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TOP 1000 REZENSENTam 5. November 2014
Geschichte und Gegenwart des Papiers zu beschreiben, könnte man auf den flüchtigen ersten Blick für ein ziemlich langweiliges Unterfangen halten. Zu alltäglich ist dieser Werk- und Verbrauchsstoff für uns, zu viel Papier umgibt uns, als daß wir uns Gedanken über diese Selbstverständlichkeit machten. Wie gesagt: man könnte es für langweilig halten. Seit ich aber Erik Orsennas Buch gelesen habe, sehe zumindest ich Papier mit anderen Augen.

Das Buch ist zugleich Teil einer Kulturgeschichte der Globalisierung. (In einem weiteren Teil dieser lockeren Reihe befaßte der Autor sich bereits mit dem Wasser.) Dementsprechend ist es als Reise angelegt, als Weltfahrt zu den Ursprüngen der Papierherstellung, deren heutigen Zentren und Quellen sowie in Werkstätten des Papiers von morgen.

Diese Reisebeschreibung, informierender Bericht und erzählerische Komposition in einem, ist ausgesprochen unterhaltsam. Orsenna reist bis nach China auf den Spuren einer uralten Bibliothek. In Japan findet er besonders sorgfältig nach alter Handwerkstradition hergestelltes Papier und schildert voller Sympathie die Produktion und die Produzenten. Umweltverträglichen, nachhaltigen Waldbau für die Papierherstellung entdeckt er in Brasilien, das krasse Gegenteil in Indonesien. Restauratoren und Holzflößer, Abfallbeseitiger in Frankreich und Lumpenverkäufer in Indien, eine wahre Fülle von Berufen, Kulturen und Traditionen durchstreift der Autor auf der Suche nach der Bedeutung des Papiers in der Welt. Als zentrales Kulturgut und Kulturträger, gleichzeitig aber als unverzichtbarer Werkstoff, hat dieses unscheinbare Material unsere Zivilisation zutiefst geprägt: vom Toilettenpapier bis zum "denkenden" Papier, das Informationen speichern kann, reicht die Spanne an Phänomenen.
Letzteres Beispiel zeigt, daß Papier auch Hochtechnologie sein kann - gar von einem Aufzug zu den Sternen aus Papier berichtet Orsenna. Dies ist bislang nur eine Hypothese, eine Idee, die aber andererseits offenbar mit kaum einem Werkstoff besser gedacht werden kann als mit Papier.

Besonders gefreut hat mich die Ausgewogenheit des Textes. Orsenna bemüht sich um ein objektives Urteil, er fragt Naturschützer ebenso wie Industrielle nach Hintergründen und ihren Ansichten. Offensichtlich will er Vorurteile abbauen und die Wahrheit finden.

Dieses lebendig und abwechslungsreich geschriebene Buch kann ich nur empfehlen, man liest es wie einen spannenden Roman und hat am Ende dennoch das Gefühl, viel gelernt zu haben - über die materiellen Grundlagen unserer Schriftkultur, aber auch über die Weltwirtschaft und über menschliche Strebsamkeit.
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Unter dem Titel „Beginnt das große Vergessen?“ ist in der 36. Ausgabe von „Psychologie heute – compact“ ein überaus spannender Artikel über die Bedeutung historischen Wissens erschienen. Ob ich mich über das Thema Papier auf Wikipedia schlau mache oder ein Buch wie dieses lese, ist ein großer Unterschied. Wenn wir uns auf den Computer als externes Gedächtnis zu verlassen, merken wir uns Fakten schlechter. Und neue Studien lassen vermuten, dass der Verzicht auf Geschichten menschliche Fähigkeiten wie Konzentration und abstraktes Denken verkümmern lässt.

Mit dieser leicht kulturpessimistisch angehauchten Einleitung möchte ich einfach wieder einmal daran erinnern, warum sich die Lektüre von Büchern wie dieses lohnt. Wer sich vom französischen Schriftsteller und Wissenschaftler Erik Orsenna in fremde Länder und längst vergangene Zeiten entführen lässt, hat nach seiner Rückkehr ein anderes Verhältnis zum Zauberbrei „Papier“. Denn er wird künftig seine Lieblingsgeschichten mit einem Objekt verknüpfen, das ihm in den meisten Fällen einfach aus seinem Drucker entgegenkommt. Und selbst wenn er eine liebevollere Beziehung zu diesem Wunderding pflegt, wird er ihm anders begegnen. Das ist eben die mysteriöse Kraft schöpferischer Assoziationen, die eine gute Kulturgeschichte fördert.

Hat man in der Schule noch gehört, dass Papier etwas mit Papyrus zu tun hat und in China die Wiege des Papierbreis stand, ist man mit Erik Orsenna an allen wichtigen Schauplätzen dabei. Wohin die vielen Reisen führen, wird zu Beginn auf einer Doppelseite aufgezeigt. Und die ist so schön gestaltet wie das ganze Buch. Auf welchem Papier die folgenden Geschichten gedruckt sind, steht allerdings erstaunlicherweise nicht. Es sei denn, man gebe sich mit der knochentrockenen Aussage zufrieden, der Drucker habe säurefreies, alterungsbeständiges Papier aus chlorfrei gebleichtem Zellstoff verwendet. Wer solches schreibt, sollte einmal den Vertreter des Unternehmens hören, von dem wir unsere Papiere beziehen. Aber die schier unendliche Bandbreite heutiger Papiere erfährt auch in Orsennas Buch nicht die verdiente Würdigung.

Im ersten Teil stellt uns der Autor Papiere vergangener Zeiten vor. Daher ist es nur logisch, dass seine Reisen zuerst nach China, Usbekistan, Japan und Italien führen. Doch „vorstellen“ ist eigentlich das falsche Verb, da es nur schlecht umschreibt, wie Erik Orsenna seine Leser fesselt. Denn er verpackt wissenswerte Fakten und wichtige Namen in ebenso unterhaltsame wie spannende Geschichten. Und diese wiederum ermöglichen die schöpferischen Assoziationen, auf die ich zu Beginn meiner Rezension zu sprechen kam.

Der zweite Teil beginnt auf Seite 127 und widmet sich dem heutigen Papier. Daher sind auch die Koordinaten von Orsennas Bildungsreisen anders ausgesteckt. Wir besuchen Papierfabriken in Indien, Kanada, Russland, Schweden, Portugal, Indonesien, Brasilien und Frankreich. Und Erik Orsenna nimmt uns auch an Orte mit, die wir vielleicht lieber nicht mit eigenen Augen sehen wollen. Denn obwohl in den letzten Jahren vieles besser wurde, gehören die Papierhersteller nicht unbedingt zu den Unternehmen, die der Umwelt besonders Sorge tragen. Zudem gilt natürlich auch für die Ware Papier, dass die Devise „Geiz ist geil“ einen hohen Preis hat. Menschenwürdige Arbeitsbedingungen und nachhaltige Rohstoffgewinnung sind nicht gratis zu haben.

Mein Fazit: Da mein Grafiker und ich bekennende Papier-Liebhaber sind, war die Lektüre dieses Buches beinahe Pflicht. Allerdings merkte ich schon nach den ersten Seiten, dass Orsennas Geschichten nicht im entferntesten an langweiligen Schulstoff erinnern. Und weil die Nebenfiguren ebenso interessant sind wie der unbestrittene Held „Papier“, ließ ich mich auch gerne zu Reisen verführen, die ich ohne die Einladung von Erik Orsenna kaum gebucht hätte. Sein Buch ist eine gelungene Mischung aus Liebeserklärung, Kultur-, Geistes- und Wirtschaftsgeschichte.
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am 25. Januar 2016
Ich hatte mich auf das Buch gefreut und im Urlaub gelesen. Meine Erwartungen wurden jedoch verfehlt. Am Ende des Buches habe ich mich eher durchgequält.
2 Sterne gibt es für den Schreibstil und für ein paar wenige gute Kapitel. Abzug gibt es für fehlende Details in den meisten anderen Kapiteln, die das ganze interessanter und spannender gemacht hätten. Einige Teile des Buches wirken wie zusammengestückelt. Dazu nicht nachvollziehbare große Sprünge in der Geschichte des Papiers. Dann wieder einzelne Passagen mit Details überfrachtet, die nur entfernt etwas mit Papier zu tun haben.
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am 10. Mai 2014
Orsenna nimmt den Leser mit auf eine lohnenswerte, interessante Reise.
Papierliebhaber blühen auf, hier wird viel Wissenswertes faszinierend in Szene gesetzt.
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