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am 19. September 2010
Seit den Anfängen der Paläoanthropologie diskutieren die Gelehrten, welches spezielle Ereignis es denn nun war, das der Entwicklung des Vormenschen den entscheidenden Schub in Richtung Homo sapiens gegeben hat. War es der aufrechte Gang, der Gebrauch von Werkzeug, die Bewältigung des komplizierten menschlichen Sozialverhaltens oder war es am Ende eher die Nutzbarmachung des Feuers? Richard Wrangham führt sehr überzeugende Belege dafür an, dass es der Übergang von roher zu gekochter Nahrung war. Gleich nachdem einige Exemplare des Homo hablis herausgefunden hatten, dass Fleisch und Pflanzenteile, die in der Nähe des Feuers gegart worden waren, wesentlich bekömmlicher und leichter zu kauen waren, als rohe Nahrung, setzte eine rasche Weiterentwicklung zum Homo erectus ein. Dadurch, dass weniger Zeit zum Kauen benötigt wurde (die z.B. bei unseren Verwandten, den Schimpansen, beinahe den ganzen Tag ausmacht), konnten Gebiss und Verdauungsorgane im Vergleich zu den Vorfahren zurückgebildet werden. Dabei blieb wesentlich mehr Energie für die Weiterentwicklung eines "Luxusorgans" wie des Gehirns übrig, das bei Menschen zwar nur einen Bruchteil der Körpermasse, aber 20 % des Kalorienverbrauchs bestreitet. Erst als die Weiterentwicklung des Gehirns durch die Verfügbarkeit leicht verdaulicher und schnell aufnehmbarer Nahrung gesichter war, konnten die andern, zweifellos ebenfalls vorhandenen Entwicklungsimpulse greifen und die Weiterentwicklung zum Homo erectus und zum Homo sapiens anstoßen. Schon beim Homo erectus, der ersten Menschart, die sich dem Autor zufolge überwiegend von gegarter Nahrung ernährt hat, ist eine große Zunahme sowohl der Körpergröße, wie auch der Größe des Gehirns zu beobachten - während Gebiss und Verdauungsorgane deutlich kleiner wurden. Zusätzlich stützt Richard Wrangham seine Argumentation mit Beobachtungen an indigenen Völkern, bei denen Nahrung ebenfalls überwiegend gegart verzehrt wird und die Zubereitung des Nahrung ein wichtiges kulturelles Element darstellt. Ein absolut lesenswertes Buch, das einen wichtigen Aspekt der Menschwerdung neu beleuchtet.
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TOP 500 REZENSENTam 13. Oktober 2013
In diesem Buch präsentiert der Primatologe Richard Wrangham in allgemeinverständlicher Form seine wissenschaftlichen Thesen zur Abhängigkeit der Evolution des menschlichen Gehirns von der Ernährungsweise des Frühmenschen.
Es geht also um zwei miteinander zusammenhängende Themen:
1. Evolutionsthese zur Gehirnentwicklung
2. Ernährungsphysiologie

GESCHICHTE
Sehr aufschlußreich sind Wranghams wissenschaftshistorische Betrachtungen. So hätte schon der französische Kulturanthropologe Claude Lévi-Strauss mit seinem Werk "Das Rohe und das Gekochte" die Bedeutung des Kochens thematisiert, aber nur in dem kulturellen und psychologischen Sinne, daß es den Übergang vom Naturzustand zu einer Kultur markiere, als eines Unterschiedes zwischen Tieren und Menschen. Menschen müßten ja ihre Nahrung nicht kochen, sondern täten es quasi nur aus symbolischen Gründen, um zu zeigen, daß sie Menschen und keine Tiere sind.

KOCHHYPOTHESE
Während Lévi-Strauss noch von der biologischen Bedeutungslosigkeit des Kochens ausging, besagt die sog. Kochhypothese, daß sich der Körper an die vorteilhaftere, weil intensivere Energiezufuhr durch gekochte Nahrung anpaßte und es durch die natürliche Selektion zu biologischen Veränderungen des Körperbaus kam. Demnach wären die Menschen heute in ganz derselben Weise dafür eingerichtet, gekochte Nahrung aufzunehmen, wie Kühe dafür, Gras zu fressen.

EVOLUTIONSTHESE
Wranghams These besagt, daß durch die Beherrschung des Feuers und die Verfügbarkeit energiereicher gekochter Nahrung das sprunghafte Wachstum des menschlichen Gehirns vom Homo erectus bis zum homo sapiens erst möglich wurde. Während Primaten fast den ganzen Tag Nahrung suchen und kauen müssen, reduziert sich beim kochenden Frühmenschen bei entsprechender Arbeitsteilung die Nahrungsaufnahme auf eine Stunde. Auch die Verdauung der besser aufgeschlossenen Nahrung verbraucht weniger Zeit und Energie.

EINSPRÜCHE
Von Kritikern wird eingewendet, daß das Kochen vielleicht nicht für die Verdoppelung des Gehirngewichtes beim Homo erectus vor knapp 2 Millionen Jahren verantwortlich ist, sondern erst für das weitere Hirnwachstum vor 600 Tausend Jahren, zumal die Archäologie die ältesten Herde und Feuerstellen nur auf ein Alter von 800 Tausend Jahren datieren kann.

NEUE ERKENNTNISSE
Brasilianische Forscher haben herausgefunden, daß die Größe des Gehirnes mit der Zahl seiner Neurone und diese mit dem Energiebedarf korreliert ist und dann ermittelt, wie viele Stunden pro Tag verschiedene Primaten essen müßten, um ihr Gehirn mit genug Kalorien zu versorgen. Sie fanden 8.8 h für Gorillas, 7.8 h für Urang-Utans 7.3 h für Schimpansen und 9.3 hours für den Homo sapiens.

ERNÄHRUNGSTIPS
Schon der augenscheinliche Vergleich des Erscheinungsbildes von Junggesellen und verheirateten Männern zeigte Wrangham, was es bedeutet, nicht regelmäßig warmes Essen zu bekommen. Die Junggesellen sind in der Regel alle schlanker. Neben den evidenten Wirkungen des Kochens, daß Gifte zerfallen, intensive Aromen erzeugt werden, dem Verderben vorgebeugt wird, ist der bisher am wenigsten gewürdigte Aspekt, daß das Kochen die Energiemenge erhöht, die man beim Verzehr der Nahrung aufnimmt. Das heißt, daß man mit Rohkost tatsächlich viel leichter abnehmen kann ;-).

FAZIT
Wranghams Buch ist immer noch sehr lesenswert. Ich gebe nur deshalb lediglich drei Sterne, weil ich meine, daß eine Neuauflage, die neuere Erkenntnisse verarbeitet, an der Zeit wäre.
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am 24. März 2015
Der Autor legt schlüssig dar, wie die Zubereitung von gekochtem Essen durch Feuer den Menschen körperlich und geistig veränderte: Der Magen-Darm-Trakt und das Gebiss wurden kleiner, mehr Energie stand für die Versorgung eines größer werdenden Gehirns zur Verfügung. Es wurde weniger Zeit für Sammeln und Jagen verbraucht und dadurch Zeit für Soziales und Kultur gewonnen, was wiederum den Jagd- und Sammelerfolg steigerte. Durch das Feuer konnte das Fell verlorengehen und durch die Nacktheit der Jagderfolg gesteigert werden. Als alleinige Erklärung für die Menschwerdung des Affen, reicht das Kochen sicher nicht aus. Aber zusammen mit anderen Faktoren (z.B. Arbeit - Engels), deren Existenz der Autor auch nicht abstreitet, ist es überzeugend.
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am 3. Mai 2015
Ein klasse Buch, das geschichtlich allerdings schon sehr weit in die Vergangenheit reicht. Manchmal ein wenig viel mit Fachausdrücken bestückt und ein wenig langatmig , habe es aber trotzdem bis zum Ende gelesen. Unterm Strich fängt man als Frau (vornehmlich Hausfrau..) schon schwer über seine "Rolle" nachzudenken. :-)
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am 2. Dezember 2015
Wer etwas über die Evolution des Menschen lernen will, ist mit diesem Buch bestens bedient. Wrangham, ein hoch angesehener Wissenschaftler an der Harvard Universität, zeigt, welche Rolle das Feuer gespielt hat. Witziger Schreibstil guter, populärer amerikansicher Bücher.
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am 15. Dezember 2014
...für alle die mehr über die Kulturgeschichte der Menschheit wissen möchten ein bemerkenswerter Ansatz und einem verblüffenden Fazit. Leider wird das Weltbild der urbanen Ökobewegung etwas beschädigt......
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Wann können wir den Beginn der Zivilisation des Menschen setzen? Wann haben wir uns vom mehr tierischen Bewusstsein entfernt dem menschlichen Geist zugewandt? War wie es das Buch FEUER FANGEN von Richard Wrangham postuliert das Essen kochen der Aufbruch in die Moderne? Hat mit dem Kochfeuer auch die Evolution bei uns eingesetzt? Das Buch FEUER FANGEN beleuchtet die Evolution unter dem Aspekt dieser ganz neuen Theorie.

Die Entwicklung des Gehirns und die Arbeitsteilung in Gruppen und bei Paaren, dies alles könnte eingesetzt haben durch die Aufnahme von ganz neuen Nährstoffen. Sobald die Ernährungslage besser wird steigt der durchschnittliche IQ des Menschen beträchtlich an, in unterernährten Regionen sinkt er dagegen dramatisch ab.

Das Buch FEUER FANGEN von Richard Wrangham zeigt uns eine ganz neue Theorie der menschlichen Evolution - der Evolution mittels gekochter, gegarter Nahrung. Der Autor versucht sich in der Annahme, dass Mensch sein gleichzusetzen ist mit Nahrung zu kochen und zu verarbeiten. Rohkost ist dabei nicht gefragt und führt auch zu negativen Ergebnissen (in Gewichtsstudien).

Es ist klar, dass der Homo Sapiens Sapiens in der Tat Fleisch oder vegetarische Nahrungsmittel seit mehr als 2 Millionen Jahren zu sich nimmt und auch kochtechnisch mehr oder weniger verarbeitet hat. Diese Energieaufnahme hat den Homo Sapiens Sapiens verändert, sein Gehirn wurde größer, das Gebiss kleiner und der Körperbau veränderte sich dramatisch.

Welche Nahrung braucht das Gehirn um sich zu entwickeln? Ist Arbeitsteilung ein Modell um nicht nur Gemeinschaften weiter zu entwickeln? Was hat uns zum Menschen gemacht? Was macht uns menschlich?

Eine verführerische These: es ist das kochen, dass zubereiten von Nahrung. Mit FEUER FANGEN von Richard Wrangham könnte man versucht sein zu postulieren, dass die Intelligenz im Bauch sitzt und dass wir durch gekochte und verarbeitete Nahrung intelligent geworden sind.

Empfehlenswert!
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am 11. August 2010
Meine Meinung ist, das die Menschen immer kränker werden, das kann für mich nicht der Weg der Gesundheit sein. Für mich gilt auch Vorbeugung statt Nachsehen. Die gekochte Nahrung ist zum größten Teil säurebildend und übersäuert und verschlackt im laufe der Jahrzente den Körper. Die Rohkost dagegen ist gesundheitsfördernd, basenreich und Schlacken abbauend und wirkt bei vielen kranken Menschen als heilend. Kochkost ist eher für mich wie eine Droge, sie dämpft mein Bewusstsein und bringt mir oft Kopfschmerzen. Dem Menschen geht es doch schon lange nicht mehr um Ernährung, sondern unsere sogenannte Esskultur empfinde ich als Dekadenz, sie ist zwar reinste Gaumenfreude, aber wenn unser Körper ein Haus darstellt und das Essen unsere Baummaterialien dann Prost Mahlzeit, indem Haus möchte ich nicht wohnen, das fällt schnell zusammen. Für mich ist da die Evolution nicht zu sehen. Da ist es eher für mich wie bei der meisten Technologie, wir verschmutzen damit unsere Umwelt und uns selbst, zerstören den Planeten, kurz, unsere Technologie und Kochkost sind für mich gegen den Menschen gerichtet. Die Essener haben vor 2000 Jahren schon gesagt : Esse Lebendiges - es wird Dir Leben schenken, isst Totes - wird es Dir den Tod bringen, isst Du Tierisches - wirst Du zum Tier. Ich könnte endlose Beispiele aufzählen - hier bei Amazon.de gibt es super Bücher über Rohkost- viel Spass - es ist Euer Körper - Euer Leben.
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