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Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen
21
Verdun 1916: Urschlacht des Jahrhunderts
Format: Gebundene Ausgabe|Ändern
Preis:24,95 €+ Kostenfreie Lieferung mit Amazon Prime


VINE-PRODUKTTESTERam 16. August 2014
Viele Historiker meinen, dass für das Deutsche Reich der Krieg schon 1914 verloren war. Die Begründung liegt in dem Misslingen des Schlieffen-PLans jener gewaltigen Umfassungsbewegung des deutschen Heeres. Unter Missachtung aller Regeln des Völkerrechts hat die deutsche Wehrmacht in einer gewaltigen Umfassungsaktion durch das neutrale Belgien versucht, die Front der Aliierten von Norden aufzurollen. Dieser Plan ist misslungen. Das Ergebnis war ein Stellungskrieg. Um ein paar Meter Raumgewinn wurde unter unsäglichen Opfern mit gewaltigem Materialeinsatz erbarmungslos gerungen. Zum ersten mal war durch den Einsatz moderner Waffen(Maschinengewehre, grokalibrige Geschütze) der Verteidiger dem Angreifer überlegen. Operative Durchbrüche waren, wenn überhaupt,nur mit einer geschätzten fünffachen Übermacht zu erzielen.Die deutsche oberste Heeresleitung wusste, dass sie diese Art des Krieges überwinden musste. Neueste Quellen beweisen, dass die OHL unter General Falkenhayn plante bei Verdun einen operativen Durchbruch "über die Bande" zu erzielen, um die Statik des Krieges aufzubrechen.
Jessen gelingt es in diesem Buch unter Heranziehung neuester Quellen diese gewaltige Auseinanderesetziung aus verschiedensten Perspektiven zu betrachten. Sorgfätig wählt der der Autor die Perspektive der strategischen Ebene, wie auch der operativen Ebene. Und da spielt sich die humanitäre Katastrophe ab, hier wird gestorben, verstümmelt usw. Die Frontsoldaten, vor allem die Infanterie, müssen die Wirkung der modernen Kriegsführung ertragen. 700000 Opfer sprechen eine beredte Sprache. Als klar war, dass ein operativer Durchbruch nicht mehr zu erzielen war, entglitt das Geschehen den Entscheidungsträgern vollends. Die einzige sinnvolle strategische Entscheidung, der Rückzug auf die Ausgangsstellungen, wurde nicht getroffen. Jessen führt an, dass Friedrich der Große, dies wohl getan hätte. Aber Falkenhayn war nur der Oberbefehlshaber, nicht der König. So war am Ende diese 300-tägigen Ringens alles wie vorher.
Das Buch ist flüssig zu lesen. Das Kartenmaterial ist etwas unübersichtlich. Aber dennoch eine unbedingte Kaufempfehlung!
14 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 28. Februar 2016
Gut geschrieben hinsichtlich der historischen, militärhistorischen Hintergründe
und der daraus abgeleiteteten strategischen Überlegungen und Entscheidungen.
Eine ausführlichere Behandlung des taktischen Vorgehens und,
v.a. auf deutscher Seite, Fehlentscheidungen sowie das Kamfgeschehen
an den Hauptbrennpunkten der Schlacht um Verdun wäre wünschenswert.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 6. April 2016
Warum wurde Verdun zu einem solchen Desaster? Tausende Tote ohne greifbaren Erfolg für die deutschen Angreifer. Warum wurde die Schlacht nicht viel früher abgebrochen, anstatt die eigene Armee ausbluten zu lassen? Wie kam es dazu? Und wie reagierten die Stäbe auf die Entwicklung auf dem Schlachtfeld? Gerade für diese Fragen ist das Buch ausgezeichnet. Es führt uns nachvollziehbar und klar von der Planung, über die Erfolge der ersten Tage immer weiter in die fatalen Einschätzungen und Entscheidungen als die Schlacht bereits feststeckte.
Wer außerdem mehr Details zum militärischen Verlauf und zum Erleben der Soldaten in den Gräben wissen möchte, wird aber eher knapp informiert. Abgesehen von den Berichten der Beteiligten in der ersten Woche bis zur Eroberung des Douaumont. Das Buch konzentriert sich auch voll auf die Zeit der deutschen Initiative bis August 1916. Die französische Gegenoffensive Ende 16 wird nur kurz berichtet. Da mir die letztgenannten Themen zu kurz kommen nur eine mittlere Bewertung, obwohl der erstgenannte Bereich ausgezeichnet abgehandelt ist.
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am 27. Juni 2014
Hab das Buch im Urlaub verschlungen. Es ist zwar chronoligisch und step by step aufgebaut, man hat aber trotzdem immer den Eindruck, es handelt sich bei dem Buch um einen Roman.

Es beleuchtet aber vor allem auch die Zweifel, Fehler, Missverständnisse innerhalb der deutschen und französischen Führung auf, wie man das in Dokumentationen selten so dargestellt bekommt.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 31. August 2015
Ein Buch das wirklich mit den diversen Hintergründen zur Schlacht um Verdun aufwartet. Die Geschichte, dass von Falkenhayn nur eine Ausblutungsschlacht wollte, scheint offenbar nicht zu stimmen. Geplant war durchaus ein Durchbruch bei Verdun und erst als dies nicht geklappt hat, wurde die Geschichte dahingehend umgeschrieben, dass man ja gar nie wirklich einen Durchbruch und die Festung Verdun auch nicht wirklich besetzen wollte.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 24. September 2014
....zu diesem Thema. Das Buch greift die gesamte Vorbereitung und dann Schlacht um Verdun auf. In aller Grausamkeit werden die Entwicklungen auf beiden Seiten dargestellt und danach wird einem klar, warum diese Ortschaft mit soviel Schrecken assoziiert wird. Sehr empfehlenswert!
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 1. August 2014
Das Buch beschreibt nicht nur die historischen Abläufe und Hintergründe sondern gibt auch eine realistische Darstellung darüber welches unendliche Leid die Soldaten in den Schützengräben zu erleiden hatten. Wer eine Ahnung davon bekommen will zu welchem Wahnsinn Menschen fähig sind sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 19. Juni 2014
Gut recherchiertes Werk, sehr gut erzählt!!! Der Verlauf der Schlacht und vorangegangenen Entscheidungen in den Stäben ist packend beschrieben. EMPFEHLENSWERT
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 1. August 2014
Im Stil eines Dokudramas schildert Jessen die Entscheidungswege, die zur Schlacht von Verdun geführt haben und den Ablauf der Schlacht selbst. Jessen gehört zu den Anhängern der "Durchbruch-Theorie", die annehmen, Falkenhayn hätte bei Verdun den Durchbruch erzwingen wollen. Erst im Laufe der Schlacht zeigt sich, dass dies nicht gelingt und Falkenhayn rechtfertigt die Fortsetzung mit dem "Weissbluten" des Gegners.

Im ersten Teil kommen neben den Hauptakteuren in der militärischen und politischen Führung (vor allem Falkenhayn, Schmit von Knobelsdorf, Bethmann-Hollweg) auch die Teilnehmer der Schlacht (Kommandeure von Kampfeinheiten, Kompanie- und Zugführer aber auch einfache Soldaten) zu Wort. Sehr detailliert werden die Diskussionen in den Führungsstäben der Alliierten und der deutschen Wehrmacht geschildert, der Leser kann sich so ein eindrückliches Bild von den Zweifeln, Entscheidungen und auch Fehlentscheidungen Einzelner machen.

Besonderen Raum nimmt die erste Eroberung des Forts Douaumont im fast zufälligen Handstreich durch eine deutsche Einheit ein. Untermalt wird die Schilderung der Ereignissen durch einmalige und seltene Fotos von Teilnehmern der Aktion.

In der zweiten Hälfte geht Jessen zu einem eher summarischen, erzählenden Stil über. Die geschilderten Ereignisse verlieren den Detailreichtum der ersten Hälfte des Buchs zugunsten einer Schilderung aus der Distanz. Fast scheint es, Jessen hätte - genau wie seinerzeit Falkenhayn und später Ludendorff - schnell ein Ende der Schlacht herbeiführen wollen.

Bei alldem hat der Leser stets das Grauen der Schlacht vor Augen, besonders wenn Frontsoldaten "zu Wort" kommen. Was dann zutage tritt geht an die Grenze des Erträglichen, besonders dann, wenn man sich vor Augen hält, dass auf einem wenige Quadratkilometer großen Areal mehrere 100000 Soldaten ums Leben kamen, von denen die meisten nie gefunden oder identifiziert wurden.

Besonders hilfreich sind die detaillierten, aber schematischen Karten, die die einzelnen Phasen der Schlacht schildern. Leider sind Text und Karten nicht immer "synchron", so dass ich oft vergeblich nach Orten gesucht habe, die im Text eine besondere Rolle spielen, auf der Karte jedoch fehlen. Auch Fotos in guter Qualität sind reichlich im Text eingestreut, hauptsächlich von Akteuren, aber auch viele z.T. private Aufnahme des Geschehens vor Ort, wie ich sie bislang nicht zu Gesicht bekommen habe. Vermisst habe ich indes ein Abbildungs- und Kartenverzeichnis.

Den Abschluss des Buchs bildet - wie Jessen das nennt - ein "Nachspiel", in dem der Autor die Schlacht aus der Sicht der Generationen danach bis in unsere Tage betrachtet. Zentralen Raum nimmt auch hier die Diskussion ein, welche Absichten Falkenhayn hatte: den Durchbruch oder das "Ausbluten" der Gegner. Zitiert werden hier vor allem Gespräche von Militärhistorikern mit ehemaligen militärischen Entscheidungsträgern, die überwiegend in der 30erJahren geführt wurden. Jessen verschafft dem Leser hier einen (ebenfalls sehr seltenen) Einblick in die Wege der (militär-)historischen Forschung und in unmittelbare Quellen, freilich ohne von seiner Überzeugung der Durchbruch-Theorie abzuweichen.

Im Ergebnis hat Olaf Jessen hier ein Werk geschaffen, das wie ein Schlaglicht ein zentrales Ereignis des Ersten Weltkriegs beleuchtet, ohne es allerdings aus dem unmittelbaren und geschichtlichen Kontext zu lösen. Dem Leser erschließen sich die oft kaum nachvollziehbaren Entscheidungswege der militärischen Führung genauso wie das kaum erträgliche Grauen das der Einzelne in der Schlacht erlebt hat. Breiten Raum nimmt hierbei die Analyse der Persönlichkeit Falkenhayns ein, der als genialer aber innerlich zerrissener Stratege geschildert wird, der am Ende versagt und schlussendlich scheitert.

Das Buch ist allemal lesenswert, schon des überschaubaren Umfangs und der leicht lesbaren Erzählweise des Autors wegen. Satz, Druck und Ausstattung des Buchs sind fehlerlos und hochwertig. Insgesamt ein geschlossenes, kompaktes und wichtiges Werk zur Geschichte des Ersten Weltkriegs.
2 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 17. Februar 2016
... zunächst die Einschränkungen: Ich war versucht, "nur" 4 Sterne zu vergeben, weil mich drei Dinge gestört haben (in der Hoffnung, dass der Autor gelegentlich mal hier vorbeischaut):

1. An manchen Stellen hat mich die Grammitik gelinde gesagt "überrascht". Da hat der Lektor nicht allzu genau hingeschaut. Vielleicht sollte dieser das Buch noch einmal sorgfältig lesen, bevor die nächste Auflage gedruckt wird (virtueller Abzug von ¼ Stern).

2. Dafür, dass Philippe Pétain in Frankreich (immer noch) als DER Held von Verdun gilt, ist er im Buch recht unterrepräsentiert. Falls der Autor Petain diese entscheidende Rolle nicht zusprechen will, hätte ich mir zumindest ein Erklärung gewünscht. (Virtueller Abzug von ¼ Stern)

3. Dankenswerterweise enthält das Buch einige Lagekarten in schwarz-weiss. Diese Karten enthalten zu viele Einzelheiten und sind schon deshalb schwer zu entziffern. Ausserdem sind sie klein gedruckt und bei den Beschriftungen so kontrastarm, dass ihr Nutzen für mich sehr gering ist. Hier hat der Verlag an der falschen Stelle gespart. Ich hätte das Buch auf gekauft, wenn es einige € teurer wäre. Drei oder vier Karten, wenn es geht in Farbe, mit weniger Einzelheiten und eher schematisch wären für den Durchschnittsleser deutlich besser. Mit der deutschen Buchpreisbindung sollte es für C. H. Beck möglich sein, dieses Manko zu beheben. Virtueller Abzug dafür: 1/2 Stern.

Sehr gut fand ich die (fast schon) Charakterstudien über Kronprinz Wilhelm, von Falkenhayn und Schmidt von Knobelsdorf. An der Ecke ist das Buch etwas deutschlastig, obwohl auch die französische Seite (Ausnahme Petain, s.o.) gut beleuchtet wird. Für Leser, die sich tiefer für Verdun interessieren, ist es eine sehr gute Ergänzung zum Buch eines Soldaten, der in dieser Hölle dabei war. (siehe Bild)

Alles in allem: Kaufempfehlung.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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