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am 25. Juni 2013
Vittoria Hösle, Professor der University of Notre Dame in den USA macht es sich in diesem Werk zur Aufgabe, in komprimierter und übersichtlicher Form die Geschichte und, natürlich, die je konkreten Inhalte der deutschen Philosophie dem Leser nahe zu bringen. Und bezieht dabei erkennbar und klar eine eigene Stellung zu den jeweiligen Objekten seiner Betrachtungen. Wobei er sich auf die „Hauptpersonen nach seinen Kriterien“ beschränkt und damit nur die „herausragenden“ Personen der deutschen Philosophie im Buch aufnimmt.

Beginnend bei Meister Eckhart im Mittelalter (den Hösle als den „Beginn des deutschen „Sonderweges“ in der Philosophie“ verortet), führt der Weg über die „Naturphilosophie“ des Paracelsus, über Leibniz, natürlich Kant, die Frühromantik durch Lessing, Herder und Schiller zunächst bis zum Idealismus.

Der Weg über die christliche Prägung der deutschen Philosophie hinaus (als Zäsur der Philosophiegeschichte) beginnt mit Schopenhauer, führt dann in Abgrenzung zur bürgerlichen Welt zu Feuerbach und Marx bis hin zur „Revolte gegen die universalistische Moral“ bei Nitzsche (den Hösle überaus kritisch betrachtet).

Wiener und Berliner Kreis stehen für die beginnende Hinwendung zur analytischen Philosophie, die „Auslotung des Bewussten“ bei Husserl und die (durchaus die reine „Geistesgeschichte überschreitende) Frage des Anteils der „Denker“ am Geschehen des dritten Reiches in Person von Heidegger, Gehlen und Schmitt, bis dann die „Anpassung an die bundesrepublikanische Realität“ in Form der Frankfurter Schule (Habermas und Adorno) und durch Hans Jonas im Raume steht.

Diesen chronologischen, erfreulich flüssig und verständlich zu lesenden, Blick auf die „Kernpunkte“ der deutschen Philosophiegeschichte umrahmt Hösle mit der Eingangsfrage, ob es „je einen deutschen Geist“ (laut Hösle ja, vor allem in der „außerordentlichen Qualität“ der beteiligten „Denker“ und deren „Denksysteme“) gegeben hat und der Ausgangsfeststellung, dass die Zeiten einer „deutschen“ Philosophie auch für die Zukunft beendet sind.

Stehen die einzelnen Erläuterungen zu den „Denkrichtungen“ sehr gut gelungen im Raum, werden kurz und prägnant, vor allem aber verständlich die Grundsätze und Kernüberlegungen der einzelnen philosophischen Richtungen dem Leser nahe gebracht, stellen sich zudem die Versuche Hösles zu den Querverbindungen in das politische und (geistes-) geschichtliche Geschehen als ebenso umfassend vorgelegt dar.

Die „Atmosphären der Zeit“, die einerseits zu den konkreten philosophischen Reflektionen führten und dann wiederum die Einflüsse des „Denkens“ auf die Entwicklung auch der politischen Geschichte und damit die Beeinflussung der „Atmosphären der Zeit“ durch die Philosophie, auch dies vermag Hösle in einen weiten Raum der gegenseitig sich bedingenden Entwicklungen zu stellen.

Was allerdings ein stückweit durchaus mangelt, ist eine überzeugende Darlegung eines „deutschen Sonderweges“. Eine Vielzahl der philosophischen Strömungen, die Hösle sehr pointiert entweder für gut befindet oder (durchaus auch rasant) ablehnt, finden sich in der ein oder anderen Form auch an anderen Orten, die „Erkennungsmerkmale“ speziell „deutscher Philosophie“ wirken hier und da auch etwas künstlich hergeleitet.

Alles in allem aber eine profunde Darstellung mit ebenso klar erkennbaren Bewertungen durch Hösle, die dem Leser chronologisch die Kernpunkte philosophischer Entwicklungen und Grundüberzeugungen gut verständlich (wenn auch, dem Objekt entsprechend, beileibe nicht immer simpel) vor Augen führen.
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am 31. März 2013
Gibt es überhaupt eine Geschichte der deutschen Philosophie? Vittorio Hösle stellt gleich auf Seite 8 klar, dass die Philosophie nicht das Eigentum einer einzelnen Nation sein kann. Für die Philosophie gebe es kein anderes Vaterland als die Wahrheit. „In der Tat ist Nikolaus von Kues ohne den Katalanen Ramon Llull, Leibniz ohne den Franzosen Descartes und den Niederländer Spinoza, Kant ohne den Schotten Hume und den Welschschweizer Rousseau nicht zu verstehen.“ Es gibt also stets die nationenübergreifenden Anregungen. Und dennoch: Deutschland gilt als das Land der Dichter und Denker und darum ist interessant, was diese Nation einstmals auf dem Gebiet der Philosophie geleistet hat. Die deutsche Philosophie, die von Hösle behandelt wird, ist die zwischen 1720 und 2000. Sie hatte ihre besonders innovative Zeit von 1770 bis 1930. Heute hingegen spielt sie in der Welt eine eher bescheidene Rolle. Es spricht auch nicht viel für eine große Zukunft der deutschen Philosophie. Doch sie hatte unbestritten ihre große Zeit. Die Werke, die in dieser Zeit entstanden sind, werden von Hösle vorgestellt. Sie sind nach seiner Meinung unbestritten immer noch ein „unerschöpfliches Reservoir philosophischer Gedanken“. Der Autor fasst gekonnt viele komplexe philosophische Werke aus dem genannten Zeitraum verständlich, kenntnisreich und treffend zusammen und stellt mit seinem unvergleichlichen enzyklopädischen Wissen vielfältige Beziehungen sowohl zu den zeitgenössischen Wissenschaften und zur Mathematik wie auch zur Musik und Literatur her. So bekommt der Leser einen lebendigen Eindruck von der wichtigsten Epoche der deutschen Geistesgeschichte, wie man ihn in anderen philosophiegeschichtlichen Werken nicht bekommt.
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am 29. Mai 2013
Mit Verlaub, ich halte das neue Buch von Hösle für mehr als fragwürdig. Die Auswahl der behandelten Autoren ist grob willkürlich und die Behandlung ihrer Schriften orientiert sich fast ausschließlich an der Frage, in wie weit sie mit Hösles eigener Philosophie kompatibel sind, die im wesentlichen als ein Relikt des vorletzten Jahrhunderts betrachtet werden muss. So erachtet Hösle den deutschen Idealismus und allen voran Hegel für den Gipfelpunkt der Philosophie, hält beharrlich an dem längst verabschiedeten Ideal einer Letztbegründung fest und scheint immer noch zu glauben, dass es objektiv gültige Werte und Normen gebe. Hinzu kommt, dass Hösles Bewunderung für Hegel nicht nur der aus heutiger Sicht geradezu abenteuerlich erscheinenden Vorstellung entstammt, wahre Philosophie müsse einem Systemanspruch gerecht werden, also einen umfassenden Welterklärungscharkter besitzen, sondern auch der Überzeugung, Philosophie solle in einem christlichen Sinne religiös sein. Dass Hösle in seiner geisteswissenschaftlichen Verstiegenheit dann auch noch allen Ernstes den Eindruck erwecken will, Leute wie Nietzsche und Heidegger seien für den Ausbruch der beiden Weltkriege des 20. Jahrhunderts maßgeblich mitverantwortlich, entlarvt ihn vollends als hoffnungslosen romantischen Träumer. Was das Lesen des Buches aber schließlich noch zusätzlich sauer macht, ist nicht nur, dass Hösle ganz offenkundig das Denken des 20. Jahrhunderts überall dort ignoriert, wo es für ihn unbequeme Konsequenzen zeitigt, sondern auch der Fluch des Genies, das nichts vergessen kann, was es je gelesen hat: Hösle weiß zuviel an abwegigem - es will ihm einfach nicht gelingen, einen simplen Zusammenhang als solchen darzustellen, ohne in Jean Paulsche Digressionen abzugleiten. Der Unterschied ist: Bei letzterem besitzen sie eine satirisch-erhellende Funktion und bereiten wirkliches Vergnügen...
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am 2. November 2014
Das neue Buch von Vittori Hösle hat mir sehr gut gefallen, weil es schafft, unglaublich viele verschiedene Gedanken in ein Buch zu packen und diese auch gut erläuternd darstellt! Mehr davon!
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