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Kundenrezensionen

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am 21. Januar 2013
Das Positive zuerst. Das Buch liest sich durchaus spannend, wenngleich ich nach dem flotten Durchlesen der ersten Hälfte eine halbjährige Pause eingelegt habe um das Ganze sich setzen zu lassen. Ich hatte kurz zuvor das Buch "Der Brand von Moskau" gelesen, das ich sehr interessant und lehrreich fand und das m.E. sehr gut recherchiert war, eine Fülle von Hintergrund- und Detailwissen aufzeigend.
Entsprechend hohe Erwartungen hatte ich in "1812".
Erwartungen, dass dieses Buch offengebliebene Fragen wenigstens zum Teil beantworten würde. Dies tat es aber nur begrenzt und wenn, dann ziemlich schwammig und nicht überzeugend.
Überhaupt ist vieles zu bemängeln. So wurde nur marginal dargestellt wie sich die Truppen nach Nationen zusammensetzten.
Insbesondere die Truppenteile aus den deutschen Ländern wurden weder nach Quantität noch Art und Weise wie sie in dem Feldzug von Napoleon eingesetzt -und verheizt- wurden beschrieben. Dass sie bevorzugt bei den verlustreichen Kampfhandlungen als Kanonenfutter verwendet wurden, kaum ein Wort. Dass sie während der sechswöchigen Besetzung
Moskaus in Außenbereichen auf offenem Feld hausen mußten, nicht versorgt wurden sondern sich durch fouragieren mühsam und unter hohen Verlusten durchschlagen mußten, kaum ein Wort.
Während sich die Garde und die französischen Truppen in Moskau bestens versorgen und sogar vergnügen konnten, darüber läßt sich der Autor bis zum Überdruß aus.
Dagegen kaum ein Wort zu den anderen Truppenteilen obwohl diese zahlenmäßig deutlich die rein französischen Truppen überstiegen. Auch kaum ein Hinweis darauf, dass beim Übersetzen über Brücken oder dem Einzug in gesicherte Positionen und Städte die Franzosen immer Vorrang hatten vor den Soldaten anderer Nationalitäten, den sogenannten Hilfstruppen insbesondere aus Bayern Württemberg Hessen usw. Wie antwortete doch Napoleon auf Metternichs Frage "wie wollen Sie ihrem Volk erklären dass Sie seine Söhne geopfert haben? "ich bringe meine Soldaten zurück, ich habe die Deutschen und die Italiener geopfert!"
Aber wie soll es auch anders sein, wenn ein Autor seine Weisheiten nahezu ausschließlich aus Augenzeugenberichten und Schwadronierereien Überlebender zusammenschreibt. Es waren nun mal fast nur Franzosen die aufgrund ihrer Schonung durch Napoleon überlebten und anschließend sich und ihre Heldentaten rühmten. Darin liegt eine Hauptschwäche des Buches. Ärgerlich, dass der Autor dies völlig übersehen hat, oder schlichtweg ignoriert.
Was einem als Leser jedoch besonders unangenehm auffällt, dem Autor selbst aber offenbar nicht, er schreibt und urteilt in einer schwer erträglichen Weise aus der Gegenwart, mit allem gesammelten Wissen das man heute hat.
Das ist anmaßend, arrogant und höchst subjektiv. Außerdem überprüfte er verwendete Quellen offenkundig kaum sondern verbaute sie kritiklos in seinem Werk. So übernahm er häufig erkennbar maßlose Übertreibungen die rein physisch gar nicht möglich sind wie zum Beispiel das Einpferchen von über vierhundert Gefangenen in einen Raum von 8 x 8 Metern.
Dass das nicht sein kann, hätte selbst einem wohl immer bestens versorgten, im Wohlstand lebenden Autor, dem jegliche persönliche Entbehrung fremd sein dürfte, auffallen müssen. Aber es ist beispielhaft für die Oberflächlichkeit und seltsame Gleichgültigkeit vor allem aber fehlende Gewichtung mit denen der Autor banale Vorkommnisse an absolut Grauenhafte reiht und im Plauderton darüberhinweg geht bzw von einem zum anderen wechselt.
Ich will nicht sagen, dass ein Autor nur über Dinge schreiben sollte, die er wenigstens ansatzweise erlebt hat, das würde sicherlich zu weit gehen, aber was hier dahergeplappert wird erinnert mich an die Einfühlungsfähigkeit eines vor dem Computer sitzenden Jugendlichen mit seinen Figuren beim Ballerspiel.

Alles in allem, wem es gefällt im wohlgeheizten Zimmer im behaglichen Lehnstuhl sitzend ein im Plauderton à la Johannes B. Kerner über gräßliche Dinge geschriebenes Buch zu lesen, dem wird es gefallen.
Ich würde es nicht mehr kaufen.
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am 20. April 2014
Eindrückliches Buch mit einem guten Bezug zu den Fakten. Die Kriegszüge sind nachvollziehbar dargestellt. Die Beweggründe der Entscheidungen sind gut erklärt.
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am 6. Dezember 2012
Sehr gut und informativ geschriebenes Sachbuch. Liefert sehr viel Hintergrundinformationen, auch aus der Sicht der
"einfachen" Leute. Nicht der übliche, trockene Schreibstil für historische Abhandlungen.
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am 8. September 2012
Man muss Adam Zamoyski dankbar sein und kann ihm nur Respekt zollen, dass er sich Napoleons Russlandfeldzug in dieser Ausführlichkeit angenommen hat. Wobei ausführlich nicht bedeutet, dass das Buch langatmig ist. Durch die vielen Zitate der teilnehmenden Protagonisten vom einfachen Soldaten bis zum General, habe ich das Buch als äußerst spannende und packende Lektüre empfunden. Vor allem interessant war für mich zu erfahren, wie sehr Napoleon eigentlich darum bemüht war den Konflikt mit Russland/Alexander zu vermeiden.

Fazit: Ein Lesevergnügen aller erster Güte für jeden der an dieser Epoche interessiert ist. Wer Interesse an Informationen aus "Erster Hand"hat, dem seien die Memoiren des Generals Marbot empfohlen. Gibt's bei Amazon als Kindle Ausgabe für wenig Geld.

Die Rezension bezieht sich auf die englische Originalausgabe.
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am 28. März 2015
Ich habe aus Zamoyskis Beschreibung des unglückseligen Moskau Feldzuges so viel gelernt wie selten zuvor bei einer Lektüre. Es sind fast alle bekannten Quellen im Original berücksichtigt worden, die Fülle des Materials ist enorm. Eine Interpretationsverdrehung, wie bei historischen Büchern oft üblich, ist nicht erkennbar. Zamoyski hält sich an die Fakten, ihre Wertung überläßt er dem Leser. Dabei handelt es sich um ein Ereignis, das maßgeblich unsere Geschichte bis heute beeinflußt. Die historischen Dimensionen sind gigantisch. Etwa eine Million Soldaten haben dabei den Tod gefunden, davon etwa hunderttausend an einem einzigen Tag in der Schlacht bei Borodino. Dieser Feldzug und sein Scheitern öffnete Rußland den Weg nach Mitteleuropa, auf das es seitdem einen bedeutenden politischen Einfluß ausübt. Deutschland würde in der heutigen Form ohne ihn nicht existieren, einen Hitler hätte es nicht gegeben, Polen würde es vielleicht geben, doch nicht in den heutigen Grenzen, der Czar säße hinter dem Niemen. Nebenbei zeigt das Buch anschaulich, wie kaltblütig rücksichtslos die Oberen auf Kosten der Völker ihre Wahnideen in Gang setzen und wie bereitwillig ihnen die Massen zu folgen bereit sind. Als ob sie nichts besseres zu tun hätten.
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am 23. September 2012
Betrachter der Bestseller – Liste Sachbuch mussten sich in jüngster Vergangenheit unweigerlich die Augen reiben: Zwischen Ratgebern für alles und nichts einerseits und überflüssigen Promi – Sachbüchern andererseits hatte sich ein historisches Buch verirrt – Adam Zamoyski’s „1812 – Napoleons Feldzug in Russland“. Und, dies kann schon hier verraten werden, das ist ein Glücksfall. Das historische Jubiläum, gute Kritiken und eine wunderbare Übersetzung haben, gegen jede Wahrscheinlichkeit, ein Buch sperrigen Inhalts zu einem veritablen Bestseller gemacht.

Inhalt
Adam Zamoyski behandelt Napoleons russischen Feldzug. Der 200. Jahrestag hat den Beck – Verlag veranlasst, das, im Original bereits 2004 erschienene Werk, in deutscher Übersetzung zu verlegen. Der Autor schildert zunächst die politische Ausgangslage vermittels zweier Kurzbiografien der Antipoden Napoleon und Zar Alexander. Diesen beiden Kapitel und die Eingangsbetrachtung zu Napoleons caesarischen Fantasien sind herausragende historische Essays. Wir begreifen, dass zwei Weltordnungen aufeinander treffen werden: Der aufgeklärte Europa Napoleons, ein neues West – Rom trifft auf Alexanders religiös – bewahrendes Weltreich. Zamoyski zeigt, dass die Kontrahenten diesen Krieg nicht wollen konnten – wohl aber, gefangen in ihren politischen Zwängen, wollen mussten. Da keine Partei über ein konkretes Kriegsziel verfügt, wird der Konflikt (wie jeder grundlose Krieg) nicht leicht zu beenden sein.
Napoleon jedenfalls hebt ein gewaltiges Heer aus. Erstaunlicherweise vergessen scheint heute, dass er dabei eine europäische Armee organisiert: Die französischen Truppen werden unterstützt von polnischen, österreichischen, italienischen, schweizerischen und vor allem deutschen Soldaten.
Mit einer Mischung aus strategischen und zufälligen Handlungen vermeidet die russische Seite bis Borodino (kurz vor Moskau liegend) eine entscheidende Schlacht. Und auch den Sieg in dieser Schlacht werden beide Seiten reklamieren. Die russische Armee unter ihrem phlegmatischen Anführer Kutusow überlässt Napoleon Moskau, von wo aus die Grande Armee zu einem verspäteten Rückzug aufbricht, den nur ein gespenstisches Häufchen von Soldaten abschließen wird.

Stilistik
„1812“ ist ein ungewöhnlich wortgewaltiges Sachbuch. Adam Zamoyski erweist sich als meisterlicher Erzähler. Ihm gelingen erstaunliche Passagen – gerade die sonst so staubigen Schlachtbeschreibungen sind von einer Plausibilität und Eleganz, die vielleicht noch keinem anderen Autor gelungen ist.
Große Textmengen wendet Zamoyksi auf, um den Feldzug aus individueller Sicht zu schildern. Zitate aus Tagebüchern, Briefen, Autobiografien und Erinnerungen fügen sich harmonisch in den Erzählfluss. In kritischen Momenten nehmen diese Berichte eine gewisse Monotonie an – in den, weit häufigeren, gelungenen Passagen aber fühlt sich der Leser in einen historischen Film versetzt.
Der Text wird unterstützt von realistischen Zeichnungen, die nicht den herrscherlichen Prunk, sondern die oftmals bedrückende Realität zeigen. Zamoyski lässt so ein gewaltiges historisches Panorama erstehen.

Schatzkammer
Wie jedes gute historische Buch weist auch „1812“ über sich selbst hinaus. Es gibt dem Leser reichlich Raum vom beschriebenen Jahr aus weiterzudenken. Die Anknüpfungspunkte sind so reichlich vorhanden, wie die geplünderten Moskauer Schätze, die Napoleon auf seinem Rückzug fast samt und sonders verlor.
So begreift man, dass Napoleons russischer Feldzug nicht nur blutiges Debakel, sondern der Anfang seines politischen Endes war. Wir können zum deutschen Russlandfeldzug 1941 Beziehungen erkennen. Es marschieren Heere auf, wie sie zahlenmäßig erst wieder 1916 an der Somme konzentriert sind. Napoleons Militär und die Zu – wie Abneigung seiner europäischen Verbündeten lassen uns die historische Möglichkeit einer europäischen Einigung im frühen 19. Jahrhundert denken. Und, wo man schon die Grammatik des historischen Konjunktivs bemüht: Was hätte aus Europa werden können, wenn Napoleon Preußen 1806 von der Landkarte gestrichen hätte?
Kurzum: Dieses Buch ist ein historischer Steinbruch für denkfreudige Leser.

Fazit
„1812 – Napoleons Feldzug in Russland“ ist eine bereichernde Lektüre. Sie eignet sich ausdrücklich nicht nur für militärhistorische Spezialisten, sondern richtet sich an ein breites Publikum. Adam Zamoyski interpretiert „populärwissenschaftlich“ in einem mustergültigen Sinne. Man wünschte sich, historische Bücher könnten immer so sein. Der einzige Beleidigte im Zusammenhang mit diesem Buch dürfte Napoleon auf dem Buchumschlag sein.
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am 25. Juni 2012
Selten habe ich ein so stilistisch so gut geschriebenes und zugleich inhaltlich so vorurteilsbeladenes, miserables Buch eines Historikers gelesen.
Die Quellen des Autors sind frankozentristisch und werden leider sehr selektiv und einseitig verwendet, bzw. interpretiert.
Zamoyski trieft schon in den ersten 200 Seiten vor antipreussischen und antirussischen Klischees.
Leider wieder mal eine Art der Geschichtsschreibung, die eher etwas mit der Nacherzählung von Geschichten, die die eigenen Vorurteile illustrieren und propagieren, zu tun hat, als mit sachlicher Analyse und seriösem Quellenstudium.
Von vernünftig-kritischem Umgang mit Primärquellen ganz zu schweigen...
Offenbar war der Autor nicht in der Lage die nationalen Mythen seiner Abstammung auch nur in Frage zu stellen.

Wer sich mit dem Theme seriös beschäftigen will, dem empfehle ich das Buch von Dominic Lieven "Russlandund und Napoleon: Die Schlacht um Europa".
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am 11. Juli 2014
Es war ein erschütterndes Ereignis, das vielen Hunderttausend Menschen das Leben gekostet hat - Napoleons Kriegszug nach Russland. Es ist ein ziemlich komplexes Thema, weil die Interessen vieler Staatsmänner herein spielen und viele diplomatische und taktische Winkelzüge eine gewisse Entwicklung immer wieder in eine andere Richtung lenken konnten.
Genau genommen ein ziemlich schwer verdauliches Thema - ABER - es ist grandios erzählt, anders kann man es nicht sagen. So anschaulich und plastisch, in einer Sprache von hohem, aber immer gut lesbarem Niveau ( davon könnte sich manch gefeierter Historiker eine Scheibe abschneiden !! ) habe ich selten ein historisches Ereignis nahe gebracht bekommen. Wie emphatisch das Leid einzelner Soldaten geschildert, die Verzweiflung greifbar gemacht wird - es war mir fast nicht möglich, das Buch zwischendrin mal weg zu legen. Ich habe sehr viel gelernt! DANKE Herr Zamoyski - WELL DONE !!
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am 4. März 2015
Eines gleich vorweg. Das Buch liest sich flüssig und ist verständlich geschrieben. Eine gute Vorrausetzung für ein 700 Seiten- Werk, und erfreulich für mich als Vater, der immer auf der Suche nach Lesestoff ist, der Teenager sowohl informiert als auch unterhält, und sie motiviert, ihre eigene Festplatte nicht nur am PC zu laden.
Adam Zamoyskis Werk " 1812 " ist unter dieser Prämisse ein 5 Sterne- Kandidat, denn seine Sprache ist modern, lebendig und nachvollziehbar. In letzter Konsequenz, hat man schrecklichen Vorgänge und menschlichen Dramen während des Rückzugs von Napoleons Großer Armee vor Augen, ist er schonungslos und schockierend. Der Autor bedient heutige Seh- und Lesegewohnheiten in einer Weise, dass man schon von einem echten "Pageturner" sprechen kann. Also ein populäres Werk für die reifere Jugend des 21.Jahrhunderts, als Kontrast zu Schmalspur- TV und Zombie- Apokalypse auf der Spielkonsole.

Aber genau in dieser Popularität findet sich auch die größte Schwäche des Buches. Man hätte sich als erwachsener Leser mit einigen Vorkenntnissen zum Thema etwas mehr "Futter", mehr historische Fakten und vorallem mehr historische Neutralität gewünscht.
So wie schon der Russe Tolstoi den einäugigen Kutusow zum Helden des Dramas erhebt, der frankophile Österreicher Founier die Opferrolle der beteiligten süddeutschen Truppen gerne hervorhebt, und natürlich auch die französischen Historiker ihre Seite der Medaille gerne polieren, so muß man dem anglo-polnischen Zamoyski eine sehr "westliche" Sichtweise der Dinge unterstellen.
In keinem Kapitel wird ein ansatzweise vergleichender, abwägender und vernetzender Diskurs geführt. Die Rollen sind von Anfang an klar verteilt.
Die Briten haben trotz frühkapitalistischer Ausbeutung der halben Welt das moralisch erhabenste Blatt im Spiel, die Franzosen dürfen da mit einsteigen, sofern Napoleon den polnischen Joker zieht, und Stendal die Amerikaner als neue Weltmacht aufziehen sieht, Preußen und Österreicher werden als Statisten behandelt und die Russen sind alles Falschspieler. Naja nicht alle, die deutschstämmigen russischen Generäle wie Bennigsen und Barclay sind Opfer von Kutusows russischer Maßlosigkeit und Dekadenz. Und die ukrainischen Kosaken haben gar den Schwarzen Peter.
Das kommt einem beim Betrachten der aktuellen Nachrichten im Jahre 2015 alles sehr bekannt vor,und der Autor hätte gut daran getan, sein spannendes und wirklich originelles Werk etwas mehr in den Dienst der Wissenschaft und der Völkerverständigung zu stellen.
So muss ich meinem Sohn erstmal umständlich die Intention und den Horizont des Autors erklären, bevor ich ihm das Buch uneingeschränkt empfehle.
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am 28. Mai 2012
Das Buch gibt einen Gesamtüberblick über den Russland-Feldzug Napoleons 1812. Die grundsätzlichen Daten dieses Feldzugs sind korrekt wiedergegeben. Allerdings vermag der Autor in keinem Fall, die jeweiligen Motivationen der Beteiligten Akteure nachvollziehbar zu machen.
So erscheinen die Fakten lediglich beurteilt aus dem Blickwinkel des besserwissenden Betrachters. Dies fällt besonders unangenehm auf, wenn immer wieder Entscheidungen besserwisserisch beurteilt werden, in der Form von "hätte Napoleon jetzt dies oder jenes getan, wäre Kutusow hier schon geschlagen worden und der Feldzug glorreich beendet". Widersprüche innerhalb weniger Seiten sind häufig: "Die Kampfkraft der Einheiten wurde erhöht, da die Reihen durch Verstärkungen aufgefüllt wurden" -> "die Einheiten litten unter den kampfunerfahrenen Verstärkungen, die keine Hilfe darstellten, sondern lediglich die geringe Verpflegung verbrauchte".
Ganz besonders negativ ist die Neigung des Autors zu sehen, seine - sicherlich vielzähligen - Quellen nicht nach Plausibilität zu sichten, sondern Berichte völlig unbesehen als Tatsachen wiederzugeben. Dies fällt alle paar Seiten unangenehm auf. Markantestes Beispiel (es gibt aber Dutzende ähnlich gelagerter): Ein französicher Gefangener "wurde in eine Scheune gestopft, die bereits voller Menschen war ... bis sich um die vierhundert Menschen in einem Raum von sechs mal sechs Metern drängten". Ein wenig gesunder Menschenverstand hätte dem Autor gesagt, dass so etwas schlicht physisch nicht möglich ist.
Somit fragt man sich als Leser eher, was man dem Buch denn glauben kann, als sich seriös informiert zu fühlen.
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