skrupellose Menschen ihre Mitbürger ausplündern. Auf Beispiele verzichte ich, dazu reicht der Platz nicht.
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am 13. November 2015
Sarrazins Widerhall in der Öffentlichkeit stand in keinem zwingenden Zusammenhang mit seinen schriftlich geäußerten Ansichten. Er war ein Held für viele und ein rotes Tuch für viele andere. Ich habe vor ein paar Jahren seinen Bestseller vom Abschaffen gelesen, und verstand damals die ganze Aufregung nicht wirklich.
In manchem hat er Recht, und in anderen Dingen eher nicht, oder er ist unklar. Insgesamt kein umwerfendes Meisterwerk. Wozu also die Aufregung? Offensichtlich spielte sich da etwas anderes ab, ein öffentlicher Schaukampf, oder vielmehr ein Abstrafen von Abweichlertum. Die Kritik an der mehrheitlichen Medienreaktion auf seine Person scheint mir weitgehend gerechtfertigt. So geht man nicht mit Andersdenkenden um.

Andererseits: nicht jede Kritik an seinen Positionen bedeutet, daß ihm die Meinungsfreiheit abgesprochen wird. Insgesamt sehen wir ein komplexes Verhältnis von Meinung und Kritik. Die abweichende Meinung muss respektiert werden, aber ebenso muss der Abweichende akzeptieren, wenn ihm widersprochen wird. Er hat zwar das Recht auf Meinungsäusserung, aber keinen Anspruch, von Kritik verschont zu bleiben. Es ist ein schmaler Grat.

Dieses Buch, das sich unter anderem mit Sarrazins Medienkriegen befasst, hat ein paar Mängel. Der wichtigste: es ist aufgebläht. Kürzer wäre besser gewesen. Das ausführliche Kapitel 2 zur Mediendemontage seiner Person kann man noch verstehen, er wollte halt alles auspacken, was gegen ihn aufgefahren wurde, und hat seine Kritiker damit der Lächerlichkeit ausgesetzt, obwohl die es wohl immer noch nicht glauben.
Kapitel 3, 'Elemente der Meinungsbildung', hätte aber weggelassen werden können. Es ist verzichtbarer Füllstoff, ziemlich banal, im Stil einer Seminararbeit.
Kapitel 4 über die Entwicklung der politisch korrekten Sprache zum Newspeak Orwellscher Definition hat mir dagegen sehr gut gefallen.

Dann aber kommt Kapitel 5 mit einem historischen Exkurs zum Tugendterror. Das weiß man entweder schon, dann ist es überflüssig, oder man weiß es nicht, dann ist es zu knapp und unfundiert.
Das fette Kapitel 6 ist leider tödlich langweilig und breitgetreten. Recht hat er zwar überwiegend, aber der geistreiche Autor, der er gern wäre, wie es scheint, ist er dann doch nicht.
Man muss die Neigung zur Breite generell bemängeln.
Kleinere Mängel: manche Zitate sind nicht aus erster Hand, sondern übernommen. Das sollte er vermeiden.
Und: er behauptet, die angelsächsische Geschichtsforschung habe inzwischen Deutschland von der Hauptschuld am 1. Weltkrieg frei gesprochen. Das kann man aber so pauschal nicht sagen.
Solche nicht essentiellen Kleinigkeiten ließen sich sicher noch zahlreicher anführen, wenn es der Mühe wert wäre.

Ich habe mir auf YouTube einen zehnminütigen Ausschnitt einer ZDF Talkshow angesehen. Es gab die Überschrift 'Todenhöfer macht Sarrazin fertig'. Was ich sah war ein Rededuell zwischen zwei weniger sympathischen Männern. Ein etwas schleimiger Mensch beklagte, daß Sarrazins Buch jemanden in seinem Büro sehr verletzt habe. Sarrazin wirkte steif, stoisch, defensiv, gut vorbereitet, und ließ sich nicht von der feindseligen Stimmung einschüchtern. Von Fertigmachen konnte keine Rede sein. Es war emotionale Demagogie. Mir schienen diese 10 Minuten das Problem sehr gut abzubilden. Sie sind eine optimale visuelle Ergänzung dieses Buchs.

Interessant auch die negativen Besprechungen bei Amazon. Da sind kaum inhaltlich fundierte Verrisse zu finden, vielmehr überwiegend pauschale, argumentfreie Autor- und Publikumsbeschimpfungen.
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am 26. August 2014
Ein hervorragendes Buch, außer für Tugendterroristen, deren Weltbild ins Wanken geraten könnte.

Es spricht für sich, dass Sarrazin-Gegner fast nur perfide untergeschobene oder verfälschte Inhalte angreifen und die Person diffamieren und verspotten.

In der Substanz ist Sarrazin für mich beeindruckend klar mit sauberer Analyse. Er trennt Wissen und Meinung, er trägt pointiert aber differenziert. Sachverhalte belegt er stichhaltig und nachprüfbar, Gedankengänge sind vollständig nachvollziehbar.

Wahrscheinlich wäre ich sogar dann ein Fan seines Stils, wenn ich seine Schlussfolgerungen nicht teilen würde. Andererseits sind seine Schlussfolgerungen eben (leider) fast zwingend. Und das ist es wohl, was seine Gegner zu hysterischen ad-personam Attacken treibt. Wenn das eigene infantile Weltbild entzaubert wird, entsteht wohl automatisch Schaum vor dem Mund.
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