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am 28. Januar 2010
Dass der Tod im Reisfeld weit mehr war, als der manchem sich noch in Erinnerung befindliche Vietnamkrieg, das macht die Dreiteilung des Buches von Peter Scholl-Latour deutlich. In drei Hauptkapiteln eingeteilt, "Der erste Indochina-Krieg", "Der zweite Indochina-Krieg" und "Der dritte Indochina-Krieg", zeigt Scholl-Latour in den Kapiteluntertiteln von "Der Tod im Reisfeld", wer denn die kriegführenden Fremdherren der "Dreißig Jahre Krieg in Indochina" waren: "Die Franzosen", "Die Amerikaner" und "Die Chinesen".

"Anstelle eines Vorworts" bekundet Peter Scholl-Latour zunächst seine "Trauer über Saigon". Es war das "Continental", "das in den langen Jahren des ersten und zweiten Indochina-Krieges den Korrespondenten aus aller Welt", und Scholl-Latour war einer von ihnen, als Quartier diente. Die Terrasse des Hotels war "einst Treffpunkt, Nachrichtenbörse und Liebesmarkt einer lärmenden Journaille." Sich durch die Apparatschiks der neuen Machthabung unter den Nagel gerissen, stand es als Hotel später der Allgemeinheit nicht mehr zur Verfügung. Es war das "Majestic", in Nasenlänge am Saigon River gelegen, in dem der deutsche Reporter jetzt untergebracht war. Es war das "Majestic", wo er seine Trauer über die zwischenzeitliche Entwicklung der Stadt zum Ausdruck brachte. Wir schreiben das Jahr 1976, das Jahr nach dem unglaublichen Fall von Saigon. Saigon, die Stadt, die als Ho-Chi-Minh-Stadt bis heute noch - worin sie sich z.B. von der ehemaligen "Karl-Marx-Stadt" Chemnitz unterscheidet - ihren anbefohlenen personenkultigen Zwangsnamen trägt.

Alles beginnt - zumindest für Peter Scholl-Latour - in Kotschinchina, wohin er Ende 1945 als 21-jähriger junger Journalist an Bord des von den Franzosen ausgeliehenen englischen Truppentransporters "Andus" unterwegs war. Der Erste Indochinakrieg, der allgemein auf den Zeitraum 1946 bis 1954 terminiert wird, sollte gerade erst beginnen. Scholl-Latour lädt ein, nimmt mit zu seinen Erlebnissen und Begegnungen. Er berichtet aus Saigon, Haiphong und anderen wichtigen Stationen politischer und militärischer Entscheidungen. Wir lernen die Protagonisten kennen, ob die französische Generäle Leclerc oder Navarre, oder den der Gegenseite, den legendären Vo Nguyên Giáp von der Viet Minh. Es war die verlustreiche Schlacht von Diên Biên Phù, die dem nicht ganz 70-jährigen französischen Kolonialreich Indochina, der sogenannten Union Indochinoise, ihr unrühmliches Ende bereitete. Die unsägliche Teilung des Landes in Nord- und Südvietnam war eine der Folgen und bildete schon den Keim für den Zweiten Indochina-Krieg - und zu Scholl-Latours nächstem Kapitel.

Die Amerikaner treten auf den Plan. "Der Kriegsstil der Amerikaner ist ein ganz anderer. Auf Befestigungen wird kein Wert gelegt. Die eigene Feuerkraft ist alles. In Härtefällen verlässt man sich auf die Luftwaffe, und wenn es ganz schlimm kommt, stehen die Hubschrauber, die 'Chopper', bereit, um das amerikanische Beraterpersonal auszufliegen."

Wir befinden uns mitten im nun als Vietnam-Krieg bezeichneten zweiten Akt des Dramas: den heißen Dschungelkämpfen im Zeitalter des Kalten Krieges, einem sogenannten Stellvertreterkrieg der Großmächte, im Lande und auf dem Rücken eines kleinen sympathischen Volkes. Peter Scholl-Latour nimmt uns mit auf die Schlachtfeder dieses südostasiatischen Zeitgeschehens, mit Abstechern nach Kâmpuchea, das damals noch schlicht und einfach Kambodscha hieß, und nach Laos. Wir sind bei seiner Festnahme mit dabei, als er im August 1973 - als Reporter wohlbemerkt, nicht als Soldat - in Gefangenschaft der Viet Minh, die sich zwischenzeitlich in Vietkong umbenannten, geriet.

Peter Scholl-Latour war auch Zeitzeuge der letzten Tagen Saigons. "Noch nie ist mir Saigon so asiatisch erschienen wie in diesen Tagen vor dem Fall." Ob es die "Masken der Indifferenz" der Südvietnamesen war, ihre Zerstreuung und Unachtsamkeit im Straßenverkehr - es müssen wohl kollektive depressive Gefühle gewesen sein, die sich auf die Stadt legten, damals im April. So waren denn auch "die Journalisten die letzten Kunden der Mädchen von Saigon, so etwas wie Beichtväter in der Stunde vor der großen Prüfung." Miss Saigon lässt grüßen. "Die eine gibt sich fatalistisch: 'Dann werde ich eben beim Vietkong Reis pflanzen; ich komme ohnehin vom Land.' Die zweite meint, dass sie niemals auf schöne Kleider und das leichte Leben verzichten kann, dass sie die Schmach nicht ertragen wird, und dass das Wasser des Saigon-Flusses tief genug ist, um sie aufzunehmen. Die dritte kehrt Trotz heraus: 'Als es meinem Volk materiell gut ging hier in Saigon und alle Güter zur Verfügung standen, wollte ich daran teilhaben; doch wenn mein Volk hart arbeiten muss und arm sein wird, dann will auch ich arm sein.'"

Vietnam fand auch in Folge keine Ruhe. Es waren Wunden zu lecken, gleichzeitig brachen neue auf. Zeiten der politischen Veränderungen, Zeiten der Umerziehung der Bevölkerung, Zeiten kommunistischer Renovation. Vietnam wurde sozialistische Republik und nennt sich seitdem auch so. All das im Schatten der sowjetischer Beobachtung, Anleitung und Abhängigkeiten. All das im kritischen Auge der übrigen Welt, insbesondere der anderen kommunistischen Großmacht, China, der großen Volksrepublik im Norden. Auch über die in den Vietnamkrieg mit hineingezogenen Nachbarländer Laos und Kambodscha - besonders Kambodscha - kam unermessliches Leid. Ein Völkermord unvorstellbaren Ausmaßes, begangen durch den kommunistischen Machthaber Pol Pot und seinen Schergen (Rote Khmer), in Verbindung mit Hunger und Krankheiten, dezimierte die Bevölkerung um zirka 2 Millionen Menschen. Dies und wiederholte Grenzverletzungen der Roten Khmer in Richtung Vietnam, riefen schließlich die Sozialistische Republik (Vietnam) auf den Plan, gegen die Demokratische Volksrepublik (Kambodscha). Das war Ende 1978.

Hier konnte China nicht länger tatenlos zusehen. Es gab - später als Erziehungskrieg bezeichnete - kriegerische Auseinandersetzungen, mit beidseitig hohen Verlusten, an der vietnamesisch-chinesischen Grenze. Und Peter Scholl-Latour hatte seinen dritten Indochinakrieg. "China packt die vietnamesische Schlange am Schwanz", wie Scholl-Latour so treffend zitiert. Flüchtlingsströme, übers Meer (Boat People) wie über Land, war eine weitere Folge, die ein erneutes Eingreifen der Völkergemeinschaften notwendig machten.

Peter Scholl-Latour fasst zusammen. "Dem amerikanischen Giganten waren in der Auseinandersetzung mit den gelben Zwergen von Hanoi die Grenzen seiner Macht gesetzt worden, und sein Selbstbewusstsein hatte sich von dieser Erkenntnis nicht erholt." Das Buch stammt aus dem Jahre 1979. "Der Zenit amerikanischer Weltgeltung schien nunmehr überschritten. Die Resignation Johnsons, der Watergate-Skandal Richard Nixons, die Paralyse, die sich Washingtons unter Gerald Ford und mehr noch unter Jimmy Carter bemächtigte, ließen sich recht und schlecht auf jene Demütigung zurückführen, die die kleinen grünen Männer des Vietkong dem gewaltigen Onkel Sam zugefügt hatten."

Mit großem Interesse las der hier rezensierende Cineast die Filmkritik Scholl-Latours zu dem vom Rezensenten bisher - in künstlerischer Hinsicht - als Meisterwerk betrachteten "The Deer Hunter" ("Die durch die Hölle gehen", mit Robert de Niro). Peter Scholl-Latour hat diesen Film wohl seinerzeit in Bangkok gesehen und rückte einiges zurecht, insbesondere was die - erfundene - Affinität der Vietnamesen zu Russischem Roulette betrifft. Russisches Roulette: Verständnis für Metaphern ist gefordert.
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am 5. Oktober 2011
Peter Scholl- Latour war seit Ende des 2. Weltkrieg "Live" dabei, in den militärischen Konflikten in Südostasien, "an vorderster Front immer dabei", von 1945 - 1979.
Es fängt an mit den Kämpfen zwischen den Franzosen und deren Niederlage in Dien Bien Phu gegen den Vietminh. Anschließend versuchen die Amerikaner in dieser Gegend die Kontrolle zu übernehmen, was vor Saigon dann in den 70er Jahren ebenfalls scheiterte.
Doch auch in den anderen Konflikten, z.B. zwischen Kambodscha und Vietnam oder zwischen letzterem und China berichtet der Journalist spannend und immer "vor Ort", auf dem Hintergrund auch der politischen Zusammenhänge.

Ein Buch, das der Autor mit spannendem Stil geschrieben hat, und das auch ohne Bilder beeindruckend ist, und DER KLASSIKER über die PRoblematik in dieser WEltgegend darstellt.

Einen leisen Kritikpunkt hätte ich dennoch: Scholl- Latour berichtet manchmal ein wenig wie ein Abenteurer und Kolonialismus- Romantiker, und lässt manchmal ein wenig die NÜchternheit vermissen, die nötig ist, um wirklich den Leser in ein realistisches Bild zu setzen. Zwar schreibt er immer direkt, aus 1. Hand und beweist Wissen um die Zusammenhänge. Aber wenn er z.B. die außerordentlich korrupte südvietnamesische Befreiungsarmee für ihren Kampfgeist an der Seite der Amerikaner im Vietnam- Krieg lobt, dann gibt er kein richtiges Bild ab. Denn als bewiesen gilt heute, dass diese korrupte Armee hauptsächlich den Drogenhandel in Südvietnam - auch zu Lasten der US- Amerikaner - kontrollierte und organisierte. Ihre korrupten Generäle waren alles andere als idealistisch und ihnen war nur wenig heilig, und es gab viele Probleme in der Zusammenarbeit mit den US- Militärs. Manches darüber liest man auch zwischen den Zeilen bei Scholl- Latour. Aber vieles auch nicht.

Auch wird nicht erwähnt bei Scholl- Latour die Vorgeschichte dieser äußerst schmutzigen Kriege in dieser Region. Scholl- Latour erzählt nicht, dass die Franzosen in Indochina äußerst verhasst waren; deren Kolonialregierung hat ein äußerst hartes Regime in der Kolonie geführt; fast sklavenähnliche Arbeitsbedingungen eingeführt, an denen Viele gestorben sind; den Menschen ging es zu dieser Zeit dadurch wirklich sehr schlecht! Der Kampf gegen die Franzosen hatte also durchaus viele Gründe; denn die Fremdherrschaft hatte für die Indo- Chinesen durchaus existenzbedrohende Züge gehabt!
Dennoch scheint Scholl- Latour gewisse Sympathien für diese Kolonialherren zu haben.
Und auch, dass die US- Amerikaner immer verhasster waren in der Bevölkerung, und auch die Sympathien mit dem korrupten Südvietnam- Regime immer mehr schwanden, zeigt Scholl- Latour nicht deutlich genug. Die weitgehend verhassten "Ausländer" und das autoritäre Südvietnam- Regime kommen bei ihm meist sehr gut weg.
Diese ganzen Konflikte lesen sich für mich bei diesem Autor ein wenig zu sehr wie ein spannendes militärisches Abenteuer. Tatsächlich waren diese Kriege aber weitgehend sehr verzweifelte Kämpfe der Vietnamesen gegen Fremdherrschaft und Unterdrückung, die in diesem Teil der Erde eine lange, sehr traurige Geschichte hatten!
Ich vermisse daher ein wenig bei diesen Schilderungen das Einfühlungsvermögen des Autors in die allgemeine vietnamesische Bevölkerung und deren Befinden!

Nichtsdestotrotz: ein gut zu lesender, spannender Klassiker des modernen politischen Journalismus.
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am 22. August 2013
das Buch ist sehr anspruchsvoll. Ich kenne Scholl Latour als Autor eher nicht, aber Hut ab vor seinem Werk. Wie man das ganze Geschehen in so einer Detailtreue aufzeichnen kann, ich schon toll. Einzig die vielen Namen, fremdländische Stämme und Völker irritiert sehr. Das sind für Europäer sehr schwierige Namen und Zusammenhänge, die wohl jemand am besten versteht, der aus Vietnam kommt oder sich intensiv damit beschäftigt. Das ist der Schwachpunkt, das man völlig durcheinander kommt, eben weil man sich die vielen Namen gar nicht merken kann. Ein weitere Beleg für die Präzession, mit der Latour recherchiert hat.
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am 6. März 2014
Seit vielen Jahren interessiere ich mich für Südostasien und insbesondere für die Indochina-Kriege. Mit Peter Scholl-Latour gibt einer darüber Auskunft, der selbst dabei gewesen ist. Seine Berichte sind noch Jahrzehnte nach den tatsächlichen Ereignissen beeindruckend zu lesen und gut einzuordnen. Natürlich ist Scholl-Latour ein meinungsstarker Autor, der - aus der damaligen Sicht des Kalten Krieges geschrieben - ein manchmal recht einseitiges Bild präsentiert und die Motive und Handlungsweisen der Nordvietnamesen wenig positiv würdigt. Umgekehrt regt er dadurch den Leser mehr zum Nachdenken und zu eigenen Schlussfolgerungen an, als ein weichgespülter, rein faktenbasierter und allzeit sachlicher Bericht.
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am 8. Januar 2007
Der Tod im Reisfeld, Dreißig Jahre Krieg in Indochina - mit diesem Buch begründete Peter Scholl-Latour gewissermaßen seine Reputation als weltweit anerkannter Korrespondent und Publizist. Es wurde in mehrere Sprachen übersetzt, ist in unzähligen Auflagen erschienen und wurde auch in einer zweiteiligen TV-Dokumentation verfilmt.

Das Buch beginnt Ende des Jahres 1945 als Scholl-Latour auf dem französischen Truppentransportschiff "Andus" erstmalig Indochina bereist. Im weiteren Verlauf geht er ausführlich auf den Ersten, Zweiten (!) und Dritten (!) Indochinakrieg ein. Dem Leser wird klar, daß es bei der Betrachtung der Konfliktregion Indochina um wesentlich mehr geht als nur das unglückliche militärische Engagement der USA. Es geht um 30 Jahre Krieg.

Die Ausführungen Scholl-Latours sind facettenreich und detailverliebt, jedoch nie langweilig. Und haben auch fast 30 Jahre nach ihrem Erscheinen nichts an Aktualität und Richtigkeit verloren. Somit wird dieses Buch zu wahren Standardwerk über Indochina.
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am 21. Juli 2013
Peter Scholl-Latour beschrieb 1979 in seinem mittlerweile zum Sachbuch-Klassiker gewordenen "Der Tod im Reisfeld"
seine als französischer Fallschirmjäger, Student und schließlich Journalist von 1946 bis 1979 in Indochina gemachten Erfahrungen und seine Erlebnisse in den in diese Zeit fallenden Befreiungs- und Bürgerkriege in Vietnam, Kambodscha und Laos in denen Frankreich und die USA, aber auch China und die UdSSR sowie auch andere asiatische Nationen als Parteien mehr oder weniger engagiert mitmischten. Scholl-Latour liefert dabei keine Chronik aller in die Zeitperiode fallenden Ereignisse und Schlachten ab, vermag aber ein stimmiges und detailliertes Bild der gesamtpolitischen Gemengelage zu entwerfen und triftige Gründe z. B. für das Versagen der französischen Kolonialtruppen wie auch des gigantischen US-Militärapparats zu benennen.

Insgesamt ein hoch interessanter Erlebnisbericht und wichtiges Zeitdokument mit tiefen politischen Einblicken und auch eine Schilderung der in ungeheuerlicher Zahl vorkommenden menschlichen Tragödien die der Krieg und die darauffolgende Systemtransformierung im ehemaligen Französisch-Indochina hervorgerufen haben.

Die ältere Ausgabe des DVA-Verlags aus dem Jahr 1980 weist ein klares und sauberes Druckbild auf und verfügt über eine Zeittafel sowie eine Indochina-Übersichtskarte.
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am 24. Juni 2011
In diesem Buch lernt der Leser , daß die Menschen aus der Geschichte immer noch nichts gelernt haben.
Es spielt zwar in den 60er und 70er Jahren, aber man könnte meinen,es sei 2011 geschrieben.
Ein sehr lehrreiches , spannendes und hochaktuelles Buch.
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am 9. August 2004
Seit seiner ersten Reise nach Südostasien Ende der 40er Jahre ist Indochina Scholl-Latours heimliche Liebe. Auch wenn er in diesem Buch in einer Vielzahl von Reportagen über "dreißig Jahre Krieg in Indochina" berichtet, verliert er doch nie den Blick für die Schönheit der Natur und bewahrt sich die Faszination für die verschiedenen Kulturen, die in dieser Region der Erde aufeinanderprallen. Seine Berichte bestechen durch eine klare, präzise Sprache, die an den passenden Stellen mit Fachbegriffen oder Zitaten angereichert ist und darüber hinaus durch eine Fülle an Detailwissen, die ihresgleichen sucht. Der geschichtliche, kulturelle, soziologische und vor allem ethnologische Hintergrund, den Scholl-Latour dem Leser bietet, ist grandios, auch wenn man sagen muss, dass gewisse Vorkenntnisse, speziell über den frz. Indochinakrieg und den amerikanischen Einsatz in Vietnam für den Leser von Vorteil sind. Scholl-Latour beschreibt nicht nur, sondern erläutert auch Zusammenhänge, formuliert Erkenntnisse und wagt im Epilog einen Ausblick. Angesichts der umwälzenden geschichtlichen Ereignisse nach 1979 wäre eine Aktualisierung des Buches sehr lohnenswert. Dieses Buch ist nicht umsonst das erfolgreichste deutschsprachige Sachbuch nach 1945 und unverzichtbare Lektüre für alle, die sich mit Südostasien auseinandersetzen möchten.
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am 26. Mai 2013
die Verkäuferin des Buches, liebt Bücher,der Zustand ist Top! Habe dieses Buch mit 17 das erste Mal gelesen, als zerflederte dünne
Schwarte. Hier waren Scholl-Latours Bücher nicht zu bekommen und auch verboten. Also brachte die Oma einer Freundin diese Bücher im Korselet über die Grenze.So gingen sie dann durch viele Hände und jeder der sie lesen durfte hütete den Schatz auf Zeit.
Freue mich deshalb sehr, dieses Buch nochmal lesen zu dürfen, in solch toller Qualität. Danke!
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am 4. Juli 1999
Ich habe dieses Buch unzaehlige Male gelesen - und immer wieder kann ich neue faszinierende Aspekte entdecken. Der Vietnamkrieg ist ein unerschoepflicher Quell fuer die wahren Weisheiten des Lebens. Dieser Krieg haette nicht stattfinden muessen. Fuer Leser, die - wie ich - alles ueber dieses Thema in sich aufnehmen moechten, ist dieses Buch einer der 'Diamanten'! Man muss es gelesen haben!
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