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am 3. März 2014
Vorweg gesagt, dies ist kein Roman, sondern eine Sammlung von elf Essays, in denen Augias in eleganter, verständlicher und wunderbar daher fließender Sprache dem Leser mittels ausgewählter Literatur, Einblick in die Geschichte mancher Städte und angehaftet an konkreten Persönlichkeiten dem Leser einen tiefen Einblick in die Mentalität Italiens gibt.

„Eine Reise durch Raum und Zeit“, in der Augias immer wieder „Archetypen“ des Landes und der „Lebensform“ vor Augen führt, die sich auch in der Literatur Bahn gebrochen haben.

Nicht umsonst legt Augias dem Leser realativ zu Anfang zwei zentrale Romane Italiens in ihrer Verwobenheit in „das wahre Leben“ vor Augen. Ein „Blick von Innen“, wie er emotional verständlicher nicht sein könnte, um die „Seelen“ vor Augen zu führen.

De Amicis „Herz“ und D'Annunzios „Lust“.

Das eine ein Volksroman des „bürgerlichen“ Italiens mit einer Vielzahl von Personen, welche die verschiedenen Facetten dieser Welt im Land von allen Seiten widerspiegelt. Der „Geist“ der guten Absichten, das politisch Korrekte, der bürgerliche Fleiß. Manchmal ein wenig „blutleer“ und langweilig, was für so manch andere Bewohner des Landes als „No Go“ gilt.

Das andere der Roman der lebensverschlingenden Seite Italiens. Der hedonistischen „Schicht“, der in aller Offenheit diese Lust an der Liebe, am Leben, dieses wankende und schwankende an Trieben und Emotionen bestens auf den Punkt bringt.

Das Land der „Varietekünstler“, der Schamlosen, die über ihre Verhältnisse beständig leben, flüchtige Affären, geraubter Sex, schnelles Lachen, lockere Zunge, „sie wollen Regeln, wir wollen Freiheit“.
Auch eine faszinierende Seite des Lebens (wie sonst wäre die lange Amtszeit Berlusconis zu erklären). Eine Seite, die natürlich öffentlichkeitswirksam im Raum steht, welche die „bunten Seiten“ zu Hauf füllt, dennoch aber nicht die „Mehrheit“ darstellt.

Archetypen zweier Seiten des Landes, das einerseits von Gott „sonnig“ geküsst und kulturell weit herausgehoben vor Augen steht, dass mehr Genies, Künstler, „Seelenmenschen“ wie Franziskus hervorgebracht hat als die meisten anderen Nationen, und das andererseits in sich nie wirklich geeint sich gefunden hat. „Zur Revolution nicht fähig ist“, sondern nur zu kleineren Aufständen, weil der Mut vielleicht fehlt, die Bereitschaft, sich zu opfern oder überhaupt sich Schmerzen zuzufügen. Als „feige“ geltend, und doch zu heroischen Taten auch militärisch in der Lage gewesen. Land der Gegensätze und Widersprüche, ohne Frage

„Alle Vorzüge und Fehler des Landes liegen offen zutage und im Übrigen tun auch die Italiener selbst nichts, um sie zu vertuschen. Das gilt vor allem für die Fehler“.

Eine Bandbreite zwischen Michelangelo, Franziskus und Berlusconi, zwischen „den Tag dahin streichen lassen“ und „Welt-Kunst“, hinter der vor allem Disziplin steckt. Zwischen schnell aufstecken (der Fall Venedigs) und konsequent durchhalten (Galileo). Zwischen Leonardo da Vinci und der Mafia, samt wiederum der mutigen und tapferen Richter, Staatsanwälte und Polizisten, die dagegen unter Lebensgefahr angehen.

Ein Land zwischen industrialisiertem, bürgerlichem Norden (mit der „Hauptstadt“ Mailand) und „Dolce Vita“ (mit der „Hauptstadt“ Rom) und lange Zeit mit vom Orient geprägten Mentalitäten in Sizilien.

Eine Mischung „hunderter Kulturen und Völker“, die es unmöglich macht, von „dem Italiener“ und „dem Italien“ letztgültig sprechen zu können.

Eine rationale Einordnung entzieht sich dem Betrachter und so wählt Augias zwar den rationalen Zugang, vollzieht diesen aber auf der bestmöglichen Ebene für den Leser: Indem er Assoziationen, Emotionen und Wiedererkennungswerte in hoher Zahl wachruft.

Eines wird ganz deutlich im Lauf der Lektüre: Dieses Vorurteil „von außen“, Italien wäre „die Krone der Schöpfung“, der Italiener aber misslungen, „kriminell und schmutzig, korrupt und faul“ kann natürlich nicht sein.
Denn: „die Italiener“ haben Italien geformt in all seinen Widersprüchen und dramatischen historischen Momenten und wiederum hat die Geographie den Menschen mit geformt.

Ein gegenseitiges Bedingen und ein allseitiges „sich reiben“, aber auch befruchten, welches Augias wunderbar je auf den Punkt bringt.

Wer sich in Italien vertiefen möchte, sich hier und da in dieser kaum fassbaren, prallen Vielfalt an Kultur, Geschichte und Mentalität bereit ist, zu verlieren, der ist mit diesem hervorragend geschrieben und sachlich fundierten Buch bestens bedient.
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Über ein Land, in das jährlich über 10 Millionen Touristen reisen, gibt es selbstredend auch unzählige Bücher. Die meisten davon sind Reiseführer, von denen wiederum die meisten nach dem Copy-Paste-Prinzip verfasst sind. Sie zu lesen, führt kaum zu wesentlichen Erkenntnissen, falls man die Mentalität der Italiener besser verstehen möchte. Wer das möchte, greife lieber zu diesem Buch. Denn sein Autor gehört zu den bedeutendsten Journalisten Italiens, tritt als Fernsehmoderator auf, schreibt Theaterstücke und Kriminalromane. Und er ist davon überzeugt, die Gegenwart nur richtig einschätzen zu können, wenn auch die Vergangenheit berücksichtigt wird.

Ein Roman, wie der Untertitel suggeriert, ist dieses Buch allerdings nicht. Auf Italienisch heißt es denn auch: Storie, luoghi, personaggi nel romanzo di una nazione.“ Ob der Übersetzer der elf Essays dazu neigt, die Texte von Corrado Augias allzu frei wiederzugeben, kann ich nicht beurteilen. Denn das 2012 erschienene Original habe ich nicht gelesen.

In seinem Vorspann „An die deutschen Leser“ wünscht sich Corrado Augias, dass sein Buch dazu beiträgt, das bereiste Land mit neuen Augen zu sehen. Ein Wunsch, der sich bestimmt erfüllen wird, weil Augias’ „Reise durch Raum und Zeit“ tatsächlich viele Überraschungen bereit hält.

Die ewige Frage, ob es die Italiener überhaupt gibt, beantwortet der Autor gleich zu Beginn mit einem Ereignis, das einen tiefen Eindruck bei ihm hinterließ. Damit ist auch schon gesagt, wie Corrado Augias bei unsinnigen Fragen vorgeht: Er erzählt Geschichten.

Wer nur den Klatsch hören will, der in den auflagestarken Publikumszeitschriften steht oder das Publikum der unseligen Fernsehshows aufheitern soll, ist bei Corrado Augias an der falschen Adresse. Ein Geschichtenerzähler mit Kultur berichtet auch über Dinge, die italienische Schüler wissen müssen, ohne dass es sie interessieren würde. „Nozionismo“ nennt man diese veraltete Art der Wissensvermittlung, gegen die Augias ebenfalls anschreibt.
Zu Beginn der Lektüre war ich mir nicht sicher, ob das Konzept von Coorado Augias aufgeht. Aber die elf Essays sind so durchgestaltet und komponiert, dass selbst ohne Zwischenstücke ein stimmiges Gesamtbild entsteht. Und weil der Autor auch weiss, wie man mit Klischees umgehen muss, werden seine Leser bei Bekanntem abgeholt und sachte zu fremden Varianten oder überraschenden Einsichten geführt.

Mein Fazit: Ein wunderbares Buch über die Geheimnisse Italiens und das Wesen seiner Einwohner. Vorausgesetzt wird beim Leser nur, dass er auch Interesse an Geschehnissen hat, die weiter als nur ein paar Jahre zurückliegen. Für spannende und unterhaltsame Lektionen sorgt dann der Autor. Die Schlussfrage, was ein Volkscharakter ist, lässt Corrado Augias von Benedetto Croce folgendermaßen beantworten „Der Charakter eines Volkes ist seine Geschichte, seine ganze Geschichte.“ Dem möchte ich nur hinzufügen, dass es noch mehr Geschichtslehrer wie Corrado Augias braucht.
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am 22. Oktober 2015
Für Interessierte an der italienischen Geschichte sehr lehrreich und gut, aber kein Roman. Der Titel verwirrt.
Es geht um gschichtliche Darstellung in der Litheratur. Gut - aber etwas für sehr speziell historisch interessierte. Meine Erwartungen aren in Folge des Titels andere - mein Interesse ist auf angenehme und leichte Art etwas über Italiens Geschichte zu lernen.
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am 3. Mai 2015
Leider enttäuschend. Ein quälend langes Vorwort gefolgt von Schachtelsätzen. Der Autor neigt zum Abschweifen und versteht es nicht den Leser zu begeistern.
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am 26. Januar 2017
Ich habe noch nie einen so nichtssagenden Schmarrn gelesen wie dieses Buch. Völlig abstruses, theoretisches Gefasel über italienische Literatur des 19. Jahrhunderts, das nichts, aber auch gar NICHTS aussagt oder mitgibt. Dieses Buch gibt auch nichts weiter, weder Information noch Gefühle noch sonst etwas, es hinterlässt keine Spuren. Am Ende jedes Kapitels fragt man sich, was man eigentlich gelesen hat. Leere Seiten wären gleich informativ oder berührend gewesen. Es gibt gute und schlechte Bücher. Hier handelt es sich um ein "Null-Buch", das weder der einen noch der anderen Kategorie zuzuordnen ist, schon gar nicht der guten. "Die Geheimnisse Italiens - Roman einer Nation" - völlig verfehlter Titel. Genau so wenig wie das Buch ein Roman ist, habe ich die angekündigten Geheimnisse gefunden, wie auch, bei diesem theoretischen Geschwafel, das nichts herüberbringt. Schade um die Zeit und um jeden Cent, den ich für diesen nichtssagenden Schmarrn ausgegeben habe. Hätte ich mein Geld dafür in den Kanal geworfen, wäre es besser aufgehoben gewesen.
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