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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
14
4,5 von 5 Sternen
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am 11. August 2009
Lenz und seine Frau Hannah wurden aus dem Stasi-Gefängnis freigekauft. Ihre Kinder müssen bleiben. Erst ein Jahr später ist die Familie vereint. Was an sich schon einen eigenen Roman wert wäre - Kordon lässt es auf relativ wenigen Seiten ablaufen, und dennoch geht einem das Schicksal dieser Familie nahe. Das liegt auch am nüchternen, trotzdem mitreißenden Stil des Autors. Und so setzt er dann an zu einem Ritt durch die jüngere Geschichte der Bundesrepublik, zeigt, wie zerrissen die Gesellschaft war und wie groß die latente Gefahr des "Vergessens" ist. Denn was auch immer geschieht - immer wird Lenz mit der deutschen Geschichte konfrontiert. Und dem Leser wird klar, dass es keine "Gnade der späten Geburt" (H. Kohl) und keine "moralische Auschwitz-Keule" (M. Walser) geben kann. Nazi-Deutschland, BRDDR, Demokratie, Wiedervereinigung - am Ende dieser Folge steht für Lenz (und somit auch für Kordon) kein logisches HappyEnd, sondern etwas, was mit Zähnen und Klauen verteidigt werden muss. Und darum meldet sich das "Krokodil im Nacken" auch immer wieder, so wie es das bei vielen in unserer Gesellschaft auch tun sollte. Und so versteht sich das Buch sicher auch als Plädoyer für eine streitbare, wachsame Republik Deutschland, und wenn der Roman auch mit den Ereignissen des Jahres 1989 endet, heißt das noch lange nicht, dass die Geschichte jetzt fertig ist.
Ein wichtiges Buch, weil es glaubhaft und authentisch ist. Und ein würdiger Nachfolger des "Krokodils".
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am 27. April 2010
Manfred Lenz, der alter ego von Klaus Kordon, ist zurück! Dem Leser bereits bekannt aus "Krokodil im Nacken", findet Lenz' Lebensgeschichte nun seine Fortsetzung in "Auf der Sonnenseite". Leider ist es wie mit vielen Fortsetzungen erfolgreicher Erstlinge: Die Erwartungen sind hoch und werden auch dieses Mal leider nicht voll erfüllt.

Im ersten Kapitel stellt Kordon kurz und knapp die Anknüpfpunkte zu "Krokodil im Nacken" her: Nach gescheiterter Republikflucht sitzen Manfred Lenz und seine Frau Hannah in Isolationshaft im Stasiknast Berlin-Hohenschönhausen. Ihre Kinder befinden sich in der Obhut der Staatsmacht. Monatelanger Ungewissheit folgt die Verurteilung zu einer mehrjährigen Zuchtshausstrafe, schließlich die Abschiebung in die BRD. Nach weiteren 12 Monaten dürfen auch die Kinder zu den Eltern in den Westen ausreisen. Wie im Zeitraffer werden diese Ereignisse auf kaum 30 Seiten abgespult und führen bereits vor, worin die Schwäche dieses Romans liegt: Eigentlich ist "Auf der Sonnenseite" gar kein Roman, sondern vielmehr erzählte Zeitgeschichte.

So erlebt, beobachtet und kommentiert Lenz die Zeit der sozialliberalen Koalition, den deutschen Herbst um den RAF-Terrorismus, schließlich den Niedergang der DDR und die friedliche Revolution. Das ist alles spannend und durchaus kurzweilig erzählt. Ein wirklicher Roman ist es allerdings nicht. Dazu wird das vor dem Hintergrund dieser Geschehnisse stattfindende Leben von Lenz und seiner Familie zu beiläufig erzählt, spielt eine zu untergeordnete Rolle. Nur in Nebensätzen erfährt der Leser von beruflichen Veränderungen, vom Abitur der Kinder und deren Auszug, davon wie Lenz und Hannah zurück in ihr Berlin ziehen und dort dann den Mauerfall erleben. Manfred Lenz dient dabei dem Autor nur als Paar Augen und zugleich Sprachrohr um das eigene Erleben der Zeitgeschichte zu artikulieren.

Klaus Kordon läßt die Zeiten Revue passieren und arbeitet dabei spannende Themen auf: Er sieht die BRD der 70er Jahre durch die Brille des aus der DDR ausgewiesenen Neubürgers. Er erlebt entgeistert die heimliche Unterstützung des RAF Terrorismus durch das Frankfurter Intellektuellenmilieu. Er schildert sein Unbehagen, wenn er als "Deutscher" durch die Welt reist und mal von französischen Kindern mit der Geste eines Maschinengewehrschützen begrüßt, mal von einem Rumänen mit dem Satz "Hitler gut" verabschiedet wird. Er schildert sein Dienstreisen zu Kongressen, bei denen er auf DDR Bürger trifft. Schließlich die Erlebnisse des Jahres 1989.

Lenz teilt dabei mit seinem Erschaffer Klaus Kordon nicht nur Geburtsjahr und Geburtsort. Waren die Geschehnisse in "Krokodil im Nacken" schon weitesgehend autobiographisch geprägt, ist davon auszugehen, dass auch "Auf der Sonnenseite" fest im Lebensweg des Autors verwurzelt sein dürfte.

Kordon ist ein sehr erfolgreicher Jugendbuchautor. Mit "Krokodil im Nacken" gelang Kordon ein sehr gelungener Aufbruch über die Grenzen der Jugendliteratur hinaus. "Auf der Sonnenseite" landet allerdings eher zwischen allen Stühlen: Für ein Jugendbuch zu detail- und faktenreich ist es für einen "Erwachsenen-Roman" zu sehr auf zeithistorische Erläuterungen ausgelegt. Kurzgesagt: Zuviel Guido Knopp, zu wenig Günter Grass.

"Auf der Sonnenseite" endet im Jahr 1989 und umfasst somit die Jahre von Manfred Lenz in der alten Bundesrepublik. Es bleibt zu vermuten, dass den Leser ein dritter Teil zu Lenz Lebensweg im vereinten Deutschland erwarten wird. Bleibt zu hoffen, dass Kordon bis dahin die Stärken von "Krokodil im Nacken" wiederentdeckt und die Romanfiguren stärker in den Fokus seiner Erzählkunst rückt.

Zusammenfassend zwar ein kurzweiliges Buch aber nicht heranreichend an "Krokodil im Nacken".
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am 21. Oktober 2009
Schließe mich gern der Meinung des vorhergehenden Schreibers an; es ist auch ziemlich meine eigene zur Fortsetzung von Krokodil im Nacken. Der Autor beschreibt sehr glaubwürdig und nachvollziehbar den Start der Familie Lenz in der BRD, wie z.B. das unfrohe und irgendwie zermürbende Gefühl, ideell zwischen zwei Welten zu pendeln und streckenweise zweifelnd an der Richtigkeit der getroffenen Entscheidung zum Verlassen des Staates, in dem man schließlich aufgewachsen ist, wo die Wurzeln liegen, die sich eben doch nicht so ohne weiteres kappen lassen. Drüben nicht mehr zu sein, weil endgültig gebrochen, hier noch nicht richtig angekommen, ist sehr schwer zu ertragen und führt zu Irritationen. Die Probleme, die sich privat und beruflich beim Kennenlernen der westdeutschen Mentalität ergeben und das daraus resultierende Befremden von Hannah und Manfred, sind sehr authentisch und nachvollziehbar für ehemalige DDR'ler, die dem "Sozialismus" der DDR ebenfalls den Rücken gekehrt haben, beschrieben. Bei der Schilderung der 68er Generation sowie der RAF geriet meine Lesefreude zeitweilig etwas ins Stocken, was sich dann aber als unberechtigt heraus stellte, weil unverzichtbar für das Begreifen der Geschichte der Bundesrepublik. Ganz besonders gefreut hat mich die immer währende Verbundenheit von Manfred Lenz zu seiner Heimatstadt Berlin und den Erinnerungen an Kindheit und Jugend. Beide Bücher sind sehr tiefsinnig geschrieben, sie basieren auf großem Erinnerungsvermögen und unglaublich guter Beobachtungsgabe und Einfühlung des Autors in Menschen und Zeitgeschehen. Insgesamt das beste und wahrhaftigste, was ich bisher zum Thema Verlassen der DDR, gelesen habe.
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TOP 1000 REZENSENTam 3. Februar 2012
Von "Krokodil im Nacken" total begeistert, habe ich gleich im Anschluß "Auf der Sonnenseite" gelesen. Ich dachte, es geht so weiter wie im ersten Buch, nur halt auf der "Sonnenseite", der BRD. Leider wurden meine Erwartungen dahingehend enttäuscht. Ich stimme dem Rezenten W.Öschelbrunn voll zu, der sagte:" Leider ist es kein Roman, sondern erzählte Zeitgeschichte". Genau das habe ich auch gefühlt beim Lesen. Jetzt habe ich ja nichts gegen erzählte Zeitgeschichte, die gehört ja bei den Büchern von Kordon dazu, man "erlebt" ja sozusagen "Geschichte". Und das gefiel mir ja bisher so gut.Aber es soll halt nur in den Roman eingebaut werden, als Nebenstrang. Nur in diesem Buch "Auf der Sonnenseite" wird dem Roman viel zu wenig Platz eingeräumt, die Geschichte um Manfred Lenz ist zusehr an den Rand gedrängt, und der" erzählten Zeitgeschichte" und Politik wird für meinen Geschmack viel zu viel Platz eingeräumt. Für meinen Geschmack zuviel, weil ich anderes von Kordon kennen und schätzen gelernt habe. Dies war immerhin innerhalb eines Monats mein 6. Kordon-Buch.
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VINE-PRODUKTTESTERam 18. Juni 2012
Mit diesem autobiographischen Roman setzt Klaus Kordon seine bewegende Lebensgeschichte, die er bereits im ersten Buch Krokodil im Nacken" schon sehr eindringlich beschreiben hatte, in Persona von Manfred Lenz fort.
Hannah und Manfred Lenz sind nach einem Jahr Stasi- Haft von der Bundesrepublik freigekauft worden und dürfen endlich in die BRD ausreisen. Ihre Kinder aber werden in der DDR weiterhin in einem staatlichen Kinderheim festgehalten und dürfen erst ein knappes Jahr später in den Westen ausreisen. Eine schlimme Zeit für die junge Familie, die Klaus Kordon, wie schon in seinem ersten Buch Krokodil im Nacken", wieder sehr nachhaltig mit autobiographischen Zügen beschreibt, die jedem Leser geradezu fesselt. So schildert er eindrucksvoll das unbeschreibliche Glücksgefühl, als Hannah und Manfred Lenz mitgeteilt bekommen, dass ihre Ausreise bewilligt wurde und gleichzeitig die Niedergeschlagenheit und die Ängste, als sie dann erfahren, dass ihre Kinder vorerst noch in der DDR verbleiben müssen. Auf Anraten ihres Anwalts verlassen sie die DDR und beginnen einen Neuanfang im westdeutschen Wirtschaftswunderland. Bedingt durch die Trennung von ihren Kindern und der keineswegs leichten Anfangszeit in ihrer neuen Heimat, kommt es zwischen Hannah und Manfred Lenz zwangsläufig zu Spannungen und der unweigerlichen Frage, ob sie wirklich auf der Sonnenseite" des Lebens angelangt sind. Als schließlich aber dann die beiden Kinder in den Westen ausreisen dürfen und die kleine Familie endlich wieder vereint ist, kommen auch Hannah und Manfred Lenz (alias Klaus Kordon) so langsam zur Ruhe. In verschiedenen Episoden beschreibt Klaus Kordon mit großer Authentizität und gepaart mit diversen historischen Ereignissen den weiteren Werdegang von Manfred Lenz und seiner Familie.
Auch wenn ich ehrlicherweise zugeben muss, dass mit persönlich das erste Buch ein klein wenig besser gefallen hat, habe ich diesen Fortsetzungsroman geradezu verschlungen. Leider hat er meine persönlichen Erwartungen nicht ganz erfüllt, denn bei einem Roman, auch wenn es sich um einen autobiographischen handelt, möchte ich gern eine Geschichte lesen, die mit hier ein klein wenig zu kurz kam. Dennoch war dieses Buch für mich auch eine Art Rückblick auf eine unheimlich bewegende Zeit (politische Wende in der DDR), die ich als junger Mensch erleben durfte. Im Großen und Ganzen ist dieses Buch sehr empfehlenswert, weshalb ich auch gern sehr gute vier von möglichen fünf Sternen vergeben möchte.
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am 16. Januar 2011
vor einiger zeit habe ich hier schon einmal ein buch vom selben verfasser vorgestellt (das krokodil im nacken).
heute gehts im buch: "auf der sonnenseite" zeitlich um die phase nach der umsiedlung in die damalige brd. wie kommt ein "gelernter ddr-bürger" mit der marktwirtschaft und dem freiheitlichen denken (und konkurrenzkampf) klar?
zuerst hat das ehepaar noch damit zu tun, dass sie ohne kinder ausgebürgert wurden. später kommen diese nach.
wie schwierig es ist, in einer fremden umgebung und "denke" fuss zu fassen, sich selbst und seine arbeitskraft bestmöglich anzupreisen und zu verkaufen, dem misstrauen zu begegnen, was so ein "ossi" wohl im westen macht (es war kurz nach der guillaume-affäre) - das alles galt es für den schreiber lenz zu verkraften. beruflich fasste er fuss, reiste umher und baute den ostmarkt seiner firma auf.
zunehmend aber kommt er ins grübeln und merkt, wie das freiheitliche denken auch vieles negative im schlepptau hat. nach und nach durchschaut er das neue system und fängt an, darüber zu schreiben, macht sich sogar als schriftsteller selbstständig. die handlung endet nach dem mauerfall am brandenburger tor, durch welches der nunmehrige wessi auch von der westseite aus hindurchgeht...
insgesamt hat mir dieses buch nicht so gut gefallen, wie der erste band, was wohl auch daran lag, dass die erste erzählung viel grössere spannungsmomente beinhaltete. trotzdem versteht es kordon, seine philosophische sicht der ereignisse und politik gut zu erklären und den leser in seine denkprozesse mit hinein zu nehmen. wer den ersten band gelesen hat, wird auch in diesem buch gerne schmökern...
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am 17. September 2012
Während der 1. Teil (Krokodil im Nacken) sehr problembelastet, meiner Meinung nach auch etwas langatmig ist, ist der Band "Auf der Sonnenseite" wirklich "sonnig". Es gibt nur wenige Probleme und alles läuft sehr glatt. Auch ist dieses Buch viel knapper als der 1. Teil. Aber man mag gar nicht glauben, dass es im Westen immer so unproblematisch zuging. Da ich aber die beiden Bücher hintereinander gelesen habe, war die Sonnenseite eine notwendige Erholung für die strapazierte Seele nach Lektüre des 1. Bandes. Wie alle Kordonbücher liest sie sich sehr gut. Es gilt als Jugendbuch; ich würde es aber erst ab 15 Jahre (und Krokodil im Nacken erst ab 16 Jahre) empfehlen.
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am 12. Februar 2014
Klaus Kordon, Jahrgang 1943, ist in Berlin-Pankow geboren und Verfasser zahlreicher sehr guter Jugendbücher, für sein Werk erhielt er 2013 das große Verdienstkreuz. Er verlor seinen Vater im Krieg, die ihn erziehende Mutter starb, als er 13 Jahre alt wurde ebenfalls, so daß er in verschiedenen Heimen aufwuchs. Danach absolvierte er eine Ausbildung zum Fernsehmechaniker, arbeitete in verschiedenen Berufen und machte noch das Abitur mit Fernstudium der Volkswirtschaft. Als Exportkaufmann durfte er sogar verschiedene Auslandsreisen nach Indien, Indonesien und Afrika unternehmen, obwohl er eine SED-Parteimitgliedschaft immer abgelehnt hatte. Es entwickelte sich eine zunehmende innere Distanz zum System, die 1972 in einem Fluchtversuch über Bulgarien in den Westen zusammen mit seiner Frau und seinen beiden Kindern führte. Das Ehepaar wurde festgenommen und die Kinder in verschiedene Heime gesteckt. Nach Stasi-Haft kamen er und seine Frau 1973 durch die Bemühungen des DDR-Anwalts Wolfgang Vogel im Sinne eines Freikaufs durch die Bundesrepublik über die Grenze nach Gießen frei, die Kinder folgten erst ein Jahr später.

Diese Erfahrungen hatte Klaus Kordon sehr detailliert in seinem 2002 erschienenen 800 Seiten-Roman "Krokodil im Nacken" um Manfred Lenz und seine Frau Hannah umgesetzt. Darin schilderte er mit einer unprätentiösen und gleichwohl lebendigen Sprache ausgehend vom Haftalltag im Knast von Berlin-Hohenschönhausen rückblickend seine Kindheit und Jugend, das Erlernen verschiedener Berufe und natürlich das Erleben der gesellschaftlichen Gleichschaltung durch die Partei, der er sich zu widersetzen suchte, die aber gerade den aufwachsenden Kindern gegenüber zunehmend ein Verbiegen der als richtig erkannten Wahrheiten notwendig machte und schließlich zum Fluchtversuch führte. Jenes Buch erhielt zu Recht 2003 den Deutschen Jugendliteraturpreis.

2009 erschien mit "Auf der Sonnenseite" dieser ebenfalls gute Fortsetzungsband um Manne Lenz über die Jahre im Westen bis zum Fall der Mauer 1989. Zwar nicht ganz so umfangreich kommen darin viele geschichtliche Brennpunkte um die Wiedervereinigung zur Sprache, wieder aber auch das persönliche Erleben des Autors, vorgetragen in seinem Helden Manfred Lenz: die Erfahrung im Westen mit Mietwucher, Ablehnung der Ossis und Überlegenheitsgefühl seitens der Wessis, die Schwierigkeiten der Berufsfindung, enttäuschende Erfahrungen auch mit anderen in den Westen geflohenen ehemaligen Freunden aus der DDR-Zeit, während er sich bei Besuch in der DDR gebliebener Bekannter meist viel aufgehobener fühlt, die zunächst lähmende, biedere Existenz in der Frankfurter Provinz und das spätere Glück der Rückkehr nach Berlin, wo das pulsierende Leben seiner zunehmend produktiveren schriftstellerischen Existenz viel zuträglicher ist.

Diese beiden Erinnerungsbücher von Klaus Kordon sind sehr informativ und lesenswert, eignen sich gut für den Geschichtsunterricht, und sind auch für Erwachsene ein Gewinn. (12.02.14)
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am 9. April 2013
Das Buch ist die logische Konsequenz nach "Krokodil im Nacken" und eine hervorragende Fortsetzung des Lebens des Autors in der Bundesrepublik. Naturgemäß ist das Werk nicht mehr so spannend, wie der erste Band, weil die Bedrohung von Außen viel geringer ist. Wer beide Bände gelesen hat, weiß, dass Freiheit - neben Gesundheit - das höchste Gut des Menschen ist. Auch und gerade in satten Zeiten, muss man wachsam bleiben, um die Freiheit zu erhalten.
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am 1. Februar 2013
Es wird auf sehr spannende Art das unterschiedliche Leben in Ost und West, mit allen Problemen, beschrieben. Auch wird die Möglichkeit der DDR aufgezeigt, wie Familien unter Druck gesetzt werden können. Ein echter Kordon.
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