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am 21. Juli 2007
Mit Hörbüchern ist das so eine Sache. Wie ich bereits an anderer Stelle schrieb, hängt das Urteil über ein literarisches Werk in Hörbuchform entscheidend vom engagierten Vorleser ab. Hier gibt es einige bittere Enttäuschungen. Das führt dann dazu, dass der Hörer sich mit Grauen von einem an sich guten Werk verabschiedet.

Doch hier liest Ben Becker vor! Und das ist ein Genuss in jeder Hinsicht. Wenn Ben Becker liest, dann glaubt man mehrere Sprecher zu vernehmen, so groß ist die Bandbreite seiner Stimme.

Und dann kommt es bei diesem epochalen Werk von Alfred Döblin noch die nicht einfache Anforderung zu hinzu, dass es nur von jemandem gesprochen werden kann, der eine echte Berliner Schnauze" wie eben der Franz Bieberkopf hat. Und auch das beherrscht Ben Becker in perfektem Lokalkolorit.

Auf drei CDs und knapp drei Stunden Vor-Lesezeit entwickelt Becker die entscheidenden Szenen dieses Romans.

Soweit zur Hörbuchversion dieses auch heute noch lesens- und hörenswerten Romans aus dem Berlin in der Zeit der Weimarer Republik.

Was allerdings bei dieser Hörbuch-Ausgabe mit Ben Becker fehlt, ist der Hinweis, dass es sich um eine stark gekürzte Ausgabe auf drei (statt 10) CDs handelt. Nur deshalb ein Punktabzug.

Fazit: Eine selten ideale Umsetzung des Romanstoffs in ein Hörbuch. Großes Kompliment an den Patmos-Verlag!
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am 6. August 2012
Intro:

"...Lari lari la. Nein. Nicht ablenken, musst lesen - immer weiterlesen.
Aufgeben darfste nicht. Das kommt nicht in die Tüte. Was kaufen wir morgen
ein? Weisste nicht. Haste nicht gesehen. Lari lari la. Nix da. Wieder dem
Buch widmen. Muss einfach sein. Durchhalten, BigMic. So wirds gemacht. Hat
schon viele Andere fasziniert. Muss gut sein, das Buch. So so, Nein nein,
ja ja. Na wird sichs' schon richten, das Buch..."

Bewertung:

Nun verehrter Rezensions-Leser: Haben Sie sich durch meinen kleinen Einstieg
unterhalten gefühlt? Konnten Sie der Sprache und dem Schreibstil folgen -
haben Sie etwa sogar eine tiefere Bedeutung darin entdeckt? Sehr gut! Dann
dürfte das Buch, Berlin Alexanderplatz von Alfred Döblin, zumindest für Sie
mehr als für mich, zugänglich und somit auch bedingt empfehlenswert sein.
Denn auf einen ähnlichen Schreibstil sollten Sie sich hier einstellen!

Allen anderen will ich, ohne meinen oben dargebrachten Schreibkünsten denen
eines Alfred Döblins ein ähnliches Niveau unterstellen zu wollen, mit Hilfe
dieser Rezension eine kleine Warnung aussprechen!

...die Ansiedlung der Geschichte in einer faszinierenden Stadt zu einer
bedeutvollen Zeit, die Konzentration auf einen Helden, der mit den Irrungen
und Wirrungen seiner Zeit und seines Schicksal zu hadern und zu kämpfen hat
und darüber hinaus noch viele positive Rezensionen:
Die Rahmenbedingungen hörten sich für mich sehr verlockend an. Deshalb: Buch
gekauft. Die Enttäuschung folgte aber ziemlich bald.
Denn, und das behaupte ich von mir, obwohl ich alternativen und progressiven
Arten zu schreiben gegenüber sehr offen bin, DIESER Schreibstil (ich will ihn
mal wohlwollend als solchen bezeichnen) ist schon sehr gewöhnungsbedürftig.

Eine zähflüssige Mischung aus Szenenbeschreibungen im klassischen Sinn, einer
Ich-Erzählung (einmal Gedanken der Hauptfigur, dann im nächsten Satz wieder
seines Szenen-Kontrahenten) sowie - für mich zumindest - streckenweise sehr
zusammenhanglosen und willkürlichen Einwürfen von Ausrufen, Gedichten oder
ähnlichen "Ablenkungen".

Interssiert folgen konnte und wollte ich dem Ganzen kaum. Dabei will ich aber
der Schreibe, der Kunstform oder dem literarischen Wert des Unterfangens von
Herrn Döblin nicht einmal an den Karren fahren.
Mag sein, dass es sehr respektabel ist, mehrere Hundert Seiten lang diese
Erzählweise auf hohem literarischen Niveau durchzuhalten. Mag ebenso sein,
dass die Geschichte von Franz Biberkopf für manche sehr faszinierend ist.

Für mich war beides leider nicht der Fall. Obwohl ich schon sehr viel vom
Lesefluss her schwer verdaubare Kost gelesen habe - dieses Buch war in der
Hinsicht für mich unerträglich. Um jede Seite musste ich kämpfen. Selten,
dass ich so lange gebraucht habe, um ein Buch zu lesen.

Ob dieser erste Kritikpunkt Ursache des folgenden zweiten Mankos ist, kann
ich nicht beantworten. Jedenfalls ließ mich die Geschichte um Franz Biberkopf
ziemlich kalt. Dies liegt nicht einmal an den tragischen Begebnissen, die der
Hauptfigur widerfahren. Oder an dem Fakt eines Anti-Helden. Denn, obwohl
vielleicht gerade der Blick in Biberkopfens Kopf etwas ganz anderes hervor-
rufen sollte, nämlich mit der Hauptfigur zu leiden, zu freuen, zu handeln,
ruft es bei mir genau das Gegenteil herbei:. Ich wende mich desinteressiert
ab. Punkt.

Letztlich muss nun jeder für sich entscheiden, wie er diese Kunstform
abschließend annimmt und bewertet.

Bezeichnend für das Dilemma, das ich mit dem Buch hatte, ist der Fakt, dass
für mich der beste Abschnitt des Buches derjenige ist, in welchem eine
mehrseitige Beschreibung eines Großschlachthofes aus dieser Epoche passiert.

Vielleicht muss man dieses Buch gelesen haben. Vielleicht ist es auch ein
Meisterwerk. Unterhalten wurde ich aber nicht - nie sogar. Denn, und damit
komme ich zum Schluss, was nützt mir die höchste Kochkunst, wenn einem der
Braten am Schluss nicht schmeckt?!

Resümee:
3 Sterne gibt es für die, wie ich trotz allem anerkennen muss, literarische
Leistung des Schriftstellers. Mehr sind für dieses Meisterwerk an Zähigkeit
aber leider keinesfalls drin!

1) Fußnote:
Ein kleiner Kommentar noch, nicht zum Werk von Alfred Döblin, sondern zu der
verlagseitigen Aufbereitung eben dieser Ausgabe:
Die eingebrachten Fußnoten sind mehr als überflüssig und sogar störend.
Beispielsweise wurden fast auf jeder Seite Fußnoten eingefügt, die
offensichtliche orthografische, grammatikalische oder sinnhafte Fehler des
Original-Manuskripts zu verbessern versucht. Sinn machen Kommentare in der
Art von ["Haste mal ne Mark" statt "Hast mal ne Mark"] nicht.
Entweder hätte man die Verbesserungen direkt einarbeiten und diese dann im
Anhang mit Verweis auf die Seiten und Zeilen anführen sollen - oder eben
gleich den Original-Text belassen so wie er ist.
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am 17. Januar 2015
Ich habe das e-book gekauft. Buchrezensionen von Berlin Alexanderplatz gibt es genug, nur soviel: es hat mir gefallen. Die Übertragung in das elektronische Format ist gut gelungen. Mir sind keine Fehler aufgefallen, was aber nur bedingt aussagekräftig ist, da ich in Bezug auf Rechtschreibung und Zeichensetzung nicht der allergenaueste Leser bin.
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am 15. September 2014
Berlin Alexanderplatz muss man gelesen haben. Was Döblin da geschaffen hat, ist ein Jahrhundertwerk. Stimmung, Erzählstrom, Personen und Sprache einfach packend
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am 5. Januar 2015
Nun es ist nicht leicht, sich in dem Buch durchzukämpfen. Jedoch bin ich der Meinung, dass man es einmal gelesen haben sollte, da es vor allem das Musterbeispiel für die "Montagetechnik ist.
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am 9. August 2016
Nachdem ich 70 Jahre nach Kriegsende erfahren hatte, dass mein Großvater schon Ende der 20er überzeugter Nazi war, und beruflich als Keramikkünstler an der Berliner U-Bahn-Ausstattung mitwirkte, suchte ich nach Zeitdokumenten und Hintergründen, Mechanismen, Erklärungen für die Radikalisierung, die damals ihren Lauf nahm.
Hier finde ich einen Teil der Antwort. Der Autor, Seelenkenner weil -Arzt, zuständig für Kriminelle und allerhand auf die schiefe Bahn Gekommene, Kenner der antiken Mythologie und Literatur, schreibt in einer meisterlichen und einzigartigen Mischung aus gut verständlichem Berlinerisch und elaboriertem Sprachstil. Die miteinander verflochtenen Stränge aus dem Denken und Fühlen des Protagonisten und seinem sozialen Umfeld, griechischer Mythologie und aus der Bibel, mit denen Döblin die allgemein gültigen Leiden und Verstrickungen der Menschen verdeutlich, der Brutalität der Szenen im Schlachthaus mit seiner Unausweichlichkeit für die unterworfenen Geschöpfe, und den manchmal lapidar eingeworfenen Ich-Erzähler-Anteilen sind eine großartige Mischung, die den epischen Roman ausmachen und die Dramatik des Niedergangs der Hauptfigur Franz Biberkopf erlebbar machen. Besonders gelungen finde ich die Beleuchtung des naiv-unbedarften und unschuldig-lieb wirkenden Biberkopf, der aber mit seiner zur Kriminalität prädestinierenden Impulskontrollstörung, durch viele widrige Umstände und sehr schlechte Gesellschaft plus Alkohol ("schaltet das Großhirn aus und gibt dem Mittelhirn freie Bahn") es immerhin zum Mörder bzw. Totschläger, überhaupt Schläger, Zuhälter und Räuber wird. Die Perspektivlosigkeit der Wirtschaftskrisenzeit wird spürbar. Sehr empfehlen kann ich auch die Verfilmung mit Heinrich George, der den Biberkopf genial verkörpert - und um seine Kunst auszuüben, mit den Nazis kollaborierte. Womit ich wieder bei meinem Opa ankomme.
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am 23. Februar 2012
Diese Rezension richtet sich nicht gegen Döblins Werk, sondern gegen die Art der Produktion. Die Schrift ist derart klein, dass ich große Schwierigkeiten hatte zu lesen, und schließlich aufgegeben habe. Es gibt bessere Reproduktionen als diese und es war für mich hinausgeschmissenes Geld.
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am 15. Dezember 2009
Eines steht fest: Man liebt dieses Buch oder man hasst es, man liest es zu Ende oder hoert mittendrin auf. Wenn ich ein Buch dieser Komplexitaet zur Hand nehme, muss ich mich fragen, warum ich es tue und welche Erwartungen ich damit verbinde. Döblin schafft es, die damalige Zeit der Weimarer Republik lebendig werden zu lassen. Er macht sich zum Chronisten, beschreibt soziale und politische Zusammenhaenge, zeigt auf, laesst erahnen, wie es zum 3. Reich kommen konnte. Berlin ist nicht nur die Hauptstadt, sondern auch der Schmelztiegel, in dem sich die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten vereinen und auf engstem Raum nebeneinander leben, erhalten Einblicke voneinander. Hier ist es dem einzelnen moeglich, sich in einem bestimmten Rahmen auszuleben, Eigenarten zu entwickeln. Dennoch ist der Zwang zur Konformitaet gross. Berlin ist fortschrittlicher als die anderen Regionen des Landes, aber auch damals schon bunter. Berlin verfuehrt. Die Probleme engen, menschlichen Zusammenlebens, die Haerten des Lebens sind hier offensichtlicher und werden weniger durch die Gemeinschaft abgefedert, als es in beschaulicheren Teilen der Republik der Fall ist..
Mit den alltaeglichen Problemen konfrontiert, geht es fuer viele 'einfache' Buerger nur ums Ueberleben. Tagein, tagaus. Ums Ueberleben, ohne sich dabei verkaufen zu muessen. Was angesichts der Verhaeltnisse schwer genug zu sein scheint. Das versucht auch die Hauptperson Franz Biberkopf, um bei diesem Versuch zu scheitern und sich den Anforderungen der damaligen Zeit zu ergeben und zum kopflosen Mitlaeufer zu werden. Welche andere Chance haette er gehabt? Diese Frage muss jeder fuer sich selbst beantworten.
Doeblins Meisterwerk ist eine Bestandsaufnahme Berlins und der damaligen Zeit. Es gewaehrt uns Einblicke in das Denken, Handeln und Fuehlen eines Mannes, der den Lebensumstaenden auf Dauer nicht gewachsen war. Das Resultat folgte einige Jahre spaeter.
Die Dichte und Detailgenauigkeit der Erzaehlung entschaedigt fuer die teilweise anstrengende Schreibweise. Zeit und Ort werden fuer den Leser transparent und lebendig.
Meine Erwartungen wurden voll erfuellt, um auf meine anfaenglichen Ausfuehrungen zurueckzukommen.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. April 2009
Hier kurze ergänzende Anmerkungen:
* Das Taschenbuch "Berlin Alexanderplatz" liest sich gut und nimmt doch einige Zeit in Anspruch. Ab und an mag man währenddessen noch einmal zurückblättern, um den Zusammenhang von Teilen zu prüfen
* Joyce oder Dos Passos schon zu kennen, das hilft. Ulysses  und Manhattan Transfer sind freilich eingängiger als Döblins Alexanderplatz). Bitte stellen Sie sich bei Döblin auf eine moderne Montage-Form ein. Mal spricht Franz Biberkopf, mal die Masse, mal die Stadt selbst.
* Man kann es durchaus lesen, _ohne Hörbücher oder Fassbinder-Filme dazu zu kennen.
* Das Happy End ist versteckt und kaum eines (keine Details natürlich) - wer so etwas braucht, hat besser viele andere Bücher zur Alternativauswahl
* Für Schüler hartes Brot, doch interessierte Jugendliche sollen es doch lesen dürfen, auch wenn sie vieles womöglich erst später begreifen mögen.
* es war ein Kraftakt, doch persönlich mag ich es.

Empfehlung, fünf Sterne.
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am 16. Juni 2009
Nachdem er eine Haftstrafe für den Todschlag seiner Freundin verbüßt hat, steht Franz Biberkopf frisch entlassen auf dem Berliner Alexanderplatz. Er will jetzt ein ehrliches Leben führen, aber es ist, als würde von der Stadt eine Bösartigkeit ausgehen, die versucht Franz Biberkopf zu brechen.

Döblins Roman hat den Berliner Ton vom »Hauptmann von Köpenick«, das Schelmische und den Schreibstil von Günter Grass und von Franz Kafka den Expressionismus.

Kraftvoll ist die Sprache in diesem Roman und packend die Handlung, die den Leser vor allem in die Halbwelt der Hauptstadt entführt. Ein Buch, dass ich ohne großen Erwartungen angegangen bin. Wenn man sich erstmal darauf eingelassen hat, kann man es nur schwer wieder aus der Hand legen.
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