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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
210
4,5 von 5 Sternen
Die Schlafwandler: Wie Europa in den Ersten Weltkrieg zog
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:39,99 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


am 22. April 2017
Das Buch ist eine umfassende Dokumentation der Vorkriegsgeschichte des 1. Weltkriegs. Im Gegensatz zum vorherrschenden Schulbuch-Wissen werden sehr neutral alle Seiten beleuchtet, was die Kriegsschuld- vor allem aber die alleinige Kriegsschuld Deutschlands ad absurdum führt. Wer aber meint, nach der Lektüre zu wissen, warum Europa in diese Elend gestürzt wurde, der wird enttäuscht sein. Es ist und bleibt eine Dokumentation. Die Hintermänner, Geldgeber, Propagandisten usw., die wahren Kriegsgewinnler, die bleiben im Schatten. Deshalb wird man am Ende des Buches nicht wirklich verstehen, warum es unweigerlich zur Katastrophe kam.
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am 6. April 2015
Der Titel hat mich anfangs gereizt, doch der Umfang des Buches hat mich lange abgehalten es zu lesen. Irgendwann vor einigen Tagen hab ich hineingesehen und es hat mich nicht mehr losgelassene. Es ist nicht nur die Vorgeschichte des ersten Weltkrieges sondern zeigt als Lehrstück auf wie fragil unsere Welt ist und dass wir nie mehr aufhören dürfen an unserem europäischen Haus zu bauen.
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am 27. Oktober 2016
Gut zu lesen und ausgearbeitet. Meines Erachtens eines der lesenswerten Werke zu diesem Thema, da, wie Clark selbst bemerkt, die Komplexität des Themas gewaltig ist. Mir scheint, dass er einer der wenigen ist, die hier einen Überblick bewahrt haben und ihm dabei eine ausgewogene Gesamtdarstellung gelungen ist. Die Leistung stellt auch die Schwachpunkte in den Schatten: das exzessive erste Kapitel über Serbien ist eher eine Hürde, um in den "Hauptteil" hineinzukommen. Das Werk ist auch stark auf die Hauptakteure der Politik konzentriert. Der gesellschaftliche Kontext fehlt mir etwas, wie die Stimmung im Kaiserreich, als auch in Russland, wo ja schließlich die Revolution 1917 alle früheren Akteure hinweggefegt hat.
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TOP 100 REZENSENTam 3. März 2016
Nicht umsonst ist Clarks Vorgeschichte des 1. Weltkriegs ein Bestseller geworden. Gerade weil er aus einem englischsprachigen Land kommt, ist sein neutraler Standpunkt so glaubhaft, entlarvt er das Schwarz-Weiß-Denken von den guten Alliierten und den bösen Deutschen als Geschichtsklitterung der Sieger. In Wirklichkeit haben die Imperialisten des 19. Jahrhunderts kollektiven Selbstmord begangen und das auch noch aus Dummheit und Kurzsichtigkeit. Mögen heutige Politiker daraus ihre Lehren ziehen!
siehe auch:Tantalus Welt: Die Überwindung nationaler Traumata
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am 26. Januar 2017
In sehr eindrucksvoller Art beschreibt Christopher Clark den Weg in den Ersten Weltkrieg. Entgegen vielen Meinungen spricht er Deutschland nicht von der Kriegsschuld frei, sondern er analysiert und charakterisiert die damaligen Gegebenheiten und entbindet Deutschland von der ALLEINIGEN Kriegsschuld. Das Werk verlangt allerdings ein aufmerksames Lesen und ist nicht für "Querleser" geeignet.
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am 2. Oktober 2017
Man muss dem Autor eine ausgewiesene und umfangreiche Quellenkenntniss bescheinigen. Damit wären wir allerdings schon beim ersten Kritikpunkt: die zitierten Quellenbelege sind zu umfangreich, der Umfang des Werks scheint mir zu umfangreich und ein roter Faden scheint sich auch nicht durch das Werk zu ziehen. Ein kürzeres, dafür stringenter geschriebenes Werk wäre lesbarer gewesen. Der zweite Kritikpunkt: die eigentliche "revolutionäre" Kernthese des Buchs, das Bestreiten der "deutschen Alleinschuld" am Krieg. Sicherlich hat die deutsche politische Führungsschicht (im Gegensatz zu zahlreichen Militärs!) nicht gezielt auf einen Krieg hingearbeitet, allerdings hat sie auch nicht genügend unternommen um diesen zu verhindern indem sie z. B. mäßigend auf Wien einwirkte (Stichwort: "BLANKOSCHECK"). Ohne deutsche Rückendeckung hätte es Österreich wohl kaum auf einen Krieg ankommen lassen. Von einer passiven Hauptschuld wird man das Deutsche Reich also sicherlich nicht freisprechen können, auch wenn von einer Alleinschuld zu reden sicherlich übertrieben wäre.
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am 7. Juli 2017
Dies sollte ein Kommentar zu Oliver Steffens sehr guter Buchbesprechung vom 14. Juni 2015 sein, die noch im Mai hier ganz vorn stand, mit 21 versus 1 Stimmen. Sie ist sehr lesenswert und informativ, aber nun erstaunlicherweise in der Versenkung verschwunden und schwer zu finden?? Was ist hier wieder Seltsames passiert? Dann eben mein Beitrag als Rezension statt Kommentar, er bezieht sich auf Aspekte von Christopher Clarks Buch und die schrillsten Kritiken daran. Manche könnte das interessieren:

Seine Rezension ist Oliver Steffen beachtlich gut gelungen. Er ist vielleicht kein Historiker, sondern ein interessierter Laie. Die Länge macht gar nichts, der 1. WK kann nicht kurz erklärt werden.

Das hier ist die beste Stelle in Oliver Steffens Buchbesprechung: »… die deutsche Historikerzunft sieht absurderweise einen Versuch Clarks, die deutsche Vorkriegspolitik zu verharmlosen. Gerade die Kommentare Heinrich August Wink[l]ers, Hans-Ulrich Wehlers und John Röhls sind dabei oft genug fehlerhaft, undifferenziert und gehen komplett an Clarks Buch vorbei. (…) Was die Argumente Annika Mombauers, Gerd Krumeichs und Wehlers angeht, wonach Clark in seinem Buch vor allem ausführlich über die französischen, russischen und serbischen Ursprünge des Krieges referiert und dem entsprechende ausführliche Erörterungen zur deutschen Rolle schuldig bleibe, weshalb er unverhältnismäßig argumentiere, so fällt erstens dieses Argument z.T. auf ihre Urheber zurück, denn jahrelang wurde vor allem der deutsche Anteil an der Kriegsauslösung behandelt; und zweitens … behandelt Clark vor allem diejenigen Aspekte ausführlich, die bis dato vernachlässigt worden sind. Die deutsche Rolle ist hinlänglich untersucht und wird von Clark weder bestritten noch unterschlagen. Was die Politik der anderen beteiligten Staaten angeht, sah sich Clark zu ausführlichen Erläuterungen gezwungen.«

Allein mit diesem kurzen Stück Text erweist sich Oliver Steffen mehreren Generationen von versehentlich renommierten Professoren als geistig überlegen. Es ist peinlich für die hochdotierten Historiker, dass sie das/ (den) Bias (Verzerrung) in ihrer Wahrnehmung nicht selbst erkennen konnten. (Historiker interessieren sich für Karrieren, und die bekommen sie, wenn sie gezielt das sagen, was man von ihnen hören will. Auch eine Charakterfrage.)

Und dies ist meiner Meinung nach die relativ schwächste Stelle in Oliver Steffens sonst sehr gut gelungener Rezension: »Jedoch macht Clark deutlich, dass vor 1914 keine europäische Macht einen Präventivkrieg plante, in keinem Land entsprechende militärische Kriegstreiber die Plattform der Politik übernahmen und bestimmten, sodass die These eines deutschen Präventivkrieges anlässlich der "günstigen Gelegenheit" anno 1914 seine Plausibilität komplett einbüßt, aber auch revisionistische Thesen eines angeblich geplanten französischen "Revanchekrieges" oder eines russischen Waffengangs zur Eroberung der Meerengen beiseite geschoben werden müssen.«

Die psychologisch sehr auffällige massive Leugnung von lang gehegten Kriegszielen auf der Seite der Tripleentente und ihrer Entscheidungsträger … Sehen wir uns mal Stefan Schmidts Dissertation (Doktorarbeit) von 2009 an: Frankreichs Außenpolitik in der Julikrise 1914. Dass Frankreich noch 100 Jahre später der forgotten belligerent of July 1914 (der vergessene Kriegsbeteiligte) ist, und dass der Weg Frankreichs in den Ersten Weltkrieg noch immer ein Desiderat ist (eine großflächige Wüste, ein leerer Fleck in der Forschung), liegt daran, dass Historiker für die Karriere einen Bogen um Themen machen, bei denen sie etwas finden könnten, was sie nicht finden wollen oder dürfen …

Stefan Schmidt stellt aber im Detail dar, in welche Zugzwänge sich ab 1911 Generalstabschef Joseph Joffre und zunächst als Ministerpräsident und Außenminister, dann als Präsident der Republik Raymond Poincaré mit ihrer Offensivstrategie brachten (offensive a l’outrance: bis zum Äußersten). [Groteskerweise fand General Joffre Belgien als einziges den Erfolg versprechende Angriffsziel für die ersten Kriegstage, aber die Täuschung der britischen Öffentlichkeit war wichtiger. / Wenn man einen Krieg verliert, wird einem die ganze Schuld angehängt, während die Sieger gerne ein Bad in kompletter Unschuld nehmen. Welcher Richter würde sich nicht selbst freisprechen? Was kleine Länder in großen Konflikten betrifft, da ist Belgien (das allerdings detaillierte geheime Kriegspläne mit der Entente schmiedete) genau wie im Melier-Dialog des Thukydides: Die erste Demokratie Athen konnte aus weltpolitischen Gründen die Neutralität der kleinen Insel Melos nicht dulden. Da sie auf ihrem Standpunkt beharrte, wurde sie von Athen erobert und alle Bewohner in die Sklaverei verkauft. Es sei töricht, gegenüber Großmächten auf moralischem Recht zu bestehen, es gelte das Recht des Stärkeren. / Der britische Militärattaché teilte Belgien am 23. April 1912 mit, im Kriegsfall würden die Briten 150.000 Soldaten in belgischen Häfen landen, mit oder ohne die Zustimmung Belgiens!] Dazu gehörte auch, dass Frankreich sich bedingungslos auf die Seite Russlands stellen musste, mit Krediten und dem massiven Drängen auf ungeheure Aufrüstung und den Bau strategischer Eisenbahnen, die eine Mobilmachung sehr beschleunigten. Ziel war ein simultaner französisch-russischer Angriff auf Deutschland im kommenden Krieg, der zunehmend als unvermeidlich empfunden wurde. Damit wurde die Balance der Mächte gekippt, gleichzeitig mit dem Machtverfall Österreich-Ungarns. Präsident Poincaré trieb Außenminister Sergej Sasonow, der sowieso früh die geheime Mobilmachung startete (am 24. Juli 1914, eine Woche vor Deutschland), heftig noch weiter auf Kriegskurs.

Interessant sind manche Zitate, etwa der Bericht des Botschafters in Berlin Jules Cambon an Poincaré vom 28. Juli 1912. Kanzler Theobald v. Bethmann Hollweg habe ihm in einem persönlichen Gespräch gesagt: Dass ganz besonders die französischen und deutschen Politiker geradezu die zivilisatorische Pflicht hätten, einen großen Krieg zu vermeiden. Außerdem würde ein solcher Krieg keine Sieger, sondern nur Besiegte haben. Höchstens Japan und die Vereinigten Staaten würden daraus unbeschadet hervorgehen. (Das Zitat passt nicht auf einen Aggressor, wie in Versailles unterschrieben, wohl daher begegnete es mir in Stefan Schmidts Buch zum ersten Mal. Ich war verwundert. Er weist übrigens auf eine Vielzahl von Auslassungen in den gedruckten französischen Quellen hin.) (S.212.)

[Die Nachwelt würde beide Seiten als Wahnsinnige (de Fous) beschimpfen, wenn sie einen großen Krieg nicht verhinderten. Konfliktvermeidung! Er wäre ein furchtbares Desaster für die ganze Welt, ausgenommen Japan und die USA. So der deutsche Kanzler zu Botschafter Cambon im Januar, März und Juli 1912. Es ist natürlich ironisch oder erschreckend, dass Kanzler Bethmann Hollweg genau dieselben Formulierungen benutzte, die Politiker der Bundesrepublik Deutschland als Gebetsmühlen vor der Gefahr eines Atomkriegs käuten. Man hat es nicht immer in der Hand, wie man auf die Nachwelt kommt, der Kanzler sprach in seiner Rede nach Kriegsbeginn davon, dass alle Völker, auch das russische, an sich friedenswillig seien, aber der Stein sei ins Rollen gekommen. Und der Kaiser klagte: »Nun ist es vorbei mit meinem Ruf als Friedenskaiser.« Manchmal liegt es auch an der anderen Seite.]

Und Seite 210: Am 30. Juli 1914 trat plötzlich der Botschafter der Vereinigten Staaten in Paris auf und wollte den Krieg im letzten Augenblick stoppen. Darauf brüllte Poincaré (nicht vor dem Botschafter, sondern intern), ein Frieden wäre für Frankreich jetzt das größte mögliche Unglück (le plus grand malheur), das überhaupt nur passieren könnte. Denn man habe Deutschland in einem einmaligen Augenblick der Schwäche erwischt! Und könne alle Eroberungs- und Zerstörungsziele erreichen, die man sich nur wünsche. Eine so günstige Gelegenheit komme nicht wieder. Österreich-Ungarns Macht sei verfallen. Während die Machtentfaltung Russlands aus seiner extremen militärischen Aufrüstung (durch französische Kredite angeheizt) bereits so groß wäre, dass Russland bald nicht mehr auf Frankreich angewiesen sei und das Bündnis aufkündigen könnte. So günstig werde man Deutschland nicht wieder erwischen! Grenzenloser Optimismus auf der Entente-Seite, man wollte den Krieg. Das bedeutet: man war der strategische Angreifer. (Ebenfalls am 30. Juli 1914 versuchte General Joffre unter Rücktrittsdrohung die Mobilmachung zu erzwingen. Und setzte sich durch. Dabei war er wie die Katze, die ihren eigenen Schwanz jagt, denn während Russland seit einer Woche geheim mobilisierte, war Deutschland noch ganz am Anfang, während Joffre von der eigenen Seite auf die andere schloss und irrtümlich glaubte, Deutschland mobilisiere geheim schon. Die französische Mobilmachung wurde dann mit falsch datierten Telegrammen begründet. Damit sah es so aus, als habe man auf Deutschland reagiert, statt umgekehrt … Insbesondere die französischen Akten-Veröffentlichungen sind ziemlich frisiert.)

[Jahr für Jahr schickten die französischen Militärattachés in Berlin gehorsam Berichte nach Paris, die lauteten: Kaiser und Kanzler seien standhafte Friedensfreunde, aber sie könnten von der Masse der Bevölkerung davongetragen werden, die aus einem überbordenden Kraftgefühl mit oder ohne Krieg Europa Vorschriften machen und es dominieren wolle. Außerdem seien die Feste zur 100-Jahr-Feier der Abwehr Napoleons unerträglich (aus der Sicht französischer Chauvinisten), und daher sei ein Krieg unvermeidlich, trotz des erwiesenen Friedenswillens von Kaiser und Kanzler. Diese hanebüchenen Berichte wurden in Paris für bare Münze genommen, vor allem von Präsident Poincaré, Generalstabschef Joffre und von Maurice Paléologue, dem pessimistischen und alarmistischen Botschafter in St. Petersburg (der daraufhin seine Lebensaufgabe in der geschickten Kriegsauslösung fand).]

Trotz seiner detaillierten Darlegung, dass nicht nur der russische Außenminister Sergej Sasonow sehr früh massiv auf Kriegskurs ging, indem er den Automatismus der gegenseitigen Mobilmachungen startete, sondern dass auch Präsident Raymond Poincaré ihn sehr scharf dazu ermunterte, möchte Stefan Schmidt weiter vehement daran glauben: Die beiden offensichtlichen Kriegstreiber Sasonow und Poincaré hätten den Ersten Weltkrieg gestartet, um zu versuchen, den Weltfrieden zu erhalten. [Mit einer Diplomatie der bedenkenlosen Aggression, um dabei auch noch als Großmächte an Status zu gewinnen.] (Vergleichbar wäre das mit einer Aussage zum Zweiten Weltkrieg, die so absurd ist, dass kein Historiker sie äußern würde: Hitler und Stalin hätten mit ihrem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg zu verhindern versucht …) Diese innere Blockade, wenn ich sie so darstelle, wirkt lächerlich. Aber wenn wir Stefan Schmidts seriöse Doktorarbeit lesen, kommt uns seine Einschätzung über die Friedfertigkeit der Haupt-Kriegstreiber gemäßigt vor. Nur vor dem Hintergrund der Tatsache, dass mehrere Generationen von vermeintlich renommierten Geschichtsprofessoren hundert Jahre lang über die Quellenbelege hinaus frei konfabulierend, völlig bedenkenlos mit blühender Phantasie für die Deutschen Kriegsziele und Kriegs-Komplotte hinzu erfanden, ohne ihr Tun als unwissenschaftlich zu empfinden, kommt uns die umgekehrte extreme Zurückhaltung bei der Betrachtung der Entente-Verantwortlichen und ihrer möglicherweise bösen Motive nicht mehr gemäßigt, sondern irgendwie psychologisch auffällig vor.

Weiterhin sollen die exorbitanten Kriegsziele, die großflächigen globalen Eroberungswünsche und Dominanzgelüste der Tripleentente (und ihrer Komplizen von Italien bis Japan) auch noch eine Sekunde vor dem Beginn des Krieges in den Köpfen der Verantwortlichen von der Entente keine Rolle gespielt haben? Außenminister Sergej Sasonow, Außenminister Sir Edward Grey und Präsident Raymond Poincaré sollen zwar gezielt Deutschland das Odium des Aggressors angehängt haben, das schon. Aber sie sollen erst frühestens exakt eine Minute nach dem Beginn des Ersten Weltkriegs ihre immensen Beutewünsche in den (Hinter-) Kopf bekommen haben, keinesfalls schon in den Jahren, Wochen, Tagen, Stunden vor dem Kriegsbeginn. Wie realistisch ist diese Annahme? Sie ist einseitig verzerrend, finde ich. Die verwerflichen Kriegsziele ploppten nicht erst in die Realität, als das böse Deutschland den Krieg begonnen hatte (und sich im Unterschied zur Entente nachträglich Kriegsziele ausdenken musste). Etwas an der schönen Erzählung von der relativen Gutheit der Entente stimmt also durchaus nicht.

Außerdem sollte berücksichtigt werden, dass die Entente an Truppen und Waffen drückend überlegen war und damit auf den vermeintlich sicheren Erfolg spekulierte. Im Juli 1914 fuhr man in den Hauptstädten der Entente doppelgleisig: sprach friedenswillig (zur wichtigen Täuschung v.a. der allerdings leichtgläubigen britischen Öffentlichkeit), aber handelte gleichzeitig kriegstreibend.

[Die französische Doktrin des Offensivkriegs seit 1911 erforderte als Prämisse, dass man den Deutschen an Zahl überlegen sein musste. Daher baute Frankreich, obwohl es 20 Millionen Einwohner weniger hatte, eine fast genauso große Armee auf wie Deutschland und war das am meisten militarisierte Land der Welt, gerade mit dem dreijährigen Wehrdienst am Ende der Fahnenstange angekommen. (Und Lord Haldane hatte 160.000 britische Soldaten für eine blitzschnelle Verlegung aufgestellt.) Und Russland betrieb eine beispiellose, extreme Aufrüstung, obwohl seine Armee schon im Frieden weit über eine Million Soldaten zählte. Angetrieben und mit Krediten finanziert von Frankreich. Stefan Schmidt nennt dieses Verhalten der Entente-Mächte den Verlust des Gesamtsystemischen Denkens. Indem die Triple-Entente Deutschland auf extreme Weise zu überrüsten versuchte, um sich selbst völlige Sicherheit zu verschaffen und Deutschland in völlige Wehrlosigkeit zu versetzen, trat ein neues Phänomen auf: das schlechte Gewissen! Die Verantwortlichen der Entente befürchteten nun, Deutschland könnte einen Präventivkrieg führen, solange die ungeheuren Rüstungen der anderen noch nicht ganz beendet waren. Statt also der anderen Seite durch Entspannung eine erträgliche Situation zu verschaffen und das System zu erhalten, indem es ausbalanciert wurde, verschärften die Politiker der Entente ihre Rüstungsbemühungen und fürchteten aus schlechtem Gewissen, Deutschland könnte überraschend losschlagen, bevor die Rüstungsprojekte besonders Russlands ganz beendet seien. Während man selbst das internationale Gleichgewicht zerstörte, unterstellte man Deutschland, mutmaßlich die Balance zerstören zu wollen. In dieser Tunnelblick-Wahrnehmung verhielten sich die verantwortlichen Politiker der Entente in der Julikrise 1914 entsprechend kriegerisch, ohne auch nur wissen zu wollen, ob Deutschland so etwas plante. (Lange schlossen sich die Historiker dieser getäuschten Wahrnehmung an. Inzwischen haben genügend seriöse Historiker offen gesagt, dass Deutschland im Juli 1914 keinen solchen Plan hatte. Es trotzdem zu denken, war eine typische subjektive Fehlwahrnehmung, wie sie uns Menschen die ganze Zeit passieren.)

Am 18. Juli 1914 schrieb Außenstaatssekretär (Außenminister) Jagow an den deutschen Botschafter in London einen Brief, in dem diese Stelle vorkommt: »Sir [Edward] Grey spricht immer von dem Gleichgewicht [der Mächte], das durch die beiden Mächtegruppen hergestellt wird. Er muss sich daher auch klar darüber sein, dass dieses Gleichgewicht total in die Brüche ginge, wenn Österreich von uns lâchiert [im Stich gelassen] und von Russland zertrümmert würde, und dass das Gleichgewicht auch durch einen Weltbrand [Weltkrieg!] erheblich ins Wanken gebracht würde. Er muss daher, wenn er logisch und ehrlich ist, uns beistehen, den Konflikt zu lokalisieren.« [Ihn auf den Balkan zu begrenzen, statt einen Weltbrand daraus werden zu lassen.] War diese Ansicht Jagows wirklich so falsch? So fehlerhaft? Unverantwortlich im Vergleich zum Verhalten der Entente-Mächte? Oder lag auch auf ihrer Seite viel unverantwortliches Handeln? (Sie glaubten irrtümlich, Österreich-Ungarn handle strikt nach einem deutschen Plan. Pläne zu sehen, wo keine waren, ist Verschwörungstheorie.) ]

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Zu Professor Christopher Clark und seinem Buch selbst wollte ich mich nicht äußern. Ich habe eine hohe Meinung von ihm und seiner exzellenten Arbeit. Die folgende Bemerkung sollte daher nicht bierernst aufgefasst werden, sondern sie ist mit einem Schmunzeln geschrieben und humoristisch gemeint: Kurz nach dem Zusammenbruch des kommunistischen Ostblocks war die lange auch im Westen ernst genommene marxistisch-leninistische Geschichtsschreibung schon abgetan. Weil den Historikern ihre Ergebnisse vom Politbüro vorgeschrieben worden waren. Wesentlich weniger plump agierte die oxfordistisch-britizistische Geschichtsschreibung (ein Scherz). Aber auch sie besteht nicht aus reiner Wahrheitsliebe, sondern aus Tendenz. Hier sind es Karrierewunsch und sozialer Druck aus der Gesellschaft, die den Wunsch nach wissenschaftlicher Erforschung der Wahrheit beeinträchtigen, wenn sie für das eigene Land unangenehm klänge.

Außerdem hat Prof. Sir Christopher Clark (mit Niall Ferguson, als er jünger war) die Glaubwürdigkeit der britischen Geschichtswissenschaft fast im Alleingang für die nächsten 50 Jahre gerettet, indem er unhaltbare Irrtümer abräumte, bevor sie unkontrolliert einstürzten. Mehr war heute noch nicht möglich. (Übrigens waren der Erste Weltkrieg und der Zweite Weltkrieg zwei Paar Stiefel, sie dürfen nicht vermischt werden.)

Deutschland war 1914 nicht pazifistisch; allerdings hatte die Geschichte bis dahin gezeigt, dass Pazifismus Fremdherrschaft bedeutete; einen darüber hinaus gehenden Lernprozess hatte es noch nirgends gegeben, in keinem Land.

(Noch wichtiger als Clarks Buch erscheinen mir die beiden Bücher des Amerikaners Prof. Sean McMeekin: Russlands Weg in den Krieg, und: Juli 1914, Countdown in den Krieg. Trotz mancher übertrieben negativen Stelle zu Deutschland verteilt er die Verantwortlichkeiten insgesamt gerecht. So ziemlich zum ersten Mal ein Historiker.)

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Die wichtigste Frage zum Ersten Weltkrieg lautet: Warum haben weder Frankreich noch Großbritannien versucht, Russland davon abzuhalten, den Weltkrieg zu starten? (Trotz guter Erfolgschancen, denn der Zar sträubte sich lange gegen einen Krieg und hätte nur wenige Warnungen seiner Bündnispartner gebraucht, um nicht mit der Mobilmachung zu spielen.) Es gibt erste Antworten, etwa dass Briten und Franzosen die Machtentfaltung Russlands völlig überschätzten und fürchteten, sie könnten in Asien (Indien) und in den Erdölgebieten von Russland bestraft werden. Oder durch eine Neuausrichtung der Bündnisse, einen Verlust Russlands als Bündnispartner. Daher unternahmen sie nichts, um Russland zu mäßigen. (Randnotizen Crowes, Nicolsons und Greys zu den Telegrammen Buchanans aus St. Petersburg um den 24. Juli 1914 herum. Und das Agieren Poincarés, Joffres und Botschafter Paléologues.) Diese wichtigste Frage wurde lange hinter einem Irrgarten von (Schein-) Fragen kaum gesehen.
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am 9. Februar 2016
Dieses Werk ist offensichtlich als Standardwerk für den 1.Weltkrieg angelegt und ausserordentlich umfassend und mit unzähligen Quellenangaben bestückt. Ich kann es für den wirklich interessierten Leser nur empfehlen, wer sich aber nicht durch rund 800 Seiten arbeiten will sollte eher zu etwas kürzeren Abhandlungen greifen.
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am 14. Oktober 2014
Immer wieder sehr gerne, pünktliche Lieferung und ordentliche Verpackung. Habe das Buch für meine Hausabreit gebraucht und bin sehr zufrieden!
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am 14. Juni 2015
"In ganz Europa gehen die Lichter aus; wir alle werden sie in unserem Leben nie wieder leuchten sehen."
(Sir Edward Grey, britischer Außenminister, am 3. August 1914, kurz nach Ausbruch des Ersten Weltkrieges und kurz vor dem britischen Kriegseintritt)

Selten hat mich ein Geschichtsbuch derart fasziniert, selten war ein wissenschaftliches Geschichtsbuch derart umstritten - und von derart erbärmlichen Missverständnissen umrahmt.

Für die verheerende Wirkung, welche der Erste Weltkrieg für die Geschichte Europas (und der Welt) bedeutete, haben verschiedene bedeutende Persönlichkeiten und Historiker unterschiedlich eingängige Metaphern und Formulierungen gefunden: Der Begriff der "Urkatastrophe des 20 Jahrhunderts" (G. F Kennan) soll hier ebenso hervorgehoben werden wie die jüngste Einschätzung Jörn Leonhards, der diesen Weltenbrand mit der "Büchse der Pandora" verglich; jenes unheilvolle mythische Gefäß, aus dem nach seiner Öffnung alle Übel dieser Welt entwichen.
Doch betont der Autor des vorliegenden Buches zurecht, dass trotz der Gräuel dieses Konfliktes das eigentliche Problem in der Frage zu suchen ist, welche "undurchsichtigen und verworrenenen" Ereignisse dieses Armageddon möglich gemacht haben (Schlafwandler, S. 720). Die Diskussion über diese Frage ist ebenso alt wie der Erste Weltkrieg selbst, kontroverse und enorm aufgeladene Debatten beschäftigen sich seit Jahr und Tag mit der Frage, "wer schuld war"; eine Frage, die hier erheblich komplizierter zu beantworten ist als beim Zweiten Weltkrieg.
Bislang galt - zumindest in Deutschland - die These der Hauptschuld Deutschlands und seiner Verbündeten: Diese hätten Europa mutwillig und möglicherweise geplant in den Weltkrieg gezogen.

Der in Cambridge lehrende Historiker Christopher Clark hat es nun auf sich genommen, diese These dezidiert infrage zu stellen, indem er die Frage nach den Ursachen des Ersten Weltkrieges durch einen "multiperspektivischen" und beeindruckend facettenreichen und differenzierten Blick auf alle Akteure der Zeit vor und während der Krise von 1914 zu beantworten sucht.
Clark gehört unbestritten zu den herausragenden Historikern unserer Zeit, der mit seinen Werken über "Preußen" und "Wilhelm II." Meilensteine der modernen Historiographie vorgelegt und mit diesem Buch eine Darstellung geliefert hat, die wohl das Beste ist, was es über die Genesis des Ersten Weltkrieges gibt. Auch hier zeigt Clark seine Fähigkeit, durch originelle und anregende Argumentationen ältere Interpretationen zurechtzurücken und neue, interessante Sichtweisen anzubieten.
Nach der Lektüre seiner Wilhelm-Biographie war mir ziemlich klar, dass Clark demnächst auch eine komplette Arbeit über seine Sicht der Kriegsursachen des Ersten Weltkrieges vorlegen würde.
Vielen Lesern ist wohl entgangen, dass der Autor in dieser Biographie bereits viele Thesen vorweggenommen hat, die in diesem Buch eine Rolle spielen (so die Bewertung des deutschen Kaisers, der Julikrise, der Bündnis- und Balkanpolitik sowie der Flottenrivalität zwischen Deutschland und Großbritannien).
Bei aller Bewunderung über dieses Werk, über das schon so viel geschrieben wurde - auch hier auf Amazon - bleibt die unangenehme Frage, wie viele seiner Bewunderer (und Gegner) sein Buch überhaupt in Gänze gewürdigt und gelesen haben.
Denn es ist kein Buch für jedermann, es ist komplex, gehalt- und anspruchsvoll, erfordert Konzentration und tiefes Interesse sowie ein gewisses Maß an Vorbildung, um zu verstehen, welche Interpretation der Autor hier liefert.
Auch und gerade die Reaktionen auf dieses "Buch des Jahres" zeigen, dass es oft genug relativ oberflächlich behandelt und z.B. auf die lange und heiß diskutierte "Kriegsschuldfrage" sowie auf seinen Titel reduziert wird, den viele Leser offensichtlich falsch verstanden haben.
Dabei ist das Buch von bestechender argumentativer und intellektueller Qualität - ich habe noch nie ein Buch gelesen, das so voll von anregenden, anspruchsvollen und scharfsinnigen, doch zugleich einleuchtenden Reflexionen und Interpretationen war - teilweise mehrmals auf einer Seite. Damit kann sich wohl kein anderes Buch zum Thema messen. Niemals zuvor ist wohl das gegenständliche Thema derart kompetent durchdrungen worden.

Clark versucht seinem Thema durch drei Hautzugänge gerecht zu werden, die im wesentlichen davon geprägt sind, dass die Lage auf dem Balkan, der Krisenregion Europas, von der der Krieg ausging, vor 1914 ebenso in den Blick genommen wird wie die Interaktion aller Großmächte, die Formen, Entwicklungen und Charakteristika ihrer Außenpolitik vor und nach dem Attentat von Sarajewo, das Ende Juni 1914 die Krise einleitete, die zum Krieg führte.
Hierbei untersucht er erstens die beiden Antagonisten Österreich-Ungarn und Serbien, ihre staatlich-politischen Eigenschaften und ihre Beziehung zueinander, weil von diesem Konflikt der Erste Weltkrieg ausging.
Zweitens befasst er sich ausführlicher mit der Außenpolitik der verschiedenen an der späteren Krise beteiligten Großmächte, um zu zeigen, wie die Polarisierung Europas und eine Lage zustande kommen konnte, in der der Krieg ausbrechen konnte.
Drittens rekonstruiert er minutiös den Verlauf der "Julikrise", in welcher durch leichtfertiges und fahrlässiges Handeln der verschiedenen Akteure die Weichen auf den Krieg gestellt wurden.

Clarks Buch ist wie gesagt nicht für jedermann geschrieben und nicht jedermann wird damit durchgekommen sein; die Ausgangsfrage wird umfassend beantwortet ohne dass jedem Leser diese Antwort oder besser, diese Antworten gleichermaßen offensichtlich ins Gesicht springen werden; es ist im ganzen Buch viel von "Zweideutigkeit", "Komplexität", "Unduchsichtigkeit" und "Ambivalenzen" die Rede., was auf die Hauptthese des Buches ebenso hinweist wie auf das Hautproblem bei der Lektüre:
Von der Komplexität der Bedingungen des Kriegsausbruches ausgehend, will Clark diese Komplexität der Entwicklungen deutlich machen, was die Lektüre für den Leser ebenso schwierig macht.
Die Hauptthese des Buches lautet, dass der Erste Weltkrieg keineswegs von einzelnen Staaten geplant und zielstrebig vorangetrieben wurde, sondern das Resultat eines multipolaren, vielschichtigen Interaktionsprozesses der beteiligten Mächte war, in welchem viele Entwicklungen und Aktivitäten eine Rolle spielten.

Das Buch beginnt mit einer Darstellung des serbischen Staates, der laut Clark spätestens seit 1908/09 von agressiven, chauvinistisch-irredentistischen Strömungen und Netzwerken durchdrungen war. Diese Netzwerke bildeten eine den Österreichern auch als solche bewusste Gefahr des Habsburgerreiches, dessen serbische Völker die verschwörerischen Netzwerke Serbiens "befreien" wollten, ohne dass die Belgrader Regierung willens oder in der Lage war, diese konspirativen Tätigkeiten zu stoppen oder auch nur einzudämmen.
Dass Serbien tief von diesen Strömungen, die eine Gefahr für den Bestand Österreich-Ungarns bedeuteten, durchdrungen war, erschien der Wiener Regierung als eine Tatsache und bestimmte zunehmend deren Haltung.
Dazu kam, dass seit 1908/09 Russland eine zunehmend feindselige Haltung gegenüber Wien und eine zunehmende Annäherung an Belgrad an den Tag legte, um auf dem Balkan seinen Einfluss auszuweiten.
Die später verhängnisvollen Szenarien zeichnen sich hier schon ein wenig ab...

Im Folgenden nimmt Clark eine Neubewertung der Herausbildung der Bündnissituation vor, welche mit dazu betrug, dass der Weltkrieg ausbrechen konnte.
Er macht deutlich, dass die Bündnisse zwischen Großbritannien, Russland und Frankreich, welche zu einer wachsenden Isolation Deutschlands führten, nicht infolge einer deutschen aggressiven Außenpolitik zustanden kamen, ja nicht einmal von Anfang an und in erster Linie gegen Deutschland gerichtet waren:
Russland sah das Bündnis mit Frankreich als Garant für eine Eindämmung Östereichs auf dem Balkan, England wollte durch den Schulterschluss mit Frankreich und Russland koloniale Spannungen und imperiale Rivalitäten abbauen.
Deutschland hingegen spielte lange Zeit in den bündnisstrategischen Kalkulationen der Großmächte eine eher untergeordnete Rolle, wurde aber als anmaßender Emporkömmling empfunden.
Dennoch trug auch Deutschland durch seine leichtfertige und dilettantische Politik zu seiner Isolation bei.
Doch relativiert Clark hierbei die Rolle der deutschen Flottenpolitik, die in der Forschung massiv überschätzt werde und von Großbritannien längst nicht als die große Bedrohung wahrgenommen wurde wie oft dargestellt (S. 205, auch 414).
Das Bündnissystem selber war weniger Resultat als VORBEDINGUNG der feindseligen Haltung der Mächte gegen Deutschland, weil sich Russland und Frankreich entschlossen, ihr Bündnis mit dem Schicksal der krisengeschüttelten Balkanregion zu verbinden:
Infolge der Balkankriege verschoben sich die Kräfteverhältnisse auf dem Balkan, und Russland und Frankreich übten bald einen großen Einfluss auf den durch diese Kriege gestärkten serbischen Staat aus.
Russland wollte so seinen Einfluss auf der Halbinsel stärken, um möglichweise ein Sprungbrett zur Arrondierung der türkischen Meerengen zu bekommen, Frankreich sah in der Unterstützung dieser offensiven russischen Balkanpolitik eine ideale Vorbedingung für eine günstige Ausgangslage eines möglichen Krieges gegen Deutschland: Wenn es auf dem Balkan zu einem Konflikt zwischen Wien und Belgrad kommen würde, standen Petersburg und Paris, so viel war spätestens seit 1912 klar, aufseiten des serbischen Verbündeten...
Auf diese Weise legten Frankreich und Russland (mit stillschweigender Unterstützung Großbritanniens) eine gefährliche Zündschnur an die österreichisch-serbische Grenze, denn dort herrschte wie gesagt ein enormes Konfliktpotential aufgrund der Bedrohung des österreichischen Staates durch das irredentistisch imprägnierte Serbien.
Das serbische aggressive Verhalten 1912/13 verstärkte dieses Konfliktpotential noch, weil Österreich zunehmend der Ansicht war, hier helfe nur die Sprache der Härte - und eventuell der Gewalt, während Frankreich und Russland ein zunehmend anti-österreichisches Verhalten und Denken an den Tag legten, das ihr Verhalten während der Julikrise noch bestimmen sollte.

Eine zentrale These Clarks lautet daher:
Weil Serbien seinen irredentistischen Untergrund nicht einzudämmen imstande war und die Entente ihr Bündnis dennoch und mit dezidierter Wendung gegen Österreich mit dem Schicksal Serbiens verband, weil also die Entente den Grundstein dafür legte, dass ein regionaler Konflikt zwischen Wien und Belgrad einen großen Flächenbrand auslösen konnte und weil Österreich zunehmend empfindlich auf diese wahrgenommene Bedrohung reagierte und mit Deutschland verbündet war, konnte der Krieg möglich werden (S. 470f. und 454 ist diese These komprimiert).
Jedoch macht Clark deutlich, dass vor 1914 keine europäische Macht einen Präventivkrieg plante, in keinem Land entsprechende militärische Kriegstreiber die Plattform der Politik übernahmen und bestimmten, sodass die These eines deutschen Präventivkrieges anlässlich der "günstigen Gelegenheit" anno 1914 seine Plausibilität komplett einbüßt, aber auch revisionistische Thesen eines angeblich geplanten französischen "Revanchekrieges" oder eines russischen Waffengangs zur Eroberung der Meerengen beiseite geschoben werden müssen.
Allerdings - dies beinhaltet die obige These Clarks auch - boten die oben skizzierten bündnispolitischen Weichenstellungen eine Grundlage für die spätere Eskalation der Julikrise, gaben den Rahmen vor, in welchem diese später stattfand.
Und was vielleicht genau so wichtig ist: Clark hebt hervor, dass dieses "Balkan-Szenario" keineswegs eine "unpersönliche Notwendigkeit" war, sondern Resultat eines Prozesses, den Paris und Petersburg herbeigeführt hatten. Es war nicht objektiv notwendig, sondern Ausdruck einer parteiischen Bündnis- und Außenpolitik. Großbritannien übernahm jedoch - ebenso wie nachfolgende Historiker bis heute - die Meinung, es sei geradezu unausweichlich (gewesen), dass die Entente eingreifen und einen großen Krieg in Kauf nehmen müsse, sollte Österreich gegen Serbien vorgehen - Russland müsse dann Partei für Serbien, und Paris und London Partei für Russland nehmen. Doch dieses Szenario war alles andere als unvermeidlich, sondern Resultat der französisch-russischen Bündnispolitik. Umgekehrt wurde - und wird - bis heute Wien und Berlin kategorisch ihre Politik vorgehalten. (S. 460f.)

Doch zeichnet sich Clarks Buch eben dadurch aus, dass er es bei solchen Urteilen nicht belässt, sondern in einem eigenen Kapitel deutlich macht, dass auch die Formen und Charakteristika der Außenpolitik selber ihren Teil zu einer Situation beitrugen, in welcher der Krieg ausbrechen konnte:
Die Uneinheitlichkeit des Entscheidungsprozesses, hervorgerufen durch die unklare Rolle von Monarchen, Regierungen, Botschaftern/Diplomaten und öffentlicher Meinung sowie verschiedener rivalisierender Instanzen sorgte für eine für Außenstehende unklare und unberechenbare Außenpolitik, machte es schwer, Intentionen und Signale der Staaten zu deuten - ein Klima des permanenten Misstrauens wirkte sich verheerend auf das Weltstaatensystem aus.
Hinzu kommt, dass man mit Clark nicht einfach den einen Staat für eine bestimmte Haltung einseitig verurteilen darf, sondern berücksichtigen muss, dass alle Entscheidungsträger von spezifischen "Narrativen", Weltbildern, Einschätzungen und Feindbildern geprägt waren. Diese Prägungen sorgten nicht nur vor, sondern vor allem während der Julikrise für verheerende Missverständnisse.
Hierzu eine persönliche Anmerkung: Die Außenpolitik jeder macht war offensichtlich, wie Clark zeigt, von unterschiedlichen Persönlichkeiten und widersprüchlichen Signalen geprägt, überall gab es friedfertige, aber auch kriegsbereite Haltungen; daher scheint es unsinnig, die Verantwortung für den Ausbruch des Krieges nach "Staaten" zu verteilen.

Das Kapitel über die Julikrise nun ist nun der Teil des Buches, auf den sich die größte Aufmerksamkeit richtet
ABER: Mein Eindruck nach der Lektüre war, dass es schwierig ist diese Krise, die sich aus dem Sarajewoer Attentat vom 28. Juni 1914 ergab, zu deuten ohne die von Clark breit erörterten Vorbedingungen zu berücksichtigen.
Besonders hervorzuheben ist zunächst einmal, dass nach Clark die Belgrader Regierung die ganze Krise, ja das Attentat hätte verhindern können, da man um entsprechende Pläne wusste, eine eindeutige Warnung an Wien jedoch unterließ, weil, so vermutet Clark, man auch Angst vor der Aufdeckung der ganzen Dimension der terroristischen Aktivitäten hatte, in die man ja selber verstrickt war.
Belgrad hätte also das Attentat verhüten können, und vielleicht wäre dann nie ein Krieg ausgebrochen, denn nach Clark deutete 1914 vieles auf eine Verständigung der Blöcke hin.
Die Großmächte nun reagierten nach dem Attentat auf dieses mit Verhaltensweisen, die alle zusammen und jede für sich verhängnisvoll waren. Folgendes war dabei kennzeichnend:
Das österreichische Bewusstsein des serbischen Ursprungs der terroristischen Gefahr, welche sich direkt gegen den Habsburger Staat richtete und diesen nun ins Mark getroffen hatte; die serbische Unfähigkeit, ein der Krise angemessenes Vorgehen gegen die Hintermänner des Attentates an den Tag zu legen; die deutsche Isolation, welche eine unbedingte Unterstützung für den Wiener Bündnispartner praktisch unumgänglich machte; die beschriebene "Balkanisierung" und Serbien-Affinität des russisch-französischen Bündnisses und die Unfähigkeit und Weigerung der gesamten Entente, irgendwelche österreichischen harten Schritte gegen Serbien zu akzeptieren, trugen zu einer Atmosphäre der Intransigenz und Unnachgiebigkeit bei; eine Neigung, der jeweils anderen Seite aggressive Ansichten zu unterstellen und sich selber als rein defensiv anzusehen.

Österreich und Deutschland trugen - dies betont allerdings Clark viel zu schwach - ENTSCHEIDEND zur Auslösung wie zur Verschärfung der Julikrise bei, indem sich Wien, von Berlin unterstützt, früh auf ein kriegerisches Vorgehen gegen Serbien festlegte. Jedes nicht-militärische Vorgehen wurde als unzureichend verworfen. Deutschland unterstützte Wien darin, stellte sich uneingeschränkt hinter seinen Partner und glaubte, dass Russland sich "raushalten" würde.
Man rechnete also damit, den Krieg lokalisieren zu können. Außerdem wollte man über diese Krise die russische Kriegswilligkeit "austesten"; sollte Russland wider erwarten eingreifen, dann war man ja immerhin der Angegriffene!
Russland wiederum verhielt sich nun in der Tat entsprechend, ergriff früh militärische Vorausmaßnahmen (Mobilisierung), Frankreich und Russland stellten sich ebenso unbedingt hinter Serbien wie Deutschland sich hinter Wien stellte.
Es gab einen französisch-russischen "Blankoscheck" für Serbien also ebenso wie einen deutschen für Österreich; dies hat jüngst auch Jörn Leonhard betont.
Und nur aufgrund der russischen Rückendeckung konnte Serbien auf das österreichische Ultimatum, welches am 23. Juli einging und harte Forderungen an den serbischen Staat richtete, so ausweichend und unbefriedigend antworten, wie es das tat.
Clark stellt fest, dass die weit verbreitete Annahme, die serbische Antwort sei äußerst entgegenkommend gewesen, falsch ist.
Wien nun reagierte auf diese Quasi-Ablehnung des Ultimatums durch die Kriegserklärung an Serbien, Russland wiederum nahm dies zum Anlass, die Mobilisierung seiner Armee voranzutreiben. Damit provozierte man eine deutsche Kriegserklärung und damit setzte sich der Bündnismechanismmus in Gang, weil Deutschland entsprechend seiner Kriegspläne auch dem sicheren russischen Verbündeten Frankreich den Krieg erklären musste.
Großbritanniens Haltung war viel zu lange unklar geblieben als dass dessen zaghafte Friedensfühler etwas hätten bewirken können; man trat schließlich vor allem deshalb in den Krieg ein, weil man Angst davor hatte, den zukünftig sehr mächtigen russischen Verbündeten mussgünstig zu stimmen - nicht etwa, weil man Belgien "rächen" wollte, wie dies nach wie vor behauptet wird.

Somit kann kein Staat ganz von einer Mitschuld am Ausbruch des Krieges freigesprochen werden; es handelte sich hier um ein kollektives Versagen des europäischen Staatensystems voller falscher Kalkulationen und verhängnisvoller Fehlentscheidungen. Da Clark nachweisen kann, dass von allen Staaten in der ein oder anderen Weise ein verhängnisvoller Beitrag zur Auslösung des Weltkrieges ausgegangen ist, lautet seine Schlussfolgerung, dass die Suche nach einem "Hauptschuldigen" gleichsam müßig und es nicht sinnvoll sei, hier ein "blame game" zu spielen. Das ist übrigens NICHT zu verwechseln mit einer Clark oft - und zu Unrecht - unterstellten Ansicht, wonach das Kaiserreich ausdrücklich von einer Kriegsschuld entlastet, als "unschuldig" dargestellt, gleichsam "freigesprochen" werden solle. Anstatt zu versuchen, wie bei einem Gerichtsverfahren einzelnen Staaten eine Kriegsschuld nachzuweisen, sollte man nach Clarks Ansicht lieber nach den komplexen Vorbedingungen fragen, welche den Krieg möglich machten. Für ihn handelt es sich bei der Entstehungsgeschichte des Ersten Weltkrieges nicht um ein Verbrechen, einen "Thriller", sondern um eine "Tragödie." (S. 716) Hier kann man ihm durchaus widersprechen; selten in der Geschichte wurde in diesem Maße eine derart monströse Katastrophe durch das fahrlässige und skrupellose Verhalten einiger weniger Männer ausgelöst - das hatte schon etwas Verbrecherisches.

Natürlich kann man nun Clark außerdem - wie ich - vorwerfen, dass er trotz dieser beeindruckenden neuen Einsichten und Erkenntnisse nicht doch zur nach wie vor naheliegenden Schlussfolgerung gelangt, dass das Verhalten Deutschlands und Österreichs am als schwerwiegendsten für die Entwicklung und Eskalation der Julikrise anzusehen ist. Die wichtigsten und folgenreichsten Entscheidungen wurden hier getroffen, der erste kriegerische Schritt (gegen Serbien) wurde hier beschlossen, es wurde durch den scharfen Eskalationskurs gegenüber Serbien bewusst ein Weltkrieg riskiert, der den Beteiligten nicht unwillkommen war. Man kannte das von Clark beschriebene "Balkan-Szenario" ganz genau - und brachte dennoch den Stein erst ins Rollen, legte, um Volker Ullrich zu zitieren, als erster die "Lunte an das Pulverfass." Die Handlungen der anderen Mächte waren sicherlich verheerend - insbesondere die französisch-russische Balkanpolitik vor, aber auch in der Julikrise sowie die serbische Innenpolitik -, aber doch nicht ganz so bedeutsam wie die in Wien und Berlin getroffenen Entscheidungen.
Max Weber hat einmal geschrieben, dass der Wissenschaftler wissenschaftliche Arbeit und Werturteile streng voneinander getrennt halten müsse; erst auf der Grundlage des wissenschaftlich Erarbeiteten könnte der Wissenschaftler mögliche Werturteile anbieten.
Clark hat genau dies befolgt und durch seinen differenzierten, multiperspektivischen Ansatz, der die Schuldfrage konsequent vermeidet und alle Seiten berücksichtigt, erst die Grundlage geschaffen, um die Frage nach der Verantwortung für den Kriegsausbruch besser beantworten zu können. Wenn man seine Arbeit aber so bewertet, dann kann man sie auch loben, ohne ihre Schlussfolgerungen zu teilen - die nämlich die Schuldfrage ebenfalls nicht berühren, sondern ausblenden. Ich persönlich bin gerade auf der Grundlage von Clarks Befunden weiterhin der Ansicht, dass man Wiens und Berlins Entscheidungen schwerer gewichten muss als die in den anderen Hauptstädten.

Aber man sieht: Auch wenn ich Clark längst nicht in allem zustimme, so komme ich doch nicht an der Ansicht vorbei, dass man es hier mit dem besten Buch über das Thema zu tun hat. Er hat gezeigt, dass der Ausbruch des Krieges hervorging aus schrecklichen Fehlern ALLER beteiligten Mächte, und dass erst diese Fehler im Zusammenhang die Situation im Sommer 1914 eskalieren ließen. Er zeigt die lange und komplexe Vorgeschichte der Julikrise und versucht, allen Staaten gerecht zu werden. Er bemüht sich, die Handlungen der beteiligten Staatsmänner vor dem Hintergrund des Kontextes und der Wahrnehmungen, die sie leiteten, zu erklären. Er tut all dies minutiös, differenziert, unglaublich scharfsinnig und ausgewogen. Am wichtigsten: Er erzählt eine Vorgeschichte des Kriegsausbruchs, die zeigt, dass die Schuldfrage längst nicht das wichtigste ist und man auch ohne sie die vielleicht beste Geschichte der Ursprünge des Ersten Weltkrieges erzählen kann, die es jemals gab. Man nenne mir eine bessere Arbeit über den Kriegsausbruch 1914! So etwas war schon lange nötig.

Ein letztes: So gut Clarks Buch ist, so erbärmlich schlecht ist seine Rezeption:
Sowohl nationalistische Deutschland-Apologeten vom rechten Rand als auch Vertreter der älteren Historikerzunft (wie Wehler, Winkler, Röhl usw,) unterstellen Clark die abenteuerlichsten Dinge, insinuieren u.a., dass Clark die Deutschen von einer Schuld am Weltkrieg freispreche usw.
Die rechten Nationalisten feiern dies als Auftakt eines nötigen "Revisionismus" der neueren deutschen Geschichte, die deutsche Historikerzunft sieht absurderweise einen Versuch Clarks, die deutsche Vorkriegspolitik zu verharmlosen.
Gerade die Kommentare Heinrich August Winkers, Hans-Ulrich Wehlers und John Röhls sind dabei oft genug fehlerhaft, undifferenziert und gehen komplett an Clarks Buch vorbei. Offenbar hat man sich gerade unter deutschen Historikern so sehr an die Lesart gewöhnt, vor allem die deutsche Rolle beim Kriegsausbruch in den Mittelpunkt zu rücken und die Handlungen der anderen Mächte an den Rand zu drängen, dass man nun jeden Versuch, die unbestreitbaren Fehler Deutschlands vor und im Juli 1914 in den europäischen Kontext einzubetten, als glatten Geschichtsrevisionismus abstempelt. Mit meist ziemlich dürftigen Argumenten.
Dabei kann, um dies hier ausdrücklich festzuhalten, keine Rede davon sein, dass Clark die Deutschen von der Mitverantwortung an der Julikrise und am Kriegsausbruch freispricht. Er selbst hat dies ausdrücklich klargestellt und in seinem Buch selber, durch die Hervorhebung der schweren Fehler der deutschen Politiker vor und in der Julikrise keinen Anlass für solche Vorwürfe gegeben. Was die Argumente Annika Mombauers, Gerd Krumeichs und Wehlers angeht, wonach Clark in seinem Buch vor allem ausführlich über die französischen, russischen und serbischen Ursprünge des Krieges referiert und dem entsprechende ausführliche Erörterungen zur deutschen Rolle schuldig bleibe, weshalb er unverhältnismäßig argumentiere, so fällt erstens dieses Argument z.T. auf ihre Urheber zurück, denn jahrelang wurde vor allem der deutsche Anteil an der Kriegsauslösung behandelt; und zweitens (und damit zusammenhängend) behandelt Clark vor allem diejenigen Aspekte ausführlich, die bis dato vernachlässigt worden sind. Die deutsche Rolle ist hinlänglich untersucht und wird von Clark weder bestritten noch unterschlagen. Was die Politik der anderen beteiligten Staaten angeht, sah sich Clark zu ausführlichen Erläuterungen gezwungen. Dennoch ist an den entsprechenden Vorwürfen, Clark hätte den deutschen (bzw. deutsch-österreichischen) Anteil an der Eskalation der Krise stärker gewichten müssen, etwas dran. Gleichwohl ist dies kein Grund, in Clarks Buch etwas anderes zu sehen als das beste Buch zum Thema.
Was die Hoffnungen der (wirklichen) Revisionisten angeht, so stellte Clark vor einiger Zeit unmissverständlich klar:
"Eine Debatte über den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges wie jene über den Ersten wird es niemals geben."
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