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Kundenrezensionen

4,2 von 5 Sternen
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am 2. August 2014
Ein sehr zwiespältiges Buch, das ich in Teilen mit großer Zustimmung geleses habe, zentrale Grundannahmen über Erziehung, menschliches Lernverhalten und Werten, die unserem Schulsystem zugrunde liegen sollten, halte ich aber für haarsträubend.

Für wen ist dieses Buch geeignet:

Wenn sie als (angehende) Lehrkraft noch nicht verinnerlicht haben, wie wichtig es ist, Schülern einen nach verlässlichen Regeln funktionierenden Lernraum zur Verfügung zu stellen, dann kann dieses Buch helfen.
Denn in der Tat - und da gebe ich Herrn Hoegg Recht – ist ein funktionierendes System von Verstärkung erwünschten Schülerverhaltens und Sanktionierung unerwünschten Verhaltens DIE Grundbedingung für eine lernförderliche Atmosphäre im Klassenraum.
Das vorliegende Buch gibt da eine Reihe von Denkanstößen und praktischen Tipps.

ALLERDINGS: In meinen Augen schüttet er hier den Schüler mit dem Bade aus, denn eine ganze Reihe von Aspekten dieses Buches lassen doch ein viel zu einfaches Verständnis von Lernen und Erziehung durchscheinen.

Vielleicht sollte man im Hinterkopf behalten, dass Herr Hoegg ein promovierter Jurist ist und bisher v.a. im Bereich des Schulrechts veröffentlichte. Aus dem in Juristenkreisen nicht unüblichen Ordo-Denken entwickelt er ein Grundkonzept, dass mehr oder weniger in folgendem besteht:

Der Lehrer führt Schüler und Eltern, weil diese aus Unkenntniss pädagogiscer Grundprinzipien, Unkenntniss des Faches, Bequemlichkeit und mangelnder geistiger Reife ansonsten nämlich nur falsche Entscheidungen fällen würden.
Um der Notwendigkeit des "Lehrers als Führer" Nachdruck zu verleihen, bastelt Hoegg drumherum ein Bild von Lehrern, Schülern und Eltern, dass sich in meinen Augen nicht mit der Realität deckt.
Als Hintergrund: Ich bin ausgebildeter Lehrer und bilde seit fast einem Jahrzehnt angehende Lehrer an einer Universität aus und hospitiere zudem wöchentlich an einer Vielzahl von Schultypen. Ich bilde mir ein, einen zumindest halbwegs empirisch fundierten Überblick zu besitzen.
Hoeggs Schulbild in aller Kürze:
Seit den 70er trauen sich Eltern und Lehrer nicht mehr "Nein" zu sagen, reden nur noch im Konjunktiv. Schüler sind an sich faul und lernunwillig und manipulieren daher Lehrer und ihre wattebauschwerfenden Eltern dergestalt, dass sie möglichst nichts lernen, Unsinn machen und keinen Aufforderungen folgen.
Das macht den Lehrerjob so anstrengend.
Die Lösung: der allwissende und pädagogisch exzellent ausgebildete Lehrer schwingt sich auf in die Führerposition, nimmt Schülern jedwede Handlungsfähigkeit, indem er Regeln festsetzt, diese konsequent durchsetzt, auf Regelverstoß folgt eine gelbe Karte, im Wiederholungsfall eine rote Karte gefolgt von einer Sanktion. So weit so klar.
Erfahrene Lehrer wissen: Gerade die Tatsache, dass es kaum verhaltensändernde Sanktionen gibt, die ein Lehrer verhängen kann, lassen diese durch ihre Klarheit bestechende Technik in der Praxis zahnlos werden. Hoegg empfiehlt das Abschreiben von Texten oder das Abschreiben von der Tafel. Das ist der Forschungsstand circa Anno Feuerzangenbowle und klappt höchstens noch in dem Gymnasium von Hoegg in Emden.. Ich würde Herrn Hoegg gerne mal in einer Sekundarschule in Berlin-Wedding mit diesem Konzept arbeiten sehen. Viel Spaß beim Tafelabschreiben mit Yilmaz.
Womit das Hauptproblem benannt ist: Es fällt auf, dass Hoegg keinerlei aktuelle Literatur zum Thema zitiert, oder rezipiert hat, es gibt keinerlei weiterführende Lektüre, die empfohlen wird, das ist eine ganz subjektive Privattheorie, die anscheinend entwickelt wurde von den Bedürfnissen der Lehrer aus.
Fast alles dient dazu eine Strategie zu entwickeln, mit der Lehrkräfte irgendwie durch den Tag kommen, ohne sich zuviel mit Schülern und ihren Problemen abgeben zu müssen. Schnauze halte, Tafel abschreiben, dem Führer folgen.
Auffällig auch: Es dreht sich in keinem einzigen Kapitel um Lernen. Schulen sind Orte, deren Hauptaufgabe anscheinend darin besteht, dass von allen Anwesenden, Lehrern eingeschlossen, eine von oben angeordnete Befehlskette ausgeführt wird, die der Führer vorgibt. Welche Bedeutung Emotionen für Lernprozesse haben, wie wichtig die eigenständige (natürlich vorstrukturierte) Konstruktion von Wissensbeständen für den nachhaltigen Erwerb von Wissen ist, das bleibt außen vor. Mag sein, dass Schüler in einem solchen Unterricht erfolgreich unzusammenhängendes Einzelwissen lernen. Die Schüler werden aus einem sollchen Dressur-Unterricht aber herausgehen und fühlen: Ich habe jetzt vielleicht etwas gelernt, aber das war so unangenehm, damit möchte ich in meinem weiteren Leben nie wieder etwas zu tun haben.
Aber selbst wenn man nur beim Schülerverhalten bleibt: Wie sollen Schüler denn für ihren weiteren Lebensweg lernen, ihren Arbeitstag zu strukturieren und sich selbst zu disziplinieren, wenn am Lehrerpult ein Führer steht, der den kleinen "Dummchen" diese Arbeit ihre gesamte Schulzeit durch abnimmt?
Unsere Wirtschaft und unsere gesamte Gesellschaft braucht keine einem Lehrer-Führer folgende Befehlsempfänger, sondern kreative und mündige junge Bürger, die sich immer schneller ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen anpassen können. Das ist der Grund, warum sich unsere Gesellschaft und die Pädagogik mit gutem Grund abgewendet hat von diesem autoritären Lehrerbild. Herr Hoegg empfiehlt Lehrern tatsächlich, auf jede Nachfrage von Schülern (z.B. nach alternativen Lösungswegen) mit "Nein, natürlich nicht" zu antworten.

Wenn einem die Eigenständigkeit und Kreativität junger Menschen suspekt ist, weil man als promovierter Jurist wie Herr Hoegg davon ausgeht, dass es im Hintergrund ein unumstößliches und nicht zu hinterfragendes Regelwerk gibt, dass man Schülern nur einbleuen muss, dann hat man ein so unterkomplexes Verständnis von Erziehung und Lernprozessen, dass man sich vielleicht fragen sollte, ob man ein geeigneter Verfasser von pädagogischen Ratgeberbüchern ist.
Da hat der Beltz-Verlag deutlich bessere Werke im Angebot.
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am 6. Oktober 2012
Günther Hoegg, anerkannter Autor von Publikationen im Bereich des Schulrechts, hat ein Buch über die Führungskompetenzen von Lehrerinnen und Lehrern verfasst, das sich im Kern mit Regeln der Gesprächsführung in Konfliktsituationen beschäftigt.
Das Buch beschränkt sich nicht auf die Unterrichtspraxis, sondern geht darüber hinaus, indem es auch auf die Bereiche der praktischen Elternarbeit sowie auf den alltäglichen Umgang mit Kolleginnen und Kollegen eingeht.
Wesentlich ist die Praxisorientierung: Hoegg will keine wissenschaftliche Abhandlung über Kommunikationsbarrieren verfassen, sondern vielmehr die Praxis von Problemge-sprächen in den Klassenzimmern, mit Eltern oder Kollegen beschreiben, um davon ausgehend Lösungsvorschläge zu unterbreiten. Die Gesprächsbeispiele sind tatsächlich wirklichkeitsnah gewählt und geben dem Leser nachvollziehbare Hilfestellungen, gerade was die Gesprächsführung bei Auseinandersetzungen mit den wenigen eher schwierigen Eltern angeht.
Dabei entspricht der Hoegg’sche Sprachstil dem, was seine Leserschaft mittlerweile von ihm erwartet. Er kategorisiert anschaulich und pointiert, wenn auch mitunter vereinfa-chend („Herr Warumgradmeiner?“, die „Helikoter-Mama“), zudem schreckt er auch nicht vor Klischees zurück („Mutti“, „Kevin“, „Kreuzritter“). Dass er sich damit angreifbar macht und zur Diskussion herausfordert, ist offensichtlich intendiert, denn Hoegg geht subjektiv und thesenhaft (siehe Titel) vor, wohl wissend, dass gerade diese Herangehensweise Widerspruch erzeugen kann. Aber gerade das ist es, was „Gute Lehrer müssen führen“ so empfehlenswert macht: Das Buch schafft bei unerfahrenen Lehrerinnen und Lehrern überhaupt erst ein Bewusstsein, sich auch präventiv mit möglichen Problemsituationenen auseinanderzusetzen und bietet erfahrenen Kolleginnen und Kollegen die Möglichkeit, bereits bekannte Problemsituationen zu reflektieren und ihr bisheriges Verhalten mit den Hinweisen Hoeggs abzugleichen. Kaufempfehlung!!!
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am 3. September 2012
"Gute Lehrer müssen führen", so der Titel des neuen Buchs von Günther Hoegg. "Ja!", möchte man rufen - endlich einer der sich dieser Thematik annimmt und nicht nur jungen Kollegen helfen kann, ihre Lehrerrolle zu finden und sie so auszufüllen, dass sie mittels adäquater Führung Schülern, Eltern und schließlich sich selbst helfen.
Ich bin selbst als Lehrer an einem Gymnasium tätig. Leider erlebe ich es immer wieder, dass gut ausgebildete, motivierte Kollegen Schwierigkeiten haben, ihre pädagogischen und fachlichen Ziele zu verfolgen und im Unterricht auch tatsächlich durchzusetzen. Das ist fatal - sowohl für die Kollegen als auch für die betroffenen Schüler und Eltern. Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf eine ruhige, produktive Arbeitsatmosphäre in ihren Klassen bzw. in ihren Kursen. Wie sollen sie sonst lernen? Sie als Kollege haben auch ein Recht darauf. Wie wollen Sie sonst lehren, wie gesund bleiben?

Folgende Vorteile sehe ich in Hoeggs neuestem Buch:
- angenehm zu lesen, klar strukturiert
- deckt sich mit meinen Erfahrungen (Bsp.: scheint banal, aber die Wahl Ihrer Kleidung hat Konsequenzen für das Schülerverhalten)
- deckt wesentliche Bereiche adäquater Führung ab (Bsp.: Sprache, Klarheit im Auftreten etc.)
- es hat nur 130 Seiten - es bleibt also nicht auf Ihrem Nachttisch liegen!

Insgesamt: Empfehlenswert
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am 19. August 2014
Zunächst sei auf die Rezension von „Alex“ hingewiesen. Die ist echt lesenswert!

Günther Hoegg bedient das Klischee eines Fachmanns, der's mal auf den Punkt bringt. In schlichten Worten formuliert er ein Rezeptbuch für das Überleben im Schulalltag.

Er langweilt seine Leser auch nicht mit der Angaben von Quellen oder weiterführender Literatur.

Das Buch ist Hoegg pur.

Denn er weiß, was seine Leser von ihm erwarten: Einfache und unterhaltsame Nachttischgeschichten mit plakativen Beschreibungen komplizierter Prozesse und Zusammenhänge, die einem Lehrer heutzutage so auf der Seele liegen.

Er bietet sogar einen Burnout-Test an: „Ärgert es Sie, wenn Schüler schickere Fahrräder fahren als Sie? Sind Ihrer Großeltern (für die Schulleitung) schon mehr als einmal gestorben? Wünschen Sie sich manchmal eine Bratwurstbude zu führen?“ und mit ähnlich hochqualifizierten Fragen. Soll das witzig sein? Oder ist das einfach nur Zynismus?

Hoegg vermittelt ein einfaches Welt- und Menschenbild. Bei Stammtischen wird man wahrscheinlich ähnliche Verlautbarungen hören können. Man fühlt sich stellenweise an den Film „Die Feuerzangenbowle“ erinnert („In meinem Buche über die Gerechtigkeit des Schöölers…“).

Er vermag es Schüler, Eltern und Kollegen problemlos in bestimmte Kategorien einzuordnen, spricht von schwierigen Schülern als „Gegenspielern“, die er vorurteilsfrei „Kevin“ nennt, von Helikopter-Mamas und Kreuzritter-Vätern und von kritischen Kollegen (gegen die er auch ein Mittelchen bereithält).

Hoeggs Schulwelt (vom System her) ist eigentlich grundsätzlich in Ordnung, wären die Lehrer nur nicht so unfähig, in ihrer Klasse für Ruhe zu sorgen und Beschwerde führenden Eltern selbstbewusst entgegenzutreten. Und wären da nicht die kritischen Kollegen, die ja früher einmal engagiert waren und die man nur irgendwie sinnvoll beschäftigen muss.

Sein Allheilmittel gegen störende Schüler: Lasst sie abschreiben (von der Tafel, aus dem Buch), setzt sie an Einzeltische, zeigt ihnen endlich mal die gelbe und die rote Karte (liegen im Buch als Gimmick bei – ich stelle mir da eine Hauptschulklasse 9 in einem sozialen Brennpunkt vor, der man diese Karten zeigt)!

Er fordert Lehrer auf: Bleibt im Konfliktfall emotionslos, seid Schiedsrichter!

Warum sind wir darauf nicht selbst gekommen! Wahrscheinlich hätten wir Lehrerinnen und Lehrer alle keine Probleme mehr, wenn wir Hoeggs Verhaltenskodex beherzigen würden.

Alle, die in der anstrengenden Bildungs- und Erziehungsarbeit stehen, sehnen sich verständlicherweise nach einem Retter, der Tipps gibt, wie man nicht fix und fertig nach einem Schultag nach Hause kommt oder wie man Kolleginnen und Kollegen unterstützen können, die vor dem Burn-Out stehen.

Deshalb lesen wir solche Bücher. Ich ja auch.

Aber, Herr Hoegg, so einfach geht Schule nicht! Wären sie Lehrer, wüssten sie das.

Mein Tipp: Bleiben Sie beim Schulrecht!

Für die gute Absicht und einige schön formulierte Tipps aus der althergebrachten Welt der Disziplinierungsmaßnahmen vergebe ich aber noch zwei Punkte.
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am 9. Juni 2015
Das Buch informiert gut über das Lehrerverhalten und ist auch sehr informativ. Allerdings ist der ständige "Kevin - der faule, böse Schüler" nach der mehrmaligen Erwähnung etwas unpassend. Es soll sicherlich eine Anspielung darstellen, wobei ich es in diesem Werk einfach unpassend finde.
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am 18. Juli 2012
Warum eine Frau auf dem Cover? Das Bild zeigt zwar eine äußerst attraktive Kollegin, bei der ich mich persönlich kaum noch auf den Unterricht konzentrieren könnte, das Buch ist aber auch prima für Männer geeignet. Selbst ein Schulleiter könnte sicher noch etwas lernen.

Auf verständliche Art werden Hilfestellungen dafür gegeben, wie man Schüler führt, Gespräche mit Eltern optimiert sowie als 'Vorgesetzter' auch Kollegen gegenüber geeignet auftritt.

Als Lehrer habe ich mich natürlich gleich mal auf Seite 90 gestürzt und alles andere überblättert, um dann auf witzige Weise zu erfahren, wie man die schlimmsten Eltern kategorisieren kann: Da gibt es die 'Helikopter-Mama', die 'Verdeckte Ermittlerin' oder den Herrn 'Warum-gerade-meiner?'.

Ähnlich treffend werden die Schüler typisiert und wie man diese dann in den Griff bekommt. Hier wird auch immer wieder klar anhand von Schaubildern unterschieden zwischen 'günstigem und ungünstigem disziplinarischen Eingreifen' (S. 74 / S. 75).

Passende Cartoons lockern das Werk weiter auf, sind teils aber ebenso etwas zu klein geraten (wie teils auch die Schriftgröße). Natürlich kann man über pädagogische Dinge auch immer etwas geteilter Meinung sein bzw. der Einzelfall ist da auch mal ggf. etwas anders gelagert.

Herr Dr. Hoegg ist ja schon bekannt für seine gelben und roten Karten aus dem Schiedsrichterwesen, die natürlich auch diesem Werk beiliegen.

Insgesamt ist es ein aktuelles und praxisnahes (Hand-)Buch, das man auch mit einem Schmunzeln lesen kann. Für angehende und junge Lehrer(innen) ist es aber klar zu empfehlen. Lehrer, die sich fragen, ob ihre Entscheidungen immer die richtigen sind, finden darin Anregungen, zukünftige Entscheidungen vielleicht noch etwas optimaler zu treffen bzw. auch unnötigen Berufsstress zu vermeiden.
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am 10. Oktober 2012
Dr. Günther Hoegg setzt sich in seinem neuen Buch wieder auf unterhaltsame Weise mit den Schwierigkeiten des Lehrer-Alltags auseinander und gibt nützliche Tipps zu deren Bewältigung, und dies nicht nur für Berufsanfänger. Dass der Autor hier den berechtigten Führungsanspruch des Lehrenden gegenüber den Schülern, aber auch gegenüber deren Eltern postuliert, mag den politisch korrekten Menschen zunächst irritieren, hat doch der Begriff FÜHRUNG den Beigeschmack von autoritär und undemokratisch. In der Tat geht der Autor bei seinen Überlegungen nicht davon aus, dass der Lehrer sich in einem ständigen Diskussions- und Rechtfertigungsprozess mit und gegenüber seinen Schülern befinden muss, sondern setzt auf die fachliche und pädagogische Kompetenz des Unterrichtenden, aus der er den Führungsanspruch ableitet. Klarheit, Eindeutigkeit und Konsequenz im Handeln sind dabei die Grundlagen für ein erfolgreiches Arbeiten. Günther Hoegg gibt zahlreiche Beispiele aus der täglichen Unterrichtspraxis dafür, wie Situationen gestaltet, Probleme mit Eltern und Schülern gelöst und Konflikte schon im Vorfeld entschärft werden können. Er zeigt Wege auf, wie der Lehrer durch geschickte Gesprächsführung seine Ansprüche durchsetzen kann. Möglicherweise zerstört der Autor manche romantische Vorstellung vom Lehrenden als Freund und Mentor der Schüler, zeigt er doch auf überspitzte und manchmal vereinfachte Weise den anstrengenden Schulalltag vieler Kolleginnen und Kollegen. Wer die Beispiele jedoch vorbehaltlos liest wird bestätigen müssen, dass die Realität gut getroffen ist.
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am 10. März 2013
Da ich Lehrerin in der Ausbildung bin, war ich zunächst sehr skeptisch, da dieses Buch ja doch eher für Lehrer in allgemeinbildenden Schulen gedacht ist und meine Klasse ein Durchschnittsalter von 17-25 Jahre hat.
Aber ich war dann beim Lesen so gefesselt, dass ich es an einemTag "durch gelesen" habe und bestimmt immer mal wieder zu dem einen oder anderen Thema zur Hand nehmen werde. Die Schiedsrichterkarten werde ichaber nicht anwenden.
Ich hatte ganz viele AHA-Erlebnisse und Verhaltenweisen von mir als Lehrer und Verhaltensweisen der Auszubildenen nun eher verstehe. Danke.
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am 10. Februar 2015
Endlich mal ein pädagogisches Werk für die Praxis! Für Schulen mit modernen Konzepten,Inklusion und vielen Kindern aus dem Bildungsbürgertum vielleicht nicht so geeignet(oder doch auch?) Ich bin jedenfalls an einer Brennpunktschule mit fast nur Migrantenkindern und hatte ständig ein mulmiges Gefühl vorm Unterricht. Ich merkte, mit dem, was ich an Pädagogik gelernt hatte, komm ich nicht weiter, aber zu streng und unbeliebt wollte ich auch nicht sein. Nach dem Lesen dieses Buchs ist mir vieles klar und ich gehe wieder gern in den Unterricht und... die Kinder sind plötzlioch in der Lage, die Regeln zu beachten.
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am 29. September 2012
Ich habe mir dieses Buch gerade bestellt und innerhalb von 2 Tagen durchgelesen. Es ist sehr interessant geschrieben und führt einem durch negativ Beispiele deutlich vor Augen, wie man es nicht machen sollte. Gefolgt von einer Erklärung, warum es so nicht funktionieren kann und natürlich einem positiv Beispiel mit einer Erklärung, warum es so besser ist. Viele der angesprochenen Dinge kann man sich selber denken (Tragen sie angemessene Kleidung, geben sie keine vierte allerletzte Ermahnung) , aber diese noch mal in aller Klarheit vorgehalten zu bekommen ist definitiv hilfreich. Auf jeden Fall zu empfehlen, wenn man ein konsequenter Lehrer/eine konsequente Lehrerin werden will.
Mit den Schiedsrichterkarten kann ich persönlich nicht viel anfangen. Das Leitbild des Schiedsrichters finde ich gelungen, allerdings käme ich mir lächerlich vor im Unterricht mit den Karten herum zu hantieren.
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