Fashion Sale Hier klicken Strandspielzeug Neuerscheinungen Cloud Drive Photos UHD TVs Learn More designshop Hier klicken Fire Shop Kindle Roosevelt festival 16

Kundenrezensionen

3,3 von 5 Sternen
3
3,3 von 5 Sternen
5 Sterne
0
4 Sterne
2
3 Sterne
0
2 Sterne
1
1 Stern
0
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:68,00 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime

Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel

Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. März 2016
Wer nicht Latein, Altgriechisch, Französisch, Englisch und Italienisch beherscht, wird aus diesem Quell unendlicher Weisheit nicht richtig schöpfen können. Das Buch kostet 68,00 EUR und natürlich wird auf dem Buchumschlag nicht erwähnt und ansonsten findet sich auch kein Hinweis, dass die zahllosen lateinischen, französischen, englischen, altgriechischen und italienischen Zitate nicht übersetzt werden, denn der C.H. Beck Verlag will das Buch selbstverständlich auch verkaufen. Ich nehme an, dass gerade das Fehlen von deutschen Übersetzungen ein hohes fachliches Niveau symbolisieren soll.
0Kommentar| 6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
TOP 1000 REZENSENTam 30. März 2016
Prof. Dr. Alexander Demandt legte dieses Buch erstmals 1984 vor. Damals war Demandt noch am Friedrich-Meinecke-Institut der Freien Universität Berlin tätig gewesen, inzwischen ist Demandt ein emeritierter Alt-Historiker der Freien Universität Berlin.
Das Buch reüssierte, trotz anspruchsvoller Wissenschaftlichkeit, als internationaler Bestseller und war lange Zeit vergriffen.
Im Jahre 2014 erschien eine um Ergänzungen erweiterte 2. Auflage, welcher schon im Jahre 2015 ein Nachdruck als 3. Auflage folgte - mehr Erfolg kann ein Autor sich für ein Fachbuch nicht wünschen.

"Der Fall Roms: Die Auflösung des römischen Reiches im Urteil der Nachwelt" - und die Urteile dieser Nachwelt sind breitgefächert, die Spannbreite zieht sich vom Jammern über ein fürchterliches Unglück bis hin zum triumphierenden Jubel über den Untergang des römischen Imperiums.
Ebenso gibt es in den Urteilen der Nachwelt den einen und entscheidenden Grund für den Untergang Roms nicht.
Einen solchen kann es auch nicht gegeben haben, sondern der Gründe werden viele gewesen sein; denn das Imperium hat immerhin viele Jahrhunderte bestanden;

- rund 600 Jahre gab es nur das eine römische Imperium;
- dann, im Jahre 395 wurde das Imperium in ein west- und ein oströmisches Reich geteilt;
- zwar wurde der letzte weströmische Kaiser schon im Jahre 476 abgesetzt, aber das oströmische Reich unterlag erst im Jahre 1453 endgültig dem Ansturm der Osmanen.

Und in diesen vielen Jahrhunderten ist 'Rom' immer und immer wieder in Sachen Kultur, Recht und Zivilisation prägend für den Okzident gewesen - im Grunde wirkt diese 'römische Prägung' bis heute.

Daher sind die Gründe und Urteile, die Demandt in diesem Buch bezüglich des Untergangs des römischen Imperiums anführt und diskutiert auch vielfältiger Art und vielschichtiger Natur.

Demandt führt eine Unzahl an Quellen und Literaturstellen an, dabei entsteht leicht der Eindruck, als ob eine ganze Parade an Stars und Koryphäen des europäischen Kultur-, Literatur- und Wissenschaftslebens aufmarschiert. Gleichwohl klingen die Urteile über und die Gründe für den Fall Roms ungeheuer modern, wenn z. B. die Rede ist

- von Wirtschaftskriminalität;
- von Dekadenz und Kulturpessimismus;
- von einem schlechten Schulsystem, mit miserablen Schülern und ebensolchen Lehrern;
- von zerrütteten Staatsfinanzen;
- von demographischen Fragen bis hin zur Überalterung der Gesellschaft,
- vom Versagen der Eliten,
- oder auch von der Völkerwanderung, also dem Ansturm der germanischen Barbaren;

dann erweckt dies den Eindruck, als ob aktuelle Probleme zur Diskussion stehen. Es stellen sich dann unwillkürlich Fragen in der Art wie:

- Leben wir in einer Art von Spätantike?
- Steht der Fall unserer bekannten 'kulturellen Welt' bevor?
- Liefert 'Rom' die Blaupause für den Verfall von Imperien in der heutigen Zeit?

Die Lektüre des Buches ist interessant und anregend gewesen. Mit Blick auf den stolzen Preis von 68 Euro habe ich mich gescheut das Buch zu erwerben, sondern ich habe mir das Buch nur ausgeliehen.

Dem Buch gebe ich - trotz eines insgesamt mehr als guten Eindrucks - nur vier Sterne. Genau wie der Rezensent 'Wilhelm' hätte ich es nämlich beim Lesen als angenehm empfunden, wenn zumindest die wichtigsten Zitate etc. - z. B. in Fußnoten oder in Klammern gesetzt - ins Deutsche übertragen gewesen wären. Nicht jeder ist so gelehrt wie Prof. Dr. Alexander Demandt, der - für einen Alt-Historiker selbstverständlich - nicht nur die alten Sprachen, sondern zudem natürlich auch Englisch, Französisch usf. beherrscht.
0Kommentar| 3 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 10. Juli 2014
Wenn wir auf die Geschichte vergangener Reiche und Hochkulturen zurückblicken - und das allen bekannte Beispiel dafür ist die Geschichte des Römischen Reiches - so fällt auf: Lange vor dem äußeren Zusammenbruch setzte ein innerer Verfall ein. Von einem gewissen Punkt an gab es fast nur noch Mißerfolge. Die Wirtschaft stagnierte und die Finanzen des Staates, der Städte und der Gemeinden gerieten immer stärker in Unordnung, die Zahl der Unterstützungsempfänger stieg von Jahr zu Jahr, obwohl jeder neue Herrscher mit dem erklärten Ziel antrat, diese Zahl und die Staatsverschuldung zu senken. Die Sicherheit der Bürger war gefährdet, das Auftreten von Mann und Frau hatte sich ebenso verändert wie das Verhältnis von Jung und Alt. Die gesamte Gesellschaft schien wie von einer Krankheit befallen zu sein und unfähig geworden, richtige Entscheidungen zu treffen und auszuführen. Obwohl keiner den Niedergang wollte, steuerten die Staaten und ihre Menschen mit innerer Folgerichtigkeit auf einen Abgrund zu, so als wäre es ihr eigentliches Ziel, in den Abgrund zu stürzen.

Die einzige Ausnahme von einer solchen Entwicklung scheint China zu sein. Aber auch innerhalb von China haben sich Aufstieg und Niedergang, Bildung eines mächtigen Zentralstaates wie in Rom und sein Zerfall, in den letzten dreitausend Jahren sogar mehrfach abgespielt. Die chinesischen Historiker sprechen vom dynastischen Zyklus: Ein fähiger Herrscher erhält von der Vorsehung einen Auftrag und gründet eine machtvolle Dynastie. Das Reich wird geeint und seine Grenzen gesichert, Straßen werden gebaut, das Bewässerungssystem wird instand gesetzt, das Leben wird für alle besser und die Bevölkerungszahl steigt. Obwohl in späteren Generationen die wie ein Krebsgeschwür anwachsende Bürokratie die Steuern ständig erhöht, verringern sich die öffentlichen Leistungen, der Niedergang setzt ein. Unter den hungernden Volksmassen verbreitet sich die Meinung, die Dynastie habe den Auftrag des Himmels - den Auftrag der Vorsehung - verloren. Unter chaotischen Begleitumständen, unter denen sich die Bevölkerungszahl wieder drastisch verringert, wird letztendlich die Dynastie gestürzt, und der Kreis, dessen Durchlauf - wie auch in Rom - mehrere Jahrhunderte gebraucht haben kann, schließt sich.

Große und kleinere Geister haben versucht, am Beispiel Roms die Gründe für den Untergang des Staates zu benennen und sind dabei zu sehr vielfältigen und unterschiedlichen Einschätzungen gekommen. In seinem 1984 in erster Auflage erschienenen Buch war Demandt - damals selbst 47 Jahre alt - bestrebt, alle wesentlichen Verfasser und die von ihnen angegebenen Gründe systematisch darzustellen. An dieser zusammenfassenden Darstellung konnte seither niemand vorbeigehen.

30 Jahre später erscheint nun das Buch zum selben Thema in 2. Auflage. Wer meint, der Verfasser sei in den drei weiteren Jahrzehnten der Beschäftigung mit Rom persönlich und inhaltlich gereift und behandele das Thema nun von einer höheren Warte, der wird enttäuscht. Ohne nennenswerte Erweiterung werden die Inhalte der 1. Auflage wiederholt. Demandt gibt die vielerlei Gründe für den Niedergang, die andere Verfasser annehmen, inhaltlich richtig wieder, so daß man, wenn man will, auf die Originalarbeiten zurückgreifen kann. Darin besteht der große Wert des Buches.

Demandt schreibt vom Standpunkte eines Besserwissers, der alle angegebenen Gründe für mehr oder weniger unzureichend hält, der aber nicht zu erkennen gibt, worin seine eigene Meinung besteht. Am Beispiel der naturwissenschaftlichen und der mit ihnen zusammenhängenden zyklischen Gründen des Niedergangs könnte er ausführen, welche der Gründe und ihr Zusammenwirken unsinnig oder mehr oder weniger sinnvoll sind. Es gibt ja auch objektive Grabungsbefunde und statistische Schätzungen, nicht alles ist nur subjektiv und läßt sich zur Seite wischen. Am Ende ist Rom tatsächlich zur Kleinstadt verkommen und als Staat untergegangen.

Johan Galtung extrahierte 1996 in einer Arbeit ("The Decline and Fall of Empires") für das United Nations Research Institute on Development aus Standardwerken über Niedergang und Verfall 20 Variable, deren Verteilung er in 30 Fällen ermittelte, vom Untergang Westroms bis zum Untergang der Sowjetunion und dem von ihm in naher Zukunft erwarteten Niedergang der USA. Galtung fand das folgende Syndrom als Ursache der Untergänge: Mangel an Kreativität und Management, fehlende Weitsicht und zurückgehende Kraft zur Erneuerung; Ausländer übernehmen die anspruchsvollen Arbeitsaufgaben im Inland oder durch Verlagerung ins Ausland; Verschuldung. - Eine ähnliche systematische und wichtende Analyse, etwa auch in Tabellenform, der bisher für den Untergang Westroms vermuteten Ursachen, die vermißt man bei Demandt.
0Kommentar| 29 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden