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am 4. Februar 2017
Aus Anlaß des 80. Geburtstages von Michael Gorbatschow im März 2011, und dem 20. Jahrestag des Endes der Sowjetunion, schrieb der ungarische Autor György Dalos diese Biografie, die Gorbatschows Zeit als Generalsekretär der KPdSU von 1986 bis 1991 zum Thema hat. Gorbatschow leitete mit seiner Politik von Glasnost (Offenheit, Transparenz) und Perestroika (Umbau, Umgestaltung, Umstrukturierung) das Ende des kalten Kriegs und den Niedergang der Sowjetunion ein. Was er eigentlich gar nicht beabsichtigt hatte!

Gorbatschows Verdienst ist es, daß die Mauer, die Berlin teilte, und die innerdeutsche Grenze unblutig geöffnet-, und schließlich beseitigt wurden. Der "eiserne Vorhang" - vor Gorbatschow noch undurchdringlich - bekam plötzich Risse, bis er komplett in sich zusammenfiel.

Das führte letzlich dazu, daß Michaeil Gorbatshow im Westen (fast) wie ein Popstar verehrt wurde, während er in der Sowjetunion immer mehr an Rückhalt verlor. Also ist Gorbatschow eigentlich gescheitert mit seinem Vorhaben, dem Sozialismus zu verändern. Ein Vorhaben, das schon 1968 in der CSSR von Alexander Dubček versucht wurde, dort jedoch mit Gewalt von den "Verbündeten" aus dem Warschauer Pakt beendet wurde.

Wir wurden Zeitzeugen großer Umwälzungen, die lange niemand für möglich gehalten hätte. Das ist der Verdienst Gorbatschows (wofür er auch mit dem Friedensnobvelpreis ausgezeichnet wurde), aber auch sein Dilemma. Heute ist er bedeutungslos, nur noch eine Randerscheining. Und so widmet er sich anderen Themen. Er setzt sich mit seiner Organisation "Green Cross International" für Frieden, globale Gerechtigkeit, und eine ökologische Zukunft ein, Politisch hat er keinen Einfluß und keine Bedeutung mehr, aber er wird als ein Mann in die Geschichte eingehen, der die Welt (ein bißchen) besser gemacht hat.

Spannend zu lesen, und äußerst interessant.
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am 16. Februar 2011
Eine Vielzahl von Veröffentlichungen ist bereits um den Politiker Gorbatschow, seinen entscheidenden Beitrag zur Beendigung des kalten Krieges und die Folgen jener geschichtlich umwälzenden Ereignisse für die Welt und seine Person erschienen.

György Dalos setzt nun einen neuen Akzent in die Vielzahl der Veröffentlichungen hinein. Dieser findet sich allerdings weniger im systematisch chronologisch aufgebauten Hauptteil seines Buches (immerhin gut 170 der 275 Seiten befassen sich mit der aktiven Politik, der innersowjetischen Probleme vom wirtschaftlichem Niedergang bis hin zu Tschernobyl, endend mit dem 'deutschen Finale' der Wiedervereinigung).

Besonders interessant gerade für den westlichen Leser ist die Vorgeschichte des führenden sowjetischen Politikers seiner Zeit und ebenso seine letzten Handlungen als führender Politiker, durchaus im Blick des genau und mit interessanten Details aufwartenden Blicks des Autors.
An Gorbatschow erinnert man sich gut, an Jelzin ebenso, aber was genau ist in dieser kurzen Zwischenzeit der Machtübergabe an Jelzin passiert? Welche Hintergründe führten zur Auflehnung einflussreicher Kreise gegen Gorbatschow? Wie ein Wirtschaftskrimi lesen sich die Einlassungen über den inneren Kampf der zerfallenden Großmacht, ein Kampf, der am Beispiel Litauens und der gesteuerten militärischen Intervention durchaus auch an Gorbatschow vorbei von einflussreichen Führen der russischen Republik geführt wurde. Wie sehr Gorbatschow zwischen den Fronten auch doppelzüngig lavierte, zeigen Aufzeichnungen eines Telefongespräches mit George Bush sen. in jenen krisenhaften Tagen. Oft wird im Anblick des "freiheitlichen" Gorbatschow dessen Machtbewusstsein und politisches Kalkül vergessen.

Seiten an Gorbatschow, die im ersten Teil des Buches in Teilen offengelegt werden. Gut 50 Seiten, auf denen Dalos die Entwicklung und Prägungen auch des Machtmenschen Gorbatschow nachvollzieht, der in der Heimat zumindest weder als Messias im Vorfeld gefeiert wurde noch als Lichtgestalt in der Erinnerung da steht.. Eines Machtmenschen, der in seinen letzten Tagen als politischer Führer von Jelzin und anderen durchaus hingehalten, entzaubert und in Teilen auch öffentlich gedemütigt wurde.

So gelingt es Dalos, ein durchaus differenziertes Bild Gorbatschows im menschlichen und machtpolitischen bereich zu zeichnen, eben so vollzieht er akribisch die Stationen seines politischen Lebens nach.
Bedauerlicherweise findet sich der Blick auf den Menschen Gorbatschow in den späten Jahren nur spärlich im Buch. Konnte zu Beginn der Karriere noch die persönliche Konsumorientierung und die Lust am 'guten Leben' des Ehepaares Gorbatschow noch deutlich aus den Zeilen herausgelesen werden, versandet die Privatperson Gorbatschow zum Ende des Buches hin stark hinter den politischen Ereignissen und Grabenkämpfen der neuen, russischen Führung. Auch der Epilog beschränkt sich auf einige wenige Zeilen über Gorbatschows Tätigkeiten seit seiner Demission.

Flüssig und verständlich geschrieben mit einer Reihe auch kritischer Blicke auf den Mann und seinen politischen Weg bietet Dalos ein durchaus rundes Bild des Politikers Gorbatschow und zumindest den ein oder anderen Einblick in das Wesen dieses einflussreichen Menschen. Im Gesamten zwar mehr Macht als Mensch, dennoch lesenswert.
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Die Ära Gorbatschow ist so umfassend aufbereitet worden, dass die kleine Auswahl an Büchern im Literaturverzeichnis von György Dalos erstaunt. Und da Gorbatschow nach dem Ende seiner politischen Laufbahn ebenfalls zahlreiche Bücher schrieb und seine Erinnerungen an sein Leben schriftlich festhielt, stellt sich natürlich die Frage, was der ungarische, in Berlin lebende Schriftsteller Neues zu bieten hat. Eine erste Antwort liefert der Untertitel "Mensch und Macht". Der übte denn auch genügend Anziehungskraft aus, dass ich mich in dieses Buch vertiefte. Denn ich wollte mehr darüber erfahren, wie sich ein in der Provinz geborener Bauernsohn durch den undurchsichtigen russischen Machtapparat ganz nach oben hangelt. Doch obwohl ich auf diese Frage viele interessante Antworten fand, war ich am Ende der Lektüre doch etwas enttäuscht. Das liegt an einigen Sprüngen in der Chronologie der Ereignisse und am Konzept, auf psychologische Deutungen zu verzichten.

Noch stärker und profunder auf die Spiele der Macht einzugehen, hätte sich meiner Ansicht nach auch deshalb aufgedrängt, weil die biographischen Eckpfeiler von Gorbatschows Leben bereits sehr detailliert beschrieben wurden. Und die Resultate der eigenen Erinnerungsarbeit eines so mächtigen Mannes hätte man mit zeitlicher Distanz noch mehr mit Fakten vergleichen können, die in den letzten Jahren an die Öffentlichkeit kamen. Und zwar nicht um aus solchen Gegenüberstellungen ein Tribunal zur Wahrheitsfindung zu konstruieren. Vielmehr könnten tatsächliche und vermeintliche Widersprüche dazu dienen, dem Menschen Gorbatschow noch näher zu kommen.

György Dalos verfasste ein Buch, das sich nach den üblichen Kriterien schwer einordnen lässt. Wissenschaftlichen Ansprüchen kann es nicht genügen, weil Quellenangaben fehlen, eine psychologische Studie der Macht ist es wegen der fehlende Tiefe nicht und eine Beschreibung des sowjetischen Machtapparates ist es ebenfalls nur bedingt. Und so hatte ich bei der Lektüre immer wieder das Gefühl, von interessanten Schauplätzen weggezogen zu werden, kaum hatte ich sie entdeckt. Dazu gehören Vielvölkerstaat, Geheimdienste, Tschernobyl, internationale Verstrickungen, Planwirtschaft und Bodenschätze, Zufälle und ihre Folgen, Terrorismus und übergeordnete Staatsinteressen. Andererseits tragen die vielen Exkurse und Begegnungen mit dem Unerklärbaren dazu bei, dass György Dalos die Spannung aufrechterhalten kann.

Mein Fazit: Wie es der Untertitel andeutet, geht es in dieser Biographie nicht nur um die die Person von Michail Gorbatschow, sondern auch um die uralten Fragen, was Macht ist, wie sie entsteht, wer ihr erliegt und warum sie universell und überzeitlich ist. Viele Antworten müssen natürlich offen bleiben. Aber andere Biographen politischer Führer haben gezeigt, dass der Blick durch psychologisch gefärbte Brillengläser den Lesern auch als Spiegel ihrer eigenen Seele dienen kann.
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Dem in Budapest geborenen und heute in Berlin lebenden Autor ist es in dieser Biografie sehr gut gelungen zu zeigen, wie der Mythos und die Faszination Gorbatschow im Westen immer mehr zunahm, im eigenen Land jedoch dramatisch abnahm.

Zum 80. Geburtstag von Michail Gorbatschow ist diese Biografie erschienen. Der Autor führt den Leser anfänglich zurück in die 70er Jahre der Sowjetunion. Er zeigt uns einen nicht gerade auffälligen Parteifunktionär Gorbatschow, der dabei ist von der dritten in die zweite Linie der Funktionäre zu treten. Dalos zeigt aber auch, dass es für Gorbatschow schon damals nichts besonderes war eigenständig zu denken, was ihn widerum grundlegend von vielen anderen Funktionären unterschied.

György Dalos muss gut und viel recherchiert haben. Erfreulicherweise lebt diese Biografie von vielen Geschichten und Szenen, so wird beispielsweise das Telefonat zwischen Gorbatschow und Friedensnobelpreisträger Andrej Sacharow wiedergegeben, das darüber entschied, dass der Menschenrechtler das Lager in Sibirien verlassen durfte und Moskau wieder betreten durfte. Gorbatschow ermöglichte Sacharow 1989 sogar eine Rede beim Volksdeputiertenkongress. Beinah symbolisch das Foto dazu, wie Sacharow begeistert seine Arme in die Höhe erhebt und Gorbatschow im Hintergrund zu sehen ist.

Bleibend ist natürlich Gorbatschows Verdienst, wie er sich verhielt als die Mauer immer mehr ins Wanken geriet und er nicht mit militärischer Präsenz oder Gewalt antwortete, sondern seinen berühmt gewordenen Satz: "Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben." dagegengestellt hat.

Spätestens an dieser Stelle wurde seine politische Weitsicht spürbar. Für ihn war längst klar geworden, dass die Zeit in der ganze Völker mit Hilfe eines eisernen Volkes weggesperrt werden konnten vorbei war. In diesem Moment spätestens beginnt dann aber auch die besondere Tragik dieses bedeutenden Staatsmannes. So wie sein Ansehen im Westen wächst und Helmut Kohl ihn Michael nennen darf, so sinkt sein Ansehen im eigenen Land.

Dieses Buch trifft sehr gut die Person des Michail Gorbatschow. György Dalos hat eine würdige, sehr gute Biografie geschrieben.
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am 7. Februar 2011
György Dalos ist schon als ganz junger Mann in seinem Geburtsland Ungarn lange vor dem Fall des Eisernen Vorhangs als Oppositioneller hervorgetreten. Seine zuerst bei Rotbuch in Berlin erschienenen kleinen Bücher zeigten ihn als mutigen und luziden Beobachter und Kritiker eines Systems, das in Ungarn schon immer etwas offener war als etwas in der DDR oder in der UdSSR.

Seit langem schon lebt er als freier Schriftsteller in Berlin und zählt mit seinen Romanen und Sachbüchern zu den wichtigsten literarischen Stimmen aus dem ehemaligen Ostblock. Kaum jemand anderes wäre deshalb geeigneter gewesen, zu seinem 80. Geburtstag die Biographie jenes Mannes zu veröffentlichen, dem man nachsagt, er habe durch seine mutige Politik den Fall der Berliner Mauer und vor allem die friedliche Transition ehemals realsozialistischer, "volksdemokratischer" Diktaturen in demokratisch verfasste Staaten möglich gemacht.

Man spürt dem Buch die enorme Recherchearbeit ab, die sein Autor geleistet hat, bevor er sich ans Schreiben setzte. György Dalos erzählt das Leben von Michael Gorbatschow, seinen Weg an die Spitze der UdSSR, seine frühen und von tiefer Überzeugung geprägten Versuche, das System zu reformieren. Mehr hatte er nicht im Sinn, als ihn, an die Macht gekommen, der Zustand seines Landes und die Weltentwicklung immer weiter trieb und er so im Westen jedenfalls zu einer wahren Friedensikone wurde.

Dass es ihm im eigenen Land anders erging, dass ihn dort die Konsequenzen seines außenpolitischen Wirkens geradezu überrollen, bis er dann 1991 seinen Hut nehmen muss, darin liegt die besondere Tragik eines Mannes, für dessen relativ kurzes Wirken an der Spitze der Macht die Welt dem Schicksal für immer dankbar sein muss.

Im Westen nach wie vor als Redner hoch geachtet, im eigenen Land vergessen - György Dalos würdigt mit seiner spannenden, durch einen lebendigen Erzählstil geprägten und deshalb sehr gut lesbaren Biographie einen Menschen, dessen Leben geprägt war vom Spannungsfeld zwischen Menschlichkeit und Macht.
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am 24. April 2011
Ein ganz eigener Blick auf die sicherlich interessanteste Zeit der neueren Geschichte und einem ihrer bedeutendsten Repräsentanten. Stellt Dalos die Bedeutung in Frage? Nein, nicht unbedingt. Er stellt Gorbatschow in sein Umfeld, eins das bei allem Jubeln im Westen viel zu wenig wahr genommen wurde. Wer waren seine Kontrahenten, wie ging es in der zerfallenden Sowjetunion zu? Ein äußerst interessanter und lesenswerter Blick. Und das Ganze mit einem feinen Humor geschrieben- sehr gut!
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am 20. Juli 2012
Beeindruckend ist der Mut von G.,sich in dem sowjetischen Machtgefüge, insbesondere der Allmacht des
Politbüros, der Realität zu stellen.
Es wird deutlich,daß der Umfang der Problematik von vielen seiner Mitstreiter halbherzig umgesetzt wurde.
Er hat offensichtlich den Umfang der von ihm ausgelösten Veränderungen nicht übersehen.
Für die gesamte Welt war es mehr als Glück - nämlich die Erhaltung des Weltfriedens und Beginn einer neuen
Epoche.
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am 2. Juni 2014
Bisher bin erst dazu gekommen, das Buch kurz durchzublättern und hier und da mal ein wenig hineinzulesen. Mein erster Eindruck ist aber sehr positiv. Mir scheint, die Lebensgeschichte Gorbatschows und auch die entsprechenden russischen Epochen (Gorbatschows Leben verlief ja nicht nur in einer einzigen Epoch) werden verständlich, aber doch auch recht umfassend dargestellt, und zwar in einem ganz angenehmen Stil.
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am 19. Mai 2013
Sehr informativ, setzt aber in vielen Fällen Kenntnisse voraus, die bei nicht-russischen Lesern nicht
unbedingt vorhanden sind. Dafür sehr gute Darstellung emotional bewegender Begebenheiten, die
verdeutlichen, wie armselig und hilflos prominente Menschen sein können.Insgesamt sehr lesenswert.
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