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Kundenrezensionen

4,3 von 5 Sternen
17
Frauen und Bücher: Eine Leidenschaft mit Folgen
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:22,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 31. Oktober 2013
„Frauen lesen, um zu leben, nicht selten auch, um zu überleben. Im Lesen riskieren sie Gefühle, versetzen sie sich in fremde Figuren und Welten, entdecken sie ihre eigene Wahrheit.“
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„Und du gute Seele, die du eben den Drang fühlst wie er, schöpfe Trost aus seinem Leiden, und lass das Büchlein deinen Freund sein, wenn du aus Geschick oder eigener Schuld keinen näheren finden kannst.“
Diese Anfangsworte des Goethe'schen Meisterwerks „Die Leiden des jungen Werther“ beschreiben in treffender Weise, welch existentielle Bedeutung Literatur haben kann. Das Buch als Freund; die Protagonisten, die ebenso empfinden, wie man es eigentlich selbst tut; die Geschichte, als Heilung. Lesen ist demnach identifikatorisches Lesen, emotionales Mitempfinden.
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Und genau hierum geht es in Stefan Bollmanns neuester Publikation. Nach Promotion und Studium der Literatur, Geschichte und Philosophie widmete sich der ehemalige Hochschullehrer der Aufgabe eines Lektors und hat seitdem zahlreiche Werke zur Leidenschaft des Lesens veröffentlicht.
Das Lesen, eine im 18. Jahrhundert in den Bereichen Tradition, Gelehrsamkeit und Religion durchweg männliche Domäne, sei mittlerweile, so seine These, restlos weiblich geworden. Somit erhält es eine Funktion, die das bloße Verständnis aneinandergereihter Worte bei weitem übertrifft. Lesen wird geistige Nahrung, Lebensglück – ja sogar zum zweiten Leben!
Dieser enorme Bedeutungszuwachs wird von der Leseforscherin Maryanne Woolf als „deep reading“ bezeichnet, eine Lektüre, die bis in die Tiefe dringt, auf das Leben einen prägenden Einfluss ausübt, die Seele berührt und sich grundlegend vom rein informativ geleiteten Lesen unterscheidet.
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Bollmann liefert in einer Kombination aus historischem Abriss, biographisch inspirierten Darstellungen sowie den unterschiedlichsten Bedeutungsnuancen des „deep reading“ eine ebenso informative wie hochinteressante Erklärung aller Phänomene, die das Wesen weiblichen Lesens ausmachen.
Vom Frauenroman über den Briefroman, bis hin zur modernen Fanfiction; in den Blick genommen werden verschiedene Genres und daneben verschiedene “Bücherfrauen“, zu denen Jane Austen, Virginia Woolf, aber auch Marilyn Monroe gehören. Die Leserinnen – und natürlich auch die Leser - erhalten zahlreiche Hintergrundinformationen zum Thema Literatur und Leidenschaft, z.B. die Tatsache, dass niemand geringeres als Klopstock im Jahr 1750 die Dichterlesung erfand und als Lohn für seine Mühen, Küsse kassierte.
Wie gefährlich es sein kann, sich der Leidenschaft Literatur vollends hinzugeben, haben etliche Beispiele bewiesen, der prominenteste Fall sicherlich Goethes Werther. Auch hierzu findet sich ein Kapitel, dass jenes exzessive Lesen genauer beleuchtet.
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Zeitgenössische Gemäldedrucke eröffnen zumeist die entsprechenden Themen, so etwa die Illustration zur Dämonisierung des Lesens. Auch hier hinterlässt der Band überaus lohnenswerte Eindrücke. In hochwertiger Verarbeitung und einer – unter der Schutzhülle – liegenden bronze-/gold- glänzender Bindung ist auch dieses Buch Stefan Bollmanns dazu geeignet, zu einem wahren Schatz zu werden. Ein Schatz, der in die zweite Welt der Literatur einführt. Eine Hommage an die schönste aller Leidenschaften: Das Lesen!
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Fazit: Tief beeindruckt, bewegt, an Informationen bereichert und dankbar bleibe ich zurück. Ein Buch, das nicht nur das Herz vieler Frauen (und Männer), sondern gerade auch professionell im Bereich Literatur tätiger Menschen höher schlagen lässt. Jedem Germanist, Literat und Bücherfreund unbedingt zu empfehlen. Hervorragend!
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am 30. Januar 2016
Ich bin eigentlich an so vielem, was mit Büchern zusammenhängt, interessiert - so war es auch nicht verwunderlich, dass es dies auf meine Wunschliste geschafft hatte. (und jetzt habe ich es endlich davon befreit ;))
Ich bin nicht direkt enttäuscht von diesem Buch, aber ich muss schon sagen, dass es mir einige beschwerliche Lesestunden beschert hat. Ich dachte, ich fliege durch das Buch, weil es Informationen enthält, die mich interessieren, die mich fesseln, aber ich habe über 2 Wochen für diese knapp 450 Seiten gebraucht.. Es war nicht so, dass mich der Inhalt nicht interessiert hat - er wurde auch mit dem ein oder anderen Bild angereichert -, aber ich fand es schon schwierig, mich mit dem Stil, der mir doch ein wenig zu langweilig war, anzufreunden.
Toll fand ich die Verweise auf Bücher aus den jeweiligen Zeiten. Das hat mich auch - mal wieder - daran erinnert, was ich eigentlich schon die ganze Zeit mal lesen will. (es kommt der Zeitpunkt, da werde ich es auch tun ;)) Jedoch waren dadurch auch Längen gegeben, die mich schon manchmal an meine Grenzen brachten, obwohl ich ja gespannt war, wie es weitergeht.
Eindeutig gefehlt hat mir hier aber der Vergleich. Ganz besonders hätte mich natürlich interessiert, wie sich Frauen gegenüber den Männern entwickelt haben. Dass beide lesen, war klar. Dass Frauen jetzt mehr lesen, hat man erfahren. Aber ist es tatsächlich so, dass sich das Ganze jetzt umgekehrt hat, dass jetzt mehr Frauen als Männer lesen? (was ja vielerorts behauptet wird)
Auch fand ich das letzte Kapitel irgendwie unpassend. Dort werden Frauen auf "Shades of Grey" reduziert - hatte ich zumindest ein wenig das Gefühl -, aber vielleicht habe ich diese Stelle auch einfach mit den falschen Augen gelesen..
Trotzdem kann ich sagen, dass ich dieses Buch weiterempfehlen würde, aber: Nehmt euch Zeit! Stefan Bollmann hat in die Recherchen auch sehr viel Zeit gesteckt, was man an allerlei Dingen sehen kann: Zitate aus Briefen, Bilder aus den jeweiligen Zeiten, Bücher und deren Inhalt und deren Bedeutung für die jeweilige Bevölkerung - und diese Zeit sollte man einfach auch ins Lesen investieren.
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am 28. November 2013
Ein tolles Buch, was die Entwicklung der weiblichen Leselust sehr schön aufarbeitet und so aufzeigt, dass die Leselust unter der Frauen nicht von ungefähr kommt, sondern das Ergebnis einer langen Entwicklung ist. Das Buch ist absolut leseswert für Menschen, die sich für literaturhistorische Fakten interessieren oder auch für die "Weiblichwerdung des Lesens".
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TOP 1000 REZENSENT VINE-PRODUKTTESTERam 10. November 2013
...wird hier von Autor Stefan Bollmann, keineswegs ein Neuling auf diesem Themengebiet, dokumentiert. Ein wunderschöner Band, veredelt mit Bildern und Zitaten verschafft dem Leser - oder vielmehr in den meisten Fällen wohl der Leserin - Begegnungen mit so prominenten Literaturrezipientinnen vergangener Tage wie Jane Austen, Virginia Woolf und Susan Sontag - den meisten von uns bisher hauptsächlich als Autorinnen bekannt, aber auch mit etwas weniger bekannten wie Meta Klopstock und Caroline Schlegel. Desweiteren geht es um die Rezeption bekannter Werke im Wandel der Zeiten - hier stehen so bekannte Bücher wie "Die Leiden des jungen Werther" und "Ulysses" im Fokus, aber auch wesentlich Unbekanntere, deren Popularität dem Wandel des Zeitgeists nicht standhalten konnte.
Unterhaltsam und informativ - für die historisch begeisterte Leserin jedoch einerseits mit Längen, andererseits mit - natürlich schlecht vermeidbaren - Lücken. Was war mit den Frauen im Deutschland der Weimarer Republik, der wilden 1920er jahre? Wie rezipierten Französinnen ihre großen Autoren Zola und Proust zu Beginn des 20. Jahrhunderts? Diese und viele, viele weitere Fragen stellten sich mir während des Lesens - eigentlich ja sehr positiv, denn Lesen soll zum Weiterdenken anregen.
Klug und zumeist geistreich stellt Autor Bollmann den Zusammenhang zwischen Lesen und Schreiben, zwischen Lesen und der Gesellschaft, zwischen Lesen und der Politik dar, aber eines bleibt auf der Strecke - wie verlief die Entwicklung der lesenden Frauen im Vergleich zu der der Männer? Dass ihr Anteil zunahm, dass sie differenzierter und aktiver in den Lesebetrieb eingriffen - keine Frage! Aber was war mit dem Werk unseres Freundes Joyce, dem der Autor ein ganzes Kapitel widmet, aus weiblicher Sicht eigentlich anders? So richtig kommt dieser Aspekt an einigen Stellen leider für mich nicht rüber.
Anderseits verliert sich der Autor zeitweise in Kleinigkeiten - ich zumindest musste mich immer mal wieder zusammenreißen, um am Ball zu bleiben, trotz meiner grundsätzlichen Begeisterung.
Diese schwand dann endgültig zum Ende des Buches, wo Bollmann - in der Gegenwart angekommen - zunächst ein ganzes Kapitel der Fanfiction widmete, ohne groß auf Parallelentwicklungen wie Online-Lesekreise zu den verschiedensten Themen und die dadurch bedingte neuartige Einflussnahme der Leser auf die Autoren, Open Innovation im Literaturbetrieb also, einzugehen. Desweiteren erschlossen sich mir hier die Unterschiede zwischen männlichen und weiblichen der Fanfiction frönenden Lesern wiederum nicht. Und zum Schluss kam es dann ganz dicke: als einziges Beispiel für die Gegenwart diente "Shades of Grey" , ein Werk, das ich mit Sicherheit niemals lesen werde und das für mich nicht charakteristisch für das Lese- und Schreibverhalten der Gegenwart ist, zumindest nicht als alleinige, isoliert stehende Darstellung.
Mein Fazit - man erfährt vieles in diesem Buch, vieles - möglicherweise noch viel mehr - erfährt man jedoch nicht. Ein roter Faden zum Leseverhalten der Frauen im Wandel der Jahrhunderte zieht sich zu meinem Bedauern nicht durch das Buch, so dass es für mich wahrscheinlich eine Momentaufnahme ohne allzugroßen Erinnerungswert bleiben wird.
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am 22. Oktober 2013
Stefan Bollmann hat in den vergangenen Jahren mit vielen vor allem im Elisabeth Sandmann veröffentlichten Büchern die Leselust von Frauen und ihre damit verbundene „Gefährlichkeit“ beschrieben. Nun hat er seine gesammelten Erkenntnisse in einem fast 450 Seiten umfassenden Werk zusammengefasst, in dem er eine ganz besondere Kulturgeschichte des weiblichen Lesens und der damit verbundenen Veränderungen vorlegt.

Denn als vor etwa 300 Jahren die Leselust zunächst nur wenige, im Laufe der Zeit dann immer mehr Frauen erfasste, da haben die Männer die Stirn gerunzelt und hinter der Lektüre nicht nur ihrer eigenen Frauen, sondern ganz grundsätzlich, etwas Aufrührerisches, Revolutionäres vermutet. So ganz Unrecht hatten sie damit nicht, wie Stefan Bollmann in seiner Kulturgeschichte einer „Leidenschaft mit Folgen“ aufzeigt.

An konkreten Beispielen von Frauen tastet sich Stefan Bollmann durch das 18., das 19. und dann durch das 20. Jahrhundert. Die jeweils beschriebenen Frauen und die Orte an denen sie lebten, sind typisch für die jeweilige Zeit. Ganz besonders beeindruckend fand ich persönlich das Kapitel „New York 1960: Lesen heißt sich erfinden. Susan Sontag“.

Das Buch versteht sich zwar als Sachbuch, liest sich aber gut und entfaltet durch viele Geschichten und Begebenheiten einen ganz eigenen Charme. Nicht nur für leselustige Frauen, sondern auch für Männer, die ein gutes und anspruchsvolles Buch allem anderen vorziehen, ist dieses Buch eine unterhaltsame und kurzweilige Lektüre und im Übrigen auch für die bevorstehenden Festtage ein schönes Geschenk.
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am 14. November 2013
„Manchmal denke ich, der Himmel, das muss ein einziges fortwährendes unangestrengtes Lesen sein.“ (Virginia Woolf 1934, Seite 304 im Buch)

***ZUM INHALT:***
Der Autor Stefan Bollmann führt den Leser in seinem Buch zu einer literarischen Zeitreise, die sich über fast drei Jahrhunderte erstreckt. Von Kapitel zu Kapitel erlebt man bei der Lektüre, wie sich im Laufe der Zeit die Literatur wandelt und weiterentwickelt. Das gilt für die Literatur selbst, und deren Darbietung und Wahrnehmung bei der Leserschaft.

In „Frauen und Bücher“ geht es um lesende Frauen, um schreibende Frauen und um die Macht des Lesens. Lesende Frauen sind klug, mitunter sogar gefährlich und revolutionär. Dieser Umstand stieß bereits im 18. Jahrhundert auf Kritik, besonders dann, wenn an der von Männern dominierten Gesellschaftsordnung gerüttelt wurde.
Frauen lesen aufgrund ganz unterschiedlicher Beweggründe. Zeitvertreib, Realitätsflucht, Wissensdurst, Selbstbestimmung und Selbsterkenntnis sind nur einige der möglichen Motivationen. Das Buch ist prall gefüllt mit interessanten und erstaunlichen Lebens- und Lesegeschichten über beeindruckende Persönlichkeiten, und deren Grund für ihre Leidenschaft zu Büchern. Nachfolgend ein paar Beispiele:

Die spannende Zeitreise im Buch beginnt im 18. Jahrhundert mit der Erfindung der Dichterlesungen. Im Sommer 1750 erobert ein Mann namens Friedrich Gottlieb Klopstock mit seiner Poesie erstmals die Herzen der Damenwelt im Sturm, als er Verse aus seinem Werk „Messias“ vorträgt. Mary Wollstonecraft war nicht nur Übersetzerin, Autorin und Literaturkritikerin, sondern auch eine engagierte Frauenrechtlerin. Feminismus im 18. Jahrhundert!
Im frühen 19. Jahrhundert erschien 1811 der erste Roman von Jane Austen, die bereits mit zwölf Jahren ihre ersten literarischen Gehversuche machte. Mary Shelley war 1816 die geistige Erfinderin von Frankensteins Monster und zu der Entstehung des Romans gibt es eine interessante Vorgeschichte. Im 20. Jahrhundert überrascht dann beispielsweise Marilyn Monroe mit der Tatsache, dass sie eine begeisterte Leserin auch von klassischer Literatur war, darunter der „Ulysses“ von James Joyce.
Die Zeitreise im Buch endet dann in der Gegenwart, bis hin zu dem Genre Fanfiction und der umstrittenen Bestseller-Reihe „Shades of Grey“.

***MEIN FAZIT:***
Dieses abwechslungsreiche Sachbuch ist nicht nur sehr informativ, sondern bietet aufgrund der Erzählweise auch gute Unterhaltung auf hohem Niveau. Durch die lebendige und anschauliche Erzählform kann man gedanklich ein wenig in die Zeit und die Lebensgeschichten dieser faszinierenden Frauen eintauchen. Der angewendete facettenreiche und elegante Schreibstil, der hier und da auch noch mit etwas Humor gewürzt wurde, macht beim Lesen zusätzlich viel Freude.

Besonders interessant fand ich den Einfluss von Literatur bei den Frauen im 18. und 19. Jahrhundert. War das Saatgut einmal gelegt, konnte es keimen und wachsen und am Ende Menschen und Leben verändern. Viele Informationen in dem Buch haben mich überrascht. Beispielsweise waren Lebensführung und Denkweisen, auch aus heutiger Sicht, oftmals erstaunlich modern. Wilde Ehen und Patchworkfamilien gibt es zum Beispiel nicht erst heutzutage.

Ein Vorwort und mehrere Abbildungen runden den Inhalt des lehrreichen Buches ab. Das geschmackvolle Cover, die elegant glänzenden Buchdeckel und ein Lesebändchen geben dem Inhalt den passenden Rahmen.

Neben den oben genannten Vorzügen dieses umfangreichen Werkes, hinter dem sicherlich viel Recherchearbeit steckt, gab es für mich persönlich aber auch zwei Kritikpunkte:
Erstens: Zum Thema Literatur in der Gegenwart hätte ich mir etwas mehr gewünscht, denn im Gegensatz zu den anderen Themengebieten kam mir dieses Kapitel etwas zu kurz. * Zweitens: Das Thema Bücherforen, von denen es inzwischen viele gibt, habe ich vermisst. Ich durfte „Frauen und Bücher“ im Rahmen einer Leserunde kennenlernen. Die Auslosung dazu erfolgte über solch ein Bücherforum.

Dem steht dann allerdings ein schöner Pluspunkt für folgenden Aspekt gegenüber: „Frauen und Bücher“ wird durch die hier dargestellten Biografien, Hintergründe und Literaturbeispiele bestimmt für viele Leser auch eine Anregung sein. Bei mir hat dieser Effekt jedenfalls bereits Wirkung gezeigt. „Die Abtei von Northanger“ von Jane Austen landete vor ein paar Tagen in meiner Einkaufstasche und wartet bereits auf eine neugierige Leserin :-).

Insgesamt war diese vielseitige Leseerfahrung auf jeden Fall eine Bereicherung für mich, die ich gerne weiterempfehle. Deshalb vergebe ich hier 5 Sterne.
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am 16. Oktober 2013
Die Männer von lesenden Frauen haben es nicht immer leicht. Da kann es schon mal vorkommen, dass Frau gerade nicht ansprechbar ist, weil sie unbedingt noch das Kapitel beenden möchte, da es gerade so spannend ist, sie wissen will, ob es ein happy End gibt, oder sie schnell noch den Mörder entlarven muss. Stefan Bollmann kann darüber ein Buch schreiben und mein Mann könnte dazu sicher so ein paar leidvolle Erfahrungen beitragen.

Stefan Bollmann hat die Leseleidenschaft der Damenwelt unter die Lupe genommen. Er erzählt von Zeiten, in denen das Lesen noch eine männliche Domäne war, die in den letzten 300 Jahren nach und nach von den Leserinnen übernommen wurde. Den Stein so richtig ins Rollen brachte Friedrich Gottlieb Klopstock, der sozusagen der Erfinder der Dichterlesung war und der vornehmlich im Garten vor jungen Frauen aus seinen Werken las und als Honorar Küsse bekam. Die unterhaltsame Geschichte des weiblichen Lesens wird aber nicht nur an Fakten aus deutschen Landen festgemacht, der Autor blickt auch über den Tellerrand.

Chronologisch betrachtet der Autor in den einzelnen Teilen die Entwicklung der weiblichen Leselust in Jahrhundertschritten. So begegnen dem Leser/der Leserin unter vielen anderen der schon erwähnte F. G. Klopstock, Caroline Schlegel-Schelling, Mary Wollstonecraft, Jane Austen, Virginia Woolf und James Joyce. Aber auch die prominente Leserin steht im Focus dieses interessanten Sachbuches. Die Analyse Stefan Bollmanns zieht sich bis in die Gegenwart und ist dabei brandaktuell. Am Ende des Buches widmet er sich dem Aufstieg von "Shades of Grey" zum Bestseller. Auch die Leserinnen, die in der Medienwelt Fuß fassten, findet man in "Frauen und Bücher" wieder.

Auch wenn dieses Buch ein Sachbuch ist, sollte man/frau sich davon nicht abschrecken lassen, es ist eine sehr anregende, lockere Lektüre. Viele Anekdoten und kurz geschilderte Begebenheiten sorgen für entsprechende Kurzweil und gute Unterhaltung beim Lesen. Das seitenlange Personenverzeichnis und die umfangreiche Auswahlbibliographie zeugen von der Komplexität des vorliegenden Werkes und der akribischen Recherchearbeit Stefan Bollmanns.

Mir hat "Frauen und Bücher" sehr gut gefallen. An vielen Stellen habe ich mich wiedergefunden. Ich fühlte mich erkannt in meiner Leseleidenschaft und meiner Liebe zum Buch, weiß jetzt, warum ich mich von einmal gelesenen Büchern nur ungern trenne und somit unter ständigem Platzmangel für meine Schätzchen leide. Ich wünsche diesem Buch viele Leser, nicht nur weibliche.
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am 5. März 2014
Virgina Woolf sagt einmal: „ Ich möchte lesen, bis ich schwarz werde.“ Während Jane Austen Anfang des 19. Jahrhunderts meinte: „Ich lese nie Romane, ich habe Besseres zu tun." Caroline Schlegel-Schelling hatte Ende des 18. Jahrhunderts ein ganz anderes Problem: „Ich vertrockne seit einiger Zeit, weil alle meine Bücherquellen sich verstopfen.“ klagte sie…

Woher ich diese Informationen habe? Aus diesem wunderbaren Buch. Stefan Bollmann, Düsseldorfer & Germanist hat schon einige Bücher zum Thema Frauen und Literatur verfasst. Unter anderem „Frauen die lesen bzw. die schreiben sind gefährlich“, die im Elisabeth Sandmann Verlag erschienen sind und sich auch sehr großer Beliebtheit erfreuen.

Frauen und Bücher also. Es ist ja längst bewiesen, dass Frauen die „größeren“, leidenschaftlicheren & ausdauernderen Leser sind. Denn wer kennt es nicht: Man muss noch eben schnell die Seite beenden, kann den Thriller nicht aus der Hand legen und fiebert bei einer romantischen Liebesgeschichte mit, sodass alles andere egal ist und der Haushalt schon mal liegen bleibt. Ich kann ein Lied davon singen.

Der Titel „Frauen & Bücher“ verrät auch eigentlich schon alles: Hier geht es um Frauen und ihre Leidenschaft, das Lesen. Stefan Bollmann hat das Buch chronologisch aufgebaut und spannt einen bunten Bogen über insgesamt 300 Jahre Leseleidenschaft: Es beginnt mit einem gewissen Herrn Klopstock, der zwar ein Mann war, aber die Frauenwelt im 18. Jahrhundert auf den Kopf gestellt hat: Er hat die Dichterlesung erfunden und ließ sich seine Darbietungen mit Küssen bezahlen. Interessant finde ich auch, dass es immer wieder Gegenüberstellungen zur heutigen Zeit gibt: So wird zum Beispiel vom sogenannten Werther-Effekt erzählt, der auf Goethes Werk zurück zu führen ist. (Anm. Es wird über einen Selbstmord in den Medien berichtet und die Suizidrate steigt rapide an = Identifikation mit der Hauptfigur Goethes) Neben bekannten Schriftstellerinnen wie Jane Austen und Virginia Woolf kommen auch berühmte Leserinnen vor wie Marylin Monroe zum Beispiel. Und dass der Autor kein trockener Germanist ist, sondern auch noch am Puls der Zeit lebt, beweist das letzte Kapitel in dem es um die berühmt-berüchtigten Shades of Grey Romane geht.
Die einzelnen Kapitel werden mit Fotos, Zeichnungen, Stichen (kurz gesagt: Kunst) eingeleitet und kurz zusammengefasst: Das weckt die Neugierde.
Besonders erwähnenswert finde ich auch den Anhang: Wie es sich für ein perfekt recherchiertes Sachbuch gehört, findet man hier eine alphabetische Sortierung aller Personen & Werke.

Stefan Bollmann hat ein faszinierendes Sachbuch über schillernde und weniger schillernde Personen geschrieben, die die Literatur und die Liebe zum Lesen geprägt haben. Es ist kein trockenes, wissenschaftliches Sachbuch, sondern ein bunter Schatz aus Biografien, Geschichten, Anekdoten und voller Wissen, welches man so nebenbei aufnimmt. Als „lesende Frau“ habe ich mich oft wiedergefunden, wissend genickt und mich einfach wunderbar unterhalten gefühlt. Denn was gibt es schöneres für einen leidenschaftlichen Leser (bzw. Leserin) als ein Buch zu lesen in dem es um genau das geht:

Die Liebe zur Literatur und guten Büchern.
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am 27. Januar 2014
In Frauen und Bücher erlebt man als Leser eine Zeitreise der besonderen Art. In vier Teilen erzählt der Autor Stefan Bollmann informativ über die Entwicklung des Leseverhaltens der Frauen und ihre Gründe und entführt uns in verschiedene Epochen. Man bekommt beispielsweise einen guten Einblick in die Dichterlesungen des 18. Jahrhunderts und durch den erzählerischen Schreibstil befindet man sich als Leser beinahe selbst in den Lesegemeinschaften dieser Zeit.

In jedem Jahrhundert pickt sich der Autor verschiedene Persönlichkeiten und erzählt von ihren Leidenschaften. So erfährt man z.B. das Goethes Werk Die leiden des jungen Werthers Leseexzesse und Tränen ausgelöst hat, das Jane Austen bereits in ihrer Zeit mit ihren Romanen viele Menschen begeistert hat, selbst aber nie die große Liebe gefunden hat. Oder das Marilyn Monroe eine begeisterte Leserin war, obwohl niemand es von ihr erwartet hätte.

Mich hat dieses Buch wirklich überrascht. Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hatte ich beim Lesen nicht das Gefühl, nur Informationen aufzusaugen, sondern es war, als würde ich eine Geschichte lesen. Eine Geschichte die mich durch verschiedene Zeiten geführt hat und in der ich unterschiedliche Persönlichkeiten kennen lernen durfte.

Zwar ist dieses Buch sehr informativ und enthält sehr viele Namen und Daten - manchmal auch etwas zu viel, meiner Meinung nach - aber durch den lockeren Schreibstil des Autors hat man nicht das Gefühl, als würde man in der Schule sitzen und ein Geschichtsbuch durchblättern.

Mir haben besonders die verschiedenen Zitate gefallen, die in diesem Buch immer mal wieder auftauchen und von damaligen Briefen stammen. Dadurch spürt man, wie viel Mühe sich der Autor mit diesem Werk gemacht hat und wie viel er recherchiert haben muss. Für mich war es sehr interessant, mehr über das Leseverhalten der Frauen zu den verschiedenen Zeiten zu erfahren und wie sich dieses weiterentwickelt hat. Durch die Schilderungen der verschiedenen Romane der jeweiligen Zeiten bekam ich oft selbst Lust, das geschilderte Buch zu lesen.

Jedoch fand ich manche Passagen und Themen auch etwas in die Länge gezogen. Meiner Meinung nach sollte man dieses Buch langsam und Stückchenweise lesen, denn ansonsten ziehen einige Informationen einfach an einem vorbei. Auch hat mich etwas gestört, dass ständig zwischen dem Erzählten gewechselt wurde. Mal wurde von einer Person erzählt, doch plötzlich ging es dann wieder um eine ganz Andere. Das war dann doch sehr verwirrend.

Die Aufmachung des Buches finde ich wirklich beeindruckend. Das Cover gefällt mir mit seiner Schlichtheit unglaublich gut und auch ohne Cover hat das Buch einen goldschimmernden Einband. Schwarzweiß-Bilder und Zitate machen dieses Buch zu etwas ganz besonderem.

FAZIT:
Stefan Bollmanns Frauen und Bücher ist ein wunderbares Werk über das Leseverhalten der Menschen, insbesondere Frauen, und deren Gründe. Durch den erzählerischen Schreibstil bekommt man als Leser einen informativen Blick in die Entwicklung des Lesens und welche Macht und Magie ein Buch letztendlich hat. Meiner Meinung nach sollte jeder dieses Buch gelesen haben!
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am 9. Dezember 2013
Wer hat noch nicht den berühmten Satz: "Frauen, die lesen, sind gefährlich." gehört? Was für viele Leserinnen heutzutage selbstverständlich ist, nämlich alles und überall zu lesen, war noch vor ein paar hundert Jahren ein absolutes Tabu... .

Mit "Frauen und Bücher" begann meine erste Lektüre eines Sachbuches, welches man sich bekanntlich sehr detailliert und bis ad absurdum recherchiert und, nach einer Zeit, langweilig vorstellt, denn die Fakten rieseln nur so auf einen nieder und man bekommt nicht wenig Lust ein Nickerchen zu machen... Falsch! Dies ist wahrlich ein besonderes Sachbuch, denn es entführt den Leser auf eine ironisch-unterhaltsame Weise in die Welt der Literatur und der Literatinnen und gibt genug interessante Geschichten und Fakten preis, ohne zu viel zu sein. Beginnend mit der Frau, die Literatur nur über Lesungen in größtenteils männlichen Kreisen erlebte und dies auch nur, weil sie mit irgendeinem von denen verheiratet war, weiterführend mit Frauen, die unter Pseudonymen das Buch zu ihrem Sprachrohr und Geldquelle machten und das Rollenkorsett sprengten und schließlich mit den Frauen endend, die mit roten Wangen und zu hohem Blutdruck zwischen den Seiten von "Shades Of Grey" verweilten. Im Laufe der Geschichten trifft man die eine oder andre berühmte (und einem vielleicht sogar bekannte) Frau und erlebt ihre Geschichte bezüglich der zeitgenössischen Entwicklung des Mediums Buch mit brisanten Fakten hie und da. Hier trifft man Jane Austen, Marilyn Monroe, Mary Shelley, Virginia Woolf und viele andere. Von Werther-Effekt bis zur Twillight Fanfiction ist alles geboten und dies auch noch umrahmt in stellenweise herrlich ironischen Passagen seitens des Erzählers. So konnte man lesen, sich bilden, unterhalten werden und sich natürlich noch Notizen machen, welches Buch man sich denn noch anschaffen möchte... denn "Frauen und Bücher" macht neugierig... und zwar nicht nur auf die Frauen ;-)
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