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Kundenrezensionen

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am 1. Mai 2012
Als ich gesehen hatte das ein neues Buch über Kurt Cobain erscheint war ich begeistert und zugleich gelangweilt und angeödet.

Es gibt doch schon genaug Bücher über Kurt Cobain und Nirvana.
Bücher die echt verdammt gut sind z.b "Come as you are" und "Der Himmel über Nirvana"

Die habe ich alle durch und viele kleinere Biografien von Nirvana auch noch.
Was mich aber an diesem Buch hier lockte war das es von einem Deutschen Autor kommt.

Das ist mal was anderes.
Natürlich war mir klar das ich vieles Lesen werde was ich schon in den anderen Büchern gelesen hatte.
Man kann ein Leben einer Person ja nicht einfach umschreiben.

Aber vielleicht wird auf besondere Aspekte in dem neuen Buch besser eingegangen oder z.b auf besondere Konzertmomente.

Nun gut.

Erstmal zu den Positiven Aspekten des Buches.

Es liest sich echt sehr gut und man kommt flüssig ohne stopper durch.
Es ist leicht verständlich und die Kapitel sind schön benannt.
Der Anfang von Kurt Cobains Leben (Geburt bis Bleach) ist super beschrieben und manchmal fragt man sich echt woher der Autor das weiss was andere berühmte Autoren die schon zu Lebzeiten mit Cobain in Kontakt waren nicht wissen konnten.

Jetzt kommen wir zu den Negativen Aspekten.

Wie ich schon bei den Positiven aufzählungen sagte finde ich es echt verblüffend woher der Autor so viele kleine Infos hat die kein anderer wusste z.b auch über Kurt Cobains Vater der sich ja da total raushält und sozusagen untergetaucht ist.

Und genau das ist der Punkt!
Ich glaube vieles wurde erlogen und einfach geschrieben weil es die Spannung steigern soll und weil sich dadurch ebend das Buch von anderen Biografien über Cobain abheben soll.

Und was mich noch störte waren die vielen übertreibungen in dem Buch.
Z.b die Einleitung wo geschrieben steht das Kurt Cobain völlig nervös und gleichzeitig angeödet ein Autogramm geben soll mit dem Vater und dem Jungen. Und das Cobain dort erst weggeht als Dave Grohl kommt und total froh war.

Dieses Autogramm hat Kurt Cobain nach dem Reading Festival gegeben und es wurde sogar gefilmt.
Und dort ist Cobain kein Stück nervös und ist auch nicht angeödet.
Und Dave Grohl ist dort garnicht zu sehen. In dem Buch "Come as you are" wurde das sogar noch anders beschriebe.
Cobain sei mit dem Jungen Hand in Hand weggegangen was man leider nicht bestätigen kann weil es nicht weiter gefilmt wurde. Aber der Junge ist mit Cobain weitergegangen.

Jedenfalls wird hier das Klischee des total depressiven und gelangweilten Kurt wieder breitgetreten.

Auch hat das Buch einige kleine Fehler.
Da wäre z.b das das erste Album der Sex Pistols garnicht "Nevermind the Bollocks" sei.
Einige Seiten weiter ist das erste Album das Sex Pistols aber dann auf einmal "Nevermind the Bollocks".

Sie kleine Fehler die aber nicht hätten sein müssen.

Nun aber zu dem wichtigsten Kritikpunkt der hauptsächlich dafür verantwortlich ist warum das Buch nur 3 Sterne bekommen hat.

Ab der Hälfte des Buch so circa beim erscheinen von Nevermind hat der Autor meiner Meinung nach sehr stark die Lust verloren und klatscht nur noch wenn überhaupt die wichtigsten Sachen hin und überspringt auch noch viele wichtige Momente. Konzerte werden GARNICHT mehr erwähnt bis auf das Reading und Undplugged Konzert und die auch nur ganz minimal!

Bevor man sich versieht ist man vom Jahr 1993 in das Jahr 1994 gestolpert.
Als ob das Jahr 1993 nie existiert hätte und als wäre da für Nirvana nichts wichtiges passiert.

Aber gerade dieses Jahr ist besonders wichtig!

Und der Schluss ist nur noch ein trauriger Tropfen.
Da sieht man richtig das der Autor das Buch nur noch beenden wollte.

Kurt macht letztes Konzert....bla...nimmt Pillen...bla...flüchtet...und Tod. Ende.

Das ist so kurz geschrieben alles das es auch in ein Pixi-Buch passen würde.

Das hat mich halt am meisten gestört.
Aber wie ich schon sagte ist dafür die Anfangs Zeit von Nirvana echt gut beschrieben.
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am 6. Juli 2014
Schon erstaunlich, dass Kurt Cobain einst erklärte, er hätte "eine wirklich gute Kindheit verlebt". Damals wollte er noch Präsident, Astronaut oder Stuntman werden. Bereits im Alter von drei Jahren erfand er eigene Lieder und -texte. Die Schwester seiner Mutter förderte sein Talent, indem sie ihm Platten von verschiedenen Bands kaufte, eine Trommel schenkte und ihm Gitarrenunterricht gab.

Doch der scheinbare Friede währte nicht lange und bereits mit neun Jahren brach für Kurt die heile Welt zusammen. Schon längere Zeit kämpfte die Familie mit finanziellen Problemen und die Eltern lebten sich immer mehr auseinander. Schließlich kam die Scheidung, und sie warf Kurt aus der Bahn. Nach dem Schock, Halt und Sicherheit verloren zu haben, entwickelten sich zusätzlich Selbstzweifel und Schuldgefühle.

Schließlich machte er sich selbst als Grund und Auslöser für das Scheitern der Ehe seiner Eltern verantwortlich. Schon immer war er einfach anders gewesen. Sport interessierte ihn nicht. Er machte lieber Musik und zeichnete. Noch weniger konnte er verstehen, dass nach der Trennung der Krieg der Eltern erst richtig in Fahrt kam. Abends im Bett schrie er sich die Seele aus dem Leib. "Ich habe immer versucht, meinen Kopf zum Platzen zu bringen, indem ich die Luft anhielt - ich dachte, wenn mein Kopf platzt, dann wird es ihnen schon leid tun."

Der große Freund von Biographien bin ich wahrlich nicht. Mit der Musikrichtung des "Grunge" konnte ich noch nie etwas anfangen und mit der Band Nirwana im Prinzip auch nichts. Auch Versuche, mich jetzt noch hineinzuhören, sind ganz aktuell gescheitert. Lediglich die Art und Weise des Gesangs von Kurt Cobain, seine seltsame Intonation, wissen seltsam zu berühren.

Dieses Buch ebenfalls. Marcel Feige scheint bei der schnörkellosen, nichts beschönigenden Wahrheit zu bleiben. Stets bleibt er auf der Sachebene, auch wenn er hier und da die Tragödie durch die Einstreuung einiger schrägen Anekdoten aufzulockern versteht. Bizarres erlebten Kurt und seine Mitstreiter auf diversen Tourneen, zwei Jahre vor dem weltweiten Durchbruch.

Da die Erfolge in den USA zunächst ausblieben, zog es Nirvana nach Europa. 36 Konzerte in zwei Monaten gemeinsam mit TAD zu geben, verlangte den in einem kleinen Bus insgesamt elf Mitreisenden alles ab. Für Komplikationen bleibt bei einer solchen Reise quer durch Europa keine Zeit. Dumm nur, wenn man ausgerechnet am 9. November 1989 unterwegs ist, und wegen dem Fall der Berliner Mauer in einen achtzig Kilometer langen Stau gerät.

Im Juni des gleichen Jahres stand eine ebenfalls zweimonatige Tour durch die USA an. Die Gagen reichten gerade für Benzin und Essen, und geschlafen wurde unter freiem Himmel. Kurt berichtete von einer Übernachtung in einem Wald in Texas. Auf Schildern standen Warnungen vor Alligatoren. "Beim Schlafen hatten wir alle Baseballschläger neben uns liegen."

Im Mittelpunkt aber stehen Kurts katastrophale Familiengeschichte, die ebenso haarsträubende wie wechselhafte Bandgeschichte, der weltweite Hype, der jähe Fall, und die Zerrissenheit einer Persönlichkeit, die in entscheidenden Lebensphasen allein und sich selbst überlassen wurde.

Auf jenem schwachen Fundament kämpfte sich der "ikonische Antiheld" (Musikexpress) auf der einen Seite durch die gnadenlose Realität und auf der anderen Seite durch seine labile Sensibilität,
um sich scheinbar willenlos, durch den verhassten Erfolgsdruck zusätzlich getrieben, in den Drogensumpf und den von ihm selbst gewählten "absoluten Exzess" zu stürzen, bis er sich schließlich genötigt sah, sich selbst das endgültige Scheitern zu verordnen.
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am 25. November 2012
Ist ein tolles Buch. Man erfährt auch mal etwas über die Familie und warum er so durchgeknallte war. Wer sich für seine Lebensgeschichte interessiert, ist es sehr empfehlenswert.
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am 31. August 2012
„Das würde der Rest meines Lebens sein – in einer Band spielen, auf Tour gehen, Konzerte geben und von Zeit zu Zeit meine Lieder im Radio hören. Das war‘s auch schon. Ich hätte mir nichts Schöneres vorstellen können.“

„I don’t have a gun“, die Lebensgeschichte Kurt Cobains, ist die neueste Biographie von Marcel Feige, der auch schon über Nina Hagen (2002) und Sido (2006, beide bei Schwarzkopf & Schwarzkopf) geschrieben hat. Kurt Cobain (1967-1994) war mit seiner Band Nirvana einer der einflussreichsten Musiker seiner Zeit, ein sensibler, zorniger Mensch und ein genialer Musiker mit einer zutiefst radikalen Lebensgeschichte. Wie andere vom „Club 27“ – Jimi Hendrix, Brian Jones, Janis Joplin, Jim Morrison und zuletzt Amy Winehouse − starb er im magischen Alter von 27 Jahren.

Kurt Cobain wuchs unter harten Bedingungen im Nirgendwo des amerikanischen Nordwestens auf. Zuflucht fand er in der Musik. Mit seinen authentischen Texten bewegte er eine ganze Generation. „Smells Like Teen Spirit“ wurde zu ihrer Hymne. Doch zerrissen und voller Widersprüche scheiterte Cobain an seinem Leben, Drogen und einer rücksichtslosen Musikindustrie.

Marcel Feige erzählt die Lebensgeschichte des wütenden Außenseiters und hochsensiblen Künstlers als eine Geschichte der lebenslangen Suche. Dabei gibt er sich Mühe, Cobains Lebensgeschichte möglichst komplett darzustellen, und schafft es immer wieder, interessante Details mit einfließen zu lassen: „Wahrscheinlicher klingt deshalb, was Kurts Freunde erzählen: Er habe sich für die Nächte leerstehende Wohnblöcke und Geschäftshäuser gesucht, von denen es im trostlosen Aberdeen mittlerweile Aberdutzende gab.“ Cobain, der so viel liebte und so viel hasste, wurde spätestens mit dem Nirvana-Album „Nevermind“ zum Megastar, und zwar wider Willen, denn er wollte eigentlich nur Musik machen − nicht mehr, nicht weniger. Bei der Produktion des Albums „Nevermind“ half der Produzent Butch Vig und arrangierte einige Tracks um. Auf diese Weise ebnete er den Weg zu einer Platte, die nach Pop klang und eine punkige Attitüde aus jugendlichem Lärm und Rebellion darstellte. Die Songstruktur war inspiriert durch die Pixies, von deren gefühlvoller Dynamik Cobain begeistert war. So steckt in „Nevermind“ eine einfache und bis dato im Mainstream nicht gebrauchte Formel: mal sanft und ruhig, dann wieder laut und hart.

Das wie ein Album aufgebaute Buch beginnt mit dem „Intro“, einer Autogrammszene vom Reading Festival 1992. Danach springt es zurück in das Jahr 1966, zum Umzug von Kurt Cobains Eltern in die Holzfällerstadt Aberdeen (Washington), da sie sich dort eine bessere Zukunft vorstellten. Geschildert wird die Zeit vor der Geburt von Kurts Schwester. Es waren glückliche Kinderjahre, in denen sich die Welt um ihn drehte, den aufgeweckten Jungen, der gerne andere Menschen unterhielt. Später wird von seiner rauen Jugend erzählt, als er nach dem Zerwürfnis mit den Eltern von Verwandten wie eine heiße Kartoffel weitergereicht wurde und letzten Endes auf der Straße landete. Den Schwerpunkt der Biographie bildet die Schilderung seines musikalischen Wegs bis zu den Veröffentlichungen der legendären Nirvana-Alben. Das Buch endet mit dem „Outro“, einem kurzen Überblick darüber, was nach Cobains ominösem Selbstmord aus seiner Ehefrau Courtney Love, der gemeinsamen Tochter Frances Bean und den Nirvana-Bandmitgliedern geworden ist.

Feige ist bestrebt, Cobains Handeln sowie sein Wesen möglichst vollständig vorzustellen und hinter dem Mythos die reale Lebensgeschichte aufzuzeigen. Hierbei lässt er keine Kleinigkeit aus, etwa die Tage, in denen Kurt in seinem heruntergekommenen Auto hauste oder sich als Obdachloser tagsüber im warmen Wartezimmer eines Krankenhaus aufhielt, um nicht zu frieren. Ebenso versucht Feige aufzuzeigen, wieso Kurt Cobain so enden musste: mit einer Überdosis Heroin und, um ganz sicher zu gehen, mit einem Kopfschuss – in der Hand den Abschiedsbrief, der seine innere Zerrissenheit widerspiegelt.

„I don’t have a gun“ ist in 27 Kapitel unterteilt, die nach Nirvana-Songs betitelt sind. Hierdurch liest sich das Inhaltsverzeichnis wie die Set-List zu einem Nirvana-Konzert. Die Kapitelüberschriften lassen, sofern man mit den Liedtexten und Cobains Lebensgeschichte bekannt ist, erahnen, was in dem jeweiligen Kapitel das Thema sein wird. Dennoch weiß Feige die bekannte Geschichte vor allem am Anfang mit interessanten Details zu spicken: „Als eines seiner Bilder auf der Titelseite der Schülerzeitung abgedruckt wurde [...] kam er zornig heim. Er fand seine Zeichnung nicht nur schlecht, sondern fühlte sich durch deren Veröffentlichung auch bloßgestellt.“ Als Quellen werden großenteils deutschsprachige Werke gelistet, was den Eindruck hinterlässt, dass die Biographie aus zweiter oder gar dritter Hand geschrieben ist, auch wenn sie mit dem Anspruch auftritt, Ungelesenes zu enthalten. Inwieweit Feiges Aussagen (z. B.: „Verdattert starrte Kurt seinen Vater an“) durchgängig verbürgt sind, lässt sich schlecht sagen, da Einzelheiten nur mitunter belegt sind, vor allem durch Zitate aus Cobains Umfeld. Ganze sieben Mal wird auf Cobains auch auf Deutsch erschienene „Tagebücher“ rekurriert; eher trägt Feige eigene Deutungen vor: Aus den Ereignissen in der Kindheit werden schnell Rückschlüsse darauf gezogen, wieso Cobain so war, wie er war, und wieso es so kommen musste, wie es kam.

Das flüssig zu lesende, handliche Buch ist leicht verständlich geschrieben. Auflockernd wirken die allerdings nur spärlich eingesetzten, (bis auf zwei) allseits bekannten Photos. Ergänzt wird die Biographie durch ein Glossar mit der Erklärung schwieriger und möglicherweise unbekannter Wörter sowie eine Zeittafel, eine Nirvana-Diskographie und ein Quellenverzeichnis für alle verwendeten Zitate.

Auch wenn das Buch sich gut lesen lässt, gibt es ein paar Ungereimtheiten, welche dem begeisterten Nirvana-Fan bitter aufstoßen werden. Man fragt sich, woher Marcel Feige all diese Informationen hergenommen hat, die frühere Biographen nicht herausgefunden haben. Auch wird beispielsweise die Autogrammszene beim Reading Festival anders beschrieben als in der Biographie „Come as You Are: The Story of Nirvana“ von Michael Azerrad (1994, dt. bei Hannibal) und anders, als sie auf einer Videoaufnahme zu sehen ist. „Nevermind the Bollocks“, das bekannteste Album der Sex Pistols, wird mal als ihr Debütalbum bezeichnet, mal als ihr sechstes Studioalbum. Es sind Kleinigkeiten wie diese, die dem aufmerksamen Leser negativ auffallen werden, genauso wie die rasch dem Ende zugehende Geschichte ab der Erscheinung von „Nevermind“ (1991). Das Buch verliert genau an dieser Stelle seinen Charme und wirkt lustlos niedergeschrieben. Es werden keine Details mehr eingestreut, und bis auf das Reading Festival und das Unplugged-Konzert finden kaum Ereignisse mehr den Weg in die Biographie. Man stolpert quasi vom Erscheinen des Albums „Nevermind“ in das Jahr 1994 zum Tod Kurt Cobains.

Der Autor versucht, den Fokus von Nirvana abzuwenden hin zur Person Kurt Cobain und zu dessen Beziehung zu Courtney Love. Die innere Zerrissenheit, das gelebte Paradoxon, welches Kurt Cobain verkörpert, wird in diesem Buch sehr gut dargestellt, dabei wirkt die Darstellung nicht überzogen.

Marcel Feige, geboren 1971, arbeitete als leitender Redakteur verschiedener Musik-, Lifestyle- und Stadt-Magazine. Seit 1998 lebt er als Schriftsteller in Berlin. Im Jahre 2002 wurde er mit seinen Büchern „Schatten über Deutschland. 100 Jahre deutschsprachige Fantastik“ und das „Fantasy-Lexikon“ gleich zweimal für den Rheinischen Literaturpreis 2002 nominiert. Für „Nina Hagen. That‘s why the lady is a punk“ erhielt er 2003 den renommierten Internationalen Buchpreis „Corine“.

Leseprobe:

Kurts Stolz kannte keine Grenzen mehr, als ausgerechnet Buzz Osborne, eines von Kurts ersten großen Idolen, sich zu einigen Jams mit [Cobains Band] Fecal Matter traf. Dem Melvins-Sänger gefiel das Demo-Tape so gut, dass er die Songs zusammen mit Kurt und Dale [Crover] spielen wollte. Gab es einen besseren Beweis dafür, dass Kurt Talent besaß? Dass er Musiker war? Dass er es drauf hatte?

Seine Freude wich Ernüchterung, als Dale Crover erklärte, er werde nach Kalifornien ziehen und deshalb die Band verlassen. Nun gut, eigentlich war Fecal Matter sowieso nie eine wirkliche Band gewesen. Es gab ja nur ab und zu ein paar Jams, bei denen Kurt und Buzz jetzt von Mike Dillard, dem Schlagzeuger der Melvins, unterstützt wurden. Aber auch diese Treffen verloren sich, da „Kurt nicht mehr wollte, weil ich mich weigerte, eine Bassverstärkeranlage zu kaufen und er mir daraufhin vorwarf, dass es mir nicht wichtig genug wäre“, so Buzz.

Da war sie wieder, die Enttäuschung, die Kurt so oft heimsuchte, sobald er die leiseste Vermutung hatte, Menschen ständen nicht voll und ganz hinter ihm. Oder hinter dem, was ihm wichtig war. Seiner Musik. Nicht mehr, nicht weniger. (S. 64f.)

Marcel Feige:
I don’t have a gun. Die Lebensgeschichte des Kurt Cobain
Weinheim u. a.: Beltz & Gelberg 2012.
223 Seiten.
€ 16,95.
Ab 14 Jahren.
Illustrierte Biographie.
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am 21. August 2015
Kurt Cobain war mit seiner Band Nirvana einer der einflussreichsten Musiker seiner Zeit. Ein sensibler Mensch und ein genialer Musiker, der wie Jim Morrison und Janis Joplin im magischen Alter von 27 Jahren an seinen Träumer zerbrach. Eine zutiefst radikale Lebensgeschichte. Mit fundiertem Hintergrundwissen über Musik, erzählt Marcel Feige die Lebensgeschichte des wütenden Außenseiters und begnadeten Künstlers als eine Geschichte der lebenslangen Suche.(Klappentext). Hier kann man von einem Genie sprechen, denn Kurt Cobain ist ein Musiker, der über seinen Tod hinaus heute immer noch verehrt wird. Sicherlich, die heutige Jugend nicht mehr, aber die alten Fans von ihm schon. Er ist mit seinem Leben nicht klar gekommen, deshalb ist sein Lebenswandel auch wie der Name seiner Band ins Nirvana abgetaucht. Als Teenager nimmt er schon Drogen, er kommt nicht mehr davon los.Seine Jugend war alles andre als harmonisch. Seine Eltern trennten sich, er fühlte sich verlassen, hat keine festen Wohnsitz und er rebelliert. Talent als Sänger hat er, aber durch seine Trennungsängste wird er zurückgeworfen. Bis ihm endlich sein großer Durchbruch gelang mit seinem Album >> Nevermind <<. Er wird zum Star, Ruhm und Frauen sind jetzt seine Welt. Er lernt Courtney Love kennen, sie bekommen eine Tochter Frances Bean. Er möchte für seine Tochter von den Drogen wegkommen, schafft es aber nicht und am 8.April 1994 findet man ihn tot in seiner Wohnung. Das Buch ist im Beltz & Gelberg Verlag erschienen, und es ist die Lebensgeschichte eines begnadeten Künstlers.
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am 25. Juni 2012
KLAPPENTEXT:
Kurt Cobain wuchs unter harten Bedingungen im Nirgendwo des amerikanischen Nordwestens auf. Zuflucht fand er in der Musik. Mit seinen authentischen Texten bewegte er eine ganze Generation, Smells like Teen Spirit" wurde zu ihrer Hymne. Doch zerrissen und voller Widersprüche scheiterte er an sich selbst , den Drogen und einer rücksichtslosen Musikindustrie.
Marcel Feige erzählt die Lebensgeschichte des wütenden Außenseiters und hoch sensiblen Künstlers als eine Geschichte der lebenslangen Suche. Cobain, der so viel liebte und so viel hasste, der spätestens mit dem Nirvana-Album Nevermind" (1991) zum Megastar - wider Willen - wurde, wollte eigentlich nur Musik machen. Nicht mehr, nicht weniger.

AUTOR:
(Quelle: Beltz & Gelberg)
Marcel feige, geboren 1971, lebt als freier Autor in Berlin. Er veröffentlichte zahlreiche Bücher, darunter viele Thriller und Krimis, aber auch Sachbücher, darunter die Biografie über die Hamburger Kiez-Ikone Tattoo Theo und den Berliner Kult-Rapper Sido. Sein Buch über die Punk Diva Nina Hagen That`s why the Lady is a Punk" wurde 2003 mit der Corine ausgezeichnet. In der von Charlotte Kerner herausgegebenen Anthologie Die fantastischen 6" schrieb er über Stephen King eines seiner Vorbilder.

EIGENE MEINUNG:
Kurt Cobain ist ein Musiker, der noch weit über seinen Tod hinaus verehrt wird. Nicht nur seine Musik findet nach wie vor eine große Schar an Zuhörern unterschiedlicher Generationen, sondern auch er selbst hat regelrecht Kultstatus. Ein Genie, das weder mit seinem Leben, noch mit seinem Ruhm klar gekommen ist und bedingt durch seinen Lebenswandel, kein Vorbild sein sollte.
Auch ich bin großer Fan der Band Nirvana. Habe alle CDs, die oft tagelang im CD Player rauf und runter laufen, weil sie etwas Besonderes sind. Weil es Kurt gelungen ist, all seine Gefühle, all sein Leid in die Songs hinein zu transportieren. Wie verzweifelt der Sänger wirklich war, wie schwer ihm das Leben fiel, das verdeutlicht Marcel Feige in seiner Biografie I don`t have a gun", die mir sehr nahe gegangen ist.
Schon als Kind hat Cobain starke Probleme mit sich und seiner Umwelt klar zu kommen. Das Elternhaus ist nicht unbedingt optimal. Man versteht weder seine Leidenschaft für Musik, noch erkennt man sein künstlerisches Talent, das sich in mehreren Bereichen zeigt. Er textet, singt und zeichnet wie kein Anderer seines Alters. Sein Vater hatte sich jedoch einen Sportler gewünscht. Einen echten, harten Kerl, der Cobain jedoch nie war. Er stößt auf eine gewisse Ablehnung, die er nur schlecht verkraftet.
Als sich dann auch noch seine Eltern trennen und sich weder Vater noch Mutter so Recht verantwortlich fühlen und Kurt eigentlich immer ein bisschen hin und her pendelt, gibt ihm das den Rest. Er fühlt sich verlassen, bekommt Trennungsängste, beginnt zu rebellieren. Schon als Teenager nimmt er erste Drogen, von denen er nie wieder so richtig los kommt.
Jahrelang kämpft er sich so durch. Hat weder ausreichend Essen, noch einen festen Wohnsitz. Bis endlich sein Erfolgsalbum Nevermind" veröffentlicht wird. Über Nacht wird er zum Star. Von allen Seiten bekommt er Aufmerksamkeit. Er, den sonst keiner richtig Ernst genommen hat, dessen Talent oft belächelt wurde, ist nun einer der größten Singer / Songwriter seiner Generation. Doch so viel Ruhm auf einmal kann er auch nicht verkraften. Es wird ihm zu viel, denn eigentlich will er doch nur Musik machen und seine Ruhe haben.
Später lernt er dann Courtney Love kennen, die heute als Skandal trächtig bekannt ist. Gemeinsam bekommen sie Tochter Frances Bean, für die Kurt von den Drogen wegkommen möchte. Er schafft es nicht. Im Gegenteil: Es wird immer schlimmer. Am 8. April 1994 findet man ihn tot in seiner Wohnung auf.
Marcel Feige ist es gelungen eine Biografie zu schreiben, die fesselt und lebendig ist. Trotz vieler Daten und Fakten ist sie weder spröde noch langweilig, was nicht nur am interessanten Thema liegt, sondern auch daran, dass der Autor einfach weiß, seine Leser mitzunehmen.
Seine Schreibe ist flüssig und lässt sich leicht lesen. Es macht Spaß seinen Berichten zu lauschen, auch wenn diese sehr traurig sind. Zitate von Kurt Cobain, Angehörigen und Freunden, verdeutlichen sein Leben. Fotos der Stationen, die ihn geprägt haben nehmen uns mit in die Welt des Verstorbenen.
Ein besonderes Schmankerl sind die Musiktitel, die als Kapitelüberschrift dienen. Der Autor hat sich scheinbar sehr viel Mühe gemacht diese passend auszuwählen. Meist sind sie den verschiedenen Stationen Cobains Leben angepasst bzw. zu dieser Zeit, in der das Kapitel spielt geschrieben worden und nach und nach kommt man hinter den Sinn der Songs. Versteht das, was Kurt damit ausdrücken wollte, was ihn bewegte.
Deutlich konnte ich Verzweiflung, Wut und Einsamkeit des Musikers spüren, die er auch in seiner Musik zum Ausdruck bringt.

FAZIT:
"I don`t have a gun" ist die Biografie eines Menschen, dem es nicht gelungen ist mit dem Leben und all seine Tücken zurecht zu kommen. Autor Marcel Feige hat mich mit seinen Worten über Kurt Cobain sehr beeindruckt. Sachlich und doch sehr berührend schildert er das Leben eines Genies, dessen Musik auch nach seinem Tod noch sehr viele Menschen bewegt.
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am 3. März 2014
...und ist begeistert davon.
Er erzählt mir immer, was er gelesen hat.

Ich werde es mir erst noch zu Gemüte führen ;-)
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