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am 11. Februar 2011
Logisch und nachvollziehbar zeigt Lucian Boia, dass es keine vollständige Trennung der Geschichtsschreibung vom Mythos geben kann, denn Geschichtsschreibung ist nicht nur Schilderung von gesicherten historischen Fakten sondern auch zum großen Teil eine Interpretation der Vergangenheit welche auf Grund unvollständiger Nachweise rekonstruiert werden soll. Boia demonstriert jedoch in eindrucksvoller Weise am Beispiel der rumänischen Geschichtsschreibung wie fehlender Professionalismus, patriotische Schwärmerei, politischer Auftrag u.a. den Geschichtsschreiber dazu verleiten können Behauptungen und Theorien aufzustellen die einer kritischen Betrachtung nicht standhalten. Das Buch "Geschichte und Mythos: Über die Gegenwart des Vergangenen in der rumänischen Gesellschaft" ist keine "Geschichte der Rumänen" sondern eine sachliche Bestandsaufnahme der bisherigen rumänischen Geschichtsschreibung. Boia ist kein "Besserwisser", er gibt keine Antworten die er selbst genau so wenig wie alle andern kennen kann, vielmehr vermeidet er es konsequent jene Fehler zu begehen die er bei seinen geschichtsschreibenden Kollegen, vergangene wie gegenwärtige, feststellt und kritisiert. An vielen Stellen gibt er jedoch auch Antworten, aber die Antworten die er guten Gewissens als Wissenschaftler geben kann. So weist er z.B. darauf hin, dass die Frage, ob das rumänische Volk genau in den heutigen Grenzen Rumäniens oder auf einem anderen Gebiet entstanden ist, als Grundlage für territoriale "Korrekturen", aus heutiger Sicht nicht mehr relevant ist, da man heute in Europa keine territorialen Ansprüche mit historischen Besitzverhältnissen begründen kann. Zu der Frage der Kontinuität der Rumänen auf dem Gebiet Rumäniens nach dem Rückzug 271 a.D. der Römer aus Dakien sagt Boia, dass die archäologischen Funde aus dieser Zeitspanne eindeutig die Kontinuität menschlicher Siedlungen auf diesem Gebiet belegen, wohlgemerkt "menschliche Siedlungen, nicht rumänische Siedlungen. Bei der Frage der Abstammungsreinheit der Rumänen, d.h. ob die Rumänen nun reine Römer, reine Daker oder reine Dako-Römer sind, vergisst Boia nicht zu unterstreichen, dass heute auch die 1,5 Millionen Ungarn die in Rumänien leben gerechter Weise auch als Rumänen akzeptiert werden sollten, denn "... ein Land gehört nicht nur der Mehrheitsbevölkerung sondern allen die dort wohnen". Boia tritt mit solchen Gedanken für eine Versachlichung und Aktualisierung der Geschichtsschreibung ein, für ihre Befreiung vom Ballast vergangener historischer Polemik, für eine Befreiung von Mystifizierungen und politischem Missbrauch. Boia vertritt seine Gedanken nicht nur mit scharfem Verstand sondern auch mit viel Humor, z.B. wenn er über die "hochentwickelte Philosophie" der Geto-Daker spricht. Er fragt sich an der Stelle welche sinnvollen Behauptungen denn erlaubt sein sollten über die Philosophie eines Volkes von dem es leider nur genau 3 Wörter an schriftlicher Überlieferung gibt.

Von den dutzenden von Büchern die ich in den letzten Jahren gelesen habe ist dies sicher eines der besten und unterhaltsamsten. Ich halte es für eine sinnvolle Lektüre auch für jene potentiellen Leser die nicht in den "Genuss" der rumänischen Geschichte-Schulbücher der 50-er bis 80-er Jahre gekommen sind. Es zeigt einerseits wie man es als Geschichtsschreiber besser nicht machen sollte, sofern man vom Leser ernstgenommen werden möchte, andererseits gibt es sehr vernünftige Hinweise wie man es besser machen könnte und zu allen grundlegenden Fragen der rumänischen Geschichte zeigt es das gesamte Spektrum der gegebenen Antworten auf, von den anfänglichen Behauptungen bis zu der Behauptung deren vollständigen Gegenteils. Was sagt der Autor dazu: "... über die Rumänen kann man so ziemlich alles sagen, so, wie über jedes andere Volk auch..."!

Übrigens, der Satz "Der Vergleich mit dem Mischvolk der Ungarn bringt die edle Reinrassigkeit der Rumänen ein übriges Mal zur Geltung" ist von Petru Maior und ist sicher nicht die Ansicht des Autors Lucian Boia. Dies geht bei aufmerksamem Lesen aus dem Buch klar hervor.
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am 10. August 2013
Manch einer mag jetzt die Hände überm Kopf zusammenschlagen und sich fragen wie ich nur diese Perle der Literatur verschmähen könne. Nun ja, ich ging davon aus, dass es etwas Substanz zur Geschichte darin zu lesen gibt. Diese Erwartung hat sich nun nicht erfüllt. Darum auch "nur" 3 Sterne.
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am 2. Juni 2008
Wie in der Produktbeschreibung erwähnt, ist dieses Buch ein "Anstoß zu der Aufarbeitung der historiographischen Defizite" - letztendlich aber doch nur ein Anstoß, nicht mehr. Der landestkundige Leser, dem die mythologische Variante der Geschichte in den Schulen Rumäniens serviert wurde, bleibt mit allzuvielen unbeantworteten Fragen, inklusive die Frage: Wieviel Geld muss ich noch ausgeben um zu verstehen, was dort geschehen ist? Ansonsten ließt sich das Buch leicht und es ist stellenweise unterhaltsam. Teilweise auch sehr verwirrend, weil der Autor keine Anführungszeichen verwendet, wie im folgenden Satz (die Anführungszeichen stammen von mir): "Der Vergleich mit dem Mischvolk der Ungarn bringt die edle Reinrassigkeit der Rumänen ein übriges Mal zur Geltung." Wessen Meinung ist das? Die des Autors, der nicht zu zitieren scheint? Solche Stellen lassen das Buch allzu oft tendenziös wirken und man ist geneigt es in die Propagandaschublade zu schieben. Der Titel eines Unterkapitels: "Vergessen als Methode" wirkt schließlich auf den ganzen Inhalt dieses Buches; man vermutet, dass auch hier das Vergessen Methode ist. Schade.
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am 16. Juni 2010
Absolut interessantes Buch über die historiografische Seite Rumäniens. Ein absolutes Muss für jeden, der sich mit diesem Land beschäftigt.
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