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TOP 500 REZENSENTam 14. April 2016
Dass die Phönizier Amerika entdeckt haben, davon gehen inzwischen viele Historiker aus. Dass sie aber auch dorthin geflüchtet sind und in den Anden bis heute überlebt haben - welch faszinierende Idee. Jetzt müssten nur noch ein paar Experten für das punische Altertum hinfahren und die These überprüfen. Würde sich lohnen, weil die Römer alle Zeugnisse ihrer Erzfeinde vernichtet haben.
R Opelt, Autor von "Die Legionen des Varus: Das andere Mittelalter. Wenn die Römer gewonnen hätten.
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am 30. Januar 2013
Abenteuer und ungelöste Rätsel sind der Stoff der Jungenherzen höher schlagen läßt. In meiner Jugend las ich mit glühenden Ohren über Ägypter, die wohl schon den afrikanischen Kontinent umrundet hatten, lange bevor die Römer nach der Macht griffen. Die Lektüre elektrisierte, weil sie einerseits zeigte, was mutige Menschen schon in frühester Zeit zu leisten fähig waren und andererseits konnte man mit Freunden stundenlang über Was-wäre-wenn-Szenarien debattieren.

Nach einer kurzen Meldung im SPIEGEL Ende 2012 und in Erinnerung an die Lesefreuden meiner Jugend fieberte ich dem Erscheinungstermin von Hans Giffhorns Buch entgegen - und wurde in meinen Erwartungen nicht enttäuscht.

Der bis zu seiner Pensionierung an der Universität Hildesheim lehrende Kulturwissenschaftler dreht schon seit vielen Jahren Dokumentarfilme. Auf der Suche nach einer als ausgestorben geltenden Kolibriart hörte Giffhorn 1998 in Nordostperu zum ersten Mal vom Stamm der Chachapoya und ihrer bisher kaum erforschten Kultur. Er lernte einige Fakten kennen, die ihn zur Vermutung brachten, daß dieser Stamm Wurzeln im antiken Mittelmeerraum haben könnte und daß Vorfahren dieser Indianer nach der Eroberung Karthagos durch die Römer nach Südamerika geflüchtet sein könnten.

In der Einleitung seines Buchs beschreibt Giffhorn sein wissenschaftliches Vorgehen. Er betont, daß hierzu das Formulieren von Hypothesen gehört. Ziel müsse nicht die Suche nach deren Bestätigung sondern der Versuch ihrer Widerlegung sein. Er ahnt sicher, daß zumindest ein Teil der "Fachwelt" über ihn, den Kulturwissenschaftler mit der unerhörten These, nach deren Veröffentlichung herfallen wird.

In Teil 1 des Buchs schreibt er über die Rätsel der Chachapoya, die Tatsache, daß schon den eingeborenen Zeitgenossen vor der Ankunft der spanischen Eroberer 1 535 die große Gestalt, das blonde Haar und die weiße Haut mancher Chachapoya aufgefallen sei. Geschickt wird der Hinweis, daß in über 1500 Jahre alten Mumien beim Röntgen Hinweise auf Tuberkulose gefunden wurden, obwohl die Tuberkulose nachweislich erst im Gefolge der Rinder der europäischen Eroberer ihren Weg nach Amerika fand, platziert.

Im zweiten Teil werden die Seefahrernationen der europäischen Antike betrachtet und die Frage gestellt, wie eine Kultaxt, die einen Stierkopf zeigt, vor mindestens 1500 Jahren in das Amazonasgebiet gelangt sein könnte.

Der dritte Teil präsentiert dann eine Reihe von Szenarien, wie Karthager, balearische Steinschleuderer und im Nordwesten Spaniens beheimatete Kelten zusammengefunden haben könnten und wie diese gemeinsam über den Atlantik und den Amazonas bis ins Andenhochland des heutigen Perus gefunden haben könnten. Weil es außer zwei antiken Quellen, wonach die Karthager Land fernab der Küste Afrikas entdeckt hatten, keine weiteren Hinweise gibt, muß dieser Teil spekulativ bleiben. Aber Giffhorn müht sich redlich, die Plausibilität seiner Szenarien nachzuweisen.

Nachdem er in einer Zwischenbilanz zu dem Schluß kommt, daß Kelten vor über 2000 Jahren in die Anden gelangten, bringt er im vierten Teil seine aktuellsten und wissenschaftlich wahrscheinlich schwer zu erschütternden Beweise (die ich der Spannung halber nicht verraten möchte).

Giffhorn weist wiederholt darauf hin, daß weder offizielle Stellen Perus noch Brasiliens ein Interesse daran haben, die aktuelle Vorstellung von der Besiedlung aus Asien und späteren spanischen Entdeckung Südamerikas in Frage zu stellen. Dies erkläre auch die mangelnde Unterstützung durch einheimische Behörden und Hochschulen. Giffhorn ist sich sicher, daß Genanalysen an den reichlich vorhandenen Mumien der Chachapoya seine Thesen unterstützen würden.

Wer glaubt, daß es solche Haltungen von demokratischen Staaten im 21. Jahrhundert nicht mehr geben könne, möge sich mit der Diskussion um Shlomo Sands 2011 erschienenes Buch "Die Erfindung des jüdischen Volkes: Israels Gründungsmythos auf dem Prüfstand" beschäftigen. Als studierter Sozialwissenschaftler lehrt er an der Universität Tel Aviv Geschichte. Seine Gegner werfen ihm vor, sich auf dem von ihm diskutierten Teilgebiet der Geschichte nicht richtig auszukennen. Giffhorn wird sich wahrscheinlich ähnliche Äußerungen anhören müssen. Diese Art von Experten hätte Marie Curie 1911 nie den Nobelpreis für Chemie verliehen, schließlich hatte sie doch 1903 den Nobelpreis für Physik erhalten!

Ich kann nicht beurteilen, ob Giffhorn Recht hat, oder uns geschickt einen Bären aufzubinden versucht. Er sagt, daß er mit der Veröffentlichung seiner Erkenntnisse eine Diskussion lostreten möchte, die dann vielleicht zu eindeutigen und von fast allen Experten anerkannten Erkenntnissen führen wird.

Egal wie die Diskussion ausgehen wird, ich fühlte mich brillant unterhalten und bewundere, wie Giffhorn, der doch "nur" Kulturwissenschaftler ist, so viele Wissenschaftsrichtungen, wie Archäologie, Geschichte, Genetik, Geografie, Meteorologie und noch viele andere schlüssig zur Untermauerung seiner Thesen zusammenführt. Mir bescherte sein Buch zwei spannende Leseabende, die mich an mein Abenteuerinteresse in meiner Jugend erinnerten. Der Bucheinband spricht mich grafisch übrigens nicht an, aber das wunderschöne Papier dazwischen trug zum wohligen Genuß beim Lesen ebenfalls erheblich bei.
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am 22. Juni 2013
Der Autor versteht es, spannend und detailreich einige bislang unerklärliche Phänomene in der südamerikanischen Geschichte, insbesondere um das hierzulande weitgehend unbekannte Volk der Chachapoya, darzustellen. Er bietet als Erklärungsmöglichkeit ein Szenario an, bei dem um 100 v.Chr. eine Auswanderergruppe von Karthagern und ihren Verbündeten aus Nordspanien, bzw. Mallorca bis nach Sudamerika gelangt sein könnten, wo sie einige kulturelle - und evtl. auch genetische - Spuren hinterlassen haben könnten.

Dabei argumentiert Giffhorn nicht dogmatisch, sondern betont immer wieder, dass es sich um Arbeitshypothesen handelt. Selbst wenn man seine Thesen nicht teilt, ist das Buch auch für denjenigen lesenswert, der etwas über die faszinierende Kultur der Chachapoya erfahren möchte (Z.B. über die gigantische Bergfestung Kuelap, die es durchaus mit anderen Großbauten in Südamerika aufnehmen kann).

Gesamturteil: Sehr lohnend!
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am 26. September 2013
Ich fand dieses Buch unglaublich spannend. Der Leser wünscht sich eine Zeitmaschine um die verschiedenen Szenarien zu überprüfen. Es gilt wie immer der Satz "Niemand könnte sich eine spannendere Geschichte ausdenken als DIE Geschichte". Dazu stellt der Autor Hans Giffhorn auf eine sehr lobenswerte Art und Weise den aktuellen Stand der Indiziensammlung vor. Das ist die Schönheit der Wissenschaft. Nicht einfach eine Behauptung aufstellen, sondern ein "Seht her. Das wissen wir. Dies könnte mit hoher Wahrscheinlichkeit daraus folgen". Dieses Buch wird die Wissenschaft in Bewegung setzen und viele intensive Untersuchungen nach sich ziehen. Ich warte schon auf die Dokumentation, die in den nächsten Jahren daraus entstehen werden. Vielen Dank
Jonas Hopf
Eine Person fand diese Informationen hilfreich
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am 24. März 2014
Sehr interessant, das lesen dieses Buches lohnt sich auf jeden Fall. Der Autor hat sich sehr viel Zeit gelassen bevor er an die Öffentlichkeit gegangen ist. Das Buch scheint Seriös recherchiert, mit verblüffenden Ergebnissen. Da kommt mit Sicherheit noch einiges von Überraschungen auf uns zu.
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am 21. Dezember 2013
Sehr gut aufbereitetes Material. Am Ende des Buches kann man nicht umhin, dem Autor recht zu geben. Zumindest ist seine Beweisführung klar und logisch. Aber ob es wirklich so wahr?
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am 22. April 2015
Im Buch schildert der Autor chronologisch seinen Erkenntnisgewinn über die Jahre, welche ihn überzeugt haben, das es viel früher als angenommen Kontakte zum Kontinent gab. Spannend zu lesen und gut geschrieben.
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am 4. Mai 2013
In Chitral in den Bergen Pakistans leben noch heute Reste der zum Teil blonden und blauäugigen Kalash-Kafir, die der Überlieferung nach von Soldaten Alexander des Großen abstammen sollen. Bei Ausgrabungen in den ältesten Hügelgräbern in der Mongolei fand man blonde Krieger. Daß die Wikinger vor 1000 Jahren Nordamerika zwar erreichten, aber nicht erfolgreich besiedelten, gilt heute als gesichertes Wissen. Die Polynesier haben die entlegenen Osterinseln und Hawaii erreicht. Daß wenige auch bis Amerika kamen, dafür gibt es einige Indizien.

Vor der Eroberung durch die Spanier waren die Kanarischen Inseln schon lange von den hellhäutigen Guanchen besiedelt. Doch nun, blonde Indianerkinder mit Sommersprossen in entlegenen Bergdörfern der peruanischen Anden? Giffhorn behauptet das nicht, sondern belegt das mit Fotografien von Kindern, die ebensogut in Spanien aufwachsen könnten.

Der Verfasser verleugnet auf keiner Seite sein wissenschaftliches Denken und Schlußfolgern, das heißt er ist selbst sein erster Kritiker. Im Jahre 1500 wurden portugiesische Schiffe unter Cabral, die auf ihrem Weg nach Indien Afrika umsegeln wollten, vom Nordostpassat an die Küste eines neuen Kontinents getragen. Deshalb spricht man heute in Brasilien portugiesisch. Doch war diese Route schon den Phöniziern und Karthagern bekannt? Giffhorn durchsucht die alten Überlieferungen und wird fündig. Am wahrscheinlichsten erscheint ihm, daß die karthagische Flotte aus Spanien, die nach dem Untergang Karthagos vor den Römern durch die Straße von Gibraltar floh, Kurs auf Südamerika genommen hat.

Wäre es so gewesen, dann ließen sich mehrere sehr rätselhafte Funde in Südamerika in einen Zusammenhang bringen: die Felsgravuren am Pedro do Inga mit keltiberischen Schriftzeichen, der Kulturschub vor etwa 2000 Jahren auf der Insel Marajo in der Amazonsmündung und der Fund einer antiken Axt im Amazonasbecken.

Giffhorn vermutet, daß die Siedler sich amazonasaufwärts in Etappen bewegten, sich auch Indianerfrauen nahmen, bis sie die Anden in Peru erreichten.

Über die Kultur der Chachapoyas und ihren Untergang wird im Buch und in den anderen Rezensionen soviel geschrieben, daß ich mich darüber nicht auslassen brauche. Nicht alles, was Giffhorn vermutet, wird sich endgültig bestätigen lassen. Den Beweis, der mich selbst als Humangenetiker mit Spezialausbildung in Physischer Anthropologie vollständig überzeugt, den hat Giffhorn jedoch geliefert: Die molekulargenetischen Untersuchungen, die er bei blonden und sommersprossigen Indianerkindern mit einheimischer Herkunft in entlegenen Andendörfern Perus durchführen ließ, verweisen unzweideutig auf eine Herkunft der Gene aus Südwesteuropa.

Das Buch liest sich wie ein spannender Kriminalroman. Nur ein Sachregister fehlt an der Vollkommenheit.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 24. März 2013
eine Forschungsreise nach Peru zu einem vergessenen Andenvolk, dass neben den Inkas eine weitere Hochkultur entwickelt hatte.
Mit viel Spursinn, Recherchen und wissenschaftlichen Untersuchungen, hat Hans Giffhorn Fakten, Indizien und Hypothesen zu einem Bild über die Herkunft, Leben und Untergang der Chachapoya geschaffen.
Vergleich mit Kulturen in der Alten Welt wurden gestellt und spannend in dem Buch wiedergegeben.
Fazit: ein spannendes und wissenvermittelndes Buch, dass sich lohnt zu lesen.
3 Personen fanden diese Informationen hilfreich
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am 26. Februar 2013
Ich habe das Buch in den letzten Tagen mit großem Interesse gelesen. Die Indizienkette ist schlüssig, doch hätte ich mir mehr zu den DNA Untersuchungen erwartet. Die DNA der Chachapoya Mumien wurde nicht untersucht - hier verweist der Auto auf zukünftige Untersuchungen. Es wurden DNA Proben von Gringuitos (mögliche heute lebende Nachfahrender Chachapoya) genommen und mit europäischer DNA verglichen. Dieser Ansatz ist wahrscheinlich schneller und günstiger als alte DNA aus Mumien zu extrahieren. Weiters ist selbst bei Mumien die Trefferquote wahrscheinlich gering, da die Chachapoya sich ja auch mit den verschiedensten Nachbarvölkern vermischten. Trotzdem ein sehr spannendes und schlüssiges Buch, das dem interessierten Leser Lust auf mehr macht.
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